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Milletre

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  • »Milletre« ist männlich
  • »Milletre« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 388

Registrierungsdatum: 18. März 2008

1

Dienstag, 23. Juli 2013, 20:48

Tot, dennoch stets zugegen

Wie viele Künstler, die ich im Laufe meines Lebens lieben und verehren gelernt habe, sind nicht mehr unter uns. Doch gibt es so manche, die schon lange nicht mehr aktiv sind, aber in Wien gelegentlich anzutreffen sind.

Gestern gab es eine denkwürdige Veranstaltung zu Ehren der unvergessenen Lisa Della Casa, an der Christa Ludwig, Olivera Miljakovic und Heinz Zednik als ehemalige Partner der auratischen Schweizerin in einer nachfolgenden Gesprächsrunde Interessantes und auch einiges Neues zu berichten wußten. Dieser Abend veranlaßte mich, an die Großen der Musikszene zu erinnern, die schon verstorben oder längst nicht mehr aktiv sind.

In Wien kann man gelegentlich der Cotrubas, der Holm, der Zadek, dem Kmentt oder dem Klobucar (die beiden letzteren sind leider sehr schlecht beisammen) begegnen, was Gelegenheit bietet, neben dem Künstlerischen auch so manch Persönliches zu erfahren.

Dies alles zeigt, daß wir Wiener auch unsere verstorbenen Lieblinge so sehr ins Herz geschlossen haben, so daß wir das Gefühl haben, auch wenn sie auf ewig dahingegangen sind, leben sie weiter in unseren Herzen.

Zufällig traf ich gestern auch den Sebastian Holecek, der aus seinem Auto sprang, als er mich sah, und wir plauderten eine Weile über dieses und jenes, aber vor allem über seinen verstorbenen Vater, dessen Tod schwer auf seiner Seele lastet. Da habe ich wieder einmal gefühlt, daß "Honzo" und alle unsere Lieblinge, so lange sie auch von uns gegangen sein mögen, unauslöschlich in uns präsent bleiben.

Vielleicht mögen diese Worte erklären, warum die Vergangenheit in meinem Lebensbild eine derart prägende Bedeutung erlangt hat, wobei ich mir dessen sicher bin, daß viele unserer Taminos ebenso "ihre" verstorbenen Lieblinge in ihren Herzen weitertragen und niemals vergessen werden.
Arrestati, sei bello! - (Verweile, Augenblick, du bist so schön!)

chrissy

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  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 783

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

2

Dienstag, 23. Juli 2013, 21:20

Mein lieber Fritz

Ganz, ganz herzlichen Dank für Deinen berührenden mit Herzblut geschriebenen Bericht. Hier spürt man die echte Leidenschaft eines "Besessenen".
Mir ging Dein Bericht sehr nahe und ich habe mich darüber gefreut.
Vielleicht mögen diese Worte erklären, warum die Vergangenheit in meinem Lebensbild eine derart prägende Bedeutung erlangt hat, wobei ich mir dessen sicher bin, daß viele unserer Taminos ebenso "ihre" verstorbenen Lieblinge in ihren Herzen weitertragen und niemals vergessen werden.
Wie Du weißt, habe ich umständehalber nicht die Möglichkeit Deiner umfangreichen Erfahrungen gehabt. Aber auch ich trage so vieles aus der Vergangenheit nicht nur in meinem Gedächtnis, sondern auch unvergänglich im Herzen. Im vorigen Monat hatte ich rückschauend und erinnernd ein persönliches Besuchsjubiläum in der Berliner Staatsoper. Aus diesem Grund hatte ich mit einem damaligen Sänger, mit dem ich noch heute herzlich verbunden bin, zwei längere Telefongespräche und wir haben uns auch per Mail geschrieben. In einem für mich sehr berührenden Brief schrieb er mir u. a., Zitat:
Bewahren wir uns unsere guten Erinnerungen an schöne Opernzeiten!!!
Gut, daß uns unsere vielen schönen Erinnerungen niemand nehmen und man sie
immer wieder abrufen kann!

Ist das nicht schön zu lesen?
Herzlich grüßt Dich, mein lieber Bruder im Geiste, Dein
Christian
Jegliches hat seine Zeit...

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

Beiträge: 7 208

Registrierungsdatum: 15. April 2010

3

Dienstag, 23. Juli 2013, 21:43

Mein lieber Fritz!

Es ist schon beneidenswert daß du in der glücklichen Lage bist, mit solchen Größen der Musikszene noch Kontakt zu haben. Diese Namen zergehen einem auf der Zunge. Als ich zufällig mal erfuhr, daß Sonja Draxler am Wörther See lebt, hoffte ich seitdem immer, sie dort mal irgendwo zu treffen. Leider bis dato Fehlanzeige. Aber dies zeigt doch wieder, daß solch hervorragenden Künstler, ob sie noch leben oder schon verschieden sind, ewig unvergessen bleiben.

Herzlichst
Wolfgang
W.S.

hart

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  • »hart« ist männlich

Beiträge: 1 888

Registrierungsdatum: 7. Dezember 2009

4

Dienstag, 23. Juli 2013, 22:07

Wohin ist sie entschwunden?

Gestern gab es eine denkwürdige Veranstaltung zu Ehren der unvergessenen Lisa Della Casa

Vor einigen Wochen war ich in Gottlieben, wo Liesa Della Casa lebte. Auf dem sehr kleinen Dorffriedhof findet man ihr Grab nicht; ist Dir bekannt wo sie bestattet wurde?

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

Beiträge: 5 401

Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

5

Dienstag, 23. Juli 2013, 22:32

Grab Della Casa weiß ich leider auch nicht.
Eine - wenn nicht die wichtigste - Zielsetzung der Gottlob-Frick-Gesellschaft ist es, das Andenken an große Sängerlegenden zu erhalten. In der Händeabdruckgalerie in unserer Gedächtnisstätte in Ölbronn sind die Händeabdrücke fast aller, die erwähnt sind und darüber hinaus noch umfangreiches Bildmaterial . Ich weiß nicht, wo ähnliches noch existiert und was in dieser Richtung noch mehr getan werden kann. In der Zielsetzung sind wir also völlig übereinstimmend: "Vergesst die alten Meister nicht" - sie haben uns geprägt und sich unauslöschlich in unsere Herzen eingegraben.

Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

m.joho

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  • »m.joho« ist männlich

Beiträge: 1 206

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

6

Dienstag, 23. Juli 2013, 23:04

Ein immens schöner Titel, lieber Milletre, den Du hier kreiert hast.
Wo wäre ich, wenn ich nicht auf die Idole meiner Jugend zurückgreifen könnte: Windgassen, Varnay, Mödl, Hotter, Ligendza, Nilsson, später in der "Manneszeit" Bergonzi, Cappuccilli, Gobbi, Christoff, Kraus.... Etc. Etc,. Derartige Persönlichkeiten, die ohne adaequate Nachfolger geblieben sind, werden mich bis an mein Lebensende begleiten und bereichern!

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 19 216

Registrierungsdatum: 9. August 2004

7

Freitag, 2. August 2013, 21:36

Es ist ja Sinn von Ton und Film- bzw Videoaufnahmen die Großen der Vergangenheit für die Nachwelt zu bewahren. Und es wird IMMER Leute geben, die sich dafür interessieren - gleichgültig ob man die betreffenden Künstler noch selbst gekannt hat oder nicht. Wir erleben das am Beispiel von Enrico Caruso, Adelina Patti, Nellie Melba, Benjamino Gigli, Maria Callas und zahlreichen anderen.
Nun kommt oft der frustrierende Moment, daß Leute von der Straße oder aber auch Leute die sich selbst zum Fach zählen, einige dieser Namen nicht kennen. Das braucht uns nicht zu bedrücken, wenn ungebildete dumme Menschen ihre Dummheit zum Kultobjekt erheben und sie stolz vor sich hertragen wie ein Schutzschild - dann braucht und das nicht zu bedrücken. Sie werden allerdings stets den Beifall der Massen bekommen die intuitiv begreifen, daß sie auch dumm sind - und daß dies ab dann kein Makel mehr ist, wenn man intellektuelle oder geschmacksbildende Eliten weitgehend ausschaltet und somit einen Grundsatz der Linken und der der französischen Revolution verwirklicht: Égalité.
Und das in jeglicher Bedeutung des Wortes......
Über die Qualität heutiger Sänger und warum sie oft nicht gwürdigt wirde, bzw werden kann, demnächst in einem anderen Thread.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

MIT ARBEIT VERSAUT MAN SICH DIE GANZE FREIZEIT