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musikwanderer

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Beiträge: 4 026

Registrierungsdatum: 20. Januar 2010

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Dienstag, 13. August 2013, 15:48

WEBBER, Andrew Lloyd: THE PHANTOM OF THE OPERA

Andrew Lloyd Webber (*1948)

THE PHANTOM OF THE OPERA

(Das Phantom der Oper)
Musical in zwei Akten mit Prolog nach dem Roman „Le Fantôme de l'Opéra“ von Gaston-Louis-Alfred Leroux
Gesangstexte von Charles Hart und Richard Stilgoe - Buch: Stilgoe und Webber

Tryout des ersten Aktes im Juli 1985 in Sydmonton
Uraufführung am 9. Oktober 1986, Her Majesty's Theatre, London
Deutsche Erstaufführung am 20. Dezember 1988 im Theater an der Wien

DIE WICHTIGSTEN ROLLEN

Das Phantom
Christine Daaé, Tänzerin und Sängerin
Raoul, Vicomte de Chagny, ihr Verehrer und Mäzen der Oper
Monsieur Richard Firmin ] neue Direktoren
Monsieur Gilles André ] der Opéra populaire
Madame Firmin
Carlotta Giudicelli, Darstellerin der Elissa in „Hannibal“ und der Countess in „Il Muto“
Madame Giry, Ballettmeisterin
Meg Giry, ihre Tochter, Tänzerin
Ubaldo Piangi, Darsteller des Hannibal und des Don Juan in „Don Juan Triumphant“
Monsieur Reyer, Kapellmeister
Monsieur Lefèvre, Operndirektor im Ruhestand
Joseph Buquet, Schnürmeister
Flunky, Bühnenarbeiter

Ort und Zeit der Handlung: 1905 auf der Bühne der Pariser Oper, die gleichzeitig die Bühne der Opéra populaire im Jahre 1881 ist.


INHALTSANGABE

Prolog

Auf der Bühne der Pariser Oper findet im Jahre 1905 eine Versteigerung von Requisiten und Einrichtungsgegenständen vergangener Jahre statt. Unter den interessierten Gästen ist auch der Vicomte Raoul de Chagny, der nicht nur das Plakat von „Hannibal“, einer Oper des Komponisten Chalumeau, sondern auch eine Spieluhr erwirbt. Auf dieser Uhr tanzt ein kleines Äffchen in orientalischem Gewand und schlägt dabei die Becken aneinander. Als der Auktionator zu einem alten Kronleuchter kommt, beginnt der plötzlich, wie von einer Geisterhand bewegt, zu schwingen, zunächst langsam, dann immer schneller werdend, bis hoch hinauf an die Decke. Das Bühnenbild wird währenddessen zur „Opéra populaire“ und in das Jahr 1881 zurückverwandelt...


ERSTER AKT

Nachdem die Ouvertüre zur Oper „Hannibal“ verklungen ist, unterbricht der scheidende Direktor Lefèvre die Opernprobe und stellt dem Ensemble seine Nachfolger vor, die Herren Firmin und André. Carlotta Giudicelli, die Primadonna des Hauses, lässt es sich nicht nehmen, die neuen Direktoren mit einer Begrüßungs-Arie zu erfreuen. Sie hat ihren Vortrag kaum beendet, da fällt direkt neben ihr ein Versatzstück vom Schnürboden auf die Bühne - alle sind überzeugt, dass sich soeben das Phantom der Oper bemerkbar gemacht hat. Ganz konkret wird die bisher nur gefühlte unheimliche Bedrohung, als Madame Giry, die Ballettmeisterin, ein ihr zugespieltes Schreiben des Phantoms an das neue Direktorium vorliest: Darin wird kategorisch verlangt, dass auch das neue Leitungsgremium die Loge 5 für jede Vorstellung zu reservieren und die monatliche Bezahlung von 20.000 Franc sicher zu stellen hat - also alles so weiterzuführen, wie es der bisherige Direktor Lefèvre gehalten hat.

Das Ensemble ist wie erstarrt; dann löst sich Carlotta als erste und sagt, sie sehe sich nicht in der Lage, in der Premiere zu singen, Christine Daaé solle für sie einspringen. Tatsächlich ist Christines Debüt als Elissa in „Hannibal“ ein großer Erfolg, den Raoul mit viel Interesse wahrgenommen hat. Für ihn steht fest, dass Christine seine Jugendfreundin Little Lotte sein muss.

In der Künstlergarderobe gesteht die Sängerin ihrer Kollegin Meg gerade, dass ihr eine unheimliche innere Stimme, die sich Engel der Muse nennt, zusetzt, als Raoul eintritt, um ihr eine Einladung zu übergeben. Obwohl auch sie in ihm sofort den Jugendfreund wieder erkennt, lehnt sie die Verabredung ab. Nachdem Raoul enttäuscht gegangen ist, hört sie wieder den unheimlichen Engel der Muse, der sie daran erinnert, dass der im Sterben liegende Vater ihn zu schicken versprach, damit er ihr Gesangsunterricht gebe. Plötzlich wird im Garderobenspiegel das Phantom sichtbar; er ergreift Christines Hand und zieht sie durch den Spiegel hindurch.

Das Phantom hat sein Gesicht mit einer Maske bedeckt, besitzt aber eine verführerische Stimme, die Christine berührt. Er führt sie durch die Katakomben unter der Oper zu einem unterirdischen See, hilft ihr in ein Boot, das er zum anderen Ufer rudert, wo er sie in seine Behausung geleitet. Er betört Christine mit Orgelklängen, die in ihr Trugbilder der verschiedensten Art hervorrufen. Als sie sich in einem großen Spiegel als Braut im weißen Hochzeitskleid erblickt, fällt sie in Ohnmacht. Das Phantom legt sie auf ein an der Wand aufgestelltes Bett.

Am nächsten Tag wird sie von den Orgelklängen geweckt und es gelingt ihr, dem Phantom die Maske zu entreißen: Sie erblickt ein grässlich entstelltes Gesicht. Der Unheimliche reagiert zunächst mit einem Wutanfall, beschimpft Christine sogar und droht, dass keiner in die überirdische Welt zurückkehren könne, der sein Gesicht gesehen habe. Plötzlich aber beruhigt er sich und spricht von zärtlichen Empfindungen, zu denen er trotz seines monströsen Aussehens fähig sei. Vielleicht, weil Christine völlig verängstigt wirkt, nimmt er sie bei der Hand und bringt sie auf dem Weg, den sie gekommen sind, in die Oper zurück.

Hier erzählt gerade der Schnürmeister Buquet den aufgeregten Ballettmädchen, dass er in der Lage sei, das Phantom mit seinem magischen Punjab-Lasso auszutricksen, als ganz kurz das Phantom sichtbar wird, der Christine von der Hand lässt. Alle erstarren - aber da ist das Gesicht auch schon wieder verschwunden.

Im Direktionszimmer herrscht wegen der Forderungen des Phantoms Aufregung: Raoul hat nämlich ein Schreiben bekommen, in dem versichert wird, Christine habe nichts zu befürchten, sofern sich der Vicomte von ihr fernhalte. Gleichzeitig wird nochmals die Zahlung der Apanage angemahnt. Ein weiterer Brief wurde Carlotta zugestellt mit der Aufforderung, ihre Rolle der Gräfin an Christina abzutreten, selbst nur die stumme Rolle des Pagen anzunehmen. Die Runde beschließt, alle Forderungen des Phantoms schlicht zu ignorieren. Folglich wird die Oper „Il Muto“ von Albrizzio mit Carlotta in der Hauptrolle aufgeführt und Raoul bekommt die vom Phantom beanspruchte Loge 5.

Während der Vorstellung hallt plötzlich eine unheimliche Stimme mit einem gruseligen Lachen durch das Theater und Carlotta bringt nur noch heisere Töne hervor. Und dann wechselt plötzlich das gedämpfte Licht des riesigen Kronleuchters mehrmals von einer gleißenden Helligkeit zu völligem Erlöschen. Der Vorhang fällt und ein Mitarbeiter des Hauses tritt vor das Publikum und kündigt einen Wechsel an: Anstelle der Primadonna Carlotta wird Christine Daaé die Rolle weiter singen. Weil aber der Wechsel einige Zeit in Anspruch nehmen wird, wird eine Balletteinlage eingeschoben. Doch dazu kommt es nicht, denn der riesige Schatten des Phantoms huscht über die Bühne und Buquet stürzt tot vom Schnürboden - um seinen Hals das Punjab-Lasso. In dem nun folgenden Tumult gelingt es Raoul, mit Christine auf das Dach des Opernhauses zu fliehen. Hier gesteht er der völlig verängstigten Christine seine Liebe und sie äußert, dass sie sich bei ihm geborgen fühlt. Diese Szene hat das Phantom beobachtet und kündigt laut seine Rache an.

Nachdem sich die Panik gelegt hat, der Zuschauerraum wieder voll besetzt ist, wird die Vorstellung mit Christine in der Partie der Gräfin ohne eine weitere Störung bis zum Ende fortgesetzt. Der gewaltige Schlussapplaus scheint die unheimlichen Vorkommnisse völlig zu ignorieren, auch Christine, die glücklich den Beifall entgegennimmt, wirkt keinesfalls mehr verängstigt. Da beginnt plötzlich der schwere Kronleuchter zu schwingen und stürzt, unter einem markerschütternden Gelächter, direkt vor Christine auf den Boden...


ZWEITER AKT

Ein halbes Jahr ist vergangen und in der Oper wird ein ausgelassener Silvesterball gefeiert. Die Direktion hat den zerstörten Kronleuchter durch einen neuen ersetzt, und alle glauben, mit dem neuen Leuchter sei auch der unheimliche Spuk verschwunden; keiner denkt an diesem Abend an das Phantom. Während Raoul seiner Christine einen Verlobungsring an den Finger steckt, tritt jedoch das Phantom plötzlich mit einer Totenkopfmaske und in eine rote Robe gekleidet unter die Feiernden und wirft dem Kodirektor Monsieur André eine Opernpartitur vor die Füße: „Don Juan Triumphant“. Dann stürzt es auf Christine zu, entreißt ihr den Verlobungsring und verkündet, dass sie die Partie der Aminta aus seiner Oper nur für ihn zu singen habe - und ist so schnell, wie es kam, wieder verschwunden.

Die Ballettmeisterin, Madame Giry, erzählt Raoul von einem furchtbar entstellten Mann, den sie auf einem Rummelplatz in einem Käfig gesehen habe, und den man Eric nannte. Damals, so erinnert sie sich, wurde behauptet, dieser Mensch sei ein genialer Erfinder und Komponist gewesen, der sogar für den Schah von Persien tätig war. Irgendwann war dieser merkwürdige Mensch verschwunden, und galt dann als tot. Aber sie habe dieses Gesicht nie vergessen können, und sie behauptet, es immer wieder in der Opéra gesehen zu haben.

Die Direktoren und das Ensemble halten übereinstimmend „Don Juan Triumphant“ für unaufführbar, es traut sich aber nach den merkwürdig-unheimlichen Vorkommnissen niemand, das Machwerk abzusetzen. Es treffen nämlich immer wieder Anweisungen vom Phantom ein, weshalb Raoul anregt, auf alle Forderungen des Unheimlichen einzugehen. Der werde doch sicher bei Christines Auftritt in seiner Loge sitzen - und das sei die beste Gelegenheit, ihn gefangen zu nehmen oder zu töten. Genau davor aber warnt nicht nur Madame Giry, auch Christine ist von dem Plan, der sie als eine Art Köder einspannt, nicht angetan.

Während der angesetzten Proben verändert Ubaldo Piangi, der die Titelrolle singt, seinen musikalischen Part, um den ihm absolut unpassenden Klang zu verbessern. Als Maestro Reyer, der Kapellmeister, seinen Platz verlässt, um mit Piangi über die Änderungen zu sprechen, spielt das Klavier, wie von Geisterhänden betätigt, genau nach der Partitur des Phantoms, weiter. Alles ist zunächst wie erstarrt, aber plötzlich singen alle, Automaten gleich, akkurat in einem vollendeten Ensemblegesang nach den vorgegebenen Noten.

Ein Szenenwechsel führt zum Friedhof, wo Christine am Grab ihres Vaters verstört den Bildern der Erinnerung zu entfliehen hofft. Plötzlich steht ihr das Phantom gegenüber. Raoul, der seiner Angebeteten nachgegangen war, kann sie aus einem vermeintlichen Alptraum zurückholen und, unter lauten Verwünschungen des Phantoms, in Sicherheit bringen. Die ihnen nachklingenden wütenden Worte des Unheimlichen lässt sie beide erschauern.

Im Theater gehen die Vorbereitungen zur Aufführung des „Don Juan Triumphant“ weiter, aber auch die Bemühungen für die Falle, in die das Phantom nach Raouls Plan gehen soll: Sobald sich der Schreckliche zeigt, will man alle Türen des Hauses verriegeln, dann sollen Scharfschützen dem Phantom den Garaus machen. Aber der Unheimliche scheint genau informiert zu sein, denn er geistert durch das Haus und narrt die Leute mit ständigen „Hier-bin-ich“-Rufen, ohne sich zu zeigen.

Am Tag der Premiere geht zunächst alles glatt, und die anfängliche Nervosität weicht einer gewissen Zuversicht. Dann aber kommt die Scena ultima, in der Christine als Aminta ein Liebesduett mit Ubaldo Piangi als Don Juan hat. In dem Kostüm des Verführers steckt aber nicht Piangi, sondern das Phantom, das in Aminta/Christine sein Liebesopfer sieht. Als ihr bewußt wird, wen sie vor sich hat, versucht sie dem Phantom die Maske vom Gesicht zu reißen, doch der verhüllt mit seinem Umhang sein Gesicht, zieht Christine an sich und verschwindet mit ihr.

In den Garderobenräumen wird durch das Theaterpersonal der ermordete Ubaldo Piangi gefunden. Von Madame Giry erfährt Raoul unterdessen, wohin sich das Phantom mit Christine geflüchtet haben könnte und er lässt sich von ihr den Weg in das Labyrinth unter der Oper zeigen. Mit anderen stürmt er den beiden Verschwundenen nach. Tatsächlich ist das Phantom mit seinem Opfer bereits über den unterirdischen See zu seiner Behausung gekommen. Hier stellt er Christine das Ultimatum, seine Geliebte zu werden, andernfalls werde er Raoul mit dem Punjab-Lasso töten. Christine lässt sich aber nicht einschüchtern, ergreift die Initiative und küsst das Phantom in einer innigen Umarmung, das sich ihr gegenüber nun als Eric zu erkennen gibt. Mit einer Kerze verbrennt er die seidene Schlinge des Lassos und gibt Christine frei. Als die Verfolger schon zu hören sind, hüllt sich das Phantom in seinen Umhang und verschwindet - seine Maske zurücklassend...


INFORMATIONEN ZUM WERK

Es war der britische Autor und Theaterdirektor Ken Hill , der schon 1976 ein Musical mit dem Titel „The Phantom of the Opera“ in Szene setzte, dessen Musik u.a. von Ian Armit und Charles Gounod stammte. Im Mai 1984 gab es im Royal Theatre von London-Stratford ein Revival, das umgetextete Musik von Mozart, Donizetti, Verdi, Offenbach, Bizet, Boito, Dvořák und C. M. von Weber enthielt. Für eine weitere Aufführung im West-Ende plante Hill das Engagement der damals 23jährigen Sarah Brightman, Lloyd Webbers zweiter Ehefrau, die allerdings wegen anderweitiger Verpflichtungen absagen musste.

Lloyd Webber nahm die Anfrage zum Anlass, sich mit dem Produzenten Cameron Macintosh in Verbindung zu setzen, um die Chancen eines neuen Musicals mit diesem Stoff zu diskutieren. Zunächst war für das Libretto der damals 66jährige Alan Jay Lerner vorgesehen, der aber aus gesundheitlichen Gründen absagte, wodurch Richard Stilgoe zum Zuge kam. Für die Gesangstexte konnte Macintosh den damals 24jährigen Charles Hart gewinnen, der ihm mit einer Show über Moll Flanders aufgefallen war. Als im Sommer 1985 der 1. Akt sozusagen im Rohbau fertig war, wurde eine Aufführung während eines Festivals in der Kapelle von Sydmonton im Bühnenbild von Maria Björnson als Probelauf veranstaltet. Durch Lloyd Webbers Unzufriedenheit mit dem vorgesehenen Regisseur Trevor Nunn kam die Chance für Harold Prince, der jedoch kein Horror-, sondern ein romantisches Musical inszenieren wollte.

Lloyd Webbers puccineske Partitur ist von großer Wirkung, arbeitet mit vielseitigen Tonarten und unterschiedlichsten stilistischen Ausdrucksmitteln. So werden alle Opern, die im Handlungsverlauf auf der Bühne der Opéra erscheinen, mit charakteristischem Eigenleben versehen. Bei „Don Juan Triumphant“ lassen sich Anklänge an Britten und Strawinsky ausmachen, bei „Il Muto“ wird eine Barock-Parodie hörbar und „Hannibal“ lässt an Meyerbeer denken.

Eigentlich wäre für die Uraufführung das im Besitz der Really Useful Group befindliche Palace Theatre der ideale Aufführungsort gewesen, doch es war mit „Les Miserables“ voll ausgelastet. So kam es, nachdem zwei Millionen Pfund in Umbaumaßnahmen investiert worden waren, zur Erstaufführung in einem der ältesten Theater Londons, dem Her Majesty's Theatre, in dem etliche Opern Georg Friedrich Händels uraufgeführt worden waren. Sarah Brightman gab die Christine, der opernerfahrene Michael Crawford spielte das Phantom und der Amerikaner Steve Barton den Vicomte Raoul. Die Choreographie des Maskenballs (von Gillian Lynnes), das den zweiten Akt eröffnet, und das die riesige Treppe des Foyer im Palais Garnier nachzeichnete, erzeugte eine wunderbare Stimmung. Trotzdem waren die Kritiken überraschend negativ, wobei Lloyd Webbers „Intimfeind“ Frank Rich in der New York Times eine auffällig brüske Ablehnung schrieb. In einem aber waren sich alle einig: Die Musik klingt nach anderen Komponisten, sie hat keine eigenständigen Merkmale. Das Publikum hat sich dieser Kritik nicht angeschlossen!

Für die US-Premiere, die in der Londoner Besetzung vonstatten gehen sollte, legte sich die Gewerkschaft „Actor's Equity“ quer und verweigert Brightman die Auftrittsgenehmigung. Mit Unterstützung von Harold Prince, der die Premiere ganz absagen wollte, erzwang Lloyd Webber einen Kompromiss: Brightman wurden sechs Monate zugestanden, dafür durfte im Gegenzug die in England wenig bekannte Ann Crumb in „Aspects of Love“ in Lloyd Webbers West-End-Produktion auftreten.

Anstelle eines gesonderten Beitrags über CDs und DVDs sei hier auf den folgenden Thread verwiesen:
Das Phantom der Oper (engl. Originaltitel: The Phantom of the Opera) - Andrew Lloyd Webber


© Manfred Rückert für den Tamino-Musicalführer 2013
unter Hinzuziehung folgender Quellen:
Schotts Handbuch des Musicals von Thomas Siedhoff
Reclams Musicalführer von Axton und Zehnder
Wikipedia
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MUSIKWANDERER

Harald Kral

Erleuchteter

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Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

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Freitag, 20. Dezember 2013, 13:57

Premiere heute vor 25 Jahren

Heute vor 25 Jahren öffnete sich zum ersten Mal der Vorhang im Theater an der Wien für:


Das Phantom der Oper (The Phantom of the Opera)
Buch von Richard Stilgoe und Andrew Lloyd Webber, zusätzliche Texte von Charles Hart und Richard Stilgoe nach der Romanvorlage von Gaston Leroux.
Deutsche Fassung von Michael Kunze
Musik von Andrew Lloyd Webber
Deutschsprachige EA Wien, Theater an der Wien, 20. Dezember 1988

LG
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)