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zweiterbass

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Sonntag, 22. Dezember 2013, 01:16

Hallo,

auch eine Fuge - ab Laufzeit 14,14 - wenn auch nicht in der strengen Form, wie sie Bach geschrieben hätte.

https://www.youtube.com/watch?v=4vbvhU22uAM

Das Werk von B. Britten ist aber auch insgesamt recht hörenswert - nicht nur für "junge Spunde".

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

m-mueller

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32

Sonntag, 22. Dezember 2013, 16:50

Hallo Zweiterbass,

ich gebe Dir recht, ein schönes Stück und ein für YouTube wirklich guter Klang - die Fuge finde ich jetzt nicht so stark, aber ich mag es, wenn sie am Ende so langsam in das Anfangsthema rüberrutscht.

Außerdem fand ich das Orchester sehr harmonisch (was aber auch an der Aufnahmetechnik liegen kann), bis auf die Harfe war eigentlich alles gut durchhörbar.

m-mueller

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33

Sonntag, 22. Dezember 2013, 23:59

Als Beweis, daß auch gute Musiker nicht mal so nebenbei eine Fuge schreiben können, sollen zwei Beispiele von Berlioz herhalten, die ich für besonders ungelungen halte.

http://www.youtube.com/watch?v=1zROLxzhQ48

http://www.youtube.com/watch?v=f-hltOHt9uQ

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34

Montag, 23. Dezember 2013, 00:16

Erheblich besser ist eine Fuge des Organisten Johann Christoph Kellner (1736 -1803), die nicht nur einfach technisch zusammengestümpert ist, sondern auch eine ansprechende Melodie hat:

http://www.youtube.com/watch?v=XVD-ljGC3Po

Eine CD mit dieser Musik habe ich nicht erkennen können.

m-mueller

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35

Montag, 23. Dezember 2013, 21:32

eine Fuge aus einer Ecke, mit der man gar nicht gerechnet hätte:

Verdi, Falstaff, Finale

http://www.youtube.com/watch?v=49oAEKQsdgc

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Donnerstag, 26. Dezember 2013, 23:03

weitere Orgelfugen:

6 kleine Fugen nach dem Stil von Händel

anscheinend nicht von Händel selbst:

der Interpret scheibt im einführenden Text:
The Six Little Fugues are found in the collected works of G. F. Handel edited by the Handel scholar Friedrich Chrysander. Chrysander believed the fugues to be of Viennese origin and of a time later than the Handelian era. Nevertheless, he included them in the collection. The fugues are composed in a manner imitative of the Handel style. The little fugues are played by David Christensen on a Moller organ.


http://www.youtube.com/watch?v=xWMVo0UB82w


Die Fugen sind nicht wirklich gut - ich kann auch nicht so sehr eine Imitation des Stils Händels heraushören.

Aber vielleicht erbarmt sich ja hier ein Kenner....

zweiterbass

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Freitag, 27. Dezember 2013, 23:43

Verdi, Falstaff, Finale

Hallo m-mueller,

sicher bin ich mir, dass die Fuge bei 0.17 beginnt; ohne Noten meine ich , dass die "Fuge" bei 0.38 endet, also nur die Einsätze fugenartig (nicht kanonartig) sind, denn was dann kommt, ist keine Fuge mehr, wenn auch die Einsätze von 0.17 - 0.38 wiederholt werden. Aber der Schluss von Falstaff ist für Verdi schon ungewöhnlich - ist ja auch sein Spätwerk.

Viele Grüße
zweiterbass
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zweiterbass

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Samstag, 28. Dezember 2013, 00:07

6 kleine Fugen nach dem Stil von Händel

Hallo m-mueller,

"...nach dem Stil von Händel..." ist eine Beschreibung des Interpreten, also nicht von Händel - und vom Herausgeber?

Es sind keine Fugen, nur die Einsätze erfolgen in der Quinte, dann bleiben die Stückchen oft 2-stimmig - und eine Fuge nach dem Verständnis von Bach ist mindestens 4-stimmig ("wenn ich mich nicht sehr täusche").

Viele Grüße
zweiterbass
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Samstag, 28. Dezember 2013, 10:27

Es gibt viele dreistimmige Bach-Fugen (darunter mein Lieblingstück aus der Kunst der Fuge, Contrapunctus 8), die nicht weniger anspruchsvoll sind als die vierstimmigen und vermutlich auch einige zweistimmige (da fällt mir allerdings spontan nur eine ein: e-moll aus WTK I).
Mehr als vier Stimmen sind eher selten; es gibt ein paar fünfstimmige im WTK (cis-moll aus Band I, glaube ich), dann entsprechende Chorfugen in der h-moll-Messe, in der viele Chöre fünfstimmig sind (das Credo ist theoretisch sogar siebenstimmig mit zwei Violinen zu den fünf Chorstimmen) und das schon erwähnte 6-stimmige Ricercar aus dem Musikalischen Opfer.

Ich habe mir die "im Stile von" nicht angehört, aber ich vermute, dass rein "technisch" Zweistimmigkeit völlig ausreichend für eine korrekte Fuge ist.

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40

Samstag, 28. Dezember 2013, 12:17

Tatsächlich sind die meisten Fugen im WTK 3-stimmig! Vierstimmige gibt es relativ wenige, wie z.B gleich die C-Dur aus dem ersten Teil, die so "simpel" klingt, aber ein richtiger Hammer ist, so wie die berüchtigte in a-Moll.

zweiterbass

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Samstag, 28. Dezember 2013, 18:52

"Asche auf mein Haupt"

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Montag, 30. Dezember 2013, 19:23

6 kleine Fugen nach dem Stil von Händel

Hallo m-mueller,

"...nach dem Stil von Händel..." ist eine Beschreibung des Interpreten, also nicht von Händel - und vom Herausgeber?

Soweit ich das jetzt verstanden habe, hat der Händel-Schüler Chrysander, der eine Gesamtausgabe der Händelschen Werke herausgebracht hat, die Fugen mit aufgenommen (HwV 605 - 610), weil er sie als Imitationen der Kompositionsweise Händels betrachtete. Chrysander selbst glaubte anscheinend, die Fugen seien nach der Händel-Zeit in Wien entstanden.

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43

Montag, 30. Dezember 2013, 19:28

Verdi, Falstaff, Finale

Hallo m-mueller,

sicher bin ich mir, dass die Fuge bei 0.17 beginnt; ohne Noten meine ich , dass die "Fuge" bei 0.38 endet, also nur die Einsätze fugenartig (nicht kanonartig) sind, denn was dann kommt, ist keine Fuge mehr, wenn auch die Einsätze von 0.17 - 0.38 wiederholt werden.

Du hast natürlich Recht, eine richtige Fuge ist es nicht - aber ich fand´s dann auch ungewöhnlich für Verdi.

Felix Meritis

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44

Montag, 30. Dezember 2013, 23:45

Du hast natürlich Recht, eine richtige Fuge ist es nicht - aber ich fand´s dann auch ungewöhnlich für Verdi.

Man sollte den alten Verdi nicht unterschätzen - das war schon ein Könner. Das Finale seines e-Moll Streichquartetts enthält auch eine Fuge:

http://www.youtube.com/watch?v=RuhqBk5wTwI

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45

Dienstag, 31. Dezember 2013, 00:10

Hallo,

danke für Deinen Hinweis.

Es wurde zuvor auch nur von der Fuge im "Falstaff" gesprochen.

Ohne Noten greifbar zu haben orientiert sich die von Dir eingestellte Fuge m .E. etwas frei am überlieferten Fugenschema, was ich nicht als Kritik meine.

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46

Dienstag, 31. Dezember 2013, 00:15

Ohne Noten greifbar zu haben orientiert sich die von Dir eingestellte Fuge m .E. etwas frei am überlieferten Fugenschema, was ich nicht als Kritik meine.

Ja, das höre ich auch so. Es handelt sich wohl eher um fugierte Einsätze. Trotzdem ist der Satz als "Fuga" gekennzeichnet. Insgesamt handelt es sich wohl um eine höfliche Verbeugung gegenüber der deutschen Tradition.

m-mueller

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47

Donnerstag, 2. Januar 2014, 12:42

Robert Schumann, der eine ganze Reihe von Fugen geschrieben hat, die allerdings meist für Orgel bestimmt sind, hat auch 4 Klavierfugen (op. 72) geschrieben, die ich sehr ansprechend finde.

Hier eine Aufnahme mit Sviatoslav Richter aus den 80ern

http://www.youtube.com/watch?v=f63A-_TzR8Y

Ganz interessant auch eine Einspielung von Demus, der vor allem bei der zweiten Fuge m.E. den "flow" nicht so hinkriegt wie Richter
http://www.youtube.com/watch?v=TJAhqxKSlpc


Auf Tonträger habe ich die Stücke im Rahmen einer (sehr preiswerten) Gesamtaufnahme der Solo-Klaviermusik gefunden



die aber sehr gut zu sein scheint (zumindest bezüglich der Fugen)

http://www.youtube.com/watch?v=PtL0VzL18…xZwubTYwQR2ML1t

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48

Donnerstag, 2. Januar 2014, 13:03

Von Schumanns oben angesprochenen Orgelfugen dürften die 6 Fugen über B A C H (op. 60) am bekanntesten sein.

Fugen 1 und 2
http://www.youtube.com/watch?v=d4wjlVm5jsw

Fugen 3 und 4
http://www.youtube.com/watch?v=3dUi0x1Pfgo

Fugen 5 und 6
http://www.youtube.com/watch?v=EucmgFo7UJs

von Mario Hospach-Martini an der Orgel von St. Thomas, NY - btw sehr interessante Kirche, neben den Wolkenkratzern der 5th Av. in New York sieht sie sehr klein und zerbrechlich aus - wenn man reingeht, erscheint sie gar nicht mehr als so klein.

Auf Tonträger zu erhalten vom selben Organisten, allerdings auf einer anderen Orgel



Auf der CD sind auch die Kanons op. 56 enthalten, deren ganz wunderbare 1. Fuge (Kanon) ich schon bei den "Beste Fugen" angesprochen habe (Version Debussy für 2 Klaviere).

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49

Donnerstag, 2. Januar 2014, 13:27

ganz interessant vielleicht, die Fugen Robert Schumanns mit denen (op. 16) seiner Frau Clara zu vergleichen. Juan Carlos Rey Tolosa spielt.

http://www.youtube.com/watch?v=cB_3Q6514YE, ab 1:38

http://www.youtube.com/watch?v=qIgQnOqMo1A, ab 1:52

http://www.youtube.com/watch?v=l2ONgmyf_wI, ab 1:44

Die Fugen erscheinen mir als noch stärker an Bach angelehnt als die ihres Mannes.


Die Stücke sind auf dieser ebenfalls preiswerten GA der Klavierwerke Clara Schumanns enthalten.


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50

Donnerstag, 2. Januar 2014, 17:24

Eine Fuge (G-Dur, D24) von Franz Schubert, die nicht sonderlich an barocke Werke erinnert, aber trotzdem gut ist, kann man hier hören:

Maxim Yoshimura spielt.

http://www.youtube.com/watch?v=vMymtar0H8U

Zu D24 gehören noch 2 weitere Fugen (C-Dur und d-moll), für die ich aber jetzt gerade keine Klangbeispiele finde.

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51

Donnerstag, 2. Januar 2014, 17:34

Diese hier (Schubert, e-moll, D952, op. 152) fängt relativ barock an, bleibt es aber nicht.

http://www.youtube.com/watch?v=I0m6bD48w10

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Donnerstag, 2. Januar 2014, 18:27

Schubert soll ja noch wenige Wochen vor seinem Tod, Kontrapunktunterricht bei Simon Sechter verabredet haben. Lt. Wikipedia habe Sechter (der fast 80 Jahre alt wurde) 6000 (sechstausend) Fugen komponiert, viele Jahre lang mindeststens eine pro Tag... naja, einen Platz im Parnass hat es ihm nicht unbedingt eingetragen.

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Donnerstag, 2. Januar 2014, 18:46

Lieber Johannes, ich dachte schon, 6000 Fugen, WAS für ein Steinbruch, was kann man da alles rausholen - und wollte Dich schon drücken...

Du kommst aber drumrum, ein Beitrag in wikisource macht klar, worauf dieses ungeheure Mißverhältnis der weltmeisterlichen Anzahl von Fugen zum einen und der völligen medialen Stille zum anderen beruht:

Zitat

1850 erhielt er die Stelle eines Professors der Compositionslehre am Wiener Conservatorium, die er bis zu seinem Tode inne hatte. S. war ein ungemein fleißiger und bescheidener Mann. Eigentliches Compositionstalent hatte er nicht. Seine zahlreichen Werke entspringen alle der musikalischen Reflexion, nicht der Empfindung. Daher sind sie längst verschollen. Ihm war das Mechanische der Kunst die Hauptsache. In seinen letzten Jahren hatte er sich die Aufgabe gestellt, täglich eine Fuge zu schreiben. Die Themen dazu erfand er meist auf eine wunderliche, fast kindische Art, indem er irgend einen beliebigen Satz, einem Gespräche oder einer Lectüre entnommen, nothdürftig in Musik setzte. Daß diese Fugen noch steifer wurden, als ihre Themen, ist selbstverständlich.

Da ich bei Amazon und jpc auch nichts gefunden habe (außer Schriften zur Kompositionslehre), besteht der Steinbruch also doch nur aus losem Geröll - Schade, ich hatte schon gedacht, es sei schon wieder Weihnachten...

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54

Donnerstag, 2. Januar 2014, 23:00

Fallen wir mal über Mendelssohn her:

er hat 6 größere Präludien und Fugen geschrieben (op. 35), hier die erste in e-moll, ziemlich gewaltig

http://www.youtube.com/watch?v=bTlY9elUSNo

hier sind alle 6 in der Fassung für Orgel (vom Organisten auf die Orgel angepaßt) auf Tonträger erhältlich



zusätzlich gibt es noch drei Präludien und Fugen op. 37 - und das auf SACD

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55

Freitag, 3. Januar 2014, 10:47

Zitat
1850 erhielt er die Stelle eines Professors der Compositionslehre am Wiener Conservatorium, die er bis zu seinem Tode inne hatte. S. war ein ungemein fleißiger und bescheidener Mann. Eigentliches Compositionstalent hatte er nicht. Seine zahlreichen Werke entspringen alle der musikalischen Reflexion, nicht der Empfindung. Daher sind sie längst verschollen. Ihm war das Mechanische der Kunst die Hauptsache. In seinen letzten Jahren hatte er sich die Aufgabe gestellt, täglich eine Fuge zu schreiben. Die Themen dazu erfand er meist auf eine wunderliche, fast kindische Art, indem er irgend einen beliebigen Satz, einem Gespräche oder einer Lectüre entnommen, nothdürftig in Musik setzte. Daß diese Fugen noch steifer wurden, als ihre Themen, ist selbstverständlich.

er hat ja auch hunderte anderer Werke, sogar Opern komponiert. Ich kann das ja überhaupt nicht beurteilen und erwarte auch keine verborgenen Schätze. Aber so ganz klar ist mir nicht, wie ein solch extremes Missverhältnis von "technischer" Kompositionskunst und Fleiß einerseits und vollständiger musikalischer Bedeutungslosigkeit andererseits zustande kommen kann. Man müsste doch eigentlich vermuten, dass bei 6000 ein paar interessante Werke herauskommen. Fraglich ist vermutlich auch, ob die irgendjemand jemals gesichtet hat.

Anton(in) Reicha, der u.a. auch als Kompositionslehrer tätig war, hat, vielleicht als Echo des WTK eine Sammlung von 36 Fugen komponiert, die komplett eingespielt worden sind. (Kenne ich bisher auch nicht, aber man kann probehören)


tuonela

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Freitag, 3. Januar 2014, 11:18

Sehr schön ist auch die Fuge im 3. Satz von Bartóks 3. Klavierkonzert:
https://www.youtube.com/watch?v=ZQzqaAHM6UI
Eine gelungene Aufnahme, finde ich.
"Waaaas, noch lauter?" - "Nein, ein wenig lauter."

Felix Meritis

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Freitag, 3. Januar 2014, 14:14

Mendelssohn hat natürlich zahllose Fugen geschrieben, vor allem/auch in seiner Jugendzeit. Teilweise sehr schön sind seine 12 Streicherfugen aus 1821, wovon ich hier eine im Netz gefunden habe:

http://www.youtube.com/watch?v=zRpUhTowBVM

In seinem op. 81 (ein posthum zusammengestelltes Konvolut) findet sich noch eine Fuge, die er mit 18 schrieb:

http://www.youtube.com/watch?v=uqnOBUcvEL0

m-mueller

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Freitag, 3. Januar 2014, 20:36

Hallo Felix,

selbstverständlich hat Mendelssohn als "Wiederentdecker" Bachs mehr als die von mir dargestellten Fugen geschrieben, da fehlt wohl in meinem Satz das "z.B.".

Nurmalso: bei der Streicherfuge von 1821, die Du verlinkt hast: kommt es Dir nicht auch manchmal so vor, als seien die Instrumente nicht richtig gestimmt oder die Interpreten griffen nicht immer ganz den richtigen Ton? Ich habe jedenfalls den Eindruck, daß ab und zu mal haarscharf was danebengeht.

Und die Fuge aus Op.81 erscheint mir nur wenig fugig...

Felix Meritis

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59

Freitag, 3. Januar 2014, 22:17

selbstverständlich hat Mendelssohn als "Wiederentdecker" Bachs mehr als die von mir dargestellten Fugen geschrieben, da fehlt wohl in meinem Satz das "z.B.".

Keine Sorge, war nicht als Kritik gemeint ;) .

Nurmalso: bei der Streicherfuge von 1821, die Du verlinkt hast: kommt es Dir nicht auch manchmal so vor, als seien die Instrumente nicht richtig gestimmt oder die Interpreten griffen nicht immer ganz den richtigen Ton? Ich habe jedenfalls den Eindruck, daß ab und zu mal haarscharf was danebengeht.

Ja, die Herrschaften spielen ziemlich falsch, allerdings ist der dumpfe Klang hier noch ein weiteres Problem. Trotzdem gefällt mir die Fuge mit ihrem Drive richtig gut.

Und die Fuge aus Op.81 erscheint mir nur wenig fugig...

Wirklich? Natürlich gibt es auch weniger dichte Stellen, aber in meinen Ohren ist das eine richtige Doppelfugen mit Zusammenführung der beiden Themen etc.. Ich finde das Stück wesentlich "fugiger" als die berühmte e-Moll Fuge aus op. 35. Da gibt es so viele Zwischenspiele, das ich schon zögere, dass als Fuge zu sehen. Bei aller Mendelssohnbegeisterung konnte ich mit diesem Stück noch nie so viel anfangen - irgendwie überladen das ganze. Zwei waschechte Klavierfugen gibt es noch in den Sieben Charakterstücken op. 7, wobei die erste händelianisch flott, die andere aber wieder zu überladen ist.

m-mueller

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60

Freitag, 3. Januar 2014, 22:56

die e-moll aus 35 gefällt mir ausgesprochen gut, allerdings eher in der Klavierversion denn als Orgelstück. Hat Qualität genug, um für Auto-Zusammenstellungen herzuhalten. Dann wird hinterm Lenker richtig abgerockt.

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