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BigBerlinBear

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31

Samstag, 7. Januar 2006, 13:28

Zitat

Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn Anh. 159


Hallo Thomas, es gibt auch noch Quellen, die diese Motette als von J.Michael, (Seb. Schwiegervater) UND J.Chr. Bach (Onkel) zuschreiben.
Nr. 1 halte ich für eher unwahrscheinlich, da Michael Bachs überlieferte Motetten nach einem eher einfachen Muster ablaufen, an J. Christoph jedoch könnte, allein aufgrund der Expressivität und der ausgeprägten Chromatik durchus etwas sein !
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

petemonova

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32

Montag, 31. Juli 2006, 23:57

Hallo,

rein aus Interesse habe ich am Wochenende eine Aufnahme mit den Motetten gekauft. Ich habe gar nicht gezielt gesucht, es war für mich die einzig interessante CD in einer ziemlich kleinen Klassikabteilung eines bekannten Elektronikmarktes, der übrigens nach einem Planeten benannt ist. ;)



Die Aufnahme ist mit dem Thomanerchor Leipzig und dem Gewandhausorchester Leipzig. Der 1973 in Frankfurt verstorbene Thomaskantor Kurt Thomas leitete die ganze Angelegenheit. Die Aufnahme ist aus den Jahren 1958 und 1959.
Die Qualität ist dementsprechend, es hört sich ziemlich verwaschen an.
Ob die Thomaner den Motetten immer gewachsen sind, möchte ich beinahe bezweifeln, ich will mich da aber auch nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen, da das meine erste Einspielung der Motetten ist.

Die Aufnahme wird dazu dienen, mich mit den Werken bekannt zu machen, für weitere interpretatorische und klangliche Glanzlichter werde ich wohl nach anderen Einspielungen greifen müssen. Zumal ein Knabenchor auch keine wirkliche Offenbarung ist... :no:


Gruß, Peter.
Musik zu hören ist zweifellos eine der extravagantesten Arten, sein Geld auszugeben.
- Mauricio Kagel

BigBerlinBear

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33

Dienstag, 1. August 2006, 09:42

Hallo Peter,

gerade bei DIESEN Werken halte ich es für ungünstig, sich die erste, beste CD zu krallen und selbst die 6 Euro, oder was immer du dafür gelöhnt hast, wären für zwei gute Hefeweizen im Biergarten besser angelegt gewesen ! :rolleyes:
Gerade dieser Thread hier hätte dir bestmögliche Empfehlungen geben können.
Vielleicht gelingt es doch eines Tages, einem (möglicherweise) englischen Knabenchor eine ultimative Einspielung dieser Motetten zu publizieren, dnen immerhin sind sie ja für ein solches geschrieben worden.
Bis (möglicherweise) dieses "Wunder" geschieht, tröste ich mich mit Jacobs,Gardiner usw. LG :pfeif:
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Alviano

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34

Montag, 14. August 2006, 20:59

RE: Bachs Motetten

Hallo SMOB,

ich mach´s ganz kurz: leg Dir die Aufnahme der Motetten mit "Cantus Cölln" unter Konrad Junghänel zu. Die ist für mich zum Niederknien schön. Was dieses solistisch besetzte Ensemble kann, ist enorm - sowohl was die Homogenität und Präzision angeht, aber auch, was die Ausdruckstiefe angeht.

Gruss
Alles was ist, endet

musicophil

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35

Montag, 14. August 2006, 21:46

Hallo petemonova :D

Vielleicht solltest Du mal in der Bachedition von Brilliant schauen. Da ist sehr viel von Knabenchor Elburg gesungen, und dieses Chor ist englisch geschult.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

petemonova

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36

Montag, 14. August 2006, 21:49

Hallo musicophil, :P

nein, die Zweitaufnahme der Bach-Motetten, die irgendwann folgen sollte, wird sicher ohne Knabenchor auskommen müssen.
Trotzdem danke für den Hinweis!

:hello:


Gruß, Peter.
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- Mauricio Kagel

musicophil

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37

Montag, 14. August 2006, 21:51

:hahahaha:
Wirklich schöne Musik rührt

Oolong

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38

Mittwoch, 16. August 2006, 16:39

Hallo Peter,
Auch wenn ich nun wirklich die sächsische Knabenchortradition in Ehren halte, sind für mich viele der Aufnahmen unter Kurt Thomas nicht mehr konkurrenzfähig- mit Verlaub auch die Motetten!! Ich finde sie fürchterlich statisch und blutarm. Aber Du hörst sie ja vielleicht ganz anders...

Meine Alternativempfehlung ist Rene Jacobs:



Engelsmusik mit ein bißchen zu wenig Erdenschwere geadelt!!

Aber das schrieb ich, glaub ich, schon mal ähnlich... :pfeif:

Gruß
Stefan
Psalmen sprechen und Tee trinken kann niemals schaden!

Gentilhombre

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39

Samstag, 9. September 2006, 00:15

Hallo Taminos,

Zitat

Original von BigBerlinBear
gerade bei DIESEN Werken halte ich es für ungünstig, sich die erste, beste CD zu krallen und selbst die 6 Euro, oder was immer du dafür gelöhnt hast, wären für zwei gute Hefeweizen im Biergarten besser angelegt gewesen ! :rolleyes:
Gerade dieser Thread hier hätte dir bestmögliche Empfehlungen geben können.
Vielleicht gelingt es doch eines Tages, einem (möglicherweise) englischen Knabenchor eine ultimative Einspielung dieser Motetten zu publizieren, dnen immerhin sind sie ja für ein solches geschrieben worden.
Bis (möglicherweise) dieses "Wunder" geschieht, tröste ich mich mit Jacobs,Gardiner usw. LG :pfeif:


irgendwie habe ich das Gefühl, daß es mir ähnlich wie Peter ergangen ist. Ich habe mir diese Einspielung mit Reinhard Kammler und dem Kammerchor der Augsburger Domsingknaben zugelegt:



Nach dem Kauf habe ich sie mir einmal angehört und das war's dann. Irgendwie hat es mich nicht gepackt. Vielleicht hätte ich vorher wirklich genauer prüfen sollen. Seltsamerweise gibt es bei Amazon sogar zwei Kundenrezensionen, die voll des Lobes sind - es könnte also auch an mir liegen... :wacky: ?(
Jedenfalls hab ich das Thema Bach-Motetten erst mal auf die lange Bank geschoben.

Grüße,
Gentilhombre
"Das ist zeitgenössische klassische Musik. Dann unterstelle ich, daß da kein intellektueller Zugang..."
Miroslaw Lem, Tenor

wolfgadamo

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40

Montag, 20. November 2006, 08:23

Lieber Tamianer!

Die Bachschen Motetten sind für mich eine Welt für sich und heben sich vorteilhaft von den Kantaten ab. Ich habe sie in 3-4 Aufnahmen und kann in ihrer Doppelchörigkeit selbst fast zum Schweben kommen. An 'Jesu meine Freude' ist mir immer die theologische Klarheit und Argumentationsstrenge aufgefallen. Das ist fast eine kleine musikalische Dogmatik-, oder leichter genommen: ein persönliches Glaubensbekenntis.


Gruß


Wolfgang
Magnificat anima mea

BigBerlinBear

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41

Montag, 20. November 2006, 08:35

Zitat

Die Bachschen Motetten sind für mich eine Welt für sich und heben sich vorteilhaft von den Kantaten ab


Diese Formulierung halte ich, gelinde gesagt, für wenig geglückt, denn sie wird weder den Motetten Bachs noch seinen Kantaten gerecht, weil BEIDE unterschiedliches wollen und letztlich auch erreichen.
Der "ewige", wenig fruchtende Vergleich zwischen Äpfel und Birnen bietet sich hier geradezu zwanghaft an, deren wichtigste Gemeinsamkeit ist, daß beide auf Bäumen wachsen, aber dmait hat es sich dann auch schon ! :no:
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

42

Montag, 20. November 2006, 08:54

Hallo BBB,

ich kann mich dem nur anschließen.

Bachs Kantaten und die wenigen Motetten sind zu ganz unterschiedlichen Anlässen entstanden. Handelt es sich bei den Kantaten doch um Sonntag für Sonntag aufzuführende "Gebrauchsmusik" (man verzeihe mir diesen Ausdruck, denn Bachs Musik ist mehr :] ) wogegen seine Motetten doch für spezielle Anlässe (i.d.R. Trauerfeierlichkeiten) geschrieben wurden.

Beides lässt sich wirklich nicht vergleichen und es gibt speziell in Bachs Kantatenschaffen so unzählig viele schöne Werke :]

Gruß Bernhard

wolfgadamo

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43

Montag, 20. November 2006, 10:35

Lieber BBB, r1100s!

Guten Morgen!

Nach dem Joggen finde ich gleich Eure beiden Antworten vor. Eure Beiträge aktivieren mich richtig neu, da ich eigentlich erwartet habe, mal weg von Entstehungsfakten zu neuen Einschätzungen zu kommen. ! Kantaten in bezug zu Motteten. Das wäre heute mein morgenliches Thema. Natürlich weiß ich, dass und wie sich die Motteten von den Kantaten abheben. Ich sehe auch die Zwänge, denen Bach bei seinen wöchentlichen Kantaten-Produktionen ausgesetzt war. Darum empfinde ich beim Hören mancher Kantaten eine gewisse 'Angebundenheit', bzw.auch Erdenschwere, die durch eine Leichtigkeit in den Motetten (Singet, Komm, Jesu komm, Geist, Lobet, Fürchte, nicht aber Jesu meine Freude) aufgehoben wird. Ich will in meinem Gespräch mal weg von Bach s schlechten Leipziger Arbeitsbedingungen , die ich nachlesen kann und mal fragen, ob der s Hörer gerade in den Motteten besondere transzenentale Erfahrungen machen kann. Ein geschaffter arbeitender Mensch kommt nach 8 Stunden von der Arbeit und legt sich eine doppelchörige Motette von Bach auf. Er entspannt sich und sieht innerlich neue Dimensionen für sein Sein.

Gruß

Wolfgang
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44

Samstag, 28. April 2007, 15:04

Hallo zusammen,

Täusche ich mich, oder gibt es die Jacobs-Aufnahme der Motetten nur noch als SACD?! Jedenfalls finde ich im Internet keine andere, aber glauben kann ich das dann irgendwie doch nicht.

Viele Grüße!

bachiana

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45

Dienstag, 29. April 2008, 21:39

Lange habe ich nach einer Aufnahme der Bach-Motetten gesucht, die mich zufriedenstellte, aber keine wollte mir so recht schmecken. Ich hatte einen sehr persönlichen Test entwickelt, bei dem leider viele vermeintliche Favoriten durchfielen: Bei dem Anfang von "Singet dem Herrn alle Welt" muss bei mir so richtig Freude aufkommen. Zu oft schien mir gerade dieser Anfang ausschließlich von sängerischer Perfektion beherrscht, der Affekt kam zumindest mir meist zu kurz. Andere Aufnahmen wiederum, die in dieser Hinsicht punkteten, waren meinen von modernen Ensembles in technischer Hinsicht verwöhnten Ohren wiederum nicht gut genug. Vom chorischen Standpunkt sind diese Werke schließlich nicht "ohne".

Letzten Herbst nun habe ich *meine* Aufnahme der Motetten gefunden:



Sie ist bestimmt genauso viel oder wenig perfekt wie die anderen hier genannten Einspielungen, aber von einem wunderbar harmonischen Solistenensemble getragen, von profunder Musikalität durchdrungen, trifft Julian Podger das Wesen dieser Motetten für mich auf den Punkt. :jubel:

Einzig und allein im "Der Geist hilft der Schwachheit auf" fehlt mir an manchen Tagen mancherorts der lange Atem. Ansonsten eine wunderbare Interpretation, die ich jedem ans Herz legen möchte.

Ein caveat: Die Basso continuo ist mit einer Orgel und einem Kontrabass gewollt sehr schlicht gehalten. Möglicherweise nicht ganz historisch richtig, gefällt mir diese Entscheidung aber doch recht gut, weil sie die Konzentration voll auf die Stimmführung lenkt.

Julian Podger war übrigens auch bei Parrotts Einspielung von "Jesu meine Freude" und "Komm Jesu Komm" (zusammen mit der Trauerode) mit von der Partie, die ich außerordentlich schätze, auch wenn mir Parrott nicht immer gefällt, und die mich sehr bedauern läßt, dass Parrott nicht die kompletten Motetten eingespielt hat (oder ist mir da was entgangen?).
Leider ist auch die erwähnte CD zur Zeit nicht mehr lieferbar, was jammerschade ist. Ich konnte sie zu dem Spottpreis von 6,99 erstehen. Hoffentlich wird sie bald wieder aufgelegt.

Viele Grüße

Kerstin

miguel54

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46

Mittwoch, 30. April 2008, 01:19

Zitat

Original von Benjamin_Müller
Täusche ich mich, oder gibt es die Jacobs-Aufnahme der Motetten nur noch als SACD?! Jedenfalls finde ich im Internet keine andere, aber glauben kann ich das dann irgendwie doch nicht.


Wenn ja, dann ist es nicht schlimm, da es sich um eine sog. Hybrid-SACD handelt, die auch auf CD-Spielern läuft. Laut einer kurzen Besprechung auf SA-CD.net ist der Unterschied zwischen beiden Layers marginal.

BigBerlinBear

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47

Mittwoch, 30. April 2008, 07:24

bachiana:

Zitat

Sie ist bestimmt genauso viel oder wenig perfekt wie die anderen hier genannten Einspielungen


Hallo Kerstin, das von Dir als "wunderbar harmonisch" empfundene Solistenensemble ist mir in den Frauenstimmen für diese Musik ZU vibratoreich; das ansonsten gut verständliche Deutsch der Formation
leidet unter phonetischen Verfärbungen, die mit einem guten Sprachcoach sicher vermeindbar gewesen wären. Neu ist die Idee, alle Motetten mit einer Choralzeile einzuleiten, na gut, warum nicht. In der "Leipziger Gottesdienstordung" gibt es allerdings keinen Hinweis darauf, daß dergleichen angewendet wurde. Bei den eher dramatisch intendierten Passagen stören mich die "Ausbrüche" Einzelner auf Kosten des Chorklanges.
Mein Fazit: Eine gute, aber keine Aufnahme, die Referenzcharakter verdient, zumal diese Werke erfreulicherweise in vielen Einspielungen vorliegen, die zum Vergleichen geradezu "herausfordern" !
Erste Wahl in Sachen "Bach-Motetten" bleiben für mich nach wei vor Gardiner,Jacobs und Kuijken (2. Aufnahme aus 2005)
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

bachiana

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48

Mittwoch, 30. April 2008, 07:48

Guten Morgen, lieber BigBerlinBear!

Tja, das mit dem Vibrato, das wird wohl bis ans Ende der Zeiten eine Frage bleiben, über die man sich eben streiten kann oder auch nicht (wie der einzelne das mit Geschmacksfragen eben so hält). Meine Position ist da ganz pragmatisch: entweder ich mag's oder ich mags nicht. Wichtig ist für mich vor allem der Klang der individuellen Stimme. Da mag jemand noch so wunderbare Technik haben, wenn die Stimme mir nicht passt, dann ist es für mich zum Davonlaufen. Unfair, aber so ist das Leben meistens. Hier ist es für mich auf jeden Fall ganz klar: Die Stimmen gefallen mir sehr gut, sie berühren mich einfach emotional. Der nächste mag das wieder anders sehen, da bin ich nicht böse.

Zur Referenz wollte ich die Aufnahme auch gar nicht hochstilisieren; ich wollte nur drauf hinweisen, dass mich die sogenannten Referenzen leider oft kalt gelassen haben und ich ehrlich gesagt der Meinung bin, dass es hier gar keine Referenz gibt.

Was die Sprache betrifft: Ich hab's bis jetzt an keiner Stelle störend gefunden. Ich hab mich aber auch schon oft gefragt, ob ich dadurch, dass ich soviele englische Ensembles gehört (und ganz wunderbar gefunden) habe, nicht eine gewisse Toleranz gegenüber einem leichten (englischen) Akzent entwickelt habe, gerade bei Bach'scher Musik. Schon möglich. Aber auch hier zählt für mich persönlich nur: Mich stört's nicht. :)

NB: Ich kann mich nämlich erinnern, auf der Bach-Cantatas-Seite böse Kommentare von Definitiv-Nicht-Deutsch-Muttersprachlern zur schlechten deutschen Aussprache von irgendwelchen Sängern gelesen zu haben, wo ich mir persönlich gedacht habe, hmmm, also ich kann da nix schlechtes dran finden. Da hab ich mich schon ein bisschen gewundert. Kann mich aber nicht mehr erinnern, welche Aufnahme das betroffen hat. Vielleicht kann ich als Bayer auch nicht wirklich mitreden, was die deutsche Aussprache betrifft... :stumm:

Was die Ausgewogenheit der Stimmen betrifft, habe ich vielleicht ein auch eher ungewöhnliches Ideal. Ich bevorzuge es, wenn man die individuellen Charakteristika der einzelnen Stimmen hören kann, solange nicht einzelne unangenehm herausragen. Aufnahmen, die ich sehr liebe, sind beispielsweise McCreeshs Matthäuspassion und die Bach-Messen mit dem Purcell-Quartett. Wer die nicht mag, sollte sowieso gleich die Finger von dieser hier lassen.

Ich danke Dir für Deine Meinung; ich wäre nicht froh, wenn jemand aufgrund meiner Meinung die Aufnahme kauft, und dann nicht glücklich damit ist. Ihr aber vielleicht mal im Laden ein Ohr zu leihen, dafür plädiere ich immer noch leidenschaftlich!

miguel54

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49

Mittwoch, 30. April 2008, 14:58

Gibt es denn überhaupt noch weitere solistisch besetzte Aufnahmen der Motetten außer der von:

Cantus Cölln

und der Teilaufnahme von Andrew Parrott?

Ist Sigiswald Kuijkens neue Aufnahme solistisch besetzt?

Danke!

BigBerlinBear

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50

Mittwoch, 30. April 2008, 16:20

Hallo Miguel, die Kuijken-Aufnahme aus 2005 IST solistisch besetzt, hör och einfach mal kurz in die Schnippsel hier rein:

Bach-Motetten
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

sagitt

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51

Mittwoch, 30. April 2008, 16:31

Hallig

Sagitt meint.

Soweit ich die Aufnahme von Podger kenne, finde ich sie, jedenfalls mit meinem Equipment ( Kopfhörer Stax) ziemlich .

Was die Aussprache angeht, ist , den Beckmesser zu spielen, immer etwas fragwürdig, aber konstatieren möchte ich, dass der Akzent schon in der ersten Minute hörbar ist.

Auch mein Favorit Gardiner , Erato 1980, ist davon nicht frei.
Der Klang ist bei Gardiner viel homogener.

Ich mag die Motetten als geistliche Musik, da ist homogener Klang kein Schade.

miguel54

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52

Mittwoch, 30. April 2008, 23:19

Zitat

Original von BigBerlinBear
Hallo Miguel, die Kuijken-Aufnahme aus 2005 IST solistisch besetzt, hör doch einfach mal kurz in die Schnippsel hier rein:

Bach-Motetten


Vielen Dank, hatte ich gehofft! Ist schon auf der Wunschliste ... :yes:

Bernhard

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53

Donnerstag, 1. Mai 2008, 08:47

Guten Tag

Zitat

Original von BigBerlinBear

Hallo Kerstin, das von Dir als "wunderbar harmonisch" empfundene Solistenensemble ist mir in den Frauenstimmen für diese Musik ZU vibratoreich; das ansonsten gut verständliche Deutsch der Formation
leidet unter phonetischen Verfärbungen, die mit einem guten Sprachcoach sicher vermeindbar gewesen wären.


Habe mir die Aufnahme gestern nochmals angehört, kann da nicht widersprechen, wenn man aber schon Bachkantaten live von amerikanischen Chören gesungen gehört hat :D


Zitat

Neu ist die Idee, alle Motetten mit einer Choralzeile einzuleiten, na gut, warum nicht. In der "Leipziger Gottesdienstordung" gibt es allerdings keinen Hinweis darauf, daß dergleichen angewendet wurde.


Lockert aber die Aufnahme -samt den mit eingespielten Orgelwerken auf der Hildenbrandtorgel zu Naunburg- auf, und "einfache" Choräle werden selten eingespielt.


Zitat

Mein Fazit: Eine gute, aber keine Aufnahme, die Referenzcharakter verdient, zumal diese Werke erfreulicherweise in vielen Einspielungen vorliegen, die zum Vergleichen geradezu "herausfordern" !
Erste Wahl in Sachen "Bach-Motetten" bleiben für mich nach wei vor Gardiner,Jacobs und Kuijken (2. Aufnahme aus 2005)


Die Kuijkenaufnahme behalte ich mal im Hinterkopf :yes:
Bisher habe ich nur die erwähnte Aufnahme mit dem Trinitry Baroque und die Aufnahme von Harnoncourt mit dem Bachchor Stockholm.

Gruß :hello:

aus dedr Kurpfalz

Bernhard

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54

Donnerstag, 1. Mai 2008, 15:31

Dann möchte ich hier auch meine Lieblingseinspielungen nennen.

Mein Favorit ist die bereits mehrfach erwähnte Einspielung mit dem Cantus Cölln (rec. 1997), die hier auch endlich einmal abgebildet werden soll:



Desweiteren schätze ich noch die Einspielungen unter Herreweghe (rec. 1985), besonders wegen seiner Musikalität und unter Bernius (rec.1989) besonders wegen der handwerklichen (chorischen) Perfektion.



Meine Lieblinbgs-Motette ist wahrscheinlich "singet dem Herrn" dicht gefolgt von "Komm, Jesu komm", aber am Ende ist es schwierig eine hervorzuheben. Ich höre allerdings ungern alle in einem Konzert, für mich eine Überfluss an Höhepunkten.

Zitat

Original von miguel54
Gibt es denn überhaupt noch weitere solistisch besetzte Aufnahmen der Motetten außer der von:

Cantus Cölln

und der Teilaufnahme von Andrew Parrott?

Ist Sigiswald Kuijkens neue Aufnahme solistisch besetzt?

Danke!



Wobei ja eine bei einer Reihe von Einspielungen zum Teil solistisch gesungen wird, dies gilt besonders für die Motette "Jesu meine Freude, welche z.B. von Herreweghe komplett solistische besetzt worden ist.
Hören, hören und nochmals hören: sich vertraut machen, lieben, schätzen.
Keine Gefahr der Langeweile, im Gegensatz zu dem, was viele glauben, sondern vielmehr Seelenfrieden.
Das ist mein bescheidener Rat. (S. Richter, 1978)

wolfgadamo

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55

Mittwoch, 9. Juli 2008, 21:48

Liebe Taminer!

Jetzt habe ich aus unserer Herforder Stadtbücherei die Motetten mit Frieder Bernius ausgeliehen.
Die Aufnahme kommt mir unheimlich gestaltet vor-, d.h., es sind sehr viele Motive herausgearbeitet, die ich in anderen Aufnahmen so nicht wahrgenommen habe. Gerade seelsorgerliche Aspekte, wie 'Trost', 'Gewißheit', 'Hoffnung' kommen zum Sprechen.

Das kann richtig süchtig machen, wenn Musik auch heilende und aufbauende Kräfte hat.

Gruß

Adamo
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Donnerstag, 10. Juli 2008, 06:37

Bach-Bernius

Frieder Bernius zählt ganz sicher zu den "intelligenten" Chormusik-Gestaltern, die bei Ihrer Interpretation nicht nur ihr "Ohrenmerk" auf den Klang richten, sondern bemüht sind, bei wortgezeugter Musik dieses auch vermitteln zu wollen. Was mich an seiner Einspielung stört, sind die Größe und das Volumen des Chores, die so Bachs Absichten wohl kaum entsprochen haben, aber dies ist, wie so vieles andre auch "reine Glaubenssache" !
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sagitt

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Donnerstag, 10. Juli 2008, 06:59

Die alte...

Sagitt meint:

Ich finde, wenn nicht solistisch besetzt,immer noch die alte Aufnahme von Gardiner - 1980-hervorragend.
Es ist ein Chor- aber es wird so schlank gesungen. Bis in die letzten Triller hinein durchgeformt, für Engländer erstaunlich akzentrei ( bis auf einzelne Ausnahmen, ihr aber seid nicht fleischlich, muss für die ein ziemlicher Zungenbrecher sein)

BigBerlinBear

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58

Donnerstag, 10. Juli 2008, 08:35

Hallo Sagitt,

Gardiners 1. Konzert in Berlin 1979, ich berichtete hier an anderer Stelle schon, war für mich eine Offenbarung, sowohl Chorklang wie auch Gestaltung der Werke betreffend, aber so richtig der "große Chor" war es nicht, denn ausser bei "Singet dem Herrn" und "Jesu meine Freude" wurden die andren Motetten in etwa "halbierter" Besetzung dargeboten; bei den Doppelchörigen Werken war, was ich als ungemein wohltuend empfand, der 2. Chor lediglich ein Quartett. Krönender Abschluss des konzertes damals war D. Scarlattis "Stabat Mater a 10" das
mich als Hörer fassungslos zurücklies, hatte ich doch dergleichen vom Komponisten netter Cembalo-Miniaturen nicht erwartet...
Nach über 30 Jahren würde mich Gardiners heutige Auffassung der Motetten sehr interessieren.
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Chorknabe

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59

Mittwoch, 5. November 2008, 16:04

Zitat

Original von tom
Bislang sind nur Einspielungen der Motetten - auch von mir - mit Instrumentalbegleitung vorgestellt worden. Hinweisen möchte ich auf eine Variante der Aufführungstradition dieser Werkgruppe, wonach die Motetten a capella vorgetragen werden. Dies stellt sich historisch betrachtet überhaupt nicht als abwegig dar, da Belege dafür, daß die Motetten nach Bachs Auffassung nur mit Instrumentalbegleitung vorgetragen werden sollen, nach meiner Kenntnis nicht existieren. Insoweit stellt es vielleicht nur eine Anpassung an neuzeitliche Hörgewohnheiten dar, wenn der Motettengesang fast immer instrumental begleitet wird. Freilich setzt a capella-Gesang voraus, daß der Chor qualitativ hochwertig ist, denn Defizite/Schwächen im gesanglichen Bereich können dann natürlich durch das Fehlen der Instrumentalbegleitung nicht mehr ausgeglichen werden. Angesichts der Vielzahl hochwertiger Gesangensembles finde ich es schon ein wenig erstaunlich und auch schade, daß hinsichtlich der Motetten der a capella-Gesang so wenig gepflegt wird.


Diesen Punkt möchte ich noch einmal aufgreifen.

In meiner Praxis als Chorsänger und Chorkonzert-Besucher habe ich nahezu immer eine Afführung der Bachschen Motetten a capella erlebt. Dies mag vielleicht auch künstlerische, aber meist eher aufführungspraktische Hintergründe haben. Meist sind eine oder mehrere Bach-Motetten in in Chorkonzert mit rein geistlichem oder geistlich-weltlichem Programm eingebunden, dabei werden meist Werke aus verschiedenen Epochen aufgeführt. Motetten aus der Renaisance oder der Romantik benötigen keine Begleitung. Es wäre also eine Begleitung nur für die Baqchschen Motetten nötig, und ist den meisten Chören wohl zu aufwändig.

Ein weiterer Aspekt scheint mir auch wichtig:
Die Bach'schen Motetten wie Singet dem Herrn oder Komm, Jesu komm sind in höchstem Maße virtuose und anspruchsvolle Chorwerke. Ein Chor, welcher die Fähigkeiten besitzt diese Musik a capella zu bewältigen möchte diese Fähigkeiten auch dem Publikum präsentieren. Damit mag die geistliche Musik ein wenig zu einer Technikdemonstration verkommen, aber letztlich findet das nahezu immer statt, wenn Künstler Werke aufführen und interpretieren.

Was mich letztlich wundert, ist, dass die Konzertpraxis und der CD-Markt derart auseinanderklaffen. Meines Wissens nach gibt es keine neuzeitliche Gesamteinspielung der Motetten OHNE Begleitung. ?(

Liebe Grüße, der Thomas. :hello:

Rosenkavalier

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Mittwoch, 5. November 2008, 17:05

Zitat

Original von Chorknabe

In meiner Praxis als Chorsänger und Chorkonzert-Besucher habe ich nahezu immer eine Afführung der Bachschen Motetten a capella erlebt.


Das kann ich aus meiner Praxis heraus auch nur bestätigen. Ich habe auch Aufführungen mit Begleitung mitgesungen, muss aber sagen, dass mir die a capella Version als Sängerin lieber ist.
Sicherlich hat das ganze die von Chorknabe angeführten aufführungstechnischne Aspekte - und gute Instrumentalisten müssen ja auch bezahlt werden ;).

Nicht unterstreichen kann ich die Aussage (sofern sie überhaupt so gemeint ist), dass die Aufführung dieser Werke a capella schwerer zu bewältigen ist als mit Instrumentalbegleitung. Im Gegenteil - je mehr Akteure, desto wichtiger ist das Aufeinander Hören und die Präzision. "Mal eben so drüber singen" geht bei aber ja Bach eh nicht :pfeif:

LG
Rosenkavalier
Ich glaube, dass es in jedem Sänger einen einzigen, reinen und kleinen Ton gibt, welcher der wahre Ton der Stimme ist, und was immer man tut und wie man seine Stimme auf diesem Ton aufbaut, man muss zu ihm zurück kehren können, sonst ist es aus.
Agnes Baltsa