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William B.A.

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61

Mittwoch, 11. Juni 2014, 01:56

Nach dem turbulenten Pfingstwochenende mit vier Auftritten in 24 Stunden möchte ich jetzt doch noch das Volkslied der Woche einstelln. Heut solles dies sein:

Wem Gott will rechte Gunst erweisen

Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
Den schickt er in die weite Welt,
Dem will er seine Wunder weisen
In Berg und Wald und Strom und Feld

Die Trägen die zu Hause liegen,
Erquicket nicht das Morgenrot,
Sie wissen nur von Kinderwiegen,
Von Sorgen, Last und Not um Brot.

Die Bächlein von den Bergen springen,
Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,
Was soll ich nicht mit ihnen singen
Aus voller Kehl und frischer Brust?

Den lieben Gott laß ich nun walten,
Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld
Und Erd und Himmel will erhalten,
Hat auch mein Sach aufs best bestellt.

Text: Josef Freiherr von Eichendorff (1822)
Melodie: Friderich Theodor Fröhlich (1833)

Auf dieser CD ist es zu finden:



Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Bachiania

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62

Mittwoch, 11. Juni 2014, 02:42

Lieber Willi, ein wunderbarer Text und ein wunderbares Lied ! Erlaube mir, hier ohne weiteren Kommentar ein Bild zu posten, das ich sofort im Sinn hatte, als ich deinen Beitrag las. Ich habe es letzten Sommer im Hartelsgraben in den Ennstaler Alpen auf einer meiner Touren fotografiert:



Viele Grüße von einer, die die Welt liebt !

Bachiania
Man sagt, wenn die Engel für Gott spielen, so spielen sie Bach, füreinander aber spielen sie Mozart.
(Sir Isaiah Berlin)

William B.A.

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63

Mittwoch, 11. Juni 2014, 03:02

Liebe Bachiania,

in einer Nacht, in der ich mal wieder nicht in den Schlaf komme, erwidere ich deinen Gruß. Da ich immer noch nicht weiß, wie man ein Bild postet, kann ich mich in dieser Hinsicht nicht revanchieren, sonst hätte ich mich mit einem wunderbaren Foto von einem Wasserfall revanchiert, den ich vor drei Jahren in der Türkei fotografiert habe.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

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64

Montag, 16. Juni 2014, 15:56

Da zur Zeit, die Nächte für uns Fußballfans eher nicht still und ruhig sind, möchte ich heute ein Lied vorstellen, das seit vielen Jahren zu meinen Lieblingsliedern gehört und, wie könnte es anders sein, zu den göttlichen Eingebungen von Franz Schubert gehört. Es drückt aus, wie schön und wie still die Nacht in der Fußball-WM-freien Zeit sein kann.
Der Text stammt von Friedrich Adolf Krummacher (1767-1845), der wie ich aus dem Münsterland stammt und im schönen Tecklenburg im Teutoburger Wald stammt. Tecklenburg ist auch bekannt durch seine Freilichtbühne.
Das Lied heißt

Die Nacht

Wie schön bist du,
freundliche Stille himmlische Ruh.
Sehet, wie die klaren Sterne,
wandeln in des Himmels Auen
und auf uns herniederschauen,
schweigend, schweigend aus der blauen Ferne.

Wie schön bist du,
freundliche Stille himmlische Ruh.
Schweigend naht des Lenzes Milde,
sich der Erde weichem Schosse,
kränzt den Silberquell mit Moose
und mit Blumen die Gefilde,
und mit Blumen die Gefilde.

Text: Friedrich Adolf Krummacher (1767-1845)
Musik: Franz Schubert (D.983 Nr. 4)

Es ist auf dieser schönen Doppel-CD enthalten, auf der Aufnahmen von drei der besten deutschen Männerchöre, dem Männerchor "Carl Maria von Weber", Berlin sowie den Männerchören des Berliner Rundfunkchores und des Leipziger Rundfunkchores enthalten sind:


Liebe Grüße

Willi :rolleyes:
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65

Dienstag, 1. Juli 2014, 15:21

Heute möchte ich ein Lied vorstellen, das von Vertrauen und Musstrauen spricht und kein glückliches Ende bereit hat:

Dort drunten im Tale

Dort drunten im Tale
läufts Wasser so trüb,
und i kann dirs nit hehle
i han di so lieb.

Sprichst allweil von Lieb,
sprichst allweil von Treu,
und e bissele Falschheit
is auch wohl dabei.

Und wenn i dirs zehnmal sag,
daß ich di lieb,
und du geist mir kein Antwort,
so wird mirs ganz trüb.

Für die Zeit wo du mir geliebt hast,
da dank i dir schön,
und i wünsch daß dirs anderswo
besser mag gehn.

Verfasser unbekannt, mündlich überliefert aus Schwaben (vor 1832)

Das Lied ist in dieser schönen Box enthalten, in der der Rundfunk-Jugendchor Wernigerode, der Mädchenchor Wernigerode und der studiochor Berlin vertreten sind:



Liebe Grüße

Willi :)
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Bachiania

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Mittwoch, 2. Juli 2014, 17:20

Lieber Willi, danke dass du dich so sehr um diesen Thread kümmerst ! Ich finde, unverbrämte Volksmusik ist etwas besonders Reines und Schönes. Wenn ich mal Zeit habe ( :D ) würde ich gerne ein paar Lieder aus unserer österreichischen Heimat posten. Ich habe vor langer Zeit einmal für das Steirische Volksliedwerk gearbeitet; dort lagern hunderte schöne alte Lieder, für jedermann gratis auszuheben und in Kopie zu erhalten. Eine großartige Institution !
Man sagt, wenn die Engel für Gott spielen, so spielen sie Bach, füreinander aber spielen sie Mozart.
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William B.A.

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67

Mittwoch, 2. Juli 2014, 19:50

Liebe Bachiania,
lass erst mal die Festspiele auf dich zu und an dir vorbeirauschen, und dann freu ich mich schon auf deine östereichischen Volkslieder, von denen ich sicherlich das eine oder andere kennen werde, zum Beispiel das, was wir seit einigen Tagen jeden Tag ein wenig eher singen können, obwohl wir es erst um Weihnachten tun: "Es wird schon glei dumpa". Ich liebe dieses Lied seit vielen Jahren, seit ich es um 1980, als ich im Paznauntal zum Skifahren weilte, zu Weihnachten mitgesungen habe.

Liebe Grüße

Willi :rolleyes:
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68

Sonntag, 13. Juli 2014, 14:42

Trotz der Fußball-WM habe ich heute mal wieder an meinen Thread gedacht und möcht heute dieses schöne Lied vorstellen, dessen Text von Paul Heyse (1830-1914) stammt und das Johannes Brahms vermutlich 1874 komponiert hat. Es entstammt seinem op. 62 und steht an Nr. 3 der SIEBEN LIEDER für gemischten Chor:


Waldesnacht

Waldesnacht, du wunderkühle
dich ich tausendmale grüss´!
Nach dem lauten Weltgewühle
o wie ist dein Rauschen süss!
Träumerisch die müden Glieder
berg´ ich weich ins Moos,
und mir ist´s als würd´ ich wieder
all der irren Qualen los.

Fernes Flötenlied, vertöne
das ein weites Sehnen rührt,
die Gedanken in die schöne
ach, missgönnte Ferne führt!
Lass die Waldesnacht mich wiegen
stillen jede Pein!
Und ein seliges Genügen
saug ich mit den Düften ein.

In den heimlich trauten Kreisen
wird dir wohl, du wildes Herz,
und ein Friede schwebt mit leisen
Flügelschlägen niederwärts.
Singet, holde Vögellieder
mich in Schlummer sacht!
Irre Qualen, löst euch wieder
wildes Herz, nun gute Nacht!

Hier wird es vom Windsbacher Knabenchor gesungen:


Liebe Grüße

Willi :)
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69

Montag, 21. Juli 2014, 01:40

Ich will mit menem heutigen Liedvorschlag mal über den Tellerrand hinausblicken und ein Lied posten, das ich vor vielen Jahren einmal selbst in einer Soloversion in einer Silberhochzeitsmesse vorgetragen habe.
Den Text hat Gerhard Versteegen im Jahr 1750 unter dem Titel "Abensegen gedichtet.
Im Jahr 1822 hat der ukrainische Komponist Dmytro Bortnjansky daraus das weltberühmte Lied mit dem deutschen Titel "Ich bete an die Macht der Liebe" komponiert.
Mir selbst ist dieses Lied in den 60er Jahren in einem Konzert der Original Don Kosaken unter der Leitung von Sergei Jaroff in der Halle Münsterland in Münster begegnet und hat mich sofort gefesselt. Ich möchte es deshalb auch in dieser Version posten, zumal es sicher in der Ukraine und darüber hinaus heute als echtes Volkslied gelten dürfte.

Ich bete an die Macht der Liebe


Ich bete an die Macht der Liebe,
die sich in Jesus offenbart,
ich geb' mich hin dem freien Triebe,
wodurch ich Wurm geliebet wart.
Ich will, anstatt an mich zu denken,
ins Meer der Liebe mich versenken.

Text: Gerhard Tersteeegen, 1750,
Melodie: Dmytro Bortnjansky, 1822


Liebe Grüße

Willi :)
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Bachiania

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70

Sonntag, 27. Juli 2014, 05:36

Hallo ihr Lieben! Heute bin ich der "frühe Vogel", der den Wurm fängt, bevor ihn ein anderer sieht ;) denn gerade geht am Sonntag Morgen die Sonne auf.
Heute schicke ich euch eines meiner Lieblings-Liebeslieder aus meiner österreichischen Heimat. Genauer gesagt: aus Kärnten. Man sagt den Kärntnern nach, alle könnten gut singen. Und es ist etwas Wahres daran. Kaum in einer Region Österreichs wird so viel gesungen und kaum ein Gebiet hat so schöne Volkslieder hervorgebracht.

Also hier ist

I HÅB DI GERN

1.
I hab di gern so viel als i vermag,
bei finsterer Nacht grad so als wie bei Tag.
Denn schau, i man du worst mei größter Sponn,
mir hätt′s jo gor nit lad geton.


Ich hab dich gern, so viel als ich vermag,
bei finsterer Nacht genau so wie bei Tag.
Denn sieh, du warst mein liebstes Gespann (=Partner),
es täte mir nie leid.

2.
I nahmat di am liebsten in mei Haus
und moch aus dir mei herzigs Weiberl draus.
I druckat dir den Mund voll Busserln an,
mir hätt′s jo gor nit lad geton.


Ich nähme dich am liebsten in mein Haus,
und macht' aus dir meine entzückende Frau.
Ich drückte dir den Mund voller Küsse,
es täte mir nie leid.

3.
Nur du allan bist in mein Herzlan drin,
die ganze Welt leg i vor deiner hin.
I holat dir vom Himmel jeden Stern,
i hob di gern, jo gor so gern.


Nur du allein bist in meinem Herzlein drin,
die ganze Welt leg' ich vor dich hin.
Ich holte dir vom Himmel jeden Stern,
ich hab dich gern, ja gar so gern.




Herzliche Grüße

Bachiania
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Sonntag, 27. Juli 2014, 08:14

Den Text hat Gerhard Versteegen im Jahr 1750 unter dem Titel "Abensegen gedichtet.
Lieber Willi, ich möchte nur einen Tippfehler korrigieren: Der Liederdichter heißt Gerhard Tersteegen.
Owohl schon seit 40 Jahren in Mülhein an der Ruhr wohnend, habe ich noch immer nicht sein Wohn- und Sterbehaus auf dem Kirchenhügel besucht. Schande über mich, der ich seine pietitistischen Lieder zwar nicht grundsätzlich, viele aber gerne lese.

:hello:
.

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William B.A.

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Dienstag, 12. August 2014, 14:32

Hab ich doch am Sonntag wieer das Volsklieder der Woche vergessen und möchte dies heute nachholen. Heute handelt es sich um ein sehr altes Lied:

Es dunkelt schon in der Heide

Es dunkelt schon in der Heide
Nach Hause laßt uns gehn.
Wir haben das Korn geschnitten
Mit unserm blanken Schwert.

Ich hörte die Sichel rauschen,
Sie rauschte durch das Korn;
Ich hört' mein Feinslieb klagen,
Sie hätt' ihr Lieb verlor'n.

Hast du dein Lieb verloren,
So hab' ich noch das mein´
So wollen wir beide mit'nander
Uns winden ein Kränzelein.

Ein Kränzelein von Rosen,
Ein Sträußelein von Klee.
Zu Frankfurt auf der Brücke,
Da liegt ein tiefer Schnee.

Der Schnee, der ist zerschmolzen,
Das Wasser läuft dahin;
Kommst du mir aus den Augen,
Kommst mir aus meinem Sinn.

In meines Vaters Garten,
Da stehn zwei Bäumelein;
Das eine, das trägt Muskaten
Das andere Braunnägelein.

Muskaten, die sind süße,
Braunnägelein sind schön;
Wir beide müssen uns scheiden,
Ja scheiden, das tut weh.

Der Text erscheint inhaltlich schon 1478 in der "Rostocker Liederhandschrift" und kommt vielfach mündlich aus der Gegend von Potsdam, der Uckermark, aus Schlesien, Hessen, Franken, Sachsen. Auch die Melodie kommt aus der Gegend um Potsdam, Mecklenburg, Brandenburg etc. Die Kanzlerin wird das Lied sicher kennen.

Auf dieser CD wird es in einer sehr schönen Fassung von den Regensburger Domspatzen gesungen.

Liebe Grüße

Willi :D
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Dreamhunter

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Dienstag, 12. August 2014, 15:44

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Interprtationen von "Zupfgeigenhansel" in diesen Thread passen - ich persönlich liebe diese Musik sehr und habe die drei CDs von ihnen schon seit vielen Jahren. Der für mich schönste und ergreifende Text is dieser -

Ein stolzes Schiff streicht einsam durch die Wellen
und führt uns unsre deutschen Brüder fort.
Die Fahne weht, die weißen Segel schwellen,
Amerika ist ihr Bestimmungsort.
Seht auf dem Verdeck sie stehen,
sich noch einmal umzudrehen,
ins Vaterland, ins heimatliche Grün,
seht, wie sie übers große Weltmeer ziehn.

Sie ziehn dahin auf blauen Meereswogen.
Warum verlassen sie ihr Heimatland?
Man hat sie um ihr Leben schwer betrogen,
die Armut trieb sie aus dem Vaterland.
Schauet auf, ihr Unterdrücker,
schauet auf, ihr Volksbetrüger!
Seht eure besten Arbeitskräfte fliehn,
seht, wie sie übers große Weltmeer ziehn.

Sie ziehn dahin, wer wagt sie noch zu fragen:
Warum verlassen sie ihr Heimatland?
O armes Deutschland, wie kannst du es ertragen,
daß deine Brüder werden so verbannt.
Was sie hofften, hier zu gründen,
suchen sie dort drüben zu finden;
drum ziehen sie vom deutschen Boden ab
und finden in Amerika ihr Grab.

Nachzuhören auf http://www.youtube.com/watch?v=ZEtS38Fk8LY
Hear Me Roar!

William B.A.

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Sonntag, 17. August 2014, 15:45

Heute möchte ich ein Lied vorstellen, das mir, angeregt durch den Thread "Quellen der Freude der Taminos", einfiel. Es kommt aus Schwaben aus der Zeit um 1800. Mehr kann ich über die Herkunft von Text und Melodie nicht sagen. In dem o. a. Thread geht es momentan um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und da möchte ich annehmen, dass dieses Lied sich inhaltlich im Hier und Jetzt abspielt:

Hopsa Schwabenliesel

Hopsa, Schwabenliesel,
dreh dich um und tanz a bissel!
Hopsa, Schwabenliesel,
dreh dich um und tanz!
Hopsa, Lieselgretel,
dreh dich um, tanz nach der Fiedel!
Hopsa, Lieselgretel,
lupf den Fuß und tanz!

In dieser schon mehrfach erwähnten Box ist es zu finden:


Liebe Grüße

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75

Dienstag, 30. September 2014, 16:39

Wohlauf in Gottes schöne Welt

Nach meinem Urlaub möchte ich auch den Volksliederthread wieder aufnehmen. heute möchte ich das Lied "Wohlauf in Gottes schöne Welt" vorstellen. Der Text stammt aus dem Jahre 1828 und ist von Julius von Rodenberg (Julius Levy).
Der Komponist der Melodie ist unbekannt. Sie stammt aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts aus der Mark Brandenburg.
Das Lied ist in dieser schönen Sammlung enthalten, auf CD 1 "Wanderlieder und Lieder zur Jahreszeit":


Wohlauf in Gottes schöne Welt

Wohlauf in Gottes schöne Welt
lebewohl ade! (ade ade ade)
Die Luft ist blau und grün das Feld
lebewohl ade! (ade ade)
Die Berge glühn wie Edelstein
Ich wandere mit dem Sonnenschein
Tralala - (ade ade ade)
in´s weite Land hinein.

An meinem Wege fließt der Bach,
lebewohl ade!
Der ruft den letzten Gruß mir nach,
lebewohl ade!
Ach Gott da wird so eigen mir
So milde weh'n die Lüfte hier
Tralala. . . als wär's ein Gruß von Dir.

Ein Gruß von dir, du schönes Kind,
lebewohl ade!
Doch nun den Berg hinab geschwind,
lebewohl ade!
Wer wandern will, der darf nicht stehen,
Der darf niemals nach hinten sehen,
Tralala. . . muß immer weiter gehn.

Du traute Stadt am Bergeshang,
lebewohl ade!
Du hoher Turm du Glockenklang,
lebewohl ade!
Ihr Häuser alle wohlbekannt
Noch einmal wink’ ich mit der Hand
Tralala. . . und nun seitab gewandt.

Liebe Grüße

Willi :)
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Sonntag, 12. Oktober 2014, 23:08

Heute möchte ich ein nicht so bekanntes Lied vorstellen, das aber gleichwohl sehr schön ist:

Sie gleicht wohl einem Rosenstock

Sie gleicht wohl einem Rosenstock
drum liegt sie mir am Herzen
Sie trägt auch einen roten Rock
kann züchtig freundlich scherzen.
Sie blühet wie ein Röselein
die Wänglein wie das Mündelein
Liebst du mich, so wie ich dich
Röslein auf der Heiden

Das Röslein, das mir werden muß
Röslein auf der Heiden
Das hat mir treten auf den Fuß
Und g´schah mir doch nicht leide
Sie liebet mich im Herzen wohl
In Ehren ich sie lieben soll
Liebst du mich, so wie ich dich
Röslein auf der Heiden

Beut her mir deinen roten Mund
Röslein auf der Heiden
Ein Kuss gib mir aus Herzensgrund
So steht mein Herz in Freuden
Behüt dich Gott zu jeder Zeit
All Stund und wie es sich begeit
Liebst du mich, so wie ich dich
Röslein auf der Heiden

Wer ist's der uns dies Liedlein sang
Röslein auf der Heiden
Das hat getan ein junger Knecht
Als er von ihr wollt scheiden
Zu tausend hundert guter Nacht
Hat er das Liedlein wohl gemacht
Liebst du mich, so wie ich dich
Röslein auf der Heiden

Der Text stammt von Paul von der Aelst: Liederbuch um 1602.
Die Musik ist anonym aus "Geistliche Lieder" 1545, siehe Goethes Lied vom Röslein auf der Heiden;

Das Lied ist auf dieser CD enthalten und wird von den Hallenser Madrigalisten gesungen:


Liebe Grüße

Willi :)
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