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Alfred_Schmidt

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1

Mittwoch, 18. August 2004, 10:45

Sinfoniker aus dem kühlen Norden

Dieser Thread ist den Komponisten aus dem skandinavischen Raum gewidmet. Ich gebe zu, das ist für mich, von ein paar Ausnahmen abgesehen, eher terra incognita. (Ich hab grad nachgeschaut. Sooo schlimm ist es auch wieder nicht :) , eine gewisse Distanz meinerseits ist jedoch tatsächlich vorhanden)
Vielleicht wäre es eine gute Idee hier vereinzelt CDs mit interessanten Werke dieses Genre hier vorzustellen, wobei wir nicht zu tief gehen wollen, weil wir ja anschließend Treads über einzelne Komponisten machen könnten, wenn Interesse dafür vorhanden ist. Also eher die "Reisser" vorstellen, die Gusto auf mehr machen sollen, als Ausgrabungen zu Recht vergessener :)

Bin gespannt ob da was kommt.

Gruß aus Wien
Alfred



Ps: Ansonst werde ich heute vorwiegend CDs hören, etwas daß ich in letzter Zeit zuwenig mache, und diese Nacht will ich dann meinen Beitrag zu Beethovens 3. schreiben...

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BigBerlinBear

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2

Mittwoch, 18. August 2004, 10:47

hm, sollte man das vielleicht nicht doch ein wenig eingrenzen ? Von Svendsen bis Nörgard isses wirklich ein weites Feld. Stell dir einen Thread vor "Deutsche Komponisten" von Heinrich Finck bis Wolfgang Rihm vor ! Wo anfangen, was einbeziehen und was ausgrenzen ??
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

Alfred_Schmidt

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3

Mittwoch, 18. August 2004, 10:49

@BigBerlinBear

Ist sicher richtig was Du schreibst.
Ich sehe ja diesen Thread als eine Art Trailer, von dem aus dann spezifischere Threads abgeleitet werden sollen.

Werde aber in Zukunft etwas präziser texten :)

Gruß Alfred

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Finglas

unregistriert

4

Mittwoch, 18. August 2004, 10:52

Hallo,

ein interessantes Thema. Ich habe mich gleich mal zu meinem CD-Regal aufgemacht, um zu sehen, was dort in dieser Kategorie steht. Grieg lasse ich mal bewusst aussen vor, aber eine andere interessante Aufnahme habe ich gefunden, die ich schon lange nicht mehr gehört habe: Ture Rangström (1884-1947), Sinfonie Nr. 2. Leider habe ich nur eine Abbildung zur kompletten Einspielung aller Sinfonien gefunden:



Als Komponist war Rangström (Schwede übrigens) praktisch Autodidakt, vieles hat er sich mehr oder weniger selbst beigebracht. Von Seiten der Kritik sind ihm häufiger mangelnde Kenntnisse in Harmonielehre und Kontrapunkt vorgeworfen worden, sein Wollen würde sein Können übersteigen. Seine Kompositionsweise könnte man vielleicht eher als poetisch beschreiben, mehr gefühlsbetont als strengen Formen verhaftet. Er selbst sagte: "Vielleicht wurde mein Interesse an der Musik tatsächlich durch die Poesie geweckt, denn es war das Wort, das glühende Wort des Dichters, das meinen unablässigen Wunsch zu komponieren, zuerst entstehen liess." Von seinen Kollegen wurde er dann auch mitunter als "Sturm-und-Drang-Ström" verspottet. Übler wollenden Kritiker bezeichneten seine Sinfonie Nr. 2 auch mal als "antiquierten romantischen Müll".

Neben fast 300 Liedern hat er auch einige Orchesterwerke geschrieben, darunter 4 Sinfonien. Als ich auf den Komponisten stieß, war gerade nur die Aufnahme der 2. verfügbar, ich werde aber jetzt mal sehen, dass ich (angestossen durch den Thread) mal die Sammlung komplettiere. Die 2. Sinfonie trägt den Titel "Mein Land", ist seinem Heimatland SChweden gewidmet und quasi Ausdruck seiner Empfindungen gegenüber dem weiten nordischen Land. Insofern - und auch mit Hinblick auf weiter oben Erwähntes - würde ich die Musik auch eher als emotionalen denn als intellektuellen Genuß beschreiben. Auf jeden Fall aber hörenswert. Erschienen ist die CD bei CPO, eingespielt wurde sie vom Norrköpping Symphony Orchestra (einem sehr jungen Orchester) unter Michail Jurowski.


Viele Grüße
Marcus

PS: Da fällt mir noch ein: Sibelius hielt große Stücke auf ihn

Uwe

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5

Mittwoch, 18. August 2004, 10:56

Hallo Alfred,

hier fällt mir sofort der Name Allan Pettersson ein, der sich und dem Leben 16 Sinfonien abgerungen hat. Oft sperrige, groß angelegte, oft einsätzige Stücke, die dem Orchester und dem Hörer einiges abverlangen, aber hochinteressant sind. Hier ist cpo zu danken, die mal wieder Pionierarbeit geleistet haben.




Gruß
Uwe

6

Mittwoch, 18. August 2004, 10:59

Moin!

Ich möchte euch Wilhelm Peterson-Berger (1867-1942) empfehlen.
Er war in Schweden zu Lebzeiten vor allem als Musik-Kritiker der Dagens Nyheter bekannt, hat aber auch selbst einige schöne Stücke komponiert. Mir persönlich gefällt besonders die Orchester-Version von Frösöblomster, eigentlich eine Klavier-Sammlung, die meine Verlobte mitgebracht hat. (Discographische Angabe: Swedish Society Discofil SCD 1109 Prophone Records AB)

Alfred_Schmidt

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7

Mittwoch, 18. August 2004, 11:00

Hallo folky und Gruppe,

Peterson-Berger war nicht nur Kritiker, sondern nebenbei bemerkt ein besonders scharfzüngiger, besser gesagt er hatte eine spitze Feder :happy: mit deren Hilfe er sich zahlreiche Feinde schaffte.
So war es für seine Kritiker-Feinde eine große Freude seine Kompositionen "niederzumachen"

Ungeachtet dessen:

Peterson-Berger hat auch 4 Sinfonien geschrieben, welche bei cpo erschienen sind, und durchwegs positiv rezensiert wurden.



Ich habe zwei davon, und frage mich soeben ob es nicht klug wäre die Serie fertigzustellen....


Grüße aus der Hitzewüste Wien
Alfred

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Parsif

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8

Mittwoch, 18. August 2004, 11:02

Möchte hier mal einen dänischen Komponisten zur
Diskussion stellen :

Rued Langgaard (1893-1952)

Er hat u.a. 16 Sinfonien geschrieben. Er gilt als
eigenwilliger Exzentriker. Hat zu Lebzeiten im
Schatten von C . Nielsen gestanden.

habe im CD-Laden in die 4. und 5. Sinfonie
reingehört. Sein spätromantischer Stil hat mich
angesprochen.
Habt ihr Aufnahmen von ihm ?
Könnt ihr welche empfehlen ?

Gruß
Parsif
Gruß
Rüdiger

________________________
Lärm ist ... nur eines der Übel unserer Zeit, wenn auch vielleicht das auffälligste. Die anderen sind Grammophon, Radio und neuerdings die verheerende Television.

C.G. Jung

DorcyDuck

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9

Mittwoch, 18. August 2004, 11:06

Hallo,

ich will (zunächst?) meinen Senf zu dem bisher geschriebenen abgeben. :army:

finglas schrieb:

[Zitat](über Rangström) würde ich die Musik auch eher als emotionalen denn als intellektuellen Genuß beschreiben[/Zitat]

Die Beschreibung finde ich sehr passend. Sicherlich ist Rangström kein "intelektueller" Komponist wie Bruckner, sondern ein "Gefuhlsmusik" wie Mahler. Das stört mich jedoch überhaupt nicht. :)
Neben der schon erwähnten, sehr melodiösen 2. Symphonie mag ich die einsätzige dritte mit ihrer vergleichsweise asketischen Sprache und die vierte mit ihrem Orgelbombast sehr gerne.

Uwe schrieb:

[Zitat]Hier ist cpo zu danken, die mal wieder Pionierarbeit geleistet haben. [/Zitat]

Ich will kein Spielverderber sein, aber die BIS-Aufnahmen sind deutlich älter, hier liegt also die wahre Pionierarbeit. :) Ansonsten stimme ich dir zu und füge an: muss man kennen!


Alfred schrieb:
[Zitat]Peterson-Berger hat auch 4 Sinfonien geschrieben[/Zitat]

Komisch.. bei JPC gibt's eine Aufnahme der 5. Sinfonie. Ist die unvollendet? - Ich kenne nur die Frösöblomster und die sind, na ja, harmlos.

Erstaunlicherweise fehlen die jeweils bekanntesten Komponisten bisher: Nielsen, Grieg, Sibelius, Leifs und Stenhammar.
Die ersten drei sind wohl entfallen weil sie zu bekannt sind, aber Leifs und Stenhammar? Leifs ist finde ich auch einen eigenen Thread wert, zu Stenhammar kann ich nur sagen dass die Naxos-Aufnahme der 2. Symphonie scheusslich ist. Järvi BIS ist sicherlich erheblich besser.

Jan

Alfred_Schmidt

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10

Mittwoch, 18. August 2004, 11:11

DorcyDuck schrieb:

[Zitat]
Alfred schrieb:

[Zitat]Peterson-Berger hat auch 4 Sinfonien geschrieben[/Zitat]

Komisch.. bei JPC gibt's eine Aufnahme der 5. Sinfonie. Ist die unvollendet? - Ich kenne nur die Frösöblomster und die sind, na ja, harmlos.
[/Zitat]

Hallo Jan,

nein die 5. ist nicht unvollendet.
Ich hab mich lediglich geirrt, bzw nicht recherchiert, sondern "auswendig" geantwortet.

Die 5. Sinfonie heißt übrigens "Solitudo"

Gruß aus Wien (32°)
Alfred

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Uwe

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11

Mittwoch, 18. August 2004, 11:16

Hallo DorcyDuck,

Du schriebst:

[Zitat]uwe schrieb:
--------------------------------------------------------------------------------

Hier ist cpo zu danken, die mal wieder Pionierarbeit geleistet haben.


Ich will kein Spielverderber sein, aber die BIS-Aufnahmen sind deutlich älter, hier liegt also die wahre Pionierarbeit. Ansonsten stimme ich dir zu und füge an: muss man kennen!
[/Zitat]

Recht hast Du: ich hatte in Erinnerung, dass es bei BIS lediglich einige wenige Pettersson-Aufnahmen, gab, aber beim nochmaligen Durchsehen Pettersson-Gesellschaft sind es doch mehr, als ich dachte...

Gruß
Uwe

DorcyDuck

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12

Mittwoch, 18. August 2004, 11:19

Uwe sagte:

[Zitat]ich hatte in Erinnerung, dass es bei BIS lediglich einige wenige Pettersson-Aufnahmen, gab[/Zitat]

Hallo Uwe,

leider gibt es ja von beiden keinen ganzen Zyklus, man muss ihn sich aus den beiden Labels zusammen stellen. JPC schrieb mir vor Jahren dass sie dir 2. aufnehmen würden, wenn sie einen angemessenen, schwedischsprachigen Chor gefunden hätten. Das scheint ja Probleme zu bringen, zumindest ist bis jetzt nichts erschienen.
Ich fände einen Zyklus aus einer Hand (ein Dirigent, Orchester, Label) sehr schön, gerade die cpo-Aufnahmen sind ja arg zusammengestoppelt. Vielleicht haben Segerstam und Ondine ja Interesse...?

Jan

Uwe

Moderator

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13

Mittwoch, 18. August 2004, 11:22

Hallo Jan,


Dorcy schrieb:

[Zitat]...dass sie dir 2. aufnehmen würden, wenn sie einen angemessenen, schwedischsprachigen Chor gefunden hätten.[/Zitat]

Hier meinst du sicher die 12., die 2. gibt's bereits. Es hat wohl mal eine Aufnahme der12. gegeben, die aber schon lange wieder gestrichen ist (Caprice CAP 21369 NO LONGER AVAILABLE Stockholm Philharmonic Chorus / Orchestra, Carl Rune Larsson (with Pettersson: Concerto No. 1 for Strings)). Da kann man wirklich nur hoffen, dass cpo noch einmal nachlegt. Es hieß auch einmal, dass Naxos Interesse hätte, die kompletten Sinfonien aufzunehmen.

Gruß
Uwe

DorcyDuck

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14

Mittwoch, 18. August 2004, 11:23

'tschuldigung, du hast natürlich mit der Nummer Recht! - Zu der möglichen cpo-CD habe ich mein Wissen gepostet, vielleicht bringt aber eine neue Anfrage bei JPC neue Ergebnisse?

Jan

klingsor

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15

Mittwoch, 14. September 2005, 13:39

mehr als kälte, eis und schnee ... die musik des nordens

hallo,

die musik des nordens (ich beziehe hier mal skandinavien, dänemark und island mit ein) ist außerordentlich schön und hat ihre blütezeit im 19. und 20. jahrhundert. herrlichste werke im bereich sinfonik, chormusik, kammermusik und liedern sind entstanden.

gerade diejenigen, die moderner bzw. zeitgenössischer musik gegenüber vorbehalte haben finden hier sicherlich einen geeigneten zugang, denn die viel beklagten 'exzesse' sind hier kaum zu auszumachen. herrliche melodien, leidenschaft, eine portion herbheit und schwermut dafür umso mehr.

welche komponisten kennt und welche werke von ihnen schätzt ihr?

viele grüße
--- alles ein traum? ---

klingsor

Theophilus

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16

Mittwoch, 14. September 2005, 14:17

RE: mehr als kälte, eis und schnee ... die musik des nordens

Hi klingsor

Zitat

gerade diejenigen, die moderner bzw. zeitgenössischer musik gegenüber vorbehalte haben finden hier sicherlich einen geeigneten zugang, denn die viel beklagten 'exzesse' sind hier kaum zu auszumachen. herrliche melodien, leidenschaft, eine portion herbheit und schwermut dafür umso mehr.

Klingt eigentlich so, als könntest du problemlos auch die britischen Komponisten mit einbeziehen.

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

klingsor

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17

Mittwoch, 14. September 2005, 15:08

RE: mehr als kälte, eis und schnee ... die musik des nordens

hallo, das stimmt .. denen widme ich aber später noch einen thread ... und die sind ja auch nicht sooo herb ... :D

:hello:
--- alles ein traum? ---

klingsor

walter

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18

Mittwoch, 14. September 2005, 18:30

Hallo Klingsor,

da ich schon immer mit den "Nordlichtern" viel anfangen konnte, habe ich natürlich einiges im Regal stehen. Hier vom Geschäftsrechner kann ich allerdings nicht nachsehen, was.

Spontan fallen mir ein, wenn ich mal die allseits bekannten wie Alfven, Sibelius, Grieg, Nielsen oder Gade aussen vor lasse:

Einojuhani Rautavaara - alles

Geirr Tveitt - die Hardanger Suiten und Klavierkonzerte

Eduard Tubin - die Sinfonien und das Requiem für gefallene Sodaten

Erkki-Sven Tüür - Sinfonie Nr. 2, Conversio;Lighthouse,Architectonics III & IV

Ernst Mielck - Sinfonie F-moll (sein Werdegang erinnert mich an Hans Rott)

Einar Englund - Klavierkonzerte und Sinfonien

Peteris Vasks - Sinfonie No. 2, Violinkonzert

Leevi Madetoja - Sinfonien

Christian Sinding - Sinfonien

Kurt Atterberg - Sinfonien, Klavierkonzert

Grüsse
Walter

Guercoeur

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19

Donnerstag, 15. September 2005, 04:15

Kurt Atterberg

Hallo Jörg, hallo Taminos,

wieder mal ein wunderbarer neuer Thread, so ganz nach meinem Geschmack!

Von dem von Walter bereits genannten Schweden

Kurt Atterberg (1887-1974)





kann ich zum Kennenlernen die Gesamtaufnahme der neun Atterberg-Symphonien bei CPO unter Leitung von Ari Rasilainen dringendst empfehlen! Diese 5-CD-Box, die für mich d i e Entdeckung des Jahres 2005 war, offenbart eine Fülle an schönen Melodien und betörenden Naturstimmungen in einer noch ganz spätromantischen ausdrucksstarken Tonsprache und perfekten Orchestrierung.
Ganz besonders die Symphonien Nr. 3 "Bilder der Westküste" (1914-16) und Nr. 5 "Sinfonia Funebre" (1919-22) haben es mir angetan - auch die zugegebene symphonische Dichtung 'Älven' ('Der Fluß'), die - ähnlich der Anlage von Smetanas 'Moldau' - den Lauf eines Flusses von den Bergen bis zum Meer nachzeichnet.





Schöne Grüße
Johannes

Guercoeur

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20

Donnerstag, 15. September 2005, 04:29

Rued Langgaard

Und weiter geht's:

Die Stunde, in der mich unser lieber Klingsor (vor ca. 10 Jahren) mit der nun von mir vorgestellten Symphonie bekannt machte, darf ich wohl als eine der glücklichsten meines Lebens bezeichnen! :jubel: :jubel: :jubel:
Es handelt sich um den sowohl zu seinen Lebzeiten wie bis heute im Musikleben bedauerlicherweise kaum wahrgenommenen dänischen Komponisten und Organisten

Rued Langgaard (1893-1952)





Die hier empfohlene Symphonie Nr. 1 mit dem Beinamen 'Klippenpastorale', entstanden 1908/09 (und 1909-11 mehrmals überarbeitet), erweist sich als ein vollendetes und reifes Werk, das den damals 15- bzw. 16-jährigen Tonschöpfer im Vollbesitz seiner kompositorischen und instrumentatorischen Fähigkeiten zeigt, ähnlich der Begabung des Wunderkindes Erich Wolfgang Korngold (1897-1957).
Langgaards exakt 102 Orchestermitglieder verlangende Symphonie besitzt sowohl in ihrer zeitlichen Ausdehnung (annähernd 70 min.) als auch in ihrer emotionalen Wucht Ausmaße Mahlerscher Symphonik, mit ungeheuren Steigerungen und gewaltigen Höhepunkten. Gleichzeitig steht sie ganz in der romantischen Tradition der Programmusik, z. B. der symphonischen Dichtungen eines Richard Strauss. Auch die brillante Instrumentierungskunst Langgaards braucht den Vergleich mit ähnlichen Mammutwerken der genannten Komponistenkollegen keinesfalls zu scheuen. Ein phantastisches Meisterwerk eines exzentrischen Einzelgängers, dessen Bedeutung noch viele Jahre nach Langgaards Tod im dänischen Musikleben nicht erkannt wurde.

Die fünf Sätze lauten:
1. Brandung und Sonnenschimmer. Maestoso
2. Gebirgsblumen. Lento
3. Legende. Lento misterioso
4. Bergbesteigung. Marcato - Andante e con espressione - Tempo I
5. Lebensmut. Maestoso allargando

Von den beiden einzigen existierenden Einspielungen möchte und kann ich nur die hervorragende Aufnahme mit dem Danish National RSO unter Leitung von Leif Segerstam auf Chandos (9249) empfehlen!!!





Aus dem etwa 400 Werke umfassenden Gesamtoeuvre des skurrilen Spätromantikers Langgaard möchte ich außer den restlichen 15 Symphonien noch seine bedeutende (und einzige) Oper 'Antichrist' (1921-23 / 1926-30) und die für ihre Entstehungszeit ( 1916-18 ) erstaunlich modern konzipierte 'Sphärenmusik' für Sopran, Chor und Orchester (in Form einer Raumklangkomposition) erwähnen.





Schöne Grüße
Johannes

Guercoeur

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21

Donnerstag, 15. September 2005, 04:39

Finnische Komponisten

Von den vielen großartigen (und leider nie gespielten) finnischen Komponisten, möchte ich von meinen Lieblingen noch einige summarisch nennen und bei Gelegenheit genauer vorstellen:


Spätromantiker:


Toivo Kuula (1883-1918)





Leevi Madetoja (1887-1947)





Erkki Melartin (1875-1937)





Selim Palmgren (1878-1951)






Zwischen Impressionismus und Expressionismus:


Aarre Merikanto (1893-1958)





Ernest Pingoud (1887-1942)





Väinö Raitio (1891-1945)





Schöne Grüße
Johannes

Guercoeur

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22

Donnerstag, 15. September 2005, 04:42

Wollte nur kurz darauf hinweisen, daß es bereits einen ähnlichen Thread gibt, wobei ich nicht weiß, ob man ihn mit diesem zusammenfügen kann / sollte, da er sich auf die nordischen Symphoniker beschränkt.

[edit von Pius: Ich habe die threads zusammengefügt]

teleton

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23

Donnerstag, 15. September 2005, 09:00

Hallo Freunde der Nordlichter,

der Thread Sinfoniker aus dem kühlen Norden stammt aus dem Sommer 2004 und ist dann absolut eingeschlafen - schade, denn da muß ich guercoer beisflichten, denn die Musiker aus dem Norden sind auch ganz nach meinem Geschmack.

So ohne weiteres kommt man nicht zu diesem Interesse, denn normalerweise ist beim Otto-Normalhörer mit den bekannten Nord-Komponisten Grieg und Sibelius Schluß. Die von guercoeur genannten Spätromantiker kenne ich alle nicht.

:] Zunächst kam mein Interesse an Carl Nielsen (1865 - 1931)auf, weil Leonard Bernstein in den 60er und 70erJahren aufbauarbeit geleistet hat und verschiedene Sinfonien aufgenommen hatte und die Sinfonie Nr.3 "Espansiva" sogar in Dänemark mit dem Dänischen RSO. Hatte das alles in den 70er Jahren gekauft und das war schon eine große Neuentdeckung.

Dies ist nur eine meiner zahlreichen Nielsen-Aufnahmen, aber die Bahnbrechenste, die in meiner CD-Version auch die Konzerte und Ouvertüren enthält. Järvi + Blomstedt sind auch höchstempfehlenswert.
Dazu gibt es ja einen eigenen Thread.

:) Ein Kollege, der eine starke Affinität zum Norden hat, hat mich dann durch CD-Austausch auf weiter Komponisten des Nordens gebracht.
Rued Langgaard (1893 - 1952)mit seinen Sinfonien hat mich, wie Guercoeur, auch sofort begeistert. Bei mir sind es die Sinfonien 4,5,6, die mich besonders fastzinieren. Der nicht gerade sparsame Einsatz von Schlaginstrumenten ist da ganz meine Welt.


:) Franz Berwald (1796 - 1886) ist ein nordischer Klassiker, der zwar nicht den orchestralen Glanz eines Nielsen oder Langgaard komponiert hat, aber auch sehr schöne Werke hinterlassen hat. Die Sinfonien Nr.1-4 mit Järvi auf CD ist da die beste Wahl:

Bei jpc war nur diese vorhanden.

:) Vagn Holmboe (1909 - 1996) ist da schon wesentlich moderner und eigenwilliger mit ganz persönlichem Profil. Aber mit den 13 Sinfonien und einigen sinf.Werken, alles auf dem Label BIS, hat man ein musikalisches Material, das lange Beschäftigung braucht, sich aber wirklich lohnt.
Auch hier hatte ich mehrere CD´s vorab ausgeliehen, die mein Interesse dann geweckt haben. Von Holmboe gibt es kaum Aufnahmen aus unseren Breiten, es sind meist Aufnahmen die aus seiner dänischen Heimat und mit dänischen Dirigenten stammen.

:) Wilhelm Stenhammer (1871 - 1921) ist wieder ein Klassiker/Romanitker, der auch nur durch die Järvi-DG-Aufnahme der romantischen Sinfonien Nr.1 und 2 bei uns bekannt geworden ist. Seine beiden Klavierkonzerte kenne ich noch nicht.

:) Die 4 Sinfonien von Christian Sinding (1856 - 1941) und sein Violinkonzert sind ganz nette Werke, doch haben diese bei mir noch nicht den rechten Durchbruch geschafft, das ich diese öfter hören möchte. Aber das werde ich, angeregt durch diesen Thread, nachholen.


:hello: Danke für den Hinweis auf Kurt Atterberg (1887-1974) an gouercoeur, den kenne ich noch nicht. Doch was Du schreibst macht mich neugierig.


:O Mit einem Nordlicht kann ich jedoch nichts anfangen und der heißt
Allan Pettersson (1911 - 1980). Hier hatte ich mir mehrere CD´s ausgeliehen und diese auch aufgenommen, da hier und da mal was brauchbares zu hören war. Aber der Komponist muß Zeit seines Lebens nicht mit sich im Reinen gewesen sein, was sich in seiner Musik wiederspiegelt, die von absoluter Entsagung geprägt ist.
Auf mich wirken die langen Sinfonien langatmig und langweilig und man muß oft ca.45Minuten warten bis sich "mal etwas tut" und ein gefühlsmäßiger Ausbruch erscheint oder sonst etwas Interessantes kommt. Also dazu ist mir meine wertvolle Zeit zu schade.
In diesem Forum habe ich schon gelesen, das es einige wenige Hörer gibt, die ihn mögen - na denn !
Gruß aus Bonn, Wolfgang

BigBerlinBear

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24

Donnerstag, 15. September 2005, 09:04

Spontan fallen mit der isländer Jon Leifs (1899-1968 ein, der in Leipzig studierte und früh zu einer sehr eigenständigen Tonsprache fand. Im Nachkriegsdeutschland wurde er nie richtiig zur Kenntnis genommen. Die wichtigsten seiner Orchesterwerke erschienen beim schwedischen Label BIS






Einen immer noch "umstrittenen Ruhm" fand der Schwede Allan Pettersson (1911-1980), der mit seinen 16. Sinfonien von den einen
als der bedeutendste Sinfoniker nach Schostakowitsch, von den andren jedoch als ein absichtlich sperriger und abweisender und "hermetischer" Komponist gehandelt wird. Seine 7.,8. und 13. Sinfonie zählen für mich zum Eindrucksvollstem, was auf diesem Gebiet in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts geschaffen wurde.



Eine (fast!) Gesamtaufnahme seiner Sinfonien erschien bei CPO !
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

walter

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25

Donnerstag, 15. September 2005, 10:20

Hallo Guercoeur,

Du machst mich arm ;(. Langgaard wollte ich schon immer mal kaufen. Ich habe einige kleine Stücke auf LP Samplern von nordischen Musiktagen. Und einige andere Komponisten kannte ich noch nicht. Oh je, jetzt geht das Gewühl wieder los!

Liebe Grüsse
Walter

walter

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26

Donnerstag, 15. September 2005, 14:55

Soeben wiederentdeckt:

Langgaards "Spärenmusik" für Sopran und Orchester. Habe ich lange nicht gehört - ein sehr schönes Werk.

Grüsse
Walter

klingsor

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27

Donnerstag, 15. September 2005, 16:40

na, da habe ich ja einiges zur verarmung der forianer angerichtet mit eröffnung des threads ... :D

ja, danke lieber johannes, du spichst mir wie immer aus der seele und die genannten komponisten sind jedem nur wärmstens zu empfehlen. insbeondere und ganz nachdrücklich möchte ich noch

ture rangström erwähnen :yes: und wer atterberg liebt, wird auch von diesem grandiosen komponisten nicht mehr loskommen. ich schätze ihn sogar noch mehr und halte ihn auch für den etwas besseren komponisten. :lips:

während atterberg geradezu traumhafte, süchtigmachende langsame sätze schrieb, sind die stärken rangströms vor allem in den schnellen, hochdramatisch angelegten sätzen zu sehen.

sehr zu empfehlen die vier sinfonien (nr.1. nr.2 'midland', nr. 3 'gesang unter den sternen' nr. 4 'invocatio' für orgel und orchester) . fantastisch geradezu die sinfonische dichtung 'dithyramb'

dann aber auch die grandiosen lieder ...

:hello:
--- alles ein traum? ---

klingsor

walter

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28

Donnerstag, 15. September 2005, 19:15

Zitat

ganz nachdrücklich möchte ich noch ture rangström erwähnen und wer atterberg liebt, wird auch von diesem grandiosen komponisten nicht mehr loskommen.


Hallo Klinsor,

bei der Begründung wird's wohl so sein, also nochmal zulangen :rolleyes:.
Danke für den Tipp - ist ja gottseidank nicht so richtig hochpreisig.
Ich wollte schon lange mal wieder eine CPO-Sammelbestellung machen, dann kann ich die 4te gleich mitbestellen.

Die Pettersson Sinfonien fehlen mir auch noch (hab' nur ein paar Kopien).

Gottseidank bin ich mit den Engländern besser bestückt sonst käme mit Sicherheit demnächst ein neues finanzielles Desaster auf mich zu. Die habe ich schon als Jugendlicher in grauer Vorzeit fleissig auf den Kontinent geschleppt.

Herzliche Grüsse
Walter

klingsor

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Donnerstag, 15. September 2005, 20:46

hallo, walter,
ja, bei den engländern gings mir auch so ... da hab ich fast alles verfügbare .... :und bin arm geworden :D

ich würde dir a propos rangström alle 4 dringend raten ... wenn es nur eine sollte, auf jeden fall die 1. symphonie mit dithyramb ...

die vierte ist m.e. trotz /oder wegen der groß-besetzung die im vergleich schwächste und ein wenig 'verquert' ich habe da ein wenig länger gebraucht ...

meine rangfolge 1- 3- 2- 4 ...

herzliche grüße jörg
--- alles ein traum? ---

klingsor

Guercoeur

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Freitag, 16. September 2005, 03:31

Hallo teleton,

schön, daß Du den Langgaard auch kennst und schätzt! Die von Dir erwähnten Symphonien Nr. 4-6 kenne ich wiederum nicht. Hast mich nun gleichfalls sehr neugierig darauf gemacht. Tja, so ist das. Das Unheil (in Form von Armut), das ich über andere Taminos bringe (wie im Falle Walters), schlägt nun wieder auf mich zurück. :rolleyes:
Und, was den Atterberg betrifft, so erinnere ich mich noch sehr genau, daß ich die CD-Box der Symphonien gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten (am 24.12.2004) angeliefert bekam und ich alle neune in einem Rausch innerhalb von zwei Tagen durchgehört hatte (die Nr. 1-6 am 24. und die restlichen Nr. 7-9 samt 'Älven' am 25.12.). Ich denke, das illustriert recht gut, wie schnell man dieser schlimmen Sucht erliegen kann. Gerade vor ein paar Stunden lief hier mal wieder die symph. Dichtung 'Älven' ('Der Fluß'), die stets - wie auch diesmal - eine wunderbar aufbauende Wirkung entfaltet.


Hallo Walter,

ja, die 'Sphärenmusik' von Langgaard ist ein schönes, aber vor allem sehr eigenwilliges Werk. Ich würde sagen, eher ein Langgard für Fortgeschrittene. Die Symphonie Nr. 1 "Klippenpastorale" finde ich bei weitem eingängiger und leichter zugänglich. Deshalb würde ich diese für ein erstes Kennenlernen des Komponisten vorziehen.


Herzliche Grüße
Johannes