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Glockenton

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181

Montag, 9. Januar 2012, 20:58

Neue Aufnahme der h-moll Messe unter Herreweghes Leitung

Wie ich soeben bei JPC entdeckte, gibt es eine neue Aufnahme der Messe mit Herreweghe:



Hörschnipsel gibt es noch nicht, aber mir ist ohnehin klar, dass an einer Bestellung dieser Aufnahme nichts vorbeiführt - in diesem Fall sogar ausnahmsweise ohne vorher davon etwas gehört zu haben.
Angesichts der überragenden Neuaufnahme der Bachschen Motetten mit demselben Dirigenten und bei der Solistenbesetzung (kenne nur den Tenor noch nicht) meine ich schon, dass man dem Herrn Herreweghe hier einmal blind vertrauen kann.

:hello:

Glockenton

moderato

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182

Dienstag, 28. Februar 2012, 18:49

2010 ist beim Label Linn eine SACD mit der h-Moll Messe herausgekommen. Sie orientiert sich an der bei Fassung, die Joshua Rifkin 2006 erstellt hat (Breitkopf & Härtel). Die Chöre werden durch das Solistenensemble gesungen. Leider ist der gut geschriebene Booklet-Text ausschliesslich in englischer Sprache abgefasst. Wer dieser Sprache nicht mächtig ist, kann sich über zu Geschichte und Aufführungspraxis und den Änderungen, die Rifkin an der h-Moll Messe vorgenommen hat, nicht informieren.

Zum schottischen Dunedin Consort gehören: Susan Hamilton Sopran, Cecilia Osmond Sopran , Margot Oitzinger Alt, Thomas Hobbs Tenor, Matthew Brook Bass, Dunedin Players, John Butt dirigiert.

Die Aufnahmetechnik ist ausgezeichnet. Die einzelnen Stimmen der Solisten sind gut zu orten. Das Orchester spielt nicht schmalbrüstig, differenziert in den leisen Sätzen, barocke Pracht in den Steigerungen, wenn Pauken und Blechbläser in der Partitur verlangt sind.
.
Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »moderato« (28. Februar 2012, 20:28)


Schneewittchen

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183

Montag, 20. August 2012, 17:50

Wie ich soeben bei JPC entdeckte, gibt es eine neue Aufnahme der Messe mit Herreweghe.
Hörschnipsel gibt es noch nicht, aber mir ist ohnehin klar, dass an einer Bestellung dieser Aufnahme nichts vorbeiführt - in diesem Fall sogar ausnahmsweise ohne vorher davon etwas gehört zu haben.
Angesichts der überragenden Neuaufnahme der Bachschen Motetten mit demselben Dirigenten und bei der Solistenbesetzung (kenne nur den Tenor noch nicht) meine ich schon, dass man dem Herrn Herreweghe hier einmal blind vertrauen kann.
Glockenton

Ab heute kann man die komplette neue Aufnahme der h-moll-Messe mit Herreweghe hören
und zwar für etwa 2 - 3 Wochen bei www.radio4.nl in de plaatpaal.
mfG
Michael

zweiterbass

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184

Dienstag, 21. August 2012, 00:03

Hallo Schneewittchen,

ich habe mich schon mal bei Dir sehr für Deinen Thread "Heute, live im web" bedankt - er ist in meinen Abos.
Für Deinen Beitrag hier erneut mein großer Dank.
Schon seit längerer Zeit suche ich nach einer zeitgemäßen Aufnahme - und die von Dir genannten 2 - 3 Wochen - ich werde sofort 2 Wochen nutzen, nun endlich meine Wahl zu treffen.

Die Aufnahme entspricht mir sehr, die Blechblasinstrumente - eine Freude zu hören - die Tempi sehr passend(bei ganz wenigen Stellen etwas zu schnell?)- die Durchsichtigkeit - die gute Klangbalance - usw.

Ich habe nicht die ganze Aufnahme gehört, aber doch in Ausschnitten gut über 1 Stunde (auch jetzt über Kopfhörer während ich schreibe).

Kritikpunkte: Der Countertenor klingt ein ganz klein wenig zu metallisch-hart - die Stimme (nicht die Aufnahme aus ca. 1955) von Herta Töpper klingt für mich besser - besonders bei der Arie "Qui sedes..." - die ich sehr schätze - finde ich das etwas schade. Und an den voluminösen Bass von Max Proebstel (auch Aufnahme ca. 1955) kommt dieser hier weit nicht heran. Warum die "s"-Laute von Bass und Countertenor so "heraus stechen"?

Es wird eine schwere Wahl werden für mich - ich bin keine Freund 10... und noch mehr Aufnahmen eines Werkes zu haben.

Nochmals danke für Deinen Link.

Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Glockenton

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185

Freitag, 19. Oktober 2012, 03:45

Seit einiger Zeit habe ich nun die von mir oben angesprochene neue Herreweghe-Aufnahme. Ehrlich gesagt bin ich etwas enttäuscht. Ja, es ist ziemlich perfekt, Herreweghe-typisch hochkultiviert und natürlich insgesamt eine grosse Leistung. Aber verglichen mit seiner zweiten Aufnahme, mit van Veldhoven und z.B. und vor allem auch Leonhardt gleitet es mir manchmal dann doch zu sehr in die Richtung gepflegte Langeweile ab. SeineTempi sind noch schneller geworden, für mich meistens ein wenig zu schnell (allerdings nicht das eher konventionelle Cum sancto spirito) und alles ist derart wie erwartet uneitel zurückgenommen und leider schon zu schöngeistig geglättet.
Während dieses bekannte und immer mehr auf die Spitze getriebene uneitle Hochkulturkonzept ganz hervorragend bei seiner Neueinspielung der Motetten aufgeht, finde ich hier, dass diese erhoffte Wirkung " gerade weil ich ja nichts übertreibe und mich ganz dienend zurückhalte etc...kommt die bewegende Aussage ums so stärker" irgendwie nicht eintreten will. Eher gerät es manchmal in die Gefahrenzone des beiläufig- Nichtssagenden, auf hohem Niveau, wohlgemerkt.

Suzuki und Veldhoven machen das zupackender, für mich insgesamt überzeugender. Veldhoven hat seine Praxis des Alterierens zwischen Solisten und Ripienisten als einen seiner Vorteile "im Ärmel", bei Suzuki gibt es diese silbrige Klarheit im Klang und eine Balance zwischen grosser Lebendigkeit und dem gleichzeitigen Verzicht auf Übertreibungen und natürlich auch sehr gute Sänger/innen.
Mittlerweile habe ich sogar wieder Harnoncourts zweite Aufnahme aus den 80ern mit dem ASC-Wien im Bestand. Ja, die schwer-dramatische Klangästhetik der Solistinnen mag ich gar nicht, mancher Chorsatz wie z.B. das Gloria wirkt etwas zu langsam und schwer, der Chor wirkt etwas zu vollbesetzt. 10 Jahre später hörte ich live in Graz eine mich in vielen Aspekten wesentlich überzeugendere Version. Dennoch: Auch bei dieser Aufnahme gibt es für den Musiker, der lernen möchte viele Highlights, z.B. das Orchesterspiel im Christe eleison (nicht der Gesang) und viele Ideen in der ganzen Messe in Bezug auf Phrasierung, Dynamik, Artikulation. Das ist eine echte Fundgrube für Dirigenten. Die Kultiviertheit Herreweghes wird zwar selten bis nie erreicht, allerdings empfinde ich auch diese Aufnahme als einfach mehr "lebende Musik".

Meine erste h-moll Messe auf CD war die Aufnahme mit Gustav Leonhardt, kurz nachdem sie herauskam.
Zusätzlich zu dieser Einspielung besitzte ich nunmehr die Fassungen von

Koopman
Herreweghe 2+ 3
van Veldhoven
Suzuki
Harnoncourt 2

Wenn ich nur eine auf die einsame Insel mitnehmen dürfte wäre es- putzig genug- die kernige Leonhardt-Aufnahme (dessen Solisten auch super sind, mit Abstrichen der Sänger Rene Jacobs) , danach Suzuki.

Eine weitere Reihenfolge festzulegen wäre schwer,weil jede der anderen Aufnahmen ihre Vorteile hat, die ich nicht missen möchte, allerdings auch Dinge
enthält, über die ich bewusst hinweghören muss, weil sie mich nicht so überzeugen.

Dies ist das erste Mal, dass ich eine Bach-Herreweghe-Aufnahme wohl nicht gekauft hätte, wenn ich sie besser gekannt hätte. Aber es kann ja auch sein, dass ich noch mehr hören muss um vielleicht doch noch in Begeisterung auszubrechen.

Ob ich nun mir hätte das Geld sparen können und gleich bei meiner ersten Leonhardt-Aufnahme bleiben sollen statt 6 andere Einspielungen zu kaufen?
Nein, es ist schon gut so, selbst wenn ich ab und zu gerade durch andere Interpretationen darauf aufmerksam wurde, wie gut Leonhardt so manches Detail geschehen lässt. Dafür höre ich relativ leicht über leichte sporadisch Intonationsschwächen bei Sopraneinsätzen im Chor hinweg.

Vielleicht ist das Werk auch zu gross, dass es einer schaffen würde, eine in wirklich allen Bereichen rundum überzeugende und perfekte Einspielung hinzulegen. Irgendetwas ist da immer nicht ganz so toll. Gut und Weltklasse sind natürlich alle hier genannten Aufnahmen, aber es ist ja gerade lehrreich, wenn man diese gegenüberstellt.

:hello:

Glockenton

kalli

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186

Mittwoch, 12. November 2014, 14:27

Müller-Brühl

Im Thread über Müller Brühl habe ich gerade seine H-Moll Messe genannt - hier wurde sie noch nicht besprochen - mich würde sehr interessieren was Berufenere als ich dazu meinen - ich finde sie nämlich neben den anderen Aufnahmen die ich besitze (Hengelbrock, Gardiner und Richter) durchaus hörenswert - kennt sie niemand ?


Gruss aus Bruchsal

Kalli

Melante

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187

Mittwoch, 19. November 2014, 11:42

gern hätte ich den Mitschnitt hier verlinkt, aber er ist wieder weg:
den mit Vaclclav Luks und seinem Ensemble 1704, live aus Regensburg.

Mal mit Johannes Roehl einer Meinung: die Aufnaheme Fasolis' ist für mich eine der überzeugendsten: Flexibel, homogen wo nötig, heterogen wo ebenso nötig.
Dramatisch in der Anlage bis hin zum Ungewohnten, siehe "Crucifixus- Et in carnatus est", und einem vernehmnlichen Stampfen seitens des Dirigenten, dem Übergang zum "Et Resurrexit" die nötige Kraft zu verleihen.
Emotional für mich überzeugender als so viele andere Aufnahmen, die oft im Detail Schöneres bieten, doch nie so lebendig und leibhaftig sind wie Fasolis das Werk angeht.

Vaclav Luks aber kommt nahe heran, zumindest live. Bietet betörend schöne Lösungen, Ripieni gegen Tutti zu stellen; ist nie kühl; nie detailverliebt....dennoch höre ich Details in Nebenstimmen, die auch eine reduzierte Besetzung mir bisher nie offenbart hat.
Das Bildhafte Fasolis' geht ihm etwas ab, dafür gestaltet er die Messe als Ganzes. Das taten Richter, Klemperer und Co. Details boten Herreweghe, Suzuki und Co.
Veldhoven besonders reiht schönste Details aneinander....
Luks gelingt, in meinem Ohr, das mehr ist als mein Gehör, die bislang schlüssigste Lösung, detailgenau ein Ganzes zu musizieren.

Meine Referenz, die "nur" ein Mitschniit ist- neben der CD von Fasolis.

Herzliche Grüße,
Mike
"Man kann die Menschen zur Vernunft bringen, indem man sie dazu verleitet, daß sie selbst denken." Voltaire

Dieter Stockert

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188

Mittwoch, 19. November 2014, 18:30

Die Aufnahmetechnik ist ausgezeichnet.
Und diese Aufnahme gib es sogar in Studio-Qualität zum Herunterladen:

http://www.linnrecords.com/recording-j-s-bach-mass-in-b-minor-breitkopf-hartel-edition-edited-by-j-rifkin-2006.aspx
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

kalli

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189

Dienstag, 26. Januar 2016, 15:07

concerto copenhagen

Ich höre gerade:


Solistisch besetzt - ich weiß - das ist umstritten - aber was ich hier höre gefällt mir ausnehmend gut. Lars Ulrik Mortenson liefert eine sehr fein klingende Aufnahme ohne Hektik aber wunderbarer Durchhörbarkeit. Wunderschön!


Kalli

Glockenton

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190

Dienstag, 5. April 2016, 14:10

Bin gerade auf Facebook auf dieses Video hier aufmerksam gemacht worden, bei dem das Bach Collegium Japan unter Masaaki Suzuki das "Dona nobis pacem" aus der h-moll-Messe Bachs extra noch einmal eingesungen haben.

Ich kenne keine Musik, die mir vor allem gegen Ende des Satzes derart Ehrfurcht und durchaus auch Tränengefahr einflößen könnte, wie gerade diese Bach-Komposition. Allerdings muss sie dann auch im genau richtigen Tempo, absolut klar und transparent, geschmackvoll, intonationsrein und energiereich vorgetragen werden. Für mich gelingt das hier dem Bach Collegium Japan unter Masaaki Suzuki auf eine besonders eindrucksvolle und überzeugende Weise.
Auch die Akustik in dieser Kirche trägt ihren Teil zum überwältigenden Eindruck bei. Diese Musik scheint irgendwie von oben her zu kommen. Für Gläubige bedeutet das Eintauchen in diese Tonwelt, ein paar Minuten himmlische Atmosphäre zu erahnen. Aber auch die anderen Hörer werden ihre Anknüpfungspunkte haben.
Vielleicht ist es gut, dass ich dort in Kobe nicht in der ersten Reihe sitze, sondern es "nur" als mp4 und via PC und Studiomonitoren erleben kann. Live wäre es möglicherweise für mich schon zu viel des Guten....

Hier beweisen dieses Ensemble und der Dirigent, dass sie schon seit Jahren zur Mount-Everest-Klasse der Interpreten für Bachs geistliche Musik zu rechnen sind.
Man kann es eventuell anders machen - besser aber m.E. nicht. Und ich finde auch nicht, dass man es groß anders machen sollte:



Gruß
Glockenton

zweiterbass

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191

Dienstag, 5. April 2016, 23:00

Hallo,

besser? Anders, ja: Gerade in Bezug auf den Text scheint mir hier ein runder Chorklang - ohne Einzelstimmen zu hören - adäquater zu sein, weil dadurch das uns klanglicher ausgedrückt würde, es käme der allumfassenden Bitte im Klangeindruck näher.

zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

Glockenton

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192

Mittwoch, 6. April 2016, 22:12

Im Gegensatz etwa zur durchgängig solistischen Kuijken-Einspielung oder zur alternierend solistischen van Veldhoven-Aufnahme hat Suzuki hier einen für heutige Ansätze ziemlich großen Chor. Da ich momentan gerade ein schwaches Netz habe, kann ich es nicht noch einmal nachzählen, aber er hat in der letzten Zeit immer 4 Personen per Stimme genommen, manchmal sogar fünf. Für Rifkin-Anhänger ist das schon absurd viel.....
Wenn man sich jedoch zu alten Richter-Zeiten zurücksehnt, dann mag es wenig erscheinen. Jenes Klangbild und jener Interpretationsansatz ist aber aus meiner Sicht viel zu weit von dem weg, was man für Bach als werkgerecht bezeichnen könnte. Es mag eine romantische Alternative sein, aber ein Klangbild und eine Spielweise, wie man sie bei Suzuki und auch bei Herreweghe hören kann, ist dann doch für mich wesentlich überzeugender. Die Musik kann mich so mehr bewegen und sie ist auf diese Weise auch wesentlich besser in allen möglichen Aspekten zu verstehen.

Für mich ist hier ein geradezu idealer Balancezustand zwischen hervorragender Transparenz, Klangfülle und Homogenität gefunden. Hier hilft m.E. auch die Raumakustik mit.
Ich kann nicht finden, dass man Einzelstimmen wie Schmetterlinge aus dem Chor heraushört, sondern bewundere im Gegenteil die Einheitlichkeit des Chorklangs.
Es ist im Vergleich zum Collegium Vocale Gent ein hellerer und auch etwas metallischerer Klang, der möglicherweise etwas "asiatisch" sein mag. Man kann es aber auch als kraftvoll-energetisch beschreiben und empfinden.
Es wird ja auch sichtbar, dass die europäischen Solisten ebenfalls - wie auch bei Bach üblich- im Chor mitsingen. Das geht alles wunderbar zusammen.

Ebenso finde ich das Lautstärkeverhältnis Chor-Orchester ebenfalls mustergültig gut gelungen. Durch die Verwendung von Barockinstrumenten ist das ja auch viel leichter möglich, als wenn man heutige Instrumente spielte, gerade auch im Bereich der nach wie vor nicht einfach zu spielenden Blechbläser.

Gruß
Glockenton

m-mueller

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Registrierungsdatum: 9. Januar 2007

193

Freitag, 28. April 2017, 23:21

Mir gefällt die Version von Gardiner mit dem Monteverdi-Chor - gute Tempi, toller Chor, unaufdringliches Orchester (The English Baroque Soloists)

,



aber auch die in der Brilliant-GA Bachs enthaltene Version mit The Sixteen ist gut: