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Alfred_Schmidt

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1

Montag, 8. September 2014, 18:56

Wolfgang Amadeus Mozart - Pianisten von gestern

Obwohl eigentlich nicht geplant - wird die Serie mit Mozart fortgesetzt.
Mozarts Klaviersonaten waren ja bei den wenigsten Pianisten wirklich Wunschprogramm. Man konnte nicht mit seiner Technik brillieren und der Kreis der Bewunderer war sehr kritisch.
Da schaut es bei den berühmteren Klavierkonzerten schon besser aus. Und genau in diesem Segment gab es immer wieder Pianisten, die sich einen Namen als Mozart-Interpret machen konnten, ich erinnere nur an die legendäre Clara Haskil - oder aber auch an Ingrid Haebler.
Wir wollen uns nun an jene Pianisten erinnern, deren Namen sehr mit Mozart verbunden sind und einige ihrer Einspielungen hier vorstellen. Wie schon in den Threads zuvor, bitte ich, Aufnahmen mit historischen Klavieren- und ihre - Pianisten - hier nicht zu nominieren. Hierfür soll es in Zukunft einen eigenen Thread geben.....
Erlaubt sind - wie schon in den anderen Threads dieser Serie - alle nicht mehr aktiven Pianisten - und natürlich auch Schellack-Aufnahmen bzw - so existent - Überspielungen von Welte-Mignon oder ähnlichen Systemen. Bitte jeweils nur EIN Pianist pro Beitrag. Mehrere Beiträge sind gern gesehen.
Mozart ist ein spezieller Fall - wirkliche Mozart-Pianisten gab es zwar immer schon - aber sie waren nicht allzu sehr im Mittelpunkt der Klassikszene. Das ändert sich nun allmählich........

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

sagitt

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2

Dienstag, 9. September 2014, 07:29

Für mich steht immer noch ganz oben Clara Haskil. Wie sie KV 265,280,415 oder 595 gespielt hat. Unglaublich.Perfekt.
Geza Anda steht ebenfalls sehr wet obenSeine klassische Aufnahme mit der Camerata immer noch sehr gut.

William B.A.

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3

Dienstag, 9. September 2014, 19:59


Ich möchte als Erste Lili Kraus nennen, obwohl ich von ihr "nur" die Sonaten habe, die ich aber für eine absoolute Referenz halte. Interessanterweise habe ich von Mozarts Klavierwerken mehr mit Pianisten von heute als von gestern, aber das war, wenn ich mich recht entsinne, bei Beethovens Klavierwerken nicht anders.

Liebe Grüße

Willi :thumbsup:
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

lutgra

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4

Dienstag, 9. September 2014, 21:47

Als bedeutender Mozartpianist von Gestern ist natürlich auch Walter Gieseking zu nennen, von ihm stammt auch die erste Fast-Komplettaufnahme der KlavierSoloMusik. Sein klares und luzides Mozartspiel ist bis heute ein Maßstab.


Don_Gaiferos

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5

Mittwoch, 10. September 2014, 00:30

Eine für mich begnadete Pianistin, die nicht nur Referenzstatus im Bereich der spanischen Komponisten genießt, sondern auch insbesondere bei Mozarts Werken, ist Alicia de Larrocha:

unlängst ist diese Sammlung aller Klaviersonaten erschienen, auch die Klavierkonzerte finden sich auf Tonträger:



Charme und Raffinesse, Temperament und Klarheit, Sanglichkeit, Geschmeidigkeit und Energie hat sie exemplarisch bei diesen Einspielungen deutlich werden lassen.

wok

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6

Mittwoch, 10. September 2014, 00:39

Zitat

William B.A.: Ich möchte als Erste Lili Kraus nennen, obwohl ich von ihr "nur" die
Sonaten habe, die ich aber für eine absoolute Referenz halte.
Interessanterweise habe ich von Mozarts Klavierwerken mehr mit Pianisten
von heute als von gestern, aber das war, wenn ich mich recht entsinne,
bei Beethovens Klavierwerken nicht anders.
Hallo Willi,

LILI KRAUS galt in der Tat als eine wunderbare, herausragende MOZART-Interpretin, die man heute bedauerlicherweise wohl etwas aus dem Blickfeld verloren hat. Wenn ich den Namen LILI KRAUS höre, dann muß ich sofort an ihre einzigartige Interpretaion des SCHUMANN-Klavierkonzertes denken, das sie damals bei Vanguard Classics mit dem ORCHESTER DER WIENER STAATSOPER unter VICTOR DESARZENS einspielte, und das ich seit MONIQUE HAAS mit den BERLINER PHILHARMONIKERN unter EUGEN JOCHUM nie mehr so großartig konturiert und mit so natürlichem, spontanen Zugriff gehört habe. Doch bevor ich meine Begeisterung wieder hochkommen lasse, muß ich mir Einhalt gebieten, denn SCHUMANN gehört hier nicht zum Thema.

viele Grüße, und einen sonnigen und erholsamen Urlaub!

wok

Alfred_Schmidt

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7

Mittwoch, 10. September 2014, 00:50




Geza Anda ist mein nächster Kandidat. Ich erinnere mich noch, wie er in einem Booklet von einer Zusammenarbeit mit Clara Haskil schwärmte. Ich erinnere mich auch, wie ich vor zig Jahren stolz seine Aufnahme des "Krönungskonzerts mit der Camerata Academica Salzburg (Mozart Klavierkonzert Nr 26 - KV 537) nach Hause brachte - und über alle Maßen entzückt war - ich hörte es zum ersten Male....
Die Gesamtaufnahme aller Klavierkonzerte konnte ich mir damals nicht leisten - sie waren Einzel Langspielplatten zum Vollpreis -und als es sie vor einiger Zeit im Rahmen der "Collectors Edition" auf CD - komplett in einer 8 CD Box gab, da habe ich lange gezögert., denn inzwischen gab es zahlreiche gute Neuaufnahmen. Letztlich habe ich sie dann doch gekauft - und das war gut so - denn anscheinend wurde diese Edition inzwischen gestrichen.
Immerhin gibt es noch drei Einzelveröffentlichungen dieser Edition zum Midprice.
Zumindest eine dieser hier abgebildeten CDs gehören in jede Mozartsammlung....

Nachsatz in letzter Minute. Wie es aussieht hat amazon noch einige Exemplare der Box mit allen Konzerten auf Lager.(bei jpc scheint sie indes nicht mehr auf)

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben...

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Dr. Holger Kaletha

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8

Mittwoch, 10. September 2014, 23:24

Als bedeutender Mozartpianist von Gestern ist natürlich auch Walter Gieseking zu nennen, von ihm stammt auch die erste Fast-Komplettaufnahme der KlavierSoloMusik. Sein klares und luzides Mozartspiel ist bis heute ein Maßstab.
Eine für mich begnadete Pianistin, die nicht nur Referenzstatus im Bereich der spanischen Komponisten genießt, sondern auch insbesondere bei Mozarts Werken, ist Alicia de Larrocha:
Da kann ich Euch nur mit voller Überzeugung zustimmen! :hello:

Die Aufnahmen der unvergleichlichen Clara Haskil, an der kein Weg vorbeiführt, gibt es - das ist es doch Wert zu erwähnen - dezeit in einer sehr günstigen Box für knapp über 20 Euro, darunter die Duo-Sonaten für Klavier und Violine mit Arthur Grumiaux:



Zu den wirklich absolut herausragenden Großtaten in Sachen Mozarts zählen auch die leider nicht so zahlreichen Aufnahmen von Emil Gilels:



Und noch ein Russe: Der alte Horowitz meinte: Mozart ist der Größte und Schwerste! Der "Gott des Klaviers" (Joachim Kaiser) zeigt hier ein wahrlich "göttliches" Klavierspiel. Das ist allerhöchste Klavierspielkunst, nuancierter, farbiger, poetischer und sinnlich-betörender kann man Mozart einfach nicht spielen. Mozart für Genießer - ich nenne das gerne Horowitz´ "Altersepikuräismus".



Später mehr... :)

Schöne Grüße
Holger

Thomas Pape

Moderator

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Registrierungsdatum: 30. August 2006

9

Donnerstag, 11. September 2014, 02:07

Gieseking ist auch mein Mozart-Favorit. Sein klares, sauberes SPiel ohne jede Effekthascherei ist und bleibt für mich bemerkenswert und unerreicht. Das neben Gieseking bei mir noch andere Pianisten stehen versteht sich allerdings von slebst. Mit einer GA der Klavierwerke nenne und empfehle ich Gilbert Schuchter.



Virtuosität und Glanz spielen bei ihm keine Rolle, sein Mozart ist warm und innig.

Freilich soillte man bei den Alten auf Wilhelm Backhaus und Wilhelm Kempff schauen,



auch wenn die Plattenausbeute bei beiden eher gering ist. Besonders bedauerlich bei Backhaus, wie gründlich der vom Tonträgermarkt verschwunden ist. Das trifft auch für Jaqueline Blancard zu, die für DECCA eine Platte mit vier Sonaten aufgenommen hat. Ihr Mozartspiel ist von Tempo geprägt, ein sehr nüchterner, dennoch hörenswerter Zugang (wenngleich gewiss nicht meine persönliche Nr.1). Leider derzeit auf dem Markt nicht beschaffbar, weder als LP noch als CD.

Den mittlerweile 89-jährigen Aldo Ciccolini können wir wohl in diesem Thread erwähnen. Auch wenn es gar nicht so lange her ist, dass er noch einmal eine Mozart-CD veröffentlicht hat (2 Jahre, glaube ich). Mozarts Werk hat ihn allerdings seine ganze mittlerweile 64 Jahre währende Karriere begleitet. Bereits zu Beginn seiner Laufbahn nahm er einige Mozart-Sonaten auf, spielte sie immer wieder öffentlich, wiederholte die mono-Aufnahmen in stereo und nahm um 1990 für ein skuriles italienisches Kleinlabel alle Sonaten auf. Eine Re-Edidition bei Cascavelle ist -anders als bei den Beethoven-Aufnahmen- leider nicht abgeschlossen worden, so daß man sich mit der großen EMI-Edition und den beiden neueren CD's begnügen muss.





Zu den großem Alten würde ich noch Elly Ney zählen, die auch zu einer Generation gehört, die nicht alles was sie im Konzertleben bewegt hat, auch auf Platte verewigte. Zumal das für sie nach dem Krieg schwierig geworden war. Ihren Aufnahmen kag keinerlei Vorstellung von "HIP" zugrunde, was nichtsdaran ändert, dass mir persönlich ihr Mozart lieber ist als ihr Beethoven. Hier kann man in eine ihrer Vorkriegsaufnahmen hineinhören:



Liebe Grüße vom Thomas :hello:
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

wok

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10

Donnerstag, 11. September 2014, 02:27

Wohl etwas weniger als im Falle BEETHOVEN und vor allem CHOPIN, wo es doch einige Pianisten gibt, die sich überwiegend der Interpretation deren Werke gewidmet und sich als ausgesprochene BEETHOVEN- oder CHOPIN-Exegeten einen Namen gemacht haben, gibt es bei MOZART Pianisten, die die Aufführung und Einspielung dessen Werke in so deutlichem Ausmaß praktiziert hätten. Gewiß gibt es auch herausragende Pianisten, die es nicht nötig haben, sich durch höchste virtuose Technik auszeichnen zu wollen, und die die Sensibilität und Subtilität besitzen, den so genialen musikalischen Eingebungen MOZARTs nachzuspüren und meisterhaft zum Klingen zu bringen, doch sind die Kompositionen für Klavier MOZARTs so vielfältig in Anlage und Stimmung, daß es aiuch dem genialsten MOZART-Spieler - sofern es so etwas gibt - kaum jemals gelingen dürfte, ein jedes dieser Werke so zu interpretieren, daß es allen Ansprüchen - auch den eigenen - gerecht werden könnte, und es dazu keine bessere Alternative gäbe. Dies trifft sicher ohnehin auf die verschiedenen Musikgattungen wie die Sonaten und Konzerte zu, aber selbst innerhalb einer solchen Gattung stelle ich oft fest, daß die Einspielung eines weniger berühmten Interpreten meinen Vorstellungen besser entspricht als die eines allgemein gefeierten MOZART-Interpreten. Auch dem Besten gelingt bzw. liegt nicht jede Sonate oder jedes Konzert immer gleich gut, und ein Frühwerk MOZARTs erfordert sicher eine andere Herangehensweise und einen anderen Spieler-Typus als ein Werk aus seiner mittleren oder späten Schaffensperiode. Und es kann dann auch sehr gut sein, daß aus meiner Sicht z. B. ein ALFRED BRENDEL, den man wohl eher als BEETHOVEN- oder SCHUBERT-Interpret schätzt, ein MOZART-Klavierkonzert mit seinem Spiel besser trifft als jeder andere.

Auch im Falle MOZART bin ich deshalb kein Freund von Gesamteinspielungen, sondern wähle mir für meine offizielle Referenz- Diskothek nach langen, sorgfältigen Vergleichen aus Konzerteindrücken, Rundfunk-und TV-Sendungen, wie auch youtube Anhörungen, jeweils jene Aufnahme aus, die meinen eigenen Vorstellungen eines Werkes am nächsten kommt. Nachstehend einige wenige Beispiele, welche Interpretation ich für ein bestimmtes Werk als besonders gelungen erachte:

Klaviersonaten:

CHRISTOPH ESCHENBACH
(Sonaten Nr. 10 KV 330 + Nr 11 KV 331 und Rondos KV 485 und 511 = optimum!!)



Klavierkonzerte:

INGRID HAEBLER/CAPELLA ACADEMICA/EDUARD MELKUS: (Konzerte Nr. 1 KV 37, Nr. 2 KV 39, Nr. 3 KV 40, Nr. 4 KV 41 =
optimum!!)



FERENC RADOS/UNGARISCHES KAMMERORCHESTER/VILMOS TÁTRAI: (Konzert Nr. 14, KV 449 = optimum!!)
FERENC RADOS's MOZART-Spiel kann ich hier leider nur mit dem Konzert Nr. 12 KV 414 und dem LISZT CHAMBER ORCHESTRA unter FRIGYES SÁNDOR präsentieren statt Nr. 14!

ALFRED BRENDEL/ ORCHESTER DER WIENER VOLKSOPER/WILFRIED BOETTCHER (Konzert Nr. 20 KV 466 = optimum!!)

ANNEROSE SCHMIDT/STAATSKAPELLE DRESDEN/OTMAR SUITNER: Konzert Nr 21 KV 467 = optimum!!)

CLIFFORD CURZON/ LONDON SYMPHONY ORCHESTRA/ISTVAN KERTESZ: Konzerte Nr. 23 KV 488 + Nr. 24 KV 491 = optimum!! Für mich einer der herausragendsten MOZART-Interpreten!!



ANNIE FISCHER/BAYERICHES STAATSORCHESTER/FERENC FRISCAY: Konzertrondos KV 382 + 386 = optimum)



PIERRE SANCAN/JEAN-BERNARD POMMIER/LAMOUREUX CONCERTS/DIMITRI CHOROFAS: Konzert für 2 Klaviere und Orchester KV 365 = optimum!! )


Viele Grüße
wok

Alfred_Schmidt

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11

Donnerstag, 11. September 2014, 22:53

Ein weiterer großer Mozart-Pianist blieb bisher ungenannt: Robert CASADEUS (1899-1872)
Zwar hat er nicht nur Mozart gespielt, sondern besonders oft auch Ravel, Debussy und Schumann - aber dennoch kann er heute auch als Mozart-Spezialist gelten. Die von ihm gemachten Aufnahmen mögen dies bestätigen. Von Casadesus ist kein kompletter Zyklus der Klavierkonzerte vorhanden, aber dennoch einige bedeutenden Konzerte - und ich bin frog, daß es wenigstens diese gibt.Wenn ich das Klavierkonzert Nr 27 durch eine Aufnahme von Clara Haskil kennengelernt habe, und die Nr 26 durch Geza Anda, so waren es im Falle von Casadesus die Nr 22 und 23 (CBS - auf Vinyl).

Die Klaviersonaten sind indes kaum auf Tonträger verewigt, ich konnte lediglich 4 in seiner Diskographie finden - alle Mitte der 50er Jahre entstanden und daher mono. Hier kann ich (noch) keine Stellungnahme abgeben, soweit ich weiss ist lediglich die Sonate Nr 12 KV 332 in der von mir gezeigten - und in meinem Besitz befindlichen - Box enthalten...


mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Dr. Holger Kaletha

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12

Donnerstag, 11. September 2014, 23:55

Sehr beeindruckend nicht anders als sein Beethoven ist auch der Mozart von Arthur Rubinstein. Eine ideale Mischung aus klassischer Schlichtheit und Empfindsamkeit. Besonders beeindruckend finde ich den sehr getragenen langsamen Satz von KV 488. Ideal auch seine Aufnahme des Rondos KV 511 (an dem Horowitz gescheitert ist.... ;) ) Beim Zusammenstellen entdecke ich etwas bestürzt, dass ich die Aufnahme mit dem Guarneri-Quartett gar nicht habe...





Schöne Grüße
Holger

William B.A.

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13

Freitag, 12. September 2014, 03:00

Ich möchte hier noch Rudolf Serkin anführen, der nicht nur ein großer Beethoven-Pianist war, sondern auch ein großer Moazrt-Pianist, wie sein großer Altersgenosse Claudio Arrau.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

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14

Freitag, 12. September 2014, 03:05

Ich möchte nun auch Claudio Arrau anführen, der nicht nur ein großer Beethoven-Pianist war, sondern auch, wie sein großer Altersgenosse Rudolf Serkin, ein großer Mozart-Pianist.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

wok

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15

Freitag, 12. September 2014, 12:00

Zitat

Alfred Schmidt: Ein weiterer großer Mozart-Pianist blieb bisher ungenannt: Robert CASADEUS (1899-1872)

Alfred hat recht, wenn er auch auf ROBERT CASADESUS als großen MOZART-Pianisten hinweist, denn dieser war eben nicht nur ein großartiger Interpret der Werke RAVELs und DEBUSSYs - für seine Einspielung des Gesamtwerkes von RAVEL für Soloklavier erhielt er den "Grand Prix du Disque" - sondern seine Interpretation der MOZART-Klavierkonzerte gibt diesen eine faszinierende Strenge und sinfonische Größe und ist ein Optimum an Präzision und Ausgewogenheit, nicht zuletzt perlender Geläufigkeit. Wo angezeigt, spielt er aber auch leidenschaftlich und zupackend. Ich erlebte ihn z. B. anlläßlich des MOZART-FESTES 1962 im Kaisersaal der Würzburger Residenz mit dem Klavierkonzert Nr. 27 KV 595 mit dem SYMPHONIE-ORCHESTER DES BAYERISCHEN RUNDFUNKS unter RAFAEL RUBELIK. Mit seinem mitreißenden, leidenschaftlichen Spiel mit herrlich perlenden Läufen in den schnellen Sätzen und wunderbarer Vertiefung im Larghetto versetzte der die Zuhörerschaft in Begeisterung.

ROBERT CASADESUS entstammt ja einr hochmusikalischen Familie, und sein Sohn JEAN CASADESUS versprach ebenfalls eine große Pianisten-Karriere zu nehmen, er spielte u. a. unter EUGEN ORMANDY und gewann 1947 den "Internationalen Musikwettbewerb in Genf", doch beendete ein Autounfall 1972 jäh seine hoffnungsvolle Pianistenlaufbahn.

Mit seiner Ehefrau GABY CASADESUS, ebenfalls eine ausgezeichnete Pianistin, die sich auch viel mit RAVEL beschäftigte, trat ROBERT CASADESUS ab 1960 häufig in Konzerten auf, und man bewunderte ihr wunderbar synchrones Zusammenspiel, besonders auch in MOZART's D-Dur-Sonate.

Viele Grüße
wok

Dr. Holger Kaletha

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16

Freitag, 12. September 2014, 19:20

Ich möchte nun auch Claudio Arrau anführen, der nicht nur ein großer Beethoven-Pianist war, sondern auch, wie sein großer Altersgenosse Rudolf Serkin, ein großer Mozart-Pianist.
Die Arrau-Mozart-Box habe ich natürlich auch, lieber Willi! Das sind ganz späte Aufnahmen von ihm (Philips). :hello:

Alfred hat recht, wenn er auch auf ROBERT CASADESUS als großen MOZART-Pianisten hinweist, denn dieser war eben nicht nur ein großartiger Interpret der Werke RAVELs und DEBUSSYs - für seine Einspielung des Gesamtwerkes von RAVEL für Soloklavier erhielt er den "Grand Prix du Disque" - sondern seine Interpretation der MOZART-Klavierkonzerte gibt diesen eine faszinierende Strenge und sinfonische Größe und ist ein Optimum an Präzision und Ausgewogenheit, nicht zuletzt perlender Geläufigkeit.
Der Mozart von Casadesus steht auf meiner Wunschliste, lieber Wok. Die Ravel-GS besitze ich natürlich. Sein Spiel (eigentlich untypisch für einen französischen Pianisten) hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem von Arthur Rubinstein. :)

Nicht unerwähnt bleiben darf hier natürlich auch Svjatoslav Richter. Nach eigenen Angaben mochte er eigentlich Haydn lieber als Mozart - Richters Aufnahmen sind aber immer von großer Eindringlichkeit und Gewicht:



Arturo Benedetti Michelanglis diverse Aufnahmen der Mozart-Konzerte aus den 50iger Jahren (u.a. mit C. M. Guilini) haben eine geradezu magische Ausstrahlung - ein Klavierspiel von metaphysischer Dimension, völlig entmaterialisiert, schlicht, glasklar, unglaublich tonschön und von unfaßbarer virtuoser Leichtigkeit. Ganz anders seine späten vom Tode gezeichneten Aufnahmen mit Cord Garben. Da blickt er hinter die klassische Fassade, welche zerbröckelt - eine Kadenz von KV 466, die in Abgründe blicken läßt. Genauer und sprechender kann man Mozart nicht ausphrasieren - Michelangeli vermeidet ganz bewußt jede stromlinienförmige Glätte. Leider gibt es keine Aufnahmen der Solo-Sonaten von ihm.









Schöne Grüße
Holger

Dr. Holger Kaletha

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17

Samstag, 13. September 2014, 10:09

Sehr beeindruckt haben mich auch diese seminprofessionellen Aufnahmen von Friedrich Gulda, der den Geist von Mozarts Sonaten trifft wie kaum ein anderer. Mit Mozart verband Gulda wohl so eine Art Wahlverwandtschaft. :)



Schöne Grüße
Holger