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Alfred_Schmidt

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Beiträge: 19 027

Registrierungsdatum: 9. August 2004

1

Samstag, 16. Mai 2015, 17:36

Wer war eigentlich dieser Glinka ?

Auch wenn die Threads über die "Gruppe der 5" und über Rimsky Korsakoff noch auf keine Antworten stießen, so setze ich die Serie dennoch fort, darauf bauend, daß irgendwann doch Interesse aufkeimt.
Michail Iwanowitsch Glinka (1804-1857) stammt aus adeligen Kreisen. Erst im Alter von 11 Jahren beginnt er sich für Musik zu interessieren. Auslöser waren hier russische Lieder, welche er in Privatkonzerten im Hause seines Onkels hören konnte. Er bekam Privatunterricht in den Fächern Violin und Klavier. Als Schüler des höheren pädagogischen Adelsinstituts war es selbstverständlich, daß er Gesangsunterricht erhielt, ebenso wurde er in Musiktheorie unterrichtet. Schon mit 18 Jahren debütierte er mit dem Klavierkonzert in a-moll von Johann Nepomuk Hummel und unternahm erste Kompositionsversuche.
Seinen Dienst im Verkehrsministerium quittierte er schon nach 4 Jahren.
Es folgte ein Italienaufenthalt, wo er Bellini, Donizetti und Mendelssohn Bartholdy kennenlernte. 1834 folgten Studien bei Siegfried Dehn, der Glinkas Suche nach einer eigenständigen russischen Musiksprache förderte. Glinkas Bedeutung für Russland liegt vor allem darin, daß er einen russischen Nationalstil entwickelte, einerseits in seinen Liedern, andrerseits in seinen beiden Opern.
Glinka wird gerne als "Vater der Russischen Oper" aber auch als "Begründer der russischen klassischen Musik" bezeichnet. Vor Glinka gab es zwar eine sehr aktive Klassikszene, die indes - speziell auf dem Gebiet der Oper - aber nicht nur dort - die aber sehr von westlichen Einflüssen geprägt war, in Falle der Oper von italienischen.
Mit seiner ersten Oper, "Iwan Sussanin" beginnt nach offizieller Sicht die eigenständische russische Oper. Hier werden erstmals Bauern als handlungsvortreibendes Element auf die Bühne gebracht, was Widerstand beim Adel hervorrief und dem Werk die spöttische Bezeichnung "Kutschermusik" eintrug. Allerdings hatte Glinka die besseren Karten: Das Libretto stammte vom Privatsekretär des Zaren, Baron Giorgi Fjodorwitsch von Rosen (1800-1860) und Glinka folgte dem Wunsch von Nikolaus I. die Oper noch vor der Premiere in "Ein Leben für den Zaren" umzubenennen. Die Premiere fand am 9. November 1836 in St. Petersburg statt. Der Zar war anwesend und spendete Beifall. Glinkas adelige Gegner mussten schweigen.....

Natürlich ist noch lange nicht alles über Glinka gesagt, über seine Liebschaften, seine Liebe zum Russischen Volkslied und über seine Instrumentalmusik. Offen bleibt auch die Frage, weshalb einerseits seine Bedeutung so hoch eingeschätzt wird und man andrerseits seine Musik so selten zu hören bekommt.....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Joseph II.

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2

Sonntag, 5. Februar 2017, 21:19

"Ein Leben für den Zaren"



Ich hörte heute zum ersten Mal Glinkas wohl berühmtestes Werk, die Oper "Ein Leben für den Zaren", allerdings in der üblichen sowjetischen Fassung als "Iwan Sussanin". Die Neufassung des Librettos besorgte Sergei Gorodezki 1939. Die Aufnahme von Mark Ermler von 1979 ist wirklich erstklassig und lässt keine Wünsche offen. Wo genau liegen denn die Veränderungen im Libretto? Scheinbar wurde der enge Bezug zur Romanow-Dynastie getilgt, die Oper aber in ihrer vom Komponisten vorgesehenen Handlungszeit Anfang des 17. Jahrhunderts ("Zeit der Wirren") belassen. 1613 bestieg Michail Romanow als Michael I. den Zarenthron, was den Hintergrund für diese Oper lieferte. In der sowjetischen Fassung wurde (natürlich) die Rolle des Volkes, das hier als Verteidiger des Vaterlandes auftritt, besonders betont. Ist mittlerweile wieder die Urfassung die üblicherweise gespielte?
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid