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moderato

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Registrierungsdatum: 14. November 2010

1

Sonntag, 3. Januar 2016, 09:40

Der Zink - das Serpent, vergessene Instrumente

Im Thread "Das knifflige Coverbildrätsel" bin ich in einem Gemälde auf die Darstellung eines Instrumentes gestossen, das mir vom Aussehen bekannt ist, dessen klanglichen Möglichkeiten mir jedoch vollkommen unbekannt waren. Es nennt sich Zink (Zinken, auch Lituus, italienisch Cornetto, engl. Cornett). Die wesentlich längere Form nennt sich Serpent.



Auf Wikipedia habe ich eine kurze Beschreibung zu diesem Instrument gefunden, die es gut erklärt. Den Artikel finde ich lesenswert, weil er einen guten Überblick bietet.

"Der Zink wird im Prinzip wie eine Trompete geblasen, das heißt, der Ton wird in einem Kesselmundstück – in der Regel aus Holz, Horn, Messing oder Elfenbein – mit den Lippen erzeugt. Daher wird der Zink trotz seines Materials zu den Blechblasinstrumenten gezählt. Die Spieler setzen das Mundstück seitlich oder mittig auf den Lippen an. Jedoch unterscheidet sich die Ansatztechnik des Zinks nicht unerheblich von der Trompete oder den anderen klassischen Blechblasinstrumenten, und dies aufgrund des verhältnismäßig sehr kleinen Mundstückes.

Oft wird der Zink als eine Art Mischung aus Blockflöte und Trompete angesehen. Er ist ein Grifflochhorn: Die mit den Lippen hervorgebrachten Naturtöne werden durch Öffnen und Schließen von 6 bis 7 Grifflöchern verändert. Wie bei anderen Grifflochhörnern ist der Ziehbereich der Töne sehr groß, was die Intonation schwierig macht.

Der Zink war vom 15. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts eines der wichtigsten Instrumente. Er hatte den Ruf, die menschliche Stimme besonders gut imitieren zu können."


In diesem kurzen Film zeigt Andrew Hallock, wie das bis in die Renaissance gebräuchliche Instrument aufwändig hergestellt wird. Zudem wird uns ein Einblick in die Werkstatt dieses Instrumentenbauers geboten.



Die Röhre des Serpents ist aus Holz und schlangenförmig gewunden. Es wird gleich gespielt, wie der Zink. Wie beim krummen Zinken ist sie aus zwei Hälften zusammengeleimt und mit Leder überzogen. Es ist das Bass-Instrument der Zinken-Familie. Anders als der Zink war das Serpent bis in das 19. Jahrhundert ein gebräuchliches Musikinstrument. Händel und Berlioz setzten es in ihren Werken ein.



Die Wahl des Mundstückes ist eine Wissenschaft. Andrew Hallock erklärt anschaulich und hörenswert die Unterschiede:



Ich gestehe, ich bin durch meine Recherche süchtig nach diesem besonderen Klang dieser Instrumente geworden. ;)

Dass der Zink ein schwierig zu intonierendes Instrument ist, wird in diesem Film ersichtlich, in dem Andrew Hallock in der Küche die Spielweise erklärt.


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Um ein guter Zuhörer zu sein, muss man eine musikalische Kultur erwerben...man muss vertraut sein mit der Geschichte und Entwicklung der Musik, man muss zuhören...Um die Musik zu empfangen, muss man seine Ohren öffnen und auf die Musik warten, man muss glauben, dass man sie braucht...Zuhören ist anstrengend, und blosses Hören ist keine Leistung. Auch eine Ente kann hören.
Igor Strawinsky

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zweiterbass

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2

Sonntag, 3. Januar 2016, 22:17

Hallo,

nachfolgende Beiträge können den Beitrag vom moderato ergänzen:

Renaissancemusik - nur für eine Minderheit?
Renaissancemusik - nur für eine Minderheit?


Viele Grüße
zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler

timmiju

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3

Dienstag, 19. Januar 2016, 23:13

Anders als der Zink war das Serpent bis in das 19. Jahrhundert ein gebräuchliches Musikinstrument. Händel und Berlioz setzten es in ihren Werken ein.

Lieber moderato, schön dass du auf das Serpent hinweist und den Bezug zu Berlioz. Wer dieses Instrument beim Spielen erleben will, sollte sich diese DVD ansehen, wo in der Symphonie fantastique nicht nur das Serpent, sondern auch andere seltene Instrumente zu erleben sind. Ich finde diese Aufnahme einzigartig!


Beste Grüße
:hello:
Wenn schon nicht HIP, dann wenigstens TOP