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William B.A.

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Sonntag, 8. Mai 2016, 22:52

Als ich den Behgriff "Sequentia" separat eingab, bin ich auf diese Box gestoßen, in der auf 10 CD's reichliches Liedmaterial aus verschieden Zeiten und verschiedenen Gegenden zu finden ist. Eine Kostprobe von Yutube habe ich auch beigefügt:



Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

musikwanderer

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62

Montag, 9. Mai 2016, 12:43

Irre ich mich? Oder kann ich feststellen, dass die musiksammelnden Eichhörnchen hauptsächlich in der Renaissance (oder auch Frühbarock) aktiv waren? Wenn ich die Beiträge hier durchsehe, sind die Sammler heutzutage wohl ausgestorben.

Ich möchte noch Hans Leo Hasslers "Lustgarten neuer teutscher Gesäng", eine Sammlung von Balletten, Gaillarden, Intraden und Liedern (für 4 bis 8 Stimmen) hinzufügen, eine sehr beliebte "Schatztruhe", die schon bald nach ihrem ersten Erscheinen zu allerlei möglichen Bearbeitungen für ebenso allerlei Instrumente geführt haben (ein Beispiel für Tastenintrumente füge ich hier bei):




Die Auswahl, die seinerzeit Dierich Knothe getroffen und mit der Capella Lipsiensis eingespielt hat, gibt davon einen kleinen Eindruck. Ich persönlich würde mir aus dieser Sammlung mehr Aufnahmen wünschen, glaube aber kaum, dass die Labels sich dafür interessieren.

In der Einleitung zur CD-Ausgabe heißt es, dass die Bedeutung dieser Sammlung für die Entwicklung des deutschen Liedes nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Und natürlich fehlt dann auch nicht der Hinweis auf eine der bedeutendsten Melodien, die sich in dieser Sammlung befinden: "Mein Gmüth ist mir verwirret, das macht ein Jungfrau zart". Der Melodie sollen verschiedene geistliche Texte unterlegt worden sein, wovon "O Haupt voll Blut und Wunden" wiederum der bekannteste ist, der auch in die Bachsche "Matthäus-Passion" Eingang fand. Man kann aber auch gut und gerne noch die Gaillarde "Tanzen und springen" dazu zählen oder auch den Tanz "Nun lasst und fröhlich sein bei einem Glase Wein".

:hello:
.

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William B.A.

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Montag, 9. Mai 2016, 15:02

Zitat

musikwanderer: Irre ich mich? Oder kann ich feststellen, dass die musiksammelnden Eichhörnchen hauptsächlich in der Renaissance (oder auch Frühbarock) aktiv waren? Wenn ich die Beiträge hier durchsehe, sind die Sammler heutzutage wohl ausgestorben.

Lieber musikwanderer, das liegt wohl daran, dass dr. pingel diesen Thread im Forum für alte Musik angesiedelt hat. Als ich ohne groß nachgelesen zu haben, hier im Thema mit Beethoven auftauchte, habe ich mir auch prompt einen "Elfmeter" von der Moderation abgeholt :D .
Später gab es auch noch sehr fleißige Eichhörnchen wie z. B. dieses:

Ludwig Erk


Zitat

In seiner Zeit am Rhein hatte er die so genannten bergisch-niederrheinischen Lehrergesangsfeste gegründet. 1845 gründete er den Erk’schen Männer-Gesangverein. Diesem Verein fügte er 1852 einen gemischten Chor an. Erk komponierte selber und war ein intensiver Volksliedsammler. Er war der erste wissenschaftliche Melodiensammler in Deutschland. Durch Vergleich verschiedener Lied-Varianten versuchte er nicht korrumpierte Urversionen von Volksliedern freizulegen. Er hatte eine Sammlung von etwa 20000 Volksliedern angelegt, welche er in Liederbüchern veröffentlichte. Daneben war er um 1850 gemeinsam mit Ernst Julius Hentschel an der Herausgabe der Musikzeitschrift Euterpe beteiligt.


https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Erk

Das wäre vielleicht eine Idee für einen eigenen Thread ^^ .

Liebe Grüße

Willi :)
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dr.pingel

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Montag, 9. Mai 2016, 17:42

Ich erinnere mich, dass Janacek und Bartok beide durch ihre Heimatländer gezogen sind und Volkslieder gesammelt haben, die sich dann auch, bearbeitet, etwa in Jenufa, in ihren Werken finden. Gesungen habe ich dann mehrmals die wunderbaren 4 slowakischen Lieder von Bela Bartok, ein Muss für jeden Chor.
Wieweit diese Sammlungen aber ihren Niederschlag in Tonaufnahmen gefunden haben, weiß ich nicht. Der Elfmeter war übrigens unberechtigt, weil du ja schon Brahms mit meiner Billigung hier zitiert hast. Beim Starten des Themas waren mir eher die cancioneros vor Augen, an später habe ich nicht gedacht.
"Früher war alles besser!" Sogar die Kommentare zu "Früher war alles besser!" waren früher besser (Dr. Pingel´s Brosamen, Band 1, Nr. 65).

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65

Montag, 9. Mai 2016, 17:46

Das Problem stellt sich insofern nicht, da meine Ohren in meinem Alter auch keine CD-Qualität mehr haben.



ich zitiere mich mal selbst aus zwei Beiträgen über das gleiche Thema aus dem September 2010: meine Ohren lagen damals bei 16.000 Hertz (das rechte), das linke noch darunter. CDs sind für 44.000. Eine CD-Sammlung ist demnach ohne Radio reichlich unwirtschaftlich. Wenn ich die Radiomitschnitte alle als CD hätte kaufen müssen, wäre ich pleite.
"Früher war alles besser!" Sogar die Kommentare zu "Früher war alles besser!" waren früher besser (Dr. Pingel´s Brosamen, Band 1, Nr. 65).

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Dienstag, 10. Mai 2016, 08:36

Ganz kurz etwas OT - mit Dank an Willi, der mir die Augen geöffnet hat, in welcher Rubrink Dr. Pingel das Threma angesiedelt hat. Das habe ich nicht registriert und selber auch Brahms erwähnt, mit Haßler aber wieder in die Spur gefunden...

:hello:
.

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dr.pingel

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Dienstag, 10. Mai 2016, 18:40

Johann Hermann Schein - Israelis Brünnlein

Ich habe überlegt, ob auch Komponisten, die ihre eigenen Eichhörnchen waren, hierhin gehören. Ich habe mich dann dafür entschieden, weil der entscheidende Aspekt dieser ist, dass diese Sammlungen nie geschlossen aufgeführt werden. Die Marienvesper von Monteverdi wird trotz ihrer disparaten Stücke immer zusammen aufgeführt. Ausnahme war mein Chor, wir haben das wunderbare "Ave maris stella" gesungen. Den Rest nicht, weil wir dazu nicht in der Lage waren, von den Anforderungen her und den Finanzen (Solisten!).
Nirgendwo wird man Johann Hermann Scheins Motettensammlung "Israelis Brünnlein" ganz aufgeführt sehen. Es handelt sich um 21 Motetten, von denen immer nur einige ausgewählt werden. Johann Hermann Schein war Thomaskantor und mit Schütz befreundet; er wurde nur 46 Jahre alt, und Schütz hat ihm in seiner "Geistlichen Chormusik von 1648", auf die ich noch komme, einen musikalischen Epitaph gesetzt (ich glaube, es ist Nr. 20 "Das ist je gewisslich war").
Von Schein habe ich aus dieser Sammlung einiges gesungen, neben Psalm 116 (der nicht aus dieser Sammlung ist) hier die Nr. 18 "Was betrübst du dich, meine Seele?". In dieser Sammlung steht Johann Hermann Schein von der Qualität her Schütz in nichts nach.
Wenn ich auch die Aufnahme der "Exequien" von Schütz durch Herreweghe (zugleich mit einem anderen Tamino) hier kritisiert habe, aber mit dem "Israelis Brünnlein" hat er eine Referenzaufnahme geschaffen.

"Früher war alles besser!" Sogar die Kommentare zu "Früher war alles besser!" waren früher besser (Dr. Pingel´s Brosamen, Band 1, Nr. 65).

William B.A.

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Dienstag, 10. Mai 2016, 19:00

Das "Venus-Kräntzlein" von 1609 könnte doch auch hierhin gehören, oder nicht?:



Liebe Grüße

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69

Dienstag, 10. Mai 2016, 19:08

Wie ich soeben gelesen habe, verfasste auch

Johann Staden, 02.07.1581 - 15.11.1634, ein Jahr später, 1610, ein Venus-Kräntzlein:

http://www.musicalion.com/de/scores/noten/8120/johann-staden

Liebe Grüße

Willi :)
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Mittwoch, 11. Mai 2016, 18:53

Schütz - Geistliche Chormusik von 1648

Auch dieses Werk ist kein eigenes Werk, sondern eine Sammlung von 30 selbstständigen Motetten, von Schütz aber als "Geistliche Chormusik" 1648, im Jahr des Westfälischen Friedens, veröffentlicht. Von diesen 30 habe ich immerhin 12 in verschiedenen Chören gesungen. Es gibt keinen evangelischen Chorsänger, der nicht mindestens ein Stück aus dieser Sammlung im Gepäck hat. Schütz wurde in den 1920ern von der Singbewegung (analog gab es die Wanderbewegung. "Aus grauer Städte Mauern" war ihr Motto) neu entdeckt, leider auch mit einem Konstruktionsfehler. Man hielt das reine A-Capella-Singen bei Schütz für angebracht. Diese Meinung vertritt hier im Forum unser zweiter bass. Aber schon in den verschiedenen Vorreden von Schütz zu seinen eigenen Werken steht, dass die Stücke sehr variabel gesungen werden konnten, auch mit Instrumenten. Klassisches Beispiel ist hier die Motette "Du Schalksknecht" für 1 oder mehrere Tenöre (eine Stimme) und Instrumente. Ein anderes Missverständnis ist, wenn man einen zu dünnen Chor hat oder extrem viele solistische Stellen einbaut.
Schütz ist relativ leicht zu singen, etwa gegenüber Bach, aber man muss den Schütz - Sound treffen, der eben auch den Faktor enthalten muss, was ich als Gabrieli-Faktor bezeichne. Der Schütz-Sound hat die Gabrielische Pracht, aber auch Tiefe und Textbezogenheit sowieso.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie auch berühmte Dirigenten und Barockspezialisten daran scheitern. So empfinde ich Herrweghes Exequien als langweilig, aber seine Aufnahme des Opus ultimum ist die Referenzaufnahme.
Manfred Cordes mit der Weserrenaissance liegt ganz daneben, da wird das meiste solistisch abgehandelt. Die Aufnahme des Knabenchores Hannover mag ich wegen des Timbres der Knaben nicht. So bleiben für mich nur zwei Dirigenten der geistlichen Chormusik: Wilhelm Ehmann, eine ältere Aufnahme (manchmal verspottet, ich liebe sie trotzdem und werde musikwanderer morgen eine Kopie verehren.


Unter den moderneren Dirigenten überragt Howard Arman mit seiner Schütz-Akademie alles. Leider gibt es von ihm keine Gesamtaufnahme der Chormusik, sondern nur einzelne Motetten.
Am allerliebsten sind mir meine eigenen Aufnahmen, die ich alle noch kann, wenn ich die Noten vor mir liegen habe.
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71

Mittwoch, 11. Mai 2016, 22:14


Das Partiturbuch des Jacob Ludwig (1623–1698) müsste auch hierher gehören. Ich habe eine CD mit Stücken daraus von Echo Du Danube und eine von Harmonie Universelle. Die Sammlung umfasst 114 Instrumentalstücken und stellte ein Geburtstagsgeschenk für Herzog August II. von Braunschweig-Wolfenbüttel dar. Komponisten unter anderem : Antonio Bertali, Johann Heinrich Schmelzer, Johann Michael Nicolai, Clemens Thieme, Adam Drese, Samuel Capricornus, Dario Castello, Christoph Bernhard und Nathanael Schnittelbach sowie Stücke deren Autor unbekannt ist.

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Donnerstag, 12. Mai 2016, 20:52

Opus primum von Schütz - italienische Madrigale

Das erste große Werk von Schütz ist eine Sammlung von 19 italienischen Madrigalen (SWV 1-19), sozusagen sein Gesellenstück aus seiner Zeit in Venedig. Das war 1611, und er war 27 Jahre alt. Eine zweite Sammlung ist nie gefolgt, sodass der Titel Madrigali I irreführend ist.
Ich habe anhand der Klangbeispiele bei jpc einmal in alle reingehört. Entgegen meiner sonstigen Auffassung über den Gabrieli-Faktor bei Schütz gilt hier umgekehrt. Die beiden Aufnahmen mit größerem Chor, das ist eine Dresdener Aufnahme und die Aufnahme mit dem Kammerchor der Musikhochschule, schneiden nicht so gut ab. Das nicht etwa, weil sie schlecht singen, sondern weil die Intimität der Madrigale bei solistischen Ensembles besser zur Geltung kommt.







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Freitag, 13. Mai 2016, 20:40

Ich möchte den von dr. pingel vorangestellten Einspielungen der Italienischen Madrigale noch die nebenstehende Ausgabe hinzufügen. Der Würfel enthält neben vielen anderen Schütz-Werken auch die SWV-Nummern 1-19 und die sind, meiner Meinung nach, ein hervorragendes Beispiel für gelungene Klangrede. Die Madrigale werden solistisch, also in Kleinbesetzung interpretiert und bieten genau dadurch eine exakte Transparenz. Mir ist allerdings nicht bekannt, ob die Stücke nur vokaliter oder auch mit Instrumentalbegleitung vorzutragen sind. Matteo Messori begleitet den Chor der Solisten jedenfalls vom Cembalo aus. Das mag dem einen oder anderen langweilig vorkommen - mir nicht.

:hello:
.

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Freitag, 13. Mai 2016, 21:14

Soweit ich weiß, werden Madrigale, etwa die von Monteverdi, a cappella vorgetragen.
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Samstag, 14. Mai 2016, 22:04

Opus ultimum von Schütz - der Schwanengesang - Psalm 119

Man kann sich fragen, ob dieses Opus in dieses Thema hineingehört. Es handelt sich um das letzte große Werk von Schütz, die Vertonung des Ps. 119, des längsten biblischen Psalms. 1686 veröffentlicht, war er schon in seinem Stil altmodisch. Für ein einheitliches Werk spricht die Zählung, die im hebräischen Alphabet von alef bis thaw geht (1.-letzter Buchstabe, 22 insgesamt). Allerdings sind alle einzelnen Teile als Einzelmotetten komponiert, denn sie enthalten als strukturelle Eigenschaften sowohl die solistische Intonation wie den doxologischen Schluss mit einem meist prachtvoll (Gabrieli-Faktor!) ausgeführten Amen.

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Sonntag, 15. Mai 2016, 08:26

Da dr. pingel gerade den Schwanengesang von Schütz hier einstellt, gehe ich mal kurz darauf ein: Dank seiner - dr. pingels - großzügigen Hilfe habe ich nun auch die Herrreweghe-Aufnahme, eine tatsächlich sehr gelungene, empathische Interpretation von Schütz' Alterswerk. Inzwischen habe ich sowohl die Harmonia mundi, als auch die alte Eterna (jetzt Berlin Classics)-Einspielung vergleichend gehört. Ich war erstaunt und überrascht - weil ich es nicht erwartet hatte -, wie schlüssig Dietrich Knothe mit seinem Ensemble das Werk anging. Wenn man einmal davon absieht, dass Herreweghe die Intonation chorisch, Knothe diesen Teil solistisch singen lässt, ist die jeweilige Motette bei Dietrich Knothe von der gleichen Empathie getragen wie bei Herreweghe. Ich finde, die alte DDR-Produktion muss sich nicht verstecken!
:hello:
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Montag, 16. Mai 2016, 21:02

Cancionero de Upsala 1556

Dieser cancionero war 1556 in Venedig gedruckt worden. Nur ein einziges Exemplar hat überlebt, in der Universitätsbibliothek in Uppsala (heutige Schreibweise). Er wurde von unserem Eichhörnchen Rafael Mitjana 1909 ediert. Es enthält 70 Stücke, vor allem villancicos.
Es gibt eine Auswahl auf einer CD mit dem Ensemble "Villancico" aus Stockholm.

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Dienstag, 17. Mai 2016, 19:28

Samuel Scheidt - Ludi musici

Samuel Scheidt ist der dritte der großen Sch in Deutschland im 17. Jahrhundert und neben Schütz und Schein der unbeachtetste. Er lebte von 1587 bis 1654, die meiste Zeit in Halle.
Seine Sammlungen: 1620 Cantiones sacrae, 1621 Concerti sacri, 1625 Tabulatora nova (für Tasteninstrumente), 1621, 1622, 1625, 1627 Ludi musici.
Hesperion XX hat unter Jordi Savall eine schöne Auswahl eingespielt.




Diese Aufnahme kenne ich nicht.
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79

Samstag, 21. Mai 2016, 19:12

Der Weg zum eigenen Eichhörnchen ist steinig, aber gangbar

In den seligen Zeiten der Audiocassette gab es einen Ritus, besonders, aber nicht nur, in der Popmusik, eine eigene Sammlung der Lieblingsmusikstücke auf eine besondere Cassette zu speichern, um sie dann Freunden oder der Liebsten zu präsentieren.
Ich frage hier, ob ihr das mit CDs noch macht.
Wenn ich hier sehe, was ihr alle für große Sammlungen habt und wie einige wohl 20 CDs am Tag hören, denke ich mir, dass es auch den umgekehrten Weg geben kann. Wir leben ja im Zeitalter der sozialen Medien, die täglich eine ungeheure Zeit beanspruchen. Mein Lieblingsautor Garrison Keillor aus Minnesota berichtete, wie seine jüngste Tochter, die in 4 sozialen Netzwerken ist, jeden Tag 4 Stunden allein mit Tippen zu tun hat. Die Kleinen fangen damit schon an. Ich bin Lernpate an einer Grundschule (3. Klasse) und sehe viel Schriftliches. Bei der Hälfte der Kinder kann man die Schrift praktisch schon nicht lesen, von den Fehlern rede ich nicht.
Ich glaube, um jetzt zum Thema zu kommen, dass es neben der "Neuen Entschleunigung" auch das geben sollte, was man in der Soziologie "Reduktion von Komplexität" nennt.
Konkret heißt das z.B. für mich, dass ich die ganzen Komponisten neben den Großen, sagen wir mal Dittersdorf, Ries, Bungert und viele andere - sogar Debussy und Berlioz gehören dahin - gar nicht erst höre, sondern mehr Polyphonie, Schütz, Bach, Brahms, Britten.
Dabei geht meine Eichhörnchen-Methode so: ich höre eine CD 5 bis 10 mal, dann wird sie filetiert, und zwar in drei Abteilungen, die dann in den PC in meine Musikbibliothek verschoben werden. Kategorie 1: Stücke, die ich kenne und sehr mag. Kategorie 2: Stücke, die ich nicht mag, die werden nicht verschoben. Kategorie 3: Stücke, die ich mag, aber noch mehr "lernen" muss. Im booklet wird so gekennzeichnet: + - x - L.
Jetzt kommt ein Beispiel: ich besitze vier Josquin-CDs (es gibt noch viel mehr, aber mir reicht das)









Aus diesen vier CDs habe ich mir eine eigene Zusammenstellung gebastelt, die ich zum Hören auf CD brenne, die aber auch im Computer bleibt, weil man die Josquin-Datei dann beliebig erweitern kann. Auch Stücke aus dem Radio kann man da mit unterbringen.
Das alles klingt kompliziert, ist aber am Ende recht einfach.
Diese Methode gilt nicht für große Werke, sondern nur für Sammlungen. Also stelle ich mir aus den 4 Brahms-Sinfonien nicht eine neue zusammen, und auch die Matthäuspassion wird nicht filetiert.
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80

Donnerstag, 2. Juni 2016, 18:52

Banchetto musicale - Johann Hermann Schein

Banchetto musicale ist eine Sammlung von Tänzen, die Schein 1617 in Leipzig veröffentlichte; er war zu dieser Zeit Thomaskantor.
Jordi Savall hat eine Auswahl eingespielt, auch die Gabrielis und Samuel Scheidt sind dort vertreten.

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Alfred_Schmidt

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81

Donnerstag, 2. Juni 2016, 23:08


In der Tat gibt es verschiedenerlei Sammlungen, und dazu gehören sicher auch die eigenen,
aber auch Ensembles einerseits und Plattenfirmen andrerseits stellen auch oft Sammlungen zusammen, die entweder einem Zeitalter Tribut zollen, oder aber einen thematischen Bezug zwischen einzelnen Stücken verschiedener Komponisten herstellen, wobei es oft unklar isr, ob es sich um eine historisch gewachsene Sammlung oder um eine vom Label zusammengestellte handelt.
Die Archivierung solcher Sammlungen ist exorbitant schwierig, weshalb ich mich hier auf das Notwendigste beschränke.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

dr.pingel

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Samstag, 4. Juni 2016, 20:41

Susatos dansereye

Susato war Komponist und Verleger von Musik (1510-nach 1570). So erschienen die "Souterliedekens" von Clemens non papa in seinem Verlag.
Eine Aufnahme der obengenannten Sammlung habe ich nicht gefunden, aber bei jpc gibt es die Noten.

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William B.A.

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83

Samstag, 4. Juni 2016, 23:38

So en passant, wo anders als auf einer Chroprobe, bin ich auf eine möglicherweise neue Spur eines Eichhörnchens namens Fritz Jöde gekommen, und zwar mit einem Lied das wir seit vielen Jahren in unserem Repertorie haben und jetzt demnächst wieder auf einem Ständchen singen werden:

"Drei schöne Dinge fein" von Daniel Friderici (1584 bis 1638). Der Vorsitzende meines zweiten Chores sagte mir nach der Probe (er sitzt neben mir) dass er diesen frischen schwungvollen Satz sehr möge, und so geht es vielen in unseren beiden Chören, dass wir diese alten Sätze aus der Renaissance sehr schätzen, namentlich diesen, der aus folgender Sammlung stammt:

unf hier ist das dazugehörige Eichhörnchen:
(Fritz Jöde: * 2. 8. 1887 - + 19. 10. 1970)

und hier ein gelungenes Ton- (und Bild-)beispeil:



Liebe Grüße

Willi :)
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Sonntag, 5. Juni 2016, 10:37

Lieber William, "Drei schöne Dinge fein" ist das absolute Muss, wenn einer im Chor irgendwas zu feiern hat, Geburtstag oder ein Kind oder ein Enkelkind. In allen meinen vielen Chören konnte das jeder auswendig! Freut mich, dass es bei Euch nicht anders ist.
Das Beispiel allerdings gefällt mir nicht so: dicker Klang, viel zu hallig, viel zu langsam und ein Dirigent als Vorturner, den man nicht braucht! Dein Chor kann das sicher besser, meiner auch!
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Sonntag, 5. Juni 2016, 10:44

Pierre Attaingnant

Pierre Attaingnant war ein Komponist und Musikverleger, der von 1494 bis 1552 lebte. Er verlegte vor allem Tanzbücher. Außerdem erfand er eine Variante des Notendrucks.


CD


Noten
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William B.A.

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Montag, 6. Juni 2016, 18:52

Die Editionen der deutschen harmonia mundi muss man doch etwas genauer betrachten, weil einige Aufnhamen doppelt vorkommen. So hatte ich vor Kurzem hier die "Sequentai Edition" vorgestellt:



Die auf CD 4/5 hier vorkommenden "Trouvères, Courtly Love songs from Norhern France (1175 - 1300) kommen auch in dieser Edition auf CD 1 und 2 vor:



aber die CD 3, 4 und 5 stammen nicht von Sequentia. Nr. 3 und 4 enthalten "Music of the English Court" aus den Jahren 1415 bis 1530, und die CD 5 "Music of the Tudor Period" (1485 bis 1603) Letztere CD enthält Messtexte, aber die Nr. 3 und 4 scheinen mir äußerst interessant, enthalten sie doch teils sehr kraftvolle, instrumental und vokal großrahmige Stücke (Early Music Consort of London) bzw. in Nr. 4 a-capella-Sätze für kleinere Besetzung (Pro Cantione Antiqua).
Insgesamt werden Stücke genannt von William Newark, William Cornyssh, J. Browne, Edmund Turges, Herny VIII, Richard Davy und Anonymous .

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

musikwanderer

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87

Dienstag, 7. Juni 2016, 07:35

In der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg (vielleicht oder sogar bestimmt auch in anderen Bibliotheken, über die ich allerdings nichts berichten kann) gibt es eine Sammlung von 31 verschiedenen Vertonungen des seinerzeit sehr berühmten Madrigals "Ardo si, ma non t'amo" von Giovanni Battista Guarini, die der Buchdrucker Adam Berg 1585 herausgegeben hat. Der Originaltitel lautet:

Sdegnosi Ardori / Mvsica Di Diversi Avttori, Sopra Vn Istesso Soggetto Di Parole, A Cinqve Voci, Raccolti Insieme Da Givlio Gigli Da Immola. - Monachii : Berg, 1585.

Es sind 31 Kompositionen verschiedener Musiker des 15. Jahrhunderts abgedruckt, die Drucker Adam Berg, der sich selbst auch schon mal Adamus Berg und Adam Montanus oder Johannes Montanus nannte, als ein Eichhörnchen der besonderen Art erscheinen lassen. Der Musikdruck soll einer von Bergs Verkaufsschlagern gewesen sein.

Nein, eine Einspielung von diesen 31 Stücken gibt es nicht (wird sich wahrscheinlich auch für kein Label wirklich lohnen, denke ich); ich bin auch nur zufällig bei einer Recherche zu einem gänzlich anderen Thema auf diese Sammlung aufmerksam geworden und habe sie hier gepostet.

:hello:
.

MUSIKWANDERER

Alfred_Schmidt

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88

Dienstag, 7. Juni 2016, 09:20

Tielman Susato

@Beitrag Nr 82 - Tielman Susato: Dansereye
In der Tat ist diese Sammlung nicht erhältlich - ABER es gab einst eine Aufnahme davon, und zwar mit dem New London Consort unter Philip Picket (für L Oiseau -Lyre) wenn ich mich erinnere, wurde die vor vielen Jahren sogar bei Taminio vergestellt und empfohlen. Im Rahmen der derzeit laufenden "Verramschungswelle" klassischer Aufnahmen ist nicht auszuschliessen, daß uns diese Aufnahme in mittlerer Zukunft wieder mal angeboten wird.


In der Zwischenzeit trösten wir uns mit dem derzeit erhältlichen- Derzeit gibt es zwei CDs mit Werken aus den Sammlungen von Susato. Die erste , links im Bild ist mit 24.99 nicht gerade ein Schnäppchen, die Zweite stammt von Naxos - zum Naxos-Preis.
Eigentlich ein Wunder, wieviel erhalten geblieben ist, und ein ebensolches, wie viel davon aufgenommen wurde....
Die großen Sammler der Vergangenheit haben offensichtlich Erfolge mit ihrem Projekt gehabt, die Musik ihrer Generation für die Nachwelt zu bewahren. Es ist zwar nur ein kleiner Kreis, der sich dafür interessiert - aber immerhin...


mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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Alfred_Schmidt

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89

Sonntag, 12. Juni 2016, 22:50

Man sollte nicht glauben, wie viele Musiksammlungen des Mittelalters und der Renaissance es gibt, ich wäre geneigt zu sagen "glücklicherweise". Die Sache hat nur einen Schönheitsfehler; Die Mehrheit der sogenannten Menschheit hat daran ebensoviel Interesse wie ein Rudel Paviane oder Orang Utans.
Meine neueste "Entdeckung" verdanke ich einer CD von Naxos, die sich "CODEX FAENZA" nennt und Instrumentalmusik von Landini, Machaut, Bologna & anonymen Meistern enthält, teilweise auch mit Gesang. Messerscharf habe ich daraus geschlossenm daß es sich um eine weiter Musiksammlung handelt, und wie nicht anders zu erwartebn; Ich hatte recht.
Ich übersetze hier den kurzen englischen WIKI Text, der italienische ist nicht länger, ein deutscher existiert derzeit nicht,

Zitat

Der Codex Faenza (Faenza, Biblioteca Comunale 117) abgekürzt als "(I-FZc 117)" und manchmal unter dem Namen "Codex Bonadies" bekannt, ist ein Musik.Manuskript des späten 15. Jahrhunderts, welches einige der ältesten erhaltenen Stücke für Tasteninstrumente enthält, zuzüglich Singstimmen. Das originale Manuskrit befimdet sich noch immer in der "Biblioteca Comunale di Faenza",nahe Ravenna, aber es existieren einige Faksimile-Drucke in in anderen Bibliotheken Italiens und in Übersee


mfg aus Wien
Alfred

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dr.pingel

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90

Montag, 13. Juni 2016, 20:45

Die Kürbishütte in Königsberg

Es gibt ja Vereine von Eichhörnchen, die sich zwar treffen und austauschen, dann aber keine Sammlungen veröffentlichen. Die Gruppe 47 war so eine Vereinigung, und Günter Grass hat ihr ja im "Treffen von Telgte" ein eindrucksvolles Denkmal hinterlassen, wobei auch eine Fiktion ein Denkmal sein kann. Eindrucksvoll zum einen, weil ein Musiker der wichtigste Mann war, Heinrich Schütz, und eindrucksvoll, weil Grass dann doch eine Sammlung der schönsten Barockgedichte angefügt hat.
Wenig bekannt ist, dass Theodor Storm und Theodor Fontane im gleichen literarischen Club waren, nämlich dem "Tunnel über der Spree" (Brücke unter der Spree hätte dr. pingel auch gefallen).
1636 wurde in Königsberg, das vom 30jährigen Krieg verschont blieb, die "Gesellschaft der Sterblichkeit Beflissener" gegründet, ein literarischer, aber auch musikalischer Zirkel, der das geistliche Lied pflegte. Man traf sich in einer Laube am Pregel, der Kürbishütte, die dem Domorganisten Heinrich Albert gehörte. Dort sang man geistliche Lieder und ritzte Schäfernamen in die von Albert gezüchteten Kürbisse. Neben Albert gehörten Simon Dach, Johann Stobäus, Georg Weissel und einige Naturwissenschaftler zu diesem Kreis. Auch Martin Opitz kam zu Besuch. Schon 1641 wurde die Kürbishütte zerstört, die Stadt requirierte das Gelände für einen Damm.
In zwei weiteren Beiträgen werde ich die Gruppe der barocken Dichter und Komponisten noch vorstellen, wie sie in den CDs von Andreas Scholl und Annette Dasch aufgenommen worden sind.

clck 2157
"Früher war alles besser!" Sogar die Kommentare zu "Früher war alles besser!" waren früher besser (Dr. Pingel´s Brosamen, Band 1, Nr. 65).