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C.Huth

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31

Montag, 14. November 2005, 07:24

Zitat

Original von Norbert
Zu Bostocks Aufnahme habe ich hier etwas geschrieben.

Bostock setzt den von Gardiner und Harnoncourt eingeschlagenen Weg konsequent fort. Riesige Interpretationsunterschiede findet man nicht, aber die Auseinandersetzung lohnt sich imo unbedingt.

Bei Interesse können wir über die Aufnahme gerne im entsprechenden Thread plaudern...


Danke Norbert für die Info, mal schauen, ob ich mir Bostock noch zulege (bei 2001 habe ich ihn wohl verpasst, muss mal schauen). Derzeit interessiert mich noch Norrington sehr, den ich live mit der ersten Schumann sehr gut in Erinnerung habe. Alles mal schauen, hat ja auch Zeit. Dann können wir aber gerne in den entsprechenden Thread weiterziehen ;)

Beste Grüsse,

C.
Die wirkliche Basis eines schöpferischen Werks ist Experimentieren - kühnes Experimentieren! (Edgar Varèse)

C.Huth

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32

Montag, 14. November 2005, 07:33

Hallo Johannes und Giselher,

morgens ist immer ein wenig Zeitdruck, aber ich meinte eine andere Stelle als die von Giselher genannte ("Unbedingt Musik" kenne ich noch nicht, sollte ich ändern). Ich bezog mich auf Stellen wie diese hier aus Michael Gielen/Paul Fiebig, "Mahler im Gespräch - Die zehn Sinfonien" (Metzler 2002):

"Welcher Komponist wird sich schon mit solchen Detailfragen bei Mahler abgeben. Während der Dirigent ja in jeder Probe damit konfrontiert ist und natürlich versucht, die problematischen Stellen durch die Dynamik deutlich zu bekommen. Aber da, wo das nicht gelingt, soll er die Freiheit haben, gerade bei einem Komponisten, der selber so viel retuschiert hat, weiter einzugreifen." (S.100)

Solche Stellen gibt es in dem Buch noch häufiger, ich will sie jetzt nicht heraussuchen. Sie stellen grundsätzlich die von Johannes angedachte (nicht "argumentierte", sorry) Frage, ob der Komponist immer alles selbst am besten wissen muss.

BTW, einige Zeilen weiter auf S.100 in oben genannten Buch:

"...Am Anfang der Dritten Schumann vor allem, der ist halt einfach jämmerlich instrumentiert vom Komponisten."

Beste Grüsse,

C.
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Siegfried

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33

Dienstag, 15. November 2005, 17:15

RE: Was bedeutet uns Schumann Heute ?

Der Liederzyklus Dichterliebe nach Heines Buch der Lieder hat einen sehr hohen Stellenwert für mich,wurde doch die ganze Gefühls-Bandbreite in den Liedern zum Ausdruck gebracht.
Die Interpretationen von Fritz Wunderlich und Hermann Prey sprechen mich am meisten an.
Freundliche Grüße Siegfried

Caesar73

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34

Freitag, 21. Juli 2006, 20:09

Liebe Taminos,

es gibt ja weiter vorne einen Thread zum Schumann-Gedenkjahr 2006. Ich finde es macht durchaus Sinn die Frage neu zu stellen: Was bedeutet uns (Euch) Schumann heute (noch?) Irgendwie scheint ja bei dem ganzen Rummel um Wolferl Schumann irgendwo im Nichts zu verschwinden. Hat Schumann uns heute weniger zu sagen als Mozart, oder sollte uns Schumann eigentlich nicht mehr sagen?

Im neuesten Heft der Piano-News wurden Pianisten gebeten über ihr Verhältnis zu Schumann zu schreiben:

Ragna Schirmer schreibt:

"[...] Robert Schumann, geboren am 8.6. im Sternzeichen Zwilling, verkörpert die Zerrissenheit zwischen den Extremen wie kaum ein anderer. Himmelhoch jauchzender Florestan gegen den zu Tode betrübten Eusebius.[...]"

und weiter:

"[...] Es ist Schumanns Seele die uns umtreibt. Kaum ein anderer Komponist erzählt in den Noten so viel von sich wie er. Und diese Ehrlichkeit berührt mich zutiefst.[...]"

Wie geht es Euch mit Schumann? Zeitlos oder von Gestern?

Herzliche Grüße,:hello: :hello:

Christian
Beherrsche die Sache, die Worte werden folgen! (Cato der Ältere)

Pius

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35

Freitag, 21. Juli 2006, 20:17

Hallo, Christian!

Zitat

Original von Caesar73
Wie geht es Euch mit Schumann? Zeitlos oder von Gestern?


Zeitlos! Welch eine Frage!

Schumann ist nun schon über Jahre hinweg ununterbrochen einer meiner 10 Lieblingskomponisten (allerdings nie unter den ersten fünf).
Ach, ich sehe gerade, weiter oben im thread habe ich mich schon artikuliert.
Aber gut, daß dieser thread ausgegraben wurde, da sich ja das Jubiläum nähert.

Viele Grüße,
Pius.

  • »Alexander Gliese« ist männlich

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36

Freitag, 21. Juli 2006, 20:44

Hallo Christian,

»von gestern« kann bei mir nicht stimmen. Jahrzehntelang habe ich Schumann "links liegen gelassen", vielleicht wegen seines strittigen Ranges für die heutige Zeit.

Vor wenigen Monaten habe ich ihn jedoch für mich entdeckt und ich muss zugeben, er ist zeitlos - jedenfalls für diejenigen, die poetisch-romantischen Gefühlen zugänglich sind. Auch bei mir zählt Schumann nun zu den zehn Lieblingskomponisten (siehe Pius) und ich bedauere es, dass ihm und seiner bemerkenswerten Musik nicht mehr öffentliche Aufmerksamkeit zuteil wird.

Für meinen Geschmack war Schumann als Instrumental- und Liedkomponist mindestens so originell und tief empfindend wie Mozart, um den sich nun das Jahr 2007 musikalisch dreht.
Grüße aus Eisenach
Alexander

Caesar73

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37

Freitag, 21. Juli 2006, 20:55

Noch ein Zitat aus dem von mir erwähnten Artikel, von Matthias Kirschnereit:

"[...] Stets ist seine (Schumanns) Kunst von innerer Anteilnahme getragen selbst die brilliantesten und virtuosesten Werke enden vollkommen verinnerlicht. Solange es um Kunst und Wahrhaftigkeit geht, ist seine Musik hochaktuell und bedeutet in unseren "eventreichen" Tagen: Geben ist wichtiger als Zeigen.![...]"

Was meint Ihr?
Herzliche Grüße,:hello: :hello:

Christian
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  • »Alexander Gliese« ist männlich

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38

Freitag, 21. Juli 2006, 21:29

Hallo Christian,

Schumann war wohl als Musikschriftsteller wie als Komponist, in jungen Jahren sicherlich auch als Pianist, sehr engagiert/ambitioniert/ehrgeizig und wollte auch mit seinem Tun etwas bewirken. Er ist in seinen Werken - auch in seinen schriftstellerischen - einer der "romantischsten Romantiker". Und es passt bei ihm alles so gut zusammen: Er komponiert wie er schreibt und umgekehrt. Das mag ein Hinweis auf die Ehrlichkeit seines Wollens/Strebens sein.
Grüße aus Eisenach
Alexander

hemmi

Schüler

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39

Freitag, 21. Juli 2006, 22:15

z.B. hätte ich Klingsors Beitrag vom 09.11.2005 nichts hinzuzufügen,
ich versuche immer mehr und auch nicht so bekannte Werke kennenzulernen.
Ich versuche zur Zeit in das schwierige Kapitel seines Lebens einzusteigen, ihn als Mensch und Komponist besser zu verstehen.
Ein klares Bekenntnis zu Robert Schumann!

Liebe Grüße
Bernd Hemmersbach (hemmi)

Michael

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40

Samstag, 31. März 2007, 06:20

Für mich ist Schumann einer der originellsten Komponisten überhaupt und seine Klavierwerke sind sicher mit das größte was je geschrieben wurde. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Schumann für Pianisten einer Art Heiligtum ist und seine Modulationen zu den originellsten gehören, was ich persönlich kenne. Und dies noch in einer Häufigkeit, wie ich sie sonst nicht so finde. Es ist auch extrem schwierig ihn wirklich gut zu spielen: und ich denke dabei an die Kinderszenen, die an sich zum Pflichtrepertoire fürs Piano gehören, wobei sie viel leichter zu spielen scheinen als etwa Chopin nur: kann man sie einmal einigermaßen gut spielen, beginnt die Arbeit eigentlich erst, sich wirklich darin zu vertiefen. Mich persönlich berührt Schumann derart, dass ich etwa das Klavierstück „Der Aufbruch“, von meinem Programm streichen musste, da ich zu ergriffen davon war, und er mir zu nahe ging, was ich von keinem anderen Komponisten behaupten kann. Abgesehen davon, dass etwa sein Klavierkonzert irre oft gespielt wird, möchte ich noch hinzufügen, dass etwa Beethovens „Erioca“ genauso in die Tiefe geht, allerdings immer mit einem Lichtblick, während Schumann rein von den Modulationen her, nicht diese Bogenbreite hat, und auch selten zu einer, man erlaube mir diesen Ausdruck, „befreienden Kadenz“ kommt. Sicher hat Brahms auch viel von dieser Tristesse, und vielleicht kurz zusammengefasst, finde ich immer wieder aufs neue, dass Schumann eine Dichte von die Seele zutiefst berührenden Modulationen aufweist, die ich vor oder nach ihm nicht wieder finde, zumindest nicht in dieser melodischen Traurigkeit, von der man geradezu süchtig werden kann. Man gestatte mir bitte ein Urteil über ihn: er ist schlicht einzigartig in seiner Art zu komponieren.

Wulf

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41

Montag, 2. April 2007, 15:17

Über den Wert der Klavierwerke brauch man sich ja nicht zu streiten, auch wenn der "alte" Schumann so manchen Höhenflug der jungen Jahre nicht mehr ganz erreicht.

Ich teile aber auch Csampais Auffasung, Schumann sei ein verkannter Symphoniker. Die Einleitung der 1. Symphonie gehört zu den beeindruckensten und stärksten Symphonieeröffnungen, die es überhaupt gibt. Ihm wurde der folgende Umschwung ins fast trivial heitere in der Vergangenheit desöfteren zum Vorwurf gemacht - egal, eine große Symphonie. Noch stärker und auch eine der schönsten Symphonien überhaupt ist seine 2. (eigtl. 4.) in C-Dur. Das Adagio gehört IMO zum Schönsten, was Schumann komponiert hat. Man braucht halt nur die richtige Einspielung. Die GIBT es JETZT - Voila:



Ok, die Urfassung der 4. finde ich auch nicht soo prickelnd wie die revidierte Fassung, aber die 2. ist fantastisch interpretiert. Mit der Kammer-Besetzung löst Dausgaard das noch heute bestehende Urteil des Instrumentationsmagels der Schumannschen Symphonien in Luft auf. Zudem ist die Klangqualität exorbitant. (Wer sogar einen SACD-Player hat, den kann ich nur beneiden...)
(Johannes R: die richtige audiophile Scheibe für Dich: Interpretation und Klang 1a :D )

Ich bin enorm gespannt auf den Rest unter Dausgaard.

Leider besitze ich momentan nur die Stuttgarter unter Marriner - zum Gähnen....

:hello:
Wulf.
Carreras, I'll never stop saying Carreraaaas!
(Leonard Bernstein)

  • »Florian Giesa« ist männlich

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42

Mittwoch, 4. April 2007, 17:42

Hi , Wulf!

Leider konnte ich bis jetzt zu schumann überhaupt keinen zugang finden :no:
Bin aber jedem dankbar, der mich bekehrt :yes:

LG florian

:hello:
Gustav Mahler: "Das Wichtigste in der Musik steht nicht in den Noten."

Siegfried

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43

Mittwoch, 4. April 2007, 18:17

Zitat

Original von celloflo
Hi , Wulf!

Leider konnte ich bis jetzt zu schumann überhaupt keinen zugang finden :no:
Bin aber jedem dankbar, der mich bekehrt :yes:

LG florian

:hello:


Hallo florian,
vielleicht findest du den Einstieg über das Liedschaffen Schumanns.
Sein Zyklus "Dichterliebe" nach Gedichten aus dem Buch der Lieder von Heinrich Heine wäre dazu sehr gut geeignet. Ausserdem eine Liebeserklärung an den Frühling. :hello:
Freundliche Grüße Siegfried

raphaell

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  • »raphaell« ist männlich

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44

Mittwoch, 4. April 2007, 18:19

Hallo,

Ich konnte bisher auch kaum zu Schumann finden!
Es gibt zwar eine handvoll Werke die ich sehr mag, aber vieles ist doch stark romantisch verklärt und wenig zugänglich.
Das spricht aber bei meinem geringen Zugags-Potetial eher für den Komponisten... :D
Wenn man bedenkt, dass ich zu einigen der höchstgerühmtesten Komponisten (Mahler, Bruckner, Brahms...) noch keinen Zugang habe.
Es stimmt jedoch, dass der Junge Schumann (vor allem wegen der Klavierwerke und Lieder) dem älteren überlegen ist...Ich habe z.B. noch niemenden über sein Requiem sprechen hören...

Viele Grüße,

Raphael

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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45

Mittwoch, 4. April 2007, 19:01

Zitat

Original von celloflo
Leider konnte ich bis jetzt zu schumann überhaupt keinen zugang finden :no:
Bin aber jedem dankbar, der mich bekehrt :yes:


Was hast Du denn bisher so gehört?
Die vermutlich mitreißendste Sinfonie ist die 4., das Klavierkonzert ist das beliebteste Werk dieser Gattung in der Hochromantik. Die beiden sind kein schlechter Anfang.

Die Klaviermusik war für mich auch nicht ohne weiteres zugänglich (weil ich zu sehr an Sonatenform und -entwicklung gewöhnt war), aber probier mal die "Toccata", ein ungemein fetziges Stück. Oder die sinfonischen Etüden, eine relativ freie Variationsreihe ist vielleicht von der Klavierzyklen am eingängigsten.

Von der Kammermusik: Klavierquintett

(Spielen Cellisten nicht auch manchmal eine Fassung der Fantasiestücke (eigtl. für Klarinette?)

(das Cellokonzert finde ich selber eher langweilig, dito das Violinkonzert)

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Caesar73

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46

Mittwoch, 4. April 2007, 19:08

Zitat

Original von raphaell
Ich konnte bisher auch kaum zu Schumann finden!
Es gibt zwar eine handvoll Werke die ich sehr mag, aber vieles ist doch stark romantisch verklärt und wenig zugänglich.


Das solltest Du schleunigst ändern :D Du weißt ja nicht was Dir entgeht :D

In Ernst: An welchen Werken Schumanns hast Du Dich bisher versucht- beziehungsweise mit welchen hattest Du konkret Probleme?

Die These Schumanns Spätwerk sei von nachlassender Kreativiät infolge seiner Erkrankung gekennzeichnet gehört ins Reich der Legende.
Herzliche Grüße,:hello: :hello:

Christian
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raphaell

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Mittwoch, 4. April 2007, 19:23

Ave Caesar,

Also, sehr gefallen haben mir natürlich die "Schlager". z.B.:
Op.12 Fantasiestücke, Dichterliebe, Die 3. Symphonie, das Klavierkonzert (wirklich das schönste Kk welches ich kenne!), das Konzertstück für 4 Hörner, die Märchenbilder op.113, das Requiem (welches ich übrigens wirklich schön finde [wieso ist das so unbekannt?]), Violinensonate Nr.1...und natürlich die Kinderszenen.

Das ist zwar erstmal nicht wenig, doch ist Schumanns Oevre ja noch viel größer.
Konkrete Probleme kann ich nicht nennen - da ich mich aber trotzdem als Schumann-Anfänger bezeichnen muss, weiss ich nicht wo anfangen/weitermachen...was habe ich verpasst? Wenn ich mal einfahc irgendwo reinhöre, dann bin ich doch erstmal immer relativ schnell überfordert und "satt" davon.

Es wäre toll, wenn du mir vielleicht 4-5 Werke sagen könntest, die ich mir mal zu gemüte führen sollte...Johannes hat ja Flo schon Tipps gegeben, aber tu du nur dein übriges! :D

Danke und viele Grüße,

Raphael

Caesar73

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48

Mittwoch, 4. April 2007, 19:41

Zitat

Original von raphaell

Es wäre toll, wenn du mir vielleicht 4-5 Werke sagen könntest, die ich mir mal zu gemüte führen sollte...Johannes hat ja Flo schon Tipps gegeben, aber tu du nur dein übriges! :D



Hallo Raphael,

Johannes hat ja schon so einiges genannt. Wenn Du Klaviermusik magst: Da wären die Symphonischen Etüden (wenn Du die nicht schon kennst) und die Kreisleriana. Welche Aufnahme? Da findest Du in in den einschlägigen Threads Hinweise. Bei den Etüden würde ich Dir die Einspielung von Ragna Schirmer empfehlen, bei der Kreisleriana: Wilhelm Kempff.

Zu dem Schönsten was Schumann geschaffen hat gehören für mich seine Liedvertonungen, insbesondere die Heinevertonungen. Da Du die Dichterliebe schon kennst: Den Liederkreis op. 39 (nach Gedichten Eichendorffs) oder den Liederkreis op. 24 (nach Gedichten Heines)

Kammermusik: Die Märchenerzählungen für Klarinette und Klavier op. 132.

Das soll´s mal für den Anfang gewesen sein :D
Herzliche Grüße,:hello::hello:

Christian
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raphaell

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49

Mittwoch, 4. April 2007, 19:55

Hallo Caesar,

Danke für die Empfehlungen!
Ich habe die Märchenerzählungen übrigens schon mal gehört...nicht die Märchenbilder wie ich angegeben habe... =)

Ich denke ich werde die Liederzyklen mal genauer unter die Lupe nehmen, ich habe schon in einige reingehört, gefallen mir wirklich gut! Die Dichterliebe ist neben Schuberts drei großen Zyklen mein Lieblings-Zyklus. Eine Ballade die ich von Schumann ganz toll finde ist Belsazar Op.57!

Viele Grüße und nochmals herzlichen Dank,

Raphael

Caesar73

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50

Mittwoch, 4. April 2007, 20:01

Zitat

Original von raphaell

Ich denke ich werde die Liederzyklen mal genauer unter die Lupe nehmen, ich habe schon in einige reingehört, gefallen mir wirklich gut! Die Dichterliebe ist neben Schuberts drei großen Zyklen mein Lieblings-Zyklus. Eine Ballade die ich von Schumann ganz toll finde ist Belsazar Op.57!



Hallo Raphael,

die Liederzyklen sind, wenn Dir die Dichterliebe gefallen hat auf jeden Fall ein guter Einstieg, vor allem weil Du die Lieder eben nicht am Stück hören musst,sondern Stück für Stück konsumieren kannst. Belsazar ist eine der schönsten Heine-Vertonungen Schumanns. Kennst Du "Zwei Grenadiere"?

Herzliche Grüße,:hello:

Christian
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raphaell

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51

Mittwoch, 4. April 2007, 20:15

Hall Caesar,

Da sagt mir nur der Titel was...gehört hab ich es noch nicht...
Aus Op.49...hab ich grade ergooglet...ich werd die Lücke schliessen, versprochen!

Viele Grüße,

Raphael

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52

Mittwoch, 4. April 2007, 22:24

Hi!

Nun ja, bisher hörte ich alle symphonien von schumann. Die gefielen mir nicht so :no:

Das cellokonzert und diverse andere stücke für cello hingegen gefallen mir ganz gut =)

LG florian

:hello:
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Samstag, 28. Februar 2015, 23:18

8 Jahre Sendepause in diesem Thread. Da ich in Zukunft plane Robert Schumann ein wenig mehr Beachtung zu schenken und natürlich dies auch in künftigen Threads zu Ausdruck (Klavierstücke - Zyklen) zu bringen, war ich drauf und dran einen weiteren Thread zu starten, wo jeder Interessent seinen Zugang zu Schumann schildern könne. Da sah ich vor meinem geistigen Auge Johannes Roehl mit mißbilligendem Blick ;) auf mich gerichtet - und habe diesen Thread hier gefunden und für geeignet befunden ihn fortzuführen. Ich kan auf Schumann durch dessen "Sammlung von Musikstücken alter und neuer Zeit", die eine vorzügliche Quelle für das Musikleben in der Mitte des 19. Jahrhunderts ist, soweit es sich um Kunstlied und Klavierstücke für Piano solo etc. handelt. Das hat - zumindest bei mir das Interesse an Schuman geweckt, dem ich bis dato kaum wirklich ausreichend Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Seine Bedeutung inde stand ja seit jeher ausser Zweifel.....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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54

Samstag, 28. Februar 2015, 23:28

Schumann ist sicher Vieles, für mich Schöpfer bedeutender Klaviermusik insbesondere in den verschiedenen Zyklen, unter denen mir persönlich die Kreisleriana der bedeutendste sind, obwohl ich die Waldszenen lieber höre. Wirklich auseinandergesetzt habe ich mich bisher vor allem im Rahmen von Klaviermusik, wägend ich dem sinfonischen Schaffen weniger Beachtung geschenkt habe :untertauch: . Eine große Ausnahme sind "Das Paradies und die Peri" sowie die "Szenen aus Faust", die ich ganz besonders schätze. Die von Alfred empfohlene "Sammlung von Musikstücken alter und neuer Zeit" habe ich erst begonnen zu hören und sie bieten eine interessante Ergänzung zu meinem bisherigen Eindruck dieses Komponisten.
Mit besten Grüßen
JLang
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Stimmenliebhaber

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55

Samstag, 28. Februar 2015, 23:52

die "Szenen aus Faust", die ich ganz besonders schätze.
Schumanns "Szenen aus Goethes FAUST" finde ich auch grandios, dazu war er ein genialer Liedkomponist, ein beachtlicher Komponist von Sinfonien und auch seine einzige Oper "Genoveva" ist viel besser als ihr Ruf!

Das sind die Genres, die für mich persönlich wichtig sind. Mit reiner Klaviermusik (wo er natürlich auch einiges Unsterbliches geleistet hat) und Kammermusik(?) habe ich es persönlich ja nicht so. Sein Klavierkonzert halte ich für absolut aufführenswert, sein Violinkonzert eher weniger...
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

JLang

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56

Sonntag, 1. März 2015, 00:02

Zitat Stimmenliebhaber

Zitat

Schumanns "Szenen aus Goethes FAUST" finde ich auch grandios, dazu war er ein genialer Liedkomponist, ein beachtlicher Komponist von Sinfonien und auch seine einzige Oper "Genoveva" ist viel besser als ihr Ruf!

Das sind die Genres, die für mich persönlich wichtig sind. Mit reiner Klaviermusik (wo er natürlich auch einiges Unsterbliches geleistet hat) und Kammermusik(?) habe ich es persönlich ja nicht so. Sein Klavierkonzert halte ich für absolut aufführenswert, sein Violinkonzert eher weniger...

Allein daran wird doch sehr schön deutlich, was uns Schumann heute bedeuten kann: offenbar sehr viel. Er hat zu verschiedenen Genres Wesentliches beigetragen. Mir liegt Klavier Solo besonders am Herzen, aber ich mag das Klavierkonzert auch gern. Leider wird es manchmal aufgrund des vermeintlich Effektvollen, das ihm innewohnt, allzu leichtfertig aufgenommen bzw. aufgeführt ... Zu den Violinkonzerten habe ich trotz einiger Versuche leider immer noch keinen rechten Zugang gefunden, aber das mag noch kommen. "Genoveva" ist imO nicht gerade der allerbeste Beitrag im Bereich Oper aber dass sie misslungen wäre, das könnte ich nun auch nicht behaupten. Aber über meine Vorliebe für die "Peri" ließe sich sicher auch trefflich streiten ...

Herzliche Grüße
JLang
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57

Sonntag, 1. März 2015, 12:14

Das Violinkonzert wird inzwischen von einigen ja mitunter als "Geheimtip" gehandelt; ich meine auch nicht, dass es mit dem Klavierkonzert mithalten kann, selbst wenn die extrem negativen Urteile (und die Verknüpfung mit Schumanns Krankheit) früher sicher überzogen gewesen sind.
Die ebenfalls relativ späte Kammermusik wie die 2. Violinsonate (und die f.a.e.), das 3. Trio oder auch "Märchenerzählungen" halte ich jedenfalls für sehr hörenswert.
In der Kammermusik haben meinem Eindruck relativ wenige Werke lange Zeit die Rezeption dominiert, v.a. das 1. Trio und das Klavierquintett und vielleicht aufgrund des eher begrenzten Bläserrepertoires die kleineren Stücke für Klarinette, Oboenromanzen und das Adagio&Allegro für Horn (ersatzweise Cello). In den letzten ca. 20 Jahren gibt es aber jedenfalls auf Tonträgern zahlreiche Einspielungen der Streichquartette, aller drei Trios usw. Die live-Mitschnitte mit Argerich and friends und die alpha-Reihe mit LeSage bieten (im ersten Falle nahezu) die komplette Kammermusik.

Schumann war einer der wenigen Komponisten, der in einer Anzahl von Werken auch in der Kammermusik "Fantasiestücke", d.h. freiere kürzere Werke komponiert hat, selbst wenn auch bei ihm letztlich die traditionellen Sonatentypen dominieren.

Zwei interessante Werke sind die beiden Konzertstücke, die weit weniger bekannt sind als das Klavierkonzert (das ja auch als einsätziges Konzertstück begonnen hatte). Einspielungen gibt es immerhin von Serkin (Sony, ich glaube mit Ormandy, aber auf zwei unterschiedliche CDs verteilt) und Perahia (Sony mit Abbad0).

Alfred_Schmidt

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58

Sonntag, 1. März 2015, 22:44

Interessant, was so ein Thread zutage fördert. Ich bin davon ausgegangen, daß im Falle Schumann die Lieder und Zyklen von Charakterstücken für Klavier von den Forianern bevorzugt würden (Den Klavierstücken wird demnächst ein Zyklus gewidmet, bestehend aus bereits bestehenden und neu zu startenden Threads) Aber ich wurde überrascht - Die wirklichen Interessen liegen offenbar bei den orchestralen Werken. Ich werde mich zu gegebener Zeit daran erinnern und noch heuer diese Wünsche zu befriedigen versuchen....

mfg aus Wien
Alfred

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59

Montag, 2. März 2015, 16:38

Die englische Musikzeitschrift Gramophone widmet ihren März-Schwerpunkt Schumann:

Schumann: our contemporary

Portator

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60

Dienstag, 3. März 2015, 12:25

Ich freue mich darüber, dass Alfred diesen Thread wiederbelebt hat und nun auch Beiträge dazu gepostet werden.

Ich möchte hier einen allgemeinen Hinweis geben, der an Schumann Interessierten hilfreich sein könnte.

Es gibt seit einiger Zeit ein Schumann-Netzwerk, das sich zu einer sehr nachgefragten Schumann-Plattform entwickelt hat. Unter www.schumann-portal.de werden eine Fülle stets aktualisierter Hinweise beispielsweise auf Veranstaltungen sowie Informationen jeder Art geboten, die der Zielsetzung folgen, was immer man über Schumann wissen möchte, hier findet man es oder kann es erfragen.


Liebe Grüße

Portator