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Rheingold1876

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451

Dienstag, 10. Oktober 2017, 20:39

Rafael Fingerlos



Der junge Bariton Rafael Fingerlos aus Österreich ist mir nicht auf der Opernbühne sondern mit seiner neuen Lieder-CD aufgefallen, die bei Oehms herausgekommen ist. Sie trägt den gewiss nicht sehr originellen Titel "Stille und Nacht". Mit der sensiblen Programmauswahl wird diesem Motto aber tiefgründig nachgespürt. Es gibt diese altbekannte Themen, die sich die junge Generation mit ihren eigenen Erfahrungen, Sichten, Träumen und Hoffnungen neu erschließen will und muss. Das gefällt mir sehr. Und ich sehe gar keine Scheu, dass dies sehr unverstellt geschieht. In Booklets von Liedaufnahmen auf CD finden sich neurdings oft ganz persönliche Äußerungen, so auch hier. Es gibt keinerlei Scheu, ganz offen mit den eigenen Gefühlen umzugehen. Fingerlos hat sehr gut Singen gelernt. Die Stimme hat einen festen Sitz. Er artikuliert fast perfekt, ist stets zu verstehen, was bei jungen Sängern nicht immer selbstverständlich ist. Der Aufstieg in höhere Lagen, den ich beim Liedgesang besonders zu schätzen weiß, gelingt ihm gut. In der Tiefe gibt es Reserven. Tamino Gregor hatte in einem Aufführungsbericht über "L'Italiana in Algeri" aus der Wiener Staatsoper vom 29.03.2017 die Spielfreude des 31jährigen herausgestellt. Ich bin fest davon überzeugt, dass von diesem Bariton, der inzwischen ins Ensemble der Wiener Staatsoper genommen wurde, noch viel zu hören sein wird. Auch auf YouTube ist er unterwegs, auch mit Liedern, die in der genannten CD vorkommen.

Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Caruso41

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452

Mittwoch, 11. Oktober 2017, 10:02

Rafael Fingerlos

Lieber Rheingold,

ich bin zur Zeit ja jeden Tag in Gütersloh bei dem Wettbewerb NEUE STIMMEN, aber ehe ich losfahre, will ich Dir doch für die Vorstellung von Rafael Fingerlos danken. Ich kannte den Namen bisher noch nicht. Wien ist wirklich halt weit und ich bin schon einige Zeit nicht mehr da gewesen.

Rafael Fingerlos hat meiner Meinung nach eine wunderbar klare, kernige Stimme, die - soweit man das nach den Videos auf YouTube beurteilen kann - doch nicht fest oder hart klingt. Technisch souverän, klangschön in allen Lagen! Die Höhe lichtet fein auf und entfaltet jugendlichen Glanz. Irgendwie erinnert er mich an den sehr jungen Boje Skovhus. Ist das ganz abwegegig? Bei der bescheidenen Klangqualität von Youtube ist es riskant, solche Vergleiche herzustellen.

Erfreulich finde ich die sublime Gestaltung der Lieder von Brahms und Strauss. Vorbildlich die prägnante Artikulation. Dabei geht die Wortdeutlichkeit nie auf Kosten der melodischen Linien und des Flusses. Was mir besonders gefällt, ist seine Sensibilität für harmonische Wendungen und Entwicklungen.

Die Serenade des Harlekin singt er mit schönem Ton und mit feinen Farbmischungen. Noch vermisse ich etwas die süße Wehmut, die ein Goerne dem Stück geben konnte. Aber glücklicherweise vermeidet er Biederkeit und vor allem Sentimentalität.

Ganz sicher, werden wir noch einiges von Rafael Fingerlos hören.
Aber: die Konkurrenz gerade in diesem Fach ist enorm. Schau mal im Inhaltsverzeichnis des Threads nach, wer alles in dem Fach unterwegs ist! Und auf Anhieb könnte ich etliche junge Baritöner nennen, die hinter den aufgeführten nicht zurückstehen müssen! Das grosse Angebot vielversprechender Stimmen in diesem Fach ist allemal Grund zur Freude!

Jetzt fahre ich nach Gütersloh. Da gibt es auch wieder einigene Entdeckungen, von denen man noch viel hören wird!

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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Caruso41

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453

Sonntag, 15. Oktober 2017, 22:01

Die 26-jährige bulgarische Mezzosopranistin Svetlina Stoyanova und der 24-jährige südkoreanische Bass Cho ChanHee haben den 17. Internationalen Gesangswettbewerb „Neue Stimme“ der Bertelsmann Stiftung gewonnen.
Die beiden Sänger erhalten ein Preisgeld von jeweils 15 000 Euro.

Demnächst vielleicht mehr!

Caruso41
;) - ;) - ;)

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Gregor

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454

Sonntag, 15. Oktober 2017, 22:01

Die Preisträger des Wettbewerbes "Neue Stimmen" 2017:

Nachdem alle zehn Kandidaten im Finale jeweils zwei Arien vorgetragen hatten, war ich überzeugt, dass die Gewinner der ersten Preise Cho ChanHee und Svetlina Stoyanova heißen müssten. Es war eine Freude und gleichzeitig eine Bestätigung für mich, dass bei der Preisverleihung diese Namen aufgerufen wurden, als es um den ersten Preis ging.

Die 26-jährige bulgarische Mezzosopranistin Svetlina Stoyanova überzeugte die Jury mit apartem, flexiblem Mezzo zuerst mit Scherza infida aus Händel's Ariodante und dann mit Parto, parto aus Mozart's Idomeneo. Der 24-jährige Südkoreaner Cho ChanHee ließ bereits bei Come dal ciel precipita aus Verdi's Macbeth mit einer wunderschönen klangvollen Bassstimme aufhorchen, und konnte vollends mit La calunnia aus Rossini's Barbier begeistern.

Auch den zweiten Platz für die Kanaderin Emily D'Angelo habe ich richtig vorhergesagt. Ich denke sie sicherte sich den zweiten Platz für ihre hervorragend gestaltete Arie aus Ariodante, denn mit der Mozart-Arie im ersten Teil konnte sie mich nicht so recht überzeugen. Es ist erfreulich zu hören, dass es so hervorragenden Nachwuchs für Barock und Alte Musik gibt. Den zweiten Platz bei den Herren holte der deutsche Bariton Johannes Kammler. Platz Drei bei den Männern belegte der koreanische Tenor Mingjie Lei. Bei den Damen konnte ich mich schwer entscheiden, ob es die Sopranistin Christina Nilsson aus Schweden oder die Mezzosopranistin Zlata Khershberg wird. Das wird sicher eine knappe Entscheidung gewesen sein, die dann zu Gunsten der russisch-israelischen Mezzosopranistin ausfiel.

Jetzt sind wir mal gespannt was unser Stimmexperte Caruso zu berichten hat.

In der Zwischenzeit hören wir mal die Gewinner der ersten Preise mit jeweils einem ihrer Auftritte des Abends.



Svetlina Stoyanova - Parto, parto - Idomeneo (Mozart)


Cho ChanHee - La calunnia - Il barbiere di Siviglia (Rossini)




Gregor

Caruso41

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455

Montag, 16. Oktober 2017, 09:06

NEUE STIMMEN Gütersloh Finalkonzert 2017

Lieber Gregor,

ich hatte ja kurz mit dem iPhone einen Beitrag eingestellt, der informiert, wer die Sieger des Wettbewerbs NEUE STIMMEN in Gütersloh waren. Hab herzlichen Dank, dass Du nun etwas mehr über das Finalkonzert geschrieben hast und die Preisträger mit Videos vorgestellt hast.
Bisher hat sich dazu keiner geäußert. Seien wir nicht ungeduldig: vielleicht kommt ja noch ein Austausch über die Stimmen und ihre Interpretation der Arien ("Parto. parto" ist übrigens die Arie des Sesto aus Mozarts "La Clemenza di Tito" nicht aus "Idomeneo") in Gang. Dann will ich mich auch gerne dazu äußern.

Jetzt möchte ich mich auf eine kleine Zusatzinformation beschränken:
Den Publikumspreis hatte mit Samuel Marino, ein Sopranisto aus Venezuela, bereits im Semifinale erhalten. Den Einzug ins Finale aber schaffte er nicht. Das zeigt nicht zuletzt die enorme Dichte von vorzüglichen Bewerberinnen und Bewerbern bei diesem Wettbewerb! Es zeigt aber auch, dass die Meinungen der Fachleute (in der Jury saßen Intendanten, Dirigenten, Sänger, Gesangslehrer und Kritiker) und der Menschen im Publikum (unter den auch etliche Connaisseurs waren) oft nicht übereinstimmen.

Wer will, kann ja das gesamte Finalkonzert auch auf Youtube noch einmal anhören!

https://www.youtube.com/watch?v=Mjq985ln_5I


Es lohnt sich! Oft haben ja in den letzten Jahren auch Sänger, die den sechsten Rang (2007: Christine Karg!) belegt hatten, großen Karriere gemacht!

Beste Grüße
Caruso41
;) - ;) - ;)

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rodolfo39

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Beiträge: 3 003

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456

Montag, 16. Oktober 2017, 10:07

Ich hab mir das Konzert angeschaut und bin wieder mal meiner Meinung bestätigt, daß wir nicht nur dem Vergangenen nachtraueren sollen, sondern daß wir uns um den Sänger Nachwuchs keine Gedanken machen müssen. WIr müssen ihnen nur eine Chance geben. Was mir bei der Auswahl der Komponisten aufgeallen ist, daß im Finale werder Verdi , Wagner oder Puccini dabei war, oder ich haebe etwas überhört. Und die Arie des Figaro aus dem Barbiiere wurde zwei mal gesungen, wobei mir die letztere Interpretation besser gefalen hat. Die Damen haben zum Glück fast alle keine Model Maße. Der Dirigent war das Gustav Kuhnn ? Die Stimmen klingen alle unangestrengt und mein Favorit ist der Bass Cho ChanHee mit seinem tiefen Bass.

Fiesco

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457

Montag, 16. Oktober 2017, 11:10

Zitat

Den Publikumspreis hatte mit Samuel Mariño, ein Sopranisto aus Venezuela


Hallo lieber Caruso41, einen Sopranisto gibt es leider nicht du meinst bestimmt einen Sopraniste!
Habe leider nichts über ihn im Netz gefunden!?

Der Bass gefiel auch mir weitaus am besten :thumbsup: , die Svetlina Stoyanova musste ich dann endgültig abschalten, da mich das gerollte rrrrr dermaßen gestört hat, Scherrrrza infida, Parrrrrrto, parrrrrto nein das ging für mich gar nicht :untertauch: !

LG Fiesco
Die Tonkunst begrub hier einen reichen Besitz, aber noch viel schönere Hoffnungen.

Grillparzers Worte auf der Reliefplatte Schuberts.

Stimmenliebhaber

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458

Montag, 16. Oktober 2017, 11:23

da mich das gerollte rrrrr dermaßen gestört hat, Scherrrrza infida, Parrrrrrto, parrrrrto nein das ging für mich gar nicht
Für mich klingt das bei "Parto" eher nach einem Rachen-R als nach einem gerollten Zungen-"r" - und ich gebe zu bedenken, dass keineswegs alle italienischen Sänger das "r" immer und überall gleich bilden. Auch Pavarotti benutzte gerne mal ein "Rachen"-R, etwa bei "Cor". Mir ist auch relativ schnuppe, wie ein "r" gebildet wird, sondern einzig und allein wichtig, dass es tatsächlich hörbar ist, dass also der Text präsent und verständlich ist. Dein Einwand kommt mir fast zuvor, als ob diese Besonderheit gerade dazu ungeeignet ist, textlich einfach mal abzuschalten und sich ganz dem Genuss der Vokalisen ohne störende Konsonanten hinzugeben - das hat das aber nichts mehr mit Gesang als Verbindung von Ton und Wort zu tun, und auch die italienische Sprache besteht keinesfalls nur aus Vokalisen!
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

Mme. Cortese

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459

Montag, 16. Oktober 2017, 13:21

Habe leider nichts über ihn im Netz gefunden!?



Hier gibt es einen Ausschnitt aus dem Semifinale:



Mir persönlich klingt die Höhe noch reichlich dünn, aber das kann sich ja mit der Zeit noch ändern.
Was Svetlina Stoyanova angeht, war sie auch meine Favoritin.
Sie hat ein sehr angenehmes Timbre. Vor allem gefiel mir ihr erster Auftritt mit "Scherza infida". Diese endlos lange Arie so zu singen, dass es einem beim Zuhören nicht langweilig wird, ist m.E. gar nicht so einfach.
Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

orsini

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460

Montag, 16. Oktober 2017, 14:32

Vielen Dank Euch für das Einstellen der drei Einzelarien, die ich mir gerade angehört habe:

Beeindruckend, über was für eine exzellent durchgebildete und vor allem resonante Stimme der junge Südkoreaner Cho ChanHee verfügt. Selbst die hohen Töne meistert er mit Bravour ohne angestrengt oder dünner werdend zu klingen. Ich habe allerdings das Gefühl, dass diese Rossini-Rolle nicht 100%ig für ihn geeignet ist. Für die schnellen Phrasen ist seine Stimme meines Erachtens schon etwas zu schwer und zu "langsam". Das Orchester spielt schon mit leicht angezogener Bremse - und doch habe ich den Eindruck, dass er hier an seine Grenze stößt. Aber alles in allem eine prachtvolle Stimme, wenn vielleicht auch mehr im serösen Fach.

Svetlina Stoyanova, eine sehr schöne, mehr von der Sopran-Seite (helleres Timbre) kommende Mezzo-Stimme. Bemerkenswert, mit welcher Leichtigkeit sie die Koloraturen im Rondo-Teil singt. Registerübergänge sind für mich nicht vernehmbar, auch in der hohen Höhe bleibt die Stimme sehr rund und angenehm. Das "r" ist mir nicht störend aufgefallen. "Scherza infida" muß ich mir später noch anhören.

Auch der Sopranist Samuel Mariño hat mir sehr gut gefallen, eine einnehmende Stimme, sehr gute Technik und Atmung. Eine Intervallsprünge könnten vielleicht noch zukünftig etwas runder werden, die Höhe habe ich nicht als zu dünn empfunden. Viel hängt sicherlich auch davon, wie sich so eine Stimme im Raum entfaltet.
Ich habe erst einmal einen Sopranisten live erlebt (Robert Crowe), aber ich denke, dass das es schon zwangsläufige Unterschiede vom Timbre und vom Stimmvolumen im Vergleich zu etwa David Daniels oder Andreas Scholl, Axel Köhler gibt, die ja eher als Altus firmieren. Die Sopranisten-Stimme ist da doch aus einem etwas feineren Faden gewebt.

Was mir bei den Herren aufgefallen ist, dass beide doch sehr stark zum Überbetonen des Optischen neigen: da wird sehr viele Mimik und Gestik eingesetzt, um die Botschaft zu verstärken (oder aber, um Publikum und Jury stärker für sich einzunehmen). Wie es mit etwas mehr Zurückhaltung und trotzdem sehr ansprechend geht, zeigt S. Stoyanova.

Wie rodolfo schon geschrieben hatte: Mit solchen Nachwuchstalenten braucht einem vor der Zukunft des Gesangs nicht bange zu sein.

Es grüßt,
orsini
Man soll nicht lügen. Es sei denn, daß man mit der Wahrheit noch schlechter führe.
Curt Goetz

Gregor

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461

Montag, 16. Oktober 2017, 16:22

Du hast natürlich recht, Caruso. Parto, parto ist aus La clemenza di Tito.

Über die Gewinner der ersten Preise wurde ja schon einiges gesagt. Dabei sollten wir auf die anderen Teilnehmer nicht vergessen. Auch die Zweitplatzierte bei den Damen darf nicht übersehen werden. Emily D'Angelo - mit 23 Jahren die Jüngste im Wettbewerb - trat im Finale mit Dopo notte aus Ariodante auf.



Gregor

Fiesco

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Beiträge: 246

Registrierungsdatum: 30. August 2017

462

Montag, 16. Oktober 2017, 19:15

Habe leider nichts über ihn im Netz gefunden!?


Hier gibt es einen Ausschnitt aus dem Semifinale:



Mir persönlich klingt die Höhe noch reichlich dünn, aber das kann sich ja mit der Zeit noch ändern.
Was Svetlina Stoyanova angeht, war sie auch meine Favoritin.
Sie hat ein sehr angenehmes Timbre. Vor allem gefiel mir ihr erster Auftritt mit "Scherza infida". Diese endlos lange Arie so zu singen, dass es einem beim Zuhören nicht langweilig wird, ist m.E. gar nicht so einfach.


Lieben Dank Mme.Cortese, ich finde ihn grandios, diese Koloratur Kaskaden spitzenmäßig!
Naja, dünn finde ich die Höhe keineswegs, aber ich denke der bringts noch besser, auch gerade wenn ich so an Franco Fagioli denke und seine Anfänge!

LG Fiesco

Aber Counter sind hier im Forum eh nicht beliebt!? :pfeif:
Die Tonkunst begrub hier einen reichen Besitz, aber noch viel schönere Hoffnungen.

Grillparzers Worte auf der Reliefplatte Schuberts.

Gregor

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463

Montag, 16. Oktober 2017, 20:08

Es wäre interessant, was unsere Experten Caruso und orsini zu Emiliy D'Angelo sagen können. @orsini: Danke für deinen kompetenten Beitrag.
Ich habe mir einiges von D'Angelo angehört. Sie hat ein schönes Timbre, verfügt über ein geschmeidiges Legato und singt gekonnt Verzierungen. Barockmusik liegt ihr offensichtlich sehr.
Was mir besonders gefällt, ist, dass sie bereits jetzt nicht nur singt sondern ihre Rollen interpretiert und lebt. Da ist sie schon ganz in der jeweiligen Rolle drin.

Sie ist scheinbar ein Wettbewerbs-Liebling. 2016 war sie Gewinnerin der Metropolitan Opera National Council Auditions und heuer hat sie auch schon den Cesti-Gesangswettbewerb als auch den ersten Preis beim Lissner-Wettbewerb gewonnen. Hier noch ein zweites Beispiel vom Wettbewerb:




Übrigens hat Svetlina Stoyanova nun auch den Facebook Audience Award gewonnen. Also decken sich Meinung von Publikum und Jury doch. ;)

Gregor

Mme. Cortese

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Beiträge: 1 192

Registrierungsdatum: 12. Januar 2010

464

Montag, 16. Oktober 2017, 20:25

Lieben Dank Mme.Cortese, ich finde ihn grandios, diese Koloratur Kaskaden spitzenmäßig!
Naja, dünn finde ich die Höhe keineswegs, aber ich denke der bringts noch besser, auch gerade wenn ich so an Franco Fagioli denke und seine Anfänge!

LG Fiesco

Aber Counter sind hier im Forum eh nicht beliebt!?


Hallo Fiesco,

eben Fagioli hatte ich bei meiner Anmerkung zu Marino (sorry, kriege die Tilde nicht rein) im Hinterkopf. Deswegen schrieb ich ja auch, dass er mit der Zeit sicher noch besser werden kann. Im übrigen habe ich keinerlei Probleme mit Countertenören. Neben einem gewissen Konservativismus liegt das bei vielen Opernfreunden hier sicher auch am bevorzugten Repertoire. Wer Wagner über alles liebt und Barockopern für leeres Koloraturgedudel hält, wird an Countern sicher nichts finden. Andererseits liebe ich Opern vom Barock bis zum frühen 20. Jahrhundert, wobei Wagner bei mir halt nicht nur zeitlich ziemlich weit hinten rangiert.

LG Mme. Cortese
Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

orsini

Anfänger

  • »orsini« ist männlich

Beiträge: 68

Registrierungsdatum: 9. Juli 2017

465

Montag, 16. Oktober 2017, 22:53

Als Experte, lieber gregor, sehe ich mich überhaupt nicht... nur als jemand der gerne schönen Stimmen hört und der dazu eine sehr subjektive Meinung hat...
Insofern muß ich auch meinen Eindruck bzgl. des hellen Timbres von S. Stoyanova revidieren. Heute Nachmittag hatte ich die Ausschnitte nur mit einem ipad gehört, aber das taugt dafür nicht wirklich. Ich habe sie jetzt nochmal mit etwas besseren PC-Lautsprechern gehört... und ich finde ihr Timbre sehr apart und keineswegs zu hell. Die Stimme hat durchaus einen Wiedererkennungswert...

Du hattest aber nach Emiliy D'Angelo gefragt: Nun, das sind für mich erstmal zwei sehr unterschiedliche Gesangsweisen. Stoyanova wirkt auf mich etwas introvertierter und reflektierter... daher gestaltet sie ihre Partie viel intensiver.
D'Angelo ist ein Wirbelwind auf der Bühne; sie scheint selbst eine unbändige Freude am Singen und an ihrer Stimme zu haben. Die Stimme selbst finde ich sehr gut geführt, auch hier wieder ein sehr eigenes Timbre, das etwas dunkler ist als bei Stoyanova. Die Stimme klingt in allen Lagen voll und saftig, lediglich einigen tieferen Noten in "Dopo notte" fehlt es noch etwas an Volumen. Generell fand ich die Händel-Arie sehr viel besser gelungen, auch wenn nicht jeder Triller schon perfekt ist. In der Rosina war für mich stellenweise zu viel Vibrato (z.B. gleich zu Beginn), auch finde ich auch die Gestaltung etwas pauschal: sie singt recht eigentlich in einem Dauerforte. Dynamische Abstufungen kommen kaum vor. Aber noch etwas Feinschliff und diese Stimme kann ein funkelndes Juwel werden... und mit 23 Jahren hat sie alle Zeit der Welt dazu. Das alles, wie gesagt, meine ganz subjektiven Eindrücke...

Insgesamt, glaube ich, hatten die Juroren einen schweren Job, da hätte ich nicht an ihrer Stelle sein mögen...

viele Grüße,
orsini
Man soll nicht lügen. Es sei denn, daß man mit der Wahrheit noch schlechter führe.
Curt Goetz

Caruso41

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466

Dienstag, 17. Oktober 2017, 17:47

Liebe Stimmenliebhaber und Melomanen!

Über die vielen Eindrücke und Urteile, die hier geäußert wurden, habe ich mich sehr gefreut. Sie zeigen doch eindrücklich, dass es ein Interesse an neuen Stimmen gibt. Vor allem aber belegen sie zudem, wie aufschlussreich es ist, über Sänger zu reden und zu urteilen, von denen noch keine Phrasen und Floskeln ihrer Agenturen und der Marketingabteilungen der kommerziellen Musikindustrie nachgebetet werden können.

Ich kann viele Wahrnehmungen und Feststellungen, Meinungen und Urteile eigentlich voll nachvollziehen. Deshalb will ich auch nur noch kurz etwas zu den bisher betrachteten Sängerinnen und Sängern sagen!
Vorab vielleicht: dem Votum der Jury stimme ich voll zu! Wenn man die Kandidaten in den Vorbereitungsworkshops und Auswahlgruppen und in den beiden öffentlichen Konzerten gehört hat, muss man ihnen bestätigen, dass sie wirklich eine überzeugende Wahl getroffen haben.

Dass der Favorit des Publikums es nicht ins Finalkonzert schaffte, mag irritieren, ist aber auch begründbar.
Samuel Mariño ist ein ungemein charmanter junger Mann von wunderbar ungekünstelter Ausstrahlung, der das Publikum schlichtweg bezaubert hat. Seine Stimme hat eine herrlich helle Klarheit in den oberen Lagen und seine Sprungtechnik ist stupend. Er kommt praktisch ohne alle Aspirierungen aus! Den Überschwang des glückseligen 'Da tempeste il legno infranto' brachte er auch bestens zur Geltung. Allerdings kann auch hier nicht ganz verschwiegen werden, dass sein Singen relativ einfarbig bleibt und nur wenig Gestaltungsoptionen nutzt. Das fiel in den anderen Arien, die man von ihm hörte, noch stärker auf. Aber er hat ja gerade erst sein Studium am Conservatoire Régional de Paris abgeschlossen. Allerdings ist er schon mit verschiedenen Ensembles unterwegs, um barocke Musik aufzuführen und Vergessenes wieder zu entdecken.
Es gibt übrigens gar nicht so wenig von Samuel Mariño in Internet.

Unter anderem auch Mozarts Voi avete un cor fedele KV.217:
https://www.youtube.com/watch?v=bTGooA7NhBk


Übrigens noch zu Fiescos Einwand:
Hallo lieber Caruso41, einen Sopranisto gibt es leider nicht du meinst bestimmt einen Sopraniste!

Auf seiner Visitenkarte bezeichnet er sich als Sopranisto. Das ist doch in Ordnung, dass er aus dem italienischen Sopraniste im Spanischen ein 'Sopranisto' macht. Oder?

Zu Svetlina Stoyanova: Die Idiosynkrasien, die Fiesco dazu gebracht haben, schlicht abzuschalten, kann ich gar nicht nachvollziehen. Zum Rachen-'rrr' hat ja Stimmenliebhaber schon das Nötige gesagt. Ich würde nur hinzufügen, dass Du, lieber Fiesco, Dich durch das Abschalten um einen sehr schöne und intensive Gestaltung der beiden Arien gebracht hast.
Was Orsini und Mme. Cortese über sie geschrieben haben, würde ich voll unterschreiben. Die klare Diktion, die dem Text das nötige Gewicht verleiht und die Gesangslinien überhaupt erst mit Leben und Sinn erfüllt, finde ich besonders positiv! Und Was die Gestaltung angeht, kann ich nur Orsini zustimmen: sie wirkt sehr reif und ich empfinde sie als ungemein intensiv. Das erlebt man bei Sängerinnen diese Alters kaum je! Sie meidet wirklich alles Aufgesetzte und Äußerliche, weiß aber durch Phrasierung, kleine agogische Rückungen und die Färbungen, die sie den Gesangslinien immer ganz unaufdringlich verleiht, bewegende Akzente zu setzen. Dass die Stimme wirklich außergewöhnlich schön und reich ist und die Technik einfach stupend, mag man da gar nicht mehr erwähnen!

Bei dem jungen koreanische Bass Cho ChanHee ist es erst mal die Prachtstimme, die spontan für ihn einnimmt. Sie ist kernig und voluminös und füllt den Raum (Stadthalle Gütersloh ebenso wie das Theater Gütersloh) wie man es bei Bässen eher selten hört. Herrlich fand ich das Timbre, das zwar nach dunklem Titanerz klingt, aber auch einen hellen Schimmer hat, der sich in dem Höhen eindrucksvoll entfaltet. Seine Zukunft wird wohl - wie Orsini zurecht schreibt - eher im seriösen Fach liegen. Für Rossini mag es an Geläufigkeit fehlen und für "La Calunia" auch an Verschlagenheit und Dämonie! Im Semifinale hat er "Sorge infausta" aus Händels Orlando gesungen. Da gab es ebenfalls eine gewisse Schwergängigkeit in den Koloraturen, aber wie die Stimme in allen Lagen in weiten Phrasierungen ihre Pracht entfaltete, war einfach umwerfend! Nach den Bässen, die man heute meistens in Händelpartien hört, ein wirkliches Vergnügen!

Bekanntermaßen werden alle Preisträger von der Bertelsmann-Stiftung weiter gefördert. Dabei spielen auch Workshops und Meisterkurse eine hervorragende Rolle. Ich persönlich würde mir wünschen, dass die junge Schwedin Christina Nilsson Gelegenheit bekommt, mit Gesangslehrern zu arbeiten, die ihr herrlich leuchtendes Sopranmaterial durch technische und musikalische Schulung besser zur Geltung bringen.

Sie sang unter anderem die anspruchsvolle Arie "Ozean, du Ungeheuer" aus Webers Oberon.
Das war eine etwas ungelenke und unbeholfene Ausführung dieser genialen Nummer!
Aber man hörte Töne, nach denen man sich irgendwie sehnt und die man heute eher selten zu hören bekommt!

https://www.youtube.com/watch?v=CWBf41f-UZM


Im Semifinale sang sie Elisabeths Hallenarie aus dem Tannhäuser:

https://www.youtube.com/watch?v=o4RD2dYzd2Q


Im Finale noch "E Susanna non vien! / Dove sono" aus Nozze di Figaro

https://www.youtube.com/watch?v=IyoFEHmbbg4


Eine echt jugendlich-dramatische Stimme von Qualität mit einer phänomenalen Höhe.
Noch allerdings ziemlich unfertig. Trotzdem: eine wirkliche Entdeckung für mich!

Herzliche Grüße allen Stimmenliebhabern und Melomanen, die nicht davor zurückschrecken, auch mal über noch unbeschriebene Blätter etwas zu schreiben!

Caruso41
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Gregor

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Dienstag, 17. Oktober 2017, 18:13

Lieber orsini,
deine Einschätzung deckt sich auch mit der meinen. Ja, die Stimme ist sehr füllig, aber die Sängerin neigt zum Forte. Ihre Dorabella-Arie ist da ein gutes Beispiel, wo auch das von dir erwähnte Vibrato auffällt. Für Mozart scheint mir ihre Art des Singens nicht ideal. Mozart darf nicht so hart sein! Aber das sollen nur kleine Einschränkungen sein. Denn D'Angelo ist ein beachtliches Talent.

Gregor

Caruso41

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468

Mittwoch, 18. Oktober 2017, 18:03

Es wäre interessant, was unsere Experten Caruso und orsini zu Emiliy D'Angelo sagen können.


Lieber Gregor,

ich hatte ganz übersehen, dass Du etwas von mir zu Emiliy D'Angelo hören wolltest.

Da ich mit dem, was Orsini geschrieben hat, voll übereinstimme, war ich in meinem letzten Beitrag auf sie nicht eingegangen.
Nun denn auf speziellen Wunsch noch ein paar Worte:

Die Stimme klingt - da stimme in Orsini - ausdrücklich zu "in allen Lagen voll und saftig". Das Timbre ist nicht ganz mein Geschmack aber charakteristisch. Was mich bei ihren Auftritten in Gütersloh, wo ich sie in einem Workshop, im Semifinale und im Finale erlebt habe, im Laufe der Zeit ziemlich störte, war wohl die etwas unbekümmerte Art, auf Wirkung zu singen. Da wurde ich dann vielleicht kritischer, als es bei einer so jungen Sängerin angebracht ist!

An der Tonproduktion und Stimmführung ist eigentlich nichts Grundsätzliches zu zu bemängeln. Mir aber ist ihr Singen zu unbekümmert, oft sogar unbedarft. Sie will etwas ausdrücken: Das ist gut und richtig. Aber es ist ihr wichtiger als als die prägnante Ausformung der Gesangslinien und das Aufspüren von musikalischem Sinnstrukturen. Rouladen, Verzierungen und Triller malt sie mit breitem Pinsel anstatt sie sorgfältig zu ziseliert! Man kann diese Art zu singen vielleicht auch positiv bewerten, ihr Engagement, ihre Leidenschaft und ihre Lust an der Darstellung loben. In einem anderen Fach ist das, was mir fehlt, vielleicht auch gar nicht so gefragt. Aber sie hat nun mal Cesti, Händel und Rossini gesungen und da erwarte andere Tugenden als etwa in einer Arie aus Barbers "Vanessa" .

Also: Emiliy D'Angelo ist ein großes Talent und ihre Karriere zeichnet sich ja schon ab! Dass ich Einwände vorgebracht habe, ist vielleicht zu beckmesserisch. Aber Orsini hat ja auch ähnliche Vorbehalte angedeutet! Auf jeden Fall aber ist für mich Svetlina Stoyanova die entschieden faszinierendere und reifere Sängerin. Trotzdem bin ich gespannt auf den weiteren Weg von Emiliy D'Angelo.

Recht interessant ist ein Portrait von ihr, das anläßlich der MET-Opera-Auditions erschienen ist:

http://myscena.org/wah-keung-chan/rising…pera-auditions/

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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orsini

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469

Donnerstag, 19. Oktober 2017, 23:23

Bekanntermaßen werden alle Preisträger von der Bertelsmann-Stiftung weiter gefördert. Dabei spielen auch Workshops und Meisterkurse eine hervorragende Rolle. Ich persönlich würde mir wünschen, dass die junge Schwedin Christina Nilsson Gelegenheit bekommt, mit Gesangslehrern zu arbeiten, die ihr herrlich leuchtendes Sopranmaterial durch technische und musikalische Schulung besser zur Geltung bringen.

Ich habe mir heute noch die drei Ausschnitte mit Christina Nilsson angehört... Wow, lieber Caruso41, was für eine Stimme: eine strahlende, flutende Höhe, eine gut ausgeprägte Tiefe, schier endloser Atem und eine frappierende Mühelosigkeit der Tonbildung und Tonschönheit auch oberhalb des Systems (wo andere Soprane schnell und gerne schrill klingen)... da kann ich Deine Begeisterung gut verstehen. Um solch eine Stimme müßten sich Intendanten eigentlich reißen und streiten... Bleibt Christina Nilsson zu wünschen, dass sie an die richtigen Lehrer gelangt, um dieses Potential zur vollen Blüte zu bringen. :thumbup:

Es grüßt,
orsini

(... nur wer hat ihr dieses fleischfarbene Kleid angezogen??? :stumm: )
Man soll nicht lügen. Es sei denn, daß man mit der Wahrheit noch schlechter führe.
Curt Goetz

Caruso41

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Freitag, 20. Oktober 2017, 11:38

. Um solch eine Stimme müßten sich Intendanten eigentlich reißen und streiten... Bleibt Christina Nilsson zu wünschen, dass sie an die richtigen Lehrer gelangt, um dieses Potential zur vollen Blüte zu bringen. :thumbup:


Lieber Orsini,

es freut mich, dass Du auch so begeistert von Christina Nilsson und ihrer vielversprechenden Stimme bist.

Mich wundert eigentlich, dass die auf Wagner und Strauss spezialisierten Opernfans nicht alle aufgejubelt haben. Aber daran muss man sich ja leider hier im Forum gewöhnen. Auf die Vorstellung von Lise Davidsen war die Reaktion auch bescheiden. Um es genau zu sagen: es gab auch nur eine einzige Bemerkung zur Stimme und eine zur Figur!
Nach ihrem Erfolg in Glyndebourne als Ariadne aber ist wohl nicht mehr zu übersehen, dass sie eines der größten Talente im jugendlich-dramatischen Fach ist. Die Opernhäuser in Berlin, Wien und München haben sie schon auf dem Zettel. Erst wird sie - zum Beispiel in München - nur als eine der Walküren eingesetzt aber der Weg in eine große Karriere ist angebahnt. Ich werde sie in Wexford bei den Festspielen nächste Woche als Cherubinis MEDEA hören und freue mich schon sehr darauf! Im November ist sie als Ariadne in Wien angesetzt!

Aber zurück zu Christina Nilsson. Dass sie jetzt sorfältige -ich sage mal- "Betreuung" braucht, hatte ich ja auch gesagt. Zum Glück hat sie sich der Oper in Stockholm angeschlossen, wo man mit jungen Talenten eigentlich ziemlich sorgsam umgeht. Sie hat etliche kleine Partien etwa in Rosenkavalier (Adelige Waise) oder in Elektra (Aufseherin) übernommen und ist als Cover für die Chrysothemis eingeplant. Im Juni des nächsten Jahres soll sie die Aida singen!

Einen Vorgeschmack gibt es auf der Homepage ihrer Agentur! Die 'Nilarie' in einem Mitschnitt von einem Sängerwettbewerb 2016. Der Aufstieg aud das hohe C ist schlicht atemberaubend! An manchen Phrasierungen aber sollte sie noch feilen. Das wird sie sicher auch! Der Dirigent der Neueinstudierung dieser Aida ist kein Geringerer als Pier Giorgio Morandi! Von Sängern und Gesang versteht der nun wirklich was!

http://www.braathenmanagement.com/eng/ar…ristina-nilsson

(... nur wer hat ihr dieses fleischfarbene Kleid angezogen??? :stumm: )


Es geht auch wirklich besser:



Beste Grüße

Caruso41
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Fiesco

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Freitag, 20. Oktober 2017, 13:57

Na dann möchte ich auch mal ne neue Stimme vorstellen .....


Sophie Rennert Mezzosopran



LIVE gehört habe ich sie noch nicht, letzte Nacht viel sie mir auf bei einer Suche auf YouTube, danach schaute ich im Netz nach ihr und fand diese... Homepage und einige YouTube Schnipsel ...

Barbiere Duett
Parto,parto
Purcell Dido

Hier noch zu der Aufnahme von diesem Jahr >Lotario< in Göttingen...

...mit ihr als Lotario

Und nun zu der Kuriosität ihrer Vita für mich, als ich ihre Hompage fand und las viel mir der Name und die Stadt auf, und ich dachte das kann kein Zufall sein. Heute Morgen rief ich dann die gute Bekannte Anny Schlemm an und fragte sie, ja sagte sie das ist meine Enkelin, also auch die Enkelin des Dirigenten Wolfgang Rennert + und ihr Vater ist der Jazz Musiker Uli Rennert!
Da kann man doch sagen, so klein ist die Welt!

LG Fiesco
Die Tonkunst begrub hier einen reichen Besitz, aber noch viel schönere Hoffnungen.

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Caruso41

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Freitag, 20. Oktober 2017, 14:23

Nun wäre natürlich interessant, wenn Du auch noch was zu ihrer Stimme und ihren Gesangsleistungen sagen würdest!

Caruso41
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Fiesco

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Freitag, 20. Oktober 2017, 14:38

Das werde ich erstmal nicht tun, da ich schon wiederholt gesagt habe,nach YouTube werde ich keine Stimme beurteilen!
Wenn mir der Lotario vorliegt, könnte das der Fall sein!

LG Fiesco
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Caruso41

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Freitag, 20. Oktober 2017, 16:33

.....Das werde ich erstmal nicht tun, da ich schon wiederholt gesagt habe,nach YouTube werde ich keine Stimme beurteilen!
Wenn mir der Lotario vorliegt, könnte das der Fall sein!


Schade, lieber Fiesco!

Aber auf eine Sängervorstellung, in der so gar nichts gesagt wird zur Stimme, Technik, Artikulation und Gestaltung mag ich einfach nicht reagieren. Also werde ich wohl warten müssen, bis Du den Lotario gehört hast.
Ich hatte ihn übrigens im NDR gehört, da ich dieses Jahr nicht nach Göttingen gefahren bin. Aber geschlagene vier Stunden am Radio sind schon eine Herausforderung, der ich nicht ganz gewachsen war.....

Dass man nach dem Hören von Youtube-Videos nichts über die Farbe und Qualität des Timbres sagen kann, auch nichts über Volumen oder Tragfähigkeit, leuchtet mir ein! Über Intonation und Stimmführung, Artikulation, Musikalität und Stil, Charakterisierung und Ausdruck könnte man freilich schon etwas sagen. Wenn man das wollte!
Sonst macht der ganze Thread ja keinen Sinn, da die meisten Taminos den jungen Stimmen natürlich noch nicht live begegnet sein können. Das liegt einfach in der Natur der Sache. Darum habe ich immer nur Stimmen vorgestellt, die ich live gehört habe - nach Möglichkeit zweimal oder öfter - und von denen ich auch Videos auf Youtube fand, die zumindest so gut klingen, dass man danach eine einigermaßen verläßliche Vorstellung bekommen kann.

Beste Grüße

Caruso41
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Fiesco

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Freitag, 20. Oktober 2017, 16:47

An Caruso41!!
Am liebsten hätte ich jetzt den Post gelöscht, mir gehen deine Launen und Spitzfindigkeiten nämlich auf den Wecker, das ist nämlich das gleiche wie mit dem Sopranisto?!, man muss dir alles recht machen und du weißt alles besser, wehe wenn nicht!

Fiesco
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Caruso41

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Freitag, 20. Oktober 2017, 18:15

Warum so gereizt, lieber Fiesco?

Wenn Du etwas anders siehst oder machst als ich, ist das doch Dein gutes Recht! Ich habe mir nur erlaubt zu sagen, dass ich keinen Ansatzpunkt für einen Austausch sehe, wenn über die Stimme und die Gesangsleistung überhaupt nichts gesagt ist. Was erzürnt Dich daran?

Und dass die Sopanisto-Geschichte Dich erzürnt hat, ist für mich schon gar nicht nachvollziehbar. Es warst doch Du, der mir vorgehalten hat, es gebe keinen 'Sopranisto' und ich hätte wohl einen 'Sopraniste' gemeint. Darauf habe ich lediglich darauf verwiesen, dass der junge Mann sich auf seiner Visitenkarte selbst als 'Sopranisto' vorstellt. Was war daran unrecht.

Also bitte, atme mal tief durch und lass uns wieder vernünftig miteinander umgehen.
Wenn ich Dir vielleicht als Besserwisser erscheine, schieb es auf mein Alter. Da hat man viel Kenntnisse, Erfahrungen und Einsichten im Laufe der Jahre gesammelt, dass man meint andere korrigieren zu müssen. Ist aber nicht böse gemeint.

So, jetzt muss ich in die Oper! Ich wollte das nur vorher noch sagen, damit es mich nicht irgendwie ablenkt.

Versöhnliche Grüße

Caruso41

.....von meinem iPhone gesendet.
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Freitag, 20. Oktober 2017, 18:58

Geschätzer Caruso41,

als Mitleser habe ich bei Deinen Beiträgen seit über einem halben Jahrzehnt irgendwie immer so das Gefühl, als wenn Du Dich gefühlt in jedem zweiten Beitrag darüber beklagst, dass sich

1. generell zu wenige Leute für neue Sänger interessiert
2. dass kaum jemand detaillierter etwas zu den Eigenheiten von Gesangsstimmen schreibt und mit Dir diskutieren möchte / kann

Speziell zum zweiten Punkt würde mich einmal interessieren, wer hier im Forum dazu überhaupt in der Lage ist?

Das sind doch wahrscheinlich bloß eine Handvoll Leute, die mit Dir da auch nur ansatzweise über "behauchte Vokale" und "verschattete Höhen" ( Kesting-Jargon) Mezza voce und Messa di voce und so weiter und so fort rechten könnten.

Das sind doch dann höchstens Gesangslehrer oder ehemalige aktive Sänger , Kritiker und einige wenige begabte Laien, die Fachwälzer durchgearbeitet und -zigtausende Stunden vergleichendes Hören in ihrem Leben hinter sich haben.

Es hat aber meiner Ansicht nach keinen Sinn, die Diskussionspartner hier immer und immer wieder in die Ecke zu drängen, indem man Fachauskünfte über die Qualitäten der Stimmen verlangt.

Auch wenn man sich im Leben etwas noch so sehr wünscht: manchmal bekommt man es eben halt einfach nicht. Das kann man schade finden und sich darüber immer und immer wieder beklagen, aber es ist eben einfach so. Vielleicht wirst Du das irgendwann auch einmal einsehen.


Nichtsdestotrotz habe ich Achtung vor Deinen enormen Kenntnissen, das hat mit meiner Kritik an Deinen Wünschen nichts zu tun. Du solltest vielleicht diesen jenen hohen Maßstab aber nicht versuchen an anderen anzulegen.

Freundliche Grüße,

MDM

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Freitag, 20. Oktober 2017, 19:01

Heute Morgen rief ich dann die gute Bekannte Anny Schlemm an und fragte sie, ja sagte sie das ist meine Enkelin
Oh, es freut mich sehr zu lesen, dass es Anny Schlemm mit ihren 88 Lenzen noch su gut zu gehen scheint! :)
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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Fiesco

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Freitag, 20. Oktober 2017, 19:20

Heute Morgen rief ich dann die gute Bekannte Anny Schlemm an und fragte sie, ja sagte sie das ist meine Enkelin
Oh, es freut mich sehr zu lesen, dass es Anny Schlemm mit ihren 88 Lenzen noch su gut zu gehen scheint! :)


Lieber Stimmenliebhaber, ja es geht ihr verhältnismäßig gut, sie ist nicht mehr ganz so gut auf den Beinen, wurde Anfang des Jahres an den Augen operiert, und sagte mir, ich sehe wieder wie ein Luchs! :)
Ja, mit ihr kann man immer wieder schön über die alten Zeiten plaudern!

LG Fiesco
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Freitag, 20. Oktober 2017, 20:07

Heute Morgen rief ich dann die gute Bekannte Anny Schlemm an und fragte sie, ja sagte sie das ist meine Enkelin
Oh, es freut mich sehr zu lesen, dass es Anny Schlemm mit ihren 88 Lenzen noch su gut zu gehen scheint! :)


Lieber Stimmenliebhaber, ja es geht ihr verhältnismäßig gut, sie ist nicht mehr ganz so gut auf den Beinen, wurde Anfang des Jahres an den Augen operiert, und sagte mir, ich sehe wieder wie ein Luchs! :)
Ja, mit ihr kann man immer wieder schön über die alten Zeiten plaudern!

LG Fiesco
Lieber Fiesco, das ist schön, und sie kann ja auch wirklich herrlich erzählen und at auch viel zu berichten, bei Felsenstein von 1949 an an der Komischen Oper (und sie war ein wunderbarer Felsenstein-Imitator, ich kenne keinen besseren! :D ) und kurz darauf auch im Admiralspalast und bald auch überall sonst.
Ihre Gehprobleme waren ja wohl schon vor einigen Jahren der Anlass für ihren Bühnenabschied, aber dass sie geistig offenbar noch voll auf der Höhe ist, ist wunderbar zu wissen! :thumbup:
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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