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Caruso41

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841

Freitag, 12. Oktober 2018, 09:28

Zu Mario Bahg:

der Sänger gefällt mir ausgesprochen gut. Wenn er live so klingt wie in den Videos, sollte es nicht lange dauern bis er groß rauskommt. Ich habe mir die drei Arien angehört. Gefallen haben mir alle, Faust fand ich jedoch am stärksten. Er besitzt eine schöne Stimme mit guter Technik. Wunderschön!


Lieber Kapellmeister Storch!

Ich bin auch überzeugt davon, dass Mario Bahg schon ziemlich bald groß rauskommt. Erst aber wird er seinen Master in Mannheim machen wollen.
Er ist allerdings in Norwegen bereits für einige Konzerte angekündigt. Der 1. Preis im Queen Sonja International Music Competition hat in wohl in Norwegens Musikwelt mit einem Schlag bekannt gemacht. Jetzt ist der Preis in Montreal dazu gekommen. Da werden sicher auch deutsche Opernhäuser auf ihn aufmerksam werden.


Im übrigen empfehle ich Dir, auch das Verdi-Requiem anzuhören. Es ist eine packende Aufführung unter der Leitung Edward Gardner. Etwas ganz Besonderes ist allerdings Lise Davidsen, auch eine Sängerin, die ich hier einst als NEUE STIMME vorgestellt hatte, in der Sopranpartie! Eine Stimme, die an große und größte Vorbilder erinnert und die in die "Tiefen des Herzens" dringt.

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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rodolfo39

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842

Freitag, 12. Oktober 2018, 10:00

Lieber Caruso,
Gestern hab ich mir das Verdi Requiem angeschaut und die Aufführung war wirklich mitreißend. Mario Bahg hat eine tolle Stimme und gefällt mir auch ausgesprochen gut Man sollte nur darauf achten, daß er jetzt nicht allzu früh Rollen singt, für die er noch Zeit braucht.

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843

Samstag, 13. Oktober 2018, 08:13

Lieber Caruso41,

das Hören des Verdi-Requiems werde ich nachholen. Ich bin jetzt allerdings auf dem Meer unterwegs.

Caruso41

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844

Sonntag, 14. Oktober 2018, 09:01

zu Mario Bahg und Lise Davidsen

Lieber Rodolfo!
Gestern hab ich mir das Verdi Requiem angeschaut und die Aufführung war wirklich mitreißend.

Ja, das ist eine Aufführung von erstaunlicher Dichte und emotionaler Intensität!
Lise Davidsen, die noch bei den Planungen der laufenden Spielzeit keine Engagements an Bühnen im deutschsprachigen Raum hatte, tritt nun gleich an drei Bühnen auf: in Stuttgart wird sie als Lisa in "Pikovaya Dama" angekündigt und sowohl in Zürich als auch in München als Elisabeth im "Tannhäuser"!

Mario Bahg hat eine tolle Stimme und gefällt mir auch ausgesprochen gut.
Man sollte nur darauf achten, daß er jetzt nicht allzu früh Rollen singt, für die er noch Zeit braucht.

Ganz sicher sollte man diese ausgesprochen schöne Stimme nicht überfordern. Da sie nicht nur eine glänzende Höhe hat sondern auch ein gutes Fundament und eine reiche Mittellage hat, sehe ich durchaus die Gefahr, dass dieser Sänger zu früh in ein Fach gedrängt wird, für das er sich klugerweise noch Zeit lassen sollte.

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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Caruso41

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845

Sonntag, 14. Oktober 2018, 09:03

….das Hören des Verdi-Requiems werde ich nachholen. Ich bin jetzt allerdings auf dem Meer unterwegs.

Neee, lieber Kapellmeister Storch, auf das Meer passt das Requiem wirklich nicht!

Ahoi!
Caruso41
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La Roche

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846

Sonntag, 14. Oktober 2018, 09:40

Lieber Caruso41, ich habe mir die Aufnahmen auch angehört und bin - wie einige andere hier - auch sehr angetan von Mario Bahg. Die so gelobte Faust-Arie verrät viel Potential, und der junge Mann wird sicher noch an sich arbeiten. Bei ihm kann man ja noch von einem jungen Talent sprechen.

Ob sein Talent ausreichen wird, um Björling in dieser Arie oder den jungen Pavarotti in einer der Karajan-Requiems zu erreichen, das wäre ihm zu wünschen. Aber sicher sind diese Erwartungen sehr hoch gesteckt. Björling und der junge Pavarotti (für mich bis Ende der 70-er) sind ein sehr hoher Maßstab, den ich besser nicht anlegen sollte. Aber jede Tenorhoffnung ist willkommen, aber ich schließe mich rodolfo an und hoffe auf gute Lehrer des jungen Mannes.
Herzlichst La Roche
Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


Caruso41

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847

Sonntag, 14. Oktober 2018, 10:23

Lieber LaRoche!
ich habe mir die Aufnahmen auch angehört und bin - wie einige andere hier - auch sehr angetan von Mario Bahg. Die so gelobte Faust-Arie verrät viel Potential, und der junge Mann wird sicher noch an sich arbeiten. Bei ihm kann man ja noch von einem jungen Talent sprechen.
Ob sein Talent ausreichen wird, um Björling in dieser Arie oder den jungen Pavarotti in einer der Karajan-Requiems zu erreichen, das wäre ihm zu wünschen. Aber sicher sind diese Erwartungen sehr hoch gesteckt....

Bei aller Begeisterung für NEUE STIMMEN, wir sollten sie nicht mit der Erwartung belasten, sie müssten in die allererste Liga der Opernsänger aufsteigen. Und Björling ist allererste Liga. Auch der junge Pavarotti ist das!
Wenn sie sich im Felde der heutigen Konkurrenz durchsetzen und an den renommierten Häuser in ihrem Reportoire reüssieren, dann ist das doch schon eine ganze Menge.

Von den bisher hier vorgestellten Tenören würde ich eigentlich nur einem zutrauen, dass sein Name eines Tages in einem Atemzuge mit den Allergrößten genannt wird: das ist Cyrill Dubois, der zumindest im französischen Fach das Potential hat für die allererste Liga!
Aber etliche andere werden es auch schaffen, in Mailand, London und New York zu singen - nicht nur gelegentlich dort zu singen sondern regelmäßig.
Wenn Mario Bahg das ebenfalls schaffen würde, wäre das eine richtig schöne Karriere.

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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La Roche

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848

Sonntag, 14. Oktober 2018, 10:47

Ja, lieber Caruso, ich würde es mir auch wünschen, daß es weltweit wieder Stimmen geben sollte, die beim Anhören Schauer erzeugen. Am Anfang dachte ich das von Villazon auch, den ich 2x live erlebte, innerhalb von 2 Jahren. Dazwischen lagen Welten. Er hat sich nicht geschont, leider.

Herzlichst La Roche
Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


chrissy

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849

Sonntag, 14. Oktober 2018, 11:27


Von den bisher hier vorgestellten Tenören würde ich eigentlich nur einem zutrauen, dass sein Name eines Tages in einem Atemzuge mit den Allergrößten genannt wird: das ist Cyrill Dubois, der zumindest im französischen Fach das Potential hat für die allererste Liga!


... und für mich wäre das im "ital. Fach" der rumän. Tenor "Florin Guzga", den ich in diesem Thread in meinem Btr. 683 vorgestellt habe.
Schon sein Duca im Rigoletto hat mich total begeistert und überzeugt.

Es gibt ja mit ihm leider nur einen ganz kleinen Ausschnitt aus der "Boheme" im letzten Akt.
Aber diese kleine und wunderschöne Stelle "Ah Mimi, mia bella Mimi...", läßt erahnen, daß er als Rodolfo großartig und ideal besetzt ist.

Herzlichst
CHRISSY
https://www.youtube.com/watch?v=uMYy3Lo1F60

welch wunderschöner, stimmlicher Wohlklang!
Jegliches hat seine Zeit...

Fiesco

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850

Sonntag, 14. Oktober 2018, 12:29

Hallo chrissy, der Rodolfo ist von 2014, der letzte Eintrag auf YouTube ist von 2018 mit dem Duca *, das ist gut, aber nicht mehr so gut wie Jahre vorher die Ausschnitte aus La Traviata, wo ich die Cabaletta toll fand!
*Rigoletto

LG Fiesco
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

chrissy

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851

Sonntag, 14. Oktober 2018, 13:59

Hallo chrissy, der Rodolfo ist von 2014, der letzte Eintrag auf YouTube ist von 2018 mit dem Duca *, das ist gut, aber nicht mehr so gut wie Jahre vorher die Ausschnitte aus La Traviata,
wo ich die Cabaletta toll fand!


Hallo, Fiesco
Ja, ich weiß, der Rodolfo ist von 2014 und leider gibt es nicht mehr davon.
Natürlich kenne ich auch seine Cabaletta - volle Zustimmung, finde ich ebenfalls toll.
Genau wie auch das "Brindisi" stimmlich und optisch ein Genuß!

https://www.youtube.com/watch?v=DQTS_TYobsU

Den Rigoletto, den ich meine, ist vom Nov. des vorigen Jahres, wenn die Angabe stimmt.
Solltest Du den nicht kennen, stelle ich ihn unten in der GA nochmal rein.
Du solltest Dir da mal die Tenorstellen unbedingt anhören. (Min. 3.20, 37.45, 56.20, 1.03,45, 1.58 ff)
Schon bei der Ballade "Questa o quella..." merkt man - ein Duca, stimmlich vom Allerfeinsten. Ich jedenfalls, bin überaus begeistert.

Evtl. viel Freude wünscht
CHRISSY
https://www.youtube.com/watch?v=MGF-Hug_0GI
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Caruso41

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852

Sonntag, 14. Oktober 2018, 18:02


Von den bisher hier vorgestellten Tenören würde ich eigentlich nur einem zutrauen, dass sein Name eines Tages in einem Atemzuge mit den Allergrößten genannt wird: das ist Cyrill Dubois, der zumindest im französischen Fach das Potential hat für die allererste Liga!

... und für mich wäre das im "ital. Fach" der rumän. Tenor "Florin Guzga", den ich in diesem Thread in meinem Btr. 683 vorgestellt habe.
Schon sein Duca im Rigoletto hat mich total begeistert und überzeugt.

Lieber Chrissy!

Bei einer Stimme, die ich nicht live gehört habe, von der ich nur wenige Aufnahmen kenne, die zudem leider technisch suboptimal klingen, würde ich eine solch steile Prognose nicht zu stellen wagen!
Ich habe ja auch einen guten Eindruck von Florin Guzga. Ich habe oben sogar geschrieben, dass er ein zweiter Ion Buzea werden könnte. Aber einen Aufstieg in die Champions League der Tenöre, in der Größen wie Björling, Bergonzi, Gedda, Kraus und Pavarotti die Maßstäbe setzen, mag ich ihm ehrlich gesagt nicht vorhersagen. Wenn er es trotzdem schafft: umso schöner!

Beste Grüße
Caruso41
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Caruso41

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853

Dienstag, 16. Oktober 2018, 09:27

Lieber Operus,

Ich persönlich ersaufe kurze Zeit vor dem Künstlertreffen mit 3 Veranstaltungen mit 250 Gästen aus dem künstlerischen und rund 1.000 Besuchern. Recht schwierig ein so (zu) groß gewordenenes Event maßgelblich mit zum managen und zu leiten. Wir haben 6 junge, ausgewählte Sänger im Einsatz. Vielleicht ist jemand dabei, der für eine Vorstellung als Entdeckung infrage kommen könnte.


na, hast Du bei Eurem Gottlob-Frick-Treffen NEUE STIMMEN entdecken können? Zwei Eurer Solisten sind ja hier schon vorgestellt worden. Vielleicht gibt es ja auch von ihnen was zu berichten? Neugierig aber wäre ich auf Entdeckungen.

Im Übrigen kannst Du natürlich auch noch was zu Mario Bahg sagen. Der hat ja nun wirklich eine außergewöhnlich gute und schöne Stimme, sodass es sich lohnt, mit seinen Aufnahmen zu beschäftigen: Entdeckungen: Neue Stimmen

Mich freut, in dem einschlägigen Thread zu lesen, das Euer Treffen ein wunderbares Ereignis und ein Erfolg war. Dazu gratuliere ich ganz herzlich!

Beste Grüße
Caruso41
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Boismortier

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854

Montag, 22. Oktober 2018, 23:25

Mario Bagh und Lise Davidsen

Hallo caruso

schon lange lese ich in Deinem Thread und die Beiträge über neue Stimmen und höre mir nicht wenige YT Videos auch genau an. Mario Bagh gefällt mir sehr gut. Er hat ein schönes Timbre und eine klare, strahlende Stimme. Von Deinen Videos habe ich mir den Faust und den Mozart sowie Brahms angehört. Im Mozart hat er mir am besten gefallen, obwohl er bei den Koloraturen nachgeschoben hat. Manchmal ist seine Stimme bei den Spitzentönen nicht mehr auf der Luft, ich weiß nicht genau, welche Worte man unter Gesangskritikern dafür verwendet um das auszudrücken was ich höre. Der Klang ist dann nicht ganz glatt, es knackt. Aber er ist ja auch noch sehr jung.
Gestern abend habe ich mir den gesamten Brahms angehört. Am besten fand ich da Lide Davidsen, so kraftvoll und klar, wunderbar. Aber ein reines Vergnügen war das Anhören für mich dann doch nicht, wurde es doch getrübt von dem Bassisten, der doch mit erheblichen Intonationsproblemen zu kämpfen hatte.

Grüße,
Boismortier

operus

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855

Dienstag, 23. Oktober 2018, 10:14

schon lange lese ich in Deinem Thread und die Beiträge über neue Stimmen und höre mir nicht wenige YT Videos auch genau an.

Lieber Boismortier,

schön, dass du als fleissiger Leser jetzt auch mitschreibst. Mache Dir keine Gedanken über das Fachkauderwelsch. Schreibe mit Deinen Worten, was Du empfindest, dann kommt es aus dem Herzen. Schön wäre es, wenn Du mehr schreiben würdest. Dann lernst nicht nur Du von uns, sondern wir auch von Dir.

Herzlichst
Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Caruso41

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856

Dienstag, 23. Oktober 2018, 11:10

Lieber Boismortier!
….schon lange lese ich in Deinem Thread und die Beiträge über neue Stimmen und höre mir nicht wenige YT Videos auch genau an.

Herzlich willkommen im Forum! Schön, dass Du Dich angemeldet hast! Es wäre prima, wenn Du Dich in Zukunft an dem Austausch über Sänger - zumal über NEUE STIMMEN - so engagiert beteiligen würdest, wie Du das in Deinem ersten Beitrag getan hast. Da Du Dich nicht mit oberflächlichem Hören und Genießen begnügst, sondern sehr genau hinhörst und Deine Höreindrücke auch noch prägnant mitteilst, empfinde ich Dich als Bereicherung des Forums.

Ich beobachte immer wieder, dass dieser Thread sehr viel von Gastbesuchern gelesen wird. Über 125 000 Zugriffe seit der Eröffnung des Threads am 23. August 2016 sind ja ein schlagender Beleg. Das Interesse an einem Austausch über die vorgestellten Sänger ist allerdings bei den angemeldeten Mitglieder erstaunlich wenig ausgeprägt. Aber das gilt zur Zeit wohl für die meisten Sänger-Threads.


Mario Bagh gefällt mir sehr gut.....Manchmal ist seine Stimme bei den Spitzentönen nicht mehr auf der Luft, ich weiß nicht genau, welche Worte man unter Gesangskritikern dafür verwendet um das auszudrücken was ich höre. Der Klang ist dann nicht ganz glatt, es knackt.
Das ist eine durchaus zutreffende Beobachtung! Ich denke, dass Mario Bagh die Spitzentöne mit etwas zu viel Druck ansetzt und dadurch gelingt es ihm nicht immer, eine stabile Stütze aufzubauen. Die Töne sind dann nicht so richtig klar im Focus zu halten. Das lässt sich aber korrigieren und ich bin zuversichtlich, dass er es lernen wird. Wie Du sagst: Bagh ist ja noch sehr jung und in der Ausbildung.


Am besten fand ich da Lise Davidsen, so kraftvoll und klar, wunderbar.
Ja, Lise Davidsen hat eine wirklich außergewöhnliche Stimme und sie ist eine großartige Sängerin. Das "Libera me" allein ist etwas ganz Besonderes.
Übrigens: versehentlich hast Du 'Brahms' geschrieben. Das ist aber das Requiem von Verdi.


Aber ein reines Vergnügen war das Anhören für mich dann doch nicht, wurde es doch getrübt von dem Bassisten, der doch mit erheblichen Intonationsproblemen zu kämpfen hatte.
Ja, Matthew Rose ist wohl nicht eine angemessene Besetzung für die Basspartie im Verdi-Requiem. Allerdings singt er inzwischen an dem ROH in London und an der MET in New York. Ich verstehe das nicht so ganz.

Es wäre schön, wenn Du auch noch etwas zu Deiner Person sagen könntest. Aber fühle Dich nicht gedrängt. Es ist auch gut, Dich über Deine Beiträge Stück um Stück kennen zu lernen.

Mit besten Grüßen

Caruso41
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Boismortier

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857

Dienstag, 23. Oktober 2018, 14:40

Zunächst mal vielen Dank für die freundliche Aufnahme. Ich möchte in den nächsten Tagen schauen, inwieweit ich es schaffe mich dann auch regelmäßig zu beteiligen, daher ist mir ein anonymer Gastzugang erstmal lieber.

@caruso41: „ Versehentlich hast Du Brahms geschrieben. Das ist aber das Requiem von Verdi.“

Upps, ja. Sind ja auch eigentlich nicht zu verwechseln. :)

Zu Louise Alder: Sie gefällt mir ausnehmend gut. Ich mag ihren Klang und sie kann scheinbar alles machen: voller Klang, hauchig singen, crescendieren, ins nichts verklingen lassen. Wenn man dann mal vergleicht wie unterschiedlich sie ihre Stimme im Montebrah....äh Monteverdi (den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen) und im Liszt benutzt, das ist schon beeindruckend. Dazu kommt ihre tolle Bühnenpräsenz, Ausstrahlung, ihr schauspielerisches Talent.
Wenn sie schon bei einer konzertanten Aufführung des Monteverdi so spielt, wie muss das erst auf einer Opernbühne wirken. Ich war grade eben auf der Webseite der Oper Frankfurt, ob da was für mich in Frage kommt.

Viele Grüße
Boismortier

Caruso41

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858

Dienstag, 23. Oktober 2018, 17:47

Zu Louise Alder

Lieber Boismortier!
Zu Louise Alder: Sie gefällt mir ausnehmend gut. Ich mag ihren Klang und sie kann scheinbar alles machen: voller Klang, hauchig singen, crescendieren, ins nichts verklingen lassen. Wenn man dann mal vergleicht wie unterschiedlich sie ihre Stimme im Montebrah....äh Monteverdi (den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen) und im Liszt benutzt, das ist schon beeindruckend.

Louise Alder hatte ich vor mehr als 6 Wochen vorgestellt. Dass niemand darauf geantwortet hat, fand ich schon sehr traurig. Umso mehr hat es mich jetzt gefreut, dass Du auch von dieser Stimme und ihren Möglichkeiten begeistert bist. Deine Beobachtung, dass sie für die verschiedenen Komponisten und Rollen eine ganz eigene Klangphysiognomie einbringt, kann ich nur nachdrücklich unterstreichen. Sowas hört man heute nur ganz selten.
Ich hatte bei ihrer Marzelline sogar den Eindruck, das schwärmerische junge Mädchen des ersten Bildes war im Finale zu einer Frau gereift, der es nicht leicht fiel, in den allgemeinen Jubel einzustimmen. Sehr bewegend.

Beste Grüße
Caruso41
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operus

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859

Dienstag, 23. Oktober 2018, 17:51

na, hast Du bei Eurem Gottlob-Frick-Treffen NEUE STIMMEN entdecken können?

Lieber Caruso,


ja, denn die Entdeckung und Förderung neuer, vor allem junger Sänger ist eine der wichtigsten Zielsetzungen der Gottlob Frick Gesellschaft. Eine besonders lohnende Entdeckung war die Begegnung mit dem 33 Jahre alten Bariton Alejandro Lárraga Schleske. Er ist 1985 in Mexiko geboren. Studierte in Mexiko. Aufbaustudium in Zürich. Preisträger verschiedener Wettbewerbe. Stipendiat des Mexikanischen Instituts der Künste. Von 2010 -2017 war er als Ensemblemitglied in Freiburg. Als dort nach Intendantenwechsel das gesamte Ensemble ausgetauscht wurde, ging auch sein Engagement an diesem Haus zu Ende. Zur Zeit ist er fest in Gera engagiert, gastiert jedoch viel an anderen auch bedeutenderen Opernhäusern. Beim Künstlertreffen der Gottlob Frick Gesellschaft beeindruckte er mit der Arie des Grafen "Hai già vinto la causa" aus Mozarts "Le nozze di Figaro, der Arie des Don Giovanni "Finch' han dal vino" und vor allem mit einer hinreissend singschauspielerisch gestalteten Szene des Tod des Posa aus "Don Carlos".
Schleske verfügt über eine voluminöse, warme Stimme, mit samtenem Timbre, die in allen Lagen gut anspricht. Technisch beherrscht er die solid fokussierte Stimme ausgezeichnet. Er hat einen langen Atem und verfügt über eine blendende Höhe. Faszinierend ist jedoch seine stimmliche und darstellerische Ausdruckskraft. Dadurch wurde selbst im Konzert ein Stück wie Posas Tod aus "Don Carlos" zum Höhepunkt des Gottlob Frick -Abends.

Lieber Caruso, Schleske hat eine ganze Reihe von Arien bei You Tube eingestellt. Jetzt bist Du dran, denn Du hast versprochen, mir beim Einstellen zu helfen. Danke.

Herzlichst
Operus
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Caruso41

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860

Dienstag, 23. Oktober 2018, 18:05

Alejandro Lárraga Schleske

Lieber Operus!

Alejandro Lárraga Schleske habe ich bei den Festspielen in Rheinsberg kennen gelernt. Er hat mir auch gefallen. Auf YouTube gibt es etliche technisch valide Aufnahmen. Da kann ich mal schauen, mit welchen er hier am besten vorgestellt werden könnte. Dazu komme ich aber im Augenblick nicht. Vielleicht springt jemand anderes ein. Sonst gehe ich die Sache nächste Woche an.

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861

Donnerstag, 25. Oktober 2018, 11:28

Videos von Alejandro Lárraga Schleske

Lieber Caruso, Schleske hat eine ganze Reihe von Arien bei You Tube eingestellt.
Jetzt bist Du dran, denn Du hast versprochen, mir beim Einstellen zu helfen.

Mein teuerster Operus!
Ich habe mein Bestes getan, um Deine Erwartungen nicht zu enttäuschen. Die meisten Videos auf YouTube sind schon ein paar Jahre alt und geben vermutlich keinen angemessenen Eindruck von seinen Qualitäten.
Ich verkneife mir erst mal, von meinen Eindrücken zu berichten. Ich habe ihn nur einmal live in einer Aufführung der Kammeroper Schloss Rheinsberg gehört. Mit seinen Videos habe ich mich allerdings jetzt ziemlich intensiv beschäftigt. Darüber also später! Erst sollen mal andere ihre Höreindrücke schildern. Schließlich haben ihn ja einige Taminos vermutlich in Ölbronn jetzt live gehört!

Verdi: Don Carlos - "Per me giunto... O Carlo, ascolta... "
https://www.youtube.com/watch?v=hYQ8REEQ…iVJXMjr61PvXYxK



Mozart: Cosi fan tutte -"Rivolgete a lui lo sguardo"
https://www.youtube.com/watch?v=82fVhFoAq_s



Verdi: La Traviata - "Di Proveza il mar, il sol"
https://www.youtube.com/watch?v=E7Q7EUz_kKw



Donizetti: L'elisir d'amore - "Come Paride Vezzoso"
https://www.youtube.com/watch?v=szYBHfM_etw



Alejandro Lárraga Schleske (Portrait der Ópera Veracruzano )
https://www.youtube.com/watch?v=5-eT5P8at2E



Mozart: Le Nozze di Figaro - "Hai già vinta la causa... Vedrò mentr'io sospiro"
https://www.youtube.com/watch?v=D-1mLj2tjdI



Viel Vergnügen!

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Caruso41
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862

Donnerstag, 25. Oktober 2018, 13:32

Lieber Caruso,

danke für die Hilfestellung beim Einstellen der Aufnahmen. Es ist jetzt genügend Material da, um den Sänger beurteilen zu können. Fast bedauere ich, dass ich bereits ein Statement zu ihm und seinen Leistungen abgab. Ich plädiere dafür, immer zuerst andere Opernfreunde zu Wort kommen zu lassen, ehe sich der Einsteller der Musikbeispiele mit seiner Beurteilung meldet, weil er fast zwangsläufig die Meinung der nach ihm kommenden Schreiber beeinflusst, zumal wenn er wie Du ein anerkannter Experte ist. Wir haben bei und für Schleske schon die Initiative ergriffen. Bei seinem Auftritt bei der Gottlob Frick Gesellschaft stellte es sich im Feeback mit erfahrenen Kollegen heraus, dass er keinen renommierten und rührigen Agenten hat. Also habe ich sofort einen der erfolgreichsten deutschen Agenten angeschrieben und ihn gebeten, dass er Schleske zu einem Vorsingen einlädt. Ich weiß selbstverständlich nicht, was aus der Empfehlung wird. Eine der Zielsetzungen der Gottlob Frick Gesellschaft ist Sänger-Nachwuchsförderung. Die machen wir auch ganz konsquent, wenn wir der Meinung sind, dass ein Sänger an dessen Qualitäten und Chancen wir glauben unter Wert gehandelt wird.

Herzlichst
Operus
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863

Donnerstag, 25. Oktober 2018, 16:17

Fast bedauere ich, dass ich bereits ein Statement zu ihm und seinen Leistungen abgab. Ich plädiere dafür, immer zuerst andere Opernfreunde zu Wort kommen zu lassen, ehe sich der Einsteller der Musikbeispiele mit seiner Beurteilung meldet, weil er fast zwangsläufig die Meinung der nach ihm kommenden Schreiber beeinflusst, zumal wenn er wie Du ein anerkannter Experte ist.

Lieber Operus,

mit den verschiedenen Strategien haben ich durchaus unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
Immerhin: die beiden letzten Vorstellungen sprechen für Deine Vorgehensweise.
Zu Mario Bagh hatte ich geschrieben:

Zitat

Wieder möchte ich zunächst einmal darauf verzichten, etwas zur Stimme und Gesangstechnik zu sagen. Es wäre schön, wenn die Opernaficionados und Melomanen im Forum seine Aufnahmen anhören und danach ihre Eindrücke mitteilen würden. Ich bin gespannt, wie ihr die Stimme findet und ob Euch sein Singen überzeugt.
Darauf kamen mehr Beiträge als zuletzt bei anderen, zu denen ich etwas geschrieben hatte.

Ob reagiert wird oder nicht, ist allerdings kaum berechenbar. Louise Alder zum Beispiel wurde mehr als 6 Wochen lang mit keiner Reaktion gewürdigt. Dabei hatte ich sie mit technisch sehr validen Aufnahmen vorstellen können, was ja leider auch nicht immer möglich ist. Erst dann kam Boismortier, der sich neu im Forum angemeldet hatte, mit ausführlichen Hörberichten! Das hat mich natürlich gefreut!

Warten wir ab, wie auf Alejandro Lárraga Schleske regiert wird!

Beste Grüße

Caruso41
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Donnerstag, 25. Oktober 2018, 23:28

Marianna Crebassa

Hallo @caruso41,

in Post 221 hast Du die französische Sängerin Marianna Crebassa vorgestellt. Damals hatte ich sie mir nicht angehört. Nun habe ich mir heute abend aus der Arte Mediathek eine Aufführung von Glucks Orpheus aus der Opera comique angesehen. Sie sang die Titelrolle und ich bin völlig hingerissen von ihr. Ihre Stimme hast Du ja schon ausführlich beschrieben, dem kann ich nichts mehr hinzufügen, und dazu noch ihre schauspielerischen Fähigkeiten, das berührte mich sehr.
Dass Du sie bereits vorgestellt hattest war mir nicht in Erinnerung, allerdings hatte ich es erwartet und wurde dann auch in der Thread-Inhaltsangabe fündig.

La Roche

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865

Freitag, 26. Oktober 2018, 10:07

Warten wir ab, wie auf Alejandro Lárraga Schleske regiert wird!

Lieber Caruso, lieber Hans,
soeben habe ich mir die beiden Verdi-Arien mit ihm angesehen und vor Allem gehört. Der Mann berechtigt zu größten Hoffnungen. Ich finde die Stimme erst einmal sehr kräftig, auch in der Höhe unverkrampft, tonsicher mit fast metallischem Timbre. Ein richtiger Bariton mit italienischem Ausdruck. In der Posa-Arie erinnert er mich sogar an meinen bisherigen Favoriten in dieser Rolle (Dan Iordachescu), die hohen Töne kommen ohne ohne Intonationsprobleme und übergangslos. Ich war begeistert. Man müßte das auf der Bühne sehen, denn diese Arie ist keine Steharie, hier wird gestorben, und da gehört entsprechendes Spiel dazu.

Die im Ausdruck ganz andere Germont-Arie, die man konzertant genauso rüberbringen kann wie als Anklage an seinen Sohn auf der Bühne finde ich auch gelungen. Allerdings ist der Ton ziemlich mies, und man hat den Eindruck, daß in der Stimme das Väterliche fehlt, die Stimme klingt mir etwas jung.Ein großes Talent ist er dennoch. Interessant wären Meinungen derjenigen, die ihn live erlebt haben. Seine Stimme ist nach meiner laienhaften Einschätzung bereits jetzt für mittlere Häuser geeignet.
Herzlichst La Roche
Musik ist eine heilige Kunst - Hugo von Hofmannsthal. Aussage des Komponisten aus der Oper "Ariadne auf Naxos" mit der Musik von Richard Strauss.


operus

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866

Freitag, 26. Oktober 2018, 12:05

Hallo, La Roche, lieber Ulli,


ich habe in meinem Beitrag (859) schon einige positive Aussagen über Stimme, Gestaltung und Gesangstechnik von Alejandro L. Schleske gemacht. Aus meiner Sicht ist er bereits über das Stadium des Talents hinaus. Er ist, wie er beim Konzert der Gottlob Frick, besonders in der Szene "Tod der Posa "bewiesen hat, ein stimmlich ernst zu nehmender Sänger, kann großen Ausdruck umsetzen und hat eine glänzende Bühnenfigur und -Austrahlung.

Für meine Frau und mich wirkte er für seine 33 Jahre bereits erstaunlich reif. Wenn ich mich allerdings beeiflusst von Sängergrößen schon darum bemühe, dass Schleske den für ihrn passenden Agenten bekommt, dann mache ich das, weil ich überzeugt bin, dass sich ein besonderer Einsatz für diesen Sänger lohnt.

Herzlichst

Operus,

Dein Hans
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rodolfo39

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867

Freitag, 26. Oktober 2018, 13:39

Lieber operus,
aber auch bei den Agenten gibt es leiderzu viele .die in erster Linie an ihr Einkommen und nicht an die Sänger denken. Diese leidvolle Erfahrung haben schon einige junge Sänger gemacht, mit denen ich gesprochen habe. Mir gefällt der Bariton von Herrn Schleske auch sehr gut ( Vielleicht wäre ein Künstlername sinnvoll ), aber richtig beurteilen kann man seine Stimme erst, wenn man ihn in einer Opern Aufführung gesehen hat.

Caruso41

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868

Freitag, 26. Oktober 2018, 16:07

Alejandro Lárraga Schleske

Mir gefällt der Bariton von Herrn Schleske auch sehr gut …… aber richtig beurteilen kann man seine Stimme erst, wenn man ihn in einer Opern Aufführung gesehen hat.

Da, lieber Rodolfo, gebe ich Dir ganz und gar Recht!
Ich habe Alejandro Lárraga Schleske live in der Kammeroper Schloss Rheinsberg als Giorgio Germont gehört. Das war vor drei Jahren!

Schon da hat mich seine Bühnenpräsenz beeindruckt. Der Mann hat ja eine Statur wie ein Baum. Die Rolle war als fieser Provinzpatriarch angelegt. Dementsprechend rüde ging er Violetta an. Seine klar timbrierte, kernige Stimme passte dazu ganz vorzüglich. Im Verlaufe des Duetts wartete man dann allerdings vergeblich auf weichere, verständnisvolle Töne. Auch die Arie, mit der er Alfredo bewegen will, in die Provence zurückzukehren, klang nicht väterlich gütig. Da hörte man den Zwang, den er ausübte, ziemlich unverstellt. Mir hat das gefallen. Mit der eher weichen und warmherzigen Anlage der Partie habe ich ziemliche Probleme. Trotzdem muss man schon sagen, dass er sich an dem Abend durchgängig auf den vollen herrischen Klang seiner Stimme verließ. Letzten Endes sang er die gesamte Partie ziemlich undifferenziert ‚geradeaus’. Das klang alles eindrucksvoll, und er hatte auch Erfolg. Ich hätte mir aber sorgfältigere dynamische Abstufungen und eine größere Vielfalt an Nuancen und Farben gewünscht.

So geht es mir auch bei den meisten der Aufnahmen, die ich jetzt auf Youtube von ihm gehört habe! (Und ich habe mehr gehört als die hier eingestellten!). Selbst in der großen Szene des Posa bleibt er einiges schuldig: agogisch freie Gestaltung, dynamische Nuancierung, Kolorierung der Kantilenen….. und einen sauber geformten Triller. Das alles bietet er nicht!
Aus meiner Sicht ist er bereits über das Stadium des Talents hinaus. Er ist …… ein stimmlich ernst zu nehmender Sänger,
Deshalb, lieber Operus, mag ich Deinem Urteil nur mit Einschränkungen folgen! Kein Dissens gibt es darüber, dass die Stimme bestens sitzt, in jeder Lage sonor und schön klingt, über eine imponierende, metallisch blitzende Höhe verfügt und sicher beherrscht wird. Aber an der musikalischen Gestaltung dessen, was er zu singen hat, wird Alejandro Lárraga Schleske meiner Meinung nach noch arbeiten müssen. Wenn man ihn mit anderen Baritone vergleicht, die hier im Forum vorgestellt wurden, dann muss man einfach feststellen: die sind doch schon weiter. Das gilt ganz sicher für Florian Sempey, Davide Luciano, Philippe Sly und Elliot Madore! Aber auch für die schwereren italienischen Baritone wie Nelson Martinez, Amartuvshin Enkhbat oder Joo Won Kang.

Vielleicht ist es wirklich klug, nicht allzu sehr auf Engagements an großen Bühnen zu schielen. In einem Ensemble an einer kleineren Bühne hat er eher die Chance, seine guten Anlagen zu entfalten und sich künstlerisch zu entwickeln. Oder seht Ihr das anders?

Beste Grüße an euch beide!

Herzlichst

Caruso41
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Caruso41

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Samstag, 27. Oktober 2018, 09:08

in Post 221 hast Du die französische Sängerin Marianna Crebassa vorgestellt. Damals hatte ich sie mir nicht angehört. Nun habe ich mir heute abend aus der Arte Mediathek eine Aufführung von Glucks Orpheus aus der Opera comique angesehen. Sie sang die Titelrolle und ich bin völlig hingerissen von ihr ...... Dass Du sie bereits vorgestellt hattest war mir nicht in Erinnerung, allerdings hatte ich es erwartet und wurde dann auch in der Thread-Inhaltsangabe fündig.


Liebe Boismortier!

Mich hat sehr gefreut zu hören, wie begeistert Du von Marianna Crebassa bist. Dass Du uns das in diesem Thread mitteilst, in dem sie vorgestellt wurde, als sie noch weithin unbekannt war, ist natürlich eine besondere Auszeichnung.
Darf ich Dich gleichwohl darauf hinweisen, dass es inzwischen einen eigenen Thread für diese hinreißende Sängerin gibt:
Marianne Crebassa - eine französische Mezzospranistin

Mit besten Grüßen

Caruso41
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Samstag, 27. Oktober 2018, 17:02

Interessant wären Meinungen derjenigen, die ihn live erlebt haben. Seine Stimme ist nach meiner laienhaften Einschätzung bereits jetzt für mittlere Häuser geeignet.

Lieber LaRoche!
Wie Recht Du hast: Nur Live-Eindrücke erlauben ein verlässliches Urteil.
Aber da bist ja gerade DU gefragt.
Zur Zeit ist er fest in Gera engagiert,
In Gera/Altenburg hat er den Ottokar im "Freischütz", den Malatesta in "Don Pasquale", den Thesee in "Oedipe", den Kruschina in "Die Verkaufte Braut" gesungen. In diesen Wochen wird er Lindorf/Coppelius/Dappertutto/Mirakel in Hoffmanns Erzählungen singen.

Wir sind gespannt auf Deine Höreindrücke!

Beste Grüße

Caruso41
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