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Caruso41

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61

Mittwoch, 5. Oktober 2016, 10:17

Makoto Sakurada

Lieber Musikwanderer, hab Dank für die Vorstellung von Makoto Sakurada.
Ich habe ihn verschiedentlich mit Bach gehört.
Die klare und dabei doch farbenreiche Stimme ist dafür ideal. Bewunderswert ist seine Koloraturtechnik und seine Fähigkeit zu feinen Modulationen. Vor allem aber seine stupende Musikalität.



Aber er macht auch bei Gian Francesco de Majo beste Figur!



Es gibt ja schon etliche CD-Produktionen mit ihm. Unter anderem hat er in allen neueren Einsspielungen des Bach Collegium Japan unter Masaaki Suzuki gesungen. Zudem gibt es Aufnahmen von Zelenka, Vivaldi, Händel, Stradella......
Ich schaffe es heute aber nicht, die heraus zu suchen und hier einzustellen. Vielleicht macht das jemand anders?

Beste Grüße
Caruso41
;) - ;) - ;)

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musikwanderer

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62

Mittwoch, 5. Oktober 2016, 14:03

Ja, den Bach-Beitrag bei Youtube habe ich auch genossen und insofern wundere ich mich auch nicht, dass Sakurada beim Bach-Projekt von Suzuki mitgemacht hat. Eine wirklich sehr schöne Stimme...

:hello:
.

MUSIKWANDERER

Caruso41

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63

Freitag, 7. Oktober 2016, 14:02

Clémentine Margaine in Otto Nicolais Oper "Il Templario"

Wer sie noch nicht gehört hat, kann die Aufzeichnung von Nicolais "Il Templario" nun im Deutschlandradio Kultur hören.
In der weiblichen Hauptrolle Clémentine Margaine neben Juan Diego Flórez!

Zitat



Sendung am 15.10.2016 um 19:05 Uhr

Otto Nicolai
"Il Templario"

Aufzeichnung von den Salzburger Festspielen
Der Dirigent Andrés Orozco-Estrada (Werner Kmetitisch/Website Orozco-Estrada)Er war ein Star der italienischen Oper, nur heute weiß das keiner mehr. Die Salzburger Festspiele brachten Otto Nicolais "Il Templario" konzertant mit Juan Díego Flórez als Ivanhoe und den Wiener Philharmonikern, dem Orchester, das Nicolai gegründet hat, unter Leitung von Andrés Orozco-Estrada heraus.

Der aus Ostpreußen stammende Komponist Otto Nicolai beherrschte auch das italienische Fach. Heutzutage bringen ihn alle mit seinen "Lustigen Weibern von Windsor" in Verbindung, einer deutschen Shakespeare-Oper. Genauso wie den Brandenburger Giacomo Meyerbeer vor ihm zog es auch ihn aber in der Jugend zur Ausbildung nach Italien (seinen Vornamen musste er nicht wie Jakob Meyer Beer italienisieren, um seine Dankbarkeit gegenüber den Menschen dort zu beweisen, doch seine Fans nannten ihn scherzhaft "Nicolino", damit er sich einreihen konnte in die Liste der großen Komponisten wie Bellini, Rossini, Cherubini, Donizetti etc.). Mit seinen italienischen Opern war er ungeheuer erfolgreich südlich der Alpen, obgleich er zunächst die "typisch" deutsch-romantischen Vorbehalte gegenüber der Gattung mitgebracht hatte. In gewisser Weise war Nicolai also ein Konvertit. Um so besser verstand er es, die Vorzüge der italienischen Cantabilität mit dem deutschen Problembewusstsein für dramatische Entwicklungen zu verbinden.

Die Geschichte vom Tempelritter (Il Templario) auf einen Roman von Walter Scott hat nichts mit Italien zu tun - doch sie befriedigt das Bedürfnis der damaligen Zeitgenossen nach orientalischer Exotik und schottischer Naturromantik. Seit der Wiedererstaufführung der Originalfassung von "Il Templario" am Theater Chemnitz vor acht Jahren entwickelt die Musik-und Opernwelt langsam ein Bewusstsein für den Wert der italienischen Opern von Otto Nicolai, zu denen fünf weitere große Werke gehören wie zum Beispiel Proserpina oder Il proscritto.

Bei den vergangenen Salzburger Festspielen gaben sich die Wiener Philharmoniker größte Mühe, in einer konzertanten Aufführung dieser Oper ihrem Gründungsdirigenten Otto Nicolai alle Ehren zu erweisen. Neben einem renommierten Solistenensemble sorgte auch Andrés Orozco-Estrada als musikalischer Leiter für eine gelungene Rehabilitation dieses größtenteils unterschätzen Komponisten.

Salzburger Festspiele
Großes Festspielhaus
Aufzeichnung vom 30. August 2016

Otto Nicolai
"Il Templario"
Oper in drei Akten
Libretto: Girolamo Maria Marini

Clémentine Margaine, Mezzosopran - Rebecca
Kristiane Kaiser, Sopran - Rovena
Juan Diego Flórez, Tenor - Vilfredo d'Ivanhoe
Luca Salsi, Bariton - Briano de Bois-Guilbert
Adrian Sâmpetrean, Bass - Cedrico il Sassone
Franz Supper, Tenor - Isacco
Armando Pina, Bariton - Luca di Beaumanoir
Salzburger Bachchor
Wiener Philharmoniker
Leitung: Andrés Oroczo-Estrada

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Alfred_Schmidt

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64

Freitag, 7. Oktober 2016, 23:47

@ Caruso41 - Beitrag Nr 61
Eine kurze Zwischenbemerkung: Wenn ich zuvor im Zusammenhang zu Piero Pretti geschrieben hatte, dass ich ihn nicht kenne, dann war gemeint, ich habe ihn erst durch deine und andere Beiträge in diesem Thread kennengelernt.

Nun möchte ich aber wieder eine neue Stimme vorstellen, wobei ich mir nicht unbedingt erwarte, daß darüber diskutiert wird. Ich stelle sie nur einmal vor. Was der Einzelne draus macht ist dessen Sache. Ich bin, da ich Opernhäuser seit vielen Jahren nicht mehr aufsuche und daher ein Konservenhörer bin, auf andere Quellen angewiesen, wenn ich eine neue Stimme vorstellen will. Eigentlich bin ich mit den bereits etablierten Stimmen voll versorgt, aber manchmal kommt einem etwas unerwartetes in die Quere, vor allem dann, wenn man bereits dafür sensibilisiert ist.



So bin ich heute bei meiner Recherche auf eine IMO beeindruckende Baßstimme gestoßen.
Anatoli Sivko wurde 1987 in Belarus geboren, er studierte von 2008-2013, hat inzwischen zahlreiche Preise eingeheimst, und ist bereits an einigen Opernhäusern aufgetreten.
Für 2015/16 wurde er als Gast an die Bayrische Staatsoper engagiert.

Hier nun der Videoclip:
7A1fwRkopHY

Ich bin an sich ein Skeptiker, aber hier muß ich sagen es ist alles perfekt, eine wunderbar tief hinabreichende "typisch russische" Stimme, diszipliniert geführt und klug eingesetzt, auf billige Effekte verzichtend. Hier gibt es nichts auszusetzen*

*ausser vielleicht, daß der "Ohrschmuck" nicht die Zierde eine wirklichen "Herrn" sein sollte. :untertauch: :P

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Caruso41

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65

Samstag, 8. Oktober 2016, 09:53

Anatoli Sivko

Anatoli Sivko habe ich im letzten Jahr in Gütersloh beim Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN kennnen gelernt.
Eine vielversprechende Bassstimme.

In München bin ich ihm dann wieder begegnet in Un Ballo in Maschera. Da sang er den Samuel, wobei seine kernige schwarze Stimme dem Verschwörer prächtig zu Gesicht stand! Man kann gespannt sein, wie er sich entwickelt. Er wird weiter in Müchen singen: Schmidt im Andrea Chenier und Mandarin in Turandot. Man müsste ihn mal in einer größeren Partie hören. In Barcelona singt er bereits Leporello und in Tel Aviv den Raimondo in der Lucia.

Beste Grüße

Caruso41
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66

Samstag, 8. Oktober 2016, 10:05

Gramophone Award für Sabine Devieilhe und Benjamin Appl



Sabine Devieilhe ist von der englischen Zeitschrift Gramophone mit dem AWARD in der Kategorie RECITAL ausgezeichnet worden.

Benjamin Appl ist ebenfalls von Gramophone ausgezeichnet worden: als YOUNG ARTIST OF THE YEAR .

Mehr über beide Künstler, die ja auch in unserem Thread genannt wurden, unter:

http://www.gramophone.co.uk/awards/2016

Caruso41
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Alfred_Schmidt

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67

Samstag, 8. Oktober 2016, 13:46

Anatoli Sivko

Zitat

Man kann gespannt sein, wie er sich entwickelt.

Ich habe mir gesteren einige weiter Clips von ihm angehört, Dabei habe ich festgestellt, daß sie nicht sooo beeindruckend aber dennoch sehr gut sind (oder ich es so empfand) wie der von mit hier in Beitrag Nr 65 eingestellte Clip.
Ich habe mich gefragt, WARUM das so ist, eine andere Mikrophoneinstellung wäre denkbar. Dann aber glaube ich des Rätsels Lösung gefunden zu gaben, die gestern gehörten Clips stammten von 2013 (selber Wettbewerb), der von mir vor einigen Tagen hier eingestellte indes von 2015. Wenn mein subjektiver Eindruck mich nicht täuscht, dann hat die Stimme in diese zwei Jahren an Kern um untersten Baßbereich hinzugewonnen, Aber wie gesagt, Mikrophonaufstellung ist ebenfalls ein wichtiges Thema.....

Inzwischen habe ich durch Zufall einen Clip aus dem Jahr 2011 entdeckt. Die Stimme war schon damals voll Eindringlichkeit und herber Schönheit sowie ausserordentlicher Kraft. Die "Schwärze" dürfte aber erst in den letzten beiden Jahren dazugekommen bzw. verstärkt worden sein.



Wie dem auch sei - Eine außergewöhnliche Stimme.
Man hat hier in allen Fällen den Eindruck (oder vielmehr: ICH habe ihn) es mit einem routinierten Interpreten, und nicht mit einem Nachwuchs-Teilnehmer von Gesangswettbewerben zu tun zu haben.

mfg aus Wien
Alfred

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68

Samstag, 8. Oktober 2016, 15:35

In Gütersloh hat er gerade beeindruckt, weil er sich nicht allein auf das Orgeln verließ.
Das hat er im Konzert der Preissieger 2016 eindrucksvoll bestätigt.
Besonders mit:





ein Bericht über den Wettbewerb:



Und das gesamte Preisträgerkonzert 2015



Ich wünsche ihm eine ruhige und kontinuierliche Entwicklung. Vermutlich wird sie ziemlich schnell nach oben gehen!

Caruso41
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Alfred_Schmidt

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69

Samstag, 8. Oktober 2016, 18:30

Zitat

Ich wünsche ihm eine ruhige und kontinuierliche Entwicklung. Vermutlich wird sie ziemlich schnell nach oben gehen!

Sobald das der Fall ist bekommt er einen eigenen Thread. Und da ist er nicht der einzige auf meiner Liste.

mfg aus Wien
Alfred

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70

Montag, 10. Oktober 2016, 12:59

Ein Tenor für Meyerbeer

Heute möchte ich einen Sänger vorstellen, der schon 40 Jahre alt und eigentlich kein Newcomer ist. Für mich aber ist er in den letzten Spielzeiten eine der erfreulichsten Entdeckungen gewesen.

Uwe Stickert


Er singt nicht an den großen Opernhäusern, sondern in Weimar, Nürnberg, Würzburg, Hannover. Sein Repertoire umfasst unter anderem die Tenorpartien von Mozart vom Belmonte, über den Idomeneo bis zu Tamino und Titus, von Wagner den David und den Steuermann. Rossini, Monteverdi und Händel. Aber für mich ist er interessant geworden, weil er sich in jüngster Zeit auf die wohl anspruchsvollsten Tenorpartien des französischen Repertoires spezialisiert hat: Arnold in "Guillaume Tell", Raoul in "Les Huguenots", Leopold in La Juive und Faust in Berlioz‘ "La damnation de Faust".

Ich habe ihn inzwischen in Nürnberg als Leopold in in zwei verschiedenen Produktionen - nämlich in Nürnberg und Würzburg - als Raoul gehört.

Uwe Stickert ist ein Tenor, der nicht auf Anhieb durch ein einschmeichelndes Timbre für sich einnimmt. Seine Stimme ist schlank, hell und klar, aber er kann sie fein schattieren und färben, seine Legato ist gepflegt, seine Koloraturen sind mühelos und flüssig. Erstaunlich ist seine sichere Höhe, wobei er die gefährlich exponierten Spitzentöne über dem hohen "C" wunderbar in die weitgespannten Bögen einbindet. Für die lyrischen Phrasen hat er zwar keine Amoroso-Töne aber er kann ihnen doch einen schwebenden und süßen Klang geben; das Hingerissensein und die Verzückung Raouls beglaubigt er mit weit ausschwingenden Bögen. Dramatische Akzente setzt er ohne Forcieren und im großen Duett des 4. Aktes und im 5. Akt findet er auch Töne der Empörung und der Raserei, schließlich auch Erschütterung und der Verzweiflung.

So hat er für seinen Raoul in Nürnberg und Würzburg Ovationen bekommen. Ich glaube, dass zumindest in Würzburg "Les Huguenots" in dieser Spielzeit noch weiter aufgeführt wird. Ich kann wirklich nur ermuntern, sich die Produktion nicht entgehen zu lassen. Allein schon Stickert lohnt. Aber die ganze Aufführung war duchaus lohnend!

Daten über die Biografie und Laufbahn des Sängers habe ich nur auf der Homepage des Maifrankentheaters Würzburg gefunden.

Zitat

Uwe Stickert, Gast
Der Tenor Uwe Stickert wurde im thüringischen Sonneberg geboren. Schon während seines Studiums an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar sang Uwe Stickert an der Komischen Oper Berlin den Cleonte in Lullys Der Bürger als Edelmann. Zwischen 2000 und 2002 war er an den Städtischen Bühnen Heidelberg engagiert, danach bis 2007 Ensemblemitglied am Deutschen Nationaltheater Weimar, wo er unter anderem den Rodrigo in Rossinis Otello, Belmonte in Die Entführung aus dem Serail und Arnold in Rossinis Wilhelm Tell sang.

Seit 2007 ist Uwe Stickert freischaffend tätig. Gastengagements führten ihn unter anderem in der Titelpartie von Titus an das Theater Bielefeld, als Dorvil in Rossinis La scala di Seta an das Nationaltheater Mannheim, als Don Ottavio nach Weimar und ans Aalto-Musiktheater in Essen, wo er auch als Jupiter in Dietrich Hilsdorfs gefeierter Inszenierung von Händels Semele zu erleben war. In den letzten Spielzeiten gastierte er wiederholt am Theater Erfurt und am Theater Chemnitz. Mit dem Staatstheater Nürnberg verbindet Uwe Stickert eine intensive Zusammenarbeit, unter anderem als Arnold in Guillaume Tell, als Raoul in Les Huguenots und in der Titelpartie von Berlioz‘ La damnation de Faust. Unter Leitung von Adam Fischer gab er 2013 sein erfolgreiches Rollendebüt als David in den Meistersingern von Nürnberg sowie 2015 als Steuermann im Fliegenden Holländer in Budapest unter Leitung von Adam Fischer. In der Spielzeit 2015/2016 sang er unter anderem den Leopold in La Juive am Staatstheater Nürnberg, den Raoul an der Opéra de Nice und die Titelpartie in Mozarts Titus an der Staatsoper Hannover.

Uwe Stickert ist ein international gefragter Konzertsänger. Mit Werken von Händel und mit den großen Bach-Passionen gastierte er in ganz Deutschland, in Israel, Italien, China, der Schweiz und Frankreich. Dabei arbeitete er mit namhaften Dirigenten wie Daniel Barenboim, Helmut Rilling, Jac van Steen, Carl St. Clair, George Alexander Albrecht und Christopher Hogwood zusammen.

Und nun noch Videos von ihm, obwohl die dem Klang seiner Stimme nicht gerecht werden.







Ich bin gespannt, ob auch andere Opernfreunde so angetan sind von dem Sänger, von dem es in einer Kritik gar hieß, er hätte die Latte für Juan Diego Florez, der ja schon bald den Raoul in Berlin singen wird, ziemlich hoch gelegt.

Caruso41
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Caruso41

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71

Montag, 10. Oktober 2016, 15:59

Uwe Stickert als Raoul

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72

Montag, 10. Oktober 2016, 17:15

Eine sehr gute, helle Tenorstimme. Bloß, mit dem, was er da singt, kann ich mich nicht anfreunden. Aber das ist mein Problem, nicht seins.
Was ist der Unterschied zwischen der Titanic und dem Regietheater? Das RT kann den Eisberg jetzt schon sehen! (Dr.Pingel´s musikalische Brosamen, Band 2, Nr. 666)

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73

Montag, 10. Oktober 2016, 21:32

Eine sehr gute, helle Tenorstimme. Bloß, mit dem, was er da singt, kann ich mich nicht anfreunden. Aber das ist mein Problem, nicht seins.

Lieber Dottore Pingel!

Ich komme gerade vom Tennis und war ziemlich überrascht, dass Du Dir nicht nur Uwe Stickert angehört sondern auch was zu ihm geschrieben hast. Toll! Da tut es mich ja direkt leid, dass ich keine Aufnahme hatte, die ihn als Monteverdis Orfeo präsentiert. Die Partie hat er in Bern gesungen.

Erhol' Dich gut vom 19. Jahrhundert!

Beste Grüße
Caruso41
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Alfred_Schmidt

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74

Montag, 10. Oktober 2016, 23:02

Lieber Caruso41

Ich habe ihn mir auch angehört. Leider muß ich sagen, daß er mir nicht gefallen hat. Warum Nicht ? Du hast es recht gut beschrieben:

Zitat

Uwe Stickert ist ein Tenor, der nicht auf Anhieb durch ein einschmeichelndes Timbre für sich einnimmt.

Zitat

Für die lyrischen Phrasen hat er zwar keine Amoroso-Töne

Daneben fehlt mir das Metall in der Stimme, etwas das ich bei einem hellen Tenor einfach erwarte.

Ich bezweifle nicht, daß er mit Intelligenz und Technik ein beachtenswertes Ergebnis hervorbringt. das viele beeindrucken mag. Bei mir persönlich hängt das Wohl und Wehe eines Sängers von seinem Timbre ab.

Das ist einer der Gründe, warum ich kaum je über Stimmen geschrieben habe: Ich würde mich nicht als Stimmenkenner bezeichnen (wobei ich bezweifle ob es objektiv gesehen, so etwas überhaupt gibt), aber ich habe eine fixe Vorstellung wie etwas klingen sollte. Dazu kommt IMO, daß jeder Kritiker auch noch das gesungene Repertoire mitbeurteilt. Um das auszublenden muß man IMO verdammt kompetent sein, vor allem dann wenn der Funke nicht so richtig überspringen will.

Man mag mir eventuelle Fehler nachsehen, aber schliesslich sagte auch Jens Malte Fischer über Karl Erb:
"Sin Timbre war von seltener Reizlosigkeit" - ein Klasses Fehlurteil, wie ich meine - und hier bin ich mir meiner Sache absolut sicher!!

mfg aus Wien
Alfred

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75

Montag, 10. Oktober 2016, 23:40

Er kann sehr gut singen, aber das Timbre? Im Vergleich mit Pavarotti, Gedda oder Sabbatini eher ein Vogt als ein Kaufmann.

LG, Bernward

"Nicht weinen, dass es vorüber ist
sondern lächeln, dass es gewesen ist"
Waldemar Kmentt (1929-2015)


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76

Dienstag, 11. Oktober 2016, 00:54

eher ein Vogt als ein Kaufmann.

Das sind zwei Extreme, die ich beide nicht für erstrebenswert halte. Ich habe Herrn Stickert noch nicht gehört, aber warum sollte er klingen sollen wie ein stumpfer Bariton, statt hell und strahlend? Herr Kaufmann als Raoul, das wäre für mich eine Horrorvorstellung (Ich freue mich jetzt auf Herrn Flórez als Raoul im November in Berlin).
Und ohne dass ich ihn nun schon gehört habe, muss ich sagen, dass JEDER Sänger, der in der Lage ist, heute den Raoul de Nangis zu singen und damit zu ermöglichen, dass diese Oper gespielt werden kann, meinen allerhöchsten Respekt verdient!
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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77

Dienstag, 11. Oktober 2016, 01:04

Jetzt habe ich mir als großer Meyerbeer-Fan, der ich nunmal bin, doch das Video mit dem "Tu l'as dit" angehört und bin von Herrn Stickert sehr angetan. Eine gewisse Ähnlichkeit im Timbre zu Vogt, vor allem in der Mittellage, ist unverkennbar, aber die Höhen sind schon wesentlich männlicher und auch heldischer (was zu kraftvoll für den Raoul). Nicht nur das hohe "Des" am Ende ist aller Ehren wert. Toll, dass es so einen Sänger gibt, der eine Mörderpartie wie den Raoul an mittleren(!) Häusern zum Ereignis werden lässt.
Der Qualitätsunterschied zur schrillen, überforderten Valentine könnte größer kaum sein!

Bravo für diesen tollen Raoul, Herr Stickert! :jubel:

Eigentlich habe ich jetzt nur noch den Wunsch, ihn möglichst bald live in der kompletten Rolle zu erleben! :yes:
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

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78

Dienstag, 11. Oktober 2016, 09:33

Eigentlich habe ich jetzt nur noch den Wunsch, ihn möglichst bald live in der kompletten Rolle zu erleben!

Lieber Stimmenliebhaber,
in Würzburg gibt es die Produktion noch den ganzen Winter:
16.10./ 05.11./ 02.12./ 17.12./ 15.01./ 22.01./ 17.02.

Die Nürnberger Produktion ist vom BR übertragen worden.
Den Mitschnitt könntest Du von mir haben!


Lieber Alfred, lieber Bernward
dass Euch das Timbre nicht gefällt, ist schade, denn der Stickert ist wirklich ein vorzüglicher Sänger. Ich mag ja eigentlich auch eher einschmeichelnde sinnliche Stimmen. Aber wenn einer so vorzüglich singt wie Stickert, ist mir das alle Male lieber als ein Tenor der schlecht singt - so amoros sein Timbre auch immer sein mag.
Wenn man Stickert auf der Bühne hört, wird man schon sehr schnell von seinen Vorzügen vereinnahmt. Und an das Timbre gewöhnt man sich eigentlich sehr bald.
Und Metall, wie das Alfred sich wünschte, ist ja nun für französische Partien wie den Raoul eigentlich nicht gefragt. Einen sicheren Sitz und Strahlkraft muss die Höhe haben, vor allem darf sie nicht forciert sein! Das bringt Stickert ja zweifellos.

Beste Grüße

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79

Dienstag, 11. Oktober 2016, 13:52

Mir gefällt das Timbre und die Helligkeit sehr gut. Spontan würde ich aber sagen, dass er in der Alten Musik (Monteverdi, Cavalli, Barockoper) viel besser aufgehoben wäre. Als Orfeo war er sicher überzeugend.
Was ist der Unterschied zwischen der Titanic und dem Regietheater? Das RT kann den Eisberg jetzt schon sehen! (Dr.Pingel´s musikalische Brosamen, Band 2, Nr. 666)

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80

Dienstag, 18. Oktober 2016, 16:39

Anna Lucia Richter

Heute möchte ich eine junge Sopranistin vorstellen, die gerade erst 26 Jahre alt ist, aber bereits mit die ganz Großen zusammen auftritt. Ich habe sie gerade unter Bernatd Haitink mit der vierten Sinfonie von Gustav Mahler gehört:

Anna Lucia Richter



Sie hat eine quellfrische, leichte und hell leuchtende Sopranstimme, von der man einfach bezaubert wird. Sie klingt fast mädchenhaft, bei Bedarf kann die Stimme auch dunklere Farben und lyrische Schwere gewinnen. Technische Mängel sind mir nicht aufgefallen, aber umso mehr eine beieindruckende Fähigkeit, musikalische Sinnzusammenhänge zu erschließen.

Im vierten Satz von Mahlers vierter Sinfonie (Wir genießen die himmlischen Freuden ) sang sie dieses Lieds vom himmlischen Paradies wie es sich vielleicht ein Kind erträumt: rein, unschuldig und naiv. Jedenfalls 3 Strophen lang. In der letzten Strophe, die von der Musik im Himmel erzählt, gewinnt sie eine selten gehörte Innigkeit und Poesie. Dass sich gar die heilige Ursula von der Musik verzaubern läßt, macht sie hörbar: die Linie aus langsamem Aufschwung, lang gedehntem „Uuuur-sula“ und abschwingendem Glissando war einfach magisch.

Inzwischen habe ich noch einen Liederabend von ihr und ihrem kongenialen Pianisten Michael Gees gehört. Auch hier riß sie mit solchen magischen Momente hin in denen die Zeit stehen zu blieben schien und die Welt verzaubert wurde.
Überhaupt Liederabend. Sie hat eine ganz eigene Idee davon, wie man Liederabende gestalten kann, dass das Publikum auf eine Entdeckungsreise mitgenommen wird. Die Mischung der Lieder ist ungewohnt. Zyklen bricht sie auf. Sogar einfache schlichte Volkslieder singt sie zwischendrin. Zudem streut sei eigene Improvisationen ein - zum Beispiel über Texte von Eichendorff. Und das alles ganz ohne Wichtigtuerei, sondern einfach und mit ansteckender Lust am Probieren und am Neuen.
Faszinierend!

Es gibt auch schon CD-Produktionen von ihr:









Und hier könnt Ihr gleich mal einen ersten Eindruck von Anna Luisa Richter gewinnen:








Noch ein paar biografische Daten:
Anna Lucia Richter entstammt einer großen Musikerfamilie. Sie wurde 1990 geboren. Seit ihrem neunten Lebensjahr erhielt sie Gesangsunterricht bei ihrer Mutter Regina Dohmen und wurde langjähriges Mitglied des Mädchenchors am Kölner Dom. Zwischen 2004 und 2008 erhielt sie Unterricht von Prof. Kurt Widmer, Basel. Im Anschluss an ihr Jungstudium bei Frau Prof. Klesie Kelly-Moog an der Musikhochschule Köln studierte sie weiterhin dort und schloss ihr Hauptstudium im Sommer 2013 mit Bestnote ab.
Die Künstlerin ist Preisträgerin des Bundeswettbewerbs Gesang Berlin, sie erhielt den Luitpold-Preis des Kissinger Sommers 2011, den Felix Mendelssohn Bartholdy Preis 2011 und gewann 2012 den internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb in Zwickau. 2014 wurde ihr der Förderpreis des Landes Nordrhein Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler zugesprochen. 2016 hat sie den Preis der Borletti-Buitoni Stiftung gewonnen.
Als Solistin arbeitete sie mit Orchestern wie dem Gürzenich-Orchester Köln, dem HR Sinfonieorchester und der Staatskapelle Dresden. Sie hat Konzerte bei den Festspielen in Schwetzingen sowie in der Londoner Wigmore Hall, in der Kölner Philharmonie und beim Heidelberger Frühling gesungen.
Ihr Opernrepertoire umfasst u. a. Partien wie Sandmann/Taumann (Hänsel und Gretel), Barbarina (Le nozze die Figaro) Ilia (Idomeneo) und Zerlina (Don Giovanni), sowie die Rollen Eurydice/La Musica in Monteverdis Orfeo, der viel beachteten Produktion von Sasha Waltz mit Aufführungen an der Nederlandse Opera Amsterdam, in Luxemburg, Baden-Baden, an der Staatsoper Berlin und in Lille unter Pablo Heras-Casado.

Für mich: Nicht nur eine schöne neue Stimme sondern eine besonders interessante Künstlerin!

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81

Dienstag, 18. Oktober 2016, 19:10

Nachtrag:
Anna Lucia Richter und Michael Gees in der Wigmore-Hall!

Ab 0:56 Britten, besonders schön ab 1:05 Schumann "In der Fremde" und "Schöne Fremde"



Viel Vergnügen
Caruso41
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Reinhard

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Dienstag, 18. Oktober 2016, 22:50

Dienstag, 18.10.2016 20:00 Uhr

München, Studio 2 des BR-Funkhauses
Studiokonzert
Anna Lucia Richter und Michael Gees

Dieses Konzert ist hier anzuhören.
Leiste guten Menschen Gesellschaft, und du wirst einer von ihnen werden. Miguel de Cervantes

dr.pingel

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83

Dienstag, 18. Oktober 2016, 23:18

Ich habe mich jetzt durch verschiedene Clips bei YouTube durchgeklickt und muss sagen, dass Anna Lucia Richter keine Anfängerin mehr ist, sondern eine Sopranistin, die sehr gut weiß, was ihre Qualitäten sind. Ich bin nicht so ein großer Lieder-Fan, daher gefiel mir ihr Auftritt von der Empore bei Mahlers 8. unter Järvis Leitung am besten. Ein großer Gewinn für die Sängerszene. Ich wollte, dieser Boom würde auch mal den Tenören einsetzen.
Was ist der Unterschied zwischen der Titanic und dem Regietheater? Das RT kann den Eisberg jetzt schon sehen! (Dr.Pingel´s musikalische Brosamen, Band 2, Nr. 666)

Caruso41

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84

Mittwoch, 19. Oktober 2016, 10:11

Ein großer Gewinn für die Sängerszene.

Lieber Dottore Pingel,

ich denke: da hast Du sicher Recht!
Das kann man schon beinahe nach dem kurzen Solo aus der Mahler-Sinfonie vorhersagen. Aber Du hast Dich ja sogar durch die Lieder-Aufnahmen gearbeitet - und das trotz Idiosynkrasie gegen 19. Jahrhundert und Lieder!
Grande riconoscimento!!!


München, Studio 2 des BR-Funkhauses
Studiokonzert
Anna Lucia Richter und Michael Gees

Dieses Konzert ist hier anzuhören.

Lieber Reinhard!
Recht herzlichen Dank für den Hinweis. Bei mir klappt die Verbindung heute morgen noch nicht. Man sieht nur den vollen Saal und ein leeres Podium. Aber ich hoffe, dass es zu einer späteren Zeit besser gelingt.

Euch beiden beste Grüsse!

Caruso41
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dr.pingel

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85

Mittwoch, 19. Oktober 2016, 11:13

Lieber Caruso, absolut ist meine Idiosynkrasie gegen Lieder und das 19. Jahrhundert durchaus nicht. Die Romantik ist eine meiner Lieblingsäras. Ich bin nur kein Freund der italienischen Oper. Doch selbst da gibt es Ausnahmen. Eine meiner Lieblingsopern ist z.B. "Suor Angelica" von Puccini, der selbst dieses Werk auch für sein bestes hielt.
Ich habe noch mal deine Empfehlungen durchgesehen und stieß dabei auf "Der Rose Pilgerfahrt" von Schumann, noch so ein Lieblingsstück von mir. Ich habe es sofort bestellt und bin gespannt, ob Anna Lucia Richter so gut ist wie Britta Stallmeister. Die kommt hier übrigens auch nie vor.
Ich habe mir dann noch einmal den Ausschnitt aus der 8. Mahler-Sinfonie angesehen. Bei mir gibt es ein Etikett, das sehr romantisch und vielleicht auch ein bisschen lächerlich ist und natürlich nicht messbar. Ich nenne es, vor allem im sängerischen Bereich, "Die reine Schönheit". Beispiele: Ruth Ziesak in der 4. von Mahler unter Daniele Gatti, Helen Donath in "L´enfant et les sortilèges", Britta Stallmeister in "Der Rose Pilgerfahrt", Nuria Rial und Hana Blazikova mit Cavalli-Arien unter Christina Pluhar (Cavalli hat davon sehr viel) und jetzt Anna Lucia Richter mit dem Mahler (wie hier die Optik und die Musik zusammengehen, das ist schon sehr ergreifend).
Wie ist eigentlich der Rest der 8.? Lohnt es sich, sich diese Aufnahme zuzulegen?
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Caruso41

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86

Mittwoch, 19. Oktober 2016, 11:38

Ich habe noch mal deine Empfehlungen durchgesehen und stieß dabei auf "Der Rose Pilgerfahrt" von Schumann, noch so ein Lieblingsstück.

Lieber Dottore!

"Der Rose Pilgerfahrt" ist hier in der wenig bekannten Originalfassung mit Klavier zu hören – mit dem großartigen Michael Gees am Flügel.


Wie ist eigentlich der Rest der 8.? Lohnt es sich, sich diese Aufnahme zuzulegen?

Das kann ich nicht sagen. Ich kenne die Aufnahme nicht, aber sie ist in Rezensionen unterschiedlich besprochen worden.
Du kannst Dir leicht selber ein Urteil bilden:


Mach mal einen Thread "Die reine Schönheit" für Aufnahmen wie die von den genannten himmlischen Soprane, bei denen man nur genießt - "weils gar so schön ist". Ich hätte da auch ein paar Aufnahmen, die ich in diese Schublade täte.

Beste Grüße

Caruso41
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87

Mittwoch, 19. Oktober 2016, 16:40

Lieber Reinhard,

jetzt habe ich mir das Studiokonzert aus den Studio 2 des BR-Funkhauses problemlos anhören können.
Es ist in fabelhafter Qualität. Die Stimme ist phantastisch gut eingefangen. Kein Vergleich zu den Youtube-Schnipseln.

Ganz wunderbar klingen die weiten klar und schön gezeichneten Linien in den eher lyrische Stücken. Das hat aber leider seinen Preis. Die Konsonanten werden so weich artikuliert, dass sie beinahe mit den Vokalen verschmelzen. Den Text zu verfolgen ist schwer - selbst wenn man ihn auswendig kann.
Ich habe den Eindruck, dass es sich nicht um ein technisches Problem handelt (wie bei vielen Opernsängern, bei denen man den Text nicht versteht), sondern um eine absichtliche interpretatorische Entscheidung. Frau Richter ist so verliebt in die Linien und möchte sie ganz rein zeichnen, dass sie die störenden Konsonanten gewissermaßen glattschleift und einbindet. Das ist teilweise von unerhört schöner Wirkung. Ich zumindest könnte mich daran berauschen.
Aber ich frage doch: darf sie das? Müsste nicht der Text verständlich bleiben? Es wäre ja interessant, wenn Helmut Hofmann sich hierzu äußern würde. Und vielleicht haben auch andere Taminos eine Meinung?

Ich muss vielleicht noch sagen, dass sie nicht grundsätzlich auf genau artilulierte Konsonanten verzichtet, wie manche andere Soprane oder Mezzos. (Ich verzichte mal auf Namen!). In den weniger träumerischen oder wehmütigen Lieder, wenn gleichsam etwas erzählt wird, gibt sie den Konsonanten immerhin doch klarere Kontur. Da kann man den Text mühelos verstehen.

Beste Grüße
Caruso41
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Alfred_Schmidt

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88

Mittwoch, 19. Oktober 2016, 19:23

Ich bin mit Schuberts "Der Hirt auf dem Felsen" sehr glücklich. Meiner Meinung nach ideal um die Schönheit der Stimme voll zur Geltung zu bringen. (übrigens auch das Begleitensembel ist überzeugend)
Die Sängerin hat schon - was nicht immer gegeben ist - eine sehr melodiöse Sprechstimme - und zudem schauspielerisches Talent - auch bei der Wiedergabe von Liedern, Man beachte die Stelle - etwa bei 9:03 wo die beiden Vertreter des Instrumentalparts regelrecht tänzerisch mitschwingen.
Die Stimme ist einfach perfekt, kristallklar, niemals schrill oder überfordert, und vom Timbre her bleiben keine Wünsche offen.

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Caruso41

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89

Donnerstag, 20. Oktober 2016, 09:11

Die Stimme ist einfach perfekt, kristallklar, niemals schrill oder überfordert, und vom Timbre her bleiben keine Wünsche offen.

Lieber Alfred,
es freut mich, dass Dir Stimme und Gesangskunst von Frau Richter so gut gefallen.
Leider haben ja nicht viele Stimmen- und Gesangsfreunde im Forum Lust, Bekanntschaft mit ihr zu machen und über ihre Hörereindrücke zu berichten.
Aber mich tröstet, dass der Thread offenbar sehr viel von nicht eingetragenen "Besuchern" besucht wird.
Schade nur, dass man keine Rückmeldung von ihnen bekommen kann.

Beste Grüße

Caruso41
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rodolfo39

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90

Donnerstag, 20. Oktober 2016, 09:38

Mir hat nicht nur die Stimme von Frau Richter gefallen, lieber Caruso. Kann es sein, daß sie sie Tochter unseres ehemaligen Rheinoper Intendanten Tobias Richter ist ? Habe dazu nichts im Internet gefunden. Jetzt funktioniert es bei mir auch, daß ich die Links kopieren kann und werde mich auch häufiger beteiligen.