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Don_Gaiferos

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Registrierungsdatum: 4. Juni 2013

1

Sonntag, 22. Januar 2017, 23:09

Georg Philipp Telemann: Orchestersuiten

Wie viele Orchestersuiten er eigentlich geschrieben hat, ist nicht ganz klar. So werden bis zu 1000 angenommen, erhalten sind "nur" 118. Viele dieser Werke wurden durch eine Ouverture eingeleitet, so dass dieses Stück also nicht lediglich der Oper vorbehalten war, sondern ebenso als Einleitung zu einer Orchestersuite dienen konnte.
Die Suiten Telemanns sind in vielerlei Hinsicht originell und neuartig; die Abfolge der traditionellen Suite Allemande - Courante - Sarabande - Gigue wird von Telemann häufig geändert: die althergebrachten Tänze wie Allemande, Sarabande und Gigue entfallen zugunsten der zeitgemäßeren Hornpipe oder Combattans.
Telemans Humor zeigt sich in seinen Orchesterwerken ebenso wie in seinen Opern: in der Partitur der Orchesterouvertüre C-Dur, "Someille", steht beispielsweise, dass die die Musiker genüsslich gähnen, schlafen und vor sich hinschlummern sollen...

Welche dieser Suiten kennt und mögt Ihr?

Ich habe diese Einspielung neu erworben und entdecke eine Welt der Wunder...


Alfred_Schmidt

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Registrierungsdatum: 9. August 2004

2

Sonntag, 22. Januar 2017, 23:54

Über die Anzahl von Telemanns Orchesterwerken generell gehen die Angaben weit auseinander, oft wurde abgeschrieben und missverstanden. So las ich etwa in einem Artikel, von Telemanns 1000 komponierten Orchesterwerken seien bloss 118 überliefert. (kann ich mir eigenlich nicht vorstellen). In einem anderen Artikel waren es 118 Orchestersuiten. Im Booklettext der hier von mir gezeigten Ausgabe ist von 126 Orchestersuiten die Rede, von denen 118 überlebt hätten. jpc preist diese 8 CD Box als "Gesamtaufnahme der OUVERTÜREN" an, dann wieder wird von eine Auswahl von 33 Stück (und soviele sind in der Tat vorhanden) die Rede. Die unscharfe Bezeichnung "Ouvertüre" "Orchestersuite" "Ouvertürensuite" macht die Einteilung auch nicht gerade einfach. Und die Suche nach bestimmten Aufnahemen auch nicht...

Wue dem auch sei; Die hier gezeigt Aufnahmen in eine BRILLIANT Box mit 8 CDs, gespielt vom Collegium Instrumentale Bruggense unter Patrick Peire ist jedenfalls ein heisser Tip von mir - musikalisch und preislich.(19.99 Teuro) Es gibt selten Aufnahmen von solch betörender Klangschönheit und feuriger Spielart gleichzeitig...

mfg aus Wien
Alfred

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Don_Gaiferos

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3

Montag, 23. Januar 2017, 00:15

Vielen Dank für den Tipp, lieber Alfred, die von Dir genannte CD setze ich gleich auf die Wunschliste. Ich darf übrigens noch erwähnen - für die Sparfüchse-, dass die von mir gezeigte Doppel-CD im Beitrag 1, die aus dem Jahre 2013 stammt und im Bezug auf Interpretation und Klang wirklich superb ist, für 3,49 Euro (!) bei "Juke" (einem Streaming- und Downloadportal, das u.a. mit Saturn zusammenarbeitet) als download zu erwerben ist - mit 320 kbps. Wer also Downloads bzw. mp3 nicht scheut, wird hier für wenig Geld eine ganz fulminante Aufnahme erhalten, die von überbordender Spielfreude und klanglicher Schönheit nur so strotzt.

https://juke.com/de/de/music/album/12242…chestral-suites

sagitt

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Beiträge: 2 558

Registrierungsdatum: 1. November 2004

4

Montag, 23. Januar 2017, 03:08

Seit Jahrzehnten ( 1978) kenne ich diese wunderbare Wiedergabe von Harnoncourt. Damals war er Pionier.



Nach Jahrzehnten immer noch gut anhörbar.

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 18 194

Registrierungsdatum: 9. August 2004

5

Montag, 23. Januar 2017, 03:52

Es ist wunderbar wie unterschiedlich man Telemann interpretieren kann. Der schmeichelnde Klang der Aufnahme unter Patrick Peire gegen den rhytnmisch und dynamisch betonten Stil der Harnoncourt. Aufnahme. Die Einspielung mit der Akademie für Alte Musik Berlin kann ich derzeit nicht einschätzen. Auf jeden Fall habe ich mir beide Aufnahmen auf die Bestelliste gesetzt. Schliesslich ist Telemann in gewisser Weise der "Jahresregent".Ob sich das im Forum in entsprechenden Beiträgen niederschlagen wird, das vermag ich nicht vorherzusagen - in meiner Sammlung jedoch wird das mit Sicherheit der Fall sein....

mfg aus Wien
Alfred

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  • »Johannes Roehl« ist männlich

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Registrierungsdatum: 12. August 2005

6

Montag, 23. Januar 2017, 10:03

"Ouverture" und "Suite" wird im Barock normalerweise beinahe synomym verwendet, da die Ouverture meistens der gewichtigste Satz einer Suite ist. Die "Ouverture im französischen Stil" aus Bachs Clavierübung II ist eine vielsätzige Suite. Wobei Ouverture natürlich auch nur den ersten Satz meinen kann, auch daher vielleicht die Unsicherheit der angeblich 1000 Suiten
Die wohl bekannteste Suite Telemanns ist die "Wassermusik" oder "Hamburger Ebb' und Flut". Es gibt etliche gute Aufnahmen, u.a. MAK, hier eine neuere, gekoppelt mit Händels Wassermusik. Die oben gezeigten Berliner Aufnahmen sind auch sehr gut; ich habe die noch als Einzel-CDs. Natürlich sind auch in der Tafelmusik drei große Orchestersuiten enthalten, allerdings ohne programmatische Elemente. Es gibt noch eine Don- Quixote-Suite, eine zur Börse (wohl anlässlich der "South Sea" und "Mississippi Bubbles") etc.


dr.pingel

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7

Montag, 23. Januar 2017, 11:55

Als die Cappella Coloniensis, das Barockorchester des WDR, entstand (ich glaube, schon in den Sechzigern), war eine ihre Hauptleistung die Aufnahme von jeder Menge Ouvertüren von Telemann. Was mir gut gefiel war, dass dieses Orchester einen "satteren" Klang pflegte als Harnoncourt.
Eine großßartige Erfindungskraft paarte sich mit Kenntnis über die Orchesterfarben. Viele haben witzige Titel, z.B. "Das Älsterecho", "Hamburger Ebb und Fluth", "La Changeante", "Die Temperamente". Auch polnische Volksmusik verwendete Telemann und ließ manchmal ganz schön schräg spielen. Wunderschön sind vor allem die Streicherouvertüren wie etwa "La Changeante". Mein Lieblingsstück ist eine "Ouvertüre für vier Violinen ohne Bass". Heute spielt man Telemann übrigens "härter" als früher, was ich nicht so schätze. Wunderbar auch die "Jagdouvertüren", wo natürlich diverse Hörner loslegen.
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (M.Brzoska, dt. Aphoristiker)

Alfred_Schmidt

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  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

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8

Montag, 23. Januar 2017, 21:36

Telemann: Burlesque de Quixotte (TWV 55)

Ich mochte hier im weiteren Verlauf dieses Threads einige der mit Namen versehenen Orchestersuiten (Ouvertüren) von Telemann kurz vorstellen, bzw darauf hinweisen, dass auch sie dem Pool der hier genannten Werke zugehören, oder - wo möglich ein paar Worte zur Entstehungsgeschichte oder literarischem Hintergrund, so vorhanden, hier schreiben.

Beginnen wir mit: Burlesque de Quixotte (TWV 55:G10)
Die von Miguel de Cervantes 1615 und 1625 veröffentlichten beiden Romane über Don Quixote (verschiedene Schreibweisen sind üblich) war ein überaus beliebter Stoff, eine Art Parodie auf die seit dem Mittelalter beliebten Ritterromane und ihre unglaublichen Abenteuer (die von der gebildeten Schicht gern als Schundromane gesehen wurden)
Das Buch war schon bei seinem Erscheinen ein voller Erfolg und daran hat sich über die Jahrhunderte hinaus nichts geändert.
Wer – wie ich – sich durch die Erinnerung an Autor und Bücher ermuntert fühlt, diese Meisterwerke der Weltliteratur irgendwann in den nächsten Monaten zu lesen, oder wenigstens anzulesen, dem möchte ich an dieser Stelle zu seinem Entschluss gratulieren.
Telemann kannte diesen beliebten Stoff selbstverständlich und hat eine Ouvertüre mit Namen
Burlesque de Quixotte (TWV 55) darüber komponiert, wo lautmalerische Elemente enthalten sind, eine Art frühe Programmusik. Die Suite teilt sich in folgende "Sätze":

• 1. Ouvertüre
• 2. Le réveil de Quichotte
• 3. Son attaque de moulins à vent
• 4. Ses soupirs amoureux après la princesse Dulcinée
• 5. Sanche Panse berné
• 6. Le galope de Rosinante
• 7. Celui d'ane de Sanche
• 8. Le couché de Quichotte

Das Werk ist in jedem Fall ein temperamentvoller und gleichzeitig auch sehr gefühlvoller Ohrenschmaus mit eingängigen Themen von hohem Wiedererkennungswert.
Wie gesagt ist diese Suite in der Box mit dem Collegium instrumetale Brugensis enthalten, aber es gibt auch diverse Einzelveröffentlichungen, die sich in der Interpretation teilweise beachtlich voneinander unterscheiden.



Hier noch ein Youtube Clip, wo "New York Baroque incorporated" das Werk mit viel Feuer aufführt - Schade dass es hiervon keine CD gibt.....



mfg aus Wien
Alfred

PS: Es wäre ausgeprochen angenehm wen andere Mitlieder ebenfalls Einzelwerke von Suiten hier in ähnlicher Form vorstellten....
clck 142

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WoKa

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9

Montag, 23. Januar 2017, 21:47

Hallo!

Ich habe eben aus einer Reihe neuer CDs "wild" eine raus gegriffen - und siehe da:



Gruß WoKa
"Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."

Victor Hugo

seicento

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10

Montag, 23. Januar 2017, 22:15

Auf jeder der 5 CDs in dieser Box ist auch eine Ouvertüre. Mir gefallen sie eigentlich besser, wenn sie in kleiner Besetzung vorgetragen werden.

dr.pingel

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11

Montag, 23. Januar 2017, 23:57

La changeante



Ein Alte-Musik-Ensemble aus Brügge spielt.
Der Titel "La changeante" spielt auf eine launische Frau an. Bei Google findet sich der Abdruck einer Doktorarbeit über Telemannsche Ouvertüren, vor allem witzige und mit Titeln versehen. "La changeante" findet sich auf 326. Ist aber nur was für Musikwissenschaftler.
Die Sätze:
Ouvertüre
Loure
Les Scaramouches
Menuet I II
La plaisanterie
Hornpipe
Avec douceur
Canarie

.
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (M.Brzoska, dt. Aphoristiker)

dr.pingel

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12

Dienstag, 24. Januar 2017, 00:21

Vier Violinen ohne Bass.

Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (M.Brzoska, dt. Aphoristiker)

Alfred_Schmidt

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13

Dienstag, 24. Januar 2017, 00:27

Und hier eine CD , welche beide bisher einzeln vorgestellten Suiten enthält:
"Burlesque de Quixotte"
"La changeante"
Sehr eigenwillig, aber gelungen ist auf dieser Aufnahme in der "Burlesque de Quixotte" der Satz "Le galope de Rosinante "
Eine wirkliche Parodie vom Feinsten....

mfg aus Wien
Alfred

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