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lutgra

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Beiträge: 5 143

Registrierungsdatum: 9. April 2013

31

Freitag, 17. August 2018, 10:46

Vielen Dank für den Hinweis, durch den ich auch auf die Website des Autors aufmerksam wurde. Das sind sicher interessante und lesenswerte Bücher, allerdings finde ich den Preis doch recht hoch. Vielleicht gibt es ja mal eine günstigere Tb- oder Kindle-Version.

Rheingold1876

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Beiträge: 4 647

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32

Samstag, 25. August 2018, 09:44

Wagner's Wörter



Durch Zufall bin ich auf dieses Buch gekommen. Es listet alle Ortsnamen, Figuren und Begriffe - die so genannten Wagner-Wörter - auf, die in seinen musikdramatischen Werke vorkommen. Sie werden erklärte, gedeutet und etmylogisch untersucht. Ein Beispiel:

Neiding: Eigentlich der Neidische, so auch im Mittelhochdeutschen. Von Neid abgeleitet erschließt sich die Bedeutung, die Wagner dem Neidumg gibt,: ein feinseliger, hasserfüllter Mensch. "Der Neidenge harte Schar" (Walküre 1,2), erzählt Siegmund, brannten nicht nur sein Heim, das Wolfsnetz nieder, sie vergriffen sich auch an Frauen und Kindern: Erschlagen der Mutter mutiger Leib, verschwunden in Gluten der Schwester (Sieglinde) Spur. Selbst auf der Flucht waren Siegmund und Wolfe auch noch ihrer Verfolgung ausgesetzt; ein starkes Jagen auf uns stellten die Neidinge an. Im germanischen Recht führte eine "Neidingstat" zur Verbannung aus dem Gemeinwesen. Der Neiding wurde für friedlos und gesetzesfrei erklärt und war nicht mehr von den Rechtsordnung geschützt. Jedem war es untersagt, einem Neiding zu helfen, ihm aufzunehmen oder ihm Nahrung zu geben. Er musste im Wald Schutz suchen, und sein Hab und Gut verfiel der Sippe. Seine Frau galt rechtlich als verwitwet. Die Kinder des Neiding wurden Waisen.

Die rot markierten Wörter sind es auch im Buch als Kennzeichnung für eine weiterführende Verknüpfung. Zitate aus den Werken sind kursiv gesetzt.

Ein sehr anregendes, bildendes und auch unterhaltsames Buch, das auch einen große Einführung in Wagners Sprache enthält. Ich bin froh, es gekauft zu haben.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

WoKa

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Beiträge: 2 593

Registrierungsdatum: 12. Februar 2015

33

Samstag, 25. August 2018, 09:56

Hallo Rheingold!

Das liest sich interessant. Ich gebe zu, dass ich bei Tristan und Isolde und Lohengrin - trotz Untertiteln - streckenweise kein Wort verstanden habe.

"Dein harret Unsieg" (schwäbisch: Des klappt net!)

Gruß WoKa
"Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber Schweigen unmöglich ist."

Victor Hugo

Rheingold1876

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Beiträge: 4 647

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

34

Samstag, 25. August 2018, 10:31

Hallo WoKa, leider ist es heutzutage weit verbreitet, unverständlich zu singen. Wagner selbst hat ja seinen Sängern bei jeder Gelegenheit Deutlichkeit eingeschärft. Und das gilt natürlich ganz besonders für seine Sprache und Wortwahl. Was hat man nicht alles schon gehört. Es ist aber gewiss auch unglaublich schwer für einen Nicht-Muttersprachler, Wagners Texte zu erfassen und richtig wiederzugeben.

Ich kenne mich mit den Texten eigentlich ziemlich gut aus. Schon als Zehnjähriger hatte ich die Reclam-Hefte. Noch bevor ich die Musik dazu kannte. Ich lernte vieles auswendig. Verstanden aber habe ich zunächst fast nichts. Kurz um, ich habe gestern bei der ersten Lektüre auch noch vieles dazugelernt.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

La Roche

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Beiträge: 2 824

Registrierungsdatum: 21. Februar 2012

35

Samstag, 25. August 2018, 14:26

Schon als Zehnjähriger hatte ich die Reclam-Hefte.

Lieber Rüdiger,
ich könnte mich in den Hintern beißen!! Auch ich habe die Reclamhefte gesammelt, pro Stern auf der Rückseite 40 Pfennige. Alle Pflichtliteratur (selbst "Der Streit um den Sergeanten Grischa" mit 5 Sternen kostete nur 2,- DDR-Mark) bis zum Abi waren Reclams, auch ich hatte sicher 100 Textbücher zu Opern, dazu sicher 50 Schauspiele. Schiller, Shakespeare usw.

Irgendwann habe ich bei einem meiner insgesamt 5 Umzüge alles aus Platzgründen weggeworfen, genau wie die für 25 Pfennige zu habenden Hefte der Reihe "Das neue Abenteuer" und die in A6 erschienenen Hefte für 35 Pfennige (der Name der Reihe ist mir entfallen). Mist.
Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


musikwanderer

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Beiträge: 4 278

Registrierungsdatum: 20. Januar 2010

36

Samstag, 25. August 2018, 18:17

Es schaut so aus, als hätten die Reclams in der Mitte des 19 Jahrhunderts mit der "Universal-Bibliothek" eine wirklich glorreiche Idee gehabt...

:hello:
.

MUSIKWANDERER