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Caruso41

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1

Montag, 1. Mai 2017, 09:56

RARITÄTEN: Selten gespielte Opern wiederaufgeführt!

Lieber Aficionados!

Es wird immmer wieder geklagt, unsere Opernhäuser würden sich zu einseitig auf ein Kernrepertoire stützen und gar zu selten Werke spielen, die eher abseits liegen.
Ich lasse mal dahingestellt sein, wie berechtigt diese Klage eigentlich ist.
Da mir wichtig ist und Spaß macht, möglichst viele Opern wirklich in Live-Aufführungen zu erleben, habe ich den Eindruck, es gäbe viel mehr Raritäten auf den Bühnen zu entdecken, als gemeinhin angenommen wird. Einige Opernhäuser profilieren sich geradezu damit, selten gespielte oder sogar schon lange von den Spielplänen verschwundene Werke zur Diskussion zu stellen.

Geradezu legendär ist inzwischen, wie John Dew am Theater in Bielefeld in den 80er und frühen 90er Jahren nahezu ganz darauf verszichtete, Gängiges zu präsentieren und stattdessen Zemlinski, Schreker, Stephan, Korngold, Musgrave, Brand, Moore, Krenek, Antheil, Delius, Wellesz, Villa-Lobos, Dressel, Karetnikov, Cotel, Toch, Martinů, Fibich und Ullmann sowie Boito und Mascagni aufführte und mit La Juive, Prophète, Die Afrikanerin entscheidende Anstöße zu Rehabilitierung der Grand Opera gab.

Kiel und Kassel gingen dann einen ähnlichen Weg. Heute bringen verschiedene Bühnen praktisch jede Saison eine Rarität!
Zum Beispiel Braunschweig hat in den letzten Spielzeiten unter anderem "Sarka" (Fibich) , "Isabeau" (Mascagni), "Wuthering Heights" (Herrmann), "Aladin" (Atterberg) gespielt.
Gießen hat "Zampa" (Herold) gespielt und Chemnitz "Der Schmied von Gent" (Schreker) und so weiter.....

Oft ist es nicht leicht, die Information über solche Vorhaben frühzeitig zu erhalten, damit man vielleicht einen Abstecher zu diesen Bühnen planen kann! Da soll nun dieser Thread abhelfen. Er ist primär dazu gedacht, dass Taminos darauf hingeweisen können, wenn Opernhäuser selten gespielte Opern auf den Spielplan setzen!
Es wäre schön, wenn davon reger Gebrauch gemacht würde! Sinnvollerweise sollte jeder Hinweis in einem eigenen Beitrag gegeben wereden: Mit passender Überschrift!

Auf ein gutes Gelingen!

Caruso41
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Caruso41

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2

Montag, 1. Mai 2017, 10:10

Zandonai: Giulietta e Romeo

Giulietta e Romeo

Tragedia lirica von Riccardo Zandonai

Libretto von Arturo Rossato
u.a. nach dem Poemetto »Giulietta e Romeo. Canzone di moderno troviero« von Tiberio Umberto Barbarani
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

»Romeo und Julia« zählt zu den berühmtesten Liebesgeschichten der Weltliteratur.
Gleich mehrfach wurde der Stoff für die Opernbühne vertont, zumeist an der Tragödie von William Shakespeare orientiert. Die Version, die sich verschiedenster novellistischer Vorlagen bediente, aus denen auch Shakespeare schöpfte, ist dabei diejenige, die am seltensten auf der Opernbühne zu finden ist: »Giulietta e Romeo« des Italieners Riccardo Zandonai. Das Werk wurde bei seiner Uraufführung 1922 in Rom zu einem Sensationserfolg und überzeugte durch musikdramatische Wucht und die für die Zeit typischen Lyrismen. Zugleich weist diese »Tragedia lirica« aber auch den Weg in den musikalischen Expressionismus.

»Von der brutalen Dissonanz, mit der die Oper beginnt, bis zu den ätherisch-impressionistischen Momenten, von zuschlagenden Verismo-Attacken des Blechs bis hin zu raffiniert-eleganten Melodien und harmonisch süffiger Vertiefung belegt die Komposition Zandonais Könnerschaft. Das ist Musik, die europäischen Rang beansprucht.
Florian Ludwig, noch GMD am Theater Hagen, hat durch seine sorgfältige Einstudierung und sein kundiges Dirigat diesen Rang beglaubigt. [...] Das Braunschweiger Orchester entfaltet Intensität auch unterhalb der Grenzwerte von Forte und Fortissimo, fasst den Klang linear und schlank, ohne ihm Raffinesse, Parfüm, strahlendes Leuchten oder verhaltene Magie zu nehmen. [...] Fazit: Braunschweig zeigt eine ausgezeichnete Produktion einer Oper, der dringend Präsenz in den Spielplänen zu wünschen wäre.« Der neue Merker

Musikalische Leitung Florian Ludwig
Inszenierung Philipp Kochheim
Bühne Thomas Gruber
Kostüme Mathilde Grebot
Chor Georg Menskes, Johanna Motter
Dramaturgie Sarah Grahneis

Giulietta Tanja Christine Kuhn
Romeo Michael Pflumm, Mickael Spadaccini
Tebaldo Raymond Ayers
Isabella Ekaterina Kudryavtseva
Straßensänger / Montague Michael Ha
Gregorio Matthias Stier
Sansone Selçuk Hakan Tiraşoğlu
Nachtwächter Sebastian Matschoß
Bernabo Leszek Wos
La Donna Janine Metzner
Famiglio Krzysztof Gasz
1. Maschera Vanessa Diny, Jennifer Kreßmann
2. Maschera Mareike Lennert, Julia Chmielewska
Staatsorchester Braunschweig
Chor des Staatstheaters Braunschweig, Extrachor des Staatstheaters Braunschweig

http://staatstheater-braunschweig.de/nc/…lietta-e-romeo/
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Caruso41

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3

Montag, 1. Mai 2017, 10:16

Catalani: Loreley

In diesem Sommer gibt es bei den St. Galler Festspielen die selten gespielte Oper "Loreley" .

In einer sehr achtbaren Besetzung, mit der jungen Ausrine Stundyte (habe ich in der Komischen Oper Berlin und in Amsterdam mehrmals gehört: wirklich vielversprechend!!!) als die eine Besetzung für die Titelpartie, und mit Timothy Richards einem verläßlichen Gebrauchstenor.

Zitat

Loreley
Oper von Alfredo Catalani

Musikalische Leitung Stefan Blunier
Inszenierung David Alden
Bühne Gideon Davey

Loreley Ausrine Stundyte | Elena Rossi
Walter Timothy Richards | Derek Taylor
Hermann Alfredo Daza | Vittorio Vitelli
Anna Tatjana Schneider | Sheida Damghani
Rudolfo Tomislav Lucic
Chor des Theaters St.Gallen
Opernchor St.Gallen
Theaterchor Winterthur
Prager Philharmonischer Chor

Sinfonieorchester St.Gallen

Ich habe das Werk bisher nur einmal gehört. In Koblenz! Das ist lange her und ich freue mich sehr auf die Wiederbegegnung! Immerhin war es eine der Liebligsopern Toscaninis!

Den Terminplan findet ihr hier http://www.theatersg.ch/sites/default/fi…y_wsw_16_17.pdf
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Joseph II.

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4

Montag, 1. Mai 2017, 12:41

Zingarelli: Giulietta e Romeo

Theater an der Wien, Samstag, 27. Jänner 2018, 19:00 Uhr

Giulietta e Romeo
Tragedia per musica in drei Akten (1796)
Musik von Niccolò Antonio Zingarelli (1752-1837)
Libretto von Giuseppe Maria Foppa (1760-1845)
Konzertante Aufführung in italienischer Sprache

Giulietta: Ann Hallenberg
Romeo: Max Emanuel Cencic
Gilberto: Xavier Sabata
Everardo: Daniel Behle
Matilde: Irini Karaianni

Arnold Schoenberg Chor
Armonia Atenea
George Petrou
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Bertarido

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5

Montag, 1. Mai 2017, 13:38

Marin Marais: Alcione

Eine sehr gute Idee, lieber Caruso! Ich bin auch immer auf der Suche nach Raritäten.

Diese Tage läuft an der Opéra comique in Paris ein Werk, das wahrscheinlich seit dem 18. Jahrhundert gar nicht mehr szenisch aufgeführt wurde: die "Alcione" des Barockmeisters Marin Marais. Die musikalische Leitung hat Jordi Savall.

http://www.opera-comique.com/en/seasons/2017-season/alcione

Wem die verbliebenen Mai-Termine zu kurzfristig sind: die Produktion wird im Juni auch noch an der königlichen Oper in Versailles gezeigt.

http://www.chateauversailles-spectacles.…-marais-alcione

Bertarido

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6

Montag, 1. Mai 2017, 13:42

Alberto Ginastera: Bomarzo

Und noch ein Hinweis für Kurzentschlossene: bis zum 7. Mai kann man am Teatro Real in Madrid noch Alberto Ginasteras Meisterwerk "Bomarzo" sehen und hören:

http://www.teatro-real.com/en/season-16-17/opera/bomarzo/

Mehr zu dieser Oper hier: http://www.tamino-klassikforum.at/index.…&threadID=19502

Bertarido

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7

Montag, 1. Mai 2017, 13:47

Daniel-François Auber: Fra Diavolo

Ein Tipp für Alfred und alle anderen Freunde der Opéra comique: Im Oktober 2017 läuft an der Opera di Roma Aubers "Fra Diavolo": http://www.operaroma.it/en/shows/fra-diavolo/

Caruso41

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8

Dienstag, 2. Mai 2017, 13:22

Also Fra Diavolo würde ich eigentlich nicht als Rarität bezeichnen. Den charmaten Räuber treibt es ja doch immer wieder auf die Bühnen unseres Landes!

Aber das ist jetzt nicht der Grund für diesen Beitrag.
Vielmehr wollte ich @Knuperhexe eine kleine Freude machen!

Am Theater in Osnabrück gibt es nämlich eine Oper von Hans Gál, für den er sich beim Opern-Kanon ja so engagiert einsetzt!

DAS LIED DER NACHT

Hans Gál


Dramatische Ballade in drei Bildern / Text von Karl Michael von Levetzow

Ein verwaistes Volk drängt nach des Königs Tod Erbprinzessin Lianora zur Eheschließung. Lianora aber will keine Heirat, der Eintritt ins Kloster erscheint ihr als einziger Ausweg. Doch dann ertönt Nacht für Nacht die Stimme eines Mannes, dessen sehnsuchtsvoller Gesang umso faszinierender erscheint, da niemand etwas über die Herkunft, noch über die Identität des schwarzgewandeten und maskierten Sängers weiß. Das Lied schlingt mehr und mehr ein Liebesband um Lianora und den geheimnisvollen Fremden, der sich immer näher an den Königspalast wagt. Eines Nachts dringt Lianoras Vetter und Werber Tancred in das Gemach der Prinzessin. Der fremde Sänger rettet Lianora vor Tancreds besitzergreifender Gewalt. Am nächsten Tag erklärt sie vor allem Volk den Sänger zu ihrem Gemahl. Als der Fremde seine Maske zieht, offenbart sich dahinter Ciullo, Lianoras Bootsmann, ein einfacher Mann aus dem Volk. Gekränkt zieht Lianora ihr Eheversprechen zurück. Zu spät, und erst, als Ciullo vor aller Augen sein Leben beendet, erhört sie das Lied der Liebe.

DAS LIED DER NACHT erlebte am 24. April 1926 am Stadttheater Breslau eine begeistert aufgenommene Uraufführung. Mit dem Dichter Karl Michael von Levetzow hatte Hans Gál eine poetische und musikalisch farbenprächtige Erzählung aus einem mythischen Königreich in Sizilien geschaffen, die, gemäß der Zeit, psychologische Tiefen in Wort und Musik ergründet und auslotet.

Der österreichische Komponist und Musikwissenschaftler Hans Gál (1890–1987) zählt zu den von den Nationalsozialisten als ‚jüdisch‘ und ‚entartet‘ verfemten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Die meisten Werke des einst sehr bekannten und hochgeschätzten Künstlers sind heute vergessen. DAS LIED DER NACHT nach 1930 nie wieder aufgeführt, eine Einspielung des Werkes liegt nicht vor.

Zum ersten Mal am Theater Osnabrück inszeniert Mascha Pörzgen – Opernraritäten und zeitgenössischem Musiktheater gilt ihr besonderes Interesse.
Die Musikalische Leitung liegt in den Händen des Generalmusikdirektors Andreas Hotz, der bereits in den vergangenen Spielzeiten für gefeierte Wiederentdeckungen zu Unrecht vergessener Werke sorgte.

Die Oper wird von Deutschlandfunk Kultur aufgezeichnet und am Samstag, 6. 5. 2017 ab 19.05 Uhr in der Sendung Oper ausgestrahlt.

TERMINE & KARTEN
 05.05.2017
Fr. | 19:30 Uhr (In die Aufführung werde ich gehen!)
 10.05.2017
Mi. | 19:30 Uhr
 12.05.2017
Fr. | 19:30 Uhr
 14.05.2017
So. | 15:00 Uhr
 23.05.2017
Di. | 19:30 Uhr
 25.05.2017
Do. | 19:30 Uhr

BESETZUNG
Musikalische Leitung Andreas Hotz
Inszenierung Mascha Pörzgen
Bühne, Kostüme und Video Frank Fellmann
Choreinstudierung Markus Lafleur
Dramaturgie Ulrike Schumann

Die Fürstin-Äbtissin Gritt Gnauck
Lianora, Erbprinzessin von Sizilien Lina Liu
Galwine, ältere Folgedame Elzbieta Schiffer
Hämone, jüngere Folgedame Susann Vent-Wunderlich
Tancred, Vetter Lianoras Rhys Jenkins
Der Kanzler-Reichsverweser José Gallisa
Ciullo, der Bootmann / der Namenlose Sänger Ferdinand von Bothmer

Osnabrücker Symphonieorchester
Opernchor des Theaters Osnabrück
Extrachor des Theaters Osnabrück

Zitat


PRESSESTIMMEN
„Fantastische Musik, gutes Libretto, tolle Aufführung. […] All das wird getragen von der detaillierten Arbeit, die Andreas Hotz und das Osnabrücker Symphonieorchester leisten. Hotz führt Sänger und Orchester umsichtig durch die anstrengende Partitur: Das Lied der Nacht ist eine großartige Entdeckung, die das Theater hervorragend umgesetzt hat.“ Ralf Döring, Neue Osnabrücker Zeitung, 29.4.2017


Beste Grüße
Caruso41
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Bertarido

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9

Dienstag, 2. Mai 2017, 13:52

Also Fra Diavolo würde ich eigentlich nicht als Rarität bezeichnen. Den charmaten Räuber treibt es ja doch immer wieder auf die Bühnen unseres Landes!

Lieber Caruso, oft gespielt wird "Fra Diavolo" nun aber wirklich nicht. Laut Operabase seit 1.1.2014 weltweit gerade mal einige wenige Aufführungen in Florenz, Hildesheim und nun in Rom. Aber wenn das für dieses Thema nicht selten genug ist, werde ich das beherzigen.

Knusperhexe

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10

Dienstag, 2. Mai 2017, 15:04

Ui, damit hast Du mir wirklich eine Freude gemacht! Danke, Caruso:-)
Regietheater? Nein, danke!

Caruso41

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11

Sonntag, 7. Mai 2017, 15:51

Am Theater in Osnabrück gibt es nämlich eine Oper von Hans Gál, für den er sich beim Opern-Kanon ja so engagiert einsetzt!
Hans Gál
DAS LIED DER NACHT



Lieber Knusperhexe,
der Abstecher nach Osnabrück hat sich wirklich gelohnt:
  • eine spannende Oper, mit reizvoller spätromantischer Harmonik, viel Poesie, klarer Struktur und auch genügend Spannung und packender Dramatik,
  • eine überzeugende Inszenierung, in der das Changieren zwischen Realität und Illusion, äußerem und innerem Geschehen stimmig visualisiert und die Personen überzeugend geführt wurden,
  • eine treffliche musikalische Leistung mit einem glänzend reagierenden Orchester und ausgezeichneten Sängern - an der Spitze: Lina Liu mit rundem lyrischen Sporan, der zu dramatischer Expansion fähig war aber besonders mit weichen Pianophrasen und schön gefluteten Höhen überzeugte!


Du wirst Deine Freude an dem Abend haben!
Und alle anderen Opernfreunde mit Interessen an enseits der ausgetretenen Pfade auch!

Beste Grüße
Caruso41
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chrissy

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12

Sonntag, 7. Mai 2017, 16:06

Auch in Liberec /Reichenberg stehen u. a. zwei Opern auf dem Spielplan, von denen ich meine, sie gehören zu den "Raritäten - selten gespielte Opern".
Übrigens, Tamino - Mitglieder und Kenner beider Opern, haben mir zum Besuch und Kennenlernen zugeraten und sie mir empfohlen.

THAIS Jules Massenet http://www.saldovo-divadlo.cz/program/de…staveni/r/thais
Noch nicht gesehen, aber ein Besuch ist irgendwann in der neuen Spielzeit nach den Theaterferien eingeplant.

ROBINSON CRUSOE Jacques Offenbach http://www.saldovo-divadlo.cz/program/de…robinson-crusoe
Diese Oper habe ich dort vor zwei Jahren gesehen, toll und aufwendig inszeniert.

CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

Misha

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13

Sonntag, 7. Mai 2017, 16:52

Leipzig präsentiert als nächste Premiere im Mai als Rarität Cinq-Mars von Gounod, die nach Angaben der Oper nach der Uraufführung völlig von der Bildfläche verschwand (und mE sogar im Tamino Opernführer fehlt!!). Ich besitze zwar die Münchner Einspielung unter dem Leipziger GMD Schirmer (der die hauseigene Produktion übrigens nicht leitet, allerdings singt Vidal den Marquis auch in Leipzig) in der recht schönen "Opéra francais" Edition von Palazetto, habe aber bisher nur kurz reingehört. Bericht folgt nach der Premiere am 20.05.17.
res severa verum gaudium

Herzliche Grüße aus Sachsen
Misha

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14

Montag, 8. Mai 2017, 12:13

Reynaldo Hahn: Le marchand de Venise



Reynaldo Hahn
Der Kaufmann von Venedig (Le marchand de Venise)


Oper in drei Akten und fünf Bildern
Libretto nach der Komödie von William Shakespeare von Miguel Zamacoïs
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Die Männer stehen Schlange, um der schönen, klugen und reichen Portia von Belmont den Hof zu machen. Auch der junge Venezianer Bassanio würde gern sein Glück versuchen, doch fehlt es ihm an Geld für diese Unternehmung. Sein Freund, der Kaufmann Antonio, leiht es ihm aus inniger Zuneigung gern, obwohl er dafür selbst einen Kredit beim Juden Shylock aufnehmen muss – zu höchst fragwürdigen Konditionen. Shylock verlangt keine Zinsen, doch wenn Antonio das Geld nach drei Monaten nicht zurückzahlen könne, müsse er mit einem Pfund seines eigenen Fleisches dafür bürgen. Eine Wette auf Leben und Tod.

Wie in Shakespeares Komödie verbindet auch Reynaldo Hahn eine heitere, geradezu operettenhafte Liebesgeschichte mit der tiefen Tragik des verachteten und darum rachsüchtigen Shylock. Karnevaleske Venedig-Stimmungen und selige Liebesduette kontrastieren die abgrundtiefe Verzweiflung der beiden Protagonisten Shylock und Antonio, die sich in ihrer starrköpfigen Verbitterung gleichwertig gegenüberstehen. 1935 in Paris uraufgeführt, gelangt diese französische Oper im mozartschen Stil nun in Bielefeld zur Deutschen Erstaufführung.

Musikalische Leitung - Pawel Poplawski
Inszenierung - Klaus Hemmerle

Portia - Sarah Kuffner
Nérissa - Nohad Becker
Jessica - Nienke Otten
Shylock - Bjørn Waag
Bassanio - Frank Dolphin Wong
Antonio - Moon Soo Park
Gratiano - Mark Adler
Lorenzo - Lianghua Gong
Tubal - Yoshiaki Kimura

Die nächsten Aufführungen
So. 21.05.2017 um 19:30 Uhr
Do. 01.06.2017 um 20:00 Uhr
Do. 15.06.2017 um 19:30 Uhr
Fr. 07.07.2017 um 20:00 Uhr

Pressestimmen

Zitat

...... ein kurzweilig-rasanter und optisch-opulenter Parforceritt durch die verschiedensten Unterhaltungsgenres. (...) Der Tragik-Faktor freilich bleibt bestehen. Dafür sorgt Björn Waag, ein grandioser Darsteller und Sänger, der dem Shylock in seiner abartigen Rachsucht zutiefst menschliche Züge verleiht......
Uta Jostwerner, Westfalen-Blatt, 01.05.17

Zitat

.....Pawel Poplawski (gelingt) im Graben der Spagat zwischen operettenhafter Unterhaltungsmusik im besten Wortsinne, spätromantischen Melodiewogen und gewollter Sprödigkeit bravourös......
Jochen Rüth, Der Opernfreund, 29.04.17

Zitat

.....Wie hatte er (Reynaldo Hahn) selbst doch anlässlich der Uraufführung gesagt? J’espère avoir réussi à écrire une musique exempte de laideur et d’ennui! (Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, eine Musik frei von Hässlichkeit und Langeweile zu schreiben!). Das ist ihm in der Tat gelungen, und dem Theater Bielefeld gebührt das Verdienst, Hahns musikalisch höchst angenehm zu hörende, viele Stile integrierende, schwungvolle Oper entdeckt und als Deutsche Erstaufführung auf die Bühne gebracht zu haben. Der Besuch ist absolut lohnenswert!......

Rudi Hüls, Lippe aktuell, 03.05.17

Zitat

......Als Liedkomponist ist Reynaldo Hahn (1874-1947) im Konzertleben einigermaßen gut präsent, auch auf Tonträgern widmen sich bis heute etliche namhafte Interpreten diesem Bereich seines Schaffens, mit dem der junge Reynaldo als komponierendes Wunderkind debütierte und schlagartig bekannt wurde. Hahns Bühnenwerke, darunter sechs Opern, sind dagegen weitgehend vergessen. Jetzt wagt das Theater Bielefeld die Wiederbelebung des dreiaktigen „Le Marchand de Venise“ („Der Kaufmann von Venedig“. Uraufgeführt wurde diese Shakespeaere-Oper 1935 im Palais Garnier an der Opéra de Paris – und Bielefeld präsentiert nun, nach immerhin über 80 Jahren, die deutsche Erstaufführung. Hahn gibt mit der Wahl der literarischen Vorlage seinem bereits in frühester Kindheit aufgekeimten Interesse an den Tragödien und Komödien von William Shakespeare nach – wobei im „Kaufmann“ Tragödie und Typenkomödie ja ineinander übergehen. Oder doch eher nebeneinander stehen? Letzteres legt die Inszenierung des Regisseurs Klaus Hemmerle nahe. Die Ouvertüre gestaltet er als Szene im Fundus eines Theaters, in dem ein gutes halbes Dutzend Schauspieler „Die Reise nach Jerusalem“ spielen. Wer gerade keinen Stuhl mehr ergattern kann, bekommt ein Kostüm vom Garderobenständer in die Hand gedrückt – und damit seine Rolle im bevorstehenden Stück, eben dem „Kaufmann“. Das alles sieht ein bisschen nach venezianischem Karneval aus, wozu die überdimensionale Leuchtreklame „VENICE“ passt, hinter der Shylock, der verhasste jüdische Geldverleiher und seine Tochter Jessica leben.

Reynaldo Hahn und sein Librettist Miguel Zamacoïs folgen weitestgehend dem Shakespeareschen Handlungsverlauf: Kaufmann Antonio leiht sich eine Riesensumme von Shylock, gibt sie an seinen Freund Bassanio weiter, der sich damit die Gunst der von ihm angebeteten Portia erkaufen will. Daneben noch zwei weitere Love-Stories, die am Ende ebenso „happy“ enden wie jene zwischen der wohlhabenden Waisen Portia und Bassanio. Das Finale nach drei Stunden Oper: drei Paare, die die Liebe preisen. Und einen ruinierten Shylock zurück lassen. Klaus Hemmerle verlegt, nachdem der erste Akt im Venedig des 18.Jahrhunderts verortet zu sein scheint, das Brautwerben des Prinzen von Marokko und dem von Aragon in die 1930-er Jahre, für Shakespeares dramatische Gerichtsszene („Der Gerichtshof in Venedig“) baut ihm Bühnenbildner Andreas Wilkens eine Art Börsenparkett mit riesigen Bildschirmen, auf denen unablässig Zahlen und Diagramme abwechselnd in rot und grün aufleuchten, bevölkert von Typen von heute in grauen Anzügen. Dies alles sind durchaus sinnfällige Bilder, jedes für sich genommen wirkt auch weitgehend schlüssig. Sie formen sich indes nicht wirklich zu einem großen Runden.

Reynaldo Hahns Musik? Eine durchaus disparate Angelegenheit! Zunächst ist der Massenet-Schüler (und Ravel-Kommilitone) ganz Kind seiner Zeit: Puccini klingt mit, dann schwelgen, charmant wie bei Brahms, die Violinen in Terzen- und Sextenseligkeit, fußend auf Pizzicati der tiefen Streicher. Die emotionalen Vibrationen der Liebesnacht aus Wagners „Tristan“ schwingen nach, ein satter Blechbläser-Choral klingt wie englische Spätromantik, kontrapunktisch Gewobenes mutet an wie Max Reger, wenn dieser sich von Johann Sebastian Bach hat inspirieren lassen. Und Mozart spielt immer irgendwo mit. Dies alles aber erscheint nicht unbedingt als „Flickenteppich“, sondern ist schon intelligent verknüpft. Manko dieses „Kaufmanns“ allerdings: ein mitunter ausuferndes, unnötige Längen aufweisendes Libretto wie beispielsweise in der „Kästchenprobe“ des 2. Aktes, durch die sich die Brautwerber der Portia präsentieren. Immerhin liefert Hemmerle hier niedliche, ja lustige Tanznummern: verschleierte marokkanische und feurige andalusische Damen (die aber Herren sind!) und in schwarzen Anzüge gekleidete Herren (die aber Damen sind!).

Gesungen wird in Bielefeld ganz ausgezeichnet. Sarah Kuffner ist die umworbene Portia, höhensicher und ausdrucksstark, Frank Dolphin Wong der verliebte Bassanio; Nienke Otten und Lianghua Gong (ein strahlend schöner Tenor) finden als Jessica und Lorenzo zueinander; bleiben Nérissa (Nohad Becker) und Gratiano (Mark Adler) als drittes glückliches Pärchen. Moon Son Park stattet die Rolle des trübsinnigen Kaufmanns Antonio facettenreich aus, Bjørn Waag schlüpft stimmstark und in seinen Wutausbrüchen absolut überzeugend in die Rolle des Shylock. Auch die kleineren Partien sind bestens besetzt, Hagen Enkes Chöre stimmlich gut disponiert. Am Pult der Bielefelder Philharmoniker steht deren 1. Kapellmeister Pawel Poplawski, der Hahns Partitur, in der doch einige rhythmische Klippen zu umschiffen sind, sehr transparent entfaltet und nie (was im Theater Bielefeld mit seiner knalligen Akustik schnell einmal passieren kann) zu laut ist!
Christoph Schulte im Walde, Die deutsche Bühne, 05. 05. 2017




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15

Dienstag, 9. Mai 2017, 21:43

Lieber Knusperhexe!

Mich würde ja doch interessieren, ob Du in Osnabrück warst oder noch hinfährst, um die Oper von Gal "Das Lied der Nacht" zu hören.
Ich hatte leider nur wenig Zeit, hier meinen Eindruck mitzuteilen.

Beste Grüße

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dr.pingel

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16

Mittwoch, 10. Mai 2017, 10:20

Eine sehr gute Idee, lieber Caruso! Ich bin auch immer auf der Suche nach Raritäten.

Diese Tage läuft an der Opéra comique in Paris ein Werk, das wahrscheinlich seit dem 18. Jahrhundert gar nicht mehr szenisch aufgeführt wurde: die "Alcione" des Barockmeisters Marin Marais. Die musikalische Leitung hat Jordi Savall.

http://www.opera-comique.com/en/seasons/2017-season/alcione

Wem die verbliebenen Mai-Termine zu kurzfristig sind: die Produktion wird im Juni auch noch an der königlichen Oper in Versailles gezeigt.

http://www.chateauversailles-spectacles.…-marais-alcione

In der Süddeutschen gab es eine lange Besprechung!
Etwas weg vom Thema: Zwei Janacek-Opern würde ich gerne noch mal sehen, die in den Siebzigern in Düsseldorf auf dem Spielplan standen: Osud (Schicksal) und Die Ausflüge des Herrn Broucek. Zum Glück gibt es von beiden hervorragende Aufnahmen.
"Früher war alles besser!" Sogar die Kommentare zu "Früher war alles besser!" waren früher besser (Dr. Pingel´s Brosamen, Band 1, Nr. 65).

Bertarido

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17

Mittwoch, 10. Mai 2017, 10:37

In der Süddeutschen gab es eine lange Besprechung!

Online leider nur für Abonnenten einsehbar. :( Hätte mich natürlich interessiert, ob der Rezensent ebenso angetan davon war wie ich.

Bertarido

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18

Mittwoch, 10. Mai 2017, 20:18

Marc-Antoine Charpentier: Médée

Die selten szenisch aufgeführte Barock-Oper, für deren Aufnahme in unseren Opern-Kanon ich mich stark gemacht habe, ist diesen Mai in der sehr passenden Kulisse der Opéra Royal im Château de Versailles an drei Tagen zu erleben:

http://www.chateauversailles-spectacles.…arpentier-medee

Bei dieser Produktion des Opera Atelier Toronto spielt das bekannte Tafelmusik Baroque Orchestra.

Und am 22. Januar 2017 hat dann eine Neuproduktion von "Médée" am Opernhaus Zürich Premiere:

http://www.opernhaus.ch/vorstellung/deta…-01-2017-18577/

William Christie leitet sein Ensemble Les Arts Florissants, die Inszenierung besorgt Andreas Homoki.

dr.pingel

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19

Mittwoch, 10. Mai 2017, 20:33

In der Süddeutschen gab es eine lange Besprechung!

Online leider nur für Abonnenten einsehbar. :( Hätte mich natürlich interessiert, ob der Rezensent ebenso angetan davon war wie ich.

War er!
"Früher war alles besser!" Sogar die Kommentare zu "Früher war alles besser!" waren früher besser (Dr. Pingel´s Brosamen, Band 1, Nr. 65).

Dieter Stockert

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20

Mittwoch, 10. Mai 2017, 21:03

Online leider nur für Abonnenten [der SZ] einsehbar.

Ich bin Abonnent. Ich würde Dir die Besprechung schicken, wenn ich Deine Mail-Adresse hätte. Meine lautet:
dieter@stockert-mangels.de
»Ich habe keine Zeile geschrieben.« (Thomas Brasch: Der schöne 27. September)

Bertarido

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21

Mittwoch, 10. Mai 2017, 22:38

Online leider nur für Abonnenten [der SZ] einsehbar.
Ich bin Abonnent. Ich würde Dir die Besprechung schicken, wenn ich Deine Mail-Adresse hätte. Meine lautet:
dieter@stockert-mangels.de

Lieber Dieter, das ist sehr nett, vielen Dank! Ich schreibe Dir.

Bertarido

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22

Donnerstag, 11. Mai 2017, 00:22

Dem Artikel entnehme ich, dass die Produktion der "Alcione" bei Jordi Savalls Label "Alia Vox" auf DVD erscheinen soll, was mich sehr freut. Außerdem wird sie auch noch in Barcelona und Caen zu sehen sein (womit wir wieder halbwegs den Bogen zurück zu Carusos Thema geschlagen haben).

Alfred_Schmidt

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23

Donnerstag, 11. Mai 2017, 09:24

Wie so oft bin ich erst viel zu spät zum Lesen dieses Threads gekommen:

Zitat

Zemlinski, Schreker, Stephan, Korngold, Musgrave, Brand, Moore, Krenek, Antheil, Delius, Wellesz, Villa-Lobos, Dressel, Karetnikov, Cotel, Toch, Martinů, Fibich und Ullmann sowie Boito und Mascagni aufführte und mit La Juive, Prophète, Die Afrikanerin entscheidende Anstöße zu Rehabilitierung der Grand Opera gab.

Irgendwie läuft es mir kalt den Rücken hinunter, wenn ich die Namen dieser Komponisten lese.
Ich würde mir an deren Stelle Dittersdorf, Salieri, Paisello, Soler, Auber, Anfossi, Galuppi, J.C. Bach, Pacini Gomes und Mayr wünschen - und das sind noch längst nicht alle.....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Caruso41

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24

Donnerstag, 11. Mai 2017, 09:53

Wie so oft bin ich erst viel zu spät zum Lesen dieses Threads gekommen:

Zitat

Zemlinski, Schreker, Stephan, Korngold, Musgrave, Brand, Moore, Krenek, Antheil, Delius, Wellesz, Villa-Lobos, Dressel, Karetnikov, Cotel, Toch, Martinů, Fibich und Ullmann sowie Boito und Mascagni aufführte und mit La Juive, Prophète, Die Afrikanerin entscheidende Anstöße zu Rehabilitierung der Grand Opera gab.

Irgendwie läuft es mir kalt den Rücken hinunter,wenn ich die Namen dieser Komponisten lese.
Ich würde mir an deren Stelle Dittersdorf, Salieri, Paisello, Soler, Auber, Anfossi, Galuppi, J.C. Bach, Pacini Gomes und Mayr wünschen - und das sind noch längst nicht alle.....

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

Da sind aber etliche Österreicher dabei, lieber Alfred!
Immerhin hat er mit den Komponisten unglaubliche Erfolge - bei der Presse und beim Publikum - gehabt. Wenn es Aufführungen gab, war der Parkplatz voll mit Autos aus allen Regionen Deutschlands. Die Süddeutsche titelt "Das Opernwunder Bielefeld".
Ob Dittersdorf, Salieri oder Paisello solches getragen hätten?

Beste Grüße
Caruso41
;) - ;) - ;)

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Alfred_Schmidt

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25

Donnerstag, 11. Mai 2017, 12:27

Zitat

Ob Dittersdorf, Salieri oder Paisello solches getragen hätten?

Ich denke schon - Aber es wären andere Leute gekommen. Man hätte es allerdings in Wien (Theater an der Wien oder Wiener Volksoper) Drottningholm oder Schwetzingen machen müssen, Regie Otto Schenk oder Hampe - das ginge dann schon...
Auch in Italien gäbe es geeignete Häuser, ich glaube das Teatro Regio di Parma wäre ein solches.....
Und wenn alles Stricke reißen - dann eben in Reichenberg (Liberec) ;) :hello:

mfg aus Wien
Alfred

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Bertarido

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26

Donnerstag, 11. Mai 2017, 13:26

Antonio Salieri: La scuola de´gelosi

Ich würde mir an deren Stelle Dittersdorf, Salieri, Paisello, Soler, Auber, Anfossi, Galuppi, J.C. Bach, Pacini Gomes und Mayr wünschen - und das sind noch längst nicht alle.....

Salieri hast Du doch demnächst direkt vor der Haustür, lieber Alfred. In der Kammeroper des Theaters an der Wien hat am 18.05.2017 eine Neuproduktion des Dramma giocoso "La scuola de´gelosi" Premiere, es folgen Aufführungen am 22. / 24. / 29. Mai 2017, 1. / 7. / 9. / 11. / 13. Juni 2017.

https://www.theater-wien.at/de/programm/…-der-Eifersucht

Ich würde es mir anschauen, wenn ich in der Nähe wäre. :hello:

Stimmenliebhaber

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27

Donnerstag, 11. Mai 2017, 15:37

Wie so oft bin ich erst viel zu spät zum Lesen dieses Threads gekommen:

Zitat

Zemlinski, Schreker, Stephan, Korngold, Musgrave, Brand, Moore, Krenek, Antheil, Delius, Wellesz, Villa-Lobos, Dressel, Karetnikov, Cotel, Toch, Martinů, Fibich und Ullmann sowie Boito und Mascagni aufführte und mit La Juive, Prophète, Die Afrikanerin entscheidende Anstöße zu Rehabilitierung der Grand Opera gab.

Irgendwie läuft es mir kalt den Rücken hinunter,wenn ich die Namen dieser Komponisten lese.

Ja, bei solchen schlimmen "Neutönern" wie etwa Mascagni muss es einem wirklich eiskalt den Rücken runterlaufen! :hahahaha:
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

Caruso41

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28

Donnerstag, 11. Mai 2017, 19:20

Zitat

Ob Dittersdorf, Salieri oder Paisello solches getragen hätten?

Ich denke schon - Aber es wären andere Leute gekommen. Man hätte es allerdings in Wien (Theater an der Wien oder Wiener Volksoper) Drottningholm oder Schwetzingen machen müssen, Regie Otto Schenk oder Hampe - das ginge dann schon...
.....
mfg aus Wien
Alfred

Das geht doch beim besten Willen nicht im Repertoiretheater. Noch dazu an einem Stadttheater wie Bielefeld!

Was John Dew in den Jahren, in denen er Oberspielleiter in Bielefeld war, gemacht hat, war doch eine Frischzellenkur. Es gab in jeder Spielzeit etwa 3 oder 4 etablierte Repertoirestücke und dazu 3 oder meist sogar 4 Ausgrabungen beziehungsweise Raritäten. Da wurde dann etwa nicht Puccinis "Boheme" sondern die "Boheme" von Leoncavallo gespielt. Statt alle zwei oder drei Jahre eine Strauss-Oper zu inszenieren gab es Schreker-Opern. Aufs Ganze gab es vier Schreker-Produktionen, was sicher die dann langsam einsetzende Schreker-Renaissance wesentlich befördert hat!
Dabei hatte Dew ja keine dogmatischen Festlegungen. Schwerpunkte waren die Opern aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, die dann von den Nazis verboten wurden und auch nach 1945 nicht rehabilitiert und aufgeführt worden sind, sowie die französische "Grand Opera". Aber er hat auch "Zemir et Azor" und "Fenimore und Gerda" gebracht. Aber das muss ich ja nicht alles aufzählen. Dews Zeit in Bielefeld ist ja bestens dokumentiert!

Beste Grüße
Caruso41
;) - ;) - ;)

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Misha

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29

Freitag, 19. Mai 2017, 18:18

Noch ein Nachtrag zur neuen Inszenierung von Gounods Cinq–Mars, die morgen in Leipzig Premiere hat.
Die Oper Leipzig hat ein recht interessantes Video eingestellt, dass auch aufschlussreiche Einblicke in die Arbeit eines Regisseurs gibt. Die Inszenierung selber scheint vom Stil her „Mantel und Degen“ in historischen/historisierenden Kostümen und Kulissen zu sein. Allerdings sind ja bekanntlich Raritäten im Repertoire war vor extremen Regieexperimenten auch eher sicher.

https://www.facebook.com/oper.leipzig/vi…54603870277919/

Falls das besser in einen dieser von mir ungeliebten Regiefäden sollte, mag es ein geneigter Moderator verschieben.

Über die Premiere, die ich morgen besuchen werde, berichte ich gelegentlich. Solche Ausstattungstücke mit vielen Solisten und sogar dem Corps de ballet (ich denke, man kann das Werk der Grand opéra zurechnen), sind ja eine Seltenheit.
res severa verum gaudium

Herzliche Grüße aus Sachsen
Misha

Caruso41

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30

Freitag, 26. Mai 2017, 09:03

Traetta: ANTIGONE in Kassel



Antigona
Tragedia per musica in drei Akten von Tommaso Traetta
Text: M. Coltellini
Kostprobe: 29.05.2017, 18.00 Uhr | Opernhaus Kassel
Premiere: 03.06.2017, 19.30 Uhr | Opernhaus Kassel

Zitat

Musikalische Leitung: Jörg Halubek
Inszenierung: Stephan Müller
Bühnenbilddesign und visuelle Konzeption: Goshka Macuga
Bühne (Produktion): Siegfried E. Mayer
Kostüme: Gareth Pugh
Licht: Albert Geisel
Dramaturgie: Dr. Ursula Benzing
Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti
Choreografie: Deborah Smith-Wicke

Besetzung

Antigona Prinzesin von Theben: Elizabeth Bailey / Jaclyn Bermudez
Ismene, ihre Schwester: Maren Engelhardt
Creonte, ihr Onkel mütterlicherseits: Bassem Alkhouri
Emone, sein Sohn: Marta Herman
Adrasto, ein tebanischer Edler: Musa Nkuna
Zwei Söhne des Ödipus: Karim Afoun / Dhimas Aryo Satwiko

Sie nannten ihn einen gerechten Herrscher: Ödipus, in ferner Vorzeit König von Theben. Und der König hatte vier Kinder: die Söhne Eteokles und Polyneikes, die Töchter Antigone und Ismene. Diese vier aber waren zugleich seine Kinder wie seine Geschwister. Ödipus wusste es nicht. Dann kamen Vatermord und Blutschande ans Licht. O schreckliches Verhängnis!

Jetzt stehen die beiden Brüder erbittert auf dem Kampfplatz. Sie werden sich gegenseitig erschlagen. O grausige Szene!

Es ist die Eröffnungsszene der Oper, mit der Tommaso Traetta die Antigone von Sophokles 1772 noch einmal ganz neu erschuf. Der Italiener nannte sie Antigona und kleidete die furchtlose, ehemals antike Heroine, in ein tönendes Gewand und mit ihr alle, die zum Fortgang der tragischen Geschichte gehören: Eteokles darf bestattet werden, Polyneikes aber hatte sich gegen Theben gewandt, deshalb wird sein Leichnam den Aasgeiern zum Fraße bestimmt. So gebietet es Creonte als nun neuer Herrscher unter Androhung der Todesstrafe. Jedoch – Antigona widersetzt sich seinem Befehl. Ihr treu zur Seite der Geliebte Emone und Ismene. So will es auch ihr Komponist: Kaum einmal muss hier einer Kummer und Schmerz alleine aushalten. Traetta öffnet die Arien auf raffinierte Weise hin zu ungewöhnlichen Ensembles. Er setzt auf scharfsinnige Wendungen und dichte Orchestrierung. Nicht zuletzt deshalb gebührt ihm nach Scarlatti und Vinci die Krone auf dem Weg zu einer Erneuerung der damaligen Opernform. Und Traetta ist um 1772 nicht nur gemeinsam mit Mozart und Gluck zu nennen: Mit Antigona eilt er seinen Opern-Zeitgenossen sogar voraus.

;) - ;) - ;)

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