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Alfred_Schmidt

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Beiträge: 18 192

Registrierungsdatum: 9. August 2004

1

Donnerstag, 25. Mai 2017, 17:33

Louise Farrenc - Vol. 1 – Sinfonien und Orchesterwerke

Ich eröffne heute den ersten Teil einer Threadtrilogie über die französische Komponistin, Pianistin, Musikwissenschaftlerin und Pädadogin Louise Farrenc (1804 - 1875)
Da wird sich mancher die Frage stellen, ob ich ein besonderer Verehrer dieser Komponistin bin. Die Antwort lautet: Ich bin es nicht. Darauf könnte die Frage kommen, warun ich ihr dann dennoch einen Thread widmen – angedroht sind sogar drei !!

Die Antwort ist einfach: Ich eröffne diesen längst fälligen Thread, weil es sonst niemand getan hat. Egal wie mir persönlich ihre Kompositionen gefallen oder nicht, sie hatte zu Lebzeiten einen relativ hohen Bekanntheitsgrad, war bei den Kollegen anerkannt und vom eher unbarmherzigen Musikkritiker Robert Schumann sogar geschätzt., zudem Musikwissenschaftlerin und Instrumentalprofessorin füt Klavier. Die Frau muß schon was draufgehabt haben. Dazu kommt noch, dass mein kritischer Ansatz ihrer Musik gegenüber durchaus kontrovers beurteilt werden kann, was aus einem lexikalen Thread einen Diskussionsthread machen kann. Generell behaupte ich mal, dass Louise Farrenc doch ein wenig überschätzt ist, sie bekommt heute die Aufmerksamkeit, weil sie eine Frau ist.
Hätte ein Mann ihre Werke geschrieben, so würden wir sie heute wahrscheinlich gar nicht kennen.

Ein wenig Glück, geschicktes Agieren und ein entsprechendes familiäres Umfeld sind sicher auch eine gute Basis für den Erfolg als Komponistin, ebenso, wie die richtige Auswahl des Lebenspartners.

Ich habe mich für DREI Threads zu Loise Farrenc entschieden, weil das die Übersichtlichkeit fördert und weil die Neuerscheinungen der letzten Jahre als Hinweis zu sehen sind, dass da noch mehr kommt. Es gibt immerhin mehr als 50 Werke mit Opuszahl.

Louise Farrenc stammte aus einer Künstlerfamilie. Der Vater war Bildhauer, den ersten Klavierunterricht erhielt sie von ihrer Patin, der Pianistin Anne-Elisabeth Soria
Privatunterricht erhielt sie ab 1819 von Anton Reicha. Da war sie grade mal 15
Sie heiratete sehr früh, imd zwar den richtigen Mann, den Flötisten und Musikverleger Aristide Farrenc. Dieser war ihren kompositorischen Ambitionen – ähnlich wie Robert Schumann bei seiner Frau – gegenüber nicht nur aufgeschlossen, sondern er verlegte ab 1822 auch ihre Werke.
Sechs Jahre später startete sie ihre Karriere als Konzertpianistin. Hummel, und Moscheles zählten zu ihren Freunden (bzw. der jungen Familie Farrenc)
Die erste Sinfonie entstand 1841, sie wurde – wie auch sie beiden anderen – von Presse, Kollegen uns Publikum durchwegs positiv aufgenommen.

Ihre Domäne blieb aber die Kammermusik, sowie die Musik für „ihr“ Instrument, das Klavier – Darüber werden wir aber in weiteren Threads schreiben.

Mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

clck 38

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Alfred_Schmidt

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Beiträge: 18 192

Registrierungsdatum: 9. August 2004

2

Freitag, 26. Mai 2017, 17:52

Im Rahmen diese Threads war es natürlich nitwenig eine Neubewertung der Sinfonien vorzunehemen, was bedeutet, daß ich sie erneut hören muß. Gestern habe ich die Sinfonie Nr 1 erstmals seit langem wieder gehört - und zwar zweimal. Persönlich ziehe ich es vor ein Sinfonie mehrfach zu hören, an Stelle mehrerer anderer kurz hintereinander. Das hat den Vorteil, daß man sich allmählich einhört und so dem Werk näher kommt, als bei einmaligem flüchtigem hören. Dieses Privileg hatten vor Einführung der Schallplatte nur wenige, aber man hörte ja auf Grund fehlender Reproduktionsmöglichkeiten seltener Musik als heute - dafür aber (vermutlich) konzentrierter.
Im es vorwegzunehmen: Die gestern abgehörte Sinfonie Nr 1 op 32 in c-moll gefiel mir diesmal wesentlich besser als vor etlichen Jahren, wo ich die Aufnahme erwarb (vermutlich zwischen 1998 und 2000)
Wahrscheinlich war auch die Erwartungshaltung eine andere.
Der Einstig in den ersten Satz ist ein wenig belanglos, wandelt sich dann einen Klagenden Ton um, changiert ins liebliche und wird nun durch eine "beethovensche" Orchesterattack unterbrochen, bzw abgelöst. Ich hatte einst geschrieben, daß die BezeichnunG "Französischer Beethoven" oder "weiblicher Beethoven" nicht passen sei. Ich hatte damals vermutlich eine Ähnlichkeit erwartet, wie wir sie stellenweise bei Ferdinand Ries vorfinden. Diese ist aber IMO nicht gegeben. Im Beiheft können wir lesen, daß Farrencs Kompositionsansatz der Sindonien auf der Wiener Klassik fusst. Und wenn wir das akzeptieren, bleibt eigentlich wirklich nur Beethoven zum Vergleich übrig - wenn man denn überhaupt Vergleiche braucht-
Die erste Sinfonie wurde 1841 vollendet. Es brauchte aber 4 Jahre bis sie schließlich in Brüssel unter Francois-Joseph Fetis, selbst Komponist, Dirigent, Direktor und Mitbegründer des Brüsseler Konservstoriums, sowie Musikkritiker , uraufgeführt wurde. In seiner Eigenschaft als Musikkritiker lobte er die Sinfonie als bedeutendes Werk und empfal der Komponistin derselben mehr verdiente Aufmerksamkeit zu schenken. Sehen wir mal von Beethoven und Schubert ab, dann ist die Sinfonie mit allem anderen was in jenen Tagen komponiert wurde durchaus auf Augenhöhe zu sehen. Besonders die lieblicherern Passagen scheinen der Komponistenin zu liegen, bei den dramatischen Stellen bin ich nicht ganz glücklich, ich habe mich aber gefragt, wie das wäre, wenn ein Orchester wie die Wiener, Berliner oder Dresdener das aufführen würden. ?
Wie so oft bei Aufnahmen von Sinfonien dieser Zeit vermisse ich die Wucht und Tiefe, die IMO ohn Druck entstehen sollte, statt dessen ist das Klanbild oft ohne reales Bassfundament, dafür aber stellenweise überaus Aggressiv, vermutlich um davon abzulenken, daß das Orchester die erforderliche Klang- und Baßfülle gar nicht zu leisten imstande ist...
An sich sollte das mit 89 Musikern allerdings möglich sein.

Hier würden mich die Meinungen anderer Miglieder interessieren.
mit freundlichen GRüßen aus Wien

Alfred

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