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Alfred_Schmidt

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1

Montag, 12. Juni 2017, 02:35

Best Buy - 2. Quartal 2017 - Klassik

Mit Riesenverspätung wegen persönlicher Turbulenzen starte ich diesmal den aktuellen Thread der besten 4 Klassikeinkäufe in diesem Quartal, die natürlich EINZELN mit kurzem Kommentar versehen gepostet werden soll sollen. Die Spielregeln sind dieselben wie immer, ich kopiere sie aber zur Sicherheit jedes mal neu hierher, denn man kann ja auch mal was vergessen.
Wie schon seit Dezember 2016 ist es nun erlaubt VIER Best Buys in diesem Quartal zu nominieren. Ein Feature, das ich vermutlich nur mir selbst schenke, auch wenn ich den Vorsatz habe, heuer signifikant weniger einzukaufen - was ich bis jetzt auch durchgezogen habe, und weiter durchziehen werde, da "modernes Repertoire" so gut wie nicht mehr eingekauft wird. Die Veranlassung dafür ist nicht mehr gegeben.

Heute weiche ich doch ein wenig vom Standardtext ab, denn die geringe Beteiligung an diesem Thread erscheint mir nicht zufriedenstellend. Während ich noch über ein Ende dieser Serie nachdachte, entdeckte ich etwas Erstaunliches: Während die Taminos das Thema scheinbar nicht interessiert, war das bei den Mitlesern konträr.
Auf 5 Beiträge in 3 Monaten kamen 1688 !!!! Seitenaufrufe !!!

"BEST BUY - Was ist das?" Das kann eine besondere Repertoireerweiterung sein, eine besonders preisgünstige oder eine besonders audiophile Aufnahme, etc. etc. Mehr ist nicht zu erklären, unsere Langzeit-Mitglieder kennen die Regeln bereit auswendig.

Einkäufe aus dem 1. Quartal 2017 können im entsprechenden Thread nachgetragen werden, der Link befindet sich unterhalb:

Best Buy - 1. Quartal 2017 - Klassik

mit freundlichen Grüßen aus Wien

Alfred

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rolo betman

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2

Montag, 12. Juni 2017, 16:51

hallo miteinander,

mein 'Best Buy' in diesem Quartal war eigentlich gar kein Buy, sondern ein Download :



Auf der Seite www.abruckner.com wird jeden Monat ein kostenloser 'Download of the Month' angeboten, meistens ist es eine Symphonie Bruckners, und manchmal sind da echte Perlen dabei. Ich erinnere mich noch, vor einigen Jahren wurden nacheinander verschieden Symphonien
unter der Leitung von Heinz Wallberg angeboten, echte Raritäten, und als ich hier darauf aufmerksam machte und Links auf die Seiten einstellte, war ein bestimmter Tamino-Freund ganz aus dem Häuschen (mir fällt leider der Name nicht mehr ein).

Und diesen Monat ist es eine Aufführung Bruckners Achter mit dem European Community Youth Orchestra unter der Leitung von Bernard Haitink, eine Aufnahme vom August 1989.

Und diese Aufnahme hat es in sich : interpretatorisch ein Hochgenuss (über Haitink als Bruckner-Dirigenten braucht man wohl nicht viel zu sagen), das junge Orchester zeigt Spielfreude und -begeisterung, und der Klang ist voll und warm, aber klar. Eine solche Aufnahme für kein Geld, das sollte sich kein Bruckner-Liebhaber entgehen lassen.
'immer hungrig bleiben'
Arnold S

Alfred_Schmidt

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3

Montag, 12. Juni 2017, 19:11

Und hier meine erste Nominierung im 2. Quartal. Eine 5CD-Box mit sämtlichen Sinfonien von Johann Christian Bach. Diese Box ist in mehrfacher Hinsicht ein "Best buy!. Irgendwann um 1994/95 herum, hatte ich begonnen die nach und nach erscheinden CD mit den Sinfonien von Johann Christian Bach zu sammeln. Aber ich hatte den Klang des Collegium aureum (für harmonia mundi) im Ohr, und war mir der Aufnahme nicht restlos zufrieden. So schlief das Kaufprojekt ein und ich wartete auf eine "perfekte" Aufnahme. Die ist bis heute nicht erschienen, und ausserdem hat sich mein Geschmack inzwischen scheinbar verändert, mir gefällt die cpo Aufnahmen mit der Hanover Band unter Anthony Halstead inszwischen ausgezeichnet. Ich hatte das alles längst vergessen (über 20 Jahre !!!) und wollte für einen Thread eine gewisse J.C.Bach-Sinfonie hören. Da stellte ich fest, daß ich die gar nicht besitze. Warum nicht? Das erinnerte ich mich allmählich an den Ablauf der Ereignisse.
Entgegen meinen Befürchtungen sind die Aufnahmen noch im Katalog, und somit verfügbar, allerdings nur komplett als Box, Aber der Preis der Box entspricht eineinhalb Vollpreis-CDs - wer will da jammern?

Beste Grüße aus Wien
Alfred

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teleton

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4

Montag, 12. Juni 2017, 19:59

Brahms: Sinfonie Nr.4 mit Steinberg

Da der Thread beim Kauf im Mai noch fehlte, hole ich diesen 1.Best Buy 2.Quartal 2017 heute nach:

Wegen TOP-Empfehlungen und meiner allgemeinen Steinberg-Vorliebe habe ich mir die Sinfonie NR.4 mit Steinberg zugelegt.
Eine CD mit 39:34 Spieldauer .... hmmm ... die kauft man auch nicht alle Tage - aber -->
:hail: Meine Begeisterung kennt keine Grenzen.

Das ist nichts für die absoluten Romantiker unter uns oder die Liebhaber von Celibidaches (in meinen Augen fürchterlichen) Längenexkursionen.
Steinberg ist sehr straff und zügig unterwegs und liegt in den Spielzeiten ziemlich ähnlich wie die ebenfalls von mir hochgeschätzte Dorati-Aufnahme (Newton) im Vorbeitrag. Das Pittsburgh SO wird unter Steinberg gefordert und gibt alles mit bester Spielfreude; auch die Pauken sind OK.

1. Allegro mon troppo ...................... 11:41
2. Andante moderato ........................11:49
3. Allegro giocoso - poco meno presto 6:09
4. Allegro energico e passionato .......... 9:57

Bei Steinberg wird es nie langatmig. Er versteht es wie immer den Hörer unter Spannung zu halten, zu packen und zu begeistern. Die dramatischen Stellen werden auf die Spitze getrieben - toll - der Wahnsinn. Mir fällt gerade Dohnanyi (Teldec) als absoluten Gegensatz mit seiner konventionellen Int ein; oder Wand/NDR SO (RCA) mit seiner trockenen spröden Sichtweise. Die Unterschiede könnten nicht grösser sein.

:thumbsup: Diese "Kurz_CD kann sich (in meinen Augen ... und Ohren) zu den besten Brahms-Interpretationen der Vierten einreihen. Das wären (wenn auch untereinander jeweils unter ganz anderen Vorzeichen) = Solti (Decca), Klemperer (EMI), Kleiber (DG), Karajan (DG-alle), Dorati (Newton), Szell (SONY), Bernstein (SONY und DG).


Everest, 1959, ADD

Am Klang gibt es nichts zu meckern. Die Aufnahme klingt eher wie aus bester Analogzeit, als von 1959.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Alfred_Schmidt

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5

Dienstag, 13. Juni 2017, 00:23

Bevor ich wieder vergesse meine Best Buy Erwerbungen einzutragen, stelle ich gleich die zweite vor. "Stets findet Überraschung statt- wo man sie nicht erwartet hat" dichtet schon Wilhelm Busch, der allerdings nicht unbedingt auf positive Überraschungen anspielt ;) Diese CD ist indes eine. Eigentlich entdeckte ich sie im Rahmen einer Recherche über Diverimenti, Cassationen von Haydn etc ein eher verwirrendes Segment, wegen der oft unterschiedlichen Bezeichnung. Auf dieser CD war indes einiges enthalten was für diesen Thread brauchbar erschien, plus dem Hornkonzert Nr 3. Die Krönung stellt wahrscheinlich das Divertimento in D-Dur Hob. II:Z1 (für 4 Hörner, Violine, Viola und Baß) dar.
Also der Klang der Naturhörner ist atemberaubend und die CD wandert in die Rubrik "Lieblingsaufnahmen". Ach ja - der Preis ist mit 7.99 Euro auch "Best Buy-verdächtig"......

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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rolo betman

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6

Dienstag, 13. Juni 2017, 14:29



hoho, das klingt interessant, das könnte dem alten rolo gefallen. Ist bestellt. :thumbup:
'immer hungrig bleiben'
Arnold S

teleton

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7

Dienstag, 13. Juni 2017, 22:53

RE: Steinberg

hoho, das klingt interessant, das könnte dem alten rolo gefallen. Ist bestellt.

Freut mich, lieber Rolo,
:hello: Du wirst Deine helle Freude haben.

Die Sinfonie Nr.4 ist leider die einzige Brahms-Sinfonie, an die man noch günstig heran kommen kann. Die Sinfonien Nr.1 -3 haben leider Mondpreise, die ich für nicht bezahlbar halte. Natürlich hätte ich diese Aufnahmen (ebenfalls mit dem Pittsburgh SO) auch gerne ...

Wenn jemand eine andere günstige Quelle hat ... dann "her damit" mit der Info.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Alfred_Schmidt

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8

Mittwoch, 14. Juni 2017, 22:16

Hier nun etwas ganz besonderes, und natürlich somit auch was besonders Spezielles. Joseph Mayseder (1789-1836) war zu Lebzeiten ein berühmter Violinist und Komponist. Annähernd 70 Werke mit Opuszahl hat er uns hinterlassen. Er war unter jenen Komponisten, die von Diabelli eingeladen wurdem eine Variation über seinen (inzeischen berühmten) Walzer zu schreiben. In Wien ist nach ihm eine Gasse in der Wiener Innenstadt benannt. Indes - Aufnahmen seiner Werke: Fehlanzeige. Der Wiener Philharmoniker Raimund Lissi hat ein Quartett gegründet (Lissy-Quartett) welches kammermusikalische Werke Mayseders aufführt. Es ist bislang eine CD erschienen (bei Gramola) und der Zusatz im Titel 'Vol.1' lässt mehr erwarten...
Dies war somit mein dritter und vorletzter "Best Buy" im 2. Quartal 2017.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

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hasiewicz

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9

Samstag, 24. Juni 2017, 22:29

Arthur Grumiaux: Mozart Recordings (DECCA)


Obwohl ich diese Box mit 19 CDs mit Aufnahmen des belgischen Violinisten Arthur Grumiaux bisher nur ausschnittsweise gehört habe, ist sie für mich schon jetzt ein Best Buy. Denn was ich gehört habe, war von einer Qualität sondergleichen, sprich: Fand ich musikalisch berückend.

Gestartet bin ich mit der Sinfonia concertante KV 364 auf CD 6, einer Aufnahme von 1967 mit Arrigo Pelliccia an der Viola, Colin Davis und dem London Symphony Orchestra. Wenngleich die Aufnahme akustisch etwas brillianter klingen könnte, hat sie mich vom Grad der Beseeltheit sofort angesprochen. Kennzeichnend für Grumiaux ist eine ganz uneitle, die Virtuosität nie forcierende Art, der Musik zu dienen und dieser zugleich möglichst viel Raum zu geben. Besonders im Andante sorgt das dafür, dass hier ganz klar existenzielle Dinge verhandelt werden (ich wurde von der Intensität her an Strauss "Metamorphosen für Streicher" erinnert") und keine Rokoko-Spieluhr läuft. Für mich eine Aufnahme, die ich noch sehr oft hören werde.

Überraschend war, dass die Aufnahme des Violinkonzerts KV 207 mit den Wiener Symphonikern unter Bernhard Paumgartner akustisch deutlich brillianter und lebendiger klang. Warum überraschend? Weil sie von 1958 ist und in Mono aufgenommen wurde. Dennoch klingt sie genau wie die Sinfonia concertante viel lebendiger als meine bisherige Referenzaufnahme mit Julia Fischer. Was wieder beweist, wie wenig das Aufnahmedatum mit dem Klang und wie wenig zeitliche "Aktualität" mit Lebendigkeit zu tun hat.

Über die Aufnahmen der Violin-Sonaten mit Clara Haskil, die die Box enthält, braucht man keine Worte zu verlieren. Spannend wird sein, diese Aufnahmen mit einer späteren Aufnahme der Sonaten zu vergleichen, die Grumiaux mit dem Pianisten Walter Klien aufgenommen hat, sowie einer der Sonate KV 481, bei der Grumiaux beide Parts, Violine und Piano, übernommen hat.

Wer die Box, die auf Amazon auf dem Weg zu astronomischen Preisen ist, noch günstig haben will, kann sie derzeit (Stand 24.06.) noch über Amazon.it bestellen.

Herzliche Grüße

Christian

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Registrierungsdatum: 12. August 2005

10

Samstag, 24. Juni 2017, 22:55



Sehr schöne Zusammenstellung mit teils raren, nie oder nur schwierig auf CD zu erhaltenden Aufnahmen (zB Wührer, Badura-Skoda, Edwin Fischers Wandererfantasie), aber auch alten "Klassikern" mit Schnabel, Serkin oder Richter. Zwischendurch noch günstiger zu haben, aber 20-25 EUR sind immer noch ein guter Preis. Allerdings minimale Austattung und nur französischer Kommentar. Diapason hat eine ganze Reihe solcher historischer Boxen herausgebracht; ich kann jedenfalls noch die Boxen mit Brahms- und Mozart-Kammermusik empfehlen.

Ein noch besserer Deal, da gebraucht geschnappt, war diese Gustav Leonhardt gewidmete Box (ebenfalls eher minimalistisch in der Ausstattung). Allerdings keine solchen Raritäten enthalten.


Agon

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11

Sonntag, 25. Juni 2017, 16:39

Nach langem Überlegen nehme ich diese CD:

Aaron Copland:

Symphony No. 3 (1946)
Three Latin American Sketches (1971)


Detroit SO,
Leonard Slatkin, Ltg.

(Naxos, 2015/13)




Eine extrem patriotische Aufnahme der gigantischen Dritten Sinfonie. Und genau deshalb finde ich sie so gut. Denn darum geht es in diesem Werk. Es ist eine Auferstehungssinfonie amerikanischer Art. Es geht um düstere Stunden der Orientierungslosigkeit und der Selbsterrettung aus einem desolaten Zustand. Copland komponierte sie zwar zum Ende des Zweiten Weltkriegs, aber man könnte sie ebenso auf das Ende des amerikanischen Bürgerkriegs beziehen, denn an dessen Ende lag die amerikanische Nation danieder, gespalten, zerstört. Und es war doch der Beginn von etwas Neuem. Ein Anfang. Eine neue Hoffnung entstand und breitete sich im Land aus.
Copland beschreibt die düsteren, abwartenden und leidenden Phasen ebenso wie den langsamen und zögerlichen Wiederaufbau bis hin zu einem grandios-gigantischen Wiederaufstieg. Wie er hier im vierten Satz seine "Fanfare for the common man" verarbeitet, finde ich einfach fantastisch.
Detroit ist nun eine wirklich geschundene Stadt und sein Orchester ebenso, das ja mal kurz vor der Auflösung stand. Offensichtlich hat man sich konsolidiert und einen Wiederaufstieg geschafft.
Ich finde diese Aufnahme ultimativ, sie ist mächtig, groß, ja überlebensgroß, patriotisch, kompromisslos, geradlinig, strahlend. Man spürt die Identifikation aller Beteiligten mit diesem Werk. Am Ende bleibt bei mir ein Gänsehautgefühl zurück angesichts dieser einmaligen künstlerischen Leistung.
Es gibt kein richtiges Leben im falschen. (Theodor W. Adorno)

teleton

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12

Dienstag, 27. Juni 2017, 19:52

Khatchaturian: Gayaneh und Spartacus-Suiten mit Swetlanow

Im Mai war der Thread für den Best Buy 2.Quartal 17 noch nicht eingestellt; deshalb der Nachtrag und mein 2.Best Buy fürs Quartal:

Endlich habe ich mir dieser Tage die lang geplante Brillant-CD mit den beiden Suiten zugelegt, die Josef bereits im letzten Jahr empfohlen und vorgestellt hatte.


:angel: Wie der späte Swetlanow (Aufnahme Januar 2000) wieder einmal sich selbst übertrifft, die Post abgehen lässt, sie tänzerischen Sätze auf Sidehitze bringt ist einmalig und bisher ungehört.
Das Orchester des Bolshoi Theaters Moskau und seine Schlagzeuger sind in TOP-Form.

GAYANEH-Suite Spieldauer 31:50 :
Nie hat man beim Säbeltanz die Trommels und Pauken so exponiert gehört; genau so beim fetzigen Tanz Lezghinska, den ich qualitativ direkt neben den berühmten Säbeltanz stelle - :thumbsup: :hail: Hörspass vom Allerfeinsten.

Swetlanow hat; wie alle Dirigenten bei den Suitenaufnahmen, seine Suite aus 10 Sätzen des Ballettes zusammengestellt. Soweit eine gute Auswahl, doch schade, dass er den Gopak nicht mit dabei hat. Der ist selbst bei der 5Satz - Suite, die Khatchaturian himself sich mit den Wiener PH (Decca) ausgewählt hat, dabei !

Beim Tanz der Bergbewohner kommt es auf rhythmische Feinheiten im Schlagwerk an. Swetlanow ist hier total auf "totale Extase" gepolt und steigert den Tanz bis zur so nie gehörten ausflippenden Extase, was natürlich auch verdammt gut ankommt und absolute Gänsehaut erzeugt. In diesem Punkt gibt es nur eine Aufnahme die diesen Tanz sowohl mit absoluter Leidenschaft, wie gleichzeitiger Präzision bringt - das ist Roshdestwensky/Leningrader PH (diese Aufnahme habe leider nur ich auf einer POLYDOR-LP).


Spartacus-Suite Spieldauer 31:07 :
Die Suite wird bei Swetlanow um einen weiteren Satz Introduktion-Tanz der Nymphen , gegenüber anderen Aufnahmen; (die meist 4 Satze liefern) erweitert. Ansonsten gelingt ihm auch hier eine Klasse Aufnahme, die aber mindestens gleichwertige Konkurenz hat: Zum Beispiel die RPO-Aufnahme mit Juri Simonov (RPO) oder bei Tjeknavorian (RCA) oder Khatchaturian (Decca).
Bei den langsamen Sätzen, wie bei Adagio of Spartacus and Phrygiamerkt man den späten Swetlanow, der lange auskostet. Das hätte er in früheren Jahren schneller dirigert. Aber wenn es zur Sache geht, dann ist Swetlanow der Alte.

*** Klangtechnisch ausgezeichnet digital aufgenommen mit natürlichem Klang und ganz ausgezeichentem Schlagwerk:


Brillant, 2000, DDD

:!: Keine Frage - das ist Best Buy 2.Quartal 2017 !
Gruß aus Bonn, Wolfgang

Joseph II.

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13

Dienstag, 27. Juni 2017, 20:00

Freut mich, Wolfgang, dass Dir die CD so gut gefällt! :thumbup:

Ich glaube, den Säbeltanz habe ich noch nie so genial interpretiert gehört wie hier (Du schreibst ja im Grunde dasselbe).

Diese Aufnahmen zeigen, dass auch der ganz späte Swetlanow noch voll auf der Höhe war.

Die Referenzaufnahmen zum Spottpreis auf Brilliant (günstiger geht eigentlich nicht) - was will man mehr.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid