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121

Sonntag, 8. Oktober 2017, 18:49

Dass mit der "Verwirrung des Publikums" bei der Rolle des Cherubino ganz bewusst gespielt wird, kann ich mir gut vorstellen! Ich denke, dass es mir nicht alleine so geht, wenn ich sage, dass ich bei jeder Aufführung des Figaro Cherubino tatsächlich am meisten beobachte. Keiner der anderen Charaktere besitzt eine solche Vielschichtigkeit gerade in der Darstellung! Wenn die entsprechende Dame beispielsweise zuviel "männliches Getue" an den Tag legt, kann das ganz schön nerven, da mag sie so wunderbar singen, wie sie will. Das geht mir beispielsweise bei einer Inszenierung der Komischen Oper Berlin so, mit Patricia Risley als Cherubino. Der war da nur am Zwinkern , Herumküssen, Mädels befummeln usw...Das hat dann ab einer bestimmten Grenze einfach nicht mehr diese Wirkung, dass sich Cherubino irgendwie "zwischen den Geschlechtern" bewegt. Wenn der Regisseur es darauf anlegt, dass die Schauspielerin eben bewusst einen Mann darstellt oder gar noch auf überzogene Weise männliches Gehabe nachahmt, geht die faszinierende Wirkung dieser Rolle komplett verloren. Im genannten Fall war ich irgendwann nur noch am fremdschämen ud wollte gar nicht mehr zusehen...

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122

Sonntag, 8. Oktober 2017, 18:57

Ich kenne auch keine andere Rolle, bei der der Regisseur durch die Darstellung so immens viel verändern kann! Betrachtet man beispielsweise eine Edith Mathis, Maria Ewing, Liliana Nikiteanu und Marina Comperato im Vergleich, so sind dies vom Charakter her vier völlig unterschiedliche Jungen. Ja, ich weiß, Hosenrolle 1, dass du kein Freund von "Verfremdung" bist, aber ich lasse mich da wirklich gerne überraschen, welche Art Cherubino mich diesmal erwartet...

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123

Sonntag, 8. Oktober 2017, 18:58

Ich denke, dass es mir nicht alleine so geht, wenn ich sage, dass ich bei jeder Aufführung des Figaro Cherubino tatsächlich am meisten beobachte.

Geht mir eigentlich auch so, wobei das zumindest bei mir sicher auch daran liegt, dass diese Rollen am Ungewöhnlichsten sind, und deswegen schon mehr auffallen; außerdem bin ich immer interessiert, wie die Sängerin so eine Figur verkörpert, wie überzeugend es wirkt, denn diese Figuren sind schon eine größere Herausforderung, als wenn man als Frau eine Frau, als Mann einen Mann spielt.



LG,
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„Begreifen wir endlich, dass der emotionale Kult der Tradition nur eine Form unserer geistigen Faulheit ist.“ (Stanislaw Brzozowski)

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124

Sonntag, 8. Oktober 2017, 19:05

...was bei Octavian übrigens überhaupt nicht funktioniert (Jaaa, ich vergleiche die beiden nun einmal gerne...). So sehr ich die Musik des Rosenkavaliers liebe, bei Octavian gibt es in der Darstellung irgendwie nicht viel Handlungsspielraum...

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125

Sonntag, 8. Oktober 2017, 19:09

Ich kenne auch keine andere Rolle, bei der der Regisseur durch die Darstellung so immens viel verändern kann!

Das weiß ich nicht, aber es ist auf jeden Fall interesant, wie unterschiedlich die genannten Versionen sind.

Ja, ich weiß, Hosenrolle 1, dass du kein Freund von "Verfremdung" bist, aber ich lasse mich da wirklich gerne überraschen, welche Art Cherubino mich diesmal erwartet...

Da muss ich auch was dazu sagen.

Generell bin ich natürlich dafür, dass ein Werk möglichst nach den Intentionen der Schöpfer aufgeführt wird. Das beinhaltet für mich vor allem den Grundgedanken, die Aussage, die immer noch da sein sollte. Deswegen bin ich bei dieser Oper kein Freund von Romantisierungen, Beschönigungen etc.

Jedoch kann ich mir auch Versionen ansehen, die davon abweichen. Für mich ist das dann eine Bearbeitung, die für sich genommen auch sehr gut und schlüssig gemacht sein kann, mit schönen Einfällen. (Mir fällt da die Marina Comperato-Version ein, wo die Gräfin sich dem auf dem Boden knieenden Cherubino nähert und ihm mit ihrem Band, das er ja so mag, leicht die Augen verbindet).
Da bin ich ebenfalls gespannt, was Regisseure sich einfallen lassen - besonders mag ich es, wenn die Aktion auf der Bühne mehr oder weniger von der Musik beeinflusst ist.

Dabei bin ich mir aber jederzeit bewusst, dass das an den Intentionen von Beaumarchais vorbeigeht, dass da auch mal beschönigt wird, usw. Das habe ich immer im Hinterkopf. Kurz gesagt, ich kann durchaus Freude an neuen Konzepten und Einfällen haben, sehe das dann allerdings als "neues" Stück, sozusagen "frei nach Nozze di Figaro", oder "basierend auf Motiven von (...)".



LG,
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126

Sonntag, 8. Oktober 2017, 19:27

Diese Inszenierung mit Marina Comperato ist einfach toll!!! Das ist nun hundertprozentig kein Cherubino nach Vorgabe Mozart/da Ponte, aber es macht einfach Spaß ihm zuzusehen! Gut, im Grunde sollte man es wohl nicht witzig finden, dass Cherubino hier eindeutig almaviv'sches Macho- Gehabe an den Tag legt (so beispielsweise, wenn er während des "Huldigungschores" im ersten Akt nicht etwa verschüchtert in der Ecke stehen bleibt- wie Cherubino das ja üblicherweise macht- sondern im Hintergrund genau dasselbe tut, wie der Graf vom Sessel aus: Nämlich jedes greifbare weibliche Wesen angraben! Oder als er sich während des Rezitativs mit Barbarina unterbricht und wortlos auf seinen Hut zeigt, der ihm heruntergefallen ist, so, dass sie sich bückt und ihn aufhebt, dabei aber genervt die Augen verdreht...). Es macht Cherubino natürlich nicht wirklich sympathisch und ich gönne ihm in diesem Fall seine Zeit beim Militär. Vielleicht hilft 's ja noch etwas...
Und das "Non piu andrai" wirdja völlig umgedreht! Cherubino veräppelt Figaro ja regelrecht bis dieser, offenbar überwältigt von seinem eigenen Patriotismus, von der Bühne schwebt.
Ich mag solche kreativen Einfälle der Regisseure!

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127

Sonntag, 8. Oktober 2017, 19:42

Übrigens hatte ich beim ersten Ansehen dieser Inszenierung bei der Verkleidungsszene ein Erlebnis, dass exakt zum Thema dieser Gratwanderung Cherubinos zwischen männlich und weiblich passt: Erinnerst du dich an die Szene ganz zu Beginn von Susannas Arie? Sie ist genervt, weil Cherubino nicht auf sie hört und immer wieder nach der Gräfin schielt. Schließlich nimmt sie die Haube und zieht sie ihm vehement über den Kopf und bedeckt dabei sein Gesicht. Cherubino schiebt die Haube nach oben und zum Vorschein kommt ein wirklich bildschönes Mädchengesicht! Einfach, weil die barockmäßigen Locken verschwunden sind und sich die Haare aus dem Band am Nacken gelöst haben und nun ein Stück weit über die Schultern fallen...
In diesem Moment dachte ich nur: Wow, sie gibt einen hübschen Jungen ab, ist aber ein noch viel hübscheres Mädchen...
Er/ sie reißt sich dann später zornig die Haube vom Kopf, während er mit der Gräfin redet, und das ist wie eine Rückverwandlung! Und ich dachte spontan: Schade, du hättest sie auf dem Kopf lassen sollen!

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Sonntag, 8. Oktober 2017, 19:56

so beispielsweise, wenn er während des "Huldigungschores" im ersten Akt nicht etwa verschüchtert in der Ecke stehen bleibt- wie Cherubino das j

Ich habe mir das in der Partitur mal angesehen, leider gibt es da keinerlei Regieanweisung Cherubino betreffend. Die letzte Anweisung erfolgt, dass er timidamente, also "schüchtern" sagt, dass er sich hinter dem Sessel versteckt hat. Danach steht über ihn nichts mehr.


Übrigens hatte ich beim ersten Ansehen dieser Inszenierung bei der Verkleidungsszene ein Erlebnis, dass exakt zum Thema dieser Gratwanderung Cherubinos zwischen männlich und weiblich passt: Erinnerst du dich an die Szene ganz zu Beginn von Susannas Arie? Sie ist genervt, weil Cherubino nicht auf sie hört und immer wieder nach der Gräfin schielt. Schließlich nimmt sie die Haube und zieht sie ihm vehement über den Kopf und bedeckt dabei sein Gesicht. Cherubino schiebt die Haube nach oben und zum Vorschein kommt ein wirklich bildschönes Mädchengesicht! Einfach, weil die barockmäßigen Locken verschwunden sind und sich die Haare aus dem Band am Nacken gelöst haben und nun ein Stück weit über die Schultern fallen...

Sagt mir jetzt leider nichts :(
Entweder ich hab es mal gesehen und kann mich nicht mehr erinnern, oder ich hab es noch nicht gesehen. Ich finde die Arie leider auch nicht auf YouTube in dieser Version. Aber was du erzählst klingt schon gut, finde ich! (Ob das mit den Haaren Absicht war von der Regie, oder nur Zufall?)


In diesem Moment dachte ich nur: Wow, sie gibt einen hübschen Jungen ab, ist aber ein noch viel hübscheres Mädchen...

Darüber staunt auch Susanna, wenn sie meint, dass sie selbst eifersüchtig auf ihn ist, nur dass SIE nicht weiß, warum der Junge so realistisch als Mädchen aussieht :D
Da muss ich auch grade an die Stelle aus "Hänsel und Gretel" denken, wo Gretel ihrem Bruder einen Blumenkraz aufsetzen möchte, und er antwortet "Buben tragen doch sowas nicht, passt nur für ein Mädchengesicht".



LG,
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Sonntag, 8. Oktober 2017, 20:03

Was zu beweisen war! Das transgendermäßige "Verwirrspiel" funktioniert also und fasziniert das Publikum auch heute noch... ;)

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130

Sonntag, 8. Oktober 2017, 20:11

Stimmt, ich erinnere mich an diese Szene aus "Hänsel und Gretel"... Fällt mir inzwischen schwer, da an einen Zufall zu glauben...
Wobei es bei Hänsel ja keinen Zweifel gibt, warum er eine Mädchenstimme besitzt. Der ist ja von Pubertät und Stimmbruch noch meilenweit entfernt.
Außerdem muss er ein Mezzosopran sein, um den Gänsehautfaktor beim Abendsegen zu garantieren :angel:

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Sonntag, 8. Oktober 2017, 20:18

Ach ja, bei der genannten Inszenierung mit Marina Comperato war ich beider berüchtigten Gartenszene am Schluss auf das Schlimmste gefasst! Wenn Cherubino schon vor Publikum Susanna einen beherzten Klaps auf den Hintern versetzt, was mag er dann nur anstellen, wenn er mit ihr im Dunkeln alleine ist...?Die blieb dann aber wirklich sehr zahm und beschränkte sich auf das übliche "Hasch mich"-Spielchen, was Cherubino ja in dieser Szene standardmäßig abspielt...

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132

Sonntag, 8. Oktober 2017, 20:22

Mir kam da übrigens gestern noch eine neue Idee was Cherubinos Verhalten im Garten angeht: Ob es ihn vielleicht schlicht und ergreifend anstachelt, dass "Susanna" sich so wenig wehrt? Die "echte" Susanna hätte ihm vermutlich irgendwann eine gescheppert, ungeachtet des Standesunterschiedes...

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Sonntag, 8. Oktober 2017, 20:38

Außerdem muss er ein Mezzosopran sein, um den Gänsehautfaktor beim Abendsegen zu garantieren :angel:

Jetzt weiß ich natürlich nicht, welche Klangvorstellung du an einen Hänsel-Mezzo hast, aber lies bitte mal meine Rezension (inkl. Videobeispiel) zu dieser Hänsel und Gretel-Aufführung (HIER)
Natürlich nicht jetzt sofort, sondern bei Gelegenheit, wenn du mal Zeit und Lust hast, und hör dir im Video v.a. den Abendsegen an! Ich glaube, das ist kein wirklicher Mezzo, oder?

Interessanterweise steht in meinen beiden HUG-Partituren (DOVER und EULENBURG) für Hänsel tatsächlich "Mezzo-Sopran", bei Wiki steht zusätzlich auch noch "Alt", bei der Hexe auch "Tenor", obwohl davon keine Rede ist. Es wäre seltsam, dass Mozart einem Pubertierenden einen Sopran gibt, Humperdinck einem jüngeren Buben einen Mezzo.


Ach ja, bei der genannten Inszenierung mit Marina Comperato war ich beider berüchtigten Gartenszene am Schluss auf das Schlimmste gefasst! Wenn Cherubino schon vor Publikum Susanna einen beherzten Klaps auf den Hintern versetzt, was mag er dann nur anstellen, wenn er mit ihr im Dunkeln alleine ist...?Die blieb dann aber wirklich sehr zahm und beschränkte sich auf das übliche "Hasch mich"-Spielchen, was Cherubino ja in dieser Szene standardmäßig abspielt...

http://dme.mozarteum.at/DME/objs/ed/ucb07_305_4.jpg

Hier ist ein Inhaltsverzeichnis. Kannst du mir bitte sagen, welche Nummer das genau ist, ich möchte mir gerne die Regieanweisungen dazu ansehen.

In dem Buch "Mozarts Musiksprache" wird ein Motiv besprochen, das in der Gartenszene vorkommt, nämlich dass Cherubino die Gräfin (als Susanna verkleidet) an sich zieht, sie ihn wiederum von sich drückt. Aber wie gesagt, was die Musik betrifft kann ich leider nicht viel dazu sagen.



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134

Sonntag, 8. Oktober 2017, 20:43

Und Situationen dieser Art hat Mozart eventuell aus eigener Erfahrung gekannt...Er soll ja, was Frauen angeht, kein Kind von Traurigkeit gewesen sein. Ich erinnere mich, einmal folgendes Zitat von ihm gelesen zu haben:" Wenn ich jede Frau, mit der ich einmal gescherzet habe, hätte heiraten müssen, so hätte ich bestimmt an die zweihundert Ehefrauen."
Wer so tickt, kann sicherlich nicht nachvollziehen, was eine Frau empfinden muss, wenn sie von jemandem, den sie eigentlich zu kennen glaubt, auf einmal solcherart bedrängt wird. Was erklären würde, warum die Musik durchgängig harmlos verspielt bleibt...
Denn es gibt ja- die "Sprache der Musik, die du gestern erwähnt hast außen vor gelassen- durchaus Musik, die in den Grundzügen von jedem ähnlich empfunden wird. Wenn beispielsweise Wagners Siegfried im Wald sein Horn spielt und der Lindwurm sich im Orchester zu regen beginnt. Siegfried hat ihn noch nicht bemerkt und er fürchtet sich ja auch nicht. Aber die Musik sagt ganz deutlich: Gefahr!!! Da nähert sich etwas!

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135

Sonntag, 8. Oktober 2017, 20:48

Ich stehe jetzt gerade ein wenig auf der Leitung...Was soll ich mit dem Inhaltsverzeichnis machen? Wenn es dir jetzt um Regieanweisungen geht, die meinte ich nicht. Ich habe mich lediglich darauf bezogen, was in der Regel auf der Bühne passiert!

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136

Sonntag, 8. Oktober 2017, 20:50

Aber ich führe einfach mal den Auftrag aus.... Es wäre Nummer 515!

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137

Sonntag, 8. Oktober 2017, 21:04

Und Hänsel ist kein Mezzo?!?Ich habe mehrere Aufnahmen und bin der Meinung, Hänsel wird immer von einem Mezzo gesungen...Ich schaue gleich mal nach, kann mich ja auch irren.

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Sonntag, 8. Oktober 2017, 21:11

Mir kam da übrigens gestern noch eine neue Idee was Cherubinos Verhalten im Garten angeht: Ob es ihn vielleicht schlicht und ergreifend anstachelt, dass "Susanna" sich so wenig wehrt? Die "echte" Susanna hätte ihm vermutlich irgendwann eine gescheppert, ungeachtet des Standesunterschiedes...

Du meinst, dass er aus ihrer Reaktion schlussfolgert, dass sie nicht abgeneigt ist?


Und Situationen dieser Art hat Mozart eventuell aus eigener Erfahrung gekannt...Er soll ja, was Frauen angeht, kein Kind von Traurigkeit gewesen sein. Ich erinnere mich, einmal folgendes Zitat von ihm gelesen zu haben:" Wenn ich jede Frau, mit der ich einmal gescherzet habe, hätte heiraten müssen, so hätte ich bestimmt an die zweihundert Ehefrauen."

Es gibt da von Mozart ein Gedicht, das "Vom kunstreichen Hund" heißt - besonders aus heutiger Sicht absolut frauenverachtend und teilweise widerlich.
http://dme.mozarteum.at/DME/objs/raradoc…pdf/BD_1200.pdf


Denn es gibt ja- die "Sprache der Musik, die du gestern erwähnt hast außen vor gelassen- durchaus Musik, die in den Grundzügen von jedem ähnlich empfunden wird. Wenn beispielsweise Wagners Siegfried im Wald sein Horn spielt und der Lindwurm sich im Orchester zu regen beginnt. Siegfried hat ihn noch nicht bemerkt und er fürchtet sich ja auch nicht. Aber die Musik sagt ganz deutlich: Gefahr!!! Da nähert sich etwas!

Naja, das ist jetzt was anderes. Ungefähr um 1800 wurde nach und nach die "sprechende" Musik durch eine "malende" ersetzt, denn man wollte auch, dass sie für alle zugänglich ist, nicht nur für Kenner, die diese Sprache gelernt haben und mit ihr vertraut sind. Wagners Musik ist hier ganz anders als die von Mozart.

Bei Mozart gibt es eben diese Irrtümer, die dadurch entstehen, dass man nur gefühlsmäßig hört - man hört eine fremde Sprache, findet sie total schön, lustig und romantisch, und versteht nicht, dass gerade ziemlich heftig geflucht wird.



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139

Sonntag, 8. Oktober 2017, 21:13

Und Hänsel ist kein Mezzo?!?Ich habe mehrere Aufnahmen und bin der Meinung, Hänsel wird immer von einem Mezzo gesungen...Ich schaue gleich mal nach, kann mich ja auch irren.

Nein nein, ich meinte, dass ich nicht weiß, welche Klangvorstellung du von einem Hänsel-Mezzo hast. Ob du ihn dunkel und tief timbriert haben möchtest, oder anders.

Meine eigenen Klangvorstellungen inkl. Hörbeispiel habe ich in dem verlinkten Beitrag etwas genauer geschildert.



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Sonntag, 8. Oktober 2017, 21:17

Voilà, ich hätte hier gleich drei Hänsel im Sortiment: Brigitte Fassbänder (Mezzo), Je nifer Larmore (Mezzo) und Liliana Nikiteanu ((Mezzo)...

Stimmenliebhaber

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141

Sonntag, 8. Oktober 2017, 21:32

Das geht mir beispielsweise bei einer Inszenierung der Komischen Oper Berlin so, mit Patricia Risley als Cherubino.

Ich habe Frau Risley als Cherubino an der Staatsoper Berlin erlebt (Inszenierung: Thomas Langhoff), nicht jedoch an der Komischen Oper Berlin (welche Inszenierung soll das gewesen sein, noch die von Kupfer oder die von Kosky?) - liegt hier vielleicht ein Irrtum vor.

Und Hänsel ist kein Mezzo?!?Ich habe mehrere Aufnahmen und bin der Meinung, Hänsel wird immer von einem Mezzo gesungen...Ich schaue gleich mal nach, kann mich ja auch irren.
Es gibt gleich zwei Studio-Einspielungen mit Elisabeth Grümmer als Hänsel, und die war definitiv kein Mezzosopran!


(Frau Fassbaender hat übrigens zu ihrer Zeit Briefe an Sie, bei denen ihr Name falsch geschrieben wurde, also zum Beispiel mit "ä" statt "ae" zurückgehen lassen mit dem Vermerk "ist nicht bekannt"!)
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

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Sonntag, 8. Oktober 2017, 21:53

Ich habe mir die ganze Szene jetzt angesehen, es finden sich diese vier Regieanweisungen:

Zitat

Er nimmt ihre Hand und streichelt sie.

Hält immer noch ihre Hand

Die Gräfin versucht ihre Stimme zu verstellen

Der Page will die Gräfin küssen, der Graf kommt dazwischen und bekommt den Kuss.


Also in diesen Anweisungen ist er nicht besonders zudringlich, nur am Schluss, wenn er sie küssen möchte. (Da noch genug Zeit bleiben muss, damit der Graf dazwischen gehen kann, vermute ich, dass Cherubino sich langsam mit seinem Kopf nähert, und nicht etwa halb über sie herfällt. Die Frage ist allerdings, was die Musik sagt, denn die gibt ebenfalls sehr häufig Regieanweisungen, die nicht in Worten notiert sind.


Über diese problematische Stelle habe ich eine Passage in dem Buch "Von Kraftmenschen und Schwächlingen: Literarische Männlichkeitsentwürfe bei Lessing, Goethe, Schiller und Mozart" von Martin Blawid gefunden. Ich finde das ganz interessant, was hältst du davon?




Zitat

Cherubino: Und warum darf ich nicht tun was der Graf jederzeit tut?


Die Äußerung reflektiert die patriachale Dividende - oder, anders formuliert, die Partizipation an dem aus Cherubinos Sicht hegemonialen Männlichkeitsentwurf des Grafen trotz des Fehlens der dafür erforderlichen Voraussetzungen (soziale Reputation, körperliche Stärke, Entschlossenheit, Dynamik). Dies wird nur dadurch möglich, dass Cherubino unter Berufung auf das gleiche Geschlecht eine Parallele zum Grafen herzustellen bemüht ist und aus dieser Erkenntnis heraus einen entsprechenden Anspruch Recht ableiten will. Die Berufung auf das (männliche) Geschlecht zur Herleitung sexueller Desiderate gegenüber einer Frau - Cherubino verlangt von der als Susanna verkleideten Gräfin einen Kuss - weist in einzelnen Bereichen eine Nähe zu dem von Holter beschriebenen Theorieansatz der "direkten Geschlechtshierarchie" auf.
Allerdings ist der bei Holter beschriebene Zusammenhang von Machtausübung und männlichem Dominanzverhalten im Beispiel Cherubinos allenfalls zart angedeutet und zeigt die Grenzen der Anwendbarkeit dieses Theorieansatzes auf eine Figur wie Cherubino auf. Die Tatsache der Artikulation sozialer (und amouröser) Ambitionen lässt einen Vergleich zu Leporellos Forderung: "Voglio far il gentiluomo, e non voglio piú servir" zu, wobei der wesentliche Unterschied zwischen beiden Dienerfiguren darin besteht, dass Cherubino eine Frage - und keine Forderung - formuliert. Seine Äußerung ist daher eher als Ausdruck seiner Verständnislosigkeit denn als Berufung auf Mechanismen männlichkeitsinhärenter Dominanzansprüche zu verstehen, worin sich erneut der effeminierte, konfliktablehnende Habitus des Pagen niederschlägt. (...)
Der Versuch des Pagen, die verkleidete Gräfin tatsächlich zu küssen, stellt innerhalb des Textes die einzige Passage dar, in der sich Cherubino aus seinen amourös-melancholischen Zweifeln löst und im Begriff ist, wirklich zu handeln:

Through his unappeasable appetite the page confuses the Count as well as the Countess and Susanna. In this way he imitates his master´s game; and because Almaviva recognizes himself in the youn man´s behaviour, he is almost powerless to punish him efficiently.

Zusammenfassend weist Mozart/Da Pontes Text Le Nozze di Figaro verschiedene Männlichkeitsentwürfe auf, die skalenhaft die Positionen von dominant-maskulin bis hin zu effeminiert-maskulin besetzen. Während die Männlichkeitsentwürfe des Grafen und Figaros - der männlichen Figuren der mittleren Generation - vor allem die Überblendung amouröser, sozialer und machtpolitischer Gesichtspunkte offenlegen, lässt sich Cherubino nicht ohne Weiteres einer dieser Kategorien zuordnen. Der durch zahlreiche Attribute der Androgynität gekennzeichnete Cherubino steht ganz im Zeichen des ungebändigten Eros; seine physische Interimsstellung zwischen Jugend und Erwachsenheit korrespondiert mit seiner psychischen Verwirrung, die aus der Unbeherrschbarkeit der amourösen Triebe resultiert.




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143

Sonntag, 8. Oktober 2017, 22:00

Voilà, ich hätte hier gleich drei Hänsel im Sortiment: Brigitte Fassbänder (Mezzo), Je nifer Larmore (Mezzo) und Liliana Nikiteanu ((Mezzo)...

Ah ok, also doch das deutlich tiefer timbrierte. Ich muss gestehen, dass ich alle drei dieser Sängerinnen ungeeignet in dieser Rolle fand (obwohl Larmore diese eine Stelle im Abendsegen sehr schön gesungen hat!). Bevor ich meinen neuen Lieblings-Hänsel entdeckt habe, habe ich alle Sängerinnen an Elisabeth Grümmer gemessen, die eine helle Stimme hatte, jedoch mit einer ganz leichten dunkleren Färbung. Nun habe ich einen neuen Lieblings-Hänsel (den ich auch verlinkt habe), und seitdem vergleiche ich alle mit ihm - so wie dieser Hänsel singt, das ist mein klangliches Ideal für diese Rolle.
Larmore hat die Rolle übrigens auch auf Englisch gesungen, unter Mackerras, falls du sie ein zweites Mal in der Rolle hören möchtest :)

Wie gesagt, ich wäre sehr gespannt auf deine Meinung zu dem verlinkten Hänsel von mir!


ch habe mehrere Aufnahmen

Sammelst du auch Aufnahmen? Ich habe von 1914 bis 2015 ziemlich viel, allerdings bin ich in den meisten Fällen unzufrieden mit den dortigen Hänsel-Interpreten.



LG,
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144

Sonntag, 8. Oktober 2017, 22:29

@Stimmenliebhaber: Korrektur! Es handelt sich tatsächlich um die Aufzeichnung der Aufführung an der Staatsoper Unter den Linden Berlin unter der Regie von Thomas Langhoff, 1999.
Und da habe ich ja Glück gehabt, dass ich nie versucht habe, Frau Fassbaender einen Brief zu schreiben...Danke für den Hinweis!

Gruß von der Dritten Dame

  • »Dritte Dame« ist weiblich

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145

Sonntag, 8. Oktober 2017, 22:50

Zu dem zitierten Artikel aus dem Buch: Ich finde den Gedanken interessant, dass der Graf nicht fähig ist, Cherubino adäquat zu bestrafen, da er sich praktisch selber in seinem Verhalten wiederfindet...
Aber dass Cherubino einen Anspruch auf erotische "Dienstleistungen" aus dem Umstand herleitet, ebenfalls männlichen Geschlechts zu sein finde ich nicht wirklich schlüssig.
Denn wie der Autor ja selber sagt, fehlen Cherubino ja eindeutig entsprechende Charakteristika aggressiver , besitzergreifender Männlichkeit wie der Graf sie vorzuweisen hat!
Dann wäre Cherubinos unbewusster Gedankengang laut Autoren praktisch vereinfacht gesagt: Wenn ein anderer Mann darf, darf ich auch? Ungeachtet dessen, dass mir die Eigenschaften des "Alphamännchens" fehlen?

  • »Dritte Dame« ist weiblich

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146

Sonntag, 8. Oktober 2017, 23:06

Und zum Hänsel-Mezzo: Wenn eine Sängerin einen Jungen darstdarstellt, finde ich es generell vom Klang her ansprechend, wenn die Stimme etwas dunkler, rauer,eben "männlicher" klingt als der "weibliche" Gegenpart. Wenn also beim gemeinsamen Singen (beispielsweis von Hänsel und Gretel beim Abendsegen oder auch Susanna und Cherubino bei ihrem Mini-Duett vor Cherubinos Sprung aus dem Fenster) irgendwie zu erkennen ist "Das ist der Junge!"
Ist natürlich sehr laienhaft ausgedrückt, aber verstehst du, was ich meine?

  • »Dritte Dame« ist weiblich

Beiträge: 331

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147

Sonntag, 8. Oktober 2017, 23:14

Ich sammle zugegebenermaßen äußerst planlos... Ich bin oft bei Amazon unterwegs und wenn ich etwas finde, wovon ich denke "Hört sich interessant an!", bestelle ich es. Ist meistens so, dass mich phasenweise eine bestimmte Oper besonders interessiert und ich dann da entsprechend "aufrüste." In der Regel DVDs, weil ich gerne die Inszenierungen vergleiche...

  • »Dritte Dame« ist weiblich

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148

Sonntag, 8. Oktober 2017, 23:16

Und von 1914 an... Da kann ich beileibe nicht mithalten!!

  • »Dritte Dame« ist weiblich

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149

Sonntag, 8. Oktober 2017, 23:18

Sag mal, hat denn Jennifer Larmore je Cherubino gespielt? Ich fände sie nämlich nicht nur von der Stimme, sondern auch vom Aussehen her äußerst passend...

Hosenrolle1

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150

Sonntag, 8. Oktober 2017, 23:20

Was mir besonders auffiel war diese Passage:

Zitat

Die Tatsache der Artikulation sozialer (und amouröser) Ambitionen lässt einen Vergleich zu Leporellos Forderung: "Voglio far il gentiluomo, e non voglio piú servir" zu, wobei der wesentliche Unterschied zwischen beiden Dienerfiguren darin besteht, dass Cherubino eine Frage - und keine Forderung - formuliert. Seine Äußerung ist daher eher als Ausdruck seiner Verständnislosigkeit denn als Berufung auf Mechanismen männlichkeitsinhärenter Dominanzansprüche zu verstehen, worin sich erneut der effeminierte, konfliktablehnende Habitus des Pagen niederschlägt.

Ich verstehe das so, dass der Autor hier den Pagen nicht verteidigt oder verniedlicht, sondern versucht sachlich zu interpretieren, was Cherubino hier tut, und wie er es tut.

Was ich mich frage: wieso kann Cherubino die Hand der Gräfin so lange halten? Da steht, dass er ihre Hand nimmt und streichelt, aber nirgendwo, dass sie die Hand wieder wegzieht. Ich habe jetzt mal gezählt: von da an, wo er ihre Hand nimmt, bis zu dem Zeitpunkt, wo Cherubino sie küssen möchte, vergehen 26 Takte. Man könnte einwenden, dass er die Hand sicher nicht so lange hält, aber da ist eben diese zweite Anweisung, die explizit sagt, dass er ihre Hand immer noch hält. Wieso zieht die Gräfin die Hand nicht zurück, sondern lässt das zu und redet mit ihm währendessen weiter? Vielleicht gibt diese Reaktion Cherubino Hoffnung. Immerhin, trotz seiner Frechheit hier, grapscht er nicht einfach drauflos, wie der Graf das wohl machen würde, sondern nimmt die Hand und versucht erst später, einen Kuss zu bekommen, und das offenbar auch langsam, und nicht stürmisch.




LG,
Hosenrolle1
„Begreifen wir endlich, dass der emotionale Kult der Tradition nur eine Form unserer geistigen Faulheit ist.“ (Stanislaw Brzozowski)