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La Roche

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61

Montag, 4. September 2017, 14:19

Volkslieder sind in der Regel Volksgut und vermitteln in besonderem Maße Romantik, Sentimentalität, Herzenswärme, Emotion, Erfahrungen, Erinnerungen, ja selbst Sehnsüchte, Träume, Märchen und Mythen. Diese Werte sind aus meiner Sicht zeitlos
Lieber Hans,

auch mich hat diese Aussage verärgert. Ich glaube aber nicht, daß Rheingold damit eine abwertende oder gar diskriminierende Aussage getroffen hat.
Ich glaube an die Kraft der Volkslieder, die diesen Namen verdienen und die das glatte Gegenteil dessen sind, was uns gewisse Fernsehsendungen und Schlagersänger weismachen wollen.
Denn auch das hat Rheingold geschrieben. Er meint die Verballhornung vieler Überlieferungen durch den Kommerz, die erst dazu geführt haben, daß "Oma und Opa" diese Musik wahrgenommen haben. Die Äußerung von Bertarido will ich nicht bewerten, er wird es so gemeint haben, wie er es geschrieben hat. Jedem seine Meinung!

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer

Rheingold1876

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62

Montag, 4. September 2017, 17:40

Deshalb macht mich die zitierte Aussage von Rheingold und die dezidierte Bestätigung von Dir schon betroffen.


Lieber operus,

Bertarido war bei der Auswahl des Zitates eines meiner Texte in diesem schönen und spannenden Thread etwas knauserig. Deshalb musstes Du einen ganz falschen Eindruck bekommen. Du hast in mir einen glühenden Streiter für das Volkslied vor Dir. Mir liegt aber daran, dass es in seiner Struktur und individuelle Anlage hervortritt und nicht verballhornt, verharmlost und verschlagert wird. Mit meiner Liebe zu Volksliedern befinde ich mich übrigens in der allerbesten Gesellschaft. Viele Werke von Mahler - um nur ein Beispiel zu nennen - wären ohne den Rückgriff auf Volkslieder und deren Einfluss überhaupt nicht denkbar. Das wäre ein großes Thema für sich. Und es ist nicht nur ein typisch deutsches Thema.

Und Dir, lieber La Roche, danke ich sehr, dass Du mich verteidigt hast.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Caruso41

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  • »Caruso41« ist männlich

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63

Montag, 4. September 2017, 18:01

Mein liebstes Volkslied ist Greensleeves .

Meine liebste Interpretation? Schwer zu sagen.
John McCormack hat leider wohl keine Aufnahme hinterlassen.
Das wäre vermutlich meine liebste Aufnahme.
Aber es gibt so viele, die auch schön sind.
Zum Beispiel diese:




Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

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64

Montag, 4. September 2017, 18:35

Deshalb macht mich die zitierte Aussage von Rheingold und die dezidierte Bestätigung von Dir schon betroffen.


Lieber operus,

Bertarido war bei der Auswahl des Zitates eines meiner Texte in diesem schönen und spannenden Thread etwas knauserig. Deshalb musstes Du einen ganz falschen Eindruck bekommen. Du hast in mir einen glühenden Streiter für das Volkslied vor Dir. Mir liegt aber daran, dass es in seiner Struktur und individuelle Anlage hervortritt und nicht verballhornt, verharmlost und verschlagert wird. Mit meiner Liebe zu Volksliedern befinde ich mich übrigens in der allerbesten Gesellschaft. Viele Werke von Mahler - um nur ein Beispiel zu nennen - wären ohne den Rückgriff auf Volkslieder und deren Einfluss überhaupt nicht denkbar. Das wäre ein großes Thema für sich. Und es ist nicht nur ein typisch deutsches Thema.

Und Dir, lieber La Roche, danke ich sehr, dass Du mich verteidigt hast.

Lieber Rüdiger,
danke für die Richtigstellung. Missverständnisse sind immer die Gefahr, wenn Texte nicht im Zusammenhang zitiert werden.
In Verbundenheit :hello:
Herzlichst Operus


Helmut Hofmann

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  • »Helmut Hofmann« ist männlich

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65

Montag, 4. September 2017, 18:51

Zit. Rheingold1876: "Viele Werke von Mahler - um nur ein Beispiel zu nennen - wären ohne den Rückgriff auf Volkslieder und deren Einfluss überhaupt nicht denkbar."
Brahms vor allem wäre da noch hinzuzufügen. Und was die Bemerkung betrifft "Das wäre ein großes Thema für sich", so gibt es dazu, eben was Mahler und Brahms betrifft, hier im Forum jede Menge an ausführlichen Beiträgen. Das konjunktivische "wäre" ist also unangebracht.

Genauso ist das übrigens, was das Thema "Volkslied" anbelangt, sein spezifisches Wesen, seine Geschichte und vor allem die Frage betreffend, welche Rolle es heute, in unserer modernen Welt, noch spielt.
Hierzu kann man ebenfalls in diesem Forum "jede Menge" lesen: Volkslied

Zur Frage "Wiederbelebung des Volksliedes" findet sich dort - unter anderen - der Beitrag:

"Das Volkslied ist – und hierin besteht ein wesentlicher Unterschied zum Kunstlied – an eine historische Zeit gebunden. Darauf wurde schon hingewiesen, und es wurde gezeigt, dass sein Nieder- und Untergang eng mit dem Prozess der Entwicklung der europäischen Moderne verbunden ist.
In diesem Zusammenhang ist es nun interessant, sich einmal die Versuche anzuschauen, die Pflege des Volksliedes mittels gezielter kulturpolitischer Aktivitäten in der Zeit des frühen zwanzigsten Jahrhunderts zu fördern und zu unterstützen und es damit seinen Untergang aufzuhalten und es gleichsam wiederzubeleben.
Zu nennen wären hier zum Beispiel August Halm, R. Eitner, die Altwandervogelbewegung (1906) und Hans Breuers „Zupfgeigenhansel“, die „Musikantengilde Fritz Jödes und den Kreis um Walter Hensel, der sich seit 1923 „Finkensteiner Bund“ nannte.
All diese Aktionen standen im engen Zusammenhang mit der Jugendbewegung. Und welche ideologischen Implikationen damit verbunden sind, das zeigt dieser im Ersten Weltkrieg verfasste Text von H. Breuer:
„Wer weiß, woher der Wandervogel kam? Niemand weiß es! Ein großer Trieb ging durch das ganze Volk, der einzelne fühlte sich ergriffen und hingezogen und wußte doch nicht, woher. So fühlen wir über und unter uns Kräfte, in deren Willen wir streben, welche die Völker durcheinanderwirbeln. Sie aufblühen und versinken lassen (…).
Eine neue Morgenröte wird glühen. (…) Gereinigt und wiedergeboren im Bade des Volkstums wird die Nation aufwärts steigen und als eine Überwinderin ihrer Zeit und mit ihr das neue Weltbürgertum kommen, das des Miteinander und nicht des Gegen- und Durcheinander.“
Mit Hans Breuers „Zupfgeigenhansel“ setzte im „Altwandervogel“ die bewusste Volksliedpflege ein. In der sog. „Musikantengilde“ Fritz Jödes wurden seit 1919 offene Singabende veranstaltet und der Versuch gemacht, das Volkslied in die breite Bevölkerung zu tragen. Der Text von Breuer zeigt, welche Motivation dahinterstand. Und er bietet auch wieder einmal einen schönen Beleg für die Mythifizierung des Volksliedes als eine aus dem Volkskörper hervorgehende und somit urtümlich wahre und echte Musik.
Alle diese Versuche konnten den Prozess des Untergangs des Volksliedes nicht aufhalten."

(Aber einen solchen Beitrag wie diesen verfasse ich mit einer gewissen Bitterkeit. Es scheint geradezu "für die Katz" zu sein, was zu musikalischen Themen, Fragen und Problemen hier im Tamino-Forum in zum Teil aufwendiger Form verfasst und eingebracht wird. Hat gerade mal für einen Tag Bestand, wenn´s hoch kommt für eine Woche, und versinkt danach im Schlund der Vergessenheit. Na ja, - halt eben Forenschicksal.)

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

  • »operus« ist männlich

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66

Montag, 4. September 2017, 20:20

Lieber Helmut,

das Volkslied ist nicht tot - zumindest noch nicht ganz. Ich selbst gehöre einem Herrenkreis an, der Kultur in verschiedene Richtungen pflegt und wir sind nicht nur alte Knacker. Bei uns wird neben Vorträgen, Diskussionen und Literaturanalysen usw. häufig gesungen, regelmäßig auch aus einem Volksliederbuch. Während des offiziellen Teils wird von den Musikern, die unter uns sind, darauf geachtet, dass mehrstimmig, sauber gesungen wird. Im inoffiziellen Treffen wird es dann freier. Da kommen dann neben den bekannten Silcherliedern und dem "Kleinen Rosengarten" auch Studentenlieder, weil fast alle Mitglieder Akademiker sind. Die meisten von uns haben Freude und Spaß am Singen und diesen Liedern. Veraltete Nostalgie oder doch ein Teil des Erhalts und der Pflege von Kulturgut?

Herzlichst
Operus

Rheingold1876

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67

Montag, 4. September 2017, 20:31

Es scheint geradezu "für die Katz" zu sein, was zu musikalischen Themen, Fragen und Problemen hier im Tamino-Forum in zum Teil aufwendiger Form verfasst und eingebracht wird.


Nichts ist für die Katz, lieber Helmut. Mir ist ein doppeltes Thema lieber als gar keines. Erst dieser Tage hat eines unserer neuen Mitglieder einen Thread erölffnet, den es auch von mir gibt. Na und? So ist das in Foren. Jeder kann da sein eigenes Lied singen. Wer hat schon alles im Blick und kann sich erinnern, was bereits geschrieben wurde und in den tiefen des Forum versunken ist. Zumindest ich besitze diese Fährighkeit nicht. Oder aber, jeder holt seine ihm wichtigen Themen immer und immer wieder hervor. Dann verschindet auch nichts.

La Roche hatte seinen Thred "Meine liebsten Volkslieder und ihre Interpreten" benannt. Schon bald kam das Thema vom Wege ab. Daran habe ich auch Anteil. Wenn sich also hier einer beklagen könnte, dann La Roche. Dafür hätte ich Verständnis.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Helmut Hofmann

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68

Montag, 4. September 2017, 22:27

Zit. Rheingold: "Schon bald kam das Thema vom Wege ab. Daran habe ich auch Anteil"

Das gilt auch für mich. Und das in ganz besonderer Weise, wie gerade mein letzter Beitrag erkennen lässt (den ich gar gerne löschen würde, wenn ich könnte).
Ich bedauere das sehr, bitte La Roche um Entschuldigung und werde mich fortan darauf beschränken, das Geschehen in diesem Thread als interessierter Leser zu verfolgen.

orsini

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69

Montag, 4. September 2017, 22:27

Eine meiner Lieblingssängerinnen bei Volksliedern ist die Sopranistin Renate Holm, hier mit dem Lieder "Es waren zwei Königskinder"

Ich habe eine schon etwas ältere 5 CD Box "Schatzkästlein der Volksmusik", auf der Renate Holm u.a. noch "Im schönsten Wiesengrunde", "Da unten im Tale" oder "Ich gehe durch einen grasgrünen Wald" mit großer Innigkeit und glockenklarer Stimme singt. Einfach wunderbar.

Eine für meine Ohren als großer Fan der Stimme von Anneliese Rothenberger sehr hörenswerte CD ist vor kurzen wiederaufgelegt worden:
Man soll nicht lügen. Es sei denn, daß man mit der Wahrheit noch schlechter führe.
Curt Goetz

La Roche

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70

Dienstag, 5. September 2017, 14:14

Mein liebstes Volkslied ist Greensleeves .
Lieber Caruso,

ein wunderschönes Lied, von dem es Dutzende Variationen gibt, bis hin zu der leider üblichen Verschlagerung. Ich muß gestehen, daß unsere Studentenkapelle dieses Lied auch gespielt hat, als Sologitarrenummer, begleitet natürlich von Melodie- und Rhythmusgitarre, Schlagzeug und einem Saxophonsolo in der Mitte. Eigentlich ist´s ne Schande, aber in den 60-ern haben wir uns darum keine Gedanken gemacht. Es gab eine deutsche Schlagerversion "Es kling wie Musik aus dem Himmel."

Da gefällt mir diese Version jetzt schon besser:



Herzlichst La Roche
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La Roche

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71

Mittwoch, 6. September 2017, 09:51

auf der Renate Holm u.a. noch "Im schönsten Wiesengrunde", "Da unten im Tale" oder "Ich gehe durch einen grasgrünen Wald" mit großer Innigkeit und glockenklarer Stimme singt. Einfach wunderbar.
Lieber orsini,

ein wunderschönes Lied. Und die glockenklare Stimme, die hatte Renate Holm auf jeden Fall. Die Köniskinder wurden ja auch mehrfach vertont, die von Dir eingestellte Variante wurde erstmals 1807 notenmäßig gedruckt, das Lied als Ballade ist schon seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Ovid hat in uralten Zeiten diese unglückliche Geschichte zu Papier gebracht. Auch Franz Lehar brachte eine neue musikalische Version in der Lustigen Witwe zu Papier.

Herzlichst La Roche
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La Roche

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72

Mittwoch, 6. September 2017, 09:58

Da nun auch außerdeutsche Volkslieder eingeflossen sind, komme ich nicht umhin, meine Affinität zu Rußland (durch 3 Jahre Aufenthalt im Ural) zu bekunden. Die russische Volksmusik ist extrem vielfältig, aber fast immer sowohl von Schwärmerei als auch von Schwermut durchsetzt. Wer die Größe des Landes, seine Weite und seine durch Unterdrückungen gekennzeichnezte Geschichte kennt, versteht die Schwermut (wie sie auch Rachmaninow z.B. im 2. Satz des 2. Klavierkonzertes zeigt). Und wer jemals die Wolga gesehen hat, versteht, warum die Russen diesen Fluß so lieben.

Eines meiner liebsten russischen Lieder ist die Geschichte von Stenka Rasin, hier mit typisch slawischem Gesang dargeboten von Nikolai Ghiaurow:



Was für eine Stimme!!


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9079wolfgang

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73

Mittwoch, 6. September 2017, 14:59

Lieber La Roche!

Russische Volkslieder liebe ich auch über alles. Ich habe sie von verschiedenen russischen und bulgarischen Interpreten, sogar von Fjodor Schaljapin.

Gruß Wolfgang
W.S.

La Roche

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74

Mittwoch, 6. September 2017, 15:11

Lieber Wolfgang,

es gibt einfach herrliche Lieder darunter, über den Baikal, die Wolga, über Moskau, über die Steppe, über die Liebe. Und alle mit Melancholie. Man muß das Land kennen, um die Menschen und die Musik zu verstehen. Und die Stimmen. Die mächtigen slawischen Bässe sind fürs deutsche Volkslied nur bedingt geeignet. Wahrscheinlich ist "Wässerchen" Öl für Stimmbänder.

Im www findet man auch vieles von Schaljapin, ich habe auch ne Biographie über ihn. Leider finde ich sie im Moment nicht. Was manchmal stört bei den Volksliedern, das sind die grellen Stimmen der Frauenchöre. Aber das ist in Rußland so, man ist dort diese Stimmen gewöhnt.

Manchmal habe auch ich Sehnsucht nach der Weite Rußlands. Wenn wir bei der Arbeit im Ural nach 3-4 Monaten Urlaub hatten und 4 Wochen zu Hause waren, kam nach 3 Wochen die Sehnsucht nach Rußland. War man 3 Monate dort, kam die Sehnsucht nach zu Hause. Irre Welt! Aber ein tolles Erlebnis, zumal meine Frau auch mit war, im Oblast Perm.

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9079wolfgang

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75

Mittwoch, 6. September 2017, 20:34

Hallo, La Roche!

Nun bin ich auf den Geschmack gekommen und höre folgende LP mit Günter Wewel. Hier gibt es richtig gute Heimatlieder von einem Baß zu hören. Es folgt die CD-Ausgabe:

Bitte auf den Punkt gehen, dann erscheint das Cuver
W.S.

La Roche

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76

Donnerstag, 7. September 2017, 11:03

Hallo, La Roche!

Nun bin ich auf den Geschmack gekommen und höre folgende LP mit Günter Wewel. Hier gibt es richtig gute Heimatlieder von einem Baß zu hören. Es folgt die CD-Ausgabe:

Bitte auf den Punkt gehen, dann erscheint das Cuver
He, was ist passiert? Bei mir ist gar nichts gekommen, nicht mal ein Punkt!! Aber jetzt, wo ich antworte. erscheint die amazon-Nummer. Im Text ist sie nicht aufgetaucht!

Herzlichst La Roche
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dr.pingel

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77

Donnerstag, 7. September 2017, 21:05


(Aber einen solchen Beitrag wie diesen verfasse ich mit einer gewissen Bitterkeit. Es scheint geradezu "für die Katz" zu sein, was zu musikalischen Themen, Fragen und Problemen hier im Tamino-Forum in zum Teil aufwendiger Form verfasst und eingebracht wird. Hat gerade mal für einen Tag Bestand, wenn´s hoch kommt für eine Woche, und versinkt danach im Schlund der Vergessenheit. Na ja, - halt eben Forenschicksal.)


Lieber Helmut, was du schreibst, muss ich vehement verneinen. Deine ausführlichen und gründlichen Analysen verfolge ich nur nicht, wenn mich der Komponist nicht interessiert oder ich keine Ahnung habe und daher nur lesen kann.
Diese Bitterkeit, die du beschreibst, kann ich nicht verstehen. Du bist in diesem Forum hoch angesehen wegen deiner Beiträge. Allerdings können die meisten, ich z.B., deine Sachkenntnis nicht selber erbringen. Du musst endlich einmal (nun muss ich etwas streng sein, da du diese Klage immer mal wieder vorbringst) einsehen, dass man einen Beitrag schreibt, damit es ihn gibt. Marie Ebner-Eschenbach hat das so ausgedrückt: "Man muss das Gute tun, damit es in der Welt ist!"
Nachtrag: ein römischer Philosoph ( es könnte Seneca gewesen sein) drückte das so aus (in meiner Formulierung): "Die Akzeptanz eines Kunstwerk ist für den Wert des Kunstwerks irrelevant!"
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (M.Brzoska, dt. Aphoristiker)

dr.pingel

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78

Donnerstag, 7. September 2017, 21:37

Kurzer Nachtrag: Frage an dich, lieber Helmut. Ich habe hier eine Menge Themen zur Alten Musik erstellt. Ich nenne nur "Bellezza", "Musikalische Perlen vor Bach" und die "Vokalpolyphonie". Es gibt noch viel mehr Themen von mir.
Hast du die je gelesen? Hast du die je kommentiert? Mir scheint, dass du von uns Taminos etwas verlangst, was du selber zu leisten nicht willens bist!
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (M.Brzoska, dt. Aphoristiker)

Helmut Hofmann

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79

Donnerstag, 7. September 2017, 21:57

Lieber dr. pingel,

dieser Beitrag war ein Fehler, eine von den Dummheiten, die mir leider immer wieder mal unterlaufen. Ich habe mich dafür entschuldigt und den Wunsch geäußert, dass er gelöscht werden möge. Und deshalb möchte ich mich dazu auch nicht mehr äußern. Das wäre ohnehin völlig deplaziert an diesem Ort. Und aus diesem, gerade sich ergebenden Anlass möchte ich die Moderation dieses Forums bitten, alle(!) meine Beiträge zu diesem Thread zu löschen.

Nur so viel noch:
Wenn Du genau hinsiehst, wird Dir nicht entgehen, dass es dabei gar nicht um meine Person ging. Es ging um ein allgemeines Problem des diskursiven und beitragsmäßigen Geschehens in diesem Forum, das mir anhand einer Bemerkung eines anderen Tamino-Mitglieds zu einem zufällig mich selbst betreffenden Thema bewusst wurde und eben diese "Bitterkeit" in mir auslöste.
Schön aber, dass Du mir mit der von mir hoch geschätzten Marie von Ebner-Eschenbach gut zusprechen möchtest.
Mit den an mich gerichteten Fragen, Vorhaltungen und Vorwürfen Deines "Kurzen Nachtrags" hast Du, mal abgesehen davon, dass ich sehr wohl alle Beiträge in Deinen Threads gelesen habe, natürlich völlig recht!
Und ich werde daraus die für mich gebotenen Konsequenzen zu ziehen haben.

William B.A.

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80

Donnerstag, 7. September 2017, 22:14

Ich möchte noch ein in seiner Art schon fast wieder lapidares und doch so richtiges Wort von Erich Kästner hinzufügen, das den Wert deiner zahllosen fundierten Beträge in deinen Kunstliederthreads auch sehr schön beschreibt:

"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es".

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

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81

Donnerstag, 7. September 2017, 22:32

Einer meiner allerliebsten Interpreten von Volksliedern ist der Tenor Werner Hollweg. Er hat eine ganze Platte davon aufgenommen, die auch bei Youtube zu finden ist:



Wer Wert auf die CD legt, findet sie beispielsweise bei Amazon sehr preiswert auf dem Marktplatz, wo ich sie auch erwarb. Eine direkte Verlinkung ist nicht mehr möglich, deshalb stelle ich nur das Cover ein.



Hollweg singt die Lieder auch in einer Bearbeitung bzw. mit einem auf ihn zugeschnittenen Arrangement. Es ist aber diskret genug gehalten, so dass die Lieder nichts von ihrer Ursprünglichkeit und Schlichtheit einbüßen. Ich höre die Aufnahmen stets mit Ergriffenheit. Der vielseitige Hollweg bringt beste Voraussetzungen für das Genre mit. Er klingt jung, frisch, frei und klar - und ein bisschen traurig. Er singt die Volkslieder wie Kunstlieder, die er auch pflegte. Entstanden sind die Aufnahmen um 1970. Da war er anfang dreißig.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

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William B.A.

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82

Donnerstag, 7. September 2017, 23:52

Ich habe etwas Ähnliches im Sinn. Das folgende Lied ist ursprünglich aus Ostpreußen aus dem 17. Jahrhundert und besingt in 17 Strophen Anna Neander, die Tochter des Tharauer Pfarrers. In der heutigen Form kennen wir es mit der Überführung ins Hochdeutsche von Johann Gottfried Herder 1778 und einer neuen Melodie von Friedrich Silcher 1827. Hier singt esFritz Wunderlich in einer wunderbaren Weise in der hohen Tenorlage, die ich schon von unserer vierstimmigen Lage in unserem Männerchor her kenne und von daher lieben gelernt habe, aber was sind wir alle gegen Fritz Wunderlich:



Wenn er singt: "Du meine Seele, ....", schießen mir die Tränen in die Augen.

In diesem Monat denken wir zweimal an ihn, am 17. September und am 26. September.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

La Roche

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83

Freitag, 8. September 2017, 11:01

Hier singt esFritz Wunderlich in einer wunderbaren Weise in der hohen Tenorlage,
Danke, lieber Willi, daß Du diese herrliche Aufnahme hier eingestellt hast, Inniger, atmosphärischer, deutlicher kann man dieses Lied nicht singen. Im letzten Pavarotti-Thread habe ich Fritz Wunderlich nicht umsonst mit Big P auf eine Stufe gestellt, in manchen Dingen wie im Ausdruck und auch im tenoralen Glanz finde ich Wunderlich sogar überlegen. Vielleicht liegt es daran, daß ich nach wie vor ein Anhänger der deutschen Sprache bin, und Wunderlich (fast) alles in unserer Muttersprache gesungen hat. Man weiß, was er singt. In Deiner Einstellung wird das noch durch den eingeblendeten Text unterstützt, dessen es bei Wunderlich gar nicht bedurft hätte.

Nochmals Danke.

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84

Freitag, 8. September 2017, 11:10

Einer meiner allerliebsten Interpreten von Volksliedern ist der Tenor Werner Hollweg.
Lieber Rheingold,

eine wunderschöne CD. Hollweg kann man getrost in die vordere Reihe der Volksliedinterpreten stellen. Gleich sein erstes Lied "In einem kühlen Grunde" singt er keinesfalls weniges demutsvoll als der bisher bei mir vorn liegende Tauber. Zum "Ännchen von Tharau" kann man den Vergleich mit Wunderlich allerdings nicht stellen, da gefällt mir der Fritz (von William B.A. eingestellt) doch noch besser. Auch das "Weißt Du wieviel Sternlein" singt die von mir eingestellte (Beitrag 2) Ester Ofarim wunderbar.

Hollweg war mir bisher als Volksliedinterpret gar nicht so geläufig, jetzt nimmt er einen sehr guten Platz ein. Das hatte ich mit dem Thread auch so beabsichtigt. Danke Dir dafür.

Herzlichst La Roche
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85

Freitag, 8. September 2017, 14:04

O wie ist es kalt geworden
und so traurig öd‘ und leer!

Rauhe Winde wehn von Norden,
und die Sonne scheint nicht mehr.



Auf die Berge möcht ich fliegen,
möchte sehn ein grünes Tal,

möcht in Gras und Blumen liegen
und mich freu‘n am Sonnenstrahl.


Möchte hören die Schalmeien
und der Herden Glockenklang,

möchte freuen mich im Freien
an der Vögel süßem Sang!



Schöner Frühling, komm doch wieder,
lieber Frühling,
komm doch bald,
bring uns Blumen, Laub und Lieder,
schmücke wieder Feld und Wald

Eines der schönsten deutschen Lieder nach dem Text von Hoffmann von Fallersleben. Ich liebe es, es paßt auch zum heutigen Wetter. Leider finde ich bei YT keine vernünftige Aufnahme, die es lohnen würde, hier einzustellen. Kann mir jemand helfen?

Herzlichst La Roche
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86

Freitag, 8. September 2017, 14:26

Eines meiner emotionalsten Lieder:



Meine Frau ist in Dresden geboren, kurz vor dem Bombenhagel. Deshalb ist gerade dies Aufnahme mit dem Dresdener Kreuzchor vor der Kulisse des Dresdener Zwingers sehr bewegend für uns. Sie hat mit einer schweren Rauchvergiftung überlebt.

Das Lied wurde 1826 von Franz Kugler getextet auf der Rudelsburg bei Bad Kösen unweit von Naumburg, da befindet sich auch eine Gedenktafel. Das Lied hat also mit Dresden und dem Kreuzchor nicht viel zu tun, aber wenn ein solch renomierter Chor das Lied singt, dann kann man es auch mit seinen Erinnerungen verbinden.

An der Saale hellem Strande

stehen Burgen stolz und kühn

Ihre Dächer sind zerfallen,

und der Wind streicht durch die Hallen,

Wolken ziehen d´rüber hin.


Zwar die Ritter sind verschwunden,

Nimmer klingen Speer und Schild;

Doch dem Wandersmann erscheinen

In den altbemoosten Steinen

Oft Gestalten zart und mild.


Droben winken schöne Augen,

Freundlich lacht manch roter Mund,

Wand'rer schaut wohl in die Ferne,

Schaut in holder Augen Sterne,

Herz ist heiter und gesund


Und der Wand´rer zieht von dannen

Denn die Trennungsstunde ruft

Und er singet Abschiedslieder

Lebewohl tönt ihm hernieder

Tücher wehen in der Luft.

Herzlichst La Roche
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87

Sonntag, 10. September 2017, 13:45

ch mache mich nun auf den Weg nach Osnabrück zu einem Chorkonzert von ChorWer Ruhr und freue mich auf weitere Volksliedeinträge hier.
Lieber Thomas,

eigentlich solltest Du doch vom Chorkonzert wieder zurück sein. Habe aber seitdem nichts wieder von Dir gehört, oder habe ich was verpaßt?

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer

La Roche

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88

Sonntag, 10. September 2017, 14:04



Es wird Zeit, ein neues Volkslied einzustellen. "Wenn ich ein Vöglein wär" nach einem Text von Herder. Robert Schumann hat eine Kunstliedversion in Noten gesetzt. In der eingestellten Aufnahme singt Peter Schreier die volkstümlich gewordene Version, aufgenommen schlicht und einfach nur mit Gitarrenbegleitung 1986 in Dresden, in der Lukaskirche. Ich finde es immer wieder beachtenswert, daß selbst die namhaftesten Sänger sich nicht genierten, deutsches Volksliedgut nicht nur zu singen, sondern sogar auf CD zu verewigen.

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La Roche

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89

Sonntag, 10. September 2017, 14:09

Männerchöre sind eigentlich eine Domäne für Volkslieder, besonders für Lieder der Berge. Nachstehend singt der Männerchor Rennerod das Lied "Die Nacht ist von den Bergen gestiegen", auch bekannt als Abendfrieden.



Wunderschöne, klare Stimmen, gut abgestimmt. Für die Chorsänger hier im Forum sicher eine Vergleichsmöglichkeit.

Herzlichst La Roche
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Caruso41

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90

Sonntag, 10. September 2017, 17:49

Bei der Suche von Volksliedern, die ich hier einstellen könnte, hatte ich eine nicht so gute Erfahrung! Ich wollte "Land der dunklen Wälder und kristallenen Seen" einstellen, das ich in meiner Jugendgruppe so gerne gesungen hatte.

Zunächst musste ich lernen, dass das gar kein altes Volkslied ist, sondern Anfang der 3oer Jahre von dem Königsberger Komponist Herbert Brust (1900–1968) für sein Oratorium der Heimat komponiert wurde. Es fand schnell große Verbreitung, wurde in Ostpeußen und darüber hinaus populär und dann allgemein das "Ostpreußen-Lied" genannt. Der Text stammt von dem Königsberger Schriftsteller Erich Hannighofer, den ich nicht kenne, der aber ein enger Freund von Agnes Miegel und Ernst Wiechert hat! Hannighofer gilt seit dem Ende des zweiten Weltkrieges als verschollen.

Dann aber, bei der Suche von Aufnahmen, stieß ich auf erschreckend viele Videos, die mit Bilder, Fahnen und Emblemen üble revanchistische Botschaften transportierten. Höchst ärgerlich. Ich frage mich, ob man dagegen denn nichts unternehmen kann. Vermutlich nicht. Aber die Gefahr, dass "Volkslieder" oder das Lieder, die man allgemein dafür hält, vor falsche Karren gespannt werden, ist offenkundig.
Ich weiß ja nichts von Erich Hannighofer, aber wenn er mit Agnes Miegel und Ernst Wiechert befreundet war, kann man eigentlich vermuten, dass er eine solche Vereinnahmung wirklich entsetzt zurückgewiesen hätte!

Sein Text ist etwas bieder aber nicht ohne poetische Imagination!
Auf die Einstellung von Aufnahmen verzichte ich, obwohl etliche Männerchöre durchaus ordentliche Aufnahmen des vierstimmigen Satzes vorgelegt haben. Es gibt auch eine Aufnahme von René Kollo - etwas brav vom Blatt gesungen.

Caruso41

PS. zur Information:

Das Ostpreußenlied

Land der dunklen Wälder
und kristallnen Seen;
über weite Felder
lichte Wunder gehn.

Starke Bauern schreiten
hinter Pferd und Pflug;
über Ackerbreiten
streicht der Vogelzug.

Und die Meere rauschen
den Choral der Zeit;
Elche steh`n und Lauschen
in die Ewigkeit.

Tag hat angefangen
über Haff und Moor;
Licht ist aufgegangen,
steigt im Ost empor.

In einigen Quellen mit den Text ist noch eine fünfte Strophe wiedergegeben.
Die haben wir in unserer Jugendgruppe nicht gesungen:


Heimat wohlgeborgen
zwischen Strand und Strom,
blühe heut' und morgen
unterm Friedensdom.
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!