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hart

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121

Dienstag, 19. September 2017, 20:44

Geht man aber unter musiktheoretischen Aspekten an dieses Thema heran, dann hat dieses "Grenzen-Ziehen" sehr wohl einen sachlich fundierten "Sinn".

Dass das einen Helmut Hofmann reizt ist mir klar, aber ich fürchte, dass dann nicht mehr viel »Masse« übrig bleibt, wenn man zum Beispiel Heinrich Werners »Heideröslein«, also ein durchaus volkstümliches Lied, nicht mehr zu den Volksliedern zählen kann, zumindest ist die Entstehungsgeschichte etwas nebulös ...

Helmut Hofmann

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  • »Helmut Hofmann« ist männlich

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122

Dienstag, 19. September 2017, 21:32

Zit: "einen Helmut Hofmann"

Pardon, lieber hart. Der hat seinen obigen Beitrag eben, als er diese Deine indirekte Anrede las, gerade noch rechtzeitig löschen können.

Thomas Pape

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123

Mittwoch, 20. September 2017, 13:01

Ich schätze die schmissige Fassung von Robert Schumann, hier von Matt Lehtinen gesungen:

Nichts gegen die schmissige Fassung, ein wunderschönes Lied zum Thema Wandern, aber mit Sicherheit kein Volkslied!
Und das wird es wohl auch nie werden. Aus dem »Volk« heraus habe ich diese Töne in meinem langen Leben noch nie vernommen, immer nur im Konzertsaal kunstvoll vorgetragen.
Da muss ich leider widersprechen. Wer das Lied komponiert hatte wusste ich bis gestern gar nicht, bin auf der Suche nach einer Aufnahme darüber gestolpert, dass es zwei Vertonungen des Gedichtes gibt. Die von Schumann kenn ich tatsächlich von einer Schallplatte mit mit Volks- und Stimmugsliedern (auch für Chor, nicht für eine Solo-Stimme). In meiner Schellacksammlung habe ich es gespielt von Marek Weber und gesungen von einem Männerquartett. Das das ein Kunstlied ist, wie gesagt, das weiß ich tatsächlich erst seit gestern.

Liebe Grüße vom Thomas :hello:
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

La Roche

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124

Mittwoch, 20. September 2017, 14:09

Was ist denn nun ein Volkslied und was nicht? Wikipedia schreibt Riesenartikel dazu, betont besonders die Rolle Herders dazu. Wesentlich scheint mir der nachstehende Satz zu sein:

Das deutsche Volkslied ist ein Volkslied, das durch textliche und musikalische Traditionen im deutschsprachigen Raum gekennzeichnet ist. Es erlebte seine Hochphase seit Herder und in der deutschen Romantik.[1] Oft werden historische Volkslieder mit einer idealisierten ländlichen Kultur und starker Heimatverbundenheit assoziiert.

Eine Aussage ist das nicht. , besonders die ersten 6 Worte sind sogar irritierend. Hätte der Verfasser im 6. Wort das "Volk" weggelassen, wäre es einfacher. Da hilft nur ein ausführliches Studium des kompletten Wikipediaartikels


Auch der Duden äußert sich, wie es sich gehört schlicht und einfach, es ist ja nicht seine Aufgabe, wissenschaftlich heranzugehen, sondern die Rechtschreibung festzulegen. Aber immerhin ist eine kurze Definition aussagekräftig:

volkstümliches, im Volk gesungenes, vom Geist und
von der mündlichen Überlieferung des Volkes geprägtes, schlichtes Lied
in Strophenform.


Sehr aufschlußreich ist der folgende Link:



Einführung: Was ist ein Volkslied? | ZEIT ONLINE - Die Zeit


[url]www.zeit.de/kultur/musik/2010-09/volkslied-einfuehrun
..[/url]

Unabhängig davon wurden bis jetzt 43 Lieder eingestellt, und viele hatten Freude daran, manche wohl weniger. Aber das macht nichts. Ich wollte schöne Lieder hören, die infolge ihres Bekanntheitsgrades und ihrer besonders guten Interpretation doch darauf hinweisen, daß zwischen Klassik und Volksliedern (nicht volkstümlicher Hansimusik!!) eine enge Verbindung besteht. Für manchen sind diese Lieder mit persönlichen Erinnerungen verbunden.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer


La Roche

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125

Mittwoch, 20. September 2017, 14:40

Nun möchte ich wieder Musik anbieten:



ein schönes Lied, heimatverbunden, oft gesungen, hier von Hermann Prey

und jetzt "wahre Freundschaft" mit dem Rundfunk-Jugendchor Wernigerode. Das Lied enthält wie so viele Volkslieder auch traurige Wahrheiten, z.B. die Textstelle "wenn der Tod Dir nimmt das Leben, hör ich auf, Dir treu zu sein". Ich habe lange nach einer anderen Interpretation dieses Liedes gesucht, aber keine gefunden. Ich glaube, Rony will hier keiner, auch Heino nicht, und der DDR-Sänger Roland Neudert macht es zum Schlager.... das alles paßt nicht so recht zum tiefsinnigen Inhalt. Aber das Lied ist es wert, hier eingestellt zu werden.




Herzlichst La Roche
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La Roche

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126

Mittwoch, 20. September 2017, 14:49



eines der schönsten Lieder von Brahms, für mich als Volkslied durchaus durchgehbar. Es gibt Fassungen von Jannowitz, Damrau, Pregardien uva. Ich habe absichtlich die Interpretation mit Ester und Abi Ofarim gewählt. Irgendwie fasziniert mich diese zerbrechlich wirkende Frau mit ihrer glockenklaren Stimme. Sicher nicht gut genug für eine Karriere als "klassische" Sängerin, aber zu gut nur für Unterhaltungsmusik.

Herzlichst La Roche
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Helmut Hofmann

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127

Mittwoch, 20. September 2017, 17:27

Zit: "eines der schönsten Lieder von Brahms"

Brahms würde sich - extrem kritisch, wie er mit seinen eigenen Kompositionen umging - entsetzt und gepeinigt im Grab aufbäumen, wenn er vernähme, dass ihm dieses Musikstück (das zu kommentieren ich mich hüten werde) hier im Tamino-Kunstliedforum zugeschrieben wird. Die (Zit.) "Fassungen von Jannowitz, Damrau, Pregardien uva.", von denen hier die Rede ist, betreffen vermutlich das von Brahms bearbeitete Volkslied mit dem Titel "Da unten im Tale" aus seiner 1894 erschienenen Sammlung "Deutsche Volkslieder". Es trägt dort die Nummer sechs.

hart

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128

Mittwoch, 20. September 2017, 17:33

Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen ...

Rheingold1876

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129

Mittwoch, 20. September 2017, 19:21

Lieber La Roche, ich weiß nicht, was die Ofarims da singen - jedenfalls stammt das Lied nicht aus der Brahms'schen Sammlung der "Deutschen Volkslieder", auf die bereits Helmut mit deutlicher Erweiterung verwies. Nicht nur die Meldodie, auch die Texte sind völlig unterschiedlich. Du kannst das alles im Netz nachlesen. Es finden sich sogar noch andere Textvarianten. Mitunter werden auch unterschiedliche Wörter gewählt. Die von Dir erwähnte Gundula Janowitz singt "drunten" im Tale, andere "unten" usw. Aber sie singt den Brahms. Ein weites Feld. Und wir sind wieder dort, wo wir schon einmal waren, nämlich bei der Frage, was überhaupt unter einem Volkslied zu verstehen ist und wo die Grenzen zum Schlager zu ziehen sind, die sich oft als sehr frei und fießend darstellen. Ich hingegen bin für einen harten Schnitt. Mich interessiert das Thema wirklich sehr, und ich möchte Dir nochmals danken, dass Du es aufgegriffen hast. Die große Resonanz gibt Dir Recht. Die alles entscheidende Frage aber bleibt.

Ich habe die Sammlung von Johannes Brahms in genau dieser Aufnahme - und Ausgabe kennengelernt. Sie hat mich fast süchtig gemacht, und ich fand sie für mich nie übertroffen, obwohl es sehr schöne und bewegende andere Produktionen gibt, die ich selbstredend auch in meinem Bestand habe.

Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Helmut Hofmann

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130

Mittwoch, 20. September 2017, 19:48

Hast´s besser gemacht als ich, lieber Rheingold!
Dank dafür!

musikwanderer

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131

Donnerstag, 21. September 2017, 08:54

Ist das Claudius-Abendlied nicht das Volkslied schlechthin? Mir erscheint es jedenfalls so. Ich biete hier mal nicht die Schulz-Version, sondern lasse Dietrich Fischer-Dieskau die Vertonung von Franz Schubert vortragen:

.

MUSIKWANDERER

La Roche

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132

Donnerstag, 21. September 2017, 09:29

Brahms würde sich - extrem kritisch, wie er mit seinen eigenen Kompositionen umging - entsetzt und gepeinigt im Grab aufbäumen, wenn er vernähme, dass ihm dieses Musikstück (das zu kommentieren ich mich hüten werde) hier im Tamino-Kunstliedforum zugeschrieben wird.
Immerhin meldet Youtube selbst, daß das von mir eingestellte Lied von Brahms sei, gesungen von Ester und Abi Ofarim. Das habe also nicht ich, sondern YT so getan

Damit sollte den ersten Fehler der getan haben, der es auf youtube hochgeladen hat und als Brahmslied tituliert hat. YT hat sicherlich nicht die Pflicht, alles auf Richtigkeit zu prüfen.

Der zweite Fehler ist von mir, ich habe den Medien vertraut und geglaubt, die Einstellung wäre von Brahms. Ich wußte es nicht besser. Daher bitte ich um Verzeihung. Der Glaube an Medienwahrheiten ist mir sowieso abhanden gekommen, nicht nur in Musikfragen.

Ein Glück, daß wir mit Helmut Hofmann einen so fachkundigen Experten unter uns haben, der den Fehler sofort erkannte und mit freundlichen Worten auf meine Dummheit hingewiesen hat. Wir sind zwar im Kunstliedforum, aber dieser Thread läuft ausdrücklich unter dem Titel Volkslied. Ich hätte ihn nicht machen sollen. Danke dafür.

Ich mach jetzt erst einmal ne Pause im Thread. Selber motzen macht mehr Spaß als angemotzt zu werden!

Nur so viel noch: "Der Mond ist aufgegangen" hatte ich gestern auch vor einzustellen, habe aber keine mich befriedigende Interpretation gedunden. Danke, Dir, lieber Musikwanderer.

Herzlichst La Roche

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Helmut Hofmann

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133

Donnerstag, 21. September 2017, 11:41

Ich habe das nicht gut gemacht, lieber La Roche (und das ja auch schon bekannt, wie Du meinem vorangehenden Beitrag entnehmen kannst). Der richtige Weg wäre gewesen, Dich in persönlicher Anrede darauf hinzuweisen, dass Du ganz offensichtlich einer Fehlinformation bei YouTube aufgesessen bist. Das habe ich aber selbst erst erkannt, als ich meinen Beitrag schon eingestellt hatte und dann erst der Frage nachging, wie es kommen kann, dass man einen solchen Song Johannes Brahms zuschreibt.
Rheingold hat mir dann - natürlich unabsichtlich - gezeigt, wie man mit einer solchen Sache in Gestalt einer freundlichen Zuwendung dem anderen Tamino gegenüber umgehen kann. Und mir wurde bewusst, dass ich mich wie ein Trottel benommen habe.

operus

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134

Donnerstag, 21. September 2017, 18:39

Und mir wurde bewusst, dass ich mich wie ein Trottel benommen habe.
Bitte seid doch nicht so schrecklich kritisch, auch nicht sich selbst gegenüber. Allerdings habe ich es da leichter, denn mein Selbstvertrauen ist nicht leicht zu erschüttern, daher bin ich vielleicht zu wenig selbstkritisch und meist zufrieden mit mir. Ausserdem ist die Grenze zwischen Volkslied und Kunstlied oft nur schwer zu ziehen, weil sie fließend ist. Wir haben gründlich, analytisch und mit dem Versuch von Belegen über die Thematik diskutiert. Dank dem Urheber dieser lehrreichen Untersuchung. Wenn keine neuen Gedanken und Impulse zum Thema kommen sollten wir mit dem Ergebnis zufrieden sein: es wurde substanzreich diskutiert und schöne Liebbeispiele vorgestellt . Abgrenzung ist leider nicht eindeutig möglich.
Herzlichst
Operus - der große Vereinfacher
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

zweiterbass

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135

Donnerstag, 21. September 2017, 21:18

denn mein Selbstvertrauen ist nicht leicht zu erschüttern

Wie das in manchen "Kreisen" so üblich zu sein scheint.
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler