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  • »Hosenrolle1« ist männlich

Beiträge: 442

Registrierungsdatum: 3. August 2017

31

Donnerstag, 7. September 2017, 04:53

Die eine Gruppe will den Orchesterklang möglichst vermischt, als Klangwolke oder Gesamtklang ("So hat es der Komponist gewünscht") erleben
Wenn jemand behauptet, der Komponist habe das gewünscht, dann sofort nach Quellen fragen! ;)
Speziell in der romantischen Musik ist es durchaus wichtig, WIE das Orchester sitzt, und dass man nicht nur einen "Klangbrei" hört, denn Komponisten haben da öfter verschiedene "Stereoeffekte" eingebaut in ihre Werke. Da spielen links die Geigen ein Motiv, dann huscht es hinüber zu den Flöten, von dort zu den Fagotten, dann zu den 2. Violinen, usw.
Aber ich las in Interview mit Dirigenten, die sich auf barocke Musik spezialisiert haben, dass es auch da schon Werke gibt, wo Komponisten bestimmte Aufstellunge haben wollten, etwa einen Chor links, den anderen rechts, um bestimmte Klangeffekte zu erzielen. Genaueres weiß ich allerdings nicht, ist länger her dass ich das gelesen habe.


LG,
Hosenrolle1
„Gewohnheit, Sitte und Brauch sind stärker als die Wahrheit.“ (Voltaire)

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
  • »Alfred_Schmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 18 211

Registrierungsdatum: 9. August 2004

32

Donnerstag, 7. September 2017, 05:57

Zitat

Wenn jemand behauptet, der Komponist habe das gewünscht, dann sofort nach Quellen fragen!


Um das geht es hier IMO überhauot nicht- Das wurde nie hinterfragt, es wurde von den Gegenern der Stereophonie immer wieder behauptet, Es ging auch nicht um einen bestimmtem Komponisten, sondern man war der Auffassung, daß Musik sich eben vermischen sollte, wie bei einer Speise oder einem Cocktail, wo man die einzelnen ZUtaten auch nicht herausschmecken durfe..

Zu "Quellen" Was würde das schon besagen ? Wenn man liest welchen Blödsinn - oft noch dazu weltanschaulich gefärbt - sogenannte "Experten" von sich gegeben haben, dann verzichtet man darauf sich auf Quellen zu berufen. Im konkreten Fall gibt es vermutlich gar keine.

Aber man beruft sich gerne auf Strawinsky wenn er über Vivaldis Musik unqualifierte Urteile abgibt oder den (IMO widerwärtigen) Adorno, der über Sibelius, Gott und die Welt herzieht, auf Wikipedia die gerne in der politischen Vergangenheit großer Interpreten schnüffelt (Brockhaus macht derlei indes nicht und auch große ausländische Lexica von Format nicht). Wenn man sich hier - weil es so einfach ist - auf "Quellen" beruft, dann ist man irgendwie schon der Manipulation unterlegen.

Zitat

Aber ich las in Interview mit Dirigenten, die sich auf barocke Musik spezialisiert haben, dass es auch da schon Werke gibt, wo Komponisten bestimmte Aufstellunge haben wollten, etwa einen Chor links, den anderen rechts, um bestimmte Klangeffekte zu erzielen.


Das ist absolut richtig.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

  • »Hosenrolle1« ist männlich

Beiträge: 442

Registrierungsdatum: 3. August 2017

33

Donnerstag, 7. September 2017, 06:54

Zu "Quellen" Was würde das schon besagen ?
Mir drängt sich diese Frage immer auf, wenn jemand sich auf den Willen des Komponisten beruft, oder meint, dessen Willen zu kennen. Da möchte ich schon gern wissen, woher. :)



LG,
Hosenrolle1
„Gewohnheit, Sitte und Brauch sind stärker als die Wahrheit.“ (Voltaire)

dr.pingel

Prägender Forenuser

  • »dr.pingel« ist männlich

Beiträge: 3 855

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

34

Donnerstag, 7. September 2017, 20:55

Die Matthäuspassion war immer ein Revier von sinnlosen Aufstellungen und zu großen Chören und Orchestern. 2010 hat sich Philippe Herreweghe an dieses Stück gemacht. Links Orchester 1 und Chor 1, rechts Orchester 2 und Chor 2; in der Mitte die Continuo-Gruppe und der Evangelist. Dahinter 6 Soprane die die Choralmelodien singen. Die hat Bach mit Thomanern besetzt.
Dazu kommt, dass alle Solisten auch alle Chöre mitsingen, sodass mit relativ kleinen Chören eine grandiose Wirkung erzielt wird.
Diese Aufnahme ist komplett bei YouTube vertreten. Ich mag gar keine anderen mehr hören.
Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken, das ist der edelste. Zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste. Drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste (M.Brzoska, dt. Aphoristiker)