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rodolfo39

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1

Samstag, 21. Oktober 2017, 09:51

Alban Berg Wozzek Premiere am 20.10.2017 an der DOR Düsseldorf in einer spannenden Inszenierung von Stefan Herheim

Gestern Abend habe ich in Düsseldorf zum ersten Mal Wozzek live auf der Opernbühne gesehen, da ich eigentlich kein Freund von moderner Musik bin. Das Haus war fast ausverkauft, und ich denke , daß man hier nicht von einem Event Publikum sprechen kann. Im Publikum saßen sehr viele junge Zuschauer. In der Inszenierung von Stwfan Herheim fängt die Oper am Ende an. Man sieht wie Wozzek stirbt. Bei Herheim wird Wozzek in einem amerikanischen Gefängnis durch die Giftspritze hingerichtet. Das Ganze wird von Zuschauern beobachtet, die hinter einer Glasscheibe sitzen. Alles wirkt von Anfang an beklemmend. Dadurch das Herheim mit der letzten Szene angefangen hat, kann man die Szenen davor miterleben, wie Wozzek Todesqualen auf der Liege erleidet, während er stirbt. Das Kind von Marie gibt es nicht wirklich auf der Bühne, sondern wird durch einen Lichtstrahl dargestellt so als ob es nur eine Einbildung ist. Grandios ist die Personenregie und es wird nie langweilig. Das Ensemble hätte so auch an der MET auftreten können. Axel Kober dirigierte für meinen Geschmack etwas zu laut. Bo Skovus war ein exellenter Wozzek, mit dem man als Zuschauer mitfühlen und mitleiden konnte. Sami Luttinen mit seinem tiefen Bass war ein perfekter Doktor. Auch alle anderen Rollen waren sehr gut besetzt. Hervorragend wie immer der Chor . Die beste Leistung des Abends gab es von Camilla Nylund zu bestaunen. Was für eine Stimme und vor allem was für eine Darstellerin. Das war ein gelungenes Rollendebüt als Marie. Am Ende gab es zwei Minuten Schweigen und dann gab es mehr Ovationen als bei einer Wagner Vorstellung. Auch das Regie Team bekam einen Bravo Orkan. Es gab über 10 Minuten Schlußapplaus und keine Buhrufe.

La Roche

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Registrierungsdatum: 21. Februar 2012

2

Samstag, 21. Oktober 2017, 10:11

Lieber rodolfo,

daß es keine Buhrufe gab, halte ich bei Wozzek für normal. Die ganze Oper ist nichts für ein Durchschnittspublikum, es ist für Kenner und für Neugierige sicher ein Erlebnis. Wer reingeht, weiß, was ihn erwartet, aus dem Orchestergraben und auf der Bühne. Und bei den namhaften Sängern sollte Erfolg garantiert sein. Wäre ich im Ruhrgebiet wohnhaft, hätte ich sicher auch meine Neugierde über meine Abneigung gegen Berg siegen lassen.

Den Stoff kenne ich nur vom Schauspiel, er war Schulstoff in der Abiturklasse. Büchner hat uns damals gefallen, wir waren jung, und es hat uns schon interessiert, ob Woyzeck seine Erbsen gegessen hat.

In der Oper habe ich nur Beziehungen im TV gehabt, und da fehlte das Liveerlebnis, um von der schrägen Musik und der irren Handlung gefangen genommen zu werden. Ich glaube, Dir geht es ähnlich. Wozzek muß man live sehen, und mit Spitzensängern. Auch auf CD ist es nur etwas für Experten.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer
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rodolfo39

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Registrierungsdatum: 7. Oktober 2010

3

Samstag, 21. Oktober 2017, 16:43

Lieber La Roche,
Ich hatte diese Oper auch erst nicht in meine Spielzeit Planung. Hab dann aber den Namen des Regisseurs und die der beiden Hauptpartien gelesen und dann musste ich mir einfach eine Karte kaufen. Ein paar Zuschauer sind während der Aufführung gegangen. Das hat wohl nicht zur Inszenierung mit dazu gehört :) .