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rodolfo39

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1

Freitag, 27. Oktober 2017, 17:21

Verdi Don Carlo am 25.10. 2017 in der Pariser Oper

Am Mittwoch Abend war ich zum ersten Mal in der Bastille Oper in Paris und habe mir Don Carlo angeschaut. Die Inszenierung von Krazysztof Warlikowski war noch hilfloser als die Aida Inszenierung aus Salzburg. Warum musste Eboli in einem Fechtanzug ihre Schleierarie singen ? Wahrscheinlich will uns der Regisseur damit sagen, daß sie innerlich mit sich kämpft, ob die Affäre mt dem König richtig ist und sie ein schlechtes Gewissen hat. So einen langweiligen Autodafe Akt habe ich noch nicht gesehen, den dort passierte überhaupt nichts. Die Kostüme waren schick anzusehen. Herr Kaufmann sah aus, als ober er zum Tennis oder Golf spielen verabredet war. Als ein hervorragender Verdi Dirigent erwies sich Philippe Jordan der einen wirkliches Feingespür für die Partitur hat und die Sänger nie mit dem Orcheser übetönt. Bei den Sängern war Jonas Kaufmann der Schwachpunkt des Abends. Sein Tenor klingt kehlig und auch in den hohen Lagen klingt er angestrengt . Dafür waren die drei Bässe ganz stark. Ildar Abdazakov war nicht nur körperlich ein beeindruckender Philippe II . Er verfügt über einen tiefen Bass und ist auch ein sehr guter Darsteller. Großartig auch der Großinquisitor gesungen von Dimitry Belosselsliy , vor dem man mit seinem imponierenden tiefem Bass Angst haben muss und der auch diie nötige Autorität ausstrahlt. Sehr gut war auch der Mönch gesunngen von Krzysztof Baczyk. Eine Klasse für sich war Lodovico Tezier der den Posa gesungen hat, mit seinem kräftvollem Bariton, Sonja Yoncheva war eine beeindruckende Elisabeth die auch ihre Arie ganz wunderbar gesungen hat. Sängerin des Abends war aber Elena Garanca mit ihrem voluminösen Mezzosopran als Eboli. Es gab viel Zwischenapplaus und am Ende gab es einen minutenlangen Beifallsorkan und alle Sänger wurden mt Bravos gefeiert.

Caruso41

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2

Freitag, 27. Oktober 2017, 17:44

Glückwunsch, lieber Rodolfo, dass Du zum ersten Mal in der Bastille warst. Hast Du es genossen?
Ich habe die Aufführung am Radio gehört. Die Sänger würde ich ähnlich beurteilen wie Du.
Beste Grüße
Caruso41
;) - ;) - ;)

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rodolfo39

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3

Freitag, 27. Oktober 2017, 18:27

Lieber Caruso,
den Abend und die Aufführung hab ich sehr genossen. Wir hatten einen sehr guten Platz und der große Zuschauerraum ist sehr beeindruckend.

Bertarido

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4

Freitag, 27. Oktober 2017, 18:46

Ich finde die Bastille-Oper architektonisch ja nicht so berauschend, das Palais Garnier ziehe ich vor. Aber wichtiger ist die Qualität der Aufführung.

Caruso41

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5

Freitag, 27. Oktober 2017, 18:57

Also das Garnier mag ich gar nicht. Schlechte Sicht und stumpfe Akustik. Dafür viel Gold und Samt. Na ja, mancher mag das!
Caruso41
;) - ;) - ;)

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Bertarido

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6

Freitag, 27. Oktober 2017, 21:04

. Dafür viel Gold und Samt. Na ja, mancher mag das!
Caruso41

Ja, ich zum Beispiel ;)

La Roche

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7

Samstag, 28. Oktober 2017, 13:12

Meine Meinung hatte ich ja schon im Fernsehthread geschrieben, und ich bin hocherfreut, gesanglich die gleichen Einschätzungen getroffen zu haben wie rodolfo und caruso. Ich wäre schon gerne mal in der Pariser Oper, egal ob in der Bastille-Oper oder im Palais Garnier. Wenn die Bühnenhandlung zu sehr abdriftet, kann man das Auge umherschweifen lassen und dennoch den Gesang live erleben. Tezier hat sich ungeheuerlich positiv entwickelt.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer
Nihil fit sine causa

Caruso41

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8

Samstag, 28. Oktober 2017, 17:28

Tezier hat sich ungeheuerlich positiv entwickelt.


Lieber La Roche!
In der französischen Fassung des Werkes ist Ludovic Tézier eine hervorragende Besetzung für den Rodrigue.
In der italienischen Fassung gerät er doch an Grenzen! Aber für das italienische Fach gibt es gegenwärtig leider wenige, die als Rodrigo höhere Ansprüche erfüllen! Das ist bei Luna und Don Carlo de Vargas noch ärger!
Da können wir froh sein, dass inzwischen wieder die französische Fassung des Don Carlos gespielt wird!

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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La Roche

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Registrierungsdatum: 21. Februar 2012

9

Sonntag, 29. Oktober 2017, 09:12

lieber caruso41,

vor etwa 15 Jahren habe ich Herrn Tezier live in einer konzertanten Andre Chenier im Gewandhaus erlebt, schon da hatte er mir gefallen. Seine Stimme klang jugendlich, frisch, aber die Höhe und Kraft, die er jetzt im Don Carlos gezeigt hat, die hatte er damals noch nicht. Er müßte in Leipzig anfang 30 gewesen sein, jetzt ist er wohl 49. Und auch wenn meine Erinnerung nach 15 Jahren nicht mehr jede Einzelheit reproduziert, wäre seine Stimme als Gerard wohl jetzt noch geeigneter. Gerard ist schon eine tolle Rolle. Die schauspielerischen Leistungen von Tezier in Leipzig kann ich nicht beurteilen, es war ja konzertant (übrigens sang Robert Dean Smith den Andre Chenier, er hatte es schwer gegen ein nicht immer gezügeltes Orchester. Es war das MDR-Sinfonieorchester unter Luisi, dessen Stärke die leisen Töne wohl nie waren),
aber seine Zerissenheit darzustellen wäre schon interessant gewesen. Immerhin muß er seinen Freund zu Tode verurteilen, auch wenn er weiß, daß dieses Urteil kein gerechtes Urteil ist.

Im Pariser Carlos hat er mir eigentlich rundum gefallen, auch wenn ich nur ca. 2/3 der Aufführung gesehen habe. Musikalisch war es schon gut. Aber Du weißt, daß mir der wie ein Tennisspieler gekleidete Infant und viele andere Sachen nicht gefallen haben. Ich hätte sicher öfter das Haus bewundert, um mich vom Bühnengeschehen abzulenken. Vielleicht habe ich die Chance, Ludovic Tezier in Dresden oder in Leipzig noch einmal zu bewundern.

Ich glaube, ihn auch in Dresden als Scarpia gesehen zu haben. Die alten Programme liegen zu weit weg. Wenn ja, habe ich keine gute Erinnerung an diese Rolle. Diese Rolle singt er im März 2018 in der Semperoper wieder, Thielemann dirigiert, aber bei mir klappen diese Termine nicht.

Herzlichst La Roche
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Rheingold1876

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10

Sonntag, 29. Oktober 2017, 10:06

Als ein hervorragender Verdi Dirigent erwies sich Philippe Jordan der einen wirkliches Feingespür für die Partitur hat und die Sänger nie mit dem Orcheser übetönt.


Diese Einschätzung finde ich interessant. In der TV-Übertragung und am Radio hat mich Jordan überhaupt nicht überzeugt. Ich empfand ihn ziemlich mau und vermisste die dunklen und geheimnisumwitterten Farben. Alles war so klar und eindeutig.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Sixtus

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11

Montag, 30. Oktober 2017, 09:45

Defizite gibt es, mehr oder weniger, immer.
Ich habe den Pariser Carlos von Anfang bis Ende gesehen. Die einzigen größeren Defizite, die mich gestört haben, sind bei der Regie zu suchen: Albernheiten in der Personenregie (einschließlich Pferd), die trostlos leere Bühne etc.
Für die Sänger stimme ich dem Versprechen des Generaldirektors zu: Er hat für jede Partie die möglichst optimale Besetzung gesucht - und meiner Meinung nach auch gefunden. Zu kritisieren gibt es immer etwas, aber im Ganzen hat es musikalisch gestimmt (auch im Orchester). Wenn man die Augen schließt, kann man die Aufführung mit Genuss hören - meint Sixtus.

Bertarido

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12

Mittwoch, 1. November 2017, 19:58

In der französischen Fassung des Werkes ist Ludovic Tézier eine hervorragende Besetzung für den Rodrigue.
In der italienischen Fassung gerät er doch an Grenzen!

Lieber Caruso, wenn Du die Frage eines Laien gestattest: Warum stellt die italienische Fassung andere Anforderungen an den Sänger als die französische?

La Roche

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13

Mittwoch, 1. November 2017, 21:44

In der französischen Fassung sollte die Sprache französisch sein, in der italienischen Fassung wohl italienisch. Tanzen brauchte Tezier in keiner Fassung, auch nicht in der französischen.

Herzlichst La Roche
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Bertarido

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14

Mittwoch, 1. November 2017, 21:55

In der französischen Fassung sollte die Sprache französisch sein, in der italienischen Fassung wohl italienisch.

Soweit habe ich den Unterschied auch verstanden, aber das allein kann Caruso ja wohl nicht gemeint haben.