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La Roche

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  • »La Roche« ist männlich

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Registrierungsdatum: 21. Februar 2012

31

Freitag, 17. November 2017, 14:08

(Das beste Beispiel für eine sehr weitgehende Veränderung, bei der das Ergebnis schlüssig und äußerst packend ist, stellt Kušejs Münchner "Rusalka" dar).
Ich nehme doch nicht an, daß Du das tote Reh gemeint hast, ein echtes, kein ausgstopftes Reh, und das wollte Kusej auf die Bühne bringen. Und die Proteste dagegen, sind die auch äußerst packend? Sie haben dazu geführt, daß die Szene mit dem Reh es gar nicht erst auf die Bühne geschafft hat. Nachtehend Zitat:

Apropos: das Reh. Vor der Premiere war bekannt geworden, dass der
Regisseur ein echtes totes Reh - im Stück ist ein weißes Reh Symbol für
Rusalka - auf die Bühne bringen würde. Um Protesten auszuweichen, ließ
man den Plan fallen. Jetzt häutet der wenig Umstände machende Jäger
(Ulrich Reß) zum aufgekratzten Gesang des Küchenjungen (Tara Erraught)
ein Kunstreh, jetzt tanzt das Ballett, Mann wie Frau in weißer
Hochzeitsrobe, mit Kunstrehen.


Die Kritiken, die noch jetzt im www zu lesen sind, scheinen mir nicht freundlich. Und die Reaktion war wohl alles andere als begeisternd. Man kann einige finden, wenn man unter Kusej, München und Rusalka sucht.

Tut mir leid, da finde ich nichts gelungenes.

La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer
Nihil fit sine causa

La Roche

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  • »La Roche« ist männlich

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32

Freitag, 17. November 2017, 14:18

Mein lieber Hans! Da bin ich sehr skeptisch. Provokateure brauchen eben ihre Bühne!
Lieber Wolfgang, ich auch nicht. Kaum gibt sich einer die Mühe, einen so gut vorbereiteten und vermittelnden "Aufsatz" zu schreiben, wird er als "Neuling" verhöhnt, wird er zerpflückt und auseinandergenommen, wie das zur festen Gewohnheit mancher geworden ist. Es wäre nur schade, wenn Lucas dadurch die Lust genommen würde, weitere solche Beiträge zu bringen.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer
Nihil fit sine causa

Mme. Cortese

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Registrierungsdatum: 12. Januar 2010

33

Freitag, 17. November 2017, 14:44

Zitat von »9079wolfgang«
Mein lieber Hans! Da bin ich sehr skeptisch. Provokateure brauchen eben ihre Bühne!
Lieber Wolfgang, ich auch nicht. Kaum gibt sich einer die Mühe, einen so gut vorbereiteten und vermittelnden "Aufsatz" zu schreiben, wird er als "Neuling" verhöhnt, wird er zerpflückt und auseinandergenommen, wie das zur festen Gewohnheit mancher geworden ist. Es wäre nur schade, wenn Lucas dadurch die Lust genommen würde, weitere solche Beiträge zu bringen.



:jubel: :jubel: :jubel: :jubel: :jubel:
Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

Dr. Holger Kaletha

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  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

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Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

34

Freitag, 17. November 2017, 16:18

Wir würden der Zielsetzung, Tamino endgültig zum qualifiziertesten Diskussionsforum für Klassik zu profilieren einen großen Schritt näher kommen, wenn es uns gelänge auch unterschiedliche Themen sachlich zu diskutieren. Schaffen wir das? Kollegen in anderen Bereichen des Forums schaffen dies trotz kontroverser Meinungen und Diskussionen vorbildlich. Nur bei uns im Opernbereich werden Wunden geschlagen und fließt Blut. Lasst uns bitte andere Wege gehen.
Lieber Operus,

ich schätze Deine unermüdlichen Vermittlungsbemühungen sehr. Aber ich finde, es tut auch eine Analyse Not, warum es denn in anderen Bereichen klappt und hier nicht. Faktum ist, dass es da einen Kreis von Personen gibt, die sich gegenseitig schätzen. Und deshalb wird es gerade spannend, wenn es mal gegensätzliche Meinungen gibt. Denn dann hört man dem Anderen sehr interessiert zu und denkt: Das hast Du vielleicht so noch nicht gesehen oder wird gezwungen, seine Meinung besser zu begründen und so auch sich selber besser zu verstehen. Dazu kommt eine weitere Voraussetzung: Bei Streitobjekten wie Harnoncourt, Glenn Gould oder Lang Lang spricht niemand diesen Künstlern den Respekt ab. D.h. die Kritik bleibt von daher immer sachlich - auch in einem Verriss. Es bleiben also immer Gemeinsamkeiten bestehen.

Hier dagegen gibt es unvereinbare Meinungen, die so schroff gegeneinanderstehen plus Feindseligkeiten, so dass ein Austausch eigentlich gar keinen Sinn macht. Denn es fehlt jegliche Vertrauensbasis zwischen den Diskutanten und auch die Gemeinsamkeit, dass man das, was man nicht gut findet, zumindest respektiert.

Im Hifi-Bereich gibt es den Blindtest. Da kommt dann manchmal heraus, dass Dinge, die der Hifi-Enthusiast zu hören glaubt, nicht mehr zu hören sind. Genau das ist hier passiert mit dem Kupfer-Beispiel und Melomanes eigentlich ungemein wertvollem Beitrag. Da zeigt sich, dass RT-Gegner eine Inszenierung gut fanden, aber nicht in der Lage waren, zwischen "werktreuer" Inszenierung und RT überhaupt zu unterscheiden. Blindtest nicht bestanden! Wenn sie ehrlich wären, würde daraus das kritische Hinterfragen folgen: Gibt es vielleicht noch wichtigere Kriterien für die Beurteilung einer Inszenierung als die buchstäbliche Werktreue? Die RT-Gegner sind dabei ertappt worden, dass sie RT einmal nicht schlecht oder hassenwert, sondern richtig gut gefunden haben. Bezeichnend kommt daraufhin nichts mehr. Eigentlich wäre das die Basis für einen Anfang, an das Problem der Beurteilung von Inszenierungen ganz anders heranzugehen. Wollen sie also wirklich Einsicht? Wollen sie Verständigung? Denn auch die "andere Seite" findet die Inszenierung gut. Eigentlich keine schlechte Ausgangsbasis.

Und zu einem sinnvollen Austausch gehört auch, dass man über das "ich will das nicht sehen und Punkt" hinauskommt. Denn das ist schlicht indiskutabel. Ich will etwas nicht sehen, was du gerne siehst. Was folgt daraus? Gar nichts! Ein Dialog wäre z.B. die Frage: Warum kannst Du Nacktheit auf der Bühne ohne Probleme ertragen und ich nicht? Dann gäbe es die Möglichkeit, die Gründe dafür kennenzulernen. Das pure Geltenlassen der anderen Meinung ist eben noch keine Basis für einen Dialog. Die andere Meinung muss für einen selbst irgendwie interessant sein. Fundamentalistische Extrempositionen sind immer uninteressant. Darüber braucht man nicht miteinander zu reden. Man nimmt sie einfach nur so hin und das wars - und sie sind deshalb auch nicht Foren tauglich.
Du bist in exponierter Form in einem lehrenden Beruf tätig .Hast Du da nicht schon Neulinge erlebt, die durch Wissen, Können, Klugheit, Fähigkeiten und ständig ausgewertete Erfahrungen niicht nur verblüffen, sondern von denen man auf Anhieb lernen kann. Lass' es mich etwas ironisch ausdrücken, wir die Erfahrenen in einem Beruf oder Wissensgebiet sind immer in de Gefahr besonders bei Jungen un d Neuen nicht genug zuzuhören und erkennen deshalb die Brillanz oft nicht!
Ja, die jungen Leute haben den Vorzug der Unbefangenheit, dass sie in bestimmen Diskussionszwängen der "Alten" einfach nicht drinstecken. Sie sind in dieser Hisnicht freier und sehen die Sachen erfrischend neu. Das war zu unserer Jugendzeit auch so - da haben sich dann die etablierten Alten über uns aufgeregt oder gewundert. Es ist immer gut, sich daran zu erinnern und an solchen Beiträgen zu erfreuen. Das verjüngt! :D

Schöne Grüße
Holger

Bertarido

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  • »Bertarido« ist männlich

Beiträge: 2 706

Registrierungsdatum: 24. April 2014

35

Freitag, 17. November 2017, 18:21

Wie wäre es, wenn wir angeregt durch diese Diskussion unsere Standpunkte noch einmal überdenken und kritisch hinterfragen würden? Viel wäre schon gewonnen, wenn wiir uns vornähmen, künftig ohne persönliche Angriffe ausschließlich auf der Sachebene zu argumentieren und dem Diskussionspartner zugestehen, dass er das Recht auf eine andere Meinung hat.

Persönliche Angriffe müssten dann auch gegenüber Dritten unterbleiben, auch hier müsste die Devise lauten: sachliche Kritik ja, aber Diffamierungen der Person nein. Und ich habe zumindest bei einer Person große Zweifel, dass er dazu willens ist.

dr.pingel

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  • »dr.pingel« ist männlich

Beiträge: 3 949

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

36

Freitag, 17. November 2017, 19:47

[/quote]Sehr dramatisch ausgedrückt. Aber nichts anderes hat die Renaissance mit dem Mittelalter gemacht, indem sie in der prüden und verklemmten Christenwelt die antike Freude an der Nacktheit wieder bildfähig machte. Wann in der Geschichte der Kunst hat sich denn Kunst von Tabus, die Rezipienten für unübertretbar halten, abhalten lassen zu tun, was sie tun will? Für die Künstler der Renaissance war die Antike maßgeblich, also die Kunst von Menschen, die längst tot waren. Wegen dieser wurden die Vorbehalte der Lebenden ignoriert - auf dass sie wieder lernen so zu sein wie die Toten.[/quote] (Zitat von Holger Kaletha).



(Antwort)

Was ich im Sinn hatte, war eine ältere nackte Frau als Erda im Rheingold, die nicht gerade zur Schönheitskönigin gewählt wurde. Du verweist auf die Renaissance, da habe ich aber z. B. Botticellis Aphrodite im Kopf. Dieses Bild spielt übrigens eine wichtige Rolle im ersten Satz von Brittens "Hymn to St.Cecilia", eines meiner absoluten Lieblingsstücke für Chor.
"Früher war alles besser!" Sogar die Kommentare zu "Früher war alles besser!" waren früher besser (Dr. Pingel´s Brosamen, Band 1, Nr. 65).

dr.pingel

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  • »dr.pingel« ist männlich

Beiträge: 3 949

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

37

Freitag, 17. November 2017, 19:59



Und zu einem sinnvollen Austausch gehört auch, dass man über das "ich will das nicht sehen und Punkt" hinauskommt. Denn das ist schlicht indiskutabel. Ich will etwas nicht sehen, was du gerne siehst. Was folgt daraus? Gar nichts! Ein Dialog wäre z.B. die Frage: Warum kannst Du Nacktheit auf der Bühne ohne Probleme ertragen und ich nicht? Dann gäbe es die Möglichkeit, die Gründe dafür kennenzulernen. Das pure Geltenlassen der anderen Meinung ist eben noch keine Basis für einen Dialog. Die andere Meinung muss für einen selbst irgendwie interessant sein. Schöne Grüße
Holger


Das ist genau meine Position (und, wenn ich richtig sehe, Rodolfos auch). Der Grund ist der, dass wir uns in den unzähligen RT-Debatten erschöpft haben. Natürlich ist das "indiskutabel", das genau ist unsere Absicht. Riesige Mengen von RT-Beiträgen haben dazu geführt, dass wir noch genau am Anfang stehen und es nicht vorwärts geht. Anders als bei den Jamaika-Verhandlungen habe ich hier gemerkt, dass man besser fährt, die Sachen nur noch zur Kenntnis zu nehmen.
"Früher war alles besser!" Sogar die Kommentare zu "Früher war alles besser!" waren früher besser (Dr. Pingel´s Brosamen, Band 1, Nr. 65).

Dr. Holger Kaletha

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Beiträge: 6 173

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

38

Freitag, 17. November 2017, 20:11

Was ich im Sinn hatte, war eine ältere nackte Frau als Erda im Rheingold, die nicht gerade zur Schönheitskönigin gewählt wurde. Du verweist auf die Renaissance, da habe ich aber z. B. Botticellis Aphrodite im Kopf. Dieses Bild spielt übrigens eine wichtige Rolle im ersten Satz von Brittens "Hymn to St.Cecilia", eines meiner absoluten Lieblingsstücke für Chor.
Warum muss denn Nacktheit immer schön sein? Wagner ist doch gerade einer der Väter des Expressionismus, indem er den Ästhetizismus von Hanslick als oberflächlich kritisierte. Er hielt dagegen, dass Musik und Musiktheater nur dann bedeutungsvoll ist, wenn es nicht nur schön, sondern ausdrucksvoll ist. Und der Ausdruck von Erda ist ihre Erdverbundenheit - das ist ihre unschöne, ungeschminkte Nacktheit, vollständig ungeformt und unstilisiert. Und es ist auch nicht so, dass das Feigenblatt das Kriterium wäre, dass Nacktheit nicht Pornographie, sondern Kunst wäre. Der Körper darf schon ganz nackt gezeigt werden - worauf es ankommt ist die Bildkomposition und die daraus sich ergebende Blickperspektive. Gerade bei Botticelli oder Tizian kann man das sehen (und auch in Manets Tizian-Parodie). In dieser Hinsicht ist auch der Courbet schon sehr "ästhetisch" komponiert und eben nicht einfach nur ein pornographischer Schock. Dazu müsste man aber in eine Bildanalyse einsteigen.

Das Renaissance-Beispiel sollte doch nur sagen, dass der Tabubruch eine Sache der Empfindung ist und nicht der nackten Tatsachen. Für manche Menschen bedeutet nackt zu sein schon ohne Kopftuch herumzulaufen, oder allgemein die Haut nicht zu bedecken oder den Busen zu zeigen. Das ist kulturell und individuell sehr verschieden. Wir können heute kaum noch nachempfinden, was für einen Menschen von damals so ein Renaissance-Bild für einen Schock auslöste. Für die korrupten, dekadenten Fürsten und Päpste mit ihren Mätressen natürlich nicht.

Schöne Grüße
Holger

Hosenrolle1

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  • »Hosenrolle1« ist männlich

Beiträge: 777

Registrierungsdatum: 3. August 2017

39

Freitag, 17. November 2017, 20:56

Warum muss denn Nacktheit immer schön sein?

Da musste ich gerade an Rubens´ Gemälde "Drei Grazien" denken:


[Quelle: kunstkopie.de]

:D :D



LG,
Hosenrolle1
„Begreifen wir endlich, dass der emotionale Kult der Tradition nur eine Form unserer geistigen Faulheit ist.“ (Stanislaw Brzozowski)

Melomane

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  • »Melomane« ist männlich

Beiträge: 98

Registrierungsdatum: 8. November 2017

40

Freitag, 17. November 2017, 22:22

Die Kritiken, die noch jetzt im www zu lesen sind, scheinen mir nicht freundlich. Und die Reaktion war wohl alles andere als begeisternd. Man kann einige finden, wenn man unter Kusej, München und Rusalka sucht.
Ist das so?

http://www.sueddeutsche.de/kultur/bayeri…njagd-1.1015639

Daraus: "Ob echt, ob falsch, der Alltagsästhetik des Abend tut das keinen Abbruch. Denn Märchen sind für Martin Kusej schließlich eine Mischung aus naturverbundener Gemütlichkeit und asozial brutaler Ungemütlichkeit."

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/bu…m-11057207.html

Daraus: "Die Inszenierung nimmt mit solchen surreal übersteigerten Momenten geschickt Bezug auf die Abgründe in Jaroslav Kvapils Libretto."


http://www.tagesspiegel.de/kultur/rusalk…st/1966478.html

Daraus: "Ein Trauertraumspiel: Martin Kusej inszeniert in München Dvoraks Oper "Rusalka" und verdient die Ovationen."


https://www.nzz.ch/die_missbrauchten-1.8147707

Daraus: "Die sehenswerte Produktion zeigt, dass es auch ohne den Griff in die Mottenkiste des «Realtheaters» geht."


https://www.merkur.de/kultur/premierenkr…lka-975431.html

Daraus: "Das ist Kusejs Deutung. Aber wie er das macht! Man spürt bei einem schnellen Blick durch die Zuschauerreihen, welche Spannung da aufgebaut wird, wie schlüssig jede Geste, jeder Chor-Auftritt empfunden wird, welch unglaublich sicheres Gefühl Kusej (er ist ja ein Ass im Sport) für den Körper hat."



Also Süddeutsche, FAZ, Tagesspiegel, Neue Zürcher Zeitung und Münchner Merkur (nicht unbedingt die unwichtigsten Presseorgane) schrieben alle sehr positiv oder zumindest anerkennend.


Zitat

Tut mir leid, da finde ich nichts gelungenes.


Bei diesem Satz verstehe ich nicht so ganz, was du meinst: Meinst du die Kritiken, an denen du nichts gelungenes findest? Oder meinst du die Inszenierung? "Bertarido", der sie gesehen hat beschreibt sie als "schlüssig" und "packend". Solltest du die Inszenierung meinen, hast du sie ja sicher auch gesehen und kannst uns hier darlegen, weshalb du an ihr "nichts gelungenes" findest.

Dr. Holger Kaletha

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  • »Dr. Holger Kaletha« ist männlich

Beiträge: 6 173

Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

41

Samstag, 18. November 2017, 10:44

Das Urteil kann also nur lauten, gelungen oder nicht gelungen und dann bitte mit Begründung des Urteils. Wobei man sich noch auf Beurteilungsmaßstäbe einigen müsste.
In dieser Hinsicht ist doch das Kupfer-Beispiel eine große Chance. Das erste Mal, wo eine Inszenierung von beiden Seiten gut gefunden wird trotz RT. Nur kommt von den RT-Gegnern nichts. Wie soll man dieses Schweigen verstehen? Schämen sie sich für den Irrtum, RT einmal nicht schlecht, sondern richtig gut gefunden zu haben? Haben sie nicht den Mut, ihren Irrtum einzugestehen und zu sagen: Eigentlich darf ich die Kupfer-Inszenierung gar nicht gut finden! Oder liegt es vielleicht daran, dass die ganze Debatte um "Werktreue" nur vorgeschoben ist, weil man sich nämlich mit dem Inhalt der Oper nur oberflächlich beschäftigt und entsprechend Veränderungen des Librettos gar nicht erkennt? Ist dann der wahre Grund, dass man alles - RT hin oder her - akzeptiert, nur wenn es keine "Aufreger" gibt wie Kühlschränke auf der Bühne oder Sex, so dass die schöne Abendunterhaltung nicht gefährdet ist? Wenn hier nun keine Beurteilungsmaßstäbe diskutiert werden können jenseits der Frage RT oder nicht RT, dann ist endgültig klar, dass es RT-Gegnern weder um die Sache noch irgendeine Verständigung in einer Diskussion geht. Es wäre zu schön, wenn all das nicht wahr wäre! Ansonsten muss es dann mal wieder heißen: Nichts Neues unter der Sonne!

Schöne Grüße
Holger

Gerhard Wischniewski

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  • »Gerhard Wischniewski« ist männlich

Beiträge: 4 237

Registrierungsdatum: 7. April 2011

42

Samstag, 18. November 2017, 11:39

Peter Brook, wohl einer der bekanntesten und besten Regisseure unserer Zeit, sagt im Interview mit den Kölner Stadtanzeiger:
"Ein "Director" bin ich nur in dem Sinne, dass ich den Schauspielern den Weg weise"
...
Was ich an Brecht furchtbar fand, war seine Idee, dass die Schauspieler dem Publikum überlegen sind. Wir guten Marxisten zeigen dem dummen Publikum, wo es lang geht. Allein schon das Wort "Lehrstück"! Das muss man sich mal vorstellen, das ist doch reiner Horror!"

Ohne Kommentar.

Liebe Grüße
Gerhard
Ich bin einverstanden, und ohne Bedauern, wenn meine Opern nicht aufgeführt werden; aber wenn sie aufgeführt werden, verlange ich, dass es so sei, wie ich sie mir vorgestellt habe.
(Verdi an Giulio Ricordi, Juni 1894)

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 18 443

Registrierungsdatum: 9. August 2004

43

Samstag, 18. November 2017, 13:45

@Dr Kaletha und Rest der Welt

Ich möchte hier - aus meiner persönlichen Warte - einige "Mißverständnisse" oder vielleicht auch (was ich weniger glaube, aber immerhin für möglich halte) "bewusst erzeugte Mißverständnisse" aufklären un auf EINIGE Statments eingehen

Zitat

Glenn Gould oder Lang Lang spricht niemand diesen Künstlern den Respekt ab. D.h. die Kritik bleibt von daher immer sachlich - auch in einem Verriss. Es bleiben also immer Gemeinsamkeiten bestehen.


Das liegt IMO darin begründer, daß man diesen Interpreten ausweichen kann, sie negieren, Sie stören nicht weiter. Glenn Gould habe ich kaufen müssen, weil ich dieses Forum betreibe -- sonst hätte ich - abgesehen von den Goldberg Variationen II nichts von ihm. Zu dieser CD kam ich um 1985, weil ich den "berühmten Namen kannte, keine einzige Einspielung von ihm kannte, keine warnenden Stimmen in der Nähe waren UND - da war der Hauptgrund - ich meine CD-Sammlung eben erst begonnenhatt, wobei es damals generel kaum noch ein Angebot gab.
Von Lang Lang besitze ich keine einzige Aufnahme, und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Ich brauche ihn nicht anzugreifen, weil es keine Berührungpunkte gibt.

Beim Regietheater und "moderner Kunst und Architektur" ist das anders. Wie eine alles umschlingende Krake hat das RT alles in seinen Fangarmen und das mir einst liebgewonnene elgante Theater quasi erdrückt. In fast jedem Park steht eine aus öffentlichen Geldern finanzierte hässliche Statue und schiefe Türme und andere Häßlichkeiten haben die historische Silhouette Wien de facto zerstört. Ein weiteres Hochhaus (uns droht dadurch die Aberkennung Wien als "Weltkulturerbe") ist - Dank Zustimmung der "Grünen" in Bau, letzte sind (auch dafür ?) nicht mehr ins Parlament gewählt worden - ein Beweis auf welche Weise ICH "unerwünschte Kultur" angreifen würde.

Zitat

Hier dagegen gibt es unvereinbare Meinungen, die so schroff gegeneinanderstehen plus Feindseligkeiten, so dass ein Austausch eigentlich gar keinen Sinn macht. Denn es fehlt jegliche Vertrauensbasis zwischen den Diskutanten und auch die Gemeinsamkeit, dass man das, was man nicht gut findet, zumindest respektiert.


Diesem Punk pflichte ich bei: Es ist sinnlos. Hier geht es um ESSENTIELLE Weltanschaungen und ESSENTIELLE Ästhetik
Das bedeutet nicht, daß ich die Diskutanten PERSÖNLICH angreifen muß (solange ICH nicht angegriffen werde

Aber der Kernpunkt des Misveraändnisses ist IMO folgender

Ich sehe das Tamino Klassikforum NICHT als Stelle der MISSIONIERUNG oder üm jemanden von meiner Meinung zu überzeugen (ebensowenige wie ich "bekehrbar" bin)
SONDERN als GEGENGEWICHt zu oft "gleichgesdchaltenen Presse", welch über Jahre hindurch RT-Gegner entweder totgeschwiegen, ins "rechte Eck" gestellt, oder lächerlich gemacht hat. Dazu kam immer wieder die Behauptung, die Mehrheit befürworte dieses moderne Operntheater.

Der Beitrag, den Tamino zur Zurückdrängung des Regietheates oder (idealerweise) zu dessen Zerstörung zu leisten imstande ist, liegt NICHT in Überzeugungsarbeit, nicht im Aufsammeln von "verlorenen Schafen", nicht darin , aus Gegnern Gleichgesinnte zu machen, sondern darin, die Lüge: "Du bist nur ein einzelner Spinner, wenn Du am Althergebrachten klebst.- Du hast keine Chance, halte den Mund sonst machst Du dich lächerlich" zu entlarven

Und das ist uns bislang - sieht man die vielen gehässigen Kommentar über Tamino im Netz - recht gut gelungen. :D

Ich will also AUFDECKEN, wie groß der Widerwille ist. Es ist wie mit den Wahlerfolgen der Afd in Deutschland oder der FPÖ in Österreich, des BREXIT oder Trumps
EGAL wie man dazu steht, ob man diese Entwicklung begrüßt oder fürchtet: ---es ist der Spiegel der WAHRHEIT
Ließe man das Abonnentenpublikum über das Regietheater abstimmen, so weiß ich wie das Ergebnis ausginge. Daher vermeidet man die tunlichst.

Mehr ist nicht zu erwarten - ich bin Realist. Deshalb betone ich mit einer gewissen Regelmäßigkeit meinen Standpunkt, ohne mich aber im Übermaß an den Diskussionen zu beteiligen. Ich bin dann in anderen Bereichen des Forums aktiv. Das RT permanent anzugreifen halte ich für nicht notwendig, denn es hat sich überlebt, was wir hier sehen und darüber in einschlägiger Presse lesen, das sind noch die letzten aggressiven Ausläufer, die vertuschen sollen, daß es die letzten Zuckungen sind.

Zitat

Wagner ist doch gerade einer der Väter des Expressionismus, indem er den Ästhetizismus von Hanslick als oberflächlich kritisierte. Er hielt dagegen, dass Musik und Musiktheater nur dann bedeutungsvoll ist, wenn es nicht nur schön, sondern ausdrucksvoll ist.


Vielleicht ist es das, was mir Wagner so fremd macht - Ich mag ihn nicht besonder (von 2 oder 3 Opern abgesehen) aber er hat sicher seine Qualitäten, sonst wäre er nicht einer der wenigen Komponisten mit deutschen Opern, die noch nicht von den Italienern verdrängt wurden.

Aber auch Hanslick ist (vor allem von seinen Gegnern) nicht vergessen. Wer über ihn witerdiskutieren möchte, es gibt einen eignen Thread über ihn:

www.tamino-klassikforum.at/index.php?pag…&threadID=15973

Beste Grüße aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

MSchenk

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Registrierungsdatum: 5. März 2011

44

Samstag, 18. November 2017, 14:48

Tiefliegende Trauer über einen Verlust - durchaus vergleichbar mit der Trauer eine Kindes über den Verlust des geliebten Spielzeuges. Daraus, in Ermangelung einer entsprechenden Kompensation, sich ergebender Hass auf die Verursacher der Trauer. Da man deren jedoch nicht wirklich habhaft werden kann, sie gar unangreifbar erscheinen, folgt die Projektion des Hasses auf diejenigen, die diesen Hass nicht nur nicht verspüren, sondern den Gegenstand der Trauer in seiner die Trauer verursachenden Form für an sich richtig halten. Auf der anderen Seite dann vollkomenes Unverständnis über den aus ihrere Sicht vollkommen irrationalen Hass und der Versuch einer Gegenargumentation, der notwendig ins Leere läuft. Die emotionale Ebene auf der einen Seite und die (oft nur vermeintlich) rationale bzw. argumentative Ebene auf der anderen Seite sind inkompatibel.

So könnte man den Eingangsbeitrag, den auch ich für sehr gelungen halte, wohl zusammenfassen. Natürlich läßt sich der so beschriebene Mechanismus sofort von seinem Gegenstand, hier ist es das sogenannte Regietheater, entkoppeln und jeder Psychologe oder Konfliktforscher wird zustimmend nicken. Und die nachfolgende Diskussion, welche trotz dieser Erkenntnis quasi unmittelbar in das beschriebene Muster zurückfällt, zeigt die Unlösbarkeit des Problems. - Somit dürfen wird uns vermutlich nach einer kurzen Phase der Entspannung auf die nächste massive Auseinandersetzung freuen ... Wie sagt Majestix so schön, wenn er wieder einlam vom Schild gefallen ist? - "Ich bin so müde ..."
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

Melomane

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Registrierungsdatum: 8. November 2017

45

Samstag, 18. November 2017, 17:57

Peter Brook, wohl einer der bekanntesten und besten Regisseure unserer Zeit, sagt im Interview mit den Kölner Stadtanzeiger:

Es ist wirklich erstaunlich, dass sich der arme Peter Brook Umarmungen vonseiten der konservativsten Opernbesucher gefallen lassen muss. Da das unter Umständen aus Unkenntnis bezüglich des Theaters von Peter Brook geschieht, hier ein paar Worte dazu: Peter Brook ist einer der radikalsten Theaterregisseure der letzten Jahrzehnte. Sein - im übrigen hochphilosophischer* - Essay "Der leere Raum" wendet sich radikal gegen jede Form von Illusionstheater, sondern ergreift Partei für ein hochkörperliches Theaterspiel und eine Verbindung von Theaterformen aus allen existierenden Kulturen. Peter Brook hat aber nicht nur Sprechtheater inszeniert, sondern auch Oper. Hier sind insbesondere zwei hochumstrittene, wie ich finde, aber sehr gelungene Arbeiten zu nennen: Seine 1981 uraufgeführte Version der Oper "Carmen" unter dem Titel "La trágedie de Carmen" ist eine radikale, auf 80 Minuten verdichtete Version von Bizets Oper, die auf alle großen Szenen verzichtet, Musik umstellt und außer Carmen, Escamillo, José und Micaela alle weiteren Partien sowie den Chor streicht. Da diese Version auch verfilmt worden ist, kann man sich hier ein sehr gutes Bild davon machen, aber Vorsicht, wer ein Folklore-Spanien sehen will, kommt hier gar nicht auf seine Kosten:


Sein "Don Giovanni", der 1998 in Aix-en-Provence Premiere hatte, war von ebenfalls von großer Radikalität: Die Bühne war leergefegt, heutige, einfache Kostüme versinnbildlichten die Aktualität des Geschehens. Als Spielelemente dienten farbige Bänke, aus denen Stangen wuchsen. In diesem fand ein ungeheuer intensives Spiel der Akteure statt, angeführt von damals blutjungen Peter Mattei. Hier kann man sich ein bisschen einen Eindruck davon machen:



Lieber Gerhard,

ich bin etwas erstaunt, dass du einen so modernen Theatermacher für einen der "besten Regisseure" unserer Zeit hältst. Solltest du das tatsächlich ernst meinen und dieses Urteil auf der Grundlage der Kenntnis von Brooks Arbeiten und eventuell sogar der Lektüre seines hochphilosophischen Essays "Der leere Raum" gefällt haben, treffen sich in diesem Fall unsere Geschmäcker voll und ganz, wenngleich es mich ob der sonst stets von dir verkündeten, verbindlichen Grundsätze, ein Bühnenbild habe so zu sein wie im Libretto beschrieben (Im "Don-Giovanni"-Libretto habe ich nie was über rote und blaue Stangen gelesen), das Stück habe in der vorgegebenen Zeit zu spielen etc., etwas wundert.


Zitat

Was ich an Brecht furchtbar fand, war seine Idee, dass die Schauspieler dem Publikum überlegen sind. Wir guten Marxisten zeigen dem dummen Publikum, wo es lang geht. Allein schon das Wort "Lehrstück"! Das muss man sich mal vorstellen, das ist doch reiner Horror!"

Wie die meisten britischen Theaterregisseure kann Brook mit Brecht nicht sehr viel anfangen. Dass er sich schon allein an dem Begriff "Lehrstück" (der die politische Dimension des Theaters untermauern soll und keine Schulstunde meint) aufhängt, spricht nicht dafür, dass er allzu tief in die Materie eingedrungen ist. Und selbst wenn, dann ist es auch logisch, dass das Element der Verfremdung, das für das epische Theater von existentieller Bedeutung ist, sich nicht gut trifft mit der von Brook postulierten direkten, körperlichen Darstellungsweise. Auch die Belehrung auf dem Theater und etwaige Überlegenheit der Akteure, trifft auf Brecht nicht wirklich zu: Im Gegenteil, er war einer der ersten, der seine Proben für jeden Zuschauer öffnete, das Theater, was er leitete, war ein offenes Gebilde und jeder konnte am Prozess der Erarbeitung einer Inszenierung teilhaben. Das war damals absolut revolutionär und befreite den Zuschauer aus der Unmündigkeit. Es ist das Gegenteil von dem, was Brook Brecht unterstellt.


*Ich weise darauf hin, weil hier ja öfter behauptet wird, Philosophie und Theater hätten miteinander nichts zu tun.

Dr. Holger Kaletha

Prägender Forenuser

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Registrierungsdatum: 2. Februar 2008

46

Samstag, 18. November 2017, 20:44

Beim Regietheater und "moderner Kunst und Architektur" ist das anders. Wie eine alles umschlingende Krake hat das RT alles in seinen Fangarmen und das mir einst liebgewonnene elgante Theater quasi erdrückt. In fast jedem Park steht eine aus öffentlichen Geldern finanzierte hässliche Statue und schiefe Türme und andere Häßlichkeiten haben die historische Silhouette Wien de facto zerstört.
Als Architektensohn fühle ich mich da natürlich angesprochen. Die Städte sind ganz sicher verschandelt mit sehr viel schlechter moderner Architektur. Denn leider gibt es ein krasses Niveaugefälle zwischen Genies der Moderne wie Mies van der Rohe oder Oscar Niemeyer und kommerzieller Architektur. Wir leben allerdings auch schon im Zeitalter der Postmoderne. Die hat nicht zuletzt doch zu einer Humanisierung der Architektur in den Städten geführt, weil man - programmatisch für die Postmoderne - auf den historischen Kontext Rücksicht nimmt.

Es gibt doch auch viele positive Beispiele - Daniel Libeskind in Düsseldorf z.B. Das Projekt, den Jan-Wellem-Platz zuzubauen, war hoch umstritten, weil nämlich die Gefahr besteht, dass die Anbindung der Königsallee an den Hofgarten verloren geht. Vor der Lösung von Libeskind kann ich nur den Hut ziehen. Eine städtebauliche Glanzleistung! (Das Foto ist ein bisschen alt, heute sieht man die schöne Bepflanzung in der Fassade, deutlich mehr eingewachsen. Das habe ich zuletzt noch fotographiert. Genauso wenig, wie RT eine "Monokultur" ist, ist es "moderne Architektur". Auch hier tut Differenzierung Not, finde ich.

https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6-Bogen


Ich will also AUFDECKEN, wie groß der Widerwille ist. Es ist wie mit den Wahlerfolgen der Afd in Deutschland oder der FPÖ in Österreich, des BREXIT oder Trumps
EGAL wie man dazu steht, ob man diese Entwicklung begrüßt oder fürchtet: ---es ist der Spiegel der WAHRHEIT
... oder der alternativen Wahrheit bzw. "alterantiven" Fakten. Dazu gehören auch Phänomene wie "Filterblase" und "Echokammer-Effekt" - beim Thema RT ist diese Problematik auch gar nicht so fern, finde ich. Insofern passt der Vergleich mit Trump und der AfD tatsächlich. :untertauch:
Tiefliegende Trauer über einen Verlust - durchaus vergleichbar mit der Trauer eine Kindes über den Verlust des geliebten Spielzeuges. Daraus, in Ermangelung einer entsprechenden Kompensation, sich ergebender Hass auf die Verursacher der Trauer. Da man deren jedoch nicht wirklich habhaft werden kann, sie gar unangreifbar erscheinen, folgt die Projektion des Hasses auf diejenigen, die diesen Hass nicht nur nicht verspüren, sondern den Gegenstand der Trauer in seiner die Trauer verursachenden Form für an sich richtig halten. Auf der anderen Seite dann vollkomenes Unverständnis über den aus ihrere Sicht vollkommen irrationalen Hass und der Versuch einer Gegenargumentation, der notwendig ins Leere läuft. Die emotionale Ebene auf der einen Seite und die (oft nur vermeintlich) rationale bzw. argumentative Ebene auf der anderen Seite sind inkompatibel.

So könnte man den Eingangsbeitrag, den auch ich für sehr gelungen halte, wohl zusammenfassen. Natürlich läßt sich der so beschriebene Mechanismus sofort von seinem Gegenstand, hier ist es das sogenannte Regietheater, entkoppeln und jeder Psychologe oder Konfliktforscher wird zustimmend nicken. Und die nachfolgende Diskussion, welche trotz dieser Erkenntnis quasi unmittelbar in das beschriebene Muster zurückfällt, zeigt die Unlösbarkeit des Problems. - Somit dürfen wird uns vermutlich nach einer kurzen Phase der Entspannung auf die nächste massive Auseinandersetzung freuen ... Wie sagt Majestix so schön, wenn er wieder einlam vom Schild gefallen ist? - "Ich bin so müde ..."
Sehr treffend zusammengefasst, lieber Michael! :hello:
Wie die meisten britischen Theaterregisseure kann Brook mit Brecht nicht sehr viel anfangen. Dass er sich schon allein an dem Begriff "Lehrstück" (der die politische Dimension des Theaters untermauern soll und keine Schulstunde meint) aufhängt, spricht nicht dafür, dass er allzu tief in die Materie eingedrungen ist.
Genau! :) Dass die ein populäres Missverständnis von Schiller ist, habe ich hier richtiggestellt:

Opernästhetik

Wer erfahren will, wie unverkrampft witzig und locker Theater aus der Brecht-Schule heute aussieht, der soll sich die Inszenierungen von Ulrich Peters hier in Münster anschauen (Brecht/Weill Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny und Offenbach Hoffmanns Erzählungen, die Inszenierungen habe ich in der Rubrik "Gestern in der Oper" besprochen). Das Problem ist aber, dass viele RT-Gegner gar nicht mehr in die Oper gehen. Was sie für Brecht-Theater halten, hat von daher reichlich wenig mit der aktuellen Theater-Realität zu tun, sondern mehr mit Klischees aus den 60iger Jahren. :)

So, nun esse ich meine Kürbessuppe, ganz "kulinarisch", denn "wir sind Mahagonny". :D

Schöne Grüße
Holger

Sixtus

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Samstag, 18. November 2017, 23:32

Friedrich Schiller: "Da wandte sich der Gast mit Grausen..."

Es ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich diese Debatte nicht mehr aushalte.
Dass ich hier mitmache, ist eine der skurrilsten Episoden meines Lebens - ich bin dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Ich hatte, mit Mitte Siebzig, nach einem Leben, in dem die Gattung Oper immer zentral war, vom aktuellen Opernbetrieb die Nase voll. Aber mein später Freund Siegmund Nimsgern (dem es ähnlich ging), lockte mich zum Künstlertreffen der Gottlob-Frick-Gesellschaft. Dort "entdeckte" mich die zufällig anwesende Chefredakteurin des Wiener Merker und "engagierte" mich für Berichte aus Saarbrücken. Dazu kamen dann noch sporadisch Kaiserslautern - und vor allem Straßburg. Ich graste die jeweiligen Premieren ab, erlebte dadurch einige schöne Produktionen, aber überwiegend entsetzlich entstellte Werke der klassischen und romantischen Opernliteratur, die ich mir "außer Dienst" nie angetan hätte.
Parallel dazu hatte mich Freund Hey hierher gelockt, wo mich ein Wechselbad von Freude und Frust empfing, was sich bis heute nicht geändert hat. Inzwischen werde ich von Freunden gefragt, warum ich mir das antue.
Als ich dieses Jahr Achtzig wurde, war ich meines Merker-Dienstes müde - und wollte endlich meinen Ruhestand. Jetzt frage ich mich, weshalb ich nicht auch hier aufhöre, wo ich mir meine Gesprächspartner nicht aussuchen kann und immer wieder feindselige Nackenschläge einstecken muss. Deshalb habe ich mich auch, neben gesundheitlichen Rücksichten, in letzter Zeit sehr rar gemacht.
Zum Kern der Sache: Ich finde besonders diese RT-"Diskussion" unersprießlich - und inzwischen peinlich. Meine Haltung dazu: Ich habe mich, nach Beendigung meiner Merker-Berichte, dazu durchgerungen, Opernhäuser nicht mehr ungeprüft zu betreten. Wenn das viele, die das ähnlich sehen, auch täten, wäre der Spuk dieser unwürdigen RT-Diskussion, bei der die beiden Parteien regelmäßig aneinander vorbei giften, bald zu Ende - mangels Masse. Die Theater müssten wieder Opern spielen, die man auch wiedererkennt.
Ich verabschiede mich hiermit von diesem grotesken Thema. Vielleicht werde ich, wenn Alfred es erlaubt, gelegentlich bei anderen Themen etwas beitragen. Falls nicht erwünscht, auch gut. Einige werden erleichtert sein, aber das beruht auf Gegenseitigkeit.
Für diejenigen, mit denen ich oft einer Meinung war, tut es mir leid, dass ich meinen Nerven zuliebe die Notbremse ziehen muss. Seid herzlich gegrüßt von Sixtus!

dr.pingel

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Sonntag, 19. November 2017, 00:43

Ich kann dich, Sixtus, gut verstehen, denn nach meinem letzten Beitrag, den man wie eine heiße Kartoffel hat fallen lassen, bin ich mal wieder ernüchtert. Meine Position ist die mittlere. Es hängt ab von der einzelnen Inszenierung. Ich habe tolle RT-Inszenierungen gesehen (Britten in Düsseldorf) und wunderbare konventionelle (Katja Kabanova in Münster), daher ärgert und langweilt mich diese Diskussion. Und die Lösung haben schon eine Reihe von Taminos gefunden: Abschied.
"Früher war alles besser!" Sogar die Kommentare zu "Früher war alles besser!" waren früher besser (Dr. Pingel´s Brosamen, Band 1, Nr. 65).

Dr. Holger Kaletha

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Sonntag, 19. November 2017, 09:19

Ich kann dich, Sixtus, gut verstehen, denn nach meinem letzten Beitrag, den man wie eine heiße Kartoffel hat fallen lassen, bin ich mal wieder ernüchtert.
Das war dieser Beitrag hier wenn ich richtig geschaut habe:
Das ist genau meine Position (und, wenn ich richtig sehe, Rodolfos auch). Der Grund ist der, dass wir uns in den unzähligen RT-Debatten erschöpft haben. Natürlich ist das "indiskutabel", das genau ist unsere Absicht. Riesige Mengen von RT-Beiträgen haben dazu geführt, dass wir noch genau am Anfang stehen und es nicht vorwärts geht. Anders als bei den Jamaika-Verhandlungen habe ich hier gemerkt, dass man besser fährt, die Sachen nur noch zur Kenntnis zu nehmen.
Den entscheidenden Satz habe ich unterstrichen. Darauf kann man doch eigentlich gar nicht antworten! Etwas Indiskutables diskutieren wollen? Ist das nicht absurd?
Es ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich diese Debatte nicht mehr aushalte.
Neben vielen sachlichen Beiträgen kam aber auch von Deiner Seite - ich erinnere nur - die Forderung, man solle, könne und dürfe im Ernst die Diskussion über "entartete Kunst" wieder aufnehmen in dieser Frage. Das war dann für viele Gesprächsteilnehmer hier einfach nicht mehr zum Aushalten.
Es hängt ab von der einzelnen Inszenierung. Ich habe tolle RT-Inszenierungen gesehen (Britten in Düsseldorf) und wunderbare konventionelle (Katja Kabanova in Münster), daher ärgert und langweilt mich diese Diskussion. Und die Lösung haben schon eine Reihe von Taminos gefunden: Abschied.
Das ist das Verrückte. Diese Haltung nehmen doch alle, Michael Schenk, Bertarido und auch ich ein! Ich habe immer gesagt, mich interessiert überhaupt nicht, in welche Schublade eine Inszenierung gesteckt wird sondern allein, ob das für mich Sinn macht oder nicht. Die Diskussionen sind - jedenfalls von meiner Seite - mit der Illusion geführt worden, man könnte wenigstens dahin kommen, auch das Theater, was man nicht mag, als legitim anzuerkennen und zu respektieren und dann eben sich die einzelnen Inszenierungen anzuschauen. Ein solcher Kosnens ist aber nicht erreichbar und er wird von RT-Gegner auch nicht gewollt, wie sie das ja immer wieder offen bekannt haben. Es kam immer wieder die Antwort: Null Toleranz und Null Akzeptanz für RT. So stellt sich aber wirklich die Frage: Wieso ist so ein Thema dann überhaupt forentauglich? Bei der Fundamentalopposition des "harten Kerns" der RT-Gegner heißt das doch nur, dass sie im Grunde nur noch untereinander kommunizieren können, nämlich die Bestätigung einholen: es gibt Gleichgesinnte und die leiden genauso am Theater, so wie es faktisch ist. Dann braucht man aber ein Spezialforum oder Weltanschauungsforum wie das von Jagdfreunden oder Kaninchenzüchtern, wo Tierschützer, welche das für Tierquälerei halten, nicht zugelassen sind. Also warum gründen sie dann nicht ein Forum nur für RT-Gegner? Nur das wäre konsequent.

Melomane hat genau den Finger in die Wunde gelegt. Einer der Wortführer gegen RT hier, Wischniewski, ist über die Vielfalt der verschiedenen Arten, wie Theater gemacht wird, offenbar gar nicht im Bilde. Beispiel: Brook. Da wird statt dessen alles in eine Schublade gesteckt. Man kann und will einfach nicht verstehen, dass der sehr verschiedene Umgang mit Stücken die Konsequenz einer ganz bestimmten Auffassung von Theater ist, die man vertritt und rein gar nichts damit zu tun hat, dass der Regisseur auf dem Egotrip ist oder die "Intention" verfolgt, das Werk zu verschandeln. Das sind alles Psychologismen, die polemisch unterstellt werden mangels elementarer Verständnisbereitschaft und aus Unkenntnis der Theaterwelt, wo folgerichtig die Sachlichkeit auf Null reduziert und jegliche Diskussion sinnlos ist.

Sachlich ist der "geordische Knoten" eben nicht durchzuhauen, wenn z.B. gebetsmühlenartig wiederholend behauptet wird, die Verlegung von Ort und Zeit der Handlung sei per se sinnentstellend. Die Aussage ist dann nämlich von der Form her normativ und allgemein, d.h. man braucht die Einzelinszenierungen gar nicht mehr en detail diskutieren, sondern kann sie gewissermaßen von vornherein "abhaken": Erfüllt sie das normative Kriterium oder nicht? Nähere Beschäftigung ist dann überflüssig: Schon wieder spielt die Handlung an einem anderen Ort - selbstverständlich abgelehnt. Was damit unterbleibt ist neben der theoretischen Ebene, dass diese Behauptung dramentheoretisch schlicht falsch ist, dass man konkret das Stück analysiert und fragt: Ist der Ort der Handlung nun zum Sinnverständnis erforderlich oder nicht oder wie weit ist er erforderlich? Was passiert tatsächlich, wenn eine Inszenierung hier verändernd eingreift mit dem Sinn und Sinnverständnis? All das unterbleibt, weil die RT-Gegner in solchen Fragen immer auf die Ebene des Normativ-Allgemeinen wechseln und dann grotesk umgekehrt den Analytikern und Theoretikern unterstellen, sie wären nicht konkret.

Ich glaube, die Sinnlosigkeit jeglicher Art von Verständnisbemühung ist inzwischen mehr als evident. Am besten, man trifft die Vereinbarung, schlicht nicht mehr miteinander zu reden.

Schöne Grüße
Holger

rodolfo39

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Sonntag, 19. November 2017, 09:20

Ich stehe bei diesem Thema wie dr. pingel in der Mitte . Ich gehe lieber live in die Oper und und bilde mur so meine Meinung und mir muß schließlich die Aufführung gefallen und nicht denen , die sie nicht gesehen haben. Deshalb verstehe ich auch nicht , daß ständig von wir oder uns geredet wird. Gestern hab ich in Düsseldorf eine sehr schöne Madama Butterfly Inszenierung gesehen , die für andere im Forum wohl eher eine Verunstaltung gewesen wäre.

La Roche

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Sonntag, 19. November 2017, 10:26

Nachdem ich den Beitrag von Sixtus (Nr. 47) und die Antwort von Dr. Kaletha (Nr. 49) gelesen habe, ziehe auch ich meine Konsequenzen.

Seit rund 60 Jahren besuche ich Opern, habe begeisternde und langweilige Inszenierungen gesehen, liebenswerte und (zunehmend) abstoßende. Daraus hat sich ein Weltbild formiert, eine Abbilldung dessen, wie ich einen Opernbesuch gestaltet haben möchte. Man freut sich tagelang darauf, denn Vorfreude gehört zu den schönsten Freuden. Dann zieht man seine "guten" Sachen an, denn für mich ist ein Theaterabend noch immer nichts Alltägliches, sondern etwas Besonderes. Dann freut man sich, daß auch die Ehefrau diese Begeisterung teilt, daß sie sich auch "theaterfein" gemacht hat und fährt voller freudiger Erwartungen los. Und plötzlich, etwa seit Beginn der 90-er Jahre, werden diese Erwartungen nicht mehr erfüllt. Handlungen stimmen nicht mehr überein mit den Angaben im Theaterprogramm, Zeit und Raum wurden verlegt, ja sogar an der Musik wird rumgeschnippelt (z.B. Freischütz in Erfurt). Rigoletto ist nicht mehr bucklig, sondern trägt eine Armprothese (Weimar). Othello ist kein Eifersuchtsdrama mehr, sondern ein Krieg der Religionen (Gera), Lohengrin handelt auf einer Baustelle zur Schaffung blühender Landstriche, Telramund kommt als asiatischer Heilsbringer (auch Gera) usw.

Und solche Inszenierungen bestimmten zunehmend jeden Theaterabend und bewirkten, daß die Vorfreude eigentlich falsch war, und bewirkte auch, daß man das Theater zunehmend mit schlechter Laune verlassen hat. Im Ergebnis habe ich leider, leider meine Opernbesuche stark einschränken müssen. Waren es vor 20 Jahren noch ca. 4 Besuche im Monat sind es jetzt höchstens 4 im Jahr. Ich gehe nicht ins Theater, um mich zu ärgern, dazu ist mir jeder Groschen zu schade. Und alles nur weil Regisseure es auf einmal als notwendig empfanden, Sinn, Handlung, Personencharakterisken, Zeit und sogar die Musik so zu interpretieren, wie sie es für richtig halten und nicht der Erschaffer des Werkes.

Im Forum habe ich einmal gehofft, daß mir das jemand erklären kann. Stattdessen wird man mit theoretischen philosophischen Urschleim übergossen, der alles bewirkt, nur kein Verständnis dafür erweckt. Verdi hat seine Opern für alle geschrieben, er hat Massen begeistert, die ohne Philosophie und ohne Horaz oder Gadamer zu kennen von seiner Musik begeistert waren. Auch ich bin nur aus dem Grunde in die Oper gegangen, um Musik, Gesang, schöne Kostüme und dazu passende Kulissen einfach nur zu genießen. Eine moralischen Zugewinn oder gar eine Weiterbildung hatte ich nie als Erwartungshaltung, letzteres höchstens, wenn ich eine neue, mir bis dahin unbekannte Oper ansehen wollte. Zum Erschließen neuer Kenntnisse nutze ich Bücher, Dokus oder Vorträge.

Mit diesem Standpunkt wird man von einer sehr kleinen Gruppe im Forum als rückständig, museal, ja sogar als fachlich inkompetent bezeichnet. Die Rechthaberei, die ständige Besserwisserei von Dr. Kaletha und nun auch Melomane geht mir so auf den Keks, daß ich keinerlei Interesse mehr habe, hier im Forum über Oper zu reden. Ich ziehe mich hiermit aus allen entsprechenden Threads zurück, werde auch meine Eindrücke über Inszenierungen meiner wenigen Opernbesuche für mich behalten und in diesem Kreise nicht mehr bringen. Dazu habe ich andere Möglichkeiten, auch bei der Unterstützung von Initiativen wie der von Prof. Gilles . Auf Beleidigungen, wie sie gegen Gerhard Wischnewski ausgebracht wurden und die auch mich und andere schon erreicht haben möchte ich zukünftig verzichten, das habe ich nicht nötig. Dazu ist Dr. Kaletha nicht der Mensch, der mir imponieren könnte, und Melomane ist ja sogar inkognito im Forum (nur er weiß warum). Kaletha und Verbündete mögen das als Sieg auffassen, das ist mir egal. Für mich ist es ein Sieg, einem Krieg ausgewichen zu sein. Den kann Dr. Kaletha mit seinen Jüngern fortsetzen, ich mach da nicht mit.

Über meine sinfonischen Eindrücke, auch über Gesang werde ich schon weiter diskutieren, dazu ist mir Musik wichtig genug. Aber die Auswüchse des RT (nicht moderate, dem Stück dienende Umsetzungen) incl. ihrer theoretischen Schönrederei werden mich nie erreichen können.

La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer
Nihil fit sine causa