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rodolfo39

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1

Sonntag, 19. November 2017, 18:34

Puccini Madama Butterfly gelungene Premiere in Düsseldorf am 18.11.2017

Das Haus war gestern Abend restlos ausverkauft. Selbst mein früherer Stammplatz im dritten Rang an der Seite , wo ich zu DM Zeiten 7 DM bezahlt habe und die jetzt für 10 Euro , allerdings nur bei großer Nachfrage verkauft werden, waren alle besetzt. In der Inszenierung von Anton Rechi sieht man im ersten Akt die amerikanische Botschaft , die aus vielen Säulen besteht. Am Ende hört man den Abwurf einer Bombe und die Botschaft stürzt krachend ein. Der zweite und dritte Akt ähnelt einem amerikanischem Camp . Das Haus von Butterfly ist ein einfaches Zelt mit amerikanischer Flagge. Außerdem gibt es einen kleinen Aussichtsturm. Wenn Pinkerton zurückkommt, hört man das Gezwitscher von Rotkehlchen. Am Ende ersticht sich Butterfly vor den Augen von Pinkerton. Ganz hervorragend war Lina Aleksanyan als Butterfly. Im ersten Akt hatte ihr Sopran noch etwas kindliches um dann richtig aufzublühen. Sie hat einen eher lyrischen Sopran ohne Vibrato in den Höhen. Enttäuscht war ich von. Zoran Todorovich der den Pinkerton gesungen hat. Er hat zwar einen lauten Tenor, aber es fehlt der nötige Schmelz , den Eduardo Aladren bei der Premiere in Duisburg hatte. Pinkerton ist für mich der größte Unsympath in der Oper. Sharpless ist eigentlich auch nicht viel besser , wird er doch von seinem Freund ein hübsches Sümmchen Geld für seine Dienste bekommen haben. Sharpless würde sehr gut von Bogdan Baciu gesungen. In dieser Rolle konnte er mich mit seinem lyrischen Bariton mehr überzeugen, als In der Rolle des Enrico in der Lucia. Die Suzuki von Emma Sventelius hatte einen vollen Mezzo. Darstellerisch waren alle sehr gut. Eine gute Leistung g bot wie immer der Chor der Rheinoper. Am Ende gab es über 10 Minuten Viele Bravis und stehende Ovationen. Etwas schwächer war der Applaus bei Zoran Todorovich und dem Dirigenten Antonio Fogliani, der mir etwas zu laut dirigiert hat.

Caruso41

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2

Sonntag, 19. November 2017, 18:56

Lieber Rodolfo,

es freut mich dass Lina Aleksanyan wieder so gut war. Wir haben ja schon im Februar nach die Butterfly in Duisburg überlegt, ob sie nicht mal im Thread NEUE STIMMEN vorgestellt werden könnte! Christian Biskup wollte das ja eventuell machen. Aber wenn eine Vorstellung anfangen willst, ist das sicher auch OK!

Ich habe Lina Aleksanyan als Traviata in Braunschweig gehört. Das ist sicher eine aufstrebende Sopranistin!
Dafür ist wohl leider Zoran Todorovic eher ein absteigender Tenor. Seit er Otello und dergleichen Partien singt, ist er nur noch laut, schmelz- und glanzlos! Schade. Er war wirklich ein Guter. Seine Zeit in Hannover habe ich in bester Erinnerung! Vor allem als Jenik (Die verkaufte Braut), Faust, Cavaradossi, Narraboth und Alfredo habe ich sehr geschätzt.

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

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Melomane

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3

Sonntag, 19. November 2017, 18:57

Der Tenor, der den Pinkerton in der Duisburger Premiere verkörpert hat, heißt Eduardo Aladrén.

Zitat

Sharpless ist eigentlich auch nicht viel besser , wird er doch von seinem Freund ein hübsches Sümmchen Geld für seine Dienste bekommen haben.
Welcher Stelle im Stück entnimmst du das?

m.joho

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4

Sonntag, 19. November 2017, 19:01

In dem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass France musique heute um 20h. die konzertante (!) Aufführung von vor zwei Wochen mit Ermonela Jaho, der besten Butterfly unserer Tage ausstrahlt!

Caruso41

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5

Sonntag, 19. November 2017, 19:03

Der Tenor, der den Pinkerton in der Duisburger Premiere verkörpert hat, heißt Eduardo Aladrén.


Lieber Melomane!

Das ist ja auch ein Vielversprechender! Ich kenne auch ihn aus Braunschweig und habe einen ausgezeichneten Cavaradossi von ihm gehört!

Besten Gruß

Caruso41
;) - ;) - ;)

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rodolfo39

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6

Sonntag, 19. November 2017, 19:09

Lieber Melomane,
daß mit Sharpless ist eigentlich nur eine Vermutung von mir , obwohl er im zweiten Akt Reue zeigt.

Melomane

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7

Sonntag, 19. November 2017, 19:09

Das ist ja auch ein Vielversprechender!
Dazu kann ich leider nichts sagen, da ich in der Duisburger Serie just die Aufführung hatte, die Aladrén absagte und durch Gianluca Terranova, der mich durch sein Dauerforte ziemlich nervte, ersetzt wurde.

Christian Biskup

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8

Sonntag, 19. November 2017, 19:48

Liebe Taminos,

Zitat

Zitat Caruso: Das ist ja auch ein Vielversprechender! Ich kenne auch ihn aus Braunschweig und habe einen ausgezeichneten Cavaradossi von ihm gehört!

Zitat

Zitat Caruso: Wir haben ja schon im Februar nach die Butterfly in Duisburg überlegt, ob sie nicht mal im Thread NEUE STIMMEN vorgestellt werden könnte! Christian Biskup wollte das ja eventuell machen.
Den hervorragenden Cavaradossi von Eduardo Aladrén aus Braunschweig möchte ich an dieser Stelle auch bestätigen! Das war schon toll, wenngleich mir manchmal ein wenig die Espressivität fehlte. Aber insgesamt war's eine wunderbare Leistung.

Zu Liana (nicht Lina) Aleksanyan konnte ich hingegen nie eine Sympathie aufbauen. Der Sopran ist wohlklingend und hat auch Volumen, aber dass Du Rodolfo sie als einen Sopran ohne Vibrato in den Höhen beschreibst, kann ich kaum glauben. Ich empfand sie immer als Extrembeispiel des Vibratogesang - ich glaube ich habe niemals ein Wort vom dem Gesungenen verstanden. Zugegeben - ich habe sie nach ihrer Zeit in Braunschweig nie mehr gehört...aber auch nie das Bedürfnis gehabt. Deshalb bin ich vielleicht doch nicht der ideale Kandidat für eine solche Vorstellung.

LG
Christian

rodolfo39

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9

Sonntag, 19. November 2017, 20:03

Lieber Christian,
Ich kann ja immer nur eine Moment Aufnahme schildern und gestern Abend hatte der Sopran von Liana Aleksanyan kein Vibrato. In Duisburg bei der Premiere klang ihr Sopran in den hohen Lagen scharf , daß war in Düsseldorf nicht der Fall.

Melomane

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10

Montag, 20. November 2017, 00:00

Lieber Melomane,
daß mit Sharpless ist eigentlich nur eine Vermutung von mir , obwohl er im zweiten Akt Reue zeigt.
Ich glaube nicht, dass man Sharpless als Pinkertons Handlanger sehen sollte: Sharpless ist ein hoher Diplomat und damit von der Persönlichkeit her eine andere Liga als der vor allem an seine sexuelle Befriedigung denkende Marineoffizier. Schon in der ersten Szene wird das deutlich, wenn Sharpless, etwas zynisch, Pinkertons Weisheiten über den Yankee und wie der sich auf der Welt zu verhalten hat, mit "È un facile vangelo" kontert. Noch deutlicher wird dies, wenn Sharpless, von zahlreichen Butterflys Schönheit sinnlich erfahrbar machenden Orchesterstimmen unterstützt, Pinkerton erzählt, wie er im Konsulat ihre Stimme gehört hat und wie sehr er von ihrer Reinheit verzaubert wurde. Dem schließt sich eine beinahe undiplomatische Mahnung an Pinkerton an: "Sarebbe un gran peccato...", die Pinkerton brüsk unterbricht, dem Konsul sagt, dass er sich ein bisschen amüsieren will und dann einen weiteren Whiskey anbietet. Sharpless' Antwort "Un' altro bicchiere" klingt resigniert, man merkt, dass er mit Pinkerton nichts anfangen kann.
Dass er im zweiten Akt mit dem Brief zu Butterfly geht, hat nichts damit zu tun, dass er dafür Geld einstreicht, er macht das vielleicht aus Pflichtgefühl dem Landsmann gegenüber, aber vor allem aus Sympathie zu Butterfly, deren "Blindheit" er beklagt und der er die Augen öffnen möchte.
Wenn Sharpless Pinkterton und Kate im dritten Akt zu Butterfly führt, macht er Pinkerton schwere Vorwürfe, auch das deutet nicht darauf hin, dass er sich zu Pinkertons willfähigem Diener gemacht hat.

Stimmenliebhaber

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11

Montag, 20. November 2017, 00:45

Lieber Melomane,
daß mit Sharpless ist eigentlich nur eine Vermutung von mir , obwohl er im zweiten Akt Reue zeigt.
Ich glaube nicht, dass man Sharpless als Pinkertons Handlanger sehen sollte: Sharpless ist ein hoher Diplomat und damit von der Persönlichkeit her eine andere Liga als der vor allem an seine sexuelle Befriedigung denkende Marineoffizier. Schon in der ersten Szene wird das deutlich, wenn Sharpless, etwas zynisch, Pinkertons Weisheiten über den Yankee und wie der sich auf der Welt zu verhalten hat, mit "È un facile vangelo" kontert. Noch deutlicher wird dies, wenn Sharpless, von zahlreichen Butterflys Schönheit sinnlich erfahrbar machenden Orchesterstimmen unterstützt, Pinkerton erzählt, wie er im Konsulat ihre Stimme gehört hat und wie sehr er von ihrer Reinheit verzaubert wurde. Dem schließt sich eine beinahe undiplomatische Mahnung an Pinkerton an: "Sarebbe un gran peccato...", die Pinkerton brüsk unterbricht, dem Konsul sagt, dass er sich ein bisschen amüsieren will und dann einen weiteren Whiskey anbietet. Sharpless' Antwort "Un' altro bicchiere" klingt resigniert, man merkt, dass er mit Pinkerton nichts anfangen kann.
Dass er im zweiten Akt mit dem Brief zu Butterfly geht, hat nichts damit zu tun, dass er dafür Geld einstreicht, er macht das vielleicht aus Pflichtgefühl dem Landsmann gegenüber, aber vor allem aus Sympathie zu Butterfly, deren "Blindheit" er beklagt und der er die Augen öffnen möchte.
Wenn Sharpless Pinkterton und Kate im dritten Akt zu Butterfly führt, macht er Pinkerton schwere Vorwürfe, auch das deutet nicht darauf hin, dass er sich zu Pinkertons willfähigem Diener gemacht hat.
Diese deine Rollensicht auf Sharpless teile ich - im Gegensatz zu unserem Dissens bei Susannas Rosenarie in der Höreindrücke-Rubrik - voll und ganz. :jubel:

Sie speist sich- im Gegensatz zu deiner Susanna-Sicht - auch aus zahlreichen Belegen aus Text und Musik. ;) :hello:
Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

rodolfo39

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12

Montag, 20. November 2017, 20:06

Hier eine Kritik zur Sängerin der Butterfly Liana Aleksanyan

Düsseldorf. Liana Aleksanyan heißt die Sängerin, für die sich der Besuch der Puccini-Oper "Madama Butterfly", die in der Rheinoper ihre umjubelte Düsseldorf-Premiere erlebte, vor allem lohnt. Die aus Armenien stammende Sopranistin, die an der deutschen Oper am Rhein bereits als Micaela und als Donna Anna zu erleben war, beseelt die Partie der Japanerin Cio-Cio-San mit einer Intensität, die vom ersten Augenblick an unter die Haut geht. Ihr blühender, in allen Lagen ausdrucksvoller und immer wärmender Sopran machten den Opernabend zu einem unvergesslichen Erlebnis. Von Heide Oehmen