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Timo

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  • »Timo« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 437

Registrierungsdatum: 23. Dezember 2017

1

Freitag, 30. März 2018, 18:41

Und plötzlich hat es "Klick!" gemacht.

Kennt ihr das: Ihr hab ein berühmtes Werk, das hochgelobt wird, gehört, findet es vielleicht auch gar nicht schlecht, aber versteht nicht, was daran so großartig ist? Und dann hört ihr es zum zehnten Mal, und plötzlich macht es "Klick!". Ihr habt das Werk verstanden.

Mir ist es heute so gegangen mit "Cara sposa" aus Rinaldo.

Ein ähnliches Erlebnis hatte ich mit der Missa solemnis von Beethoven: Beim ersten Durchhören fand ich sie zu wild, zu schnelle Wechsel der Affekte. Aber dann hörte ich im Radio das Agnus Dei und war infiziert. Heute gehört sie zu meinen absoluten Lieblingswerken.

MSchenk

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Beiträge: 2 688

Registrierungsdatum: 5. März 2011

2

Freitag, 30. März 2018, 19:10

Ein ähnliches Erlebnis hatte ich mit der Missa solemnis von Beethoven: Beim ersten Durchhören fand ich sie zu wild, zu schnelle Wechsel der Affekte. Aber dann hörte ich im Radio das Agnus Dei und war infiziert.
Das finde ich interessant, da es mir praktisch genauso ging: Missa solmenis zu inhomogen, keine musikalische Linie zu erkennen. Erst Jahre später im Rahmen der Vorbereitung auf ein Konzert (siehe hier) ist mir dieses Werk erheblich näher gekommen.
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

Timo

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Beiträge: 437

Registrierungsdatum: 23. Dezember 2017

3

Freitag, 30. März 2018, 19:20

Ich muss auch zugeben, dass es mir bei der Chaconne BWV 1004 anfangs ähnlich ging. Nach ein paar mal Hören fand ich sie dann großartig.

dr.pingel

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Beiträge: 4 226

Registrierungsdatum: 29. Juni 2009

4

Freitag, 30. März 2018, 21:28

Meine Erfahrung ist die, dass Musik, die man sofort "versteht", nicht lange vorhält. Das ist bei vielen Stücken der Wiener Klassik bei mir so (allerdings kann es auch sein, dass ich sie z u gut kenne). Aber Musik, die sich erst sperrt und die man manchmal 20x hören muss, mag man dann nicht mehr missen. Beispiele nenne ich jetzt keine außer Janacek. Bei diesem Komponisten ist es immer so, dass die Musik sperrig ist und man lange braucht, um sie zu genießen.
Eine andere Geschichte ist die, wenn man Chorsänger ist, dass man sich manchmal abplagt und die Stimme zu schwer ist. Dann aber kann man es plötzlich, und es wird ein Lieblingsstück. Das ging mir bei Brittens "Hymn to St. Cecilia" so. Ich habe das dann meinem letzten Chor vorgeschlagen, es kam überhaupt nicht gut an. Nach fünf Proben war es eines der Lieblingsstücke von allen.
Eichendorff, In der Fremde.
Aus der Heimat hinter den Blitzen rot/ da kommen die Wolken her,/ aber Vater und Mutter sind lange tot,/ es kennt mich dort keiner mehr./ Wie bald, wie bald kommt die stille Zeit,/ da ruhe ich aus und über mir/ rauscht die schöne Waldeinsamkeit,/ und keiner kennt mich auch hier (vertont von Robert Schumann).

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

Beiträge: 17 062

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

5

Freitag, 30. März 2018, 22:17

Ich bin der Meinung dass ich durch das begeisternde Konzert Herreweghes und seines Teams am Palmsonntag in Köln ein erhebliches Stück dem Kern der Johannespassion Bachs näher gekommen bin, dass mich an vielen Stellen Ergriffenheit gepackt hat, und dass ich dadurch mit unserer Choralschola der heutigen Karfreitagsliturgie, die wir schon so oft gesungen haben, noch konzentrierter gefolgt bin und dass mich auch hier die Darbietung der Leidensgeschichte durch die anwesenden Protagonisten mehr angefasst hat als sonst.
Vielleicht hat es auch zusätzlich eine Rolle gespielt, dass ich 4 Tasge vorher, am 21. März im gleichen Konzertsaal zum ersten Mal Beethovens "Christus am Ölberge" live folgen durfte, der sich ja auch mit einem Aspekt der gleichen Geschichte beschäftigte, hier dargeboten von der ebenfalls großartigen Vokalakademie Berlin und dem Cercle de l'Harmonie unter Jérémie Rhorer.
Beide Werke haben mich auf CD nicht so ergriffen, und es hat dadurch noch nicht so recht "Klick" gemacht.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

Garaguly

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  • »Garaguly« ist männlich

Beiträge: 12 157

Registrierungsdatum: 9. Juli 2011

6

Freitag, 30. März 2018, 22:53

Ging mir vor drei Jahren mit Mahlers 7. Symphonie so. Hatte dieses Werk, weil nicht verstanden, ewig links liegen gelassen. Plötzlich entstand ein Sog, dem ich nicht widerstehen konnte. Über ca. 3 Monate hinweg hörte ich täglich mindestens eine M7, manchmal auch zwei. Und ich bestellte in dieser Zeit jede Menge Aufnahmen dieses Werkes neu hinzu. Seit diesem Rausch höre ich das Werk wieder sehr selten. Das darf man aber nicht als Abwendung missverstehen. Ich höre eher selten Mahler, liebe seine Musik aber grundsätzlich sehr. Klingt paradox, ich weiß. Wenn ich sie so sehr mag, wieso höre ich dann Mahlers Musik nicht häufiger? Vielleicht, weil sie zu aufwühlend ist und mich irgendwie fertig macht. Damals - im M7-Rausch - war ich schon emotional angegriffener, das muss ich wirklich sagen.

Jedenfalls hat es mit diesem Werk plötzlich "Klick!" gemacht, wie es im Threadtitel so schön heißt.

Grüße
Garaguly

Lynkeus

Fortgeschrittener

  • »Lynkeus« ist männlich

Beiträge: 277

Registrierungsdatum: 10. April 2012

7

Freitag, 30. März 2018, 23:04

Ich höre eher selten Mahler, liebe seine Musik aber grundsätzlich sehr. Klingt paradox, ich weiß.
Ist für mich als großer Mahler-Fan absolut nachvollziehbar. Bei nahezu jeder seiner Sinfonien gab es zunächst dieses rauschhafte Dauerhören und dem schließt sich ein maßvolles Wiederhören an, das dann aber was Besonderes sein muss. (Leider ist gerade die Siebte bei noch ohne "Klick" geblieben.)

Geklickt hat es bei mir mal bei Debussys "La Mer". Erschien mir immer schwülstig breiig, keine Musik. Dann während eines Dänemark-Urlaubs am Meer gehört und "klick", da konnte ich sehen, was gleichzeitig zu hören war.
"Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheiten bei, als alle Kunst der Medizin." (W.A. Mozart)