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Felix Meritis

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Registrierungsdatum: 8. Juli 2012

91

Dienstag, 6. August 2013, 13:15

Zum Zeitpunkt meiner Anmeldung stand ich dem, was unter genannten Begriff zusammengefasst wird, ablehnend gegenüber und betonte dies u.a. ausdrücklich im Telefonat mit Alfred. Die Diskussionen im Forum haben mich aber sehr nachdenklich gestimmt, insbesondere die von einigen Gegnern gebetsmühlenartig vorgetragenen und m.M.n. bornierten "Argumente". Die zumindest dem Buchstaben nach erfolgende Selbststilisierung mancher als heilige Kulturkrieger im aufopfernden letzten Gefecht gegen Kunstzertrümmerer empfinde ich persönlich als peinlich und kindisch. Das ist kein Affront gegen jene, die librettogetreue Inszenierungen wünschen, vielleicht aber gegen jene , die alles andere in Bausch und Bogen unreflektiert dämonisieren und verdammen.

Hm, wenn Du jetzt das Gatter des Opernforums aufmachst und die Regimetheaterdiskussion hier hinein holst, dann wird es hier in wenigen Stunden drunter und drüber gehen und das Threadthema geht völlig unter.

Lynkeus

Fortgeschrittener

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Beiträge: 275

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92

Dienstag, 6. August 2013, 13:27

Lieber Felix,

die Regietheaterdiskussion möchte ich keinesfalls hierher holen. Deswegen hatte ich im Entwurf meines Beitrages auch am Ende eine Formulierung, die dies vorsorglich verhindern sollte, auf die ich dann aber doch verzichtete, da sie mir gleichfalls provozierendes Potential zu enthalten schien. Deswegen: Ich bitte meinen Beitrag einfach nur als eine im weiteren Sinne auf die Fragestellung des Threads gemünzte Antwort zu verstehen, nicht als Stein, der Hunde treffen und zum Bellen veranlassen soll. :P
"Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheiten bei, als alle Kunst der Medizin." (W.A. Mozart)

Felix Meritis

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Beiträge: 2 208

Registrierungsdatum: 8. Juli 2012

93

Dienstag, 6. August 2013, 13:31

Da bin ich beruhigt ;) . Was passieren kann, wenn das Containment nachgibt, konnte man ja vor einiger Zeit in Fukushima beobachten. :D




"Seriöser" Nachtrag: ich denke auch, dass mein Geschmack durch Tamino nicht verändert wurde, sondern dass ich durch aktive Beschäftigung bei vielen Sachen überhaupt erst draufgekommen bin, dass sie mir gefallen.

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 232

Registrierungsdatum: 12. August 2005

94

Dienstag, 6. August 2013, 14:19

Vorsicht, allein daraus, dass hauptsächlich schlechte Argumente cum ira et studio gegen etwas vorgebracht werden, folgt noch nicht, dass dieses etwas nicht doch falsch sein könnte. Vielleicht hat man die guten Gegenargumente nur noch nicht gefunden (weil man zu sehr damit befasst ist, die schlechten gebetsmühlenartig zu wiederholen...) :D
(Aber den Eindruck kann ich gut nachvollziehen. ...)

Da nun schon wiederholt geschrieben wurde (und ich habe oben selbst so etwas ähnliches behauptet), dass der Geschmack sich nicht verändert, aber erweitert habe, bin ich etwas stutzig geworden. Wäre eine Erweiterung nicht auch eine Veränderung? Wenn ich ein zusätzliches Stockwerk auf ein Haus draufbaue, habe ich das Haus doch offensichtlich verändert. Geschmacksänderung muss ja nicht dem Abreißen eines Hauses und anschließendem Neubau gleichen.

Ich frage mich, ob ein Erweiterung nicht doch typischerweise eine gewisse Veränderung sogar in einem stärkeren Sinne als aus dem Hausbeispiel folgt, mit sich bringt. Mein Hörverhalten hat sich ganz sicher gegenüber meiner Anfangszeit vor etwa 25 Jahren als Teenager und sicher auch gegenüber der Zeit vor 10 Jahren, als ich mich vielleicht etwas nassforsch, doch schon als erfahrenen Klassikhörer sah, verändert. Nicht nur in den jeweiligen Anteilen der Musik, die ich höre, sondern zumindest ein wenig auch in dem, worauf ich höre, was ich schätze usw. Durch einer Erweiterung fällt, glaube ich, oft auch ein anderes Licht auf Musik, die man schon länger kennt.

Felix Meritis

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Beiträge: 2 208

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95

Dienstag, 6. August 2013, 14:34

Durch einer Erweiterung fällt, glaube ich, oft auch ein anderes Licht auf Musik, die man schon länger kennt.

Also, da stimme ich auf jeden Fall zu! Erst gestern hörte ich Beethovens op. 131 (Artemis-Quartett) und hatte meine Freude daran. Meine ersten Versuche (Quartetto Italiano) vor 13 Jahren waren desaströs. Inzwischen habe ich natürlich vieles an moderner Musik gehört und schätzen gelernt, was mir gerade beim späten Beethoven sehr hilft. Auch eine tiefgehendere Kenntnis der verfügbaren Einspielungen ist ein Faktor. Das QI spielt unfassbar langsam und gravitätisch - mMn Gift für den späten Beethoven.

Ansonsten haben sich meine Hörgewohnheiten dahingehend verändert, dass ich viel mehr kaufe und daher neues kennenlerne als früher. Dadurch ist der Höranteil meiner "Lieblinge" etwas gesunken. Selbstverständlich erweitert sich auch mein Repertoire an Gehörtem, vor allem in Richtung Moderne (an Alter Musik habe ich mir seit Foreneintritt wenig neues dazugekauft). Allerdings wäre hier nur Bartók ein Kandidat für meine Top 10-Lieblingskomponisten.

La Roche

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96

Dienstag, 6. August 2013, 14:42

Mein Hör- und Sehverhalten zur klassischen Musik hat sich in den letzten 40 Jahren stark verändert. War ich zu Beginn meiner "Klassikzeit" reiner Operetten- sowie Verdi- und Puccinifan, so hat sich nach etwa 1990 mein Geschmack auf Wagner, Strauß u.a. erweitert. Und nur durch das hier nicht gewünschte Thema "Verunstaltung" bin ich von Opernbesuchen abgekommen und befasse mich seit etwa 10-12 Jahren gezwungenermaßen mit Konzerten.

Auch da war der Beginn "Die Alpensinfonie", überhaupt Strauß, dann kamen nach und nach Beethoven, Mahler und zuletzt Bruckner dazu. Dabei hat mich Tamino nicht beeinflußt, ich bin ja auch erst seit 18 Monaten dabei.

Aber durch Tamino habe ich in Musik reingehört, die ich vorher nicht wahrgenommen hätte. Dazu gehören manche Lieder von Schubert, slawische Komponisten und auch Sibelius. Ohne jetzt absoluter Fan zu sein, höre ich nun mitunter Tips anderer Taminos. Mein Musikgeschmack ist aber wahrscheinlich so festgefahren (auch mein Inszenierungsgeschmack), daß ich mich in meinen Hauptrichtungen nicht beeinflussen lassen werde. Aber offen für Neues in der Musik bin ich geworden, auch durch Tamino. Sicher ist es Neugier.

La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer

chrissy

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97

Dienstag, 6. August 2013, 15:12

@ Lynkeus - Betr. die Btr. 90 u. 92 = Antwort s. Pinnwand
Jegliches hat seine Zeit...

Alfred_Schmidt

Administrator

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98

Montag, 13. Juni 2016, 23:49

Nach knapp drei Jahren Pause in diesem Thread - und einigen Wortmeldungen der letzten Jahr meinerseits ist es sicher kein Fehler die Eingangsfrage erneut zu beantworten.Schließlich ist das Forum heuer 12 Jahre alt (fast hätte ich vergessen hier einen Thread zu starten)Sicher ist in dieser Zeit nicht nur mein Horizont größer geworden, ich höre nun auch Musik, die mir in meiner Jugend nichts gegeben hätte. Mein Zugang zur Kammermusik ist sicher ein Tamino Verdienst. und zwar in Form eines Weihnachtspreisrätsels,. Da wurden Sätze von kammermusikalischen Werken gespielt, die man erraten musste. Es war vereiinbart, daß ich die Lösungen nicht wissen musste - lediglich der Rätselersteller. So konnte ich (wen auch ausser Konkurrenz - im Stillen)mitraten. Jede Nacht habe ich die entsprechenden Musikbeispiele (Jeden Tag kam eines dazu) abgehört. Mit der Zeit begannen sie mir nicht nur zu gefallen - ich wurde süchtig darauf. Altre Musik - Daran hatte ich schon in meiner Jugend ein flüchtiges Interesse (dazu mehr in einem künftigen Spezialthread), aber letztlich war mir das alles zu unübersichtlich und auch zu teuer, da mir wirklich nicht jede Werkgruppe gefierl und es damals kaum Budgetangebote gab. Heute ist das Angebot vielfältiger und die Preise moderater, zudem ist mein geschichtlicher Horizont größer und meine Aufgeschlossenheit gegenüber ungewohnten Klängen (etwas) größer geworden. Zur zeitgenössischen Musik habe ich nach wie vor keinen Zugang - und ich vermisse ihn auch nicht, Indes ist mein "Repertoire" in Sachen "klassischer Moderne" doch ein wenig breiter geworden - steter Tropfen höhlt den Stein.

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

lutgra

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Beiträge: 4 853

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99

Dienstag, 14. Juni 2016, 13:39

Meinen Musikgeschmack verändern tut das Forum wohl nicht, aber verbreitern vielleicht schon, einfach dadurch, dass man auf Komponisten aufmerksam gemacht wird, die man sonst vielleicht nicht kennen würde. Aktuelles Beispiel Fritz Brun. Den hätte ich ohne das Forum - also Alfred und Adriano - vermutlich nicht kennengelernt. Eine Rezension, die ich mal vor einiger Zeit las, hatte mich glauben lassen, dass es die Sache nicht wert sei. Auch kaufe ich vielleicht risikobereiter, um hier auch über etwas Neues schreiben zu können. Denn nur über die 113. Aufnahme eines allgegenwärtigen Stückes zu berichten, interessiert mich eher nicht.

Hüb'

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100

Dienstag, 14. Juni 2016, 13:59

Ich denke schon, dass das Forum meinen Musikgeschmack ein Stück weit verändert. Zwar eher im Kleinen, weniger die grundsätzlichen Vorlieben, aber immerhin.
Der Horizont wird weiter und man lernt immer wieder neue Werke und Komponisten kennen. Auch nehme ich immer wieder Anregungen für mein persönliches Hörprogramm mit und lasse mich vom Hören oder Kaufen anderer Nutzer leiten.
Grundlegende geschmackliche Veränderungen kann ich jedoch bei mir nicht feststellen. So ist mein Interesse an Barock, Vor- und Frühklassik sowie Oper und Vokalwerken nach wie vor sehr gering ausgeprägt. In die entsprechenden Kategorien schaue ich so gut wie nie.

Viele Grüße
Frank

Alfred_Schmidt

Administrator

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Beiträge: 18 220

Registrierungsdatum: 9. August 2004

101

Mittwoch, 20. September 2017, 05:09

Ich habe im Laufe der Jahre schon mehrfach hier gepostet, ein Hinweis darauf, daß sich mein Musikgeschmack sehr wohl ändert. Ein weiterer Hinweis , daß das so ist, zeigt meine derzeitige Beschäftigung mit Prokofieff. Schon als Kind mochte ich "Peter und der Wolf nicht", Loewe Balladen aber sehr wohl und "Das Wandern ist des Müllers Lust "von Carl Friedrich Zöllner :D
Die Fortsetzung des bislang unkomplett brachliegenden Prokofieff Sinfonien Zyklus war als vorerst eine Pflichtübung, die sich dann zu einem schönen Erlebnis gestaltete, nict zuletzt durch das Kennenlernen des ersten Violinkonzerts. Ich hatte eine Aufnahme - ich werde sie morgen an geeigneter Stelle vorstellen - seit über dreißig Jahren in der Sammlung, eine weiter kaufte ich vor wtwa 20 Jahren. Gehört habe ich sie jeweils nur einmal. Und heute das zweite Mal. Es war durchaus ein Erlebnis. Das wurde mir klar, wie der jahrelange Umgang mit Tamino meinen Geschmack verdorben hatte - etwas das meine Mutter immer wieder behauptet hat...

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

  • »Hosenrolle1« ist männlich

Beiträge: 462

Registrierungsdatum: 3. August 2017

102

Mittwoch, 20. September 2017, 05:41

Ich bin zwar noch nicht lange genug dabei, um die Frage direkt beantworten zu können, aber was meinen Musikgeschmack grundlegend geändert hat, war kein Forum, auch keine Interpretation, sondern nur eines: HIP.



LG,
Hosenrolle1
„Gewohnheit, Sitte und Brauch sind stärker als die Wahrheit.“ (Voltaire)