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Gerhard Wischniewski

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Beiträge: 4 468

Registrierungsdatum: 7. April 2011

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Dienstag, 19. Juni 2018, 23:29

PUGNI, Cesare, DRIGO, Riccardo: LA ESMERALDA

Cesare Pugni ( 1802 - 1870 ), Riccardo Drigo ( 1846 – 1930 )
La Esmeralda

Ballett in zwei Akten und 14 Szenen
Uraufführung: London 1844
Libretto dieser Version: Andrei Petrov

PERSONEN DER HANDLUNG
Esmeralda, eine Zigeunerin
Pierre Gringoire, ein Dichter
Phoebus de Chateaupers, Kapitän der Guardia Real
Fleurde Lis, seine Braut
Eloisa de Gondelaurier, Gräfin und Mutter von Flor de Lis
Claude Frollo, Priester von Notre-Dame
Quasimodo,Glöckner von Notre-Dame
Clopin Trouillefou, Bettlerkönig
Diana und Acteon: Figuren aus dem Ballett für Flor de Lis
Volk,Bettler, Wachen, Frollos Vision, Freundinnen Flor de Lis, Begleitung der Diana, Hochzeitsgäste, Mädchen im Garten von Flor de Lis, ein Gastwirt, ein Richter, ein Henker, ein Hofmarschall, die Herzogin

Ort und Zeit der Handlung: Paris, 15.Jahrhundert

INHALTSANGABE

ERSTER AKT
Prolog
Fleur de Lis, die Braut von Phoebus überreicht am Vorabend ihrer Hochzeit ihrem Bräutigam einen handgestickten Schal. Phoebus bedankt sich.
Szene 1: Platz vor Notre Dame
Bürger der Stadt, darunter auch Vagabunden und Bettler sowie der Dichter Gringoire haben sich versammelt und bewundern die Zigeunertänze.
Sie begeistern sich vor allem für den Tanz der jungen Esmeralda.
Die bezaubernde Tänzerin wird auch von Claude Frollo, dem Priester von Notre-Dame beobachtet, der sich schon seit einiger Zeit leidenschaftlich in sie verliebt hat. Frollo treibt die Zigeunerin wie besessen vor sich her und besteht darauf, dass die Tänze in der Nachbarschaft des heiligen Orts aufhören.
Szene 2: Frollos Visionen
In seiner Zelle bemächtigen sich des Priesters wirre Träume. Ihm erscheint eine Vision Esmeraldas und der Klang ihres Tamburins hört nicht auf, in seinen Ohren zu klingen. Das Bild Esmeraldas will seine Fantasie nicht nicht verlassen. Weder seine Gebete noch seine Willenskraft helfen ihm, seine Gefühle zu überwinden.
Szene 3: Der Hof der Wunder
Es ist ein Ort, an dem sich Diebe, Vagabunden, Bettler und Zigeuner treffen. Der Herrscher dieses Ortes und Tyrann der dortigen Bewohner ist Clopin Trouillefou.
Der arme Dichter Gringiore, der Esmeralda gefolgt ist, um sich vorzustellen und sie kennen zu lernen, kommt und wird ein Opfer der Bettler. Clopin verlangt Geld von ihm, aber er hat keines. So verurteilt er Gringoire zum Tode. Der Tod kann aber nach dem Brauch verhindert werden, wenn eine Frau vom Hofe den Verurteilten zu ihrem Gatten erklärt, aber alle weisen ihn zurück. Da erscheint Esmeralda, fühlt Mitleid und erklärt sich bereit, seine Gattin zu sein. Die Bettler geben Gringoire frei und die Bewohner gratulieren den Neuvermählten.
In der Nacht beordert Frollo den Glöckner Quasimodo, der jeden Willen seines Herrn befolgt, Esmeralda für ihn zu entführen. Sie erwarten das Mädchen und nehmen es gefangen. Als Quasimodo versucht, sie seinem Herren zuzuführen, erscheint eine Patrouille unter dem Kapitän Phoebus. Frollo flieht.
Phoebus erblickt das Mädchen in Quasimodos Gewalt und ordnet an, sie zu befreien und Quasimodo gefangen zu nehmen. Esmeralda kommt zu sich und verliebt sich sofort in ihren Retter. Fasziniert vom Anblick des Mädchens schenkt ihr Phoebus seinen Schal. Als Esmeralda sieht, dass die Soldaten Quasimodo schlagen, bittet sie Phoebus, sein Leben zu schonen und ihn freizulassen. Phoebus befreit Quasimodo und entfernt sich mit seinen Soldaten. Quasimodo ist vom Verhalten Esmeraldas als dem einzigen Menschen, der Mitleid mit ihm hat, überrascht.
Szene 4: In Esmeraldas ZImmer
Esmeralda ist allein und betrachtet voller Freude Phoebus' Schal. Gringoire tritt ein und will sie umarmen. Esmeralda wehrt sich und macht ihm klar, dass sie nur mit der Heirat einverstanden war, um sein Leben zu retten. Sie lehrt ihn tanzen, damit sie gemeinsam mit Tanzen Geld verdienen könnten.
Sie schickt Gringoire in ein anderes Zimmer, legt sich auf ihr Bett mit dem Schal ihres Geliebten im Arm. Frollo betritt den Raum. Er weckt Esmeralda, fällt ihr zu Füßen und erklärt seine Liebe. Esmeralda stößt ihn von sich, erinnert ihn an sein Gelübde und zeigt ihm den Schal mit dem Emblem des Kapitäns. Frollo begreift, dass dieser sein Rivale ist. Er ergreift den Dolch, den Esmeralda achtlos auf den Boden geworfen hat, und denkt an Rache.
Szene 5: Die gescheiterte Hochzeit
Im Schloss der Madame Gondelaurier wird Hochzeit von Phoebus und Fleur de Lis vorbereitet. Sie nehmen die Glückwünsche der Freundinnen der Braut entgegen. Zur Unterhaltung der Gäste wurden Zigeuner-Tänzer, zu denen auch Esmeralda und Gringoire gehören, eingeladen. Als Esmeralda bemerkt, dass sie zur Hochzeit ihres Geliebten eingeladen
ist, will sie den Saal verlassen, weil sie nicht in der Lage ist, hier zu tanzen. Doch die Zigeunerinnen und Gringoire überreden sie, zu bleiben. Ohne ihre Gefühle verbergen zu können, tanzt sie für die Brautleute.
Alle Anwesenden sind von der Schönheit der Zigeunerin fasziniert. Auch Phoebus bleibt nicht teilnahmslos. Bei Ihren letzten Tanz legt ihr Gringoire Phoebus' Schal um. Als Fleur de Lis das entdeckt, entreißt
sie ihr diesen und fordert von ihrem Bräutigam eine Erklärung. Phoebus, der nichts zu sagen weiß, geht mit Esmeralda und den Zigeunern fprt. Fleur de Lis bricht ohnmächtig zusammen.

ZWEITER AKT
Szene 1: Das Narrenfest
Da die Narren keinen Besseren gefunden haben, proklamieren sie Quasimodo zum Narrenkönig. Frollo erscheint, reißt ärgerlich dem Buckligen das Narrenkleid vom Körper und befiehlt ihm, in die Kathedrale zurück zu kehren. Quasimodo erinnert sich daran, wie freundlich Esmeralda zu ihm war. Er weint, weil er zu begreifen beginnt, dass seine Liebe zu ihr unerwidert bleiben wird.
Szene 2: Die Taverne
Die Bürger vergnügen sich in einer Taverne in der Umgebung von Paris. Frollo erscheint verkleidet mit dem Dolch in der Hand. Er hat sich einen Racheplan ausgedacht und da er weiß, dass Esmeralda und Phoebus hierher kommen werden, verbirgt er sich.
Zärtlich umarmt betreten Esmeralda und Phöbus den Raum. Phoebus schwört Esmeralda ewige Liebe. Sie hofft, dass sich ihr Leben ändern wird und entscheidet sich, es anzunehmen. Frollo beobachtet aus seinem Versteck eifersüchtig die Liebenden. In einem geeigneten Moment stößt er Phoebus den Dolch in den Rücken. Die Menge schart sich um
das Geschehen und Frollo bezeichnet Elmeralda als die Besitzerin des Dolchs. Die Garden nehmen sie als Mörderin gefangen.
Szene 3: Der Kerker
Esmeralda ist eingesperrt. Sie wird zum Tode verurteilt. All ihr Flehen ist vergeblich. Als Frollo mit ihr allein ist, bittet er sie, seiner Leidenschaft nachzugeben und verspricht ihr, sie zu retten. Sie weist ihn aber erneut zurück. Der gedemütigte Frollo ordnet an, sie zu foltern.
Szene 4: Im Garten von Fleur de Lis
Nach einer kurzen Krankheit, verursacht durch das Scheitern ihrer Hochzeit, versucht die Gräfin, Fleur durch ein Ballett (Diana und Akteon) zu erheitern. Phoebus hat den Anschlag überstanden und ein Diener verkündet seine Ankunft. Der Kapitän überreicht Fleur einen Blumenstrauß und sagt, dass er sie liebe. Sie freut sich, dass er wieder zurück und die Affäre mit der Zigeunerin überstanden ist.
Szene 5: Der Gang zur Exekution
Das Volk schaut zu, wie Esmeralda zur Exekution geführt wird. Sie nimmt Abschied von ihren Freunden. Unerwartet entreißt Quasimodo den Wachen das Mädchen und versteckt es in der Kathedrale. Laut Gesetz beschützen die Kirchenmauern Flüchtlinge. Frollo macht das Volk darauf aufmerksam.
Szene 6: Im Glockenturm
Am frühen Morgen erwacht Esmeralda und sieht das hässliche Gesicht Quasimodos. Doch das erscheint ihr nicht mehr so schrecklich als früher, bevor er sie gerettet hat. In ihr erwacht ein zärtliches Gefühl zu dem Buckligen. Frollo kommt und entscheidet, sich über das Gesetz hinwegzusetzen, das Flüchtlingen den Schutz der Kirche gewährt. Er liefert Esmeralda der Exekution aus.
Szene 7: Esmeraldas Exekution
Während Esmeralda zum Richtplatz geführt wird, sieht sie Phoebus und Fleur de Lis, die von ihrer Hochzeit zurückkehren. Esmeralda, unfähig, ihre Gefühle zu beherrschen, fällt in die Arme ihres Henkers. Dieser besteigt mit ihr langsam das Schafott.
Szene 8: Die Vergeltung
Frollo beobachtet die Exekution von der Balustrade von Notre-Dame. Sein Gewissen beginnt sich zu regen. In seinem
Kopf wiederholt sich die Vision Esmeraldas und er wird den Klang ihres Tamburins nicht los. Quasimodo beschließt, den Mörder Esmeraldas zu bestrafen und stürzt ihn von der Balustrade in die Tiefe.
Szene 9: Finale
Quasimodo hat den Leichnam Esmeraldas in den Keller von Notre-Dame geschleppt, wo die Exekutierten beigesetzt werden. Er stirbt, Esmeralda fest in seinen Armen haltend.
Ich mache dringend darauf aufmerksam, dass die szenischen Vorschriften, wie sie in der Partitur mit großer Genauigkeit angegeben sind, mit skrupulöser Treue befolgt werden.
(Wagner in einem Brief zu seinem "Tannhäuser" an Stocks 1841)

Gerhard Wischniewski

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Dienstag, 19. Juni 2018, 23:43

Anmerkungen:
Cesare Pugni schrieb mehr als 300 Ballettmusiken. Die Handlung des Balletts „Esmeralda“ basiert auf dem Roman „Der Glöckner von Notre-Dame“ von Viktor Hugo.
Es gibt verschiedene Versionen dieses Balletts. Das ursprüngliche Ballett von Pugni in drei Akten und 7 Szenen wurde
bereits 1886 von Marius Petipa mit einer neuen Choreographie in 4 Akten herausgebracht, ergänzt mit einigen Musikpassagen und von Riccardo Drigo.
Die vorstehende Inhaltsangabe beschreibt die aktuelle 2aktige Version mit dem Libretto von Andrei Petrov ( 1930 – 2006 , Komponist von Opern, Balletten und Filmmusik)
Die Inhaltsangabe basiert auf der Aufführung des Kreml-Theaters, die es auf Youtube zu sehen gibt sowie auf der spanischen Inhaltsangabe zu einer Aufführung dieser Version durch das Kreml-Ballett beim Festival de
Danza in Oviedo 2014.

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Zur Musik fand ich nur folgende CD, die aber zur Zeit wohl nicht zu haben ist

Ob es eine Aufzeichnung der Inszenierung des Kreml-Theater außerhalb Russlands gibt, entzieht sich meiner Kenntnis
Ich mache dringend darauf aufmerksam, dass die szenischen Vorschriften, wie sie in der Partitur mit großer Genauigkeit angegeben sind, mit skrupulöser Treue befolgt werden.
(Wagner in einem Brief zu seinem "Tannhäuser" an Stocks 1841)