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Damiro

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Beiträge: 317

Registrierungsdatum: 13. Dezember 2017

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Sonntag, 19. August 2018, 02:03

Jazz Open auf dem Stuttgarter Schlossplatz 12. bis 22. Juli 2018 (davon die "Highlights" in einer Spätabendsendung des SWR 3)

Nach einem Besuch der Jazz Open, ich denke, das war 2011 oder so, diskutieren meine Frau und ich jedes Jahr, teils auch mit Freunden, ob wir da mal wieder hingehen sollten. Dazu ist es nicht wieder gekommen. Ich schätze mal, dass die Bereitschaft bei über 50- bis 60 jährigen deutlich abnimmt, zu solchen Massenevents zu gehen. Es ist auch mächtig teuer dort, auch aus Sicht der Konzert- und Opernbesucher hier im Forum. Publikum mit Geschmack oder "in Geschmacksbildung begriffen" gibts hier reichlich (Uni, Hochschulen, Daimler, Porsche, Bosch, Dürr, Ernst und Young u.a.). Es gäbe da alle möglichen Aspekte zu diskutieren, ausserhalb der Musik, z.B. wie es amerikanische Musiker empfinden, mitten in einer deutschen Grossstadt, zumal an einem für sie wahnsinnig beengten Ort, an einem solch tollen Event beteiligt zu sein. "Great !" sagte Jamie Cullum und das war auch so gemeint !

Aber ich möchte eigentlich nur einige Sätze über die Musik sagen, die ich via grossem LOEWE TV optisch und übern T+A Receiver mit Standboxen akustisch vernommen habe. Heute abend.

Da ist zunächst mal Till Brönner und Band zu nennen,

https://youtu.be/GZasgJjfzrA


ein lohnendes Ziel. Er spielt guten, oft richtig klassischen Modern Jazz, was bei den richtigen und ungefähren Musikfreunden sehr gut ankam. In einem Interview erläuterte der Sympathikus seine Musik und Aufführungsmodalitäten und machte ehrlicherweise seine sehr professionelle Sichtweise der Dinge klar.

Sodann hörte (und sah) ich Fanta 4 (die fantastischen Vier), was ursprünglich eine Hip- Hop- Truppe war und noch ist, welche aber vielerlei Anleihen beim Jazz (und beim Pop) machen und durch ihren (deutschen) Sprechgesang auch den Anschein des Verstehenkönnens (im doppelten Wortsinn) geben und dieser teilweise hingefetzten, aber oft auch deutlich (und theaterreif) gesprochenen Worte eine variable Musikunterlage geben, um die man sich als Jazzfreund ruhig etwas bemühen kann. Für meinen Teil möchte ich bei denen in Zukunft etwas genauer hinhören.

Dann kam der sympathische schwarze US- Sänger Gregory Porter zum Zuge, welcher sich in einem raffinierten Marketing bewegt. Äusserlich könnte er ein Angestellter der Wasserwerke von Los Angeles South Central sein, dessen Dienstaufgaben ihn zu einer ständigen Kalorienmehraufnahme verführen. Nun ja, er trägt das Oberteil eines Taucheranzugs mit freiem Gesicht, oben eine grosse schwarze Ballonmütze und um alles herum ein weisses hochgeschlossenes Hemd und ein Sakko von der Stange. Man kann rätseln, warum diese schweisstreibende Verkleidung angelegt wurde (im Juli), oder aber es lassen, denn das ist vermutlich schon identity und authenticy.

Ich finde, dass er ganz nett singt, Jazz und mehr gefälliges, im Zweifelsfall klingt natürlich Gospel an. Für einen internationalen schwarzen Pop- oder Jazzsänger aus USA ist er erstaunlich intonations- unsicher. Im Interview erzählte er von den Werten seiner Mutter, der kirchl. Gemeinschaft und oh je. Entschuldigung - das kann ich nicht mehr hören, das beleidigt jeden gebildeteren Christenmenschen !!!

Dann eine UK- Band mit undefinierbarer Mischung von Pop, Rock und Jazzlichem, welche immer und überall anzutreffen ist (die Band), namens Jamiroquai, welche m.E. völlig überschätzt wird. Will heissen, eine Band des Veranstalters, wenn ich mal als früherer Amateurmusiker sprechen darf. :thumbdown:

Dann Jamie Cullum, der neben jungenhaftem Kaspertheater noch schnell und lustig Klavier spielte, zusammen mit einer ca. 50 jährigen Rocksängerin mit dem Go West- Namen Joss Stone in einem Strand- oder Wiesen- oder Badekleid, für das sie bei einem ernsthaften angelsächsischen appointment von anderen Frauen indirekten Platzverweis bekommen hätte, so daneben und spiessig war es. Was für ein Kreuz sowas, denn sie war wirklich eine sehr gute, etwas ältere Rocksängerin und hat auch Jazzläufe locker und sauber heruntergeträllert. Was muss das Musikerleben in diesen Kreisen hart sein, dass sich eine solche "mom" nicht etwas normaler auf der Bühne ausleben kann. Na ja, ham beide ja noch viele Jahre vor sich.........
Was aber zum Schluss unbedingt noch gesagt werden muss: vor und nach den sog. Stars treten - meist jüngere - Bands auf, mit teils sehr guten Stücken und auch qualitätsvollen Darbietungen. Solche Bands treten auch über Ostern manchmal im Stuttgarter "Theaterhaus" auf, billiger und nicht im Schatten von grösseren und kleineren Namen.


Mit dieser -schwachen- Werbung unterliege ich keiner Interessenkollision ! 8-) :D

MlG
D.

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