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operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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1

Dienstag, 4. September 2018, 21:58

Trauerfeier für Inge Borkh

Heute fand um11.00 Uhr in Stuttgart die Trauerfeier für die große Sängertragödin Inge Borkh statt. Erschienen waren zahlreiche Sängerkollegen, Freunde und namenlose Verehrer. Der Festsaal des Trauerhauses war so wunderschön und feierlich geschmückt, wie ich das selten erlebt habe. Es wurde auf Wunsch der Verstorbenen nur eine einzige Rede gehalten. Der Journalist, Biograph und enge Freund Thomas Voigt hielt jedoch einen ganz großartigen Nachruf. Treffend, komprimiert porträtierte er die künstlerische Karriere und den Lebensweg der Sängerin und reicherte ihn mit zahlreichen Begebenheiten und Anekdoten an. Dadurch entstand ein lebendiges Bild der großen Künstlerin und faszinierenden Persönlichkeit Inge Borkh. Die Mezzosopranistin Okka von der Damerau umrahmte die Trauerfeier mit wunderbar gefühlvollen Schubert-Liedern.Viele Tränen flossen, als die einzigartige Stimme von Inge Borkh als Elektra, also in der Rolle in er sie Operngeschichte schrieb, nochmals zu hören war. Unvergesslich - Unvergänglich! In den Gesprächen wurde ständig betont, dass mit Inge Borkh nicht nur eine außergewöhnliche Künstlerin, sondern fast noch mehr eine große, universell gebildete Persönlichkeit, wie man sie heute auf der Opernbühne kaum mehr findet, von uns gegangen ist.

Herzlichst

Operus
Umfassende Information - gebündelte Erfahrung - lebendige Diskussion- die ganze Welt der klassischen Musik - das ist Tamino!

Rheingold1876

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2

Dienstag, 4. September 2018, 22:16

Lieber Operus, herzlichen Dank für Deinen kurzen Bericht. Gewiss ist Thomas Voigt ein berufener Redner gewesen. Er kannte die Borkh sehr gut - weiß viel über ihr Leben und über ihre einzigartige Stimme. Frucht enger Zusammenarbeit ist dieses lesenswerte Buch:



Als Ergänzung bzw. Erweiterung darf auch diese Hörbuch-CD verstanden werden, die ebenfalls von Voigt erarbeitet wurde:



Inge Borkh lebt also nicht nur in ihren vielen Tondokumenten fort. :angel:
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

operus

Ehrenpäsident und Außenminister

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Registrierungsdatum: 14. Mai 2008

3

Dienstag, 4. September 2018, 22:46

Lieber Operus, herzlichen Dank für Deinen kurzen Bericht. Gewiss ist Thomas Voigt ein berufener Redner gewesen. Er kannte die Borkh sehr gut - weiß viel über ihr Leben und über ihre einzigartige Stimme. Frucht enger Zusammenarbeit ist dieses lesenswerte Buch:



Als Ergänzung bzw. Erweiterung darf auch diese Hörbuch-CD verstanden werden, die ebenfalls von Voigt erarbeitet wurde:



Inge Borkh lebt also nicht nur in ihren vielen Tondokumenten fort. :angel:

Lieber Rüdiger,

Danke - besonders für die Bildeinstellungen.

Liebe Grüße von einem immer noch aufgewühlten
Hans
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Rheingold1876

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4

Mittwoch, 5. September 2018, 07:47

Lieber Hans, ich kann mir sehr gut nachvollziehen, dass Du immer noch aufgewühlt bist. Nun hatte Inge Bork wirklich ein sehr langes bewegtes und erfülltes Leben. Sie hatte alles erreicht und den Erfolg immer auch an ihr Publikum weitergegeben. Nun wollen wir sie hier auf Erden nicht um ihre Ruhe bringen. Wobei ich fest davon überzeugt bin, dass sich auch noch dort oben, wo ich sie mit Sicherheit weiß, vom "Theater nicht loskommt" und tüchtig was los macht. ;) Für mich war sie immer wie eine Versicherung. Ich wusste, sie ist da. Das war ein gutes Gefühl. Ich habe es nie für möglich gehalten, dass sich das auch ändern würde. Wer will sich schon gern aus seinem Paradies vertreiben lassen? Zum ersten Mal hörte ich die Borkh in später Nacht am Radio als Elektra. Es war die Dresdener Böhm-Einspielung. Ich war fast noch ein Kind und verstand nichts. Meine Eltern hatten mir untersagt, zu so später Stunde noch im Haus herumzugeistern. Also schlich ich mich zur in der Funkzeitung angekündigten Stunde aus dem Bett, warf eine dicke Wolldecke über mich und den Radioapparat und war in eine Welt getaucht, aus der ich bis heute nicht wieder herausfand. Warum Elektra? Meine Mutter, die eine schöne lyrische Stimme hatte, mochte das Werk nicht und opponierte bei jeder sich bietenden Gelegenheit dagegen. Das erweckte erst recht meine Neugierde. Mit dem Tod von Inge Borkh ist - wie ich schon an anderer Stelle des Forum geschrieben habe - ein üppiges Kapitel Operngeschichte beschlossen worden. Seien wir neugierig auf das, was kommt. Die Borkh wäre es auch. :angel:
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

kurt2

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  • »kurt2« ist männlich

Beiträge: 7

Registrierungsdatum: 4. September 2018

5

Mittwoch, 5. September 2018, 12:01

Nicht vergessen
Inge Borkh als Turandot von Puccini mit Mario del Monaco und Renata Tebaldi eine Aufnahme aus dem Jahr 1955 unter der Leitung von Alberto Erede
Kurt

Carlo

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Beiträge: 83

Registrierungsdatum: 11. Februar 2018

6

Mittwoch, 5. September 2018, 13:47

Lieber Hans, lieber Rüdiger!

Ich danke Euch für diese bewegenden und warmherzigen Worte. Besser kann man es nicht sagen. Ich bin Inge Borkh nur einmal (2001) begegnet - und obwohl sie gerade 80 geworden war, wirkte sie Jahrzehnte jünger. Was für eine faszinierende Frau! Sie ist nun im Olymp der Sängerlegenden und damit unsterblich!

Carlo

Fiesco

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Beiträge: 784

Registrierungsdatum: 30. August 2017

7

Mittwoch, 5. September 2018, 14:57

Nicht vergessen
Inge Borkh als Turandot von Puccini mit Mario del Monaco und Renata Tebaldi eine Aufnahme aus dem Jahr 1955 unter der Leitung von Alberto Erede
Kurt

Hallo Kurt, siehe auch hier Portrait Inge Borkh!

LG Fiesco
Il divino Claudio
"Wer vermag die Tränen zurückzuhalten, wenn er den berechtigten Klagegesang der unglückseligen Arianna hört? Welche Freude empfindet er nicht beim Gesang seiner Madrigale und seiner Scherzi? Gelangt nicht zu einer wahren Andacht, wer seine geistlichen Kompositionen anhört? … Sagt nur, und glaubt es, Ihr Herren, dass sich Apollo und alle Musen vereinen, um Claudios vortreffliche Erfindungsgabe zu erhöhen." (Matteo Caberloti, 1643)

8

Samstag, 8. September 2018, 00:22

Inge Borkh

Lieber Hans,

danke für diese würdevolle Erinnerung an die großartige Inge Borkh.
Ich kann mich noch sehr gut an eine Begegnung mit der Sopranistin während des Künstlertreffens bei der Gottlob-Frick-Gesellschaft erinnern, als ich mit ihr alleine im Aufzug im Hotel war. Bei der Gelegenheit fragte ich sie, wie es eigentlich zu ihrem Künstlernamen kam (sie hieß ja bürgerlich Ingeborg Simon). Mit einem Lachen erzählte sie mir, dass sie in ihrer Heimat eben immer "die Ingebork" genannt wurde, mit der fälschlichen Betonung eines harten "k" anstelle des weichen "g" in ihrem Namen. Und so sei dann mit der Zeit der Künstlername "Inge Borkh" entstanden...

Herzliche Grüße,
Stefan
"...du holde Kunst, ich danke dir!"