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Joseph II.

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Beiträge: 11 783

Registrierungsdatum: 29. März 2005

1

Freitag, 7. September 2018, 18:44

Franz Liszt: Sinfonische Dichtung Nr. 7: Festklänge


Widmungsträgerin Fürstin Carolyne zu Sayn-Wittgenstein (1819-1887)

Die Sinfonische Dichtung Nr. 7 "Festklänge", S. 101, gehört sicherlich zu den weniger geläufigen in Liszts umfangreichem Œuvre. Sie entstand im Jahre 1853 im Weimar, erfuhr ihre Uraufführung am 9. November 1854 und wurde 1857 schließlich publiziert. Eine Zweitfassung entstand 1861 und wurde im selben Jahr auch verlegt. Ursprünglich beabsichtigte der Komponist, das Werk bei seiner geplanten (aber nie zustande gekommenenen) Hochzeit mit Fürstin Caryolne zu Sayn-Wittgenstein spielen zu lassen. Dieser ist die Tondichtung auch dieser gewidmet. Sich selbst hat Liszt durch ein ernstes Hauptthema charakterisiert, während die Fürstin durch ein graziöses Seitenthema verkörpert wird.

Obwohl "Festklänge" zu den am seltensten aufgeführten Sinfonischen Dichtungen von Liszt gehört, gibt es doch eine ganze Reihe von Einspielungen.




»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 19 038

Registrierungsdatum: 9. August 2004

2

Montag, 10. September 2018, 21:17

Auch hier habe ich den Thread zum Anlass genommen heute das Stück (vermutlich erstmals) zu hören.
Wie schon im Eröffnungbeitrag festgestellt wurde, gibt es zu dieser Sinfonischen Dichtung keine eigentlche Literarische Vorlage.
Der Titel indes ist verheissungsvoll - und - zumindest ich - wurde nicht enttäuscht.
Ein tolles Stück, das Ohrwurmqualitäten aufweist, und sich im Gesamteindrauch ausgesprochen feierlich, festlich darstellt , darüber hinaus stellenweise aber sogar schmetterende-triumphierende Züge aufweist. Ein ausgesprochen Empfehlung von meiner Seite - abgehört mit der vorzüglichen Aufnahme unter Masur....

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

teleton

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Beiträge: 5 280

Registrierungsdatum: 10. Dezember 2004

3

Samstag, 15. September 2018, 19:58

Hallo Josef,

eigentlich war ich rein gefühlsmässig auf dem Level, dass wir bei Tamino die Sinfonischen Dichtungen von Liszt "durch" hätten - so jedenfalls in dem Gesamt-Thread der Liszt-Dichtungen:
Franz Liszt - Sinfonische Dichtungen und Sinfonien.


Aber ich finde als alter Liebhaber dieser Musik jeder Sinfonischen Dichtung einen eigenen Thread zu gönnen natürlich gut und angemessen.
Meine Anfänge auf LP waren die Philips-Aufnahmen mit Haitink, zu der sich dan später als die CD da war noch kompletter die ebenso (und manchmal feurigeren) Aufnahmen mit Masur (EMI) gesellten. Heute habe ich beide GA auf CD.
Bei Masur sind aber auch alle Klavier und Orchester-Werke mit dem glänzenden Pianisten Michel Beroff in der tollen EMI-CD-Box dabei.

Was Die Festklänge - Sinfonische Dichtung Nr. 7 angeht, so höre ich aber auch hier die feurige Solti-Aufnahme noch lieber als Masur und Haitink:


Decca, 1975, 1978, ADD
Gruß aus Bonn, Wolfgang

musikwanderer

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  • »musikwanderer« ist männlich

Beiträge: 4 281

Registrierungsdatum: 20. Januar 2010

4

Heute, 12:12

Festklänge nennt Liszt sein Orchesterwerk, das ich mir aus der nebenstehenden Box angehört habe und es lässt mich etwas ratlos zurück. Auch hierzu habe ich mich vor dem Hören um Orientierungshilfe bemüht und herausgefunden, dass es 1854 als Ouvertüre zu Schillers ‚Huldigung der Künste‘ angekündigt war, Kritiker dem Werk (und damit auch dem Komponisten) jedoch bescheinigten, den Geist des Gedichts völlig verfehlt zu haben. Liszt hat es den Kritikern insofern leichtgemacht, als dass er dieses Mal dem Werk keine Einführung vorangestellt hat und damit alle möglichen Deutungen zuließ. Da heißt es, dass in diesem Stück nichts von Sinfonie oder Dichtung stecke, die entsprechende Einordnung von daher mehr als ‚willkürlich‘ sei.

Zum Inhalt wurde einerseits die Erklärung abgegeben, dass Liszt es in einer Zeit der Hochstimmung komponiert habe, in denen er auf eine Heirat mit der Fürstin Sayn-Wittgenstein hoffte, was andere mit der boshaften Bemerkung quittierten, da sei ihm 'thematisch und in der Instrumentation herzlich wenig' eingefallen, denn alles 'bleibt schwach und nichtssagend‘. Andererseits wurde versucht, die ‚Festklänge‘ als musikalische Schilderung eines Volksfestes zu deuten. Alle diese Erklärungsversuche halfen mir nicht weiter, ließen eher die Bestätigung zu, dass die mannigfaltigen Deutungsmöglichkeiten (Schiller-Gedicht - Vermählungsvorfreude - Volksfeststimmung) die Unbestimmtheit des Stückes unterstreichen.

Aber ich kann trotzdem einerseits nicht leugnen, dass mir das Budapester Sinfonie-Orchester unter Árpád Joó einen festlichen Klang ins Ohr zauberte, der mich auch tatsächlich an einigen Stellen ‚vom Hocker‘ hob (Alfred nannte das etwas weiter vorn ‚Ohrwurmqualität‘), aber der Eindruck von mangelndem inneren Gehalt verbunden mit oberflächlichem Prunk hat sich doch eingestellt. Ist das nun ein objektives Gefühl von ‚Oberflächlichkeit‘ oder habe ich ein Stück Musik voreingenommen gehört? Ich bin, wie am Anfang vermerkt, etwas ratlos…

:hello:
.

MUSIKWANDERER

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 19 038

Registrierungsdatum: 9. August 2004

5

Heute, 14:08

Zitat

....aber der Eindruck von mangelndem inneren Gehalt verbunden mit oberflächlichem Prunk hat sich doch eingestellt. Ist das nun ein objektives Gefühl von ‚Oberflächlichkeit‘ oder habe ich ein Stück Musik voreingenommen gehört? Ich bin, wie am Anfang vermerkt, etwas ratlos


Ich finde daran nichts Aussergewöhnliches. Liszts Musik wird ja im Allgemeinen nicht mit "Tiefgang verbunden.
Hanslick hat es etwas überspitzt und feindselig etwa so gesehen:
Ein Komponist der versucht den Eindruck zu erwecken, seine Werke wören etwas ganz Besonderes und im Mittlemaß steckenbleibt.
Bis hierhin folge ich ihmm seine härteren Aussagen sind aber einer speziellen Abneigung geschuldet.
Was "stört" mich an Liszt ?
Daß er seine sinfonischen Dichtungen an bedeutende literarische Vorlagen, historische Ereignisse oder bedeutende Personen an heftet und somit automatisch Aufmerksam erregt, wobei - meiner Meinug nach - die Zusammenhänge meist sehr konstruiert und nur schwer nachvollziehbar sind - ich vermute, daß es gar keine gibt - die "Schlachtengemälde" ausgenommen.
Darüber könnte man diskutieren, allerdings eher im Thread:

Franz Liszt - Sinfonische Dichtungen und Sinfonien.

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix