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Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
  • »Alfred_Schmidt« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 19 110

Registrierungsdatum: 9. August 2004

1

Freitag, 21. September 2018, 01:50

Sir Charles Villiers STANFORD - Die Kammermusik

Klaviertrio Nr 1 in Es-Dur op 35 (1889)

Es gibt einiges von Stanford an Kammermusik, aber es ist auch nicht so viel, daß man die einzelnen Untergruppen extra zu Threads verarbeiten kann, daher fassen wir die gesamte Kammermusik der Komponisten zu einem Block zusammen
Das erste von mir vorgestellte Werk ist das Klaviertrio Nr 1 in Es-Dur op 35 aus dem Jahre 1889. Es war dem Dirigenten und Pianisten Hans von Bülow gewidmet mit dem Stanford persönlich befreundet war. Ich war überrasch wie geschickt hier Stanford zwei scheinbar unvereinbare Eigenschaften in seinem Werk kombiniert.
Kraft und Wohlklang. Vor allen der erste Satz -übersieht man die harmlose Einleitung - strotzt geradezu voll Temperament. "Allegro Grazioso" - "Molto Energico" würde ich dagen. Allerdings tritt das erst ab Minute 4 in Erscheinung. Dieser leicht aggressive Charakter des Werkes kommt allerdings via Lautstärker stärker herüber, als via Kopfhörer, die alles ein wenig abmildern. "Aggressiv" trifft es auch nicht richtig, vielleicht wäre "mit Verve" der treffendere Ausdruck.(?)
Sehr hübsch auch der 2. Satz (allegretto con moto) lricht perlend verspielt, sonnig freundlich.
Der dritte Satz (Tempo di menuetto ma molto moderato)weist. ebenso wie der erste ein breites Spectrum an Stimmungen auf, von verträumt bis extrovertiert, aber immer von einem freundlichen Gesamteindruck überstrahlt. Im Finalsatz (Allegro moderato ma con fuoco) wird der feurige Charakter schon in der Bezeichnung verraten, und das Gould Piano Trio bringt den auch trefflich zum Ausdruck, ebenso wie die cantablen Passagen.

mit freundlichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

lutgra

Prägender Forenuser

  • »lutgra« ist männlich

Beiträge: 5 143

Registrierungsdatum: 9. April 2013

2

Freitag, 21. September 2018, 15:54

Zufall oder Vorhersehung?

Kaum kommt eine CD mit Streichquartetten von Charles Villiers Stanford ins Haus und schon eröffnet der Forenbetreiber den passenden Thread.

Bei der CD handelt es sich bereits um die 2. Folge einer GA, die das britische Dante Quartet für SOMM einspielt. Und nachdem ich kürzlich noch einmal von Folge 1 die Quartette 5 und 8 und nun von der neuen CD 3 und 4 gehört habe, kann ich schon mal sagen, dass es sich lohnt sich mit diesem Oeuvre zu beschäftigen. Das scheint mir deutlich substantieller und interessanter zu sein als die Symphonien, die ja auch nicht ganz uninteressant sind. Aber das hier ist m.E. deutlich gewichtiger. In der Form natürlich konservativ erfindet Standford doch so viele interessante Themen und originelle Passagen, dass das zum Besseren gehört, was in der Epoche so komponiert wurde. Ich würde es qualitätsmässig mit den Beiträgen von Taneyev und Glasunov vergleichen wollen. Erstaunlich, dass die Briten so lange mit einer Aufnahme gewartet haben, so viele Beiträge zum Genre romantisches Streichquartett haben sie ja nicht. Und das hier ist vermutlich mit das Beste. Die Covergestaltung finde ich auch ansprechend.