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musicophil

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31

Donnerstag, 31. August 2006, 10:59

Hallo Marc,

Es war ein konstanter Krieg zwischen den wenigen Befürworter und den vielen Gegner.
Denn, wie Glockenton bereits schrieb, eine einmal nassgefahrene LP musste man immer wieder nassfahren.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

Theophilus

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32

Donnerstag, 31. August 2006, 11:22

Hallo Marc

Zitat

Aber ob das dem Hörer nun klangtechnisch soooo viel bessere Ergebnisse als das herkömmliche Abspielen bescherte?? Wenn dem so gewesen sein sollte, wäre das Verfahren als überlegene Abspielmethode doch viel weiter verbreitet gewesen, denke ich mal...

Es ging primaär nicht um klangtechnische Verbesserung sondern um Vermeidung der störenden Einflüsse durch Staubpartikel. Du bist wahrscheinlich wirklich schon zu jung, um das bewusst mitbekommen zu haben. Die Hochblüte des Nassfahrens waren die 70er und frühen 80er, und wenn sich damals die Leute gewundert haben, warum ihre kratzigen Platten im Radio immer "sauber" geklungen haben: viele Rundfunkanstalten sind nass gefahren...

Interessant ist, dass das Nassfahren, das natürlich privat vor allem in High-End-Kreisen beliebt war, gerade dort spürbar an Beliebtheit eingebüsst hat, als sich das primäre Interesse den Plattenspielern zugewendet hat. Plattenspieler mit weich gelagertem Subchassis und Riemenantrieb lösten in hohem Maße die schweren, direkt angetriebenen japanischen Monsterlaufwerke ab. Da war der Besen plötzlich obsolet. Das letzte Jahrzehnt brachte die Rückkehr der schweren Plattenspieler, das Nassfahren scheint aber durch die Plattenwaschmaschinen weitgehend abgelöst worden zu sein.

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

  • »helmutandres« ist männlich

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33

Donnerstag, 31. August 2006, 12:55

Zitat

Original von Theophilus
Hallo Paul

Zitat

Obwohl, im Wagen hat mann fast immer eine schönere Klang (warum, Theophilus) als zu Hause.

Eine gute Frage. Ich kann es dir nicht sagen, habe aber zwei mögliche Ansätze einer Erklärung.

Der erste ist allgemeiner Natur. Im Auto hast du ein wesentlich besseres Verhältnis zwischen Membranfläche und Raumvolumen. Damit erhältst du fast gratis eine bessere Dynamik bei gleichwertiger Elektronik. Das führt auch bei moderaten Lautstärken zu einem direkteren und lebendigeren Klangbild.

Zum zweiten dürfte der Fahrgastraum rein akustisch gesehen gar nicht so schlecht sein. Es gibt keine parallelen Wände und damit auch keine stehenden Wellen (in einem Wohnraum ganz schwer zu realisieren; aber Dachräume mit einer schrägen Wand klingen zumeist außerordentlich gut!). Weiters möglicherweise ein glückliches Verhältnis zwischen glatten Flächen und absorbierenden Elementen (Sitze und Sitzbänke). Und durch die geringen Raumdimensionen - Schall unter 150Hz kann keine Wellen mehr bilden, sondern arbeitet nach dem Druckkammerprinzip - hat man keine der im Wohnraum nur schwer in den Griff zu kriegenden Probleme mit dem Tieftonbereich.

Jetzt bin ich aber sprachlos. Selbst wenn es im Auto tatsächlich den 'besseren' Klang geben sollte (was ich weder von der Raumakustik noch vom Equipment her glauben mag) - fahrt ihr zum Hören dann auf einen einsamen Berg :D? Denn allein schon die Fahr- Umgebungsgeräusche machen ein ernsthaftes Hören doch wohl unmöglich - von der eigenen Konzentration mal ganz abgesehen, oder?

Robert Stuhr

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34

Donnerstag, 31. August 2006, 13:06

Und vor allem: Wie bringt Ihr es fertig, daß die Nadel des Plattenspielers nicht von den Erschütterungen des Fahrens beeinflußt wird und laufend hin und her springt? :beatnik:
Ermutigung nach 200 Jahren (auf dem heimweg von einem orgelkonzert)
Zu füßen gottes, wenn
gott füße hat,
zu füßen gottes sitzt
bach,
nicht
der magistrat von leipzig
(Reiner Kunze, Auf eigene Hoffnung, Gedichte)

Michael Schlechtriem

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35

Donnerstag, 31. August 2006, 13:12

Eine Plattenwaschmaschine ist in jedem Falle dem Nassfahren
vorzuziehen.
Ich habe selber lange Zeit nass abgespielt, daß Problem dabei war nur, daß die Schallplatten nie wirklich sauber waren, die Nadel ist immer durch den ganzen Schlamm geschmiert.
Ich bin dann Anfang der 90er von dem klanglichen Zugewinn durch eine professionelle Plattenwäsche überzeugt worden und habe mir dann auch ein solches Gerät gekauft.
Seitdem war Nassabspielen kein Thema mehr für mich.

:hello:

Michael
"I should never have switched from Scotch to Martinis.“
Humphrey Bogarts letzte Worte.

Theophilus

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36

Donnerstag, 31. August 2006, 13:13

Zitat

Denn allein schon die Fahr- Umgebungsgeräusche machen ein ernsthaftes Hören doch wohl unmöglich, oder?

Naja, unmöglich gerade nicht, aber erschweren sicherlich. Es hängt natürlich sehr vom Fahrzeug ab, es gibt schon welche, die bei moderaten Geschwindigkeiten sehr geräuscharm durch die Gegend gleiten.

Das ist aber nicht der springende Punkt. Paul sprach das Phänomen an, dass gute Autoanlagen in Bezug auf Direktheit und Lebendigkeit eine Qualität entwickeln, die in einem größeren Höhrraum so kaum zu realisieren ist. Mögliche Gründe dafür habe ich zu artikulieren versucht.

Ein dritter Grund für das völlig andere Musikempfinden in einem Auto könnte die atypische Klangausbreitung sein. Man hört ja nur Direktschall und Reflexionen mit sehr geringer Laufzeitverschiebung. Im durchschnittlichen Hörraum hat man einen ungleich höheren Anteil an reflektiertem Schall mit (vom Gehör) erkennbarem Laufzeitunterschied (Diffusfeld). Der Fahrgastraum ähnelt also einem überdimensionalen Kopfhörer und könnte so prinzipiell nie wie ein größerer Raum klingen.

:hello:

Ciao

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musicophil

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37

Donnerstag, 31. August 2006, 13:17

Lieber Robert,

Das hast Du falsch interpretiert.

Zitat

Als Du schon Vinyl das Beste findest, und eine CD ist also "schlechter", ist dann nicht mp3 noch viel schlimmer?

Obwohl, im Wagen hat mann fast immer eine schönere Klang


Ich reagierte auf das abspielen von mp3-Dateien. Und fragte nebenbei etwas über ein Phänomen, daß ich konstatiert habe.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

Robert Stuhr

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38

Donnerstag, 31. August 2006, 14:53

Zitat

Original von musicophil
Lieber Robert,
Das hast Du falsch interpretiert.


Lieber Paul, der Beitrag war auch scherzhaft gemeint.. :hello:

Für meinen Wagen und dessen Anlage kann ich Deine Feststellungen jedenfalls bestätigen, es klingt besser als zu Hause am PC (aber nicht besser als über meine Kopfhörer) :)
Ermutigung nach 200 Jahren (auf dem heimweg von einem orgelkonzert)
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  • »helmutandres« ist männlich

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39

Freitag, 1. September 2006, 00:36

Direktschall

Zitat

Original von Theophilus

Zitat

Denn allein schon die Fahr- Umgebungsgeräusche machen ein ernsthaftes Hören doch wohl unmöglich, oder?

Naja, unmöglich gerade nicht, aber erschweren sicherlich. Es hängt natürlich sehr vom Fahrzeug ab, es gibt schon welche, die bei moderaten Geschwindigkeiten sehr geräuscharm durch die Gegend gleiten.

Das ist aber nicht der springende Punkt. Paul sprach das Phänomen an, dass gute Autoanlagen in Bezug auf Direktheit und Lebendigkeit eine Qualität entwickeln, die in einem größeren Höhrraum so kaum zu realisieren ist. Mögliche Gründe dafür habe ich zu artikulieren versucht.

Ein dritter Grund für das völlig andere Musikempfinden in einem Auto könnte die atypische Klangausbreitung sein. Man hört ja nur Direktschall und Reflexionen mit sehr geringer Laufzeitverschiebung. Im durchschnittlichen Hörraum hat man einen ungleich höheren Anteil an reflektiertem Schall mit (vom Gehör) erkennbarem Laufzeitunterschied (Diffusfeld). Der Fahrgastraum ähnelt also einem überdimensionalen Kopfhörer und könnte so prinzipiell nie wie ein größerer Raum klingen.

:hello:

Also da stimme ich dem Wirkungsprinzip zu. In meinem Hörraum (ca. 6x10 m, zwei Dachschrägen) hatte ich früher ein Stereodreieck von ca. 5 m. Seit ich es auf etwa 1,70 m reduziert habe, höre ich erst 'richtig'. Den Unterschied können m. E. noch so teure Lautsprecher nicht kompensieren, wenn sie falsch aufgestellt sind. Natürlich müssen die Lautsprecher trotzdem gut sein (da gibt es aber im Schwäbischen einen Direktvertrieb für, der für vergleichsweise kleines Geld den Premiums unter den Lautsprecherherstellern allenfalls marginale Vorteile gestattet).

BTW: natürlich höre ich auch im Auto. Aber mit 8 Lautsprechern oder so gibt es m. E. keinen Originalklang, sondern irgendeinen Hybridmischmasch.

Theophilus

Administrator

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40

Freitag, 1. September 2006, 00:46

RE: Direktschall

Hi

Zitat

BTW: natürlich höre ich auch im Auto. Aber mit 8 Lautsprechern oder so gibt es m. E. keinen Originalklang, sondern irgendeinen Hybridmischmasch.

Ja, Hi-Fi ist es objektiv gesehen wahrscheinlich wirklich nicht. Es kann dennoch subjektiv ungemein attraktiv und befriedigend klingen!


Zitat

In meinem Hörraum (ca. 6x10 m, zwei Dachschrägen)...

Beneidenswert!


:hello:

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

musicophil

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41

Samstag, 2. September 2006, 00:31

RE: Direktschall

Beneidenswert? Wieso? Er benützt ja weniger als 2×2.
Wirklich schöne Musik rührt

Kolo

Anfänger

  • »Kolo« ist männlich

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Registrierungsdatum: 29. August 2006

42

Samstag, 2. September 2006, 01:34

Hallo

Ich höre leider keine Klassik von Langspielplatten, ein Gerät zum abspielen hätte ich zwar aber nur bei meinen Großeltern...

Und extra eine Platte zu finden ist wohl auch etwas umständlich...
Wenn ich mal an einer vorbeilaufe werde ich es mir aber stark überlegen ob ich sie nehme.

Matthias
Künstliche Intelligenz ist etwas für Menschen, die keine eigene haben.

  • »Holger Sambale« ist männlich

Beiträge: 525

Registrierungsdatum: 4. September 2006

43

Dienstag, 5. September 2006, 09:33

Hallo,

obwohl ich das Zeitalter der Schallplatte eigentlich gar nicht mehr erlebt habe, greife ich in letzter Zeit recht oft auf Schallplatten zurück. Der Grund ist, wie Michael schon erwähnt hat, dass es einfach viele Werke gibt, die aus den verschiedensten Gründen bisher einfach nicht auf CD erschienen sind (und in absehbarer Zukunft wohl auch nicht erscheinen werden). Deshalb habe ich mir seit gut einem Jahr über Ebay, diverse Antiquariate und andere Versandhändler eine ganze Reihe von alten LPs (vorwiegend der Label Melodia und nova) zugelegt. Ich muss wirklich sagen: es lohnt sich. Viele der Werke, die ich mir so zugelegt habe, möchte ich nicht mehr missen. Allerdings habe ich keine Plattenwaschmaschine oder dergleichen. Meist verfahre ich so, dass ich mir die Platten nach und nach auf CD überspiele (und bis zu einem gewissen Grad Rauschen und Knacksen vermindere).

Viele Grüße
Holger

  • »Hans Sachs« ist männlich

Beiträge: 560

Registrierungsdatum: 29. August 2006

44

Dienstag, 5. September 2006, 10:42

Ich dagegen habe mich vor einigen Wochen (endgültig?) von der Schallplatte verabschiedet und habe meinen Plattenspieler abgebaut. Und das, obwohl ich immer gerne erzählt habe, daß zu einer kompletten Anlage einfach ein Plattenspieler gehört... ;)

Gründe:

- meine Kinder sollen nicht an die Platten (ich weiß, ich weiß: alles Erziehungssache :wacky: )

- ich habe mir schon ewig keine Platte mehr gekauft

- ich habe mir schon ewig keine Platte mehr angehört

- und der wichigste Grund: mein erster Plattenspieler war Bestandteil einer Aldi-Anlage für 300 Mark. Entsprechend hat das Ding die Platten mehr ausgefräst als sonst was damit gemacht. Natürlich macht das mein neues Gerät nicht mehr, aber diese Erinnerung verblasst einfach nicht. Ich hatte jedesmal ein mulmiges Gefühl, wenn ich eine LP aufgelegt habe

:hello:Jürgen
Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück...

Thomas Pape

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  • »Thomas Pape« ist männlich

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45

Dienstag, 5. September 2006, 12:17

In den Glaubenskrieg, was denn besser klingt, will ich mich gar nicht einmischen, letztlich muß das jeder für sich entscheiden. Ist auch immer eine Budget-Frage. Persönlich höre ich zu 80 % Schallplatten (auch Schellacks). Als Musikliebhaber muß ich einfach feststellen, daß ich meinen Hörhorizont ohnen die LP’s kräftig einengen würde, zumal die Klassikproduktionen oftmals keine Riesenauflagen hatten und in der CD-Ära oft gar nicht als CD erschienen sind. Das ist ja auch verständlich, da die Plattenindustrie betrebt ist, ihre immer neuer und in immer größerer Fülle erscheinenden Novitäten zu verkaufen. Alte Exzellenz –selbst monophon- kann da zuweilen dem Neuen sehr gefährlich werden. Auch klingen die umgeschnittenen CD’s oftmals recht verbastelt. Da wird an den alten Bändern „optimiert“ mit Ergebnissen, die nicht immer beglücken. Durchwachsen auch die Umschnitte von Schellack auf CD. Immer in dem Bestreben, das Rauschen dieser Tonträger zu eliminieren, verschwindet zuweilen mit dem Rauschen auch musikalischer Feinklang. Zum Thema Haltbarkeit: Auch hier mag ich keine Präferenzen einräumen. Zwei meiner CD’s, beide vor 16 Jahren gekauft, spielen nur noch mit Störgeräuschen, obwohl sie insgesamt höchstens dreimal gespielt wurden. Offensichtlich ist zu viel Licht durch die Jewel-Boxen gefallen, mechanische Schädigungen nicht erkennbar. Solange die Entscheidung „Musikhören“ heißt und nicht „Freude an technischer Perfektion“ sollte man nicht entweder oder sagen, sondern sowohl als auch.
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.

Andrew

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Freitag, 6. Oktober 2006, 23:05

Wie manche andere hatten wir eine recht umfangreiche Schallplattensammlung. Zu Anfang gehörten wir zu den CD-Verweigerern. Erst Anfang der neunziger Jahre wurde ein CD-Player angeschafft. Vor zwölf Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt dann immer mehr auf CDs, und beim letzten Umzug wurden die LPs dann eingekellert und ruhen seitdem gut verpackt gegen Staub und Nässe im Keller.

Heute hatte ich unten zu tun, und habe eine der Schatzkisten geöffnet. Das wunderbare Gefühl in den Fingern, wenn man ein Plattencover in Händen hat, ... ach ist das schön. :angel:

Und dann gibt es da so viel, das ich nicht auf CD habe und so gern einmal wieder hören möchte: Die Brahms-Sinfonien mit Schmidt-Isserstedt, die Beethoven-Sinfonien mit Solti, die Beethoven-Klavierkonzerte mit Backhaus und die Klaviersonaten mit Ashkenazy, Cosi fan tutte in der Klemperer-Einspielung, Schuberts Sinfionien mit der Academy of St. Martin in the Fields und die Klaviertrios von Schubert mit Casals und ... und ... und ... :angel:

Zum Glück steht im nächsten Jahr ein Umzug an. Meine Vision ist, dass der ebenfalls gut verpackte Plattenspieler wieder aufgebaut wird...

Vielleicht klappt es ja. :yes:

Freundliche Grüße von Andrew
„Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

tuonela

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47

Sonntag, 8. Oktober 2006, 18:10

ich habe schätzungsweise genauso viele LPs wie CDs - teils ein Erbe meines Mannes, teils gemeinsam gekauft ("Blue Danube" in Tulln). Eine LP ziehe ich noch immer der CD vor, wenngleich es ja ohnehin bei den neueren Aufnahmen keine Alternative gibt.

Seit dem Tod meines Mannes höre ich allerdings selten im Musikraum ...

HG
tuonela
"Waaaas, noch lauter?" - "Nein, ein wenig lauter."

musicophil

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48

Sonntag, 8. Oktober 2006, 19:09

Auch ich ziehe eine LP vor. Denn schönere Klang.
Sie sind aber so verletzbar. Darum versuche ich bereits seit einige Jahre meine LPs auf CD zu überspielen. Leider ist davon in der letzten Zeit überhaupt nichts gekommen.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

Andrew

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49

Sonntag, 8. Oktober 2006, 19:19

Hallo Paul,

schön, dass Du wieder da bist. Hoffentlich tritt langsam eine Besserung ein. Du fehlst hier! :yes:

Meine dumme Frage (ich weiß, es gibt keine dummen ...) lautet: wie überspielt man eine LP auf eine CD? Gibt es dafür ein besonderes Gerät? ?(

Bestimmt wird das hier irgendwo in den Tiefen des Forums erklärt. Kannst Du mir sagen, wo? ?(

Ich bin der Meinung, dass das Umgehen und Hören einer Platte eine sinnlichere Erfahrung, als Umgang und Abspielen mit CD ist. Gerade, dass es nicht so perfekt ist, ist das Sinnliche. Aber diese Zeit ist eben vorbei...

Ich werde beim nächsten Umzug den Plattenspieler reaktivieren, möchte aber auch etwas über Möglichkeiten des Überspielens wissen. Ach, waren das noch Zeiten, als man Platten auf Kassette aufgenommen hat ... :)

Grüße von Andrew
„Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

Misha

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50

Sonntag, 8. Oktober 2006, 20:09

Zitat

Original von Andrew

Meine dumme Frage (ich weiß, es gibt keine dummen ...) lautet: wie überspielt man eine LP auf eine CD? Gibt es dafür ein besonderes Gerät? ?(


Ulli hatte den thread kürzlich 'rausgesucht Überspielen LP CD
res severa verum gaudium

Herzliche Grüße aus Sachsen
Misha

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51

Sonntag, 8. Oktober 2006, 20:09

Hallo Andrew,

wir haben dazu einen Audio-CD-Brenner und einen DAT-Recorder, die in die Musikanlage integriert sind. Mein Mann hatte die LP auf DAT überspielt, dort Nadelaufsetzknackser entfernt und Codes gesetzt und von dort aus dann die CD gebrannt. Mein Mann ist gestorben, und leider kenne ich mich damit nicht aus - aber ich hoffe trotzdem, dieses System bald wieder nutzen zu können: denn es ist natürlich auch für Radiomitschnitte gut verwendbar. :)

Herzlichst
tuonela
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Thomas Pape

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52

Sonntag, 8. Oktober 2006, 21:15

Von Steinberg gibt es eine Software, die heißt Clean. Die leistet sehr gute Dienste. Als Zwischenschritt sollte allerdings die Platte auf ein DAT-Band überspielt werden. Clean bietet zwar auch einen Entzerrer-Vorverstärker an, aber das ist eher Spielzeug. Immerhin kann man mit diesem Gerät den Plattenspieler direkt an den Rechner anschgließen. Benutzte diese Technik allerdings hauptsächlich für Schellack-Umschnitte (Beethovens 9. verteilt sich auf sieben Platten, das kann zuweilen lästig werden). LP's kaufe ich ja gerade aus dem Grund, keine CD's auflegen zu müssen. Da habe ich dann lieber in eine gute Plattenwaschmaschine investiert. Zur Haltbarkeit der CD's: ich habe es wiederholt erlebt, daß sich im Laufe der Zeit skurrile Klangartefakte bilden, in etwa mit dem Klacken eines langen Kratzers bei einer Schallplatte vergleichbar. Autofahren mögen die Selbstgebrannten auch nicht gerne. Im Auto spiele ich immer nur Kopieen. Mitunter lassen sich die selbstgebrutzelten, dis sich anschicken, ihren geist aufzugeben, wie folgt retten: Von Perfect Sound gibt es ein Spray namens CD Control. Damit die CD's behandeln und sodann kopieren.

Gruß vom Thomas :hello:
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Theophilus

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53

Sonntag, 8. Oktober 2006, 21:27

Hallo,

wenn ein DAT-Recorder vorhanden und man damit vertraut ist, spricht grundsätzlich nicht viel dagegen. Gleichwohl ist es einfacher und sinnvoller, sofort am PC aufzunehmen (das gilt auch fürs Radio; vielleicht sogar noch mehr, denn der PC kann eine ganze Oper am Stück aufnehmen, was der DAT-Recorder nicht kann).

:hello:

Ciao

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Thomas Pape

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54

Sonntag, 8. Oktober 2006, 21:42

Hallo Theophilus,

bei den Platten möchte ich vorsichtig einwenden, daß der Entzerrervorverstäreker einen wesentlichen Anteil an der Klangqualität hat. Bei der Aufnahme beim DAT-Recorder steht mir der Entzerrer meiner Stereo-Kette zur Verfügung, beim Dirket-Aufspielen auf den PC nicht (oder ich brauche eine andere Soundkarte, das kann natürlich sein). Da ich in die guten algten Bänder (auch wenn sie auch nur digitale Daten speichern) mehr Vertrauen habe als zu diesem ganzen Computer Gedöns, habe ich diesen Zwischenträger durchaus in Gebrauch. Du hast natürlich recht: Direkt-Aufzeichnung auf PC geht auch, bin da aber misstrauisch.

Beste Grüße vom Thomas :hello:
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Theophilus

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55

Sonntag, 8. Oktober 2006, 21:48

Zitat

bei den Platten möchte ich vorsichtig einwenden, daß der Entzerrervorverstäreker einen wesentlichen Anteil an der Klangqualität hat. Bei der Aufnahme beim DAT-Recorder steht mir der Entzerrer meiner Stereo-Kette zur Verfügung, beim Dirket-Aufspielen auf den PC nicht...

Das ist ja bei der PC-Aufnahme nicht anders. Anstatt in den DAT-Recorder gehst du in den PC. Du musst dich nur mit der Aufnahme-Software vertraut machen und kannst dir in Zukunft den Umweg über DAT ersparen.

:hello:

Ciao

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Masetto

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56

Sonntag, 8. Oktober 2006, 22:18

Hätte ich einen Plattenspieler, würde ich an ganz besonderen Abend das Werk meiner Wünsche auf Platte hören.
Die Anschaffung eines Plattenspielers hat momentan keinen Sinn, weil ich die notwendige Komplettanlage (richtig gute Boxen) nicht habe.
29.08.1958 - 25.06.2009
gone too soon

Uwe Schoof

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57

Sonntag, 8. Oktober 2006, 22:30

An das Thema "Schallplatten" möchte ich eigentlich gar nicht erinnert werden - aus Gründen der Gefahr aufkommender Wehmut.

Ich habe vor 5 oder 6 Jahren sämtliche Schallplatten verkauft bzw. verramscht. Jetzt tut mir dies leid. Besonders meine alten Platten haben ihre Geschichte (für mich) - fast zu jeder LP könnte ich erzählen, wie es zu deren Erwerb gekommen ist. Meine ersten Klassik LPs und meine Jazz-Einspielungen, Japan-Pressungen von Blue-Note - ach, Originalpressungen von Dizzy Gillespie, dem Modern Jazz Quartett... Liebhaber wissen, was ich meine. Und mein allererster Kontakt mit der Klassischen Musik - Mozarts Klarinettenkonzert - alles futsch. Keine CD kann mir auch nur annähernd eine gleichwertige Geschichte erzählen wie die minderwertigste meiner ehemaligen LPs.

Uwe
Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

Andrew

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Registrierungsdatum: 4. März 2006

58

Sonntag, 8. Oktober 2006, 23:49

Hallo Uwe,

was Du schreibst, war für meine Frau und mich der Grund, unsere Schallplatten zu behalten. Während der über zehn Jahre, in denen sie jetzt eingekellert sind, sind wir uns wiederum einig geworden, dass sie bald wieder hervorkommen und spielen dürfen.

Unsere Platten sind nicht nur beliebig austauschbare Tonträger, sondern auch ein Teil von uns und unserer Biografie. Als Studenten haben wir mit unserem schmalen Budget jede Kaufentscheidung sehr viel sorgfältiger erwogen, als wir das heute tun. Im Rückblick bin ich manchmal erstaunt, wie gut und vorausschauend manche Kaufentscheidungen vor zwanzig Jahren gewesen sind (sicherlich nicht alle :no:!) :yes:. Aus diesem Grund trennen wir uns auch sehr ungern von Büchern. Manchmal muss das aus Platzdründen sein, und bei manchen Dingen ist das auch in Ordnung. Aber in vielen Büchern sind auch Erinnerungen.

Ich kann sehr gut verstehen, was Du schreibst, und ich schreibe diese kurze Antwort auch nicht aus Schadenfreude. Damals haben mich vielleicht das Fehlen einer guten Möglichkeit oder die Entscheidungsunlust davor bewahrt, unsere Platten zu verkaufen. Ich denke dafür mit Wehmut an viele Spielsachen, die nach meinem Auszug aus dem Elternhaus weggegeben und weggeworfen wurden. Und dabei geht es mir nicht nur um den heutigen Marktwert von Fischer-Technik und Plastikfiguren von Timpo Toys ... ;(

Ich möchte mich bei Misha, tuonela, Santoliquido und Theophilus für die hilfreichen Hinweise bedanken.

Freundliche Grüße von Andrerw
„Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

Gentilhombre

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Beiträge: 843

Registrierungsdatum: 24. Juni 2006

59

Montag, 9. Oktober 2006, 00:01

Anscheinend bin ich hier Minderheitenvertreter, wenn ich feststelle, daß ich der Vinylschallplatte nicht hinterherweine. Klar, es hatte schöne Seiten, große Cover, teilweise sehr nett aufgemacht etc. Ich bin mit Vinyl aufgewachsen, aber den Vorteil der CD möchte ich nicht missen. Kein lästiges Geknacke und Geknister, geringerer Platzverbrauch, und wenn man Glück hat sogar eine beinahe ebensoschöne Aufmachung.

Auf dem Dachboden stehen noch Stapelweise LPs (keine Klassik) - das wird noch ein Spaß die loszuwerden... :rolleyes:

Die Klassik-LPs meines Elternhauses würde ich nicht hergeben. Dennoch ziehe ich die CD-Wiedergabe eindeutig vor. Der CD-Nachfolger wird eines Tages mit Sicherheit ein reines Datenformat werden -da würde mir das haptische Erlebnis fehlen- , aber soweit sind wir ja noch nicht.


Grüße,
Gentilhombre
"Das ist zeitgenössische klassische Musik. Dann unterstelle ich, daß da kein intellektueller Zugang..."
Miroslaw Lem, Tenor

Thomas Pape

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Beiträge: 3 732

Registrierungsdatum: 30. August 2006

60

Montag, 9. Oktober 2006, 00:09

Hallo Andrew (und alle Musikliebhaber, die Schallplatten besitzen),

schön, wenn Ihr Eure Schätze noch habt. Gebt sie um Gottes Willen nicht ab. Diese Form des Musikhörens ist ein Teil einer persönlichen Biographie. Es ist auch ein Teil des individuellen Musikhörens. Ich selbst bin notorischer Schallplattenhörer. Wenn ich über Musik hier schreibe, sind immer die Platten gemeint. Üblicherweise versuche ich dann zu prüfen, ob die angesprochene Aufnahme auch als CD aktuell verfügbar ist. Nicht immer ist das von Erfolg gekrönt. Und es sind leider nicht immer die mediocren Aufnahmen, die verschwinden. Liebe Musikfreunde, schaut nicht auf mono oder stereo, nicht auf platte oder cd, hört auf die erhaltene Musik, dann verbietet sich jedes entweder oder.

Liebe Grüße aus Köln vom Thomas :hello:
Früher ist gottseidank lange vorbei. (TP)
Wenn ihr werden wollt wie eure Väter waren werdet ihr so wie eure Väter niemals waren.