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maxmax

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Beiträge: 47

Registrierungsdatum: 15. Dezember 2005

1

Dienstag, 17. Januar 2006, 08:33

Orgel der Frauenkirche in Dresden

Wer von Euch hat die Orgel in der Frauenkirche in Dresden schon gehört oder gespielt?
Ist das ein interessantes Instrument, bzw. bekommt man die Möglichkeit, mal darauf zu spielen, oder sind sie dort sehr pingelig?
Grüße, maxmax

momo

Schüler

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Beiträge: 131

Registrierungsdatum: 11. November 2005

2

Mittwoch, 18. Januar 2006, 12:08

RE: Orgel der Frauenkirche in Dresden

"gespielt"??? haha... ich glaube, die lassen für die nächsten jahre keinen ran, der nicht mindestens a-kantor ist.
Es ist ein schönes instrument, man merkt deutlich den kompromiss zwischen silbermann und cavaillé-coll, wie er für die straßburger orgelbauer lange zeit maßgeblich war. typisch französische und sehr schöne register sind dabei (flute harmonique, flute octaviante, plein jeu, etc.), dazu zwei schöne 32' (fagott und untersatz). insgesamt sind es vier manuale (ich weiß nicht - kennst du die disposition?).
die akustik in der frauenkirche (george bähr als architekt) ist sehr schön, gerade die 32'-Pfeifen können sich wunderbar entfalten. ich kann dir ein konzert (wenn auch nur zum zuhören ;-) ) nur empfehlen. ich war am letzten sonnabend im eröffnungskonzert des bachzyklus' und war von akustik und orgel beeindruckt. auch das ensemble frauenkirche und der chor sind echt solide. dort kirchenmusiker zu sein, ist bestimmt ein traum.
bis bald
"Orgel spielen heißt, einem mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren!"
Charles-Marie Widor

maxmax

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Beiträge: 47

Registrierungsdatum: 15. Dezember 2005

3

Mittwoch, 18. Januar 2006, 15:57

RE: Orgel der Frauenkirche in Dresden

Hier ist die Disposition:



Hauptwerk 58
Töne C - a’’’

Montre 16’
Bourdon 16’
Octave 8’
Viole de Gambe 8’
Rohrflöte 8’
Octave 4’
Spitzflöte 4’
Quinte 2 2/3’
Octave 2’
Terz 1 3/5’
Cornet V
Mixtur V
Cymbel IV
Fagott 16’
Trompette 8’
Clarine 4’

Oberwerk
58 Töne C -a’’’

Quintade 16’
Principal 8’
Quintade 8’
Salicional 8’
Gedackt 8’
Octave 4’
Rohrflöte 4’
Nasat 2 2/3’
Octave 2’
Sesquialtera 1fach
Mixtur IV
Trompette 8’
Chalumeau 8’
Tremblant


Schwellwerk
58 Töne C - a’’’

Bourdon 16’
Gamba 8’
Flûte harmonique 8’
Voix céleste 8’
Bourdon 8’
Flûte harmonique 4’
Quinte 2 2/3’
Octavin 2’
Piccolo 1’
Cornet V
Mixtur III – VI
Basson 16’
Basson – Hautbois 8’
Trompette harmonique 8’
Vox Humana 8’
Clairon Harmonique 4’
Tremolo
Brustwerk
58 Töne C - a’’’

Gedackt 8’
Prinzipal 4’
Rohrflöte 4’
Nasat 2 2/3’
Octav 2’
Gemshorn 2’
Terz 1 3/5’
Quinte 1 1/3’
Sifflet 1’
Mixtur III
Vox Humana 8’
Tremblant



Pedal
32 Töne C - g’

Untersatz 32’
Principal 16’
Subbass 16’
Octave 8’
Bassflöte 8’
Octave 4’
Mixture VI
Basson 32’
Posaune 16’
Trompette 8’
Clarine 4’

Grüße, maxmax

maxmax

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Beiträge: 47

Registrierungsdatum: 15. Dezember 2005

4

Mittwoch, 18. Januar 2006, 16:00

RE: Orgel der Frauenkirche in Dresden

P.S: hoffe, es gibt bald eine Aufnahme (nicht nur mit Bach...............)
maxmax

Freiburg_Orgelfan

unregistriert

5

Montag, 7. August 2006, 21:21

RE: Orgel der Frauenkirche in Dresden

Hallo momo,
was meinst du zur Disposition? Ich finde das französische Récit expressif passt nicht so in das eigendlich von Gottfried Silbermann gebaute Orgelwerk. Der Rest ist ganz ok.
by Freiburg_Orgelfan

Masetto

Prägender Forenuser

  • »Masetto« ist männlich

Beiträge: 1 783

Registrierungsdatum: 29. April 2006

6

Montag, 7. August 2006, 21:26

Ich versteh zwar nur Bahnhof, aber ich brenne eigentlich auch darauf mal ein Konzert in der Kirche zu erleben. Aber erstens sind die Veranstaltungen meist schon ausverkauft und zweitens wahnsinnig teuer
29.08.1958 - 25.06.2009
gone too soon

  • »Monsterdiscohell« ist männlich

Beiträge: 25

Registrierungsdatum: 23. Juli 2006

7

Montag, 7. August 2006, 22:21

@Freiburg_Orgelfan

Zitat

Ich finde das französische Récit expressif passt nicht so in das eigendlich von Gottfried Silbermann gebaute Orgelwerk

Das mit dem von Gottfried Silbermann gebautem Orgelwerk stimmt
nicht ganz.
Eine Originalrekonstruktion ist es nicht,da der ursprüngliche Teil der Orgel (übrigens sieben Mal, in den Jahren davor modifiziert) nach einem Brand nicht restaurierbar war, deshalb konnte nur nach Photos und Zeichnungen "gearbeitet" werden.
Ergo würde ich sagen, dass Abstriche (kleine Änderungen) bei der Disposition seitens des Orgelbauers gemacht werden mussten.

Ob es nun das Récit expressif in die barocke Disposition "passt" kann ich nicht sagen ,da ich "noch" zu wenig Ahnung von der Materie habe :evil:

Gruß Marvin

Freiburg_Orgelfan

unregistriert

8

Dienstag, 8. August 2006, 21:50

Hallo Masetto,
wegen dem Konzert, versuche einmal Mittags um 12 Uhr die Orgelvesper zu besuchen. Da kannst du auch etwas von der Orgel hören.
bye Freiburg_Orgelfan

momo

Schüler

  • »momo« ist männlich

Beiträge: 131

Registrierungsdatum: 11. November 2005

9

Sonntag, 13. August 2006, 13:52

Hallo Freiburg_Orgelfan,
ich habe heute erstmal wieder reingelesen... naja, was sagt man zur Disposition... Straßbourger Orgeln kommen mir immer wie eine Mischung aus Silbermann und Cavaillé-Coll vor - solide und reizvoll. Es ist abern wegen der Mischung, eine Disposition die ich nicht so geeignet finde. Ich mag's eher, wenn es stimmig ist und ich einen klaren Klang erkenne. Ich muss aber auf jeden Fall monsterdiscohell zustimmen - die Orgel wurde so oft verändert, dass die Orgelbauer von einer hypothetischen Rekonstruktion sprachen - eine so gut wie mögliche Annäherung an den ursprünglichen Klang.
hm... weiß nicht, hat das was gebracht? ?(
bis bald,
momo
"Orgel spielen heißt, einem mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren!"
Charles-Marie Widor

Freiburg_Orgelfan

unregistriert

10

Donnerstag, 17. August 2006, 14:21

Hallo Monsterdiscohell ,
ich meine nur in dem Sinne, weil sich französiche Romantik und Mitteldeutscher Barock eigentlich gar nicht vertragen. (im Bezug auf Romantik und Barock)
mfg Manuel

Freiburg_Orgelfan

unregistriert

11

Donnerstag, 17. August 2006, 14:24

Hallo momo,
das was du in Straßburg findest, sind orgeln von Andreas Silbermann. Das ist franösischer Barock. Hier haben wir Mitteldeutschland. Gottfried Silbermann baute Mitteldeutschen Barock mit französischem Akzent. Das macht, obwohl Silbermann dasteht trotzdem einen gewaltigen Unterschied.
mfg Manuel

AH.

Profi

Beiträge: 248

Registrierungsdatum: 10. Juli 2006

12

Montag, 18. Juni 2007, 17:16

Hallo,

ist neben der Disposition noch etwas über die Temperatur des Instrumentes bekannt?

Soweit ich mich erinnere, gab es um die Disposition des Instrumentes ziemliche Auseinandersetzungen zwischen den Befürwortern einer Silbermann-Imitation und den Befürwortern eines brauchbaren Instrumentes ;)

Gruß

Andreas
De gustibus non est disputandum (über Geschmäcker kann man nicht streiten)

13

Mittwoch, 18. Juli 2007, 23:02

Hallo Andreas,

bei der sogenannten "Silbermann"-Orgel in der Frauenkirche zu Dresden handelt es sich um eine neue Orgel, die mit dem ursprünglichen Instrument nur noch der rekonstruierte Prospekt verbindet.

Demnach ist die neue Frauenkirchen-Kern-Orgel auch gleichschwebend gestimmt und nicht in der modifiziert mitteltönigen Stimmungsart Silbermanns.

Leider hat man es bei diesem Projekt versäumt :motz:, die ursprüngliche Orgel Silbermanns zu rekonstruieren, was auch von namhaften Organisten wie Prof. Harald Vogel und Ton Koopman befürwortet wurde.

Gruß Bernhard

reklov29

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Beiträge: 1 202

Registrierungsdatum: 5. Oktober 2004

14

Montag, 30. Juli 2007, 18:15

Hallo,

noch heute wird heftig gestritten, ob die neue Kern-Orgel das Non-plus-ultra als Orgelneubau zu betrachten ist.

Das Für und Wieder der neuen Kern-Orgel der Frauenkirche!

Silbermann-Orgel oder nicht?

Ein interessanter Link zum Streit:
[URL]http://www.nmz.de/nmz/2003/04/kupo-frauenkirche.shtml[/url]

Um die Orgel der Frauenkirche hatte sich ein heftiger Streit entfacht. Ursprünglich erklang in dem Kirchenbau eine Orgel aus Silbermannscher Fertigung. Diese wurde beim Zusammensturz der Frauenkirche zerstört. Die Originalbaupläne von Gottfried Silbermann existieren auch nicht mehr. Also wäre nur ein Nachbau möglich gewesen, der sich an anderen Orgeln des Meisters orientiert hätte. Die im Krieg vernichtete Silbermannorgel von 1736 wurde jedoch in ihrer langen Geschicht auch häufig umgebaut und in Klang und Stimmung verändert. Was wäre nun das Original gewesen?

Eine Orgelkommission wurde 1996 eingesetzt, um die optimale Lösung für die Königin der Instrumente in der Dresdner Frauenkirche zu finden. Und das war weniger einfach, als es zunächst den Anschein hatte. Ein heftige öffentliche Diskussion entspannte sich an der Frage, ob eine - wie auch immer - rekonstruierte Silbermann-Orgel in der Frauenkirche erklingen solle oder ob ein kompletter Neubau zu bevorzugen sei. Die Kommission entschied sich aus bautechnischen und klangtechnischen Gründen für einen Neubau - und der Diskurs begann.

Zitat:
Das hierauf am besten passende Wort ist freilich Täuschung, wenn nicht gar Betrug, denn der nach der historischen Vorlage getreu rekonstruierte Orgelprospekt von 1736 wird zu einer potemkin’schen Fassade, hinter dem sich ein Instrument verbirgt, das nichts mit dieser Fassade zu tun hat.


Auch der mit der Neukonstruktion einer Orgel im Silbermannschen Sinne beauftragte renommierte Orgelbaumeister Daniel Kern bekam die Wogen der Streitigkeiten zu spüren. Dennoch machte er sich an die Arbeit, deren Ergebnis man mit der Wiedereröffnung der Frauenkirche endlich auch zu Ohren bekommen kann.





Sie habe ich gehört und war enttäuscht......., Bach-Literatur, nein danke!!

Hier ziehe ich die neue Bach-Orgel in der Thomas-Kirche Leipzig vor, gleichrangig als gute Bach-Orgeln möchte ich die Schuke-Orgel in Divii Blasi, Mühlhausen, Wender-Orgel in der Bachkirche Arnstadt, Hildebrand-Orgel in Naumburg, Trost-Orgel in Altenburg, etc. benennen, sie sind besonders gut geeignet, Bach-Orgel-Literatur in etwa im Original sich anhören zu können.

Zu den Temperatur-Angaben:

Für die Herstellung der Pfeifen vom Récit haben wir die Mensuren und die Legierungen von Cavaillé-Coll verwendet . Die Principale und Zungen sind aus Zinn 75 % die Bourdon und Flöten aus 33 %. Für das Schwellwerk haben wir als Vorbild die Orgel von St-Sernin in Toulouse genommen. Für die klassichen Register haben wir die Mensuren Gottfried Silbermann und Andreas Silbermann verwendet. Die Stimmung wird gleichschwebend 442 Herz bei 18°


Grüße
Volker.
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

Hildebrandt

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Registrierungsdatum: 10. Juli 2007

15

Montag, 30. Juli 2007, 18:37

Zitat

Original von reklov29

Silbermann-Orgel oder nicht?



Hallo Volker,

den gesamten Orgelkrieg kann man unter frauenkirche-silbermann.de (hoffentlich noch) nachlesen.

Das Verhalten der Befürworter der jetzt realisierten Lösung habe ich nie verstanden.

Schöne Grüße
Hildebrandt