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  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 510

Registrierungsdatum: 12. August 2005

511

Montag, 1. April 2013, 16:38

"Schalltrichter in die Höhe! - Die Hörner müssen die Trompeten übertönen..."

Accuphan

Prägender Forenuser

  • »Accuphan« ist männlich

Beiträge: 1 774

Registrierungsdatum: 7. Februar 2007

512

Montag, 1. April 2013, 17:23

Anmerkung in der Partitur

"Von hier an (und zwar ja nicht 4 Takte vorher) bis zum Schluss ist es empfehlenswerth die Hörner so lange zu verstärken, bis der hymnenartige, alles übertönende Choral die nöthige Klangfülle erreicht hat. Alle Hornisten stehen auf, um die möglichst grösste Schallkraft zu erzielen."

Es sind 7 Hörner (4+3) plus "Hörnerverstärkung", die unter der 2. Hornstimme in einem eigenen System notiert ist.

Vier Takte vorher: "Die Holzinstrumente Schalltr. in die Höhe."
:thumbsup:
"mit Bravour"

willimek

Anfänger

  • »willimek« ist männlich

Beiträge: 2

Registrierungsdatum: 18. April 2013

513

Freitag, 26. April 2013, 18:12

Musik und Emotionen, vielleicht auch Gänsehaut

Die Frage, warum Musik Gänsehaut hervorrufen kann, sollte in aller Bescheidentheit zunächst auf die Frage reduziert werden, warum Musik überhaupt Emotionen auslösen kann. Denn schon mit dieser Frage zeigten sich die Wissenschaftler der letzten 50 Jahre restlos überfordert. Daran ändert auch nichts, wenn sich "Musikforscher" aus Psychologie und Neurologie als "Entdecker der emotionalen Sprache Musik" feiern lassen und es Magazine gibt, die solche werbewirksamen Verkündigungen auch noch abdrucken.

Der Grund dafür, dass Wissenschaftler der emotionalen Wirkung von Musik so lange nicht die Schliche kamen, ist meiner Meinung nach der, dass man bereits im Ansatz einer schwerwiegenden Täuschung unterlag: Denn Musik kann überhaupt keine Emotionen vermitteln. Wie sollte sie auch? Vielmehr vermittelt Musik etwas anderes, nämlich Willensvorgänge. Das hat übrigens schon der Gründer der Musikpsychologie, Ernst Kurth, vor über 80 Jahren gesagt.

Da die Nachwelt aber wenig mit Ernst Kurth anfangen konnte, geriet dieser zunehmend in Vergessenheit. An dieser Stelle setzt die sogenannte Strebetendenz-Theorie an, die die musikalische Vermittlung von Willensvorgängen neu aufgreift und auf einer nachvollziehbaren Basis wiedergibt. So sagt die Strebetendendenz-Theorie, dass Musik konkret beschreibbare Willensvorgänge vermittelt, mit denen sich der Musikhörer identifiziert. Durch diese Identifikation erscheinen die Willensvorgänge dann als von Emotionen gefärbt. Etwas im Prinzip Ähnliches beobachten wir, wenn sich ein Kinobesucher mit der Lieblingsfigur eines Films identifiziert und dabei Emotionen empfindet.

Anhand dieses Prinzips kann die Strebetendenz-Theorie erklären, wieso bestimmte Harmonien im Menschen bestimmte Emotionen auslösen können. So läßt sich auch erklären, wieso Moll häufig als traurig empfunden wird. Da eine tiefergehende Beschreibung dieses Prinzips den Rahmen dieses Beitrags jedoch übersteigen würde, möchte ich an dieser Stelle auf den fünfteiligen Artikel "Warum klingt Moll traurg? Die Strebetendenz-Theorie erklärt das Gefühl in der Musik" verweisen, der vergangene Woche im Onlinemagazin "music heute" publiziert wurde und unter folgendem Link kostenlos heruntergeladen werden kann: www.musik-heute.de/tags/strebetendenz-theorie/

Bernd Willimek

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

Beiträge: 17 633

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

514

Freitag, 26. April 2013, 20:19

Zitat

Accuphan: Anmerkung in der Partitur...
Ich hatte dieses schöne Gefühl noch vor einiger Zeit in der Kölner Philharmonie, als Marhus Stenz in der Kölner Philharmonie in genau dieser beeindruckenden Art und Weise die Coda so spielen ließ.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

Beiträge: 17 633

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

515

Freitag, 26. April 2013, 20:33

Ähnliche Stellen und Spielweisen gibt es auch in der populären Blasmusik. Ich persönlich habe mich an ein Erlebnis aus meiner "Jungerwachsenenzeit" erinnert, als ich auf einem Volksfest in Bayern eine Blaskapelle dirigieren durfte. Ich hatte mir den Erzherzog-Albrecht-Marsch ausgesucht, den ich Ton für Ton kannte und unzählige Male (während meiner Volksmusik-Zeit) gehört hatte. Dort ist eine solche Stelle in den Trompeten -- Gänsehaut pur, vor allem auch bei mir, als die Trompeter tatsächlich auch alle aufstanden und "Schalltrichter nach oben" bliesen, was das Zeug hielt.

Liebe Grüße

Willi :)
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).

chrissy

Prägender Forenuser

  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 783

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

516

Freitag, 26. April 2013, 21:17

Entschuldigung und ja, ja..., ich weiß, es gehört nicht hierher.
Der Fußballverein "Dynamo Dresden" feierte jetzt sein 60 - jähriges Bestehen. Anläßlich dieses Ereignisses haben Fans in einer 4- minütigen Aktion eine Choreografie ausgerollt. Alles jubelt und klatscht und wenn dazu von fast 30.000 begeisterten friedlichen (!!!) Fans im Stadion
die Dynamo- Hymne "Wir sind der zwölfte Mann" gesungen wird, das ist Gänsehaut pur!





Dynamische Grüße
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

willimek

Anfänger

  • »willimek« ist männlich

Beiträge: 2

Registrierungsdatum: 18. April 2013

517

Mittwoch, 3. Juli 2013, 14:14

Musik und Emotionen

Da ich mehrfach gebeten wurde, das Prinzip der Strebetendenz-Theorie auf eine Weise darzustellen, so dass sie auch ein Laie mühelos nachvollziehen kann, füge ich dem obenstehenden Artikel eine solche Erklärung bei. Sie ist unter folgendem Link kostenlos abrufbar:
www.willimekmusic.de/erklaerung-strebetendenz-theorie.pdf
Bernd Willimek

Klaus 2

Prägender Forenuser

  • »Klaus 2« ist männlich

Beiträge: 1 419

Registrierungsdatum: 28. Oktober 2011

518

Mittwoch, 3. Juli 2013, 14:54

Das was Chrissy da beschreibt ist übrigens ein Phänomen, das ich noch nie irgendwo erwähnt fand. Nämlich, dass sich riesige Chöre in Fussballstadien zusammenfinden. Das ist ja nicht nur Gegröle, denn diese Menschenmassen, oft mehr als 30.oo0 üben ja regelmäßig! Außerdem singen sie in vielen Fällen viele Jahre miteinander. Ich habe schon Fangruppierungen erlebt (St. Pauli z.B.), deren Gesang wirklich schön war und auch sehr wohl kompliziertere (nicht komplizierte, ich weiß) Melodien umfasste.
Ein wirklich bemerkenswertes Erlebnis.

Tschö
Klaus
ich weiß, dass ich nichts weiß. Aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

zweiterbass

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  • »zweiterbass« ist männlich

Beiträge: 4 169

Registrierungsdatum: 2. Juni 2010

519

Mittwoch, 3. Juli 2013, 17:23

Die Strebetendenz-Theorie erklärt das Gefühl in der Musik" verweisen, der vergangene Woche im Onlinemagazin "music heute" publiziert wurde und unter folgendem Link kostenlos heruntergeladen werden kann: www.musik-heute.de/tags/strebetendenz-theorie/

Hallo,

ich habe mir die Seite unter "Meine Favoriten" eingestellt - ich komme darauf zurück - es wird "etwas" dauern, es ist keine leichte Kost für mich, aber schon vorab danke für den Link.

zweiterbass
Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen (gewonnen)... Eduard Mörike/Hugo Distler