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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

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Uranus

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  • »Uranus« ist männlich

Beiträge: 590

Registrierungsdatum: 11. August 2004

31

Mittwoch, 25. Januar 2006, 09:25

Hallo,
Ihr habt natürlich alle Recht, es gibt unzählige Gänsehautstellen in der Musik, das macht sie ja - unter anderem - aus!

Spontan fallen mir folgende, möglicherweise wenig originelle, ein:

1. "Freude schöner Götterfunken!" (obwohl ich die 9. ansonsten eigentlich nicht besonders mag)
2. Jupiter aus den Planeten von Holst, so ungefähr ab 3'40
3. das abschließende "Vincero!" aus Nessun dorma
4. das eröffnende Hornmotiv aus der 4. Bruckner
5. die komplette "Casta diva" aus der Norma
und, und, und...
Herzliche Grüße
Uranus

Vivaldi

Anfänger

  • »Vivaldi« ist männlich

Beiträge: 67

Registrierungsdatum: 24. Mai 2005

32

Mittwoch, 25. Januar 2006, 09:49

Generell finde ich es bewegend, wenn Moll aus der Feder von Mozart gespielt wird, insbesondere wenn in einem in Dur geschriebenen Werk plötzlich
ein leidenschaftlicher, ergreifender oder wehmütiger Ton angeschlagen wird.
Mir ist als ob uns hier der Komponist hinter der Fröhlichkeit, die er dem Publikum mit seinen heiteren Themen zeigt, sein innerstes Empfinden offenbart. Die Dramatik bricht bei Mozart in das Stück ein und 'beruhigt' sich wieder bei der Rückkehr zu Dur.
Im Mittelsatz des Klavierkonzertes Nr. 20 zeigt uns Mozart diesen Kontrast mit Deutlichkeit. Das Anfangsthema ist so Mozarttypisch, als ob der Meister sich hier selber parodieren wollte und dann wird mit einem Mollakkord des Orchesters und einem dramatischen Soloteil die 'Idylle' unterbrochen.
Für mich eine Gänsehautstelle.

Sonstiges:
Tartini: Im letzten Satz der Teufelstrillersonate, wenn nach der Kadenz das Orchester mit Crescendo einsetzt und die wehmütigen Schlusstakte spielt.
und er hat doch nicht das gleiche Konzert 600 mal geschrieben

Holger_Grintz

unregistriert

33

Mittwoch, 25. Januar 2006, 10:09

... ein vollständig aufgelöster Tredezimenakkord (nachgelesen :D ) im fff---- Generalpause

Die denkbar schärfste Dissonanz überhaupt (ok, @Edwin kann das mit seinen Vierteltönen im Cellokonzert vielleicht noch besser :D )


Die Rede ist vom Höhepunkt des Adagios in Bruckners Neunter Symphonie.

Gänsehaut? An dieser Stelle stehen mir alle Haare zu Berge..., so schön ist es.

Edwin Baumgartner

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  • »Edwin Baumgartner« ist männlich

Beiträge: 5 599

Registrierungsdatum: 17. Dezember 2005

34

Mittwoch, 25. Januar 2006, 10:44

Aber Holger,
die Vierteltöne sind doch das Schönste, was es gibt. Sie dienen zu einer Annäherung an die Reine Stimmung, aufgebaut auf den Obertönen über A und E.
Und überhaupt: Gegen diese Stelle bei Bruckner sind sowieso die meisten Komponisten, zu denen auch ich mich zähle, ganz einfach arme Schweine. Das muss man nicht nur schreiben können, man muss es sich auch trauen...!
...

Parsif

Schüler

  • »Parsif« ist männlich

Beiträge: 100

Registrierungsdatum: 11. August 2004

35

Mittwoch, 25. Januar 2006, 10:49

Gänsehautstellen gibt es viele . Spontan möchte ich
folgende nennen:

Mahler 4. Symphonie 3.Satz Beginn
Selten habe ich so eine schwerelose und schwebende Musik gehört.

Prokofjew 2. Klavierkonzert 1. Satz fast am Schluß
wenn das Orchester nach der Klavierkadenz ansetzt

Mozart Requiem Confutatis

Wagner Götterdämmerung Siegfrieds Tod
Gruß
Rüdiger

________________________
Lärm ist ... nur eines der Übel unserer Zeit, wenn auch vielleicht das auffälligste. Die anderen sind Grammophon, Radio und neuerdings die verheerende Television.

C.G. Jung

Maik

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36

Mittwoch, 25. Januar 2006, 16:59

Hallo allerseits,

hui...da hat man ja ne Menge zu lesen.
Ich erlebe viele unterschiedliche Gefühle und Emotionen beim Musikhören.
Das ist nicht unbedingt temporär, allerdings lässt es mein Gedächtnis mir oftmals so erscheinen.

Jetzt zum Beispiel fallen mir keine konkreten Stellen, wo ich das spezielle Gänsehautfeeling habe, ein.
Sicher weiß ich, dies und das Werk geht mir besonders nah oder da kann ich mich nicht mehr zurückhalten und bändigen...aber das konkrete Beispiel fehlt.

Zunächst @Reinhard

Zitat

Aus der Kategorie (noch) "temporär" - Maik wirds freuen- Dvorak Cellokonzert in A: die Stelle des ersten Satzes, wo nach der relativ langen Klavier"einleitung" erstmalig das Cello mit dem Hauptthema einsetzt: Das hat schon Gänsehautcharakter.


Das werde ich mir (hoffentlich) in den nächsten Tagen einmal gezielt anhören - wenn ich es nicht vergesse :rolleyes:
Zu diesem Werk habe ich sogar eine 'konkrete Stelle' im Sinn, allerdings die Originalfassung für Cello und Klavier. Es müsste im zweiten Satz sein...Ich weiß, dass ich die Stelle im entsprechenden Thread genannt hatte, aber ich habe sie leider nicht mehr wirklich drin. Auf alle Fälle war es ein abrupter Wechsel von leise zu laut.
Na ja...so konkret war sie wohl doch nicht :rolleyes:


Ansonsten kommen mir als Werke (Ich werde mich in den nächsten Tagen um die genauen Stellen kümmern!) noch Schuberts Winterreise und Mendelssohns Elias und auch der Paulus in den Sinn!
Da gibt es so einiges, was Gänsehaut bewirkt.


Lieben Gruß, Maik
der sich gerade maßlos über sein enorm schlechtes Gedächtnis aufregt...
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

Sirach 32, 7

Ulli

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37

Mittwoch, 25. Januar 2006, 20:54

Dvorak Cellokonzert

Hallo Maik,

falls Du Dich erinnerst, wurdest Du damit in Scheibenhard bei maximaler Lautstärke unsanft aus dem Schlaf gehoben...

:hello:
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

petemonova

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38

Mittwoch, 25. Januar 2006, 21:11

RE: Dvorak Cellokonzert

Zitat

Original von Ulli
Hallo Maik,

falls Du Dich erinnerst, wurdest Du damit in Scheibenhard bei maximaler Lautstärke unsanft aus dem Schlaf gehoben...

:hello:


Für ein Cello war das aber ganz schön hoch... ;)
Musik zu hören ist zweifellos eine der extravagantesten Arten, sein Geld auszugeben.
- Mauricio Kagel

Reinhard

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39

Mittwoch, 25. Januar 2006, 21:14

Zitat

Original von Maik
...allerdings die Originalfassung für Cello und Klavier.


von der rede ich :yes:
Einer acht´s - der andere betracht´s - der dritte verlacht´s - was macht´s ?
(Spruch über der Eingangstür des Rathauses zu Wernigerode)

Ulli

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40

Mittwoch, 25. Januar 2006, 21:39

RE: Dvorak Cellokonzert

Zitat

Original von petemonova

Zitat

Original von Ulli
Hallo Maik,

falls Du Dich erinnerst, wurdest Du damit in Scheibenhard bei maximaler Lautstärke unsanft aus dem Schlaf gehoben...

:hello:


Für ein Cello war das aber ganz schön hoch... ;)


Was das doch das Violinkonzert? :O

Cello kommt fast genauso hoch...

:hello:
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Maik

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41

Mittwoch, 25. Januar 2006, 22:36

Hallo Reinhard,

ja, tschuldige.
Warum weiß ich nicht mehr, aber vorhin habe ich 'gelesen', dass du von der Burghauserbearbeitung geredet hast.
Na ja.

@Ulli
Ja, es war das Violinkonzert, mit welchem du uns sanft geweckt hast :yes:

Und außerdem hättest du uns wenn dann mit dem h-Moll op.104 geweckt und nicht mit dem A-Dur B10.
Leider scheinen dieses Konzert bisher nicht allzu viele Taminos zu besitzen (Reinhard und ich?)...Ich sage euch, es lohnt sich absolut! Für mich ist Dvoráks 1.Cellokonzert absolut gleichwertig mit seinem 2.! Sowohl die Originalfassung, als auch die orchestrierte.


Nun kurz zum Thema - ich höre gerade den Paulus und hatte gerade MEINE extreme Stelle...welche das ist, sage ich euch, wenn ich mit dem Paulus durch bin :baeh01:

Lieben Gruß, Maik
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

Sirach 32, 7

Ulli

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42

Mittwoch, 25. Januar 2006, 22:50

Zitat

Original von Maik

@Ulli
Ja, es war das Violinkonzert, mit welchem du uns sanft geweckt hast :yes:



Ihr habt es aber beide nicht erkannt.

:baeh01:
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Maik

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43

Mittwoch, 25. Januar 2006, 22:53

Zitat

Original von Ulli

Zitat

Original von Maik

@Ulli
Ja, es war das Violinkonzert, mit welchem du uns sanft geweckt hast :yes:



Ihr habt es aber beide nicht erkannt.

:baeh01:


Wenn ich mal ein Werk erkenne - egal von wem (!!!) - dann bin ich glücklich.
Mir kommen sie immer nur extren bekannt vor, aber mir fällt die korrekte Zuordnung schwer.

Peter hat eine Weile gebraucht, es dann aber gewusst...

Um diese, meine Schwäche, weiß ich, kann sie aber nicht wirklich abstellen. Es bleibt zumeist dabei - DAS kenne ich, nur woher...

Na ja.

Lieben Gruß, Maik :hello:
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

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tom

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44

Mittwoch, 25. Januar 2006, 23:01

Zitat

Original von Maik

Wenn ich mal ein Werk erkenne - egal von wem (!!!) - dann bin ich glücklich.
Mir kommen sie immer nur extren bekannt vor, aber mir fällt die korrekte Zuordnung schwer.




Hallo Maik,

Du bist längst nicht der einzige oder einer von wenigen, ich kann's auch bestätigen!

tom

Uwe Schoof

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45

Mittwoch, 25. Januar 2006, 23:08

Hallo,

eine richtige Gänsehaut bekomme ich immer (d.h. es nutzt sich nicht ab), wenn es in Allan Petterssons 12. Sinfonie zum Schluss zugeht. Die wunderbar einsetzende Trommel zu den Blechbläsern, ach was, zum gesamten ff-Orchester und dem omnipräsenten Chor - dieses Ende sucht seinesgleichen.

Uwe
Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

Maik

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46

Mittwoch, 25. Januar 2006, 23:10

Zitat

Original von tom

Zitat

Original von Maik

Wenn ich mal ein Werk erkenne - egal von wem (!!!) - dann bin ich glücklich.
Mir kommen sie immer nur extren bekannt vor, aber mir fällt die korrekte Zuordnung schwer.




Hallo Maik,

Du bist längst nicht der einzige oder einer von wenigen, ich kann's auch bestätigen!

tom



Hallo Tom!

Das ist schön :D


Nun wieder zum Thema. Ich stecke zwar noch mitten in der zweiten Szene, aber MEINE Gänsehautstellen, die Entscheidenden und Extremsten, sind durch.
Sowieso ist die erste Szene mein Favorit des Paulus...

Also (jetzt nur aus dem Paulus von Mendelssohn - kein anderes Werk):

4. Zwei Bässe (Falsche Zeugen) - Wir haben ihn gehört Lästerworte reden wider diese heilge Stätte und das Gesetz.

5. Das Volk - komplett!!! DAS ist hier einfach unglaublich ergreifend (im Sinne der Gänsehaut - es gibt noch andere ergreifende Stellen, aber eben auch im anderen Bezug)

8. Das Volk - Steiniget ihn! Er läster Gott; und wer Gott lästert, der soll sterben.


Und noch etwas aus der zweiten Szene:

15. Chor - Mache dich auf! Werde Licht! (diese Textpassage, nicht der weiterführende Text; also dieser besonders, der Rest nicht mehr so extrem)


Das mag genügen. Den Rest dann mit etwas anderem zusammen...es gibt halt unglaublich viel.


Lieben Gruß, Maik
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

Sirach 32, 7

tom

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47

Mittwoch, 25. Januar 2006, 23:15

Gänsehaut? Und was für eine!!

Bach, h-moll-Messe, Cruzifixus oder die entsprechende Stelle in Weinen, Klagen, Sorgen, Zargen (BWV 26?)!!

Liebe Grüße

tom

Siegfried

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48

Donnerstag, 26. Januar 2006, 09:46

Noch mehr Gänsehaut

Verdi: Duett Carlos-Posa
Verdi: Schlußduett Aida Radames
Verdi: La Maledizione!aud Rigoletto

Puccini: Mimis Tod
Puccini: Vittoria!Folterszene aus Tosca
Puccini: Non piangere Liu aus Turandot
Freundliche Grüße Siegfried

sagitt

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49

Donnerstag, 26. Januar 2006, 12:32

Zargen

Sagitt meint:

Vorschlag BWV 12 Weinen,Klagen,Sorgen,Zagen.

Heute höre ich Pachebels greatest hit: Canon in 15 verschiedenen Versionen.

Ist auch so eine Melodie, die tief ins Gemüt dringt und selbst bei Veränderungen- Verfremdungen wenig von ihrer Kraft verliert,teilweise sogar neue Gefühle eröffnet, Streichquartett-Version. Sehr hörenswert

Maik

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50

Donnerstag, 26. Januar 2006, 13:59

Hallo Reinhard!

Zitat

Zitat

Aus der Kategorie (noch) "temporär" - Maik wirds freuen- Dvorak Cellokonzert in A: die Stelle des ersten Satzes, wo nach der relativ langen Klavier"einleitung" erstmalig das Cello mit dem Hauptthema einsetzt: Das hat schon Gänsehautcharakter.


Das werde ich mir (hoffentlich) in den nächsten Tagen einmal gezielt anhören - wenn ich es nicht vergesse :rolleyes:


So, habe es mir heute Morgen angehört - oder besser gesagt heute Vormittag.
Im Vergleich zu meiner Stelle (sie ist nicht im zweiten, sondern im dritten Satz), empfinde ich deine als 'schwach'...
Dritter Satz, etwa bei Minute 1:40 (etwas später).
Auch hier setzt wieder das Cello ein, wenn ich mich nicht irre, wieder mit dem Eingangsthema. Das ganze aber viel stärker, kraftvoller und energischer. Warum?
Es liegt am 'Vorspiel' - im ersten Satz ist das Ende des Vorspiels schon sehr kräftig, im dritten Satz hat es einen viel ruhigeren Charakter und somit kommt der tolle Celloeinsatz auch viel besser rüber (mein Empfinden).

Das ist auch eine Gänsehautstelle für mich...Bei Dvorák gibt es noch mehr davon.
Nehmen wir nur einmal die Symphonischen Dichtungen - ich glaube Reinhard hat das Spinnrad schon erwähnt - aber für mich gibt es besonders beim Wassermann Momente, die einfach eine solche Stimmung bei mir bewirken...

Viele Grüße, Maik
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

Sirach 32, 7

Siegfried

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51

Donnerstag, 26. Januar 2006, 16:28

Noch mehr Gänsehaut

Tschaikowski:Symphonie Nr.5, 4.Satz
Sibelius:Finlandia
Liszt:Les Préludes
Freundliche Grüße Siegfried

Maik

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52

Donnerstag, 26. Januar 2006, 23:19

Hallo allerseits,

etwas überrascht, doch noch etwas Gänsehaut zu bekommen, erklang eben der letzte Ton von Schuberts Winterreise bei mir.

Ich weiß nicht, ob die Stelle so auch noch anderswo interpretiert wird, aber wie Fischer-Dieskau das gemacht hat, ging es mir eben wirklich unter die Haut!

Die letzten Worte: Willst zu meinen Liedern deine Leier drehn.
So stark, aggressiv, vorwurfsvoll, herausfordernd, ängstlich, vielleicht auch etwas sehnsüchtig...Das Empfinde ich dabei - diese Stimmung kommt dabei rüber.
Damit hatte ich nicht gerechnet. Aber auch nach ein paar Wiederholungen bleibt der Effekt bestehen...



Zum Paulus noch mal kurz.
An sich bereitete mir da nur noch der Ausschnitt Gänsehaut, wo wieder jemand (war es Barnabas oder Paulus) gesteinigt werden sollte und das Volk schreit.
Diese Stellen (eben auch die bei Stephanus) sind irgendwie nicht nur bewegend, sondern eben auch sehr erschreckend - gänsehauterregend.


Lieben Gruß, Maik
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

Sirach 32, 7

MStauch

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53

Freitag, 27. Januar 2006, 00:01

Gänsehautstellen hier mal schnell die ersten zwei (da diese noch nicht genannt sind):


Purcell, Dido und Aneas - das "Remember me" (C. Bott in der Aufnahme mit Hogwood - nachdem sie langjährig vergriffen war, jetzt als Schnäppchen bei JPC)

Mahler, Lieder eines fahrenden Gesellen - nur Janet Baker mit Barbirolli.


Soweit für heute

mit besten Grüßen

Matthias
Tobe Welt, und springe,
Ich steh hier und singe.

tom

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Registrierungsdatum: 17. November 2005

54

Freitag, 27. Januar 2006, 00:38

Richtig, Purcells "Dido und Aeneas" hätte ich fast nicht beachtet:

"When I'am laid in earth"

Siegfried

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  • »Siegfried« ist männlich

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Registrierungsdatum: 26. Oktober 2005

55

Freitag, 27. Januar 2006, 08:59

Gänsehaut ohne Ende

Schlußchor aus der Matthäuspassion von J.S.Bach
Freundliche Grüße Siegfried

  • »Lagenwechsel« ist männlich

Beiträge: 120

Registrierungsdatum: 9. Oktober 2004

56

Freitag, 27. Januar 2006, 19:19

Lacrimosa aus Mozarts Requiem - allein mal die ersten 8 Takte.

Arie Nr. 47 aus Bachs Matthäus-Passion (2. Chor): Erbarme dich, mein Gott.

Die Takte 233-242 (und Parallelstelle Takt 476ff - noch schauerlicher, da eine Quinte tiefer auf der d- und g-Saite liegend...) des 1.Satzes des Violinkonzerts von Brahms, mit der gespenstischen Dezime in der Solo-Violine.

Contessa perdono...

2. Satz des Klavierkonzerts A-dur KV 488

Die "Verschlungenheit" von Violin- und Violoncellostimme im langsamen Satz der 4. Symphonie von Brahms, dann natürlich der langsame Satz seiner 3. Symphonie, das Violin-Solo in seiner 1. Symphonie.

Wenn ich nachdenke, fällt mir immer mehr ein, wo sich mir eine wahre Gänsehaut einstellt, jedenfalls schon eingestellt hat. Streichquartette (z.B. Quartettsatz c-moll von Schubert, langsamer Satz des 2. Rasumofsky-Quartetts von Beethoven).

Eine Gänsehaut, vielleicht die erste ganz bewußte, werde ich wohl nie vergessen: Ich muß 15 Jahre alt gewesen sein, als mich mein Geigenlehrer, der sich gerade auf eine Aufführung des D-dur-Violinkonzerts KV 218 vorbereitete, fragte, was ich wohl meine, wie er eine gewisse Stelle spielen solle: Es handelte sich um den allerletzten Einsatz der Solo-Violine (nach der Kadenz) im 2. Satz. "Etwa so?" - Er spielte es mir vor, bis zum letzten Ton. Wunderschön, klar, sauber, sensibel, nach der Fermate herrlich vom mp zum pp abstufend, einfach gut. Das war's aber noch nicht. Er blickte mich noch einmal prüfend an und fragte erneut: "Oder so?" - und spielte es noch einmal, blieb diesmal aber im Gegensatz zum ersten Mal bei der A-dur-Tonleiter nach der Fermate ganz auf der d-Saite, mit einer intimen Intensität im Ton, daß mir der Atem stockte. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Als er hinterher wieder zu mir blickte, merkte er, was er angerichtet hatte. Bis heute habe ich die Gänsehaut aus der damaligen Geigenstunde nicht vergessen. Dieses ganz leicht überdehnte decrescendierende Achtel a, nach oben oktaviert aus der Fermate heraus, als zögernder Eingang zu der ganz und gar unter die Haut gehenden pianissimo-Repetition des A-dur-Auf-und- Abganges, der so klingt, als würde einem jemand sein tiefstes Geheimnis zuflüstern... Beschreiben kann man es nicht. Und mein Geigenlehrer hatte auf einmal so etwas Diabolisch-Komplizenhaftes im Blick. Es muß ihn unglaublich befriedigt haben zu spüren, in welchem Maße ihm diese Initiation in geigerische Dünnhäutigkeit gelungen war. Natürlich wollte er dann auch gar nicht mehr wissen, was ich denn meinte.

Was wären wir alle ohne

Lagenwechsel

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 499

Registrierungsdatum: 12. August 2005

57

Freitag, 27. Januar 2006, 23:21

Jemand nannte Brahms' 4.:
die Stelle mit geteilten Streichern im andante, die letzte Reprise des passacaglia-Themas im Finale.
In seiner 1. natürlich im Finale das "Hoch auf'm Berg" Hornsolo
Ein deutsches Requiem: die ff-Variante des " Denn alles Fleisch"-Chores

Beethoven:
op. 132: die "Dudelsackstelle" im Trio des 2. Satzes, der erste Einsatz des "Neue Kraft fühlend" im "Dankgesang", der gesamte letzte Teil des "Dankgesang"

Schubert:
die neulich von observator genannte Stelle im 2. Satz der 9., wo die Fanfarenmotive auf einmal Amok laufen und die "Antwort" nach der Katastrophe. D 959, 2. Satz eigentlich komplett. In den Liedern zu viele um sie zu nennen, daher nur eine: in "Die böse Farbe" nach dem falsch-fröhlichen Beginn "möchte die grünen Gläser all, weinen ganz totenbleich" und dann die verzweifelt ironische Hornimitation in der Begleitung, wenn der verhaßte Nebenbuhler erwähnt wird
Das sind aber teils eher "Blut-in-den-Adern-Gefrier-Stellen"...

Mahler:
"Die zwei blauen Augen", besonders die "Lindenbaum-Idylle", "Der "Tamboursgsell", Mittelteil "Gute Nacht, ihr Offizier..."

Wagner:
Walküre, I, wenn Sieglinde erzählt, wie Wotan das Schwert deponiert "ein Fremder trat da herein"

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Susanne

Anfänger

  • »Susanne« ist weiblich

Beiträge: 61

Registrierungsdatum: 12. Februar 2005

58

Sonntag, 29. Januar 2006, 20:08

Gänsehaut pur

Sehr guter Thread! Bei mir gibt auch sehr viele Gänsehautstellen, aber zuerst fällt mir da ein:

- Kyrie / Missa Solemnis von Ludwig van Beethoven
- Dalla sua pace aus Don Giovanni / Wolfgang Amadé Mozart
- Ach mein herzliebes Jesulein, Weihnachtsoratorium / J.S. Bach
- Klavierkonzert Nr. 5 / Ludwig van Beethoven
- Klavierkonzert Nr. 23, 2. Satz / Wolfgang Amadé Mozart
- Ouvertüre zu Thannhäuser / Richard Wagner
- Isoldes Liebestod / Richard Wagner

Ich könnte die Liste noch endlos erweitern...

Liebe Grüße,
Susanne

Joseph II.

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  • »Joseph II.« ist männlich

Beiträge: 11 784

Registrierungsdatum: 29. März 2005

59

Sonntag, 29. Januar 2006, 20:57

Bei mir u.a.:

- Ludwig van Beethoven: Allegro molto aus Symphonie No. 2
- Ludwig von Beethoven: Allegro con brio aus Symphonie No. 5
- Ludwig van Beethoven: Allegro con brio aus Symphonie No. 7
- Ludwig van Beethoven: "O Freunde, nicht diese Töne!" aus Symphonie No. 9
- Ludwig van Beethoven: Gloria aus Missa Solemnis
- Wolfgang Amadeus Mozart: Gloria aus der Krönungsmesse
- Giuseppe Verdi: Gli arredi festivi giu cadono infranti aus Nabucco
- Georg Friedrich Händel: Hallelujah aus Messiah
- etc. etc. etc.
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

SASIS

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  • »SASIS« ist weiblich

Beiträge: 64

Registrierungsdatum: 25. November 2005

60

Montag, 30. Januar 2006, 16:40

Absolut genial ist von Dario Castello "Sonate concertante in stil moderno" - die XV. Sonate... weiß aber nicht ob es eine Aufnahme davon gibt, ich hab es im Konzert, gespielt von Fabio Biondi u. Europa Galante, gehört.
Hm, das wäre mir jetzt so spontan eingefallen!
Bei Vivaldi gibt es auch viele sehr schöne Konzerte, zB das RV540, RV561 ... :) Und Beethovens 9te... hm.
Disco, oida ;)