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reklov29

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1

Sonntag, 17. Oktober 2004, 15:38

Silbermannorgel in Deutschland


1711-14 Große Silbermann-Orgel: Opus Nr. 2, 3 Manuale, 44 Register, 2674 Pfeifen, berühmtestes Werk von Gottfried Silbermann in vorzüglichem Erhaltungszustand in Sachsen.

Gottfried Silbermann war bereits zu Lebzeiten als der überragende Meister, zumindest im sächsischen Raum, von Musikern und Kollegen seiner Zunft anerkannt. Wie bei Johann Sebastian Bach auf kompositorischem Gebiet, so fand das Schaffen Silbermanns Anerkennung am sächsischen Hof: Im Jahr 1723 wurde ihm das Prädikat Königlich Sächsischer Land- und Hoforgelbauer verliehen, mit dem einige Privilegien verbunden waren. In Straßburg bei seinem fünf Jahre älteren Bruder Andreas unter dem Einfluß des elsässisch-französischen Orgelbaues ausgebildet, begründete er in Sachsen einen über den französischen Einfluß hinausgehenden, ganz eingeprägten Orgelbaustil, der bald schulebildend und bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts in der sächsischen Orgellandschaft richtungsweisend war. Auch heute noch sehen sich die sächsischen Orgelbauwerkstätten Gottfried Silbermann verpflichtet und in seiner Tradition stehend.

Anmerkung:

Wer kann Angaben über Silbermannorgeln in Deutschland evtl. Europa machen.

Worin besteht der große Unterschied zu herkömmlich gebaute Orgelinstrumente?

Für nähere Hinweise aus dem Forum wäre ich dankbar.
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

BigBerlinBear

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2

Sonntag, 17. Oktober 2004, 18:13

Hallo Reklov, interessant zu diesem Thema dürfte für dich mein Betrrag in diesem Forum, "Geprießner" Silbermann sein, der, so denke ich, die wichtigsten Fragen, die du hier stellst, beantworten dürfte.
Interessant ist dann für dich sicher auch die klingende Dokumentation
des Verlages "Querstand", auf der sämtliche erhaltenen Orgeln des Meisters in Bild und Klang vorgestellt werden.
Solltest du zu der einen oder anderen Sillbermann-Orgel Fragen haben, beantworte ich diese gerne per mail, denn hier im Forum ist mein Beitrag auf kein sonderlich großes Interesse gestoßen.
Das Bild Bach-Silbermann kann so nicht stehenbleiben und bedarf einer Korrektur.
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

Alfred_Schmidt

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3

Sonntag, 17. Oktober 2004, 18:35

Big Berlin Bear schrieb:

Zitat

Solltest du zu der einen oder anderen Sillbermann-Orgel Fragen haben, beantworte ich diese gerne per mail, denn hier im Forum ist mein Beitrag auf kein sonderlich großes Interesse gestoßen
.

Das stimmt soo auch wieder nicht.
Richtig ist zwar, daß die schreibende Resonanz kaum vorhanden war, vermutlich aus Mangel an Hintergrundwissen.Jedoch haben immerhin 55 Personen dieses Thema angeklickt..

Wir alle (und speziell wir, die wir uns für "Spezialthemen" interessieren) müssen uns bewusst sein, daß unsere Beiträge nicht nur im Forum, sonderen auch in gesamten Deutschsprachigen internet gelesen werden, auch von deutschsrachigen Klassikfreunden in aller Welt, die froh sind, wenn solche Themen behandelt werden, ist es doch oft die einzige Möglichkeit sich über ein Spezialthema zu informieren.

Daher bin ich dafür, daß auch das Thema "Silbermannorgeln" hier öffentlich behandelt wird, egal wie groß das Interesse scheinbar
sein mag.

Mit etwas Geduld werden wir dann auch ausgefallenere Themenkreise, mehr alte Musik, Lautenmusik, Orgel etc hier haben....

In meinem Fall hat das Thema Silbermann (Du hast es schon früher einmal gestartet) zum Kauf von 2 CDs mit Silbermann Orgeln geführt, leider auf beiden mit der gleichen Orgel (Freiberg)

Vieleicht wäre es interessant, auch klangliche Unterschiede von verschiedenen Silbermannorgeln anzuführen (so daß sie auch der Nicht-Spezialist einigermaßen versteht)

Von einer Silbermann-Orgel zu sprechen, wie ich es tut, ist übrigens nicht angebracht, gab es doch eine ganze Dynastie von Silbermanns, die alle Orgeln bauten...... ;)

Freundliche Grüße aus Wien

Alfred


PS:
An sich hätte ich diesen Thread auf Deinen legen können, aber ich wollte nicht gleich reklov29 s ersten selbsteröffneten Thread modifizieren :yes:

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

Uwe

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4

Sonntag, 17. Oktober 2004, 18:36

Hallo BBB und Volker,

Zitat

Solltest du zu der einen oder anderen Sillbermann-Orgel Fragen haben, beantworte ich diese gerne per mail, denn hier im Forum ist mein Beitrag auf kein sonderlich großes Interesse gestoßen


...mir wären öffentliche Beiträge lieber, da ich zwar wohl Interesse an Orgeln und ihren Unterschieden habe, aber überhaupt keine Ahnung, mich entsprechend äußern zu können.

Danke und Gruß
Uwe

reklov29

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5

Sonntag, 17. Oktober 2004, 19:16

Silbermannorgel in Deutschland

Hallo
BigBerlinBear ,
vielen Dank für die Hinweise, ich werde mir die Hinweise einmal ansehen und dann gegebenfalls darauf
zurückkommen.
Bis jetzt sind mir von anderen Foren Hinweise zugegangen und werde sie einmal abarbeiten.
Für heute herzliche Grüße aus Spenge
reklov29
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

reklov29

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6

Sonntag, 17. Oktober 2004, 19:19

Silbermannorgel in Deutschland

Hallo Alfred,

vielen Dank für Deinen Hinweis. Hoffentlich werde ich mit diesem Thema in Zukunft aus dem Forum
noch weitere Fingerzeige bekommen.
Herzliche Grüße aus Spenge
reklov29
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

BigBerlinBear

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7

Sonntag, 17. Oktober 2004, 20:08

LOL: hier reagierte man einfach "prompt" :D

Deshalb an dieser Stelle, wenn ich immer und immer wieder nach "mechanischen" Einzelheiten gegfragt werde, diese Auflistung, die es einfacher machen könnte, zu verblidlichen, worüber gesprochen wird:

Balg
Ein Balg ist ein Windbehälter aus Tierhaut. In einfachster Form findet er sich beim Dudelsack. Der älteste Balg der Orgel war als ein- oder mehrfaltiger Faltenbalg aus Leder gefertigt, der allerdings die Orgelpfeifen nur ungleichmäßig mit Wind versorgte, so daß die Orgel windstößig klang. Der Faltenbalg wurde Ende des 14. Jh. durch den Keilbalg abgelöst, dessen Wandungen aus scharnierartig mit Leder verbundenen Brettern besteht. Im 19. Jh. kamen der Schöpf- und der Magazinbalg auf. Bei elektrischer Erzeugung des Orgelwindes wird anstelle des Schöpfbalges ein Elektromotor mit Windschleudergebläse benutzt.


Barkermaschine

Diese "pneumatische Maschine" wurde 1832 von dem englischen Orgelbauer Barker erfunden. Sie besteht im wesentlichen darin, daß jede Taste einen kleinen Balg erhält, in den durch Tastendruck Wind einströmt. Der Balg öffnet sich, bewegt durch seine Hubkraft die ganze Mechanik und öffnet so das Tonventil. Die Barkermaschine dient dazu, daß die Tasten sich weniger schwergängig spielen lassen, es können dafür aber Verzögerungen in der Pfeifenansprache auftreten.

Disposition

Disposition nennt man die Zusammenstellung der Register einer Orgel, sowie deren Zuordnung zu den verschiedenen Klaviaturen und die zusätzlichen Spielhilfen.

Flötenchor

Zum Flötenchor gehören die weit mensurierten Register. Sie haben einen grundtönigen Klang mit schwach ausgebautem Obertonaufbau.

Fußtonzahl

Die Fußtonzahl gibt die Tonlage eines Registers an, z.B. Prinzipal 8´. Hier hat die tiefste Pfeife die Länge von 8 Fuß (1 Fuß = ca. 30 cm).

Gehäuse
Gehäuse nennt man den Holzkasten, in dem die Orgel steht.

Hauptwerk
Das Hauptwerk ist das Hauptmanual der Orgel, mit vollständigem Prinzipalchor, Mixturen und vollbechrigen Zungen (Trompeten), außerdem einigen Weitchorregistern (Flöten).

Kanzellen
Kanzellen sind die Abteilungen der Windlade, die den Wind zu den Pfeifen führen. Bei den Ton-Kanzellen stehen über einer Kanzelle alle zu einer Taste gehörenden Pfeifen, bei der Registerkanzelle alle zu einem Register gehörenden Pfeifen.

Labialpfeifen
Labialpfeifen werden auch Lippenpfeifen genannt. Ihr Kennzeichen ist das Labium mit den beiden Lippen, dem Ober- und dem Unterlabium am unteren Pfeifenende über dem Fuß. Der Orgelwind fließt durch den Kernspalt, bricht sich an der Kante des Oberlabiums und versetzt dadurch die Luftsäule im Pfeifenkörper in Schwingungen, die den Ton erzeugen.

Lingualpfeifen
Lingualpfeifen werden auch Zungenpfeifen genannt, weil sie den Ton durch eine in Schwingung versetzte Zunge erzeugen. Diese auf einer Kehle liegende Zunge kann in ihrem schwingenden Teil mittels der Stimmkrücke verkürzt oder verlängert werden, um die Tonhöhe zu regulieren. Ihre jeweils charakteristische Klangfarbe erhalten die Zungenpfeifen durch die Beschaffenheit des aufgesetzten Schallbechers.

Magazinbalg
Ein Magazinbalg ist ein Balg, der den Wind von den Schöpfbälgen oder dem elektrisch betriebenen Schleudergebläse her erhält, ihn speichert und in gleichmäßigem Druck abgibt.

Manual
Manuale sind die für die Hände bestimmten Klaviaturen.

Mensur
Mensuren sind Maßreihen. Es gibt bei der Orgel Längen-, Weiten-, Aufschnitts-, Labienmensuren usw.. Diese Maßreihen stehen nicht in einem direkten Abhängigkeitsverhältnis. Bei den Weitenmensuren einer Pfeife unterscheidet man in eng (Streicher), mittel (Prinzipale), weit (Flöten).

Pedal
Das Pedal ist die für die Füße bestimmte Klaviatur.

Prinzipalchor
Der Prinzipal ist die Hauptstimme der Orgel. Es ist eine offene Labialpfeife von mittelweiter Mensur, zylindrischer Form und kräftiger Intonation. Prinzipale kommen in allen Fußlagen vor und bilden so den Prinzipalchor.

Prospekt
Der Prospekt ist die Fassade der Orgel, die je nach Epoche sehr unterschiedlich gestaltet ist. Meist stehen im Prospekt Prinzipalpfeifen.

Register
Ein Register ist eine Reihe von klanglich gleichartigen Pfeifen verschiedener Tonhöhe. Die Register werden durch Registerzüge ein- oder ausgeschaltet.

Schleiflade s. Windlade

Schwellwerk
Das Schwellwerk ist dasjenige Werk einer Orgel, dessen Register in einem mit Klappen versehenen Schrank, dem Schwellkasten, stehen. Durch Öffnen und Schließen dieser Klappen (Jalousien) mittels eines Fußhebels lassen sich Lautstärke und Klang des Orgeltones variieren.

Streicherchor
Zum Streicherchor gehören die eng mensurierten Register. Sie haben einen streichenden, obertonreichen Klang.

Traktur
Traktur nennt man die Verbindung zwischen Taste und Tonventil.Es gibt mechanische, pneumatische oder elektropenumatische Trakturen

Windlade
Die Windlade ist ein großer luftdichter Kasten, auf dem die Pfeifen stehen und in dem die Druckluft über Ventile zu den Pfeifen geleitet wird. Eine Orgel besitzt meist mehrere Laden. Bei der Schleiflade stehen alle Pfeifen, die zu einer Taste gehören auf einer gemeinsamen Kanzelle, der Tonkanzelle. Beim Aufzug des Tonventils strömt die Luft in die Tonkanzelle. Die auf ihr befindlichen Pfeifen erklingen, wenn die Bohrungen der Schleifen, die von den Registerzügen gesteuert werden, die Windführungskanäle freigeben.

Windkanal
Der Windkanal ist die Verbindung zwischen Magazinbalg und Windlade.

Sorry, leute, aber das musste (als Minimum) sein und ohne diese Kenntnisse macht es keinen Sinn, zu erklären, was z. B. eine Silbermann-Orgel von Instrumenten Arp Schnitkers oder Aristide Cavaille-Colls unterscheidet.
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

reklov29

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8

Sonntag, 17. Oktober 2004, 21:09

Silbermannorgel in Deutschland

Hallo Tamino Klassikforum: Thema Silbermannorgel in Deutschland

Ich besitze seit geraumer Zeit die CD der neuen Bachorgel in der Thomaskirche in Leipzig.
Der Organist ist der
Thomasorganist Ullrich Böhme. Eine wunderschöne CD und jedem Bachkenner zu empfehlen.
Der Klang der neuen Orgel hat mich voll überzeugt.

Gibt es als Gegenstück hierzu eine CD oder DVD auf dem Markt, wo einige Orgelstücke aus dieser CD,
z.B.
J. S. Bach: Präludium und Fuge C-Dur BWV 545:

auf einer Silbermannorgel eingespielt wurde.

So läßt es sich wohl am besten "Hineinhören," wie der Klang einer Silbermannorgel zu einer modernen
neu erbauten "Bachorgel" zu betrachten ist.




Die neue BACH-Orgel der Thomaskirche zu Leipzig
Johann Sebastian Bach ---- Johann Christian Bach ---- Carl Philipp Emanuel Bach
Thomasorganist Ullrich Böhme

Bei dieser CD handelt es sich um die erste Tonträger-Einspielung, die an der im Jahre 2000 eingeweihten, von Gerald Woehl erbauten Orgel in der Leipziger Thomaskirche getätigt wurde. Thomasorganist Ullrich Böhme bringt das Programm des Einweihungskonzertes vom 03.11.2000 nun auch auf Tonkonserve zu Gehör. Die Orgel wurde auf der Grundlage einer Disposition von Johann Christian Bach, einem Eisenacher Onkel von Johann Sebastian Bach, errichtet. Die große Eisenacher Sterzing-Orgel, zu der die Disposition gehörte, ist nicht erhalten, lebt aber nun teilweise in dem neuen Instrument wieder auf. Werke ebendieses Johann Christian Bach bilden logischerweise einen zentralen Teil des zur Einweihung erklungenen Programmes. Die Generationsfolge in der Bach-Familie wird mit Werken von Johann Sebastian Bach sowie Carl Philipp Emanuel Bach abgerundet.
Dem Dokumentcharakter der CD entsprechend, wurde ein sehr geschmackvoll gestalteter, übergroßer Digipack als Verpackung gewählt, der jede CD-Sammlung ziert. Die Texte auf dem Digipack und im Booklet informieren anschaulich in drei Sprachen (Deutsch, Englisch, Japanisch) über Geschichte und Werke. J. S. Bach: Präludium und Fuge C-Dur BWV 545: Präludium -- Fuge ---- J. C. Bach: Aria und Variationen a-Moll: Aria -- Variation 1-15 ---- J. S. Bach: Concerto d-Moll nach Antonio Vivaldi BWV 596: (ohne Bezeichnung) -- Grave -- Fuga -- Largo e spiccato -- (ohne Bezeichnung) ---- C. Ph. E. Bach: Sonata a-Moll Wq 70/4, H 85: Allegro assai -- Adagio -- Allegro ---- J. S. Bach: Piece d'Orgue G-Dur BWV 572: Tres vitement -- Gravement -- Lentement --- Nun danket alle Gott BWV 657 --- Passacaglia c-Moll BWV 582
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

reklov29

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9

Sonntag, 17. Oktober 2004, 21:51

Silbermannorgel in Deutschland

Hallo BigBerlinBaer,

vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung über die Zusammenhänge einer Orgel.

Sicherlich hat nicht jeder Benutzer des Forums solch einen Kenntnisstand über den König der Instrumente:

die Orgel.


Dein Zitat:
Sorry, leute, aber das musste (als Minimum) sein und ohne diese Kenntnisse macht es keinen Sinn, zu erklären, was z. B. eine Silbermann-Orgel von Instrumenten Arp Schnitkers oder Aristide Cavaille-Colls unterscheidet

kann man so nicht unbeantwortet lassen.

Gerade ich als nicht allzu großer Experte für die Orgel möchte von Experten dieses Forums deshalb nähere Informationen darüber erhalten, worin sich der alte Orgelbau (Silbermann,
Bach, etc.) zu dem modernen Orgelbau unterscheidet.
Ist der Hörgenuss einer Silbermann- oder einer Bachorgel alter Prägung - höher zu bewerten, als der einer modernen Orgel.
Ich hoffe allzu gern, von Dir zu diesem Thema noch etwas in Erfahrung bringen zu können, um mich
auf diesem Gebiet noch weiter zu entwickeln!!!!!!

Schönen Sonntagabend noch

und Grüsse aus Spenge
reklov29
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

BigBerlinBear

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10

Sonntag, 17. Oktober 2004, 22:34

Reklov29 schrieb:

Zitat

So läßt es sich wohl am besten "Hineinhören," wie der Klang einer Silbermannorgel zu einer modernen neu erbauten "Bachorgel" zu betrachten ist.


Die "Neue Bach-Orgel" in der Thomaskirche zu Leipzig, ein sowaohl klanglich wie auch gestalterisch sehr gelungenes Werk des Orgelbauers Gerald Woehl setzt eine Disposition von J.S. Bachs Onkel, Johann Christoph Bach, um. Vom Klangcharakter handelt es sich dabei ganz eindeutig um ein Instrument des 17. Jh., das auch wirklich in Eisenach für die dortige St.Georgen Kirche gebaut wurde, nur leider den Sturm der Jahrhunderte nicht überlebt hat. Mit dem Klangbild einer Silbermann-Orgel ist es überhaupt nicht vergleichbar und am ehesten hat es noch Ähnlichkeit mit den großen Instrumenten der norddeutschen Orgelbauer Arp Schnitger oder Friedrich Stellwagen (Marienkirche Stralsund). Silbermann, durch seine Ausbildung bei seinem Bruder Andreas in Straßburg mit französischer Orgelbaukunst in Berührung gekommen, verfolgte ganz andere Ziele: seine Revolution und Vereinfachung der Orgelmechanik wiesen dem Orgelbau im 18. Jahrhundert gänzlich neue Wege. Bach war, bei allem Respekt für das Können Silbermanns, kein Freund seiner Orgeln, weil Silbermann, die Intonation seiner Instrumente betreffend, einem Klangideal verhaftet blieb, welches das Spielen in allen 24 Tonarten unmöglich machte und geau dieses wiederum war Bachs ureigenstes Anliegen. Bachs persönliche Favoriten waren der Altenburger Orgelbauer Trost und vor allem Silbermanns Schüler Zacharias Hildebrandt, dem Bach während seiner Arbeit an der großen Orgel in der Naumburger Stadtkirche beratend zur Seite stand. Das Instrument ist frisch restauriert und erstrahlt seit kurzem wieder in "altem Glanz". Auf der Trost-Orgel in Altenburg wurde sicher auch Tokkata und Fuge in dmoll eingespielt...
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

reklov29

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11

Dienstag, 19. Oktober 2004, 00:14

Silbermannorgel in Deutschland

Hallo BigBerlinBaer,

für Deinen Hinweis zu einer evtl. Bach-Einspielung an der Altenburger Orgel werde ich nachkommen und
mich umhören.:rolleyes:

Von einem Bekannten bekam ich den Hinweis, daß Karl Richter, der sicherlich auch zu den großen
Orgelspieler Deutschlands der Neuzeit gezählt werden kann, wurde eine CD Bachscher-Werke an der Silbermannorgel in Freiberg eingespielt. Die werde ich mir umgehend besorgen.
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

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12

Dienstag, 26. Oktober 2004, 23:20

Silbermannorgel

Hallo BigBerlinBear,

habe mir die CD von Karl Richter zugelegt. Hier spielte K.Richter an der Silbermann-Orgel in Arlesheim (Gebiet Basel) - erbaut von Johannes Andreas Silbermann 1761 - das Orgelkonzert Nr. 4 C-dur BWV 595 und als Gegenstück dazu an der Großen Silbermann-Orgel in dem Dom zu Freiberg,
- erbaut von Gottfried Silbermann (1683-1753) - Toccata und Fuge d-moll BWV 538 von J.S.Bach.

Hier konnte ich schon feine Nuancen im Klang einer Silbermann-Orgel in Arlesheim und
zum Dom in Freiberg erkennen. Zumal der gleiche Organist die Werke eingespielt hat.
Für mich ist Karl Richter als ein virituoser Orgelspieler anzusehen. Seine Interpretation der Bach'schen Orgelwerke hat mich beeindruckt.
Nun noch eine Frage:
Wie war das Verwandschaftsverhältnis der Silbermanns zu Freiberg-Sachsen und den Silbermanns im Elsaß?

Grüße aus Spenge
reklov29
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Zitat: J.E.G.

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13

Dienstag, 26. Oktober 2004, 23:46

Reklov29 schrieb:

Zitat

Wie war das Verwandschaftsverhältnis der Silbermanns zu Freiberg-Sachsen und den Silbermanns im Elsaß?


DieFamilie Silbermann stammt aus der Gegend um Freiberg/Sachsen.
Der ältere Bruder, Andreas Silbermann, ging nach Straßburg und heiratete dort die Witwe eines Orgelbaumeisters und wurde dadurch im Elsass seßhaft. Sein jüngerer Bruder Gottfried Silbermann machte seine komplette Ausbildung zum Orgelbauer bei Andreas in Straßburg und wurde auf diesem Weg mit den Besonderheiten des französischen Orgelabus vertraut gemacht, der später in seinen Dispositionen der Orgeln, die er für Sachsen anfertigte, Niederschlag fand. Johann Andreas Silbermann, der die Orgel in Arlesheim baute, war der Sohn von Andreas Silbermann, dem Bruder Gottfrieds und demzufolge dessen Neffe.
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reklov29

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14

Mittwoch, 27. Oktober 2004, 22:21

Silbermann-Orgel

Hallo BigBerlinBaer,

vielen Dank für die promte Rückantwort über die Familienbindungen der Silbermanns.

Als nächstes möchte ich mir die Familien-Biographie der Silbermanns einmal näher zu Gemüte führen.
Sicherlich wird einiges im Internet nachzulesen sein.

Gruß aus Spenge
reklov29

P.S. Habe von Bekannten gehört, daß eine Gruppe von ca. 30 Leuten in Bielefeld besteht, die 1 x im
Jahr geschlossen nach Sachsen fahren, um die verschiedenen Silbermannorgeln in der Umgebung von
Freiberg zu besichtigen. Einer ist von der Gruppe auserkoren, der die Genehmigung hat, die
Silbermannorgel auch spielen zu dürfen.
Werde mich hierüber einmal näher informieren
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

nubar

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15

Mittwoch, 27. Oktober 2004, 22:49

Hallihallo,

sag mal reklov29, wie kommst du eigentlich zu deinen Zahlenanhängsel - ist das dein Geburtsjahr :stumm: :D?
Entschuldige für die etwas unangebrachte, scherzhafte Frage, mich wundert bloß, warum du dich fast ausschließlich für Silbermannorgeln interessierst.
Ja, was kann ich denn zum Thema beisteuern?
Ich weiß nicht mehr, wann das anfing, aber so in den 70/80iger Jahren
gab es eine große Zahl von Bachliebhabern (vielleicht gibt es die ja auch noch heute :D), die meinten, dass bachsche Orgelmusik nur original auf Silbermanninstrumenten klingt, naja. Aber ehe ich hier anfange, noch mehr Unsinn daher zu blabbern :wacky:, mal eine kleine Wissensfrage :rolleyes: an dich:
Welche Gottfried-Silbermann-Orgel ist heute noch am Vollständigsten in ihren Originalbauteilen erhalten?

Viele entschuldigende Grüße von
Nubar

BigBerlinBear

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16

Donnerstag, 28. Oktober 2004, 11:40

Nubar schrieb:

Zitat

Welche Gottfried-Silbermann-Orgel ist heute noch am Vollständigsten in ihren Originalbauteilen erhalten?


Die Silbermann-Orgel in der Dorkirche in Helbigsdorf, Landkreis Mittleres Erzgebirge ! Ausser den vom Zahn der Zeit zernagten Lederteilen ist alles noch im Zustand der Orgelabnahme. Überhaupt ist dank sehr solider und vereinfachter Technik im mechanischen Werk in allen erhaltenen Silbermann-Orgeln MEHR Silbermann drin als z.B. in Schnitker-Orgel Schnikter :D Die sehr solide Verabeitung hat sich also gerechnet !
Von den wirklich GROSSEN Istrumenten ist nur die im Dom zu Freiberg erhalten, die Orgel in der Hofkirche in Dresden kann man nicht mehr als Silbermanns Werk bezeichnen, denn bei Beginn der Arbeiten war er bereits so krank "daß er kaum vermögend war, noch etwas auszurichten"... Diese Orgel wurde von seine n Schülren Oehme, Hildebrandt und Schön, (letzterer übernahm auch nach seinem Tod die Werkstatt) fertiggestellt.
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reklov29

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17

Freitag, 29. Oktober 2004, 21:41

Silbermannorgel

Hallo nubar,

zu Deiner Frage ob das Anhängsel 29 mein Geburtsjahr sei kann ich verneinen, So alt bin ich nun doch noch nicht!!!!
Zu Deiner weiteren Frage:
Welche Gottfried-Silbermann-Orgel ist heute noch am Vollständigsten in ihren Originalbauteilen erhalten?
Hierauf hat BigBerlinBaer Dir bereits geantwortet:
:rolleyes: Die Silbermann-Orgel in der Dorkirche in Helbigsdorf, Landkreis Mittleres Erzgebirge !:rolleyes:

Bei dieser Antwort hätte ich mit meinem heutigen Wissensstand über Silbermann-Orgeln passen müssen.
Bin gerade dabei, mich in diese Thematik einzulesen.
Gut daß wir in diesen Fragen als Fachexperten für SilbermannOrgeln (bzw. über Orgeln) im Forum mit :rolleyes: BigBerlinBaer:rolleyes: rechnen können.
Aufmerksam geworden bin ich auf die Silbermannorgel durch einen Artikel in einer Fachpresse für Musik-
geschichte.
Schon in jungen Jahren habe ich mich für Orgelmusik (überwiegend von J.S.Bach) begeistern können.
Angefangen mit den Bachorganisten wie Albert Schweitzer, Helmut Walcha, Günther Ramin, Karl Richter. . bis zur Neuzeit eines Thomasorganisten Ullrich Böhme.
Für die moderne Orgelmusik kann ich mich z.Zt. nicht so recht anfreunden.
Fassziniert bin ich von dem Thema Silbermann-Orgel weil von aller Welt immer wieder auf diesen Orgelbaufachmann und Familien-Dystanie gesprochen wird und im Gegensatz dazu die Orgelbauform eines
J.S.Bach, die er zeitlebens in der Eisenacher-Bauausführung gefordert hatte.
Weiterer Hinweis mich näher mit der Orgelbaugeschichte zu befassen war ein Besuch der Thomaskirche
in Leipzig, wo die neue Bachorgel eingeweiht wurde.
Was ist eine Bachorgel-- Kleukerorgel -- Schnittgerorgel --- Silbermannorgel --- Sauerorgel, etc.?
Diese Fragen beschäftigen mit z.Zt. besonders und will ein bischen Licht ins "Dunkle" bringen.

Grüße aus Spenge
reklov29
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

StefanN

unregistriert

18

Donnerstag, 28. April 2005, 18:57

hallo

ich bin zwar kein orgelexperte, doch in dresden gibt es mindestens eine silbermann-orgel.
die in der katholischen hofkirche, auch kathedrale, ist für mich die schönste...
sie hat eine wunderbaren sonoren, runden, standhaften und voluminösen klang - und das in allen registern.
das gute ist, man(n) kann sie jeden mittwoch und samstag kostenlos genießen, immer zwischen 11.30 und 12.00. falls du oder irgendjemand anderes mal die wunderschöne stadt dresden besuchen sollte, tut euch das bitte an...

es ist einmalig - in dem halbstündigen programm wird meist barock (präludium + fuge / sonate /konzert), klassik oder romantik und ein werk aus dem 20. jahrhundert.

die kirche ist so herrlich schön, da kann man einfach nur genießen.

ciao
stefan

Ulli

Erleuchteter

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  • »Ulli« wurde gesperrt

Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

19

Donnerstag, 28. April 2005, 21:29

SAlut,

nach meinem Wissensstand befindet sich auch in Freiburg/Brg. noch eine Silbermann-Orgel. Nur bin ich nicht sicher, ob sich diese im Münster befindet oder an anderer Stelle... und auch bei uns im Elsaß sollen angeblich noch einige Silbermänner "herumschwirren". Da ich mich [noch] nicht tiefergehend damit beschäftigt habe, weiß ich leider auch nicht genau, wo. Jedenfalls habe ich gehört, daß Silbermann [oder seine Vorfahren] aus dem Elsaß kommen sollen...

Wer kann hier aufklären?

Grüße, Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

reklov29

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20

Donnerstag, 28. April 2005, 22:19

@Stefan,

das ist in naher Zukunft angedacht und geplant als förderndes Mitglied der Frauenkirche, zumal dann die Frauenkirche im Herbst mit Orgelkonzerten aufwartet.

Aber trotzdem, Danke für den Tipp mit der Katholischen Hofkirche, ein dortiger Besuch ist immer empfehlenswert.

Grüsse
reklov29
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

reklov29

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21

Donnerstag, 28. April 2005, 22:58

Hallo Ulli,
Zitat:
nach meinem Wissensstand befindet sich auch in Freiburg/Brg. noch eine Silbermann-Orgel
-----------------------------------------------------------------
Das Freiburger Münster besitzt zwar vier Orgeln, die von einem Spieltisch aus gemeinsam gespielt werden
können, aber eine Silbermannorgel ist dort nicht gebaut worden. Sicherlich meintest Du Freiberg in Sachsen, Mitteldeutschland, in der St.Marienkirche ist eine Silbermannorgel.

Die 4 Orgeln im Münster zu Freiburg bestehen aus:

1.) Marienorgel im Nördlichen Seitenschiff
(Rieger, A-Schwarzach 1965; Renoviert durch Glatter-Götz, Owingen und B. Grenacher, Goll, Luzern, 2001)

2.) Langschifforgel („Schwalbennest“) an der nördlichen Langschiffwand
(Marcussen und Søn, Apenrade/Dänemark, 1965)

3.) Michaelsorgel auf der Westempore / Turmkapelle
(Gebrüder Späth, Ennetach 1965)

4.) Chororgel auf der südlichen Chorempore
(Fischer und Krämer, Endingen 1990 unter Verwendung des Pfeifenmaterials und der Windladen der Rieger-Orgel von 1964)

Wie mir bekannt erscheint gibt es im Breisgau noch folgende Silbermannorgeln:
Kirche St. Landolin mit Silbermann-Orgel in Ettenheimmünster, Ettenheim,
Benediktinerkirche zu Villingen-Schwenningen.

Erste Informationen über Silbermannorgeln gibt es im Tamino-Thread Geprießner Silbermann
oder in den sonstigen Tamino Orgel-Threads

Weitere Informationen über die Silbermanns als Orgelbaufamilie kann hier nachgelesen werden


Grüsse
reklov29
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Zitat: J.E.G.

Karsten

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22

Freitag, 29. April 2005, 10:29

RE: Silbermannorgel in Deutschland

Hallo!

Für alle, die sich etwas näher mit den Orgeln Gottfried SIlbermanns Beschäftigen möchten, sei folgender Bildband empfohlen:



Die Orgeln Gottfried Silbermanns
von Frank-Harald Greß, Michael Lange, Joachim Menzhausen
Sandstein Verlag
ISBN: 3930382504
Ca. 31 Euro
180 Seiten

Dieser großformatige Bildband bietet eine EInführung und Einzelbeschreibungen sämtlicher Orgelwerke, die Gottfried Silbermann gebaut hat. Das Buch bietet für JEDEN etwas. Die Texte sind allgemeinverständlich und dennoch präzise beschrieben. Ein Orgellexikon erklärt dem laien die Fachbegriffe Der "Fachmann" findet ebenso genauere Informationen und Lieteraturangaben.
Besonders hervorzuheben sind die hervorragenden Farbfotos. Also selbst wenn man mit den Texten nichts anfangen will, lohnt schon das reine Betrachten des Buches und macht Lust, mal hinzufahren.

Sehr Empfehlenswert!

Gruß
Karsten

Ulli

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23

Freitag, 29. April 2005, 11:47

Zitat

Original von reklov29
Das Freiburger Münster besitzt zwar vier Orgeln, die von einem Spieltisch aus gemeinsam gespielt werden
können, aber eine Silbermannorgel ist dort nicht gebaut worden. Sicherlich meintest Du Freiberg in Sachsen, Mitteldeutschland, in der St.Marienkirche ist eine Silbermannorgel.


Salut,

da ich Freiburg [bis auf die Herkunft der Orgeln im Münster] recht gut kenne, kann ich schon Freiburg und Freiberg auseinanderhalten.

Ich bin ziemlich sicher, dass es in Freiburg zumindest einmal eine Orgel von Silbermann gab, denn Freiburg ist nicht allzu weit von Strasbourg entfernt und dort - resp. im Strasbourger Umfeld - hat Familie Silbermann meines Wissen über lange Jahre gewirkt. Oder verwechsle ich hier mal wieder etwas?

Es gibt nämlich auch noch ein Freiburg irgendwo im Osten, vielleicht war Silbermann hier tätig?

Jedenfalls haben wir im Elsaß natürlich in Strasbourg eine Silbermann-Orgel a.D. 1741, auf der bereits Wolfgang Amadeus Mozart 1778 gespielt hat. Und diese heiligen Tasten durfte ich auch bereits berühren:



Viele Grüße
Ulli
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mimi

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24

Freitag, 29. April 2005, 12:29

Freiburg/Freiberg?

Hallo Ulli

Es gibt im Internet eine Seite, die von der Silbermann-Orgel in der Domkirche zu Freiburg handelt - zumindest in der Überschrift und der Bildunterschrift. Wenn man dann den dazugehörtigen Text liest, heißt es plötzlich mehrfach FreibErg - von Freiburg keine Rede mehr.

Vielleicht ist Dir dieser Artikel noch in Erinnerung - denn auch meines Wissens nach, das in Bezug auf Silbermann-Orgeln ganz ordentlich ist, gibt es in Freiburg/Brs. wirklich keine Silbermann-Orgel - auch nicht in diesem anderen Freiburg (das ich allerdings gar nicht kenne).

Allerdings laß ich mich auch gerne eines Besseren belehren und würde mich über jede Silbermann-Orgel, die mir neu begegnet, freuen.

Viele Grüße
Mimi
che gelida manina....

BigBerlinBear

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25

Freitag, 29. April 2005, 12:41

RE: Freiburg/Freiberg?

Hallo Ulli:

[IMG]aben wir im Elsaß natürlich in Strasbourg eine Silbermann-Orgel a.D. 1741[/IMG]

Schon möglich, aber wenn, dann handeelt es sich nicht um eine Orgel des in Strasburg tätigen Andreas Silbermann, (Bruder und Ausbilder des "berühmten" Gottfried)
:O

Jener starb schon im Jahr 1728; ich denke es müsste sich um ein
(wahrsch.seit damals stark verändertes) Opus von Johann Andreas Silbermann, den Sohn des erstgenannetne handeln.
Gottfried Silbermann hat, trotz verschiedentlicher Nachfrage auch aus dem Ausland, keine Orgeln ausserhalb des sächsisch-thüringischen Raumes gebaut !
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

Ulli

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26

Freitag, 29. April 2005, 13:14

RE: Freiburg/Freiberg?

Salut,

vielen Dank für die Informationen! Aber: Geht es denn in diesem Thread ausschließlich um Gottfried-Silbermann-Orgeln oder um Silbermann-Orgeln im Allgemeinen!? [keine Kritik, nur ein Frage meinerseits].

Grüße, Ulli

[gehe jetzt wieder Hexenringe pflücken...]
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Karsten

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27

Freitag, 29. April 2005, 13:31

RE: Freiburg/Freiberg?

Mmmh, schwer zu sagen. Ich glaube, der Thread-Starter hat in erster Linie an Gottfried Silbermann gedacht, da er hauptsächlich in "Deutschland" gewirkt hat.

Andreas Silbermann waren hingegen eher im Elsaß, aber eben auch im "deutschen" Nachbarland oder auch der (heutigen) Schweiz tätig...

Wie auch immer, starten wir dann eben bei Bedarf einen "Andreas Silbermann"-Thread oder berufen wir uns auf "Europa" und die engen Familienbande und handeln alle "Silbermänner" eben hier ab... Wozu gibt es die Suchfunktion ? ;)

Gruß
Karsten

Reinhard

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28

Freitag, 29. April 2005, 13:41

Hallo Ulli,

Fast daneben ist aber auch vorbei. Bist wohl kein Sekttrinker?

Zitat

Es gibt nämlich auch noch ein Freiburg irgendwo im Osten, vielleicht war Silbermann hier tätig?


Du meinst sicher Freyburg an der Unstrut. Da gibt es aber keine Silbermann-Orgel, sagt zumindest w w w.silbermann.org.

Viele Grüße
Reinhard
Leiste guten Menschen Gesellschaft, und du wirst einer von ihnen werden. Miguel de Cervantes

Ulli

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29

Freitag, 29. April 2005, 15:30

Salut, Reinhard,

ich habe eben recherchiert: Es gibt noch ein Freiburg an der Elbe mit der Postleitzahl 21729; sonst würde ja der Zusatz Freiburg / Brg. [im Breisgau] keinen wirklichen Sinn machen.

Ich hasse übrigens Sekt und auch Champagner... ich trinke lieber den "wahren" Wein [nicht so'n Gepansche].

Viele Grüße aus dem Elsaß
Ulli Silbermann
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reklov29

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30

Freitag, 29. April 2005, 19:47

RE: Thread Silbermannorgel

Hallo Ulli,
Zitat:
Aber: Geht es denn in diesem Thread ausschließlich um Gottfried-Silbermann-Orgeln oder um Silbermann-Orgeln im Allgemeinen!? [keine Kritik, nur ein Frage meinerseits].
---------------------------------------------------------------------------------

Hier ist eventl. @Alfred gefordert als helfende Hand, den Thread abzuändern in Silbermannorgel in Deutschland-Europa.
Hier sollte ruhig über alle "Silbermann" (Elsass/Sachsen) im Allgemeinen die Themen abgehandelt werden, und nicht den Thread noch weiter herunterbrechen.

Grüsse
reklov29
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Zitat: J.E.G.