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Misha

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Beiträge: 1 050

Registrierungsdatum: 16. März 2005

1

Donnerstag, 23. März 2006, 18:57

Literatur zu Richard Wagner und seinen Bühnenwerken

Angeregt durch den Parsifal thread möchte ich hier nochmals zu Empfehlungen aufrufen und mache den Anfang, indem ich teils aus dem Parsifal thread übernehme. Ich selbst erwähne nur Bücher, die ich auch besitze (und gelesen habe).

Neben dem von Parsif erwähnten Band Parsifal sind in der von Pahlen herausgegebenen Reihe Opernführer zu allen 10 in Bayreuth gespielten Werken Wagners erschienen.


Die Bände enthalten eine kurze Übersicht (Besetzung, Instrumente, sonstige Basisdaten); dem vollständigen Libretto auf der jew. rechten Seite sind links musikalische und inhaltliche Anmerkungen mit Notenbeispielen gegegnübergestellt. Es folgen historische Ausführungen, eine kurze und eine ausführliche, nacherzählende Inhaltsangabe, Interpretation in Form ausführlicher Thesen und eine Diskographie. Inhaltlich entspricht vieles evtl. nicht mehr dem aktuellen Stand der Forschung. Lesenswert und sehr informativ sind die Bände aber eine ideale Vorbereitung und Begleitung für das jew. Werk.

Sehr empfehlenswert auch die - leider nur noch antiquarisch (-> ebay!) erhältlichen - rororo Opernbücher ("rororo Opernbuch", Texte, Materialien, Kommentare, Hrsg. Csampai und Holland). Zu Wagner habe ich die Bände Holländer, Parsifal und Meistersinger. Hier liegt der Schwerpunkt auf einer Zusammenstellung von Texten aus der Entstehungs-, Aufführungs- und Rezeptionsgeschichte sowie essayistischen Anmerkungen. Ebenfalls sehr lesenswert, aber wg. der teils sehr originellen Standpunkte (insbesondere auch in der Diskographie) eher für Leser mit Vorkenntnissen.

"Opernführer" (der Ausdruck verfehlt allerdings den Anspruch von Dahlhaus und den Stil von Kaiser), die sich mit Wagner beschäftigen sind insbesondere folgende Bücher, die ich hier wegen der Vollständigkeit nochmal erwähne:








Dahlhaus, leider früh verstorben, war einer der führenden deutschen Musikwissenschaftler (ist trotzdem sehr gut lesbar!); das Buch ist ein "Klassiker" mit sehr instruktiven Ausführungen sowohl zum musikalischen als auch philosophischen Hintergrund der Werke.

Grundlage für Rappls Buch waren seine Werkeinführungen zu den Festspielen in Bayreuth, im Ton teils etwas "altbacken" aber trotzdem sehr lesenswert.

Kaiser dürfte ja ebenso bekannt wie umstritten sein.
Seine Ausführungen, oft basierend auf Kritiken und Artikeln aus der SZ sind kenntnisreich, aber eben eher journalistisch/feuilletonistisch. Sie geben insbes. auch einen lebendigen Eindruck der jüngeren Rezeptionsgeschichte.
Wenn man Kaisers Stil "verträgt" (ich finde ihn amüsant, obwohl oder weil er fast so eitel wie M. R.-R. ist; sein Lieblingswort, um etwas zu beschreiben, was ihm gefällt ist "herb"), sehr unterhaltsam.

Von Kaiser gibt es auch 10 Werkbesprechungen auf 10 CD mit Musikbeispielen (zur Illustration und zum Interpretationsvergleich). Empfehlenswert (obwohl man da zusätzlich seinen salbungsvollen Tonfall ertragen muss), mit teils interessanten Interpretationsansätzen, aber AFAIK z.Zt. auch nicht erhältlich.

Fortsetzung folgt bei Interesse.
res severa verum gaudium

Herzliche Grüße aus Sachsen
Misha

hemmi

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2

Sonntag, 26. März 2006, 01:32

Kurt Pahlen und Richard Wagner

Lieber Misha, liebe andere Mitforianer,
Was mich persönlich mit zunehmenden Alter an Pahlens Werkeinführungen genervt hat und auch heute noch nervt, ist, dass er besonders in den Büchern zu Lohengrin und Parsifal W. in eine esotherische Ecke stellt und die Möglichkeit in Betracht zieht, Wagner sei ein "Eingeweihter" (in geheime Bruderschaften, Freimaurer, was auch immer) gewesen. Das klingt schon fast nach "Der Gral und seine Erben"). Aber mehr als Andeutungen bringt er nicht, keine Beweise, keine Literaturhinweise o.ä.
Er und Prawy (?) waren m.W. die einzigen Autoren, die Wagner auf diese Schiene gestellt haben. Ich persönlich halte eine solche Vorgehensweise nicht für seriös!

Dies ist lediglich ein Hinweis und als Ergänzung zu Mishas Beitrag gedacht.

Liebe Grüße
Bernd Hemmersbach (hemmi)

Lynkeus

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3

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 22:26

Ein kleiner Tipp: Die erste Ausgabe der Zeitschrift ZEIT Geschichte des kommenden Jahres beschäftigt sich (monothematisch) mit Richard Wagner. Erscheinungstermin: 26. Februar.
"Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheiten bei, als alle Kunst der Medizin." (W.A. Mozart)

Yorick

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4

Dienstag, 18. Dezember 2012, 15:57

An schnell greifbaren Wagnerbiografien kann man eigentlich nur Martin Geck mit Einschränkugen empfehlen:



Hier habe ich bei vielen Urteilen Bauchschmerzen:



Das hier ist in Stil und Zugriff eine Katastrophe, für Laien aber vielleicht interessant:



Das habe ich leider noch nicht gekauft und gelesen:

MSchenk

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5

Dienstag, 18. Dezember 2012, 18:12

Wie sieht es hiermit aus?



Kennt jemand das Buch? Lohnt sich die Investition?
mfG Michael

Eine Meinungsäußerung ist noch kein Diskurs.

Lynkeus

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6

Dienstag, 18. Dezember 2012, 19:19

Vor kurzem wurden bei MDR Figaro relativ neue Publikationen zum Thema Wagner besprochen. Als besonders empfehlenswert wurde dabei folgendes Bändchen erwähnt:


Als anmaßend und peinlich wurde hingegen diese Publikation regelrecht verrissen:
"Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheiten bei, als alle Kunst der Medizin." (W.A. Mozart)

Yorick

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7

Dienstag, 18. Dezember 2012, 19:48

Die kleine Becksche Reihe Wissen ist eigentlich oft zuverlässig; aber natürlich wirklich nur für Einsteiger interessant. Die wirklich große Wagnermonographie steht meines Erachtens noch aus; ist aber auch schwer, will man Leben und Werk umfassend darstellen, besonders bei einem so heiklen Fall.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Yorick« (18. Dezember 2012, 21:39)


Yorick

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8

Dienstag, 25. Dezember 2012, 14:08

Die beste aller Lebensgefährtinnen legte mir das hier unter den nicht vorhandenen Baum:


Ich bin schon den ganzen Tag drüber und obwohl ich die Materie in- und auswendig kenne, ist es ein großes Lesevergnügen. Ich besitze nur wenig Bücher von Frauen, dieses hier aber darf man als rundum gelungen bezeichnen; die Autorin objektiv bis zum Exzess in ihrer gnadenlosen und auch polemischen Subjektivität!

tukan

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9

Dienstag, 25. Dezember 2012, 16:16

Der gerade verstorbene große Germanist Peter Wapnewski hat auch einiges zu Wagner veröffentlicht:

Sein letztes:

und sein Werk zum Ring des Nibelungen, das bei mir schon lange des Durcharbeitens harrt ;)







tukan

Yorick

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10

Dienstag, 25. Dezember 2012, 16:54

Kennst du das schon?


Yorick

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11

Samstag, 29. Dezember 2012, 11:43

Ich sehe gerade, zum Buch (Posting 8) gibt es auch eine Begleit-CD:



Leider mit Solti! :D


Grundlegend zum Thema übrigens:


tukan

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Beiträge: 218

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12

Montag, 31. Dezember 2012, 22:17

Der Wapnewski-Tipp klingt interessant. Danke, Yorick



tukan

Lynkeus

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  • »Lynkeus« ist männlich

Beiträge: 275

Registrierungsdatum: 10. April 2012

13

Samstag, 9. März 2013, 15:48

Die einige Beiträge zuvor erwähnte Ausgabe der ZEITGeschichte zum Thema Wagner ist inzwischen erschienen. Einen Blick auf das Inhaltsverzeichnis kann man hier werfen: "http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2013/01/Inhaltsverzeichnis

Dem Heft liegt eine CD mit dem 1. Akt der Walküre sowie Auszügen aus dem 2. Akt bei, aufgenommen unter der Leitung Bruno Walters im Jahre 1935. Wenn ich mich nicht täusche, müsste der 1. Akt inhaltlich identisch sein mit dieser Veröffentlichung:
"Geduld und Gelassenheit des Gemüts tragen mehr zur Heilung unserer Krankheiten bei, als alle Kunst der Medizin." (W.A. Mozart)

Harald Kral

Erleuchteter

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Registrierungsdatum: 20. Juni 2007

14

Samstag, 9. März 2013, 15:56

Die einige Beiträge zuvor erwähnte Ausgabe der ZEITGeschichte zum Thema Wagner ist inzwischen erschienen. ...

siehe auch hier:

Alfred Jerger - ein Bariton der Wiener Staatsoper
Harald

Freundschaft schließt man nicht, einen Freund erkennt man.
(Vinícius de Moraes)

hasiewicz

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Beiträge: 851

Registrierungsdatum: 16. September 2012

15

Freitag, 5. Juli 2013, 07:29

Houston Stewart Chamberlain, "Richard Wagner - Eine Biographie"



Erschienen 2010 im Europäischen Hochschulverlag.

Beschreibung:

Zitat

Auch heute noch stellt Chamberlains Biografie des Lebens und Schaffens von Richard Wagner eine wesentliche Grundlage zum Verständnis des berühmten Komponisten und Dramatikers dar. Nur wenige Jahre nach seinem Tod erschienen, ist dieses Werk authentischer und gleichzeitig atmosphärisch dichter als viele der später erschienenen. Chamberlains widmet darüber hinaus auch den Wagner-Festspielen ein umfassendes Kapitel. Das Ursprungswerk aus dem Jahre 1895 ist in der vorliegenden Fassung erheblich erweitert worden.

NB: Wer Chamberlain war, dürfte (und sollte) hinlänglich bekannt sein.

Herzliche Grüße

Christian

Rheingold1876

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Beiträge: 4 029

Registrierungsdatum: 5. Mai 2011

16

Freitag, 5. Juli 2013, 10:00

Ich habe dieses Buch in der sechsten Auflage von 1919. Nun ja, für die Forschung und für jemanden, der sich sehr gründlich mit Wagner befassen will ist es durchaus interessant - als Biographie würde ich es nicht durchgehen lassen, obwohl sich Chamberlains als einer der ersten Wissenschaftler systematisch mit Wagner, der ja auch sein Schwiegervater war, beschäftigt hat. Letztlich ist es ein ideologisches Buch, triefend vor Antisemitismus. Nicht zufällig hat Hitler den Autor noch am Siechbett aufgesucht.

Dennoch halte ich es für richtig, dass Du auf den Titel verweist, lieber Christian.

LG Rheingold
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."