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oper337

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31

Freitag, 21. März 2008, 17:36

RE: "Und ich wäre so gern Primadonna gewesen"

Lieber Harald!

Der Buchtitel irretiert mich als Wiener, für mich war sie immer eine Primadonna!
Angelina in La Cenerentola, als 2. Dame, als Amneris, als Komponist in der Ariadne (da gabe es für mich ja nur drei: Christa Ludwig, Irmgard Seefried und Sena Jurinac, oder als Ariadne, als Octavian oder als Marschallin.
Als Leonore im Fidelio, als Carmen in der Ges. mit Rudolf Schock in deutscher Sprache.

Bei Gustav Mahler Liedern, oder beii Schubert als Liedsängerin,

was konnte Christa Ludwig, der warmherzigste Mensch den ich kenne, denn nicht?

Sie ist und bleibt Primadonna zumindest für mich!!!!

Liebe Grüße und frohe, gesegnete Ostern aus Wien, wo es ziemlich kalt ist.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »oper337« (21. März 2008, 17:38)


Andrew

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32

Freitag, 21. März 2008, 17:55

Kurze Nachfrage ?( ?( - vielleicht kann es mir jemand erklären:

"Meine Dirigenten Bernstein - Karajan - Böhm" ist die CD betitelt.

Christa Ludwig hat aber doch auch einige Aufnahmen unter Leitung von Otto Klemperer gemacht, die weltberühmt wurden und als Referenzaufnahmen gelten, z.B. Bachs Matthäuspassion, den Fidelio und die neunte Symphonie von Beethoven, eine wunderbare Zauberflöte und einen nicht minder großartigen Don Giovanni, Mahlers Lied von der Erde und die Lieder eines fahrenden Gesellen, Brahms' Altrhapsodie.



Warum zählt sie Otto Klemperer nicht mit zu "ihren" Dirigenten? Das würde mich interessieren. ?( :yes:

Vielen Dank für eine Antwort und freundliche Grüße, Andrew
„Nichts auf Erden ist kräftiger, die Traurigen fröhlich, die Ausgelassenen nachdenklich, die Verzagten herzhaft, die Verwegenen bedachtsam zu machen, die Hochmütigen zur Demut zu reizen, und Neid und Hass zu mindern, als die Musik.“

gioachino

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33

Freitag, 21. März 2008, 18:44

@Andrew : Deine Frage solltest du nicht uns stellen, sondern Christa Ludwig.
Mich würde ihre Antwort auch interessieren.

Ciao. Gioachino :pfeif:
MiniMiniDIFIDI

GiselherHH

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34

Freitag, 21. März 2008, 19:01

Das liegt wohl daran, dass Karajan, Böhm und Bernstein alle für die Deutsche Grammophon aufgenommen haben, die für die CD verantwortlich zeichnet, während Klemperer vor allem für die EMI produziert hat (eine DG-Aufnahme Klemperers ist mir nicht bekannt). Und da die DG wohl keine Lizenzgebühren an die EMI abdrücken wollte...

:hello:

GiselherHH
"Mache es besser! (...) soll ein bloßes Stichblatt sein, die Stöße des Kunstrichters abglitschen zu lassen."

(Gotthold Ephraim Lessing: Der Rezensent braucht nicht besser machen zu können, was er tadelt)

Loge

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35

Freitag, 21. März 2008, 19:16

Christa Ludwig hat selbst immer wieder hervorgehoben, dass Böhm, Karajan und Bernstein die Dirigenten ihres Lebens waren. Die CD der DG ist deshalb nicht nur damit zu erklären, dass die DG viele der betreffenden Aufnahmen just mit diesen drei Dirgenten auch produziert hat. In einem Interview mit der Zeit hat Christa Ludwig sich wie folgt zu ihrer Zusammenarbeit mit Klemperer bei der legendären Aufnahme vom "Lied von der Erde" geäußert:

»Ist schön, nicht? Ich hab’s noch ein paarmal aufgenommen, aber das ist die beste Aufnahme. Und dabei habe ich nicht gewusst, was es soll! Empfunden ja, aber nicht nachgedacht!« Hat ihr Klemperer etwas dazu erklärt? »Der Klemperer, halb gelähmt, wie er war, machte gar nichts! Und es war alles richtig. Die Tempi, die Lautstärke… Nur wenn ein großer Aufschwung kam, ging er ein bisschen hoch..."

Ich nehme an, dass Klemperer bei seiner Arbeit mit Christa Ludwig einfach schon zu alt und gebrechlich war, als das er sie noch hätte prägen können. Darüber hinaus ist Klemperer aber auch zu keiner Zeit als Charmeur bekannt gewesen. Den Äußerungen Christa Ludwigs über Karajan und Bernstein zufolge schien das bei ihr auch immer eine gewisse Rolle zu spielen.

Loge

Theophilus

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36

Freitag, 21. März 2008, 19:25

Zitat

Original von GiselherHH
Das liegt wohl daran, dass Karajan, Böhm und Bernstein alle für die Deutsche Grammophon aufgenommen haben, die für die CD verantwortlich zeichnet, während Klemperer vor allem für die EMI produziert hat (eine DG-Aufnahme Klemperers ist mir nicht bekannt). Und da die DG wohl keine Lizenzgebühren an die EMI abdrücken wollte...

Das hat damit überhaupt nichts zu tun. Frau Ludwig hat die Präferenz dieser drei Dirigenten schon vor langer Zeit und immer wieder verkündet. Tatsächlich hat sie Otto Klemperer auch sehr geschätzt, besonders seine Fidelio-Dirigate. Aber sie dürfte nur wenige Vorstellungen unter Klemperer auf der Opernbühne gehabt haben während sie mit den drei anderen unzählige Vorstellungen und Aufführungen absolviert hat (mit Bernstein allerdings vermutlich auch mehr konzertantes, er war aber für sie ohnehin Primus Inter Pares).

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

Harald Kral

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37

Freitag, 21. März 2008, 19:36

Christa Ludwig als Fidelio

Die Deutsche Grammophon hat zum Karajan-Jubiläum auch einen alten Radio-Fidelio aus Wien neu (bzw. erstmals) herausgebracht, in dem Christa Ludwig die Titelrolle verkörpert.



Aufnahme: 25.5.1962, live, Wien
Dirigent: Herbert von Karajan
Wiener Philharmoniker
Chor der Wiener Staatsoper

Don Fernando: Eberhard Wächter
Don Pizarro: Walter Berry
Florestan: Jon Vickers
Jaquino: Waldemar Kmentt
Leonore (Fidelio): Christa Ludwig
Marzelline: Gundula Janowitz
Rocco: Walter Kreppel

Das war eine Übertragung des ORF aus der Wiener Staatsoper, die es bisher auf Platte nur unter dem Ladentisch gab.

LG
Harald
Harald

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(Vinícius de Moraes)

oper337

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38

Freitag, 21. März 2008, 20:46

RE: Christa Ludwig als Fidelio

Das muss die Aufführung von etwa 1960 /62 gewesen sein, denn da hat Christa Ludwig noch viel mit ihrem damaligen Gatten Walter Berry gesungen.

Sie hat ja nach der Trennung ca 1 Jahr nicht mit ihm zusammengesungen, aber dann schon immer öfter,

Bergs Wozzek, wo sie die Marie sang, sie sah auch unglaublich sexy da aus.
War eine der bühnenverdrängendsten Erscheinungen, nicht wegen ihrer stets gleichbleibender Figur, hart ja erst nach ihrem Abtreten etwas gewichtlich zugelegt.

Andrew

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39

Freitag, 21. März 2008, 22:14

Zitat

@Andrew : Deine Frage solltest du nicht uns stellen, sondern Christa Ludwig.


Hallo gioachino, im Ernstfall werden es die Taminos besser wissen als Christa Ludwig ... :hahahaha:

Im Ernst würde ich eine ältere Dame nicht mit solchen Fragen belästigen wollen. Ich bin davon ausgegangen, dass einige hier im Forum darüber sicher ganz gut Bescheid wissen oder sachgerecht vermuten können.

Ich dachte auch zuerst daran, dass die Verbundenheit mit dem Label ausschlaggebend war, habe dann aber im Interview dieses klare Votum von ihr selbst gehört.

Das, was Loge und der hochgeehrte Theophilus formuliert haben, klingt doch recht einleuchtend. Vielen Dank für die Antworten. Mein Beitrag soll auf diese Weise zumindest daran erinnern, dass in der Zusammenarbeit mit Otto Klemperer, den ich sehr verehre, einige wirklich großartige Aufnahmen entstanden sind. :yes:

Herzliche Grüße, Andrew
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gioachino

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40

Freitag, 21. März 2008, 22:55

Ich habe kürzlich bei jpc eine Box mit 5 CDs erstanden ( The art of Christa Ludwig ), erschienen bei EMI Classics. Tatsächlich ist hier Otto Klemperer der meist genannte Dirigent. Zusätzlich habe ich mir zwei DVDs gegönnt, auf denen die große Liedsängerin Ludwig dokumentiert ist, u. a. mit Schuberts Winterreise, Athen 1994, Klavier Charles Spencer.
Das alles hat mich 48 € gekostet, ein Spottpreis für diese Juwelen !

Ciao. Gioachino :jubel:
MiniMiniDIFIDI

Fairy Queen

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41

Samstag, 22. März 2008, 08:36

Erstmal: Christa Ludwig ist für mich eine der herausragendsten deutschen Liedsängerinnen, die es je gegeben hat. Gerade in diesen Tagen habe ich wieder ihre Mahler-Interpretationen gehört :jubel: :jubel: :jubel:

In der derzeitigen Ausgabe von "Le monde de la musique" ist Karajans Wirken und Wirkung Titelthema.
Dort gibt es auch ein Statement von Christa Ludwig zur Zusammenarbeit mit ihm und darinnen eine nette Anekdote:

Karajan dirigierte Beethovens Missa Solemnis, in der Ludwig und Janowitz als Solistinnen sangen. Ludwig beschwerte sich beim Maestro über ein viel zu langsames Tempo und sagte, das ihr und Janowitz dabei die Luft ausginge.
Darauf Karajan: Dann muss ich eben andere Solisten suchen.
Und Christa Ludwig: Sie werden aber keine Besseren finden als uns Beide.
Karajan nach kurzem Nachdenken: Wenn das so ist, muss ich eben versuchen, schneller zu dirigieren.


F.Q.
Leben zeugt Leben, Energie erschafft Energie. Man wird reich , indem man sich verschwendet. (Sarah Bernardt)

Andrew

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42

Samstag, 22. März 2008, 09:12

Hallo gioachino,

ist das die Box, die etwas weiter oben von Harald Kral empfohlen wird?

Sie (die Box) gibt es bei JPC inzwischen für 18, 99 €.

Da kann man eigentlich nicht maulen. :no:

Besten Dank für die Tip, ich habe sie auf meinen inzwischen merklich reduzierten Merkzettel platziert.

Grüße von Andrew
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petra

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43

Samstag, 22. März 2008, 09:34

Zitat

Original von Fairy Queen: Erstmal: Christa Ludwig ist für mich eine der herausragendsten deutschen Liedsängerinnen, die es je gegeben hat. Gerede in diesen Tagne habe ich wieder ihre Mahler-Interpretationen gehört


Liebe Fairy, das muss Telepathie gewesen sein: Ich habe gerade heute morgen noch einmal die Aufnahmen aus "Des Knaben Wunderhorn" gehört, die sie 1968 zusammen mit Walter Berry und Leonard Bernstein aufgenommen hat, und mir dabei überlegt, was für eine wundervolle Liedsängerin sie doch gewesen ist.

Besonders gern höre ich in dieser Einspielung ihren warmen Mezzo in ihrem Part aus "Der Schildwache Nachtlied" und "Wo die schönen Trompeten blasen"; sie findet aber auch den spöttischen und ironischen Ton für "Trost im Unglück" und "Des Antonius von Padua Fischpredigt".

Eine wunderbare Sängerin, die mit ihrer Replik an Karajan bei der Aufnahme der Missa Solemnis

Zitat

Und Christa Ludwig: Sie werden aber keine Besseren finden als uns Beide.


sicherlich nicht übertrieben hat.

:hello: Petra
"Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann." - Francis Picabia

gioachino

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44

Samstag, 22. März 2008, 18:04

Dear Andrew,
ja, sie ist es ( die Box ) ! Ein MUSS für jeden Verehrer ihrer Kunst !

Ciao. Gioachino :hello:
MiniMiniDIFIDI

gioachino

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45

Samstag, 22. März 2008, 19:02

Soeben habe ich in die CD Nr. 5 dieser Box hinein gehört : Verdi - Requiem
( Lux aeterna - Giulini ), Isoldes Liebestod ( Klemperer ), Mira, O Norma
( Callas / Serafin ), Ist ein Traum ( Rosenkavalier - Teresa Stich - Randall / Karajan ), Der Abschied ( Lied von der Erde - Klemperer ). Alle Aufnahmen entstanden in den frühen Sechzigern mit Walter Legge, optimal digitalisiert.
Ich gestehe, dass ich diese CD nicht zuende hören konnte, weil meine Augen feucht wurden - zuviel des balsamischen, zutiefst erschütternden Wohllauts.

Ciao. Gioachino :jubel: :jubel: :jubel:
MiniMiniDIFIDI

Elisabeth

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46

Mittwoch, 26. März 2008, 18:00

RE: Christa Ludwig als Fidelio

Zitat

Original von Harald Kral
Die Deutsche Grammophon hat zum Karajan-Jubiläum auch einen alten Radio-Fidelio aus Wien neu (bzw. erstmals) herausgebracht, in dem Christa Ludwig die Titelrolle verkörpert.


Aufnahme: 25.5.1962, live, Wien
Dirigent: Herbert von Karajan
Wiener Philharmoniker
Chor der Wiener Staatsoper

Don Fernando: Eberhard Wächter
Don Pizarro: Walter Berry
Florestan: Jon Vickers
Jaquino: Waldemar Kmentt
Leonore (Fidelio): Christa Ludwig
Marzelline: Gundula Janowitz
Rocco: Walter Kreppel



Der Radiosender Ö1 strahlt diese Aufnahme am

Samstag, den 05. April um 19:30 Uhr

aus.


LG, Elisabeth

oper337

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47

Mittwoch, 26. März 2008, 20:06

RE: Christa Ludwig als Fidelio

Liebe Elisabeth, Danke!

Da muss ich mir einen großen Knopf ins Taschentuch machen, weil das muss ich aufnehmen.

Weil ich weiß nicht, ob man diese Aufnahme auf CD bekommt, da hat sie mit ihrem, damals schon geschiedenen Gatten Walter Berry gesungen.

War selbst damals in der Schenk Produktion dabei.

Unsre (hier meine ich international) Christa Ludwig ist ein besonderer Schatz,
den man die 80. Jahrre nicht ansieht.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »oper337« (26. März 2008, 20:06)


Harald Kral

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48

Mittwoch, 26. März 2008, 20:14

RE: Christa Ludwig als Fidelio

Zitat

Original oper337
Weil ich weiß nicht, ob man diese Aufnahme auf CD bekommt


Habe ich schon mal vorgestellt:



(Restaurierte Rundfunkaufnahme vom 25.Mai 1962 aus dem
Karajan Nachlass. Bislang unveröffentlicht.) Künstler: Gundula Janowitz, Christa Ludwig, Jon Vickers, Walter Berry, Walter Kreppel, Waldemar Kmentt, Eberhard Wächter, Orchester & Chor der Wiener Staatsoper, Herbert von Karajan
Label: DGG , ADD/LA, 1962

Zum Karajan-Jubiläum im Sonderangebot!

LG
Harald

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mucaxel

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49

Donnerstag, 20. Januar 2011, 17:00

Christa Ludwig

Das ich ein großer LUDWIG FAN bin, ist hier von mir hinlänglich
geschrieben worden, nun hörte ich gerade die ALT-Rhapsodie
von J.Brahms mit ihr gesungen nach Jahren wieder unter der Leitung von
OTTO KLEMPERER auf EMI CD und bin einfach nur begeistert und
will den geneigten Leser noch einmal auf diese besondere
Sängerin aufmerksam machen. :)
Gruss aus München
mucaxel

Gunter Hämel

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50

Freitag, 21. Januar 2011, 17:50

Es ist ja eigentlich schon alles zu Christa Ludwig gesagt, aber ich will trotzdem "meinen Senf" noch dazugeben. Für mich ist und bleibt sie -bisher- in ihrem Fach die beste, die ich je gehört habe. Diese Vielseitigkeit, ihre Bühnenpräsenz , ihre Gestaltungsvielfalt beim Lied, ihre Präsenz in Soloquartetten bei Messen und Oratorien - ohne sich in den Vordergrund drängen zu wollen, das ist alles einmalig. Nicht umsonst hat E. Schwarzkopf immer ihren Namen genannt, wenn sie von Sängern gesprochen hat. Dazu war sie musikalisch hochgebildet, konnte Klavier spielen , wie eine professionelle Pianistin und war sehr klug in der Auswahl ihrer Rollen. Sosehr sie die "Primadonnen-Rollen" im Sopranfach geliebt hat, so selten hat sie diese gesungen, nur in homöopatischen Dosen sozusagen. Auch ihren drei Lieblingsdirigenten hat sie die Wünsche nach Isolden, Elektras und Brünhilden verweigert !

Ich hatte das Glück, sie auch einmal privat zu erleben und kann nur sagen, dass ich selten einen so natürlichen und liebenswürdigen Sänger-Weltstar erlebt habe, wie Christa Ludwig !

Bernward Gerlach

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51

Freitag, 21. Januar 2011, 21:22

Christa Ludwig - Eine Bilderbuchkarriere

Wer sie näher kennen lernen möchte, in Gesang und Wort (gesprochene Texte über die drei Dirigenten auf dem Cover) dem sei diese Aufnahme empfohlen,
die Harald bereits erwähnt hatte.



Kurzbeschreibung

"Christa Ludwig hatte in ihrem Garten in Südfrankreich drei große Pinien, die hießen Böhm, Karajan und Bernstein und standen für die zentralen Dirigenten in ihrem Leben. Jetzt veröffentlicht die Deutsche Grammophon mit "Meine Dirigenten" ein CD-Porträt, das eben nicht nur die international gefeierte Sängerin zeigt, sondern auch die Dirigenten, denen sie nach eigener Aussage einen Großteil ihrer Erfolge verdankt. Einen lyrischen und einen dramatischen Mezzo, ein hochdramatischen Sopran undeine Liedsängerin: Christa Ludwig, die im Frühjahr 2008 80 wurde, gehörte zu den "happy few", die mit ihrer Stimme beinahe alles gestalten konnten - von den feinsten Nuancen der Marschallin im "Rosenkavalier" bis zu den hochdramatischen Ausbrüchen der Färbersfrau in "Die Frau ohne Schatten", von der drallen Komik der Old Lady in Bernsteins "Candide" bis zum Weltschmerz in den Werken Gustav Mahlers. Sie konnte die größten Säle mit Klang überfluten und als Lied-Sängerin die zartesten Seelenregungen zum Klingen bringen. Singen und Theater waren ihr in die Wiege gelegt: Die Mutter war Mezzosopran, der Vater Tenor und Intendant. Mit 17 begann sie ihre Bühnenlaufbahn in Gießen, und sie war im Vollbesitz ihrer Stimme, als sie 49 Jahre später ihr Farewell gab. Lange Zeit galt Christa Ludwig als die zentrale Persönlichkeit ihres Fachs und war auf den großen Bühnen der Opernwelt zuhause. Sie arbeitete mit Böhm, Karajan und Bernstein und erinnert sich heute immer noch gerne daran. Mit jedem verbindet sie etwas Wesentliches: mit Böhm die präzise Wiedergabe des Notentextes, mit Karajan das Streben nach musikalischer Schönheit und mit Bernstein das tiefe Ergründen und Erleben von Musik. Auf "Meine Dirigenten" lässt Ludwig auf drei CDs ihre schönsten Konzerte Revue passieren und spannt einen Bogen von Mozart, Strauss und Wagner bis hin zu Verdi und Puccini. Dazwischen berichtet sie ohne Allüren erfrischend direkt, witzig und uneitel, von ihren Erlebnissen und ehrt dadurch die drei Dirigenten, wie man es herzlicher nicht tun könnte". Eine Beschreibung, an der mal nichts auszusetzen ist.


LG, Bernward

"Nicht weinen, dass es vorüber ist
sondern lächeln, dass es gewesen ist"
Waldemar Kmentt (1929-2015)


9079wolfgang

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52

Freitag, 21. Januar 2011, 21:32

Hallo!

Christa Ludwig war in jungen Jahren, als sie noch die Höhe hatte, als FIDELIO eine Wucht. Da konnten ihr nicht viele (evtl. Leonie Rysanek), das Wasser reichen. Aber meine Lieblingspartie mit Christa Ludwig ist und bleibt ihre DALILAH. Da kann ich Samson verstehen, da hätte ich auch kaum nein gesagt.



Gruß Wolfgang
W.S.

Caruso41

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53

Sonntag, 12. Februar 2012, 13:19

Es ist ja eigentlich schon alles zu Christa Ludwig gesagt,

Und doch hat sich im AIDA-Thread eine Diskussion über Christa Ludwig als Amneris und allgemeiner in Verdi-Partien entwickelt. Vielleicht ist das ja noch allgemeiner von Interesse:

Giuseppe Verdi: Aida



Beste Grüsse von dem glühenden Ludwig-Verehrer



Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Harald Kral

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54

Sonntag, 12. Februar 2012, 14:16

Azucena

Natürlich hat Frau Ludwig auch die Azucena gesungen - es kursieren Mitschnitte aus Wien mit prominenter Besetzung, z.B.:

IL TROVATORE
Aufnahme: 8.5.1977, live, Wien
Dirigent: Herbert von Karajan
Orchester der Wiener Staatsoper
Chor der Wiener Staatsoper

Azucena: Christa Ludwig
Ferrando: José van Dam
Il Conte di Luna: Piero Cappuccilli
Ines: Maria Venuti
Leonora: Leontyne Price
Manrico: Luciano Pavarotti
Ruiz: Heinz Zednik
Un messagiero: Ewald Aichberger
Un vecchio zingaro: Karl Caslavsky

[Bitte um Verständnis, dass es mir widerstrebt, dies im AIDA-Thread zu posten!]

:stumm:
Harald

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farinelli

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55

Sonntag, 12. Februar 2012, 14:21

Ich danke dir, Lieber Caruso41, für den dortigen Hinwis auf den Wiener Macbeth unter Karl Böhm von 1970 - diese Aufnahme kannte ich gar nicht, und hier begegnet sie eher auch nicht. Ich hätte nicht gedacht, daß sie diese Partie gesungen hätte.

Als Dalilah habe ich sie mal in einem - leider verschollenen - Ausschnitt auf y...e gesehen, bestimmt ein alter Fernseh-Auftritt; das war in der Tat großartig (was für Register sie dort ziehen konnte; Erotik, Haß, Siegesgewißheit, Erwartung - ungeheuer!)

Ich mochte sie in meiner Jugend, glaube ich, nicht so ganz besonders - einerseits war man ja von Karajan snobbish daran gewöhnt, daß sie immer irgendwie mitsang, Missa solemnis, Kindertotenlieder, Lied von der Erde. Ihre Stimmfarbe war mir usrpünglich sehr vertraut (fand sie damals ziemlich mütterlich und verinnerlicht). Dann gab es zweimal die Woche im Radio die Erkennungsszene aus Elektra mit Walter Berry - das hab ich so selbstverständlich genommen, daß ich mich später sehr verwundert habe, daß gar keine Gesamtaufnahme existiert (bzw. daß Christa Ludwig keine Hochdramatische war).

Süchtig geworden bin ich tatsächlich durch den Böhm-Tristan (wenn ich ehrlich bin, hieß die Oper damals: Kurwenal und Brangäne :stumm: ) Dazu kam die Waltraute unter Solti, die Zweite Norn unter Karajan, Ortrud, Venus und Kundry (obwohl ich die drei zuletzt genannten Rollen nicht schätze). Ihr Octavian war mir immer etwas zu brav (da war sie sehr jung, wie bei der ersten Dorabella). "Der Besuch der alten Dame" zeigt sie auf der Höhe ihrer Charakterisierungskunst (wie viel später Pique Dame). Als Marschallin und zumal als Donna Elvira kommt ihr die Wärme ihres Timbres nicht völlig zugute - dennoch unvergleichliche Rollenporträts.

Ich denke, daß ihre berühmtesten Platten, auch der Fidelio, keinen wirklichen Eindruck von ihrer ungeheuren Bühnenpräsenz geben. Gäbe es eine Carmen live, unter Rennerts oder Everdings Regie ... Gäbe es die Färberin auf DVD ... Heute wäre auch ihr Rosenkavalier unter Bernstein auf DVD, statt auf Schallplatte erschienen (leider ist das keine live-Aufnahme, wie bei Lenny später üblich; und die Studioaufzeichnungen standen unter gar keinem guten Stern).

In einem Interview erzählt sie von einem völlig verunglückten Debut als Siebel - da heißt es dann auf ihre unvergleichliche Art:

"Margarethe - das ist ja auch so eine entsetzliche Oper ..."

Ich liebe und verehre sie!

P.S.: Vielen Dank, Harald - "es kursieren ..." macht aber neugierig!!

:hello:
Zerging in Dunst das heilge römsche Reich

- uns bliebe gleich die heilge deutsche Kunst!

Caruso41

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56

Sonntag, 12. Februar 2012, 15:00

Ich denke, daß ihre berühmtesten Platten, auch der Fidelio, keinen wirklichen Eindruck von ihrer ungeheuren Bühnenpräsenz geben.

Das kann man gar nicht genug unterstreichen! Ludwig war ein Bühnenereignis.

Dazu eine kleine Anekdote. Jahrelang hat Ludwig in Berlin die Ortrud gesungen und jedesmal hat sie mit der Götteranrufung das Publikum so hingerissen, dass es stets einen langanhaltenden Beifallsorkan mitten im Akt (!!!) gab. Schließlich fanden sich die Dirigenten damit ab und gaben Grümmer den Einsatz für ihr "Ortrud wo bist Du" erst, wenn das Haus sich wieder beruhigt hatte.
Hört man nun die fast zur gleichen Zeit enstandene Kempe-Aufnahme, so hört man natürlich, wie eindrucksvoll und mit welch einer phantastischen Klangintensität sie das sang - ja wirklich sang! Aber man erlebt nicht den entfesselten Furor einer Stimme, die wirklich die alten Götter heraufbeschwören konnte!

Für mich bleiben Ihre Leistungen gerade als Amneris, Ortrud und Färberin absolut singulär!

Als Fidelio oder Ariadne, Dorabella, Octavian, Brangäne, Marie (Wozzeck) oder Judith habe ich auch andere Sängerinnen gehört, die grossartig waren. Sogar in der gleichen Zeit, in der Ludwig auf der Bühne stand! Und in verschiedenen Partien wie etwa Iphigenie oder Marschallin habe ich sogar bessere Interpretinnen gehört als die Ludwig (will ich jetzt aber nicht weiter aufzählen).
Als Amneris, Ortrud oder Färberin aber war und ist für mich Christa Ludwig das Maß - und ich denke, dass sie es auch noch eine ganze Weile bleibt!



Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

rodolfo39

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57

Sonntag, 12. Februar 2012, 17:04

In einem Interview hat sie für mich einen sehr bemerkenswerten Satz gesagt : Die jungen Sänger von heute müssen lernen auch mal nein zu einem Rollenangebot zu sagen und das man nur das singen sollte , was man singen kann. Und dann auf die Frage nach der Stimmtechnik ob die sich geändert hat hat sie gesagt, das man die heutigen Sänger nur sehr schwer mit den Sängern z.B. aus ihrer Generation vergleichen kann, da sich die Technik des Gesangs doch verändert hat. Für mich ist sie eine der sympathischsten Persönlichkeiten und vor allem ist sie immer sie selbst geblieben.

mucaxel

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58

Mittwoch, 15. Februar 2012, 16:54

Christa Ludwig

Möchte hier auf die Liedsängerin Christa Ludwig aufmerksam machen.
Ich habe ihre Entwicklung in Berlin später auch in Salzburg und Wien erlebt!
So gab sie mit Ihrem ersten Mann Walter Berry mehrere Abende In Berlin und Salzburg!
Ihre ersten Liederabende in Berlin im alten Saal der Hochschule fuer Musik in der Hardenbergstrasse.
Das war dank ihrer tollen Stimme sehr gut, aber später mit Mahler, Brahms, Schumann und Schubert vor allem der Winterreise einfach fantastisch!
So wurde sie zu einer ganz grossen Liedinterpretin.
Ihre Liederabende waren immer ausverkauft und einfach Sternstunden! :) :D :D

:jubel:
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Mittwoch, 9. Januar 2013, 16:30

Ks Christa Ludwig

Am 13.März 2013 veranstaltet die WIENER STATSOPER eine Matinee
zum 85. Geburtstag von KS CHRISTA LUDWIG.
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Samstag, 23. Februar 2013, 17:13

Christa Ludwig Rarities


Hier ist sie als Amneris, Eboli,Cenerentola,Ortrud zu hören.
Ich spiele diese CD seit gestern und finde sie außerordentlich gut.
Alles aus Mitschnitten der Met und der Staatsoper Wien.

:jubel:
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