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Fiesco

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  • »Fiesco« ist männlich

Beiträge: 251

Registrierungsdatum: 30. August 2017

31

Montag, 11. September 2017, 22:19

Ja crissy, so ist das mit den Geschmäckern, der eine dies der andre das! ;) , und wenn du schon so hart bist zu sagen > ich habe Carreras noch nie gemocht < , ich z.B. habe Bonisolli nie gemocht, habe ihn in Wiesbaden bei den Maifestspielen als André Chénier erlebt, eine einzige Brüllorgie! Aber BITTE, das soll jetzt keine Retourkutsche sein, das war nur als Beispiel zu verstehen wie das mit dem Geschmack so ist ! :)
Aber wir beide haben ja auch einen gemeinsamen Liebling " Pavarotti " ! :thumbsup:

LG Fiesco
Die Tonkunst begrub hier einen reichen Besitz, aber noch viel schönere Hoffnungen.

Grillparzers Worte auf der Reliefplatte Schuberts.

chrissy

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  • »chrissy« ist männlich

Beiträge: 3 498

Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

32

Montag, 11. September 2017, 22:42

Hallo, Fiesco
Das freut mich aber, daß wir uns hier mit gegenseitigem Verständnis und Akzeptanz treffen. So ist es hallt mit den unterschiedlichen Geschmäckern und Ansichten.
Und ich fasse Deine Einschätzung und Bewertung von "Bonisolli" auch überhaupt nicht als "Retourkutsche" auf.
Wobei ich hier aber gern zugebe - auch Bonisolli gehört zu meinen bevorzugten Favoriten und ich mag und schätze ihn ganz sehr.

Ja crissy, so ist das mit den Geschmäckern, der eine dies der andre das! ;) ,
So ist es und so soll es auch sein. Auch gegenwärtig gibt es ja einen Tenor, der sich bei vielen großer Beliebtheit und Verehrung erfreut.
Und auch hier sage ich, als vielleicht einer von wenigen, den Hype um diesen Mann kann ich nicht verstehen.
Aber wir beide haben ja auch einen gemeinsamen Liebling " Pavarotti " ! :thumbsup:
Und das wiederum freut mich ganz sehr. :jubel:
Herzliche Grüße
CHRISSY

Lieber Fiesco
Hier speziell für Dich eine Live (!!!) Aufnahme mit Franco Bonisolli. Er konnte nicht nur "brüllen"... :hail:

https://www.youtube.com/watch?v=3K9vZhHcpIo
Jegliches hat seine Zeit...

Fiesco

Fortgeschrittener

  • »Fiesco« ist männlich

Beiträge: 251

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33

Montag, 11. September 2017, 23:13

Hallo crissy, danke für den Link, aber das trifft nicht so ganz meinen Geschmack, aber alles wie wir schon sagten! ;)

Zitat

Auch gegenwärtig gibt es ja einen Tenor, der sich bei vielen großer Beliebtheit und Verehrung erfreut.
Und auch hier sage ich, als vielleicht einer von wenigen, den Hype um diesen Mann kann ich nicht verstehen.

Wenn meinst du, ich stehe gerade auf dem Schlauch ?( !?

LG Fiesco
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Gregor

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  • »Gregor« ist männlich

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Registrierungsdatum: 25. Januar 2008

34

Montag, 11. September 2017, 23:32

Zitat Alfred unlängst in einem anderen Thread:
Vielleicht setze ich mich jetzt in die Nesseln... (MIT SICHERHEIT setze ich mich da in die Nesseln !!!)

Und heute ist mein Tag, mich hier im Forum "in die Nesseln zu setzen", nicht böse sein. Ich muß gestehen, ich habe Carreras noch nie gemocht.
Das was ich von ihm kenne - für mich klang seine Stimme immer hart, rauh, wenig geschmeidig und ich empfand ihn immer als angestrengt.

In einem Punkt gebe ich dir recht. Carreras klang oft angestrengt, vor allem in seiner späteren Karriere. Vielleicht eine Folge des Über-Fach-Singens. Doch in früheren Jahren war seine Stimme enorm geschmeidig und weich. Man höre sich nur einmal die Don Carlo-Aufnahme unter Karajan an. Wann hat man je einen so jugendlichen und klangschönen und schmelzreichen Don Carlo gehört? Ein Traum. :love:

Carreras als Rodolfo? Ein Freund schickte mir vor längerer Zeit eine DVD mit einer Aufnahme aus der Met. Die ist von der Inszenierung und allen Mitwirkenden so großartig,
da akzeptiere ich sogar auch Carreras, da fällt er nicht so auf.
Dann kenne ich noch eine filmische Umsetzung dieser Oper - und die geht gar nicht! Da singt er nur und die Rolle wird von einem Schauspieler übernommen.
Carreras und Barbara Hendricks - für mich die schlechteste Mimi, die ich je gehört habe. Und Carreras reißt einen da auch gewiß nicht vom Sofa.

Da sollte man fairerweise aber auch berücksichtigen, dass während der Aufnahmen zu dieser Boheme Carreras sich krank fühlte und nach einem Arzt-Besuch die Krebs-Diagnose erhielt. Das ist auch der Grund warum er dann nicht mehr in der Film-Version als Rodolfo vor die Kamera treten konnte und ein Schauspieler zu seiner Stimme im Film agierte.

So ist es und so soll es auch sein. Auch gegenwärtig gibt es ja einen Tenor, der sich bei vielen großer Beliebtheit und Verehrung erfreut.
Und auch hier sage ich, als vielleicht einer von wenigen, den Hype um diesen Mann kann ich nicht verstehen.

So wenige sind das gar nicht, chrissy. ;)

Gregor

Mme. Cortese

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  • »Mme. Cortese« ist weiblich

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35

Dienstag, 12. September 2017, 00:16

Holla, ihr Streiter in Apoll,

auch ich finde, dass Carreras in den Anfangsjahren seiner Karriere eine einmalig schöne Stimme hatte, ja, lieber Chrissy, auch als Rodolfo - ich hatte das Glück, ihn in unserem hiesigen Opernhaus live zu erleben, bevor er seine Stimme durch ungeeignetes Repertoire ruinierte, wozu dann noch erschwerend später seine Krankheit kam. Und seine ersten Operneinspielungen waren erste Sahne - dazu zähle ich u.a. "I due Foscari" , "Il Corsaro" , "Lucia", Rossinis "Otello" und "Elisabetta" und einige mehr. Dass Pavarotti vielleicht die strahlendere und leichtere Höhe hatte, ist unbestritten. Mir gefällt allerdings Carreras´Timbre besser. Das ist natürlich Geschmackssache. Was er aber meiner Meinung nach Pavarotti voraus hatte, war seine Fähigkeit, eine Partie lebendig zu machen. Das hatte er mit seinem Vorbild Giuseppe di Stefano gemeinsam, der sich ja ebenfalls durch falsche Partien früh die Stimme ruinierte.
Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe (Tagore)

Caruso41

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  • »Caruso41« ist männlich

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36

Dienstag, 12. September 2017, 10:06

Das was ich von ihm kenne - für mich klang seine Stimme immer hart, rauh, wenig geschmeidig und ich empfand ihn immer als angestrengt.

Ja crissy, so ist das mit den Geschmäckern, der eine dies der andre das! ;) ,

auch ich finde, dass Carreras in den Anfangsjahren seiner Karriere eine einmalig schöne Stimme hatte, ja, lieber Chrissy, auch als Rodolfo -


Da sich ja niemand hier im Forum für die Sänger von heute interessiert, ist es nur logisch, dass über die Sänger von vorgestern diskutiert wird. Nun denn: so will ich also auch meinen Senf dazu geben!

Ich habe kaum eine schönere Stimme gehört als die von Carreras in den frühen Jahren seiner Karriere.
Zwischen 1972 und 1979 habe ich ihn in insgesamt acht Partien gehört. Man mochte einiges an der Technik bemäkeln, könnte manchmal auch die Gestaltung etwas wenig differenziert finden - aber die schiere Schönheit der Stimme war so sensationell, dass man solche Einwände gar nicht hoch kommen ließ. Alles, was Mme. Cortese geschrieben hat, unterstütze ich aus vollstem Herzen. Man kann das ja auf den von ihr genannten Aufnahmen hören: die Pracht des Timbres und der Reichtum der Stimme - bis zum Glanz der Spitzentöne - waren eigentlich bis 1979 wirklich konkurrenzlos!

Dass es dann noch viele Aufnahmen gab, die wirklich nicht vorteilhaft waren, ist bedauerlich. Aber warum muß man die hören, wo es doch reichlich bessere gibt! Wir sollten vielleicht mal auflisten, was sich besonders lohnt!

Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

m.joho

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  • »m.joho« ist männlich

Beiträge: 1 118

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37

Dienstag, 12. September 2017, 10:22

Auch ich bin hier ganz bei Mme. Cortese und Caruso.
Es ist wirklich sehr traurig, dass Carreras die Fehler seines Vorbilds Di Stefano nachvollzog und sein wunderschönes Material durch falsche Wahl der Partieen ruinierte.

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

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Registrierungsdatum: 15. April 2010

38

Dienstag, 12. September 2017, 10:59

War es nicht HVK, der ihn animierte den Arnoldo zu singen? Diese Partie war mit Sicherheit nicht geeignet für seine Stimme.
W.S.

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich
  • »Alfred_Schmidt« ist der Autor dieses Themas

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Registrierungsdatum: 9. August 2004

39

Dienstag, 12. September 2017, 12:06

Zitat

Ich habe kaum eine schönere Stimme gehört als die von Carreras in den frühen Jahren seiner Karriere.


Was ich ein paar Beiträge weiter oben bereits im Ansatz formuliert hatte, bringt Caruso41 auf den Punkt. Besser und prägnanter kann man es nicht ausdrücken.
Ob Carreras mit der Stimmgewalt seiner 2 Kollegen mithalten konnte, das vermag ich nicht zu sagen - und es interessiert mich als CD-Sammler auch nicht. Aber in Bezug auf sein Timbre war er unschlagbar - und mir der liebste der drei Tenöre, wobei ich gerne Aragall als vierten dazugezählt hätte (darüber können wir bei Bedarf im Aragall-Thread schreiben)

mit freunclichen Grüßen aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

9079wolfgang

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  • »9079wolfgang« ist männlich

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Registrierungsdatum: 15. April 2010

40

Dienstag, 12. September 2017, 12:41

Zitat

... wobei ich gerne Aragall als vierten dazugezählt hätte

Natürlich! An guten Tagen top, aber er hatte auch so seine Stimmprobleme und seine Psyche spielte nicht immer mit. Daher gab es auch öfter Absagen.
W.S.

Fiesco

Fortgeschrittener

  • »Fiesco« ist männlich

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Registrierungsdatum: 30. August 2017

41

Dienstag, 12. September 2017, 13:09

War es nicht HVK, der ihn animierte den Arnoldo zu singen? Diese Partie war mit Sicherheit nicht geeignet für seine Stimme.


Hallo lieber 9079wolfgang, ja der HvK hat viele Stimmen ruiniert. Wer ihm die Stirn bot fiel dann bei ihm in Ungnade.
Es gibt eine tolle Anekdote von Anja Silja, Karajan mochte sie nicht, er meinte die singt eh nicht mehr lange, Jahre später begegneten sie sich im Flieger nach Buenos Aires und er fragte sie was sie dort mache, Silja antwortete ihm sie würde am Teatro Colon auftreten, Karajan antwortete >was sie singen immer noch! <.

LG Fiesco
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Fiesco

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  • »Fiesco« ist männlich

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42

Dienstag, 12. September 2017, 13:15

Zitat

Ich habe kaum eine schönere Stimme gehört als die von Carreras in den frühen Jahren seiner Karriere.


Was ich ein paar Beiträge weiter oben bereits im Ansatz formuliert hatte, bringt Caruso41 auf den Punkt. Besser und prägnanter kann man es nicht ausdrücken.
Ob Carreras mit der Stimmgewalt seiner 2 Kollegen mithalten konnte, das vermag ich nicht zu sagen - und es interessiert mich als CD-Sammler auch nicht. Aber in Bezug auf sein Timbre war er unschlagbar - und mir der liebste der drei Tenöre, wobei ich gerne Aragall als vierten dazugezählt hätte (darüber können wir bei Bedarf im Aragall-Thread schreiben)
mit freunclichen Grüßen aus Wien
Alfred


Das unterschreibe ich auch so! Besonders betonen würde ich auch deutlich den Zuspruch für Aragall.

LG Fiesco
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chrissy

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  • »chrissy« ist männlich

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Registrierungsdatum: 20. Oktober 2010

43

Dienstag, 12. September 2017, 13:32

Ein herzliches "Hallo" an alle, die sich in diesem Thread bisher beteiligt haben.
Was mir hier besonders positiv auffällt ist, daß man seinen Favoriten zwar verteidigt und hervorhebt, daß man eine andere Meinung (hier die meine), zwar nicht teilt,
aber immerhin zur Kenntnis nimmt, ohne gleich bösartig zu reagieren. Es ist durchaus möglich, daß ich erst spätere Aufnahmen von Carreras kenne, wo er nicht mehr
so gut war und da hat sich meine ablehnende Haltung manifestiert und so wie ich mich kenne, wird sich da auch nichts mehr ändern. So geht es mir auch hier...
... wobei ich gerne Aragall als vierten dazugezählt hätte

Natürlich! An guten Tagen top, aber er hatte auch so seine Stimmprobleme
Aragall gastierte 1993 ein paar mal in der Berliner Staatsoper.
Dort habe ich ihn damals im Juni als Pinkerton in der Butterfly erlebt und ich muß sagen - ja, er war gut, aber auch nicht mehr.
Nachhaltig ist er mir nicht in Erinnerung geblieben - kein Vergleich zu einem früheren Tenor, den ich in dieser Partie dort oft erlebt hatte.
Zitat CHRISSY: Auch gegenwärtig gibt es ja einen Tenor, der sich bei vielen großer Beliebtheit und Verehrung erfreut.
Und auch hier sage ich, als vielleicht einer von wenigen, den Hype um diesen Mann kann ich nicht verstehen.

Zitat Fiesco: Wenn meinst du, ich stehe gerade auf dem Schlauch ?( !?
So so, Du willst es also genau wissen, ich soll mich wohl gänzlich hier unbeliebt machen? (Nein, nein, ist nur scherzhaft gemeint).
Die meisten werden sowieso wissen, wen ich meine. Ja, er sieht optisch wohl recht gut aus, was bestimmt vor allem die Damenwelt beeindruckt.
Darüber hinaus sind ihm ein gewisser Charme und eine sympathische Ausstrahlung nicht abzusprechen. Dazu die Medien, die einen riesigen Hype um ihn machen.
Ich sage, auch auf die Gefahr hin, mich hier bei vielen sehr "in die Nesseln zu setzen" - wenn er aussehen würde wie "Paul Durchschnitts /Normalbürger",
wäre der Hype um ihn, vielleicht nicht halb so groß. Aber auch hier akzeptiere und toleriere ich die Meinung und Verehrung seiner zahlreichen (weiblichen) Fans.

Laßt uns weiter auf der Basis von Toleranz und Akzeptanz, auch gegenteiliger Meinungen und Ansichten, diskutieren und austauschen.
In diesem Sinne, herzlichst
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

La Roche

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44

Dienstag, 12. September 2017, 13:33

Leider war es mir nie vergönnt, Carreras persönlich zu erleben. Mir war er erstmals aufgefallen bei den 3 Tenören, und da bin ich bei Chrissy. Neben Big P und Domingo hatte er bei mir keine Chance. Ich sagte mir immer, der arme Mann, dem haben sie einen Mitleidsbonus gegeben, nachdem er seine schwere Krankheit überwunden hat. Ich hatte auch keine Aufnahmen mit ihm, nur die Übertragungen der Drei.

Seit ich auf YT zurückgreifen kann, denke ich anders. Erstmals hat er mich überzeugt, als ich vor Kurzem die Lucia aus 1982 sah, mit Katia Ricciarelli und (damals schon ) Leo Nucci. Wow, sagte ich mir, was ist das denn? Darstellerisch erste Sahne, und eine prachtvolle Stimme! Dazu die für mich wunderbare Inszenierung! In dieser Form, sagte ich mir, gehört er zu den damals noch aktiven drei besten Tenören der Welt. Daß 1990 in Rom seine Stimme nach der fürchterlichen Krankheit und durch falsche Rollen auch gelitten hat, wurde mir erst durch diese Lucia bewußt.

Leider bietet YT wenig Gesamtaufnahmen aus der Zeit vor seiner Krankheit, aber etliche Opernaufnahmen und auch neapolitanische Volkslieder beweisen mir, ihn vorschnell beurteilt zu haben, als er bei den drei Tenören nach meiner damaligen Meinung nicht den ersten Rang bekommen konnte.

Herzlichst La Roche
Ein Gespräch setzt voraus, daß der andere Recht haben könnte. Gadamer
Nihil fit sine causa

Caruso41

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45

Dienstag, 12. September 2017, 13:42

Zuspruch für Arragal!


Lieber Fiesco,

der Mann heißt Jaume Aragall i Garriga und ist als Giacomo Aragall vielleicht hierzulande besser bekannt - in jedem Fall ein 'r' und zwei 'll'!

Er hatte ein ohne Zweifel reicheres Material als eigentlich alle Tenöre der letzten 50 Jahre! Aber: über ihn sollte wir in seinem Thread diskutieren, nicht hier im Carreras-Thread. Er hätte es verdient!

Beste Grüße

Caruso41
;) - ;) - ;)

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!

Fiesco

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  • »Fiesco« ist männlich

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46

Dienstag, 12. September 2017, 14:17

Zuspruch für Arragal!

Lieber Fiesco,
der Mann heißt Jaume Aragall i Garriga und ist als Giacomo Aragall vielleicht hierzulande besser bekannt - in jedem Fall ein 'r' und zwei 'll'!
Beste Grüße
Caruso41

Na klar, besten Dank für die Erinnerung, aber wie ist das nochmal mit dem Tippteufel am Computer! :D

LG Fiesco
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Gregor

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47

Mittwoch, 13. September 2017, 00:04

Carreras hatte zweifellos eines der schönsten Timbres in seiner Glanzzeit. Dass leider so gut wie gar nichts mehr davon übrig geblieben ist, hat letzte Woche sein Auftritt bei dem Pavarotti-Gedenkkonzert in Verona gezeigt. Das war für den Zuhörer schon fast traurig zu hören, weil da die Stimme nicht mehr als die von Carreras - wie wir sie von früher kennen - zu erkennen gewesen ist, und nur in kurzen Momenten etwas von diesem damaligen Goldtimbre durchschimmerte.

Um Carreras vollständig beurteilen zu können ist es wichtig sich auch mit seinen hervorragenden Belcanto-Interpretationen in den 70er Jahren auseinanderzusetzen. Was hat der Mann nicht alles gesungen? Und wie gut war er in diesem Repertoire. Lucia di Lammermoor, Liebestrank, Roberto Devereux, Caterina Cornaro, der Rossini-Otello, Lucrezia Borgia, Maria Stuarda, La pietra del paragone, Beatrice di Tenda oder Elisabetta - Regina d'Inghilterra. Leider scheinen viele gar nicht zu wissen, was für ein hervorragender Belcanto-Tenor er gewesen ist.
Aber da scheint Fiesco als Carreras-Spezialist mehr dazu sagen zu können.

Mit dem Riccardo in Verdi's Maskenball gab er 1975 sein umjubeltes Debüt an der Mailänder Scala. Davon gibt es einen schönen Audio-Zusammenschnitt mit einem "Best of Riccardo", bei dem auch seine oftmalige Partnerin und Förderin Montserrat Caballe als Amelia zu hören ist.



Gregor

Rheingold1876

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48

Mittwoch, 13. September 2017, 12:40

Carreras hatte zweifellos eines der schönsten Timbres in seiner Glanzzeit.


Darin stimme ich Dir auf ganzer Linie zu, lieber Gregor. Ein Timbre, das süchtig machen konnte. Sein Unglück war die Krankheit, die er tapfer bekämpft hat. Dafür habe ich ihn stets bewundert. Schon in seinen Glanzzeiten, die bei ihm ziemlich früh anzusetzen sind, sorgte ich mich um seine Stimme. Sie schien mir immer sehr empfindlich und bedroht. Carreras hat darauf - wie ich finde - zu wenig Rücksicht genommen. Er sang zu groß. Ich freue mich sehr, dass er hier gebührend gewürdigt wird. Er wird als Solitär in Erinnerung bleiben und nicht nur als einer der drei Tenöre. Davon bin ich fest überzeugt.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Gregor

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Registrierungsdatum: 25. Januar 2008

49

Mittwoch, 13. September 2017, 16:52

Schon in seinen Glanzzeiten, die bei ihm ziemlich früh anzusetzen sind, sorgte ich mich um seine Stimme. Sie schien mir immer sehr empfindlich und bedroht. Carreras hat darauf - wie ich finde - zu wenig Rücksicht genommen. Er sang zu groß.

Er schien auch schon sehr früh seine eigentlichen Pfade zu verlassen, um in ein schwereres Fach einzusteigen. Nicht, dass der Belcanto einfach gewesen wäre. Wir alle wissen, dass er das nicht ist. Aber es ist schon etwas ganz anderes dann Partien aus dem mittleren und späten Verdi-Fach zu singen. Die Anforderungen an die Stimme sind da ganz anders.
Carreras soll bereits Anfang der 70er Jahre, also mit Mitte 20, den Maskenball-Riccardo gesungen haben, obwohl seine Domäne zu der Zeit der Belcanto gewesen ist. Im gleichen Jahrzehnt sang er dann auch schon Cavaradossi, Kalaf, Don Carlo, Don Alvaro, Enzo Grimaldo, Canio oder Radames. Das von dir erwähnte zu große Singen machte sich hier bemerkbar. Das beeinflusste sein herrliches Timbre sehr. Er forcierte und sang mit zu viel Druck, dadurch verlor sein Timbre an Glanz und Schönheit. Bei aller Wertschätzung für Carreras, aber ein Kalaf war er nicht.

Gregor

chrissy

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50

Mittwoch, 13. September 2017, 18:17

Lieber Gregor
Ich danke Dir für das Reinstellen des Links aus dem "Maskenball" von 1975. Die Ausschnitte habe ich mir angehört und ich gebe gerne zu, das war schon wirklich großartig,
auch wenn mich trotzdem seine Stimme nicht unbedingt berührt. Aber, ich stimme Euch zu, das hatte schon was.
Bei aller Wertschätzung für Carreras, aber ein Kalaf war er nicht.
Nein, das war er ganz sicher nicht, zumindestens später nicht. Ich weiß noch, mein Neffe hatte davon eine CD. Die habe ich vor Jahren mal bei ihm gehört
und das war für mich enttäuschend. Von der einen oder anderen Sache abgesehen, habe ich Carreras dann eigentlich hauptsächlich nur noch im Zusammenhang
mit den "Drei Tenören" gehört und gesehen. Und da fiel er für mich gegenüber den anderen beiden immer deutlich ab.
Du wirst vielleicht wissen, Carreras hatte traditionell über viele Jahre immer im Dezember eine TV - Sendung zugunsten seiner Leukämie - Spenden - Gala.
Ich weiß es nicht mehr ganz genau, es könnte 2005 oder sogar 06 gewesen sein. Einer seiner Gäste war auch Pavarotti.
Ihn brachten sie reingeschoben und er saß dann im Rollstuhl hinter dem Flügel.
Pavarotti sang ein Stück und danach beide eins gemeinsam. Sie hatten beide größte Intonationsprobleme, trafen kaum einen Ton.
Sie waren beide nur noch ein Schatten ihrer selbst, einstiger Glanz war nicht mal mehr zu erahnen.
Ich erinnere mich, ich war so erschüttert, bewegt und berührt, ich hatte Tränen in den Augen. Ich wünschte damals, ich hätte diese Sendung nie gesehen.

Herzliche Grüße (und an alle seine Fans - nichts für Ungut, Geschmäcker sind eben unterschiedlich)
CHRISSY
Jegliches hat seine Zeit...

Stimmenliebhaber

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51

Mittwoch, 13. September 2017, 18:33

Bei aller Wertschätzung für Carreras, aber ein Kalaf war er nicht.
Und ein Radames wohl auch nicht... (ab 06:43)

Beste Grüße vom "Stimmenliebhaber"

Inhalten aller Art in Beiträgen anderer in diesem Forum stimme ich hier ausdrücklich nur dann zu, wenn ich ihnen in Antwortbeiträgen ausdrücklich zustimme! ;)

Fiesco

Fortgeschrittener

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52

Mittwoch, 13. September 2017, 19:42

Den ersten Ballo sang Carreras 1972 in Parma, den ersten Calaf am 12.Juni1983 in Wien unter Maazel und den ersten Radames am 29.8.1979 bei den Salzburger Festspielen unter Karajan. Radames und Calaf waren zwei sehr entscheidende Fehler.
Zum Radames wurde er von Karajan genötigt, eigentlich wollte er das nicht!

Und zu Gregor, ja es ist absolut richtig, hätte er mal im im großen und ganzen mit dem Belcanto weitergemacht, wer weiß?
Der Don Carlos und der Maskenball Riccardo sind schon im Rahmen seiner Möglichkeiten gewesen, ob es gut war für das weitere sei mal dahingestellt!?, ich glaube aber nicht daß das damals entscheidend war.
Von den meisten Belcanto Opern muss man sich auch mit Live Aufnahmen begnügen, und zusammen suchen!

LG Fiesco

Werde mal in den nächsten Tage eine Liste der Studio Aufnahmen zusammenstellen!
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Fiesco

Fortgeschrittener

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53

Mittwoch, 13. September 2017, 20:13

Ich stelle hier nochmal eine sehr schöne Duett CD ein, die ich nur noch bei Amazon UK fand.

Katia Ricciarelli und José Carreras

Link
London Symphony Orchestra, Lamberto Gardelli AD 11.1979

Die beiden singen diese Duette, das allseits bekannte aus der Butterfly, das wunderschöne Duett aus dem dritten Akt von I Lombardi Griselda/Oronte, das Duett Paolina/Poliuto aus dem dritten Akt von Poliuto (Uraufgeführt als Les Martyrs in Paris) und das herrliche Duett Sara/Roberto aus dem ersten Akt von Roberto Devereux.

LG Fiesco
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Rheingold1876

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54

Mittwoch, 13. September 2017, 20:22

den ersten Calaf am 12.Juni1983 in Wien unter Maazel


Viel früher aber ist die Gesamtaufnahme für die EMI entstanden:



Aufnahme: 22.–31.8.1977, Studio

Dirigent: Alain Lombard
Orchestre Philharmonique de Strassbourg
Choeur de l'Opéra du Rhin Strassbourg, Maîtrise de la Cathedrale
Chorleitung: Gunther Wagner


Rollen und Sänger:
Turandot: Montserrat Caballé
Calaf: José Carreras
L'imperatore Altoum: Michel Sénéchal
Liù: Mirella Freni
Pang: Rémy Corazza
Ping: Vicente Sardinero
Pong: Riccardo Cassinelli
Principe di Persia: Alberto Cupido
Timur: Paul Plishka
Un mandarino: Eduard Tumagian
Voce: Petranka Malakowa
Voce: Eva Surova
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

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Fiesco

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55

Mittwoch, 13. September 2017, 20:32

Hallo lieber Rheingold1876 ich weiß (immerhin hat er sechs Jahre gewartet bis er den Calaf live sang), es ging hier nicht um Studio sondern Live on Stage! Wir wissen doch alle, im Studio kann man vieles singen! ;)

LG Fiesco
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Rheingold1876

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56

Mittwoch, 13. September 2017, 20:56

Lieber Fiesco, mir war die Unterscheidung ziwschen live und Studio nicht ganz so klar geworden wie nötig. Nun bin ich schlauer. Danke.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."

Fiesco

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57

Mittwoch, 13. September 2017, 21:18

Lieber Fiesco, mir war die Unterscheidung ziwschen live und Studio nicht ganz so klar geworden wie nötig. Nun bin ich schlauer. Danke.


Lieber Rheingold1876, es ist doch so vollkommen in Ordnung mit dem Einstellen der Turandot, ob du es gemacht hast oder ein anderer! :)

LG Fiesco :hello:
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Gregor

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58

Freitag, 15. September 2017, 02:06

den ersten Calaf am 12.Juni1983 in Wien unter Maazel


Viel früher aber ist die Gesamtaufnahme für die EMI entstanden:



Ich kenne die Aufnahme unter Maazel mit Eva Marton als Turandot und da ist Carreras nicht mein Fall. Ist er denn in der Lombard-Einspielung zufriedenstellender?
Wobei ich mir die Caballé nicht unbedingt als Turandot vorstellen kann. Da ist Frau Marton schon ein anderes Kaliber, oder? Die Freni ist sicher eine sichere Bank als Liù.

Gregor

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Montag, 25. September 2017, 18:16

Werde mal in den nächsten Tage eine Liste der Studio Aufnahmen zusammenstellen!

Fiesco hat uns eine Liste angekündigt. Gekommen ist die leider nicht. :rolleyes:

Deshalb habe ich mich mal informiert, und es ist erstaunlich wie viele Aufnahmen es mit Carreras gibt. Operaclass listet aktuell 91 Opern-Gesamtaufnahmen!

José Carreras - Opern auf CD

Wenn man sich die Besetzungen genauer ansieht, fällt auf, wie oft er mit Montserrat Caballé zusammengearbeitet hat.

Es soll da auch Gesamtaufnahmen von Cavalleria Rusticana und I Pagliacci von 1979 geben, die Riccardo Muti geleitet hat. Carreras als Canio war mir bekannt, doch nicht der Turiddu. In der Cavalleria ist ja auch Caballé die Santuzza.

Dann findet sich in Carreras' Diskografie eine Tosca mit Birgit Nilsson in der Titelrolle! Die Produktion stammt noch aus dem Jahr 1974. Kennt jemand diese frühe Carreras-Tosca-Aufnahme? Ist sie überhaupt noch erhältlich?

Tosca - Nilsson-Carreras

Gregor

Rheingold1876

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Montag, 25. September 2017, 19:34



Lieber Gregor, Ommer (siehe oben) listet sogar mehr als 330 nachweisbare Aufnahme mit José Carreras auf, darunter auch die vielen inoffiziellen Mitschnitte. Ich habe nachgesehen und auch die von Dir erwähnte Aufnahme als Turridu gefunden. Hier der entsprechende Eintrag:

Aufnahme: Mai, Jun., Aug. 1979, Studio
Spieldauer: 74'09
Dirigent: Riccardo Muti
Philharmonia Orchestra London
Ambrosian Opera Chorus
Chorleitung: John McCarthy
Product Code: EMI CD: 5 66048 2, EMI CD: 7 63650 2

Rollen und Sänger

Alfio: Matteo Manuguerra
Lola: Julia Hamari
Mamma Lucia: Astrid Varnay
Santuzza: Montserrat Caballé
Turridu: José Carreras
[Pietro MascagniZeno.org: A. Ommer: Verzeichnis aller Operngesamtaufnahmen, S. 9229]

Die Aufnahme ist - wie Du sagst - gekoppelt mit dem "Pagliacci" und auch auf CD erschienen. Bei Amazon kann man sie zumindest hören. Sie müsste aber auch noch aufzutreiben sein.

Ich bin auch gespannt, was uns Fiesco aufbereitet wird. Lassen wir ihm doch noch Zeit dazu.
Es grüßt Rheingold (Rüdiger)

Erda: "Alles, was ist, endet."