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Alfred_Schmidt

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Beiträge: 19 034

Registrierungsdatum: 9. August 2004

1

Samstag, 22. April 2006, 20:28

Kunstkniffe an fremden Werken - Adaptierungen, Bearbeitungen, Kürzungen Verbesserungen

Liebe Forianer:

Der Ausgangspunkt für diesen Tread ist jener:

Zitat

.....dass Mahler auch an Teilen des Figaro sowie des Don Giovanni "herumgedoktert" hat,....


Was heute so verwerflich kennt - war in der Vergangenheit der Musikgeschichte gang und gäbe - Da gabe es Adaptierungen en masse - zumeist mit der Begründung "das Werk retten " zu wollen.

Letztlich ist ja die Orchesterversion von den "Bildern einer Ausstellung" von Ravel nichts anderes. - Aber auch Mozart adaptierte.......und wurde adaptiert - und das nicht nur einmal....

So und nun lautet das Thema und die Frager

Welche Adaptionen/Bearbeitungen und Verbesserungsversuche welcher Komponisten/Werke kennt ihr - gibt es dabei solche, die ihr dem Original vorziehen würdet ?

Freundliche Grüße aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

musicophil

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Beiträge: 7 091

Registrierungsdatum: 19. Februar 2006

2

Samstag, 22. April 2006, 22:51

Hallo Alfred,

Wenn ich mich nicht irre, hat Mozarts Bearbeitung von Händels Messiah das KV Nummer 572.
Ich erinnere mich, daß jedenfalls Klarinette hinzugefügt waren. Es könnte sein, daß Fagott und Horn, oder sogar noch meht Blasinstrumente hinzugefügt waren.
Ich habe diese Version gehört, aber war nich sonderlich beeindruckt. Vielleicht lag es am Dirigenten, Orchester oder Solisten. Jedenfalls, diese Version blieb nicht im Gedächtnis haften.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

klingsor

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Beiträge: 2 498

Registrierungsdatum: 26. April 2005

3

Sonntag, 23. April 2006, 02:50

hallo, paul, nicht nur dies: er fügte auch trompeten und paukenstimmen hinzu und amchte den ganzen orchestersatz 'dichter'. ab und zu hör ich's als ergänzung zu händels original ganz gerne .
sehr schön vor allem: 'warum toben die heiden?' mit pauken und trompeten ... :D

:hello:
--- alles ein traum? ---

klingsor

Ulli

Erleuchteter

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Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

4

Sonntag, 23. Juli 2006, 16:58

Salut,

nicht ganz zum Thema - aber ich fand den Thread nicht mehr -

Ludwig van Beethoven komponierte jede Menge Variationen zu Opernarien:

Mozart

12 Variationen für Klavier und Violine [?] in F-Dur über Se vuol ballare [1792/93]
Variationen op. 66 in F-Dur über Ein Mädchen oder Weibchen [1798]
Variationen Es-Dur über Bei Männern, welche Liebe fühlen [1801]
Variationen für 2 Oboen und Englischhorn über La ci darem [1792/93]

sowie viele Variationen über Themen von Händel, Dittersdorf, Paisiello, von Winter, Vranicky, Salieri, W. Müller...

Liebe Grüße
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

5

Sonntag, 23. Juli 2006, 20:28

Die Barockspezialisten werden mich jetzt steinigen, aber eine meiner Lieblings-CDs ist diese hier:



Buxtehudes Sarabande und Courante sowie Händels Trauermarsch aus "Saul" reißen mich in Stokowskis Bearbeitungen regelrecht vom Stuhl.

Händels Messias verfügt zwar über großartige musikalische Substanz, ist aber zumindestens für meine Ohren grottenöde instrumentiert. Mozarts Bearbeitung gefällt mir schon besser, aber noch viel lieber höre ich die Version von Eugene Goosens.

Mit Bachs grandioser d-moll-Chaconne kann ich in der Klavierbearbeitung von Busoni sehr viel anfangen - wenn das Stück auf der Geige gespielt wird, kapiere ich die Musik höchstens ansatzweise.

Viele Grüße

Bernd

salisburgensis

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Beiträge: 2 305

Registrierungsdatum: 16. Februar 2005

6

Sonntag, 23. Juli 2006, 20:46

Zitat

Original von Bernd Schulz
Die Barockspezialisten werden mich jetzt steinigen, aber eine meiner Lieblings-CDs ist diese hier:





Also ich gewiß nicht, denn ich finde die Stokowski-Bearbeitungen auch richtig gut. :yes:



herzliche Grüße,
Thomas
Da freute sich der Hase:
"Wie schön ist meine Nase
und auch mein blaues Ohr!
Das kommt so selten vor."
- H. Heine -

BigBerlinBear

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Beiträge: 1 660

Registrierungsdatum: 11. August 2004

7

Sonntag, 23. Juli 2006, 20:51

Buxtehudes Sarabande mit dem "Ondes Martinot" ist hinreissend !
Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

8

Sonntag, 23. Juli 2006, 21:08

Freut mich, daß ich das nicht alleine so empfinde.
Die CD habe ich mir übrigens auch nur gekauft, weil ich die Buxtehude-Transkription im Radio gehört habe und unglaublich fasziniert davon war. Wobei ich zugebe, daß die Grenze zum Kitsch hier nicht mehr weit weg ist...

Viele Grüße

Bernd

Edwin Baumgartner

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Beiträge: 5 599

Registrierungsdatum: 17. Dezember 2005

9

Sonntag, 23. Juli 2006, 22:45

Gut, gut, Stokowskis Barock ist schon ganz amüsant; aber was er Mussorgskijs "Bildern" angetan hat, ist nicht mehr schön.
...

10

Sonntag, 23. Juli 2006, 23:17

Stokowskis Version der "Bilder" habe ich offengestanden noch nie gehört, aber ich kann mir gut vorstellen, daß sie zu plüschig ausgefallen ist (ich finde auch Rimskys Neuinstrumentierung des" Boris", die früher fast ausschließlich gespielt wurde, katastrophal).

Die "Bilder" schreien ja auf der einen Seite nach einer Orchestrierung, aber andererseits scheint es sehr schwer zu sein, ihnen damit wirklich gerecht zu werden. Auch mit der raffinierten Ravelschen Version werde ich nicht hundertprozentig froh. Sie ist mir eine Spur zu raffiniert und klingt zu sehr nach Ravel.....

Viele Grüße

Bernd

Ulli

Erleuchteter

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Beiträge: 17 130

Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

11

Dienstag, 25. Juli 2006, 16:09

Salut!

Für Freunde von Bearbeitungen geeignet, die sich zudem noch als solche der Blasmusikarrangements outen wollen:

Martin Joseph MENGAL: Sämtliche Bläserquintette



Der Titel täuscht ein wenig: Es handelt sich nicht direkt um „eigene“ Werke des Komponisten Martin Joseph Mengal [1784-1851], sondern vielmehr um reizende Bearbeitungen von Einzelsätzen der Komponisten Haydn, Mozart, Beethoven und Rossini für die Besetzung Flöte, Oboe, Clarinette, Horn und Fagott [Bläserquintett].

Da es von den genannten Komponisten keine Originalwerke in dieser Besetzung gibt, ist das natürlich eine willkommene Ergänzung! Mengal benutzt bei Mozart, Haydn und Beethoven überwiegend Material aus Violinsonaten und Klaviertrios, der „Rossini“ ist ein Potpourri aus verschiedenen Opernmelodien. Die Güte des Meisters ist grenzenlos, wenn er im Quintett nach Beethoven als dritten Satz ein Menuett selbst komponiert – im Stile von Beethoven. Der Schenker dieser CD legte fest, dass dieses Menuett als zweites sehr gut in Beethovens Septett passen würde.

Ich bin bei solcherlei Bearbeitungen nie objektiv genug, zumal wenn ich die zugrunde liegenden Werke gut oder besonders gut kenne. Man erschrickt doch jedes Mal bei einer Abweichung von Original. Allerdings fand ich den 2. Satz des „Quintetts nach Haydn“ ganz wundervoll: Mengal verwendet hier den 2. Satz [Andante] des Klaviertrios A-Dur Hob. XV:18. Im „Mozart-Quintett“ ist der erste Satz der Sonate e-moll KV 304 entnommen, der zweite der Violinsonate D-Dur, der dritte [als Menuett] wiederum KV 304 und als Schlusssatz das Allegro der Sonate KV 379 G-Dur/g-moll [der moll-Teil natürlich].

Ich mag den Klang solcher Bläserkonstellationen überaus, da sie immer wieder für überraschende Momente sorgen können, zugleich würzt Mengal mit kompositorischem Geschick und sorgt damit für weitere Erkenntnisse!

Das Doppelalbum wird bespielt vom Reicha’schen Quintett auf Originalinstrumenten bzw. Nachbauten:

Michael Schmidt-Casdorff Flöte
nach Heinrich Grenser, Dresden, um 1800
von Rudolf Tutz, Innsbruck


Hans-Peter Westermann Oboe
nach Vincenzo Panormo, London, Ende 18. JH
von Hans-Peter Westermann, Nümbrecht


Guy van Waas Clarinette
A-, B- und C-Clarinette nach Theodor Lutz, Wien, um 1800
von Peter van der Poel, Bunnik


Ulrich Hübner Horn
Naturhorn von Coutois, Paris, um 1820

Christian Beuse Fagott
nach Heinrich Grenser, Dresden, um 1800
Von Guntram Wolf, Kronach


Für mich eine absolute Bereicherung!

Liebe Grüße
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)