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Pius

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1

Donnerstag, 27. Juli 2006, 12:41

Euer liebstes Streichquartett-Ensemble - Das Quartett der Quartette

Hallo!

Schon wieder so ein Lieblings...-thread!
Diesmal möchte ich von Euch wissen, was Eure bevorzugten Streichquartett-Ensembles sind.
Auf die Idee kam ich, da jemand kürzlich ohne nähere Angabe über seine "Lieblingsquartettformationen" schrieb.
Genau darum geht es jetzt. Jeder kann (maximal) vier Streichquartette nominieren - so daß jeder sein bevorzugtes "Quartett der Quartette" kundtun kann.

Ich gebe meine Stimme später ab, nachdem sich hoffentlich schon einige beteiligt haben.

Auf diese Weise entwickeln sich vielleicht noch Spezialthreads zu einzelnen Streichquartettinterpreten, ein paar gibt es schon, nämlich diese:

Alban-Berg-Quartett
Calvet Quartett
Emerson String Quartet
Henschel Quartett
Talich Quartet

Viele Grüße,
Pius.

observator

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2

Donnerstag, 27. Juli 2006, 13:12

RE: Das Quartett der Quartette

na gut, damit du deine stimme abgeben kannst:

quatuor mosaiques
abq
borodin q
quatuor festetics
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

Ulli

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3

Donnerstag, 27. Juli 2006, 13:17

RE: Das Quartett der Quartette

Salut,

meine "Reihung":

1a Quatuor festetics

István Kertész, Violine
Erika Petöfi, Violie
Péter Ligeti, Viola
Reszö Pertorini, Violoncello

1b Lindsay-Quartett

Peter Cropper, Violine
Ronald Birks, Violine
Robin Ireland, Viola
Bernard Gregor-Smith, Violoncello

1c Lysellkvartetten

Bernt Lysell, Violine
Peter Sandklef, Violine
Thomas Sundkvist, Viola
Mikael Sjögren, Violoncello

Fertig.

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Uwe Schoof

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4

Freitag, 28. Juli 2006, 15:37

Dies ist für mich eine schwierige und deshalb interessante Aufgabe. Wie soll ich ein Quartett, das sich nur bei Mozart, Schubert und Mendelssohn aufhält mit einem Quartett, das lediglich zeitgenössische Musik spielt, vergleichen? Und mich dann für 4 Formationen entscheiden? Ein grausames Spiel.

Nun denn, es sei versucht:

1. Ohne Zweifel fällt mir für die Nominierung das LaSalle Quartett ein. Ihre Verdienste um die Interpretationen der Musik des 20. Jahrhunderts sind immens, aber auch der Musik davor. Ich habe das Vergnügen gehabt, dieses Quartett kurz vor seiner Auflösung zu hören; es muss vor fast 20 Jahren gewesen sein. Humor und Bewegung mit dieser Sachlichkeit, aber auch Deutlichkeit, zu paaren, das ist schon toll. Ich persönlich habe diesem Quartett unter anderem ein weiteres Hervordringen in die Werke von Schönberg, Berg, Zemlinsky, Ligeti und Nono zu verdanken.

2. Sehr häufig ist mir, besonders in Live-Konzerten, das Arditti String Quartet begegnet. Ein Quartett, das keine Scheu vor den waghalsigsten Neukompositionen hat. Den schwierigsten und skurrilsten Werken stellen sie sich im Duell und treten in der Regel als Gewinner hervor. Mit dieser Beschreibung will ich das Wirken dieser Musiker keinesfalls auf Artistik reduzieren. Ein wunderschöner und klarer Klang und, was gerade in der neueren Musik wichtig ist, größte Sorgfalt und Deutlichkeit haben mir schon manche Komposition mehr und auch weniger bekannter Komponisten nahegebracht und diesen Leben eingehaucht. Das Wirken der Ardittis in 30 Jahren ist meines Erachtens von sehr großem Wert.

Die nächsten beiden Plätze werde ich später vergeben; da muss ich noch vergleichen und jonglieren.

Uwe
Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

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5

Freitag, 28. Juli 2006, 15:52

Zitat

Original von Uwe Schoof
2. Sehr häufig ist mir, besonders in Live-Konzerten, das Arditti String Quartet begegnet. Ein Quartett, das keine Scheu vor den waghalsigsten Neukompositionen hat. Den schwierigsten und skurrilsten Werken stellen sie sich im Duell und treten in der Regel als Gewinner hervor.[...]
Uwe


gute Formulierung. Nachdem das Ardittiquartett gegen das Werk gewonnen hat, liegt das Werk am Boden und kann sich nicht mehr wehren ...
:P

Uwe Schoof

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6

Freitag, 28. Juli 2006, 16:25

Du hast völlig recht, so klingt meine Formulierung.

Ich meine aber, dass der Kern der Musik, der eigentliche Inhalt, wegen der immensen technischen Probleme besonders in der zeitgenössischen Musik häufig kaum an die Oberfläche dringen kann. Die Ardittis schaffen es aber meist durch ihr Können und ihrer Erfahrung mit dieser schwer spielbaren Musik, die Konzentration des Hörers weg von der Technik hin zum eigentlichen Erleben des Inhaltes zu führen.

Genau dies ist übrigens meiner Meinung nach ein Grund, warum Neue Musik häufig so schwer ankommt und so schwer verstanden wird: der Kampf mit den technischen Anforderungen. Der Vortrag häufig unverschämt schwierig zu spielender Musik besteht bei vielen Ausführenden in eben diesem Kampf; dieser überträgt sich auf den Hörer; die Tätigkeit der Meisterung der Technik wird zum Inhalt.

Dieses Gefühl habe ich bei den Ardittis nie gehabt.

Uwe
Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

  • »Kurzstueckmeister« ist männlich

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7

Freitag, 28. Juli 2006, 16:41

Du hast recht damit, dass Sie die Technik nicht als etwas präsentieren, womit man kämpfen muss. Es stimmt aber nicht, dass sie die Aufmerksamkeit von der Technik weglenken, das Gegenteil ist mitunter der Fall. Und - vor allem - ist es oft nicht der eigentliche Inhalt, der im Endeffekt zum Vorschein kommt.

Auf jeden Fall haben sie eine großartige Technik, und, wenn sie ein Stück ausreichend geprobt haben, spielen sie mitunter auch großartig. Sie machen aber dermaßen viele Uraufführungen schwieriger Partituren, dass die Zeit für ein seriöses Einstudieren oft fehlt.

Uwe Schoof

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8

Freitag, 28. Juli 2006, 22:08

Zitat

Und - vor allem - ist es oft nicht der eigentliche Inhalt, der im Endeffekt zum Vorschein kommt.

Dies kann ich in der Tat nicht nur bestätigen, sondern ich sehe es noch erheblich krasser: Bei dem bei weitem größten Teil aller Uraufführungen, die ich selber miterlebe, erkenne ich fast nichts als Technik.

Meine Aussage...

Zitat

Die Ardittis schaffen es aber meist durch ihr Können und ihrer Erfahrung mit dieser schwer spielbaren Musik, die Konzentration des Hörers weg von der Technik hin zum eigentlichen Erleben des Inhaltes zu führen.

...gilt natürlich nur für Kompositionen mit Gehalt und mit Innenleben. In einem anderen Thread schrieb ich bereits, dass ich aus Gründen der Neugier sehr häufig in Konzerte der zeitgenössischen Musik gehe, wobei mir jedoch lediglich ungefähr jedes zehnte Konzert etwas sagt; die restlichen wirken auf mich lediglich unbeholfen und gewollt.

Aber dies können natürlich auch die Ardittis nicht ändern. Sie können nur vielen Komponisten, und das ist ein wesentliches Verdienst, die Möglichkeit geben, ihr Werk auf eine niveauvolle Weise hörbar zu machen bzw. den interessierten Zeitgenossen, die Werke unserer Künstler kennenzulernen (und zu beurteilen).

Uwe
Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

Pius

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9

Freitag, 28. Juli 2006, 22:49

Hallo!

Ich habe noch nicht viele Vergleichsmöglichkeiten bei den Werken, die ich kenne, meistens keine.
In meiner Streichquartett-Sammlung kommen vier Ensembles am häufigsten vor. Da ich auch jedes von ihnen gerne höre, nominiere ich sie auch:

Alban-Berg-Quartett
Amadeus Quartet
Emerson Quartet
Talich Quartet


Viele Grüße,
Pius.

Ulli

Erleuchteter

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10

Freitag, 28. Juli 2006, 22:52

Salut,

ich hätte bei Dir jetzt eher auf Les Adieux minus Staier getippt :rolleyes:

Amadeus finde ich - in zweierlei Hinsicht - auch sehr gut, Emerson ertrage ich [bei Mozart jedenfalls] nicht und ABQ hat deutliche Vorteile, wenn es so ab Brahms spielt... Talich sagt mir gar nichts.

Viele Grüße
Mr. Stringer
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

observator

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11

Montag, 31. Juli 2006, 09:44

deminator

was ist mit dem streichkassammler aus der wiener musikbücherei?!

kronos
was noch?

emerson?
und?

:beatnik:
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

D.Minor

Fortgeschrittener

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12

Montag, 31. Juli 2006, 14:34

bin ja derzeit wenig in der musikbücherei zwecks freijahr :rolleyes:

kronos
emerson
borodin
abq
quatuor mosaique
festetic
takács
amdeus
arditti
La Salle

so, jetzt ins bad :hello:
lg
d.
Es gibt kaum etwas Schöneres, als dem Schweigen eines Dummkopfes zuzuhören

Maik

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13

Montag, 31. Juli 2006, 19:00

Hallo Pius :hello:

Das ist also der angekündigte Thread.
Auch ich möchte mich noch nicht auf 4 Ensembles festlegen, aber meine derzeitigen Favoriten gebe ich gerne Preis:

Panocha Quartet
Gesamteinspielung der Kammermusik Dvoráks - und das in einer guten bis sehr guten Qualität! Hab zwar noch nicht alles gehört (erst etwa die Hälfte), aber das kann sich mehr als nur sehen lassen!
Das Quartet dürfte von der Anzahl her auch 'führend' in der CD-Auswahl sein. Aber das ist sicher kein Kriterium dafür.
Qualitativ wirklich wundervolle Leistungen, die sie auf CD gebannt haben...

Talich Quartet
Hab zwar nicht sehr viel von ihnen (3 oder 4 CDs), aber auch das ist auf einem guten bis sehr gutem Niveau.
Enttäuscht haben sie mich auch noch nicht und somit sei ihnen ein Platz in dieser Liste gewährt.

Das ABQ habe ich zwar auch schon auf CD-Einspielungen kennen gelernt und war zufrieden und auch begeistert, aber mit einer expliziten Nennung möchte ich hier noch warten.
Mehr Ensembles fallen mir jetzt so gar nicht ein, außer vielleicht noch das Amarcord Quartet, welches ich in der Berliner Philharmonie live erleben konnte :jubel: :jubel: :jubel: Spielfreude, Interpretation und musikalische Leistung und Atmosphäre auf höchstem Niveau...

Lieben Gruß, Maik
Wie ein Rubin auf einem Goldring leuchtet, so ziert die Musik das Festmahl.

Sirach 32, 7

Radagast

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14

Samstag, 5. August 2006, 11:39

Moin,

Meine Favoriten sind ganz klar:

ABQ und Quatuor Mosaique.

In letzter Zeit habe ich auch mehrere Aufnahmen der Leipziger gehört, die mir gut gefallen haben.
Grüsse aus Rhosgobel

Radagast

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15

Samstag, 5. August 2006, 11:58

Ich habe zu wenig Quartette (besonders auch historische wie Kolisch, Busch, Budapest usw.) mit demselben Repertoire ausführlich gehört, um angemessen vergleichen zu können, daher erstmal nur zwei:

Juilliard Quartett: Obgleich je nach Besetzung unterschiedlich gut und nicht wirklich klanglich einschmeichlerisch, m.E. das Quartett der 2. Hälfte des 20. Jhds. Technisch souverän, kompromisslos in Ausdruck und Werktreue, egal ob bei Beehoven, Berg oder Ives

Hagen Quartett: für mich das interessanteste der "jungen" Quartette, dem es gelingt in einem sehr dichten Feld neue Perspektiven auf sehr bekannte Werke wie die Quartette Mozarts und Beethovens zu eröffnen

Unter den Quartetten auf Originalinstrumenten kenne ich vom Mosaiques, Festetics und Turner Quartett jeweils nur ca. 2 CDs, immer mit unterschiedlichen Stücken. Die finde ich alle ziemlich gut, so dass ich keinen Favoriten nennen möchte. Vielleicht kann ich da in Zukunft mal etwas genauer vergleichen.

Quartette, mit denen ich etliches kenne und durchaus gut finde, ohne dass ich mich für eine Nominierung entscheiden könnte, sind Melos, ABQ, Emerson, Talich, Petersen. Berühmte Quartette, deren Einspielungen so weit ich sie gehört habe, enttäuschend waren, sind Amadeus und Q. Italiano.

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Robert Stuhr

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16

Samstag, 5. August 2006, 12:41

Eine vernünftige Antwort ist hier schwierig, weil sehr große Bandbreite. Mal sehen:

Unter den osteuropäischen Quartetten nenne ich das Borodinquartett an erster Stelle, unter den westeuropäisch-amerikanischen das Juilliard. Wobei die Nennung darauf beruht, daß sie am "typischten" sind, den jeweiligen Stil perfekt wiedergeben. Spieltechnisch hervorragend sind auch etliche andere Ensembles. Das alte Budapester Q ist auch erstklassig.

Bzgl. historischer Aufnahmen habe ich zum Calvet Q. schon ausführlich berichtet (ein Beitrag zum Flonzaley Q soll noch folgen, sobald ich etwas mehr Zeit habe). Allerdings wäre das Pro Arte Q. auch unbedingt zu erwähnen, sowie das Busch Q. (Als Trio zählen Cortot, Thibaud, Casals hier leider nicht mit)

Leider keine Aufnahmen erhalten sind vom Wiener Hofburgquartett (Beethoven, Spohr, Cherubini, Schubert)
Ermutigung nach 200 Jahren (auf dem heimweg von einem orgelkonzert)
Zu füßen gottes, wenn
gott füße hat,
zu füßen gottes sitzt
bach,
nicht
der magistrat von leipzig
(Reiner Kunze, Auf eigene Hoffnung, Gedichte)

Sonnensucher

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17

Sonntag, 1. Oktober 2006, 11:49

Also mein „Quartett der Quartette“ ist (derzeit und seit längerem) eindeutig das russische Borodin-Quartett.



Ob man nun die historischen Tschaikowski- und Schostakowitsch-Aufnahmen auf Chandos (ursprünglich Melodya) nimmt, oder die neueren Einspielungen aus den 90ern auf Teldec heranzieht: Ich habe noch keine Aufnahme der Borodins gehört welche mich wirklich enttäuscht hätte.

Seien es des Namensgebers Werke, die Beetoven-CDs auf Chandos oder Aufnahmen Haydn'scher und Schubert'scher Quartette: Das Borodin-Quartett bietet mir stets verläßliche Qualität auf höchstem Niveau gepaart mit lyrischer Klangschönheit die jedoch niemals in Kitsch und Schmalz abgleitet.

Zusammengefaßt: Einfach schöne Musik! :angel:


Ein ebenso schönes Wochenende wünscht Euch

Laurenz
`
(...) Ich erinnere mich, daß wir alle nach München in die Oper fuhren, um die „Fledermaus“ zu sehen. Als die magischen Klänge der Ouvertüre einsetzten, wandte sich Frau Strauss zu unserer Verblüffung ihrem Mann zu, der immerhin der größte lebende Komponist dieser Zeit war, und sagte: „Siehst du, Richard, das ist Musik!“ (...)

— aus „Gala-Abend“ von Sir Rudolf Bing —

.

a.b.

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18

Montag, 2. Oktober 2006, 14:04

Für mich in den heutigen Zeit zweifelsohne das Hagen Quartett!

Wie schon anderswo geschrieben: Absolute Modernität insbesondere durch übersteigerte Intensität und enorme Klaggestaltung. In ihrer Musik erreichten sie außerpersonal einen objektiven musikalischen Ausdruck, abseits subjektiv menschlicher Empfindungen. Jedem ihrer immens vielen Klangfarbschattierungen kommt eine ganz eigene Intensität zu. Mit äußerstem Feingespür lauschen sie den dadurch subtil entstehenden Feinheiten und Zwischentönen nach. Traditionell bedeutsame Linien und Harmonien werden so nicht selten im ständigen Wandel des Energieflusses verstörend nebensächlich. Alle vier Musiker gehen mit ihrem bezwingenden Gesamtkonzept in einer völligen Einheit auf, innerhalb der jeder dennoch wie ganz für sich getrennt jegliche Freiheiten hat. Die Gestaltung scheint sich irgendwo im Obertonbereich abzuspielen.

Eine Besonderheit dieses Ensemble ist auch das, was man das „ungedrehte Hase-und-Igel-Syndrom“ nennen könnte: Meint man nach vielfachem Hören endlich herausgefunden zu haben, was das Spezifische Ihres Spiels ist, lachen sie einem mit der nächsten Aufnahme oder beim nächsten Konzert entgegen: „Ich bin schon weg!“ und wieder muss man sich dran machen, das abermals Neue zu erspüren.

--
Wenn es historische Ensembles gegeben hat, die ich gerne gehört hätte, so ist das das Busch Quartett mit Beethoven in den 30ern sowie Debussy und Ravel vom Quartetto Italiano in den 50ern!
Gruß ab

---
Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
J. Locke

sagitt

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19

Dienstag, 3. Oktober 2006, 06:15

Diverse

Sagitt meint:

Kronos verdanke ich einen Zugang zu moderner Musik ( wenn mir auch die eine oder andere cross-over Produktion nicht so gut gefällt) von denen mal D 810 ,das wär was ?

ABQ und Emerson im klassischen Bereich meine Favoriten.

Für die " kleinen" Schubert-Quartette finde ich das Henschel-Quartett sehr anhörenswert. Ich habe sie mehrfach live gehört und für irgendein lowprice label haben sie das ein oder andere auch eingespielt.Überdies eine hochinteressante Variante der Winterreise mit Christian Elsner. Danach findet man schwer zu Klavierfassung zurück.

Herbert Henn

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  • »Herbert Henn« ist männlich

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20

Dienstag, 3. Oktober 2006, 09:21

RE: Diverse

Hallo,

eines meiner Lieblingsquartette ist das Hollywood String Quartet.

Hervorragendes Zusammenspiel,ideale Balance und wunderbarer

Klang,der noch nicht duch übermäßige Manipulation verfremdet

ist.Da hört man das Holz der Instrumente noch ohne "metallik".

Es gibt natürlich noch eine Reihe sehr guter Quartette,die

möchte ich aber nicht aufzählen,die kennen ja alle.

:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

Theophilus

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21

Dienstag, 3. Oktober 2006, 10:19

Hallo

Zitat

Wie schon anderswo geschrieben: Absolute Modernität insbesondere durch übersteigerte Intensität und enorme Klaggestaltung. In ihrer Musik erreichten sie außerpersonal einen objektiven musikalischen Ausdruck, abseits subjektiv menschlicher Empfindungen. Jedem ihrer immens vielen Klangfarbschattierungen kommt eine ganz eigene Intensität zu. Mit äußerstem Feingespür lauschen sie den dadurch subtil entstehenden Feinheiten und Zwischentönen nach. Traditionell bedeutsame Linien und Harmonien werden so nicht selten im ständigen Wandel des Energieflusses verstörend nebensächlich. Alle vier Musiker gehen mit ihrem bezwingenden Gesamtkonzept in einer völligen Einheit auf, innerhalb der jeder dennoch wie ganz für sich getrennt jegliche Freiheiten hat. Die Gestaltung scheint sich irgendwo im Obertonbereich abzuspielen.

Hat sich die DGG-PR-Abteilung schon bei dir gemeldet? Die suchen nach solchen Formulierern!

;)

:hello:

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

a.b.

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22

Dienstag, 3. Oktober 2006, 10:34

Zitat

Original von Theophilus

Hat sich die DGG-PR-Abteilung schon bei dir gemeldet? Die suchen nach solchen Formulierern!


Ich fasse das im wörtlichen Sinne auf und stelle es zur Diskussion. Diese Aussagen beanspruchen wahr oder falsch zu sein.

Das hat nichts mit Marketing zu tun. für die Klassikakzente müsste ich wohl lernen, mich mit Worthülsen zu begnügen. Das liegt mir nicht. (Außerdem sollte ja ein Text bei denen nicht abschrekend wirken, wie es womöglich meine Zeilen bei einem Laien tun würden.)
Gruß ab

---
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J. Locke

Theophilus

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23

Dienstag, 3. Oktober 2006, 12:15

Zitat

(Außerdem sollte ja ein Text bei denen nicht abschreckend wirken, wie es womöglich meine Zeilen bei einem Laien tun würden.)

Mir würde da eher der Begriff ehrfurchtgebietend einfallen...

:hello:

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

a.b.

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24

Dienstag, 3. Oktober 2006, 14:20

Zitat

Original von Theophilus

Mir würde da eher der Begriff ehrfurchtgebietend einfallen...


Ich kann Deinem Text einfach nicht entnehmen, ob Du in ihm die so typisch österreichische (bereits im Deutschen Ausland of nicht verstandene) Art der Ironie steckst oder nicht.

Jedenfalls ist es stets mein Ziel, zur Diskussion anzuregen, nicht aber Erhrfurcht zu erwecken!
Gruß ab

---
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Ulli

Erleuchteter

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25

Dienstag, 3. Oktober 2006, 14:28

Zitat

Original von a.b.

Jedenfalls ist es stets mein Ziel, zur Diskussion anzuregen, nicht aber Erhrfurcht zu erwecken!


Tja, jetzt hast Du beides getan...

Ulli


P.S. Der Theo ist nur ganz manchmal böse... ;)
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a.b.

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26

Dienstag, 3. Oktober 2006, 14:37

Warum denn Ehrfurcht, Ulli?

Grüße ins Elsaß und an euere Weißweine!!
Gruß ab

---
Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
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JuergenB

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27

Dienstag, 3. Oktober 2006, 14:40

Die Frage nach dem Lieblingsquartett wird ja wohl durch die Tatsache erschwert, dass Quartette mitunter die Besetzung, aber nicht den Namen wechseln. Wen z.b. meinen denn die Liebhaber des Talich-quartetts ? Das alte mit Petr Messiereur an der 1. Violine oder das neue mit Jan Talich ?

Um aber trozdem auf die Frage zu Antworten: Für mich ist das Juillard-quartett die erste Wahl (60er Jahre, also zur Zeit der ersten Beethoven-Gesamtaufnahme), obwohl da auch verschiene Musiker beteiligt waren - Robert Mann hält die Zügel jedenfalls zusammen.

Beste Grüsse,

Jürgen

Ulli

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28

Dienstag, 3. Oktober 2006, 15:01

Zitat

Original von a.b.
Warum denn Ehrfurcht, Ulli?

Grüße ins Elsaß und an euere Weißweine!!


Ich finde es beeindruckend, wenn man sich derart gewählt [zum dem mit Inhalt!] ausdrücken kann.

Den Gruß werde ich heute Abend gerne ausrichten. Auf einen Pinot Gris von Krischner hätte ich derweil richtig Lust...

:hello:

Ulli
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Pius

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29

Dienstag, 3. Oktober 2006, 17:01

Hallo!

...hat also die OT-Welle auch diesen thread ereicht...
:wacky:

Zitat

Wen z.b. meinen denn die Liebhaber des Talich-quartetts ? Das alte mit Petr Messiereur an der 1. Violine oder das neue mit Jan Talich ?


Beide!

Ich sehe, ich kenne noch viel zu wenige der berühmten Ensembles, v.a. im Vergleich miteinander. Meine ABQ-Nominierung würde ich zuerst zurücknehmen. Denn mit dem Quatuor Festetics sollte auch ein historisches Ensemble vertreten sein - die spielen wirklich sehr gut.
Und neuerdings habe ich mich auch in den Klang des Borodin Quartets verhört - davon benötige ich auch mehr. Auch vom Hagen Quartett usw...

Viele Grüße,
Pius.

Alfred_Schmidt

Administrator

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30

Samstag, 20. Januar 2007, 03:31

Ich gesehe, daß ich ich DER Kammermusik Spezialist bin.

Jedoch habe natürlich auch meine Vorlieben:

Das TALICH Quartett (das neue) könne man als Idealfall bezeichne, Warm und trotzdem gut durchhörbar.



Das GUARNERI Quartett (ich besitze nur eine Aufnahme, jene mit Brahms-Klavierquartetten mit Artur Rubinstein am Klavier-
klingt entspannt und gelassen - übertriebene Expressivität scheint ihnen fremd.
Sehr fülliger cantabler Klang. Im laufe der Zeit gab es verschiedene Covers...





Ein weiterer Favorit ist das junge BELCEA QUARTETT

Ebenfalls mehr innig als feurig - zumindest auf dieser Aufnahme - zum zerfließen schön


WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix