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reklov29

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31

Mittwoch, 5. Januar 2005, 18:44

RE: Johann Sebastin Bach: Das Weihnachtsoratorium

Hallo Tobey,

den Windsbacher Knabenchor finde ich gesanglich gut geschult.... im Rundfunk ist er oft bei
Bachschen Aufführungswerke vertreten.... und zu hören...

Beim Stöbern von neuen Aufnahmen des WO von Bach bin ich auf diese Aufnahme aufmerksam geworden
habe sie aber erst einmal zurückgestellt, da ich von einem Zeitgenossen Bachs... Carl Heinrich Graun.. sein Christmas Oratorio gekauft habe.
Werde dies Jahr einmal darauf zurückkommen, die Windsbacher mir zuzulegen....
In einem Beitrag hatte ich schon den Tölzer Knabenchor unter Gerhard Schmidt-Gaden vorgestellt...
ebenfalls eine schöne CD....

Beste Grüße
reklov29
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

Draugur

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32

Mittwoch, 9. November 2005, 16:06

Bald ist es ja nun wieder soweit:

Bomm-Bom-Bom-Bomm-Bom!

Habe jetzt abgesehen von der Einspielungs-Diskussion mal die Frage, ob es eine Aufnahme von der Weltlichen Kantate gibt, aus der der "Jauchzet, Frohlocket"-Chor ursprünglich kommt. Es handelt sich um eine Huldigungskantate für irgendeine sächsische Adlige. Leider weiß ich die BWV-Zahl und den Titel nicht.
„People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing."
Florence Foster-Jenkins (1868-1944)

Oolong

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33

Mittwoch, 9. November 2005, 16:19

Hallo Draugur,

es handelt sich dabei um die Weltliche Kantate BWV 214 " Tönet Ihr Pauken! Erschallet Trompeten"

Meine Empfehlung ist die äußerst günstig zu erstehende Gesamtaufnahme der weltlichen Kantaten unter Peter Schreier



Näheres kannst Du im Thread zu den weltlichen Kantaten nachlesen.

Gruß
Stefan
Psalmen sprechen und Tee trinken kann niemals schaden!

CRC

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34

Mittwoch, 9. November 2005, 16:40

Wenn man den Text der Vorlage kennt, versteht man auf einmal die Instrumentierung der ersten Takte des WO.

Bach schrieb die Kantate zum Geburtstag der Kurfürstin zu Sachsen und polnischen Königin Maria Josepha. Uraufführung war am 8.12.1733.
"Muss es sein? - Es muss sein!" Grave man non troppo tratto.

Draugur

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35

Mittwoch, 9. November 2005, 19:01

Danke euch für die Information! :) Die Kiste von Brilliant wollte ich mir sowieso holen...
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Carola

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36

Mittwoch, 16. November 2005, 17:21

Die Gardiner Aufnahme von 1987

Ich habe mir in den letzten Tagen nach langer Zeit mal wieder das Weihnachtsoratorium angehört, in der Aufnahme von Gardiner, 1987.




Meine erste Aufnahme war die mit Karl Richter von 1965, die hatte ich auf Platte. Daran gemessen ist das Tempo bei Gardiner natürlich ein Schock. Aber inzwischen finde ich diese Aufnahme großartig, Chor, Solisten, Orchester, das klingt doch alles sehr, sehr gut. Was die Tempi angeht: Auch die gefallen mir inzwischen, das klingt für meine Ohren einfach frisch und lebendig, der ganze "Puderzucker" ist weg. Einzige Ausnahme: Die Tenor-Arie in der vierten Kantante: Ich will nur dir zu Ehren leben ... Da rast der Solist förmlich durch die Arie, wo es doch eigentlich verhalten und meditativ zugehen sollte. Aber ansonsten, vor allem auch bei den Chorälen, gefällt mir das flotte Tempo richtig gut. Ich werde also bei dieser Aufnahme bleiben.

Mit Gruß von Carola :hello:
Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)

ThomasBernhard

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37

Mittwoch, 7. Dezember 2005, 19:54

RE: Die Gardiner Aufnahme von 1987

Heute kaufte ich ja die Koopman-Aufnahme (Evangelist: Chr. Pregardien) und so wie es auf den ersten Blick gerade aussieht, wird sie mir wohl noch besser gefallen, als die oben Abgebildete Aufnahme von Gardiner.... Ich äussere mich da aber nochmal ausführlicher.

für 9,99 sollte man sich das nicht entgehen lassen, falls man noch keine gescheite Aufnahme hat.




Ich wollte aber fragen, ob schon mal jemand die Harnoncourt-Videoaufzeichnung gesehen hat! Kann man mit den Knabenstimmen und Schreier leben?

Frauen und Kinder zuerst

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ThomasBernhard

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38

Mittwoch, 7. Dezember 2005, 20:13

Harnoncourt 1973

Ich hatte neulich glaube ich JR dazu veranlasst, Harnoncourts Teldec-Einspielung von 1972/73 zu kaufen, würde mich mal intressieren, wie die Euch gefällt. Der Eingangssatz ist ja erstaunlich langsam und die Blechbläser aber auch die Holzbläser klingen noch nicht so, wie sie normalerweise heute bei "historischen Ensembles" klingen.
dennoch finde ich sie nicht nur aus historischen Interesse heraus "interessant" sondern auch teils wirklich schön.

Irgendwo hat mal jemand geschrieben, daß Harnoncourts Knabensoprane im Weihnachtsoratorium am ehesten überzeugten (der Thematik wegen: Im Weihnachtsoratorium singt beispielsweise der Engel "fürchtet euch nicht" während beispielsweise in der Matthäuspassion von Sünde etc. gesungen wird, was weniger gut zu "Knaben" passt als zu erwachsenen Sängerinnen (!?)

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sagitt

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39

Donnerstag, 8. Dezember 2005, 09:01

RE: Die Gardiner Aufnahme von 1987

Sagitt meint:

Gegen diese Weihnachtsmusik im ICE-Tempo habe ich mich immerausgesprochen.Speziell zu den Tenorarie ist zu schreiben, dass diese Aufnahme gegen den Willen des Tenors entstand,Gardiner daraiuf bestand,man könne es einmal ausprobieren und dann diese Fassung beibehalten hat.
Gottseidank hat er seine Phase des Rasens hinter sich gelassen. Er muss niemandem mehr beweisen,in welchem Tempo sein Chor singen kann.

tom

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40

Donnerstag, 8. Dezember 2005, 09:49

Wobei zum Weihnachtsoratorium für meinen Geschmack rasche Tempi eher passen als beispielsweise zur Matthäuspassion oder Johannespassion. So läßt Gardiner die Matthäuspassion 1988 viel zu schnell spielen, so daß es jedenfalls mir schwerfällt, darin noch eine "Erbauungs- und Trauermusik" zu sehen.

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41

Donnerstag, 8. Dezember 2005, 10:28

RE: Harnoncourt 1973

Zitat

Original von ThomasBernhard
Ich hatte neulich glaube ich JR dazu veranlasst, Harnoncourts Teldec-Einspielung von 1972/73 zu kaufen, würde mich mal intressieren, wie die Euch gefällt.


JR muß gestehen, dass er die Aufnahme zwar gekauft hat, sie bisher aber genausowenig wie die hochgepriesene unter R. Otto (Capriccio) gehört hat. Naja, die erste Kantate ist ja eigentlich auch erst zum ersten Weihnachtstag...

Zitat


Irgendwo hat mal jemand geschrieben, daß Harnoncourts Knabensoprane im Weihnachtsoratorium am ehesten überzeugten (der Thematik wegen: Im Weihnachtsoratorium singt beispielsweise der Engel "fürchtet euch nicht" während beispielsweise in der Matthäuspassion von Sünde etc. gesungen wird, was weniger gut zu "Knaben" passt als zu erwachsenen Sängerinnen (!?)


Das finde ich ein völlig unhaltbares Argument. Die Alt-Arie "Schlafe mein Liebster" wird auf mich immer seltsam wirken, wenn ein Countertenor/Altus singt, andererseits warum sollen nicht auch Väter Wiegenlieder singen? Wer keinen Hang zum lutherischen Christentum des 17./18., Jhds. hat wird mit "Buhuß und Reu knirscht das Sündenherz entzwei" wenig anfangen können, egal ob ein 12jähriger Knabe oder eine 35jährige Sängerin singt usw.
Es kommt letzlich darauf an, ob man das spezifische timbre von hohen Knaben und Männerstimmen aus historischen oder was auch immer Gründen für wichtiger hält als die wohl meistens größere Virtuosität und "Glätte" von Frauenstimmen.
Ich bevorzuge Frauen, aber letztlich kommt es auf das konkrete Ergebnis im Einzelfall an.

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
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Against the drums of dawn.
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salisburgensis

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Donnerstag, 8. Dezember 2005, 11:21

RE: Johann Sebastin Bach: Das Weihnachtsoratorium

Zitat


C.Huth schrieb:

Zitat

Für mich aus mehreren Gründen eine der schönsten WO-Aufnahmen:


Original von BigBerlinBear
Ja, alles was C.Huth schrieb trifft zu: der RIAS-Kammerchor ist ist wunderbar, (wir wissen und geniessen es seit Jahrzehnten)
Die Solisten sind denen Gardiners in der Weimarer Aufnahme deutlich überlegen, (Werner Güra als Evangelist, ebenso Dorotha Röschmann die wir kürzlich noch (auch unter Jacobs Dirigat) als hinreissende "Griselda" in Alessandro Scarlattis gleichnamiger Oper bewundern durften und auch von Andreas Scholl lässt sich nur bestes vermelden...
Aber was dann, um alles in der Welt, ritt Jacobs beim Tempo der Choräle, die er so langsam nimmt, daß sie mir selbst in einer der Bach-Passionen als unangemessen erschienen wären, und genau jene Choräle, für mich das "Herz-Stück des WO" erzeugen alles andere als weihnachtliche Freude sondern hinterlassen bei mir Befremden und Unverständnis.
Diese Aufnahme hätte alles gehabt, um Referenz werden zu können, aber SO geht bei mir der "Daumen nach unten" ! Schade drum...


C.Huth und dem ersten Teil von BigBerlinBear kann ich auch nur voll zustimmen. Die Jacobs-Aufnahme ist einfach toll! Und ich stimme auch BBB zu, der RIAS Kammerchor sticht den Chor von Gardiner locker aus.

Wie Jacobs die Choräle handhabt, das ist eine, wie ich finde, sehr interessante Sache. Die Tempi sind recht langsam und Jacobs läßt keine Fermate aus. Dadurch entsteht diese Dehung hauptsächlich. Das macht es für den Chor noch viel schwieriger, eine Spannung zu erzeugen. Es wäre der Tod dieser Choräle, würden sie bei dieser Handhabung einfach nur abgesungen. Aber der RIAS Kammerchor meistert das auf unnachahmliche Weise. Mich hat das jedenfalls überzeugt und deswegen geht mein Daumen auch nach oben... eine großartige Aufnahme!


Thomas
Da freute sich der Hase:
"Wie schön ist meine Nase
und auch mein blaues Ohr!
Das kommt so selten vor."
- H. Heine -

BigBerlinBear

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43

Donnerstag, 8. Dezember 2005, 11:44

Salisburgensis:

Zitat

Wie Jacobs die Choräle handhabt, das ist eine, wie ich finde, sehr interessante Sache. Die Tempi sind recht langsam und Jacobs läßt keine Fermate aus.


Hallo Thomas, nein, weissgott nicht , er lässt keine Fermate aus und manchmal habe ich das Gefühl, er erfindert noch unausgeschriebene hinzu ! :D Mal ernsthaft: bei etlichen der von mir monierten Choräle ist der Sprech-Duktus NICHT mehr in Übereinstimmung mit dem Sprachrhythmus, Karl Richter und Mauersberger (inden 50gern) machten sowas und dieses endlose "Zerdehnen", es übezeugte mich nie.
Natürlich find ich es richtig, daß man in und während der Choräle einmal "atmend und besinnend" innehält, aber was zuviel ist ist zu zuviel.
H.Chr.Rademann löst das in seinem Livemitschnitt der Kant. 1-3 besser, er ist auch langsam und manches klingt durchaus "romantisch". So, nun habt ihr erstmal paar Tage lang Ruhe vor mir (bin schon fast mit einem Fuß im Erzgebirge) :D

Das geht über das Sagbare hinaus. Das läßt sich nicht deuten und bedarf keiner Deutung. Es kann nur gehört werden. Es ist Musik. (H.H.Jahnn)

Siegfried

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44

Montag, 19. Dezember 2005, 18:12

Weihnachtsoratorium

Hallo zusammen,

ob mir eine Aufnahme des Weihnachtsoratoriums zusagt oder nicht,hängt wesentlich vom Tempo des Dirigenten,von den Chören,den Continuosolisten und vom Sänger des Evangelisten ab.

Ich besitze die legendäre 65er Richter-Aufnahme sowie die 74er Aufnahme aus der Dresdener Lukaskirche,von Martin Flämig dirigiert.Wunderlich und Schreier geben beide sehr gute Evangelisten.
Den Kreuzchor höre ich lieber als die Münchener Bachchoristen, sein Gesang klingt inniger und weniger wuchtig.Irgendwie näher an der Weihnachtskrippe dran.
Demnächst wird sich noch eine jüngere Aufnahme mit Markus Schäfer und dem Windsbacher Knabenchor dazugesellen.Dann glaube ich diesen Bereich bestens abgedeckt zu haben.Schäfer hat ein für den Evangelisten prädestiniertes Timbre und kann diese Partie sehr glaubwürdig vermitteln.Ich freu mich schon drauf.
Freundliche Grüße Siegfried

reklov29

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45

Montag, 19. Dezember 2005, 22:58

RE: Die Gardiner Aufnahme von 1987

Hallo Sagitt,
Zitat:
Gottseidank hat er seine Phase des Rasens hinter sich gelassen. Er muss niemandem mehr beweisen,in welchem Tempo sein Chor singen kann.
------------------------------------------------------
Leider verfällt er immer wieder einmal in seine alten Fehler zurück, wie kürzlich in den Weihnachtskantaten
im Braunschweiger Dom.

Auszüge aus meiner Rezension:
Seine Interpretation gerät zuweilen im Widerspruch zu den zu erklingen Chorälen und Arien.
Weniger Hektik, eine weniger übertriebene Diktion in der Wortbedeutung und ihrer Ausdrucksform würde dem Ganzen eine ganz andere Bach-Interpretation verleihen, er kann es auch anders, so wie er im Frühjahr in Königslutter die Matthäus-Passion perfekt zu gestalten wusste.

In den Koloraturen des Eingangslieds vergoss sich die Freude über die Christgeburt in wahren Lach-Kaskaden über die Zuhörer, - wie Eingangs erwähnt – etwas zurückhaltender im Gestus wäre das Eingangslied sinniger dem Besucher vorgekommen. Umso ruhiger und inniger strömte der Choral "Heut’ schleußt er wieder auf die Tür" in der zweiten Weihnachtskantate "Süßer Trost, mein Jesus kömmt" (BWV 151).

Nachlesbar in diesem Thread!

Grüsse nach Bremen,
reklov29
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

reklov29

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46

Donnerstag, 29. Dezember 2005, 19:42

J.S.Bach Weihnachtsoratorium Dirigat Karl Richter

Hallo,

während der Weihnachtsfeiertage habe ich einmal wieder ein Vergleichs-Hören des W.O. vorgenommen.
Mein alter Favorit Karl Richters W.-O. aus den 60er Jahren durfte wieder einmal herhalten.


Gesamtaufnahme 2 CDs neu veröffentlicht in 1988,
mit den überragenden Gesangssolisten: Gundula Janowitz, Christ Ludwig, Fritz Wunderlich......

Karl Richter erlebt ja z.Zt. eine Renaissance, aufgrund einer Buchveröffentlichung: Karl Richter in
München, Zeitzeugen erinnern sich. Ich habe es zu Weihnachten als Geschenk bekommen, kann
ich jedem, der an der Zeit von 50-70 interessiert ist. wärmstens empfehlen. Das war für mich der
Anstoss dazu, Karl Richters W.O. einmal wieder anzuhören. Es besitzt aus der Sicht der Historie einer Bach-Interpretation nach wie vor seinen Stellenwert.
Bevorzuge aber heute die barocke Wiedergabe, ohne Opernchor. Es hat sich aber wieder einmal
gelohnt, die verschiedenen Interpretaionen zu Gehör zu bekommen um die Weiterentwicklung verfolgen zu können.


Grüsse
reklov29
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Zitat: J.E.G.

sagitt

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47

Freitag, 30. Dezember 2005, 16:24

RE: J.S.Bach Weihnachtsoratorium Dirigat Karl Richter

Hallo Reklov,

ja Stimmen hatte Richter zur Verfügung, da kann die Konkurrenz schon blass werden. Aber die Chöre ! Da sind wir heute einfach verwöhnt. Nicht der große, teil-professionelle Chor ist das Klangideal, sondern kleinere Profi-Ensembles. Gardiner machte es mit dem Monteverdi-choir vor. Seit Mitte der siebziger Jahre setzt er Chor-Standards, die von einem Münchener Bachchor nicht erreichbar sind.
Also müsste man Kombinieren ( nicht meine Idee,sondern von Glen Gould), die besten Solisten, die besten Chöre und dann noch die Interpretation.
Die Solisten von Richter würde ich nehmen, seinen Monteverdichoir ohnehin, aber das Tempo von Herregweghe.

Schöne Grüsse und guten Übergang nach 2006


Sagitt

reklov29

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48

Montag, 2. Januar 2006, 20:11

RE: J.S.Bach Weihnachtsoratorium Dirigat Karl Richter

Hallo Sagitt,
wünsche Dir erst einmal nachträglich ein geundes und erfolgreiches 2006.

Dein Zitat:
Die Solisten von Richter würde ich nehmen, seinen Monteverdichoir ohnehin, aber das Tempo von Herregweghe
------------------------------------------------------------
Da hast Du mir aus dem Herzen gesprochen, was ergäbe das für eine wunderbare Konstellation, leider
ist von den Grössen an Gesangssolisten momentan nicht viel zu erwarten, Potential ist zwar vorhanden,
aber das gewisse "Etwas" fehlt den Nachwuchssängern solistisch, wir können nur weiter hoffen, dass
sich die Zeiten wieder einmal ändern werden.

Herzliche Grüsse nach Bremen
reklov29
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Zitat: J.E.G.

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49

Dienstag, 3. Januar 2006, 00:22

RE: J.S.Bach Weihnachtsoratorium Dirigat Karl Richter

Zitat

Original von reklov29
Dein Zitat:
Die Solisten von Richter würde ich nehmen, seinen Monteverdichoir ohnehin, aber das Tempo von Herregweghe
------------------------------------------------------------
Da hast Du mir aus dem Herzen gesprochen, was ergäbe das für eine wunderbare Konstellation, leider
ist von den Grössen an Gesangssolisten momentan nicht viel zu erwarten, Potential ist zwar vorhanden,
aber das gewisse "Etwas" fehlt den Nachwuchssängern solistisch, wir können nur weiter hoffen, dass
sich die Zeiten wieder einmal ändern werden.


Scusate, aber das kann ich bezüglich alter (barocker) Musik überhaupt nicht unterschreiben. Solisten wie Pregardien, Mertens, Röschmann, Fink, Kiehr usw. brauchen sich keineswegs vor Wunderlich oder Janowitz &Co. zu verstecken, sind bei vergleichbar schöner Stimme wesentlich stiilsicherer.
Einspielungen der 80er von Gardiner oder Parrrot leiden teils unter Solisten, die nicht ausreichend gut deutsch artikulieren können, blasse und ausdrucksarme ("Sinuston")-Stimmen habe. Aber das ist bei neueren Einspielungen, z.B. denen des Weihnachtsoratoriums unter Otto und Jacobs nicht mehr der Fall.

viele Grüße

JR
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reklov29

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50

Dienstag, 3. Januar 2006, 20:25

Die neue Generation der Gesangssolisten

Hallo Johannes,
Zitat:
Solisten wie Pregardien, Mertens, Röschmann, Fink, Kiehr usw. brauchen sich keineswegs vor Wunderlich oder Janowitz &Co. zu verstecken, sind bei vergleichbar schöner Stimme wesentlich stiilsicherer.
----------------------------------------------------
Zu Deiner obigen Aussage kann ich persönlich nur feststellen, dass mich Mertens als Jesus-Evangelist in
der Matthäus-Passion im März 2005 in Königslutter gesanglich entteuscht hat. Wiederum in Gardines DVD,
Weihnachtsoratorium in Weimar 1999, gesanglich bedingt überzeugte, als überzeugend kann Bernada Finks
Vorstellung in dieser Aufführung angesehen werden. Sie sind beide begnadete Sänger, aber das sofort
Fesselnde, Einnehmende stellt sich bei mir nicht ein, mir fehlt einfach eine dazugehörige gesangliche
Aussage in der Gesangsinterpretation, die unsere Altstars so vortrefflich umzusetzen wussten.

Grüsse
reklov29
Bach ist so vielfältig, sein Schatten ist ziemlich lang. Er inspirierte Musiker von Mozart bis Strawinsky. Er ist universal ,ich glaube Bach ist der Komponist der Zukunft.
Zitat: J.E.G.

tom

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51

Dienstag, 3. Januar 2006, 21:41

Allein vom vokalen Standpunkt aus betrachtet, finde ich Gardiners Weihnachtsoratorium gar nicht einmal schlecht, passen doch z.B. die beiden Sopranistinnen Rith Holton und Nancy Argenta mit ihrem vibratoarmen Gesang bestens in ein Stilkonzept, daß u.a. Durchhörbarkeit/Durchsichtigkeit und Datailbezogenheit im Ausdruck zum Inhalt hat.

Joseph II.

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Samstag, 18. März 2006, 14:01

Zitat

Original von TobeyWilson
Hallo

eine sehr schöne Aufnahme mit Knaben und sehr guten Solisten (bis auf Swensen) ist folgende :



mit Juliane Banse , Markus Schäfer , Robert Swensen , Thomas Quasthoff , Martin Dürr, Trompetenensemble Läubin, Münchener Bach-Solisten, Cornelia Kallisch ,

Windsbacher Knabenchor
Dirigent Karl-Friedrich Beringer

Eine tolle Aufnahme mit seinem super Chor! :jubel:
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Joseph II.

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53

Donnerstag, 23. März 2006, 18:54

Ergänzung zur Beringer-Aufnahme:

Wieso singt der Chor am Anfang "Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten! Jauchzet, frohlocket!" - hier wird ja die BWV 214 mit dem Weihnachtsoratorium vermischt, oder?

Und: Ist das dieselbe Aufnahme?

»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

TobyWilson

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54

Donnerstag, 23. März 2006, 21:32

Hallo

Bach hat ja öfters bereits Komponiertes wieder verwendet, so auch den Eingangs-Chor zum WO,
dar eigentlich aus der Kantate : Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten! (BWV 214), auch bekannt als Königin-Kantate (weltliche Kantate) stammt.

Die Übernahme von Beringer ist für mich mehr als schlüssig : "Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!" und dann kommt erst der Einsatz "Jauchzet, frohlocket" !
Vor allem wenn man sich die Tonlage des Chores anhört, der sich erst langsam nach oben schraubt. Ein Jauchzet gleich zu Beginn klingt nicht so recht überzeugend, da ist die Einleitung durch einen "Aufruf" wesentlich schlüssiger.

Mich wundert es, dass die HIP-Spezialisten noch nicht darauf gekommmen sind.

MfG TW

Joseph II.

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55

Sonntag, 2. April 2006, 21:09

Wer kennt diese beiden Aufnahmen und kann etwas dazu sagen?



»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Ulli

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56

Montag, 3. April 2006, 00:36

Zitat

Original von TobeyWilson

Die Übernahme von Beringer ist für mich mehr als schlüssig : "Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!" und dann kommt erst der Einsatz "Jauchzet, frohlocket" !
Vor allem wenn man sich die Tonlage des Chores anhört, der sich erst langsam nach oben schraubt. Ein Jauchzet gleich zu Beginn klingt nicht so recht überzeugend, da ist die Einleitung durch einen "Aufruf" wesentlich schlüssiger.

Mich wundert es, dass die HIP-Spezialisten noch nicht darauf gekommmen sind.

mit freundlichen Grüßen TW


Salut Tobey,

was Du schreibst, ist interessant für mich.

Ist die "Aufruf-Version" denn von Bach selbst? Wie bzw. warum sind diese Versionen entstanden?

?(

Cordialement
Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Joseph II.

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57

Mittwoch, 12. April 2006, 13:49

Eine schöne alte Thomaner-Aufnahme (1958) ist diese:



Genervt haben mich allerdings diese viel zu langsamen Tempi... Gibt es noch Aufnahmen, die dieser Interpretation ähneln, aber schnellere Tempi haben?
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Oolong

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58

Mittwoch, 12. April 2006, 16:05

Ich sehe die weiter oben von Dir genannte Aufnahme ganz in der von Dir gewünschten sächsischen Chortradition - Martin Flämigs Kreuzchoraufnahme ist mehr als 20 Jahre jünger und sicher etwas flotter als die Thomas- Aufnahme, die ich allerdings nicht kenne.

Flämigs WO habe ich seit einigen Jahren - finde ich solide musiziert aber nicht aufregend!Wenns WIRKLICH Weihnachten bei mir ist, greife ich eh jedes Jahr zu Karl Richters Aufnahme mit Fritz Wunderlich... :jubel:

Gruß
Stefan
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Joseph II.

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Mittwoch, 12. April 2006, 16:29

Ja, Karl Richter ist eine Klasse für sich, stimmt. :D
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid

Joseph II.

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Mittwoch, 12. April 2006, 16:59

Zitat

Original von C.Huth
Nachdem jetzt ja schon eine Menge zu Gardiner gesagt wurde, komme ich doch noch mit Jacobs:



Für mich aus mehreren Gründen eine der schönsten WO-Aufnahmen: Da ist erst einmal der unglaublich gute RIAS-Kammerchor - fraglos seit Jahren eine hervorragende Adresse (auch für die, die sonst den Monteverdi-Chor vorziehen ;-)). Zusammen mit der Akademie für Alte Musik Berlin (exzellente Trompeten!) unter dem frischen Dirigat von Jacobs. Jacobs hat ja seit einigen Jahren mit Aufnahmen des Barock-Repertoires Furore gemacht, nicht immer (Händels "Rinaldo") für mich nachvollziehbar, aber wie er hier die verschiedenen Stimmungen punktgenau trifft, überzeugt dann doch sehr von seinen Qualitäten. Abwechslungsreiches Continuospiel ist bei seinen Aufnahmen ja garantiert, und auch wenn das historisch umstritten ist, stört es mich in keinster Weise: Jacobs Interpretation ist eine, die uns das ganze pralle Leben dieses Oratoriums heute in vorzüglichster, vergnüglichster Weise nachvollziehen lässt, ohne in platten Pomp zu verfallen. Das ist schon eine Leistung.

Und hervorragende Solisten hat er auch, von Dorothea Röschmann und Klaus Häger hin zu dem hier wirklich hervorragenden Werner Güra, der einen Evangelisten abgibt, wie es heute wohl wenige gibt (ich war wirklich sehr erstaunt, als ich ihn über diese Aufnahme kennenlernte). Andreas Scholl singt die Altpartie, und auch wenn ich sonst Probleme mit einen männlichen Altus im WO habe, wo die Altarien doch meist eher der Sphäre Mariens zugeordnet sind, so stört das hier kaum - weil man der Stimme Scholls oft gar nicht anhört, dass es sich um einen Mann handelt.

Also, insgesamt meine wärmste Empfehlung für diese Aufnahme - und da sehe ich doch, dass sie bei einigen Online-Anbietern doch tatsächlich nicht halb soviel kostet wie der Preis, den ich vor Jahren gerne dafür bezahlte....

Insofern - Jauchzet, frohlocket!

C.

Habe mal reingehört - gefiel mir persönlich nicht besonders. Wenn mir das "Jauchzet, forhlocket!" mißfällt, hat die Aufnahme für mich schon keine Chance. :D
»Finis coronat opus.« (Das Ende krönt das Werk.) – Ovid