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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

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musicophil

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31

Donnerstag, 18. Januar 2007, 19:20

RE: Haefliger

Zitat

Original von Alviano
Genau, damit ist auch Pauls Frage beantwortet: die Sony-Aufnahme ist vollständig und wurde 1967 in der Schweiz gemacht, der Tenor war damals knapp unter 50.

Hallo Alviano,

Ich will sofort gestehen, daß ein Gedächtnis nicht fehlerfrei ist. Aber in diesem Falle irre ich mich nicht.
Jene Ausführung von mir der "schöne Müllerin" war eine DGG-LP. Und DGG und Sony läßt sich nicht auf einen Nenner bringen. Damals war das CBS, und stand in keiner Beziehung mit DGG.

Ich bin mir nicht sicher, aber dachte daß "Der Jäger" das letzte Lied auf meiner LP war. (Eigentlich recht blöd :untertauch: )

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

Herbert Henn

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32

Donnerstag, 18. Januar 2007, 19:21

RE: Haefliger

Hallo,

ich finde auch,daß Haefliger ein großartiger Oratoriensänger

war.Er war auch in Mahlers "Lied von der Erde"ein idealer

Interpret als Nachfolger seines Lehrers Julius Patzak.

Als Liedersänger der Romantik erscheint mir die Stimme

etwas unerotisch ,keusch zu sein.

:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

Theophilus

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33

Donnerstag, 18. Januar 2007, 19:26

RE: Haefliger

Zitat

Original von musicophil

Zitat

Original von Alviano
Genau, damit ist auch Pauls Frage beantwortet: die Sony-Aufnahme ist vollständig und wurde 1967 in der Schweiz gemacht, der Tenor war damals knapp unter 50.

Hallo Alviano,

Ich will sofort gestehen, daß ein Gedächtnis nicht fehlerfrei ist. Aber in diesem Falle irre ich mich nicht.
Jene Ausführung von mir der "schöne Müllerin" war eine DGG-LP. Und DGG und Sony läßt sich nicht auf einen Nenner bringen. Damals war das CBS, und stand in keiner Beziehung mit DGG.

Ich bin mir nicht sicher, aber dachte daß "Der Jäger" das letzte Lied auf meiner LP war. (Eigentlich recht blöd :untertauch: )

LG, Paul

Die Müllerin kann auf keine LP gehen, wenn man nicht stark qualitätsmindernd eng schneiden will. Da dies die DGG kaum machen würde ist es also kein Wunder, dass dein Exemplar nicht vollständig ist. Vielleicht gab es eine zweite LP mit dem Rest und einigen anderen Liedern?

:hello:

Ciao

Von Herzen - Möge es wieder - Zu Herzen gehn!

musicophil

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34

Donnerstag, 18. Januar 2007, 19:39

RE: Haefliger

Hallo Theophilus,

HMV brachte Die Müllerin komplett aus mit Dieskau und Moore auf eine LP. Und ohne Qualitätsverlust (soweit ich das beurteilen kann).

LG, Paul
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Herbert Henn

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35

Donnerstag, 18. Januar 2007, 20:07

RE: Haefliger

Die letzten Aufnahmen der drei Schubertzyklen mit Haefliger/Dähler

sind bei dem Label Claves erschienen,und der Sänger war deutlich

älter als 50 Jahre.

(Die ältere Aunahme mit E.Werba erschien zuletzt bei Sony.
Die noch ältere Einspielung mit Jacqueline Bonneau am Klavier
erschien bei der DG .)

:hello:Herbert.
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Alviano

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36

Donnerstag, 18. Januar 2007, 20:38

RE: Haefliger

Hallo Herbert, Hallo Paul,

die Sony-Aufnahme Haefliger/Werba ist vollständig - ich habe sie gerade eben etwa zur Hälfte gehört, die beiden anderen kenne ich gar nicht.

Ich würde Herbert recht geben: es fehlt der Stimme soetwas wie Sinnlichkeit für z. B. die "Müllerin", auch kleine Schwächen sind hörbar, aber: Wortbehandlung, Atmung, Gestaltung, das ist schon vorbildlich.

Neben dem schon erwähnten "Lied von der Erde" würde ich auch auf den Florestan hinweisen wollen, hätte ich nicht gedacht, wie gut er das singt.

Zurück zur "Müllerin" - vor welcher Aufnahme würdet ihr denn "warnen"?
Alles was ist, endet

Herbert Henn

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37

Donnerstag, 18. Januar 2007, 21:09

RE: Haefliger

Hallo Alviano,

ich glaube,bei Haefliger bewundert man nicht eine strahlend

schöne Stimme,wie etwa bei Wunderlich,sondern eine außer=

gewöhnliche Gesangstechnik,eine hervorragende Beherrschung

der Kopfstimme,und eine ausgeklügelte Dynamik,vom Pianissimo

bis zum Forte.Darin war er Wunderlich weit überlegen.

(Ich glaube,dies ist jetzt zu einem "Haefliger-Thread "geworden.)

:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

Theophilus

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38

Donnerstag, 18. Januar 2007, 21:12

RE: Haefliger

Zitat

Original von musicophil
Hallo Theophilus,

HMV brachte Die Müllerin komplett aus mit Dieskau und Moore auf eine LP. Und ohne Qualitätsverlust (soweit ich das beurteilen kann).

LG, Paul

Über 60 Minuten auf einer LP sind ohne technische Kompromisse unmöglich!

:hello:

Ciao

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Alviano

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39

Freitag, 19. Januar 2007, 00:06

RE: Haefliger

Hallo Herbert,

... was Ernst Haefliger verdient hätte :)! Die frühen Aufnahmen sind enorm gut. Genau: hier geht es um die "Müllerin", also, Schluss!

Gruss
Alles was ist, endet

severina

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40

Freitag, 19. Januar 2007, 01:49

Darf ich einen neuen Namen in die Runde werfen?
FRANCISCO ARAIZA! Er hat mich mit seiner Interpretation des Müllersburschen mehr als einmal ins Herz getroffen, sowohl live als auch auf CD. Er betrieb nie "Stimmritzenprotzerei" (O-Ton Leo Slezak, aber ich finde diese Wortschöpfung einfach köstlich und treffend), bei ihm stand immer der Ausdruck an erster Stelle und in Punkto Wortdeutlichkeit kann sich wohl so mancher deutschsprachige Sänger an ihm ein Beispiel nehmen. Allerdings lebt er noch, und das scheint ein Manko zu sein ;) :D
(Gut, FiDi und Protschka leben auch noch........)
lg Severina

Herbert Henn

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41

Freitag, 19. Januar 2007, 08:43

Die schöne Müllerin

Hier sind noch einige historische Aufnahmen,die meines Wissens
noch nicht erwähnt wurden ,die es mal gab,oder noch gibt:

Gerhard Hüsch /Hanns Udo Müller,

Rudolf Schock / Gerald Moore,

Werner Krenn / Rudolf Buchbinder,

Anton Dermota / Hilde Dermota,

Walther Ludwig / Michael Raucheisen,

Petre Munteanu / ?

Helmut Krebs / ?

:hello:Herbert.
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Siegfried

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42

Freitag, 19. Januar 2007, 11:40

RE: Die schöne Müllerin

Zitat

Original von Herbert Henn
Hier sind noch einige historische Aufnahmen,die meines Wissens
noch nicht erwähnt wurden ,die es mal gab,oder noch gibt:

Gerhard Hüsch /Hanns Udo Müller,

Rudolf Schock / Gerald Moore,

Werner Krenn / Rudolf Buchbinder,

Anton Dermota / Hilde Dermota,

Walther Ludwig / Michael Raucheisen,

Petre Munteanu / Franz Holetschek

Helmut Krebs / Eric Schroeder

:hello:Herbert.


Ich habe insgesamt 168 verschiedene Aufnahmen aufgelistet, deren Auswertung etwas Zeit erfordert.
(Quelle: Schubert-Institut UK)
Freundliche Grüße Siegfried

Herbert Henn

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43

Freitag, 19. Januar 2007, 11:47

RE: Die schöne Müllerin

Hallo Siegfried ,

vielen Dank,für Deine Ergänzung .

:hello:Herbert.
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Alviano

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44

Freitag, 19. Januar 2007, 18:08

Müllerin

Der Hinweis auf Araiza ist schon gefallen. Zum Aufnahmezeitpunkt war der Tenor in guter, stimmlicher Verfassung: von der Stimmfarbe her schon etwas dunkler, aber sehr respektabel vom Ausdruck her. Zum Gelingen trägt hier auch der Pianist bei: Irwin Gage - einer der ganz grossen in Sachen Liedbegleitung.

Bei der kleinen Liste der (doch schon?) historischen Aufnahmen, gibt es eine die mich sehr interessiert, von der ich wusste, das es sie gibt, die ich aber noch nie irgendwo gesehen habe: die mit Rudolf Schock, ein Tenor, der in seinen jüngeren Jahren bemerkenswert war. Kann zu dieser Aufnahme jemand, der sie kennt, mal ein paar Worte sagen?
Alles was ist, endet

Herbert Henn

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45

Freitag, 19. Januar 2007, 18:38

RE: Müllerin

Hallo Alviano,

Schock bleibt Schock.Er kann hier sein wunderbares Piano

und Mezzavoce voll einbringen,und Gerald Moore ist ihm

ein herrlicher Partner.

:hello:Herbert.
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Herbert Henn

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46

Freitag, 19. Januar 2007, 18:56

RE: Aksel Schiotz

Hallo Daniel,

Gerald Moore war natürlich 1945 als Brite in Deutschland

nicht sehr bekannt,aber im restlichen Europa schon.

Er hat in den 30er Jahren viele große Interpreten

begleitet.Ich nenne nur die Sänger : F.Schaljapin,A.Kipnis,

J.MacCormack,E.Schumann ,,E.Gerhardt ,K.Ferrier, oder die

Instrumentalisten : E.Feuermann,F.Kreisler,Y.Menuhin,

P.Casals,u.v.a.Ein Höhepunkt seiner Karriere war sicher

die Zusammenarbeit mit D.Fischer-Dieskau.

:hello:Herbert.
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musicophil

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47

Freitag, 19. Januar 2007, 19:15

RE: Aksel Schiotz

Lieber Herbert,

Vergiß nicht Schwarkopf und De los Angeles, die er sogar zu seinem Abschiedskonzert einlud (zusammen mt Fi-Di).

LG, Paul
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musicophil

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48

Freitag, 19. Januar 2007, 19:22

RE: Müllerin

Hallo Alviano,

Gage, tatsächlich sehr, seeehr groß. Seine Begleitung von Janowitz in Schubertlieder. :lips:

LG, Paul
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Herbert Henn

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49

Freitag, 19. Januar 2007, 19:53

RE: Aksel Schiotz

Lieber Paul,

die habe ich natürlich nicht vergessen.Ich wollte nur feststellen,

daß G.Moore schon lange vor dem 2.Weltkrieg bekannt war,und,

daß die Aufnahme sämtlicher Schubertlieder mit Fi.Di. wahrscheinlich

der Höhepunkt seiner Karriere war.

:hello:Herbert.
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Siegfried

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50

Samstag, 20. Januar 2007, 20:28

RE: Müllerin

Zitat

Original von Alviano
Bei der kleinen Liste der (doch schon?) historischen Aufnahmen, gibt es eine die mich sehr interessiert, von der ich wusste, das es sie gibt, die ich aber noch nie irgendwo gesehen habe: die mit Rudolf Schock, ein Tenor, der in seinen jüngeren Jahren bemerkenswert war. Kann zu dieser Aufnahme jemand, der sie kennt, mal ein paar Worte sagen?


Die Aufnahme mit Rudolf Schock ist von 1958 und Gerald Moore hat ihn am Klavier meisterhaft begleitet.
Dem Wanderer und Naturfreund Rudolf Schock hat dieser Zyklus ausgesprochen gut gelegen. Bei dieser Aufnahme ist eine Symbiose entstanden, die den Hörer fasziniert und in ihren Bann zieht. Eine gefühlvoller gesungene Aufnahme kenne ich nicht. :angel:
Freundliche Grüße Siegfried

Alviano

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51

Sonntag, 21. Januar 2007, 18:45

Gage

Hallo Paul,

Gage habe ich auch noch mehrmals live erlebt, was immer wirklich gut war, bei Moore kam es dazu nicht mehr. Aber Erik Werba konnte ich auch noch im Konzert erleben (mit Christa Ludwig und der "Wintereise").

Von den "jüngeren" fand ich Reimann interessant - der ja auch mit Brigitte Fassbaender u. a. die "Müllerin" aufgenommen hat.

Schönen Sonntag und Gruss
Alles was ist, endet

Alviano

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52

Sonntag, 21. Januar 2007, 18:48

Schock

Hallo Siegfried,

ich gebe gerne zu, dass ich mir Schock als Liedsänger nicht so richtig vorstellen kann (gilt auch für Tauber, aber den kenne ich von den Platten her schon mit Schubert) - und gerade deshalb interessierts mich.

Danke für die kuzen Infos (Ja, "Müllerin" vielleicht vom Typ her eher als "Winterreise")

Schönen Sonntag, Gruss
Alles was ist, endet

musicophil

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53

Sonntag, 21. Januar 2007, 19:37

RE: Gage

Hallo Alfiano,

Achte mal auf Rudolf Jansen. M.M.n. der beste Begleiter jetzt.

Ich habs schnell nachgeschaut. Er begleitete u.a. Elly Ameling, Robert Holl, Han de Vries, Peter Schreier, Andreas Schmidt, Olaf Bär, Barbara Bonney, Tom Krause, Hans Peter Blochwitz, Edith Wiens, Birgit Finnilä, Irina Arkhipova, Brigitte Fassbänder und Jean-Pierre Rampal.

LG, Paul
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Barockbassflo

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54

Samstag, 10. Februar 2007, 21:28

Julius Patzak singt die Schöne Müllerin

Jens Malte Fischer beschreibt in seinem Buch "Große Stimmen" Julius Patzak m. E. recht treffend: "ein Merkwürdiger, der noch stets zu fesseln versteht."

Santoliquido hatte prophezeit, ich würde Patzaks Müllerin lieben - also habe ich die Aufnahme mehrmals durchgehört und schwer gelitten - bis ich mir ein bisschen Software besorgt und den Klang zumindest in die Nähe realisitischer Möglichkeiten gebracht hatte. Meine Version (Teil 1 & Teil 2) hat mir dann die Ohren geöffnet für diesen besonderen Sänger.

Sein Timbre (im Zusammenhang mit einer Aufnahme des Lieds von der Erde von Mahler einmal als "beinern" bezeichnet) zeichnet sich durch eine gewisse helle Sprödigkeit aus, die zur Schärfe neigt - was in der Raucheisen-Editions CD gnadenlos übertrieben wurde, hin ins Grelle.

Dabei war Julius Patzak ein Sänger, der seine nicht gefällig-glatte, sondern eindringliche Stimme mit großem Mut zum Risiko in den Dienst der Musik stellte. Mehr als einmal gibt es in diesen Liedern Stellen, wo ihm die Legatolinie bricht, weil er die unterste Grenze durchbricht und zu leise singt. Aber da seine Stimme dann ihren Sitz verändert und mehr ins Nasale zieht ergibt sich daraus zwar keine Belcanto-Perfektion, aber höchste Eindringlichkeit.

Wie auch generell aus dem Umstand, dass es bei ihm generell starke Unterschiede in der Qualität der einzelnen Vokale wie zwischen den Registern gibt. Nicht glatt-perfekt, aber sehr "menschlich" und anrührend.

Allerdings kann eine solche Sängerpersönlichkeit nur dann zu voller Wirkung gelangen, wenn die Abweichungen vom belcantistischen Goldstandard musikalischen Mehrwert beinhalten - sonst ist man schnell bei "es ist ja nicht einmal technisch einwandfrei".

Santiloquido hat es vorausgesagt: hier funktioniert es. Patzak gestaltet die Müllerin mit großer Intensität, wobei besonders die stillen Momente durch sein disktinktes Timbre besondere Eindringlichkeit entfalten - "sag Bächlein, liebt sie mich?" ist so ein Moment wo er des Müllers Ängste in den Stimmklang legen kann und deswegen auf unsubtilere Gestaltungsmittel verzichten kann.

In summa bin ich sehr angetan - obwohl Julius Patzak eigentlich überhaupt nicht in meine sängerischen Vorlieben passt: ich bevorzuge ja weiche, volle, glänzende Stimmen, also im Grunde genau das, was Julius Patzak NICHT war. Umso strahlender siegt hier seine Musikalität über meine Geschmacksgrenzen.

Michael Raucheisen ist von der Aufnahmetechnik schwer benachteiligt, da war nicht viel zu ändern. Aber was man von ihm hören kann, ist dem Sänger kongenial. Nie starr, aber auch nie willkürlich: perfekt-organischer Einklang im Dienste der Musik, bei dem der Sänger immer getragen wird und Freiraum hat.

Eine bedeutende Aufnahme, die ich - wenn nicht Santoliquido interveniert hätte - wegen ihrer schlechten Tonqualität beinahe ad acta gelegt hätte.

Danke, Santoliquido!

:hello:
Flo
"Dekonstruktion ist Gerechtigkeit." (Jacques Derrida)

Herbert Henn

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55

Sonntag, 11. Februar 2007, 09:03

RE: Julius Patzak singt die Schöne Müllerin

Julius Patzak war sicher kein Sänger, der mit üppigen tenoralen
Stimmmitteln daherkommt. Patzak war ein itellienter, technisch
versierter (ohne Gesangsuntericht) Gestalter. In der "Schönen
Müllerin" geht man mit ihm auf die Wanderschaft. Man erlebt
Liebe, Eifersucht, Resignation und Suizidgedanken. Es ist eine
Interpretation, die betroffen macht. Da singt kein
Tenor, sondern ein unglücklicher Müllerbursche. Patzaks
Interpretation von 1943 ist auf jeden Fall die Ergreifenste,
und für mich damit die Bedeutenste.

:hello:Herbert.
Tutto nel mondo è burla.

observator

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56

Montag, 12. Februar 2007, 10:46

{keine threadverfehlung}

@bbf

dann bitte unbedingt das




hören!

die aufnahme ist von 1964, der 66-jährige ist beklemmend.
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

Theophilus

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57

Montag, 12. Februar 2007, 11:50

RE: {keine threadverfehlung}

So ist es! Ich kann mich nur anschließen und wiederholt diese Aufnahme empfehlen. Patzak singt einen störrischen und aufbegehrenden Wanderer, der sich nicht von vornherein in sein Schicksal ergibt. Eine Aufnahme, die einem durch Mark und Bein gehen kann.

:hello:

Ciao

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Alviano

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58

Sonntag, 4. März 2007, 23:04

Schreier

Anfang der 80er hat Peter Schreier die "Müllerin" zwei Mal aufgenommen: einmal mit Hammerklavier (damals noch ein Novum, Steven Zehr war der Begleiter) und dann mit Konrad Ragossnig an der Guitarre.

Letztere Aufnahme will ich hier empfehlen. Das Klangbild ist ungewohnt, vieles wirkt weicher, mit weniger Nachhall als bei der Begleitung mit einem Tasteninstrument. Das geht oft wunderbar mit den Stimmungen der Lieder zusammen. Einiges wirkt aber auch auf den ersten Eindruck hin flacher, so die Lieder "Eifersucht und Stolz" oder "Die böse Farbe", also da, wo der Flügel dramatischer hämmern kann, als es eine Guitarre vermag. Hat man sich an die veränderte Perspektive gewöhnt, ist der Hörzugewinn allerdings grösser, als das, was man möglicherweise vermisst. Und: Ragossnig ist ein irre guter Interpret!

Da auch Peter Schreier hier ausgesprochen stark ist - sehr subjektiv, sehr mitfühlend -, gesanglich keine Wünsche offen bleiben (er passt sich dem doch ganz anderen Begleitinstrument perfekt an), bin ich sicher, dass diese Aufnahme auch anderen Freunden des Liedgesangs Freude machen wird.
Alles was ist, endet

Barockbassflo

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59

Sonntag, 4. März 2007, 23:24

Nachtrag zu Patzak

Lieber Observator,
lieber Theophilus,

ich muss mich entschuldigen: ich hatte Eure Antworten bisher übersehen.

Danke für den Hinweis - aber ich glaube nicht, dass ich ihm folgen werde. Mir ist die "Müllerin" und noch mehr die "Winterreise" schon so zu beklemmend um sie häufiger zu hören, ich würde also eine wirklich beklemmende Interpretation nicht zu schätzen wissen.

Ich höre Musik lieber, um dieses Eichendorff'sche Seelenflug-Gefühl zu haben.

Ich weiß, geschmäcklerische-dekadenter Eskapismus, aber mei, das Leben ist halt kurz...

:hello:
Flo
"Dekonstruktion ist Gerechtigkeit." (Jacques Derrida)

Melot1967

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60

Sonntag, 4. März 2007, 23:29

RE: Schreier

Zitat

Original von Alviano
Anfang der 80er hat Peter Schreier die "Müllerin" zwei Mal aufgenommen: einmal mit Hammerklavier (damals noch ein Novum, Steven Zehr war der Begleiter) und dann mit Konrad Ragossnig an der Guitarre.



Die Aufnahmen mit Sviatoslav Richter (in der Semper-Oper) und mit Andras Schiff (im Wiener Konzerthaus, Mozartsaal), beide auch aus den Achtzigerjahren, finde ich ebenfalls sehr gut.

Die CD mit der Gitarrenbegleitung ist wirklich speziell, da möchte ich mich Alviano anschließen. Die Atmosphäre ist noch intimer. Ich war fast zu Tränen gerührt.
Bitte bedenken Sie, dass lautes Husten - auch zwischen den Stücken - die Konzentration der Künstler wie auch den Genuss der Zuhörer beeinträchtigt und sich durch den Filter eines Taschentuchs o. ä. erheblich dämpfen lässt.