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Pius

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Beiträge: 3 644

Registrierungsdatum: 11. Mai 2005

1

Samstag, 7. Oktober 2006, 21:05

Das Hagen-Quartett

Hallo!

Leider besitze ich (noch) keine CD des Hagen-Quartetts, ich hatte sie aber kürzlich live erlebt mit einem Mozart-Programm (besonders KV 465 hat mich begeistert). Und vorhin in Bayern4 Radio habe ich sie mit KV 575 und Schuberts Klavierquintett gehört. Auch wenn mich das Mozart-Quartett im Vergleich zu ABQ (deren Aufnahme hatte ich zum Vergleich direkt vor der Radiosendung gehört) nicht überzeugt hat, starte ich nun einen thread über dieses (das ist wohl unbestritten) internationale Spitzen-Ensemble.

Zudem wurde in letzter Zeit immer häufiger im Kammermusikforum über das Ensemble gesprochen - beispielsweise im thread zu Beethovens letztem Streichquartett:

Zitat

Original von a.b. Nein, die Hagens sind nur ganz anders geworden: Es lohnt sich, da hineinzuhören und zu erforschen, was sie nun anders machen! Das op.135 war ja ihre aller erste Beethoven-Aufnahme. Diese ist ja (bis vielleicht auf den Clusterklang des 3. Satzes) eher traditionell gehalten. Heute haben sie sich von dieser Tradition weit entfernt.


Zitat

Original von Johannes Roehl Ich habe zwar jetzt das alte op. 135 der Hagens nicht im Ohr, aber sie haben ihren Stil in der Tat verändert. Die frühen Mozart-Aufnahmen (Mitte der 80er) und auch noch Haydns op. 20 sind geradlinig schlanke, technisch sehr saubere, jedoch mitunter fast etwas trocken-distanziert anmutetende Interpretationen.
Die neuesten Aufnahmen (und das gilt ansatzweise auch schon für einige ab ca. Mitte der 90er) sind extremer, kontrastreicher, manche fänden sie vermutlich etwas manieriert, zB Mozarts "Haydn-Quartette".
Die neueste Beethoven-CD (opp. 127 & 132) habe ich erst einmal gehört, zu der kann ich nicht viel sagen (außer dass sie die maestoso-abschnitte in op.127, i anders spielen als alle anderen mir bekannten Aufnahmen).
Aber die mit op. 18,1 und op. 59,1 ist m.E. hervorragend.

(Das gehört eigentlich in einen thread über Kammermusikensembles u.ä.


- oder noch besser hierher! :D

Ich hoffe, hier wird über diese Frage und auch über herausragende Aufnahmen des Hagen-Quartetts fleißig diskutiert! :hello:

Ich kann, wie gesagt, leider nur wenig mitreden. Ganz grundlegende Infos, wie sie sich für einen Eröffnungsbeitrag gehören, will ich aber nicht schuldig bleiben, auch wenn ich sie bei Wikipedia klaue:

Zitat

Das Hagen Quartett ist ein Streichquartettensemble aus Salzburg. Es wurde von Nikolaus Harnoncourt gefördert, arbeitete mit Gidon Kremer auf dem Kammermusikfest Lockenhaus zusammen und gehört zu den führenden Streichquartetten der Welt.

Mitglieder:
Lukas Hagen (Violine)
Rainer Schmidt (Violine)
Veronika Hagen (Viola)
Clemens Hagen (Violoncello)


Viele Grüße,
Pius.

Milosz

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Beiträge: 211

Registrierungsdatum: 23. März 2006

2

Samstag, 7. Oktober 2006, 21:24

Streichquartetten gegenüber gebäre ich mich noch ziemlich zurückhaltend,
schiele jedoch schon seit längerem auf die Einspielung der beiden
Streichquartette no.1 und no.2 von Leos Janacek, intrepretiert vom Hagen-Quartett.
Der Kritikschnipsel auf JPC verlautbart vielversprechend Superlatives, obgleich
man sich gegenüber jener Informationsquelle bzw. dessen verkürzter Auswahl
natürlich zurecht skeptisch zeigen kann.



JANACEK Streichquartette no.1 und no.2 [Hagen Quartett]

FonoForum 12 / 89: "Das Hagen-Quartett geht Janaceks Spätwerke mit
großem Engagement und fast wilder Leidenschaft an. Die unkonventionelle
Sicht wird mit faszinierender Konsequenz durchgehalten - die bisher
überzeugendste Platte des Hagen-Quartetts."

Übrigens momentan preisreduziert auf 9.99 EURO.

=========================
Grüße aus dem Ländle.
Milosz.
"Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt."
Arnold Schönberg

  • »Johannes Roehl« ist männlich

Beiträge: 11 469

Registrierungsdatum: 12. August 2005

3

Samstag, 7. Oktober 2006, 23:15

Auf der Seite ihrer Agentur
"http://www.buchmann.at/quartett/01_hagenquartett/index.html"

finden sich noch weitere Informationen. Sie begannen als "Familien-Quartett" (eine weitere Schwester, Angelika, spielte die 2. Violine) erhielten 1981 in Lockenhaus sowohl den Preis der Jury als auch den Publikumspreis, 1982 und 83 weiterer Auszeichnungen. (Die müssen doch wohl sehr jung gewesen sein, Veronika H. sieht immer noch verdammt gut aus :O)
Es gab wohl eine oder zwei frühe Aufnahmen bei der DG in der Urbesetzung bevor Rainer Schmidt die 2. Violine übernahm (bei den frühen Mozart-Quartetten ab 1988 eingespielt ist er schon dabei), seitdem kein Wechsel.

Pius hat ja bereits zitiert, was ich geschrieben habe. Natürlich kenne ich längst nicht alle ihre CDs (sie sind auch praktisch alle noch Vollpreis, mit Ausnahme der Mozart-Box). Wie ebenfalls schon angedeutet, sind nicht alle ihre Einspielungenfür Zaghafte geeignet. Sie zeichnen sich m.E. gegenüber anderen hochklassigen jüngeren Quartetten (z.B. Petersen, Auryn, Leipziger, Artis usw; es gibt überhaupt erstaunlich viele hochklassige Quartette) dadurch aus, dass sie keine Extreme scheuen (ihr op. 133 ist mit Abstand das flotteste, was ich habe, <14 min, dabei zwar klangschön, aber doch nicht glatt und stromlinienförmig).
Gegenüber ihrem früher sehr geradlinigen Stil mag manches auf manchen manieriert wirken. Dennoch würde ich alle mir bekannten CDs weiterempfehlen, das eingeschränkte Repertoire spiegelt meine Schwerpunkte eher als die des Quartetts wieder ;) :
die Mozart-Box, Haydns op. 20, alles von Beethoven, was sie eingespielt haben (mir fehlt leider noch op. 95 mit Schuberts G-Dur), Schumanns Quartette + Klavierquintett.

Zum Reinhören und -schauen:

"http://www.youtube.com/watch?v=v1Jsc8Sxnu4"

Bei Janacek etc. hänge ich (ohne die Aufnahme der Hagens zu kennen) dem Vorurteil an, dass hier eines der vielen excellenten Ensembles aus dem Mutterland des Komponisten vorzuziehen ist: entweder die großen der 60er/70er "Janacek" und "Smetana", Talich oder eben Prazak, Panocha, wie sie alle heißen.

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

Khampan

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4

Samstag, 7. Oktober 2006, 23:35

Zitat

Bei Janacek etc. hänge ich (ohne die Aufnahme der Hagens zu kennen) dem Vorurteil an, dass hier eines der vielen excellenten Ensembles aus dem Mutterland des Komponisten vorzuziehen ist:

ich habe nur mal die letze Hälfte des 2. Quartetts im Radio gehört und kann dieses Vorurteil (das ich auch hatte) nicht bestätigen. Was die leisten ist schon enorm, und ich kenne Janacek wie meine Westentasche.
Die CD steht jedenfalls auf meiner Wunschliste.
Bei weniger expressivem Repertoire ist mir das neue Hagen-Quartett tatsächlich zu maniriert. Damit sind sie allerdings nicht allein, scheint fast so ein Gruppenzwang zu sein (meine Favoriten für klassisch-romantisches Programm unter den neueren Formationen: Q. Mosaique, Q. Ebène, Klenke Q.).

Gruß, Khampan

Khampan

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Beiträge: 533

Registrierungsdatum: 28. Juli 2006

5

Samstag, 7. Oktober 2006, 23:57

Janacek

gerade wegen des Preises bei jpc nachgesehen und dabei bemerkt, daß die Hörbeispiele weit weniger datenkomprimiert sind als üblich. Reinhören macht also richtig Lust auf mehr.

Frage zu Beethoven op. 130: Spielen die Hagens die Wiederholung der Exposition im 1. und im letzten Satz?

Khampan

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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6

Sonntag, 8. Oktober 2006, 00:09

RE: Janacek

Zitat

Original von Khampan
gerade wegen des Preises bei jpc nachgesehen und dabei bemerkt, daß die Hörbeispiele weit weniger datenkomprimiert sind als üblich. Reinhören macht also richtig Lust auf mehr.

Frage zu Beethoven op. 130: Spielen die Hagens die Wiederholung der Exposition im 1. und im letzten Satz?


Im ersten ja, der letzte ist nicht drauf! Das Quartett endet mit der großen Fuge op.133 und der Füller für die CD sind Mozarts Bach-Bearbeitungen für Quartett.
Wie wohl schonmal gesagt, aus dem Bauch finde ich die mit op.18,1 und op. 59,1 die beste ihrer Beethoven-CDs, aber die kenne ich einfach auch am besten. Die späten habe ich größtenteils erst ein oder zweimal richtig gehört.

viele Grüße

JR
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Gentilhombre

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7

Sonntag, 8. Oktober 2006, 00:23

Haydns op. 20 möchte ich auch empfehlen. Fand ich sehr eingängig und war mein erster Einstieg in die Welt haydnscher Streichquartette:



Das Geradlinige, wie Johannes Roehl es nannte, dürfte für Leute, die mit HIP (Mosaiques oder Festetics) nichts anfangen können, bestimmt eine brauchbare Alternative darstellen. :)


Grüße,
Gentilhombre
"Das ist zeitgenössische klassische Musik. Dann unterstelle ich, daß da kein intellektueller Zugang..."
Miroslaw Lem, Tenor

Uwe Schoof

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8

Sonntag, 8. Oktober 2006, 23:20

Die Hagens habe ich vor ungefähr 12 oder 13 Jahren auf einem Konzert in Köln gehört. Damals galten sie, wenn ich mich recht erinnere, als renommiert und Spitzenquartett.

Ich selber war, wohl ob der großen Erwartung, allerdings weniger begeistert. Technisch war das natürlich erste Sahne, doch vom Ausdruck her empfand ich das Spiel ziemlich glatt und flach; ich war etwas enttäuscht.

Nun lese ich viel enthusiastisches oder zuminderst anerkennendes über das Spiel der Hagens, was mich verwundert und freut; natürlich: es ist eine Zeit her und das Quartett hat sich entwickelt. Ich werde mit demnächst eine oder zwei Aufnahmen besorgen und bin sehr gespannt auf meinen Eindruck...

Uwe
Ich bin ein Konservativer, ich erhalte den Fortschritt. (Arnold Schönberg)

a.b.

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9

Montag, 16. Oktober 2006, 21:18

In einem deutschen ganz kleinen Klassik-Forum – dessen Namen ich hier nicht nennen will, weil ich Alfred nicht verärgern möchte, weil er es leider nicht als belebende Ergänzung, sondern als Konkurrenz zu TAMINO versteht, obwohl er selbst es wegen der geringen Userzahl als „tot“ bezeichnet hat – finden sich ausführliche und mE zum Teil sehr interessante Beiträge zum Hagen Quartett, die ich jedem Interessierten empfehlen kann. (Die Adresse können Interessierte leicht über das – tatsächlich tote – Forum von Universals und ihren Klassikakzenten finden. Dort wird fälschlich behauptet, es sei geschlossen worden.)
Gruß ab

---
Und ich meine, man kann häufig mehr aus den unerwarteten Fragen eines Kindes lernen als aus Gesprächen mit Männern, die drauflosreden nach Begriffen, die sie geborgt haben, und nach den Vorurteilen ihrer Erziehung.
J. Locke

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Radagast

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10

Dienstag, 17. Oktober 2006, 13:23

Moin,

ich werde in 14 Tagen die Hagens mit Mozart live hören. Und damit ich den optimalen Vergleich habe, höre ich am Abend vor den Hagens noch die Mosaiques auch mit Mozart.

Ich werde berichten.
Grüsse aus Rhosgobel

Radagast

a.b.

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11

Dienstag, 17. Oktober 2006, 13:49

Das ist ja schön, ein solch glückliches Zusammentreffen! Unterschiedlicher werden die beiden Abende wohl kaum sein können!

Ich wünsche am Vorabend viel Glück, dass Höbarth einen guten Tag hat und die Mosaiques es auch wirklich schaffen, die Musikalität wie bei den Studioproduktionen zu erzeugen, sowie - vor allem - intonationssicher zu sein (was ja leider ihr notorisches Live-Problem ist).
Gruß ab

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J. Locke

Radagast

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12

Dienstag, 17. Oktober 2006, 16:04

Ich konnte mein Glück auch gar nicht fassen, als ich die Karten in der letzten Woche in der Hand hatte.

Irgendjemand muss da beim Durcharbeiten des Jahresprogramms der Zürcher Tonhallengesellschaft im Sommer furchtbar geschlafen haben, dass er so etwas übersehen konnte. :no: :no:

Noch mal Glück gehabt. :hahahaha:

Die Mosaiques sind also ein Studioensemble! :untertauch:

Ich habe neulich mal in frühe Beethovens von den beiden reingehört, und da haben mir die Hagens im ersten Eindruck besser gefallen.
Grüsse aus Rhosgobel

Radagast

a.b.

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13

Dienstag, 17. Oktober 2006, 21:13

Ja, leide sind sie ein Studioensemble, was deren technische Qualität betrifft. Die große Musikalität Höbaths macht dafür vieles wieder wett. Außerdem ist es schön, die Wiener Klassik auf Darmseiten zu hören.

Eines haben sie (zumindest die Damen) auch mit den Hagens gemeinsam: Ich habe nie ein Lächeln über ihre Lippen kommen gesehen.
:wacky:

Noch ein Wort dazu, die Hagens wären bei Mozart manieriert. Ich würde sagen, treffender wäre formuliert: sie sind sehr artifiziell.
Gruß ab

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J. Locke

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a.b.

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14

Dienstag, 17. Oktober 2006, 21:22

Zitat

Original von Johannes Roehl

Es gab wohl eine oder zwei frühe Aufnahmen bei der DG in der Urbesetzung bevor Rainer Schmidt die 2. Violine übernahm (bei den frühen Mozart-Quartetten ab 1988 eingespielt ist er schon dabei), seitdem kein Wechsel.


Diese frühen Aufnahmen waren mit Annette Bik, die, nachdem Angelika das Ensemble verlassen hatte, bis 1987 die zweite Geige spielte.
Gruß ab

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J. Locke

observator

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15

Donnerstag, 19. Oktober 2006, 09:42

und annette bik fiedelt jetzt im klangforum wien.

('tschuidige, alfred)
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

16

Freitag, 30. November 2007, 22:03

WUNDERBARE KAMMERMUSIK



Nach einer „unsterblich schönen“ Musikerfahrung im Konzertsaal (Hagen Quartett und Jörg Widmann, Herkulessaal München, 29.11.2007) bestätigt sich zu Hause der erste Eindruck: Mozarts Klarinettenquintett A-Dur KV 581 aus dem Jahr 1789 ist ein wunderbar abgeklärter Trost in Musik, eines der für mich ganz, ganz großen Werke der Musikliteratur, eines der Wunder der Geschichte. Wenn es einen Himmel gibt, dann bitte mit dieser Musik! Das viersätzige Werk beginnt mit einem Sonatensatz, dann folgt ein Larghetto, an dritter Stelle steht ein Menuett mit zwei Trios (davon das erste ohne Klarinette), und als Finale hören wir einen wunderbaren Variationssatz. Ich kann bei dieser Musik von Anfang bis Ende nur staunen. Gegenüber dem soeben erlebten Höreindruck mit dem Hagen Quartett des Jahres 2007 wirkt die Aufnahme vom Juni 1987 aus dem Sendesaal des Deutschlandfunks in Köln, damals noch mit Annette Bik an der zweiten Violine und mit Eduard Brunner, dem Soloklarinettisten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, sogar noch inniger, persönlicher, intimer.

Das zweite Werk der CD (DGG 419 600-2), Carl Maria von Webers Klarinettenquintett B-Dur op. 34 von 1815, hat ebenfalls vier Sätze. Es ist viel konzertanter als Mozarts Werk. Der erste Satz kommt heiter-musikantisch daher. Der zweite ist wie bei Mozart eine wunderbar verinnerlichte Fantasia. Dem „buffo-artigen“ Menuetto folgt der Galopp des Finalsatzes. Eduard Brunner und das Hagen Quartett geben Weber dieselbe Ernsthaftigkeit der liebevoll-präzisen Gestaltung wie bei Mozart. Wunderbare Kammermusik!

Herzlicher Gruß
Alexander
Freundlicher Gruß
Alexander

  • »Walter.T« ist männlich

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17

Freitag, 7. Dezember 2007, 20:25

RE: WUNDERBARE KAMMERMUSIK

Ich habe das Hagen-Quartett vor genau 20 Jahren in Schwetzingen gehört. Das war ein bis heute unvergessliches Konzert. Da SWR die Konzerte mitschneidet, habe ich Schuberts "Tod und das Mädchen" anschließend aus dem Radio aufgenommen. Ich habe vorher und nachher nichts mehr gehört, das dieser Wirkung gleichkam. - Ja, sehr jung waren sie damals. In der Pause machte das Wort die Runde, dass sie wie um ihr Leben spielten.

Viele Grüße,

Walter

lutgra

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Registrierungsdatum: 9. April 2013

18

Freitag, 21. November 2014, 13:08

Zurück zu Mozart - Hagen Quartett weltweit mit Mozarts Meisterwerken unterwegs

Das Hagen Quartett gehört unstrittig zu den ganz großen Quartetten unserer Epoche. Eine bis heute Referenzstatus geniessende Einspielung war die GA aller Mozartquartette, die sicher auch kommerziell sehr erfolgreich war. Vermutlich fast jeder ernsthaftere Sammler dürfte sie in seinem Regal stehen haben.




Mit dieser Konzertsaison begibt sich das Quartett noch einmal intensiv zurück zum Werk des Salzburger Meister und spielt in zahlreichen Metropolen von Hamburg über Wien bis Tokyo die zehn großen Quartette im Konzertsaal. Ob es dabei zu einer Liveeinspielung für den CD oder DVD-Markt kommt, habe ich nicht herausfinden können.

Die Termine in Hamburg (Laeizshalle, Kammermusiksaal):

29.11.14
01.02.15
28.02.15
24.04.15

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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Registrierungsdatum: 12. August 2005

19

Freitag, 21. November 2014, 18:04

KV 428 haben sie als eine ihrer ersten CDs bei dem neuen Label (mit op.59/2 und Webern) erneut eingespielt (oder mitschneiden lassen). Die Mozart-Aufnahmen bei DG sind ja noch gar nicht so alt. Die sollen bitte erst einmal die Beethovenstücke, die noch fehlen, liefern (op.59/3, op.74 und op.18,2+6).

lutgra

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  • »lutgra« ist männlich

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Registrierungsdatum: 9. April 2013

20

Freitag, 21. November 2014, 18:13

Die sollen bitte erst einmal die Beethovenstücke, die noch fehlen, liefern (op.59/3, op.74 und op.18,2+6).

Da sie in den letzten Monaten auch mehrere Beethovenzyklen gegeben haben, könnte es ja durchaus sein, dass sie den derzeitigen Marktgegebenheiten folgend, auch diese als Live-DVD auf den Markt bringen, wie es kürzlich das Belcea Quartett tat. Die hatte ihre CD-GA ja auch gerade erst veröffentlicht. Aber ich denke auf jeden Fall, dass die drei Quartette noch kommen. Eine klassische GA kann es aber eh nicht mehr werden, da die Aufnahmen bei zwei Label stattfanden.

  • »Hartmut Spiesecke« ist männlich

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Registrierungsdatum: 24. Oktober 2014

21

Montag, 24. November 2014, 12:50

Ich habe das Hagen-Quartett in der 1980-er Jahren erstmals als Student im Radio gehört. Sie spielten live Mozarts KV 575, und ich war begeistert! Das war eine meiner Sternstunden des Radiohörens. :-)

Alfred_Schmidt

Administrator

  • »Alfred_Schmidt« ist männlich

Beiträge: 18 770

Registrierungsdatum: 9. August 2004

22

Donnerstag, 22. September 2016, 00:24

Ich füge hier - etwas verspätet eine Information hinzu - die ich selbst erst - ohne danach zu suchen - bei WIKIPEDIA ergoogelt habe:

Zitat

Das Hagen Quartett spielt seit 2013 auf vier Stradivari-Instrumenten, dem sogenannten „Paganini-Quartett“. Diese Instrumente, die dem italienischen Geiger Niccolò Paganini gehörten, nutzte das Tokyo String Quartet bis zu seiner Auflösung im Jahr 2012. Die Instrumente wurden dann von der Nippon Music Foundation dem Hagen Quartett leihweise zur Verfügung gestellt.

Vielleich noch eine weitere Ergänzung. diese 4 Instrumente waren jahrhundertelang über die ganze Welt verstreut. 1945 konnte eruiert werden, wo sie sich jeweils befanden und eine reiche Musikliebhaberin - Mrs. William Andrews Clark - kauft alle 4 Instrumente und trug somit zur Gründung eines 1946 sich formierenden Streichquartets bei, welches sich fortan "Paganini Quartett" benannte. Es existierte bis 1966. Nach dem Zerfall des Quartett gelangten die Instrumente in die Corcoran Gallery of Art. Erst 1992 wurden sie wieder verliehen und zwar ans Cleveland Streichquartett. Seit 1994 sind sie im Besitz der Nippon Music Foundation. Gemäß einer Verfügung der einstigen Besitzerin dürfen die Instumente nie mehr getrennt werden. So wurden sie an das Tokyo Streichquartett verliehen. Als sich dieses 2012 auflöste wurden die Instrument, wie schon oben geschrieben an das Hagen Quartett verliehen. Dies mag vielleicht auch die eine oder andere Neuaufnahme erklären.

mfg aus Wien
Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

William B.A.

Erleuchteter

  • »William B.A.« ist männlich

Beiträge: 15 823

Registrierungsdatum: 6. Oktober 2010

23

Donnerstag, 22. September 2016, 01:22

Dann werde ich ja, was ich auch schon in einem anderen Streichquartett-Thread avisierte, in der nächsten Woche (27. 9.), in der Kölner Philharmonie das Hagen-Quartett mit der ersten Staffel der Haydn-Quartette op. 76 (Nr. 1, 3 und 5) erleben, doch diesmal in dem Bewusstsein, dass alle vier Mitglieder des Quartetts auf Stradivari-Instrumenten spielen werden, was den Genuss sicherlich noch erhöh :D en wird:



Da spielt dann die Tatsache, dass mir mein Zahnarzt am anderen Vormittag vier Löcher in meinen Unterkiefer bohren und vier Implantate einsetzen wird, nur eine untergeordnete Rolle.

Liebe Grüße

Willi
1. "Das Notwendigste, das Härteste und die Hauptsache in der Musik ist das Tempo". (Wolfgang Amadeus Mozart).
2. "Es gibt nur ein Tempo, und das ist das richtige". (Wilhelm Furtwängler).