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AMATEURVIDEO-FILMFORUM-WIEN

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Ulli

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61

Sonntag, 18. März 2007, 22:41

Verhört?

Salut,

also heute wurde ich doch in ernsthafte Selbstzweifel getrieben... :O

Ich zappte heute Nachmittag per Zufall in ein Konzert und war gleich ganz entspannt: "Ah, Mahler..."

Ich genoss den mir bekannten Satz der 9. - nur kam er mir teilweise etwas seltsam vor. Täuschte mich meine so rühmliche Erinnerung?

Es war dieses Konzert. Wenn ich richtig aufgepasst habe [ich war einfach zu platt], dann war das Stück, das ich hörte, ein Vorspiel aus jenem unter dem Link versteckten mit dem zuvelen 'e'.

Bitte um Aufklärung...

:hello:

Ulli
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

Khampan

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Registrierungsdatum: 28. Juli 2006

62

Montag, 19. März 2007, 00:19

Hallo Ulli,

deine Selbstzweifel erinnern mich daran, wie ich einst einer Bekannten versucht habe Mahler nahezubringen. Nach einiger Zeit kam das entwaffnende Resumee, nein das wäre nichts für sie, das kenne sie schon alles irgendwie von Wagner.

Und ich kann da nicht mal mitreden, ich kann Wagner nicht ausstehen (jedenfalls nie länger als bis irgendwer anfängt zu singen).

Gruß, Khampan

WolfgangZ

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Registrierungsdatum: 16. April 2007

63

Mittwoch, 9. Mai 2007, 00:48

Hallo, miteinander!

Kennt jemand von Euch das Ballett "Musique pour les soupers du Roi Ubu" (1967) von Bernd Alois Zimmermann, bzw. die zwanzigminütige Suite daraus, die zumindest auf einem CD-Sampler zur Zeit erhältlich sein dürfte?

Die witzigen, skurillen bis grotesken Sätze bestehen fast nur aus der Kompilation klassischer Zitate von Bach bis Debussy. Es sind Dutzende, und ich würde sie gerne mal alle herausbekommen ... :beatnik:

Gruß, Wolfgang
Lieber Fahrrad verpfänden denn als Landrat enden!

Ulli

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Registrierungsdatum: 16. Januar 2005

64

Dienstag, 3. Juli 2007, 20:20

Salü,

ob es ein absichtliches Zitieren Mozarts ist, weiß ich auch nicht - jedenfalls fiel mir nach mehrmaligem Hören von Haydns Streichquartett op. 20 Nr. 5 endlich ein, welchem Werk Mozarts dieses pulsierende Thema aus dem Adagio [3. Satz] so sehr ähnelt... dem 2. Satz der "Linzer" Sinfonie KV 425.

:hello:

Ulli
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Stabia

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Beiträge: 510

Registrierungsdatum: 19. Mai 2007

65

Mittwoch, 4. Juli 2007, 12:07

Zitate

Hallo,

die Zitate in Schumanns 2. Symphonie (An die ferne Geliebte) wurden schon genannt.

Gehört hier nicht auch her: Mendelssohn, Quartette Op. 13 ( Beethoven Op. 132) und Op. 12 ( Op 74), oder habe ich das falsch in Erinnerung?

Gruß aus Bonn :no: :yes:
Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu

Barezzi

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  • »Barezzi« ist männlich

Beiträge: 2 163

Registrierungsdatum: 1. August 2006

66

Mittwoch, 4. Juli 2007, 17:44

Zitat

Original von Ulli
Salü,

ob es ein absichtliches Zitieren Mozarts ist, weiß ich auch nicht - jedenfalls fiel mir nach mehrmaligem Hören von Haydns Streichquartett op. 20 Nr. 5 endlich ein, welchem Werk Mozarts dieses pulsierende Thema aus dem Adagio [3. Satz] so sehr ähnelt... dem 2. Satz der "Linzer" Sinfonie KV 425.

:hello:

Ulli


Also wenn, dann hat aber der Mozi vom Haydi geklaut... :beatnik:

:hello:
Stefan
Viva la libertà!

  • »Frank Pronath« ist männlich

Beiträge: 318

Registrierungsdatum: 21. September 2006

67

Mittwoch, 4. Juli 2007, 21:52

Man könnte glatt annehmen, dass Beethoven im dritten Satz des Klavierkonzerts C-Dur op. 15 eindeutig die Tiroler Landeshymne "Zu Mantua in Banden" zitiert.

Das haut aber nicht hin, da die Melodie erst 1844 von einen gewissen Knebelsberger komponiert worden sein soll.

Oder greift das Andreas-Hofer-Lied doch auf Beethoven zurück?

Viele Grüße
Frank

observator

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68

Donnerstag, 5. Juli 2007, 12:55

das andreashoferlied ("zu mantua in banden") geht auf eine ddr-hymne ("dem morgenrot entgegen") zurück. die wurde von josef speckbacher, welcher sie auf einem partisanenausbildungscamp in der nähe von karlmarxstadt kennengelernt hatte, über den brenner geschmuggelt.
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

  • »Frank Pronath« ist männlich

Beiträge: 318

Registrierungsdatum: 21. September 2006

69

Donnerstag, 5. Juli 2007, 20:34

Zitat

Original von observator
das andreashoferlied ("zu mantua in banden") geht auf eine ddr-hymne ("dem morgenrot entgegen") zurück. die wurde von josef speckbacher, welcher sie auf einem partisanenausbildungscamp in der nähe von karlmarxstadt kennengelernt hatte, über den brenner geschmuggelt.


Wieder etwas gelernt heute! "Dem Morgenrot entgegen" kannte ich bislang nicht. Luis Trenker wird's wohl kaum gesungen haben.

Viele Grüße
Frank

observator

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Registrierungsdatum: 15. Februar 2005

70

Freitag, 6. Juli 2007, 14:05

Zitat

Original von Frank Pronath
"Dem Morgenrot entgegen" kannte ich bislang nicht.


das gibt's aber wirklich! (-falls jemand meinen könnte, ich schriebe nur blödsinn...)
hier im forum haben wir doch einige aus der gegend, bis 89 dürfte es sogar in den krippen gekräht worden sein.

:hello:
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

Wulf

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Registrierungsdatum: 14. Februar 2006

71

Mittwoch, 11. Juli 2007, 14:52

Das kenn ich zwar nicht, aber Schumann, der den heute vergessenen, inzwischen aber wiederaufgelegten und hier auch schon angesprochenen Komponisten Kalliwoda sehr schätze, zitiert am Anfang des dritten Satzes seiner 4. Symphonie d-moll op. 120 den Beginn des Scherzos aus Kalliwodas 1. Symphonie, die zu ihrer Zeit auch von der Kritik sehr gewürdigt wurde.

:hello:
Wulf
Carreras, I'll never stop saying Carreraaaas!
(Leonard Bernstein)

raphaell

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72

Mittwoch, 11. Juli 2007, 22:10

Hallo,

1.) Kann es sein, das Vaughan Williams in seiner 1. (Sea)-Symphony relativ zu beginn aus dem Fliegenden Holländer Zitiert?
Ich denke da an ein Zitat aus dem "Matrosenchor" - VW schnippelt die markante Stelle nur kurz an und "verwischt" dann die Spur mit einem "Lauf in Holländer-Fremde Gebiete" :D
Das Genre passt ja vortrefflich und ausserdem lässt sich die absolute Ähnlichkeit nicht abstreiten - Frege: Bewusst oder unbewusst!?

2.) Ist der Beginn des 4.Satzes bei Schostakowitsch 15. ein Wagner Zitat? - Ring?!

LG
Rahael

Zwielicht

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Registrierungsdatum: 10. Oktober 2006

73

Donnerstag, 12. Juli 2007, 10:22

Zitat

Original von raphaell
2.) Ist der Beginn des 4.Satzes bei Schostakowitsch 15. ein Wagner Zitat? - Ring?!



In der Tat. Dieses Motiv kommt im "Ring" zum erstenmal bei der Todesverkündigung Brünnhildes an Siegmund vor ("Walküre", 2. Akt, sog. "Schicksalsfrage"). Ziemlich am Ende des vierten Satzes der 15. (kurz vor dem finalen Schlagzeuggeklapper) taucht einmal auch kurz das Tristanmotiv auf.

Viele Grüße

Bernd
Was heut gehet müde unter, hebt sich morgen neugeboren.

Khampan

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74

Donnerstag, 12. Juli 2007, 11:26

Schostakowitsch 15. Sinfonie ist gespickt mit Zitaten, am auffallendsten im 1. Satz die Wilhelm Tell Ouvertüre von Rossini. Im letzten Satz gibt es weitere Zitate oder beinahe-Zitate aus dem Ring, das Hauptthema ist Glinkas Lied "Versuche mich nicht unnötig!" entnommen (dessen Beginn wiederum mit dem Tristan-Vorspiel übereinstimmt) etc...
(Diese Angaben habe ich einem CD-Booklet entnommen.)

Es sieht ganz so aus, als wäre Schostakowitsch gewaltig der Schalk im Nacken gesessen. Ganz offenherzig hat er sogar eine Liste der zitierten Werke angelegt.

Gruß, Khampan

observator

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Registrierungsdatum: 15. Februar 2005

75

Donnerstag, 19. Juli 2007, 15:37

Zitat

selbstzitat

Zitat

Original von Frank Pronath
"Dem Morgenrot entgegen" kannte ich bislang nicht.


das gibt's aber wirklich! (-falls jemand meinen könnte, ich schriebe nur blödsinn...)
hier im forum haben wir doch einige aus der gegend, bis 89 dürfte es sogar in den krippen gekräht worden sein.


da
[amx=B00000AXYM]300[/Amx]


kann man's hören

(wer's aushält)

ich hab den befehl vergessen! wer hilft mir? :rolleyes:
na, der Reinhard zum Beispiel
kein wunder, bei dem namen... :jubel:
erkenntnis braucht oft lange -selbst für selbsterkenntnis ist es nie zu spät

76

Donnerstag, 19. Juli 2007, 16:56

Dürfen Opern hier auch genannt werden?
Meiner Meinung nach zitiert Wagner in der Walküre das 5.Klavierkonzert von Beethoven. Und zwar zu Beginn der 3.Szene des ersten Aktes, Siegmund singt hier: "Was gleisst dort hell im Glimmerschein, welch ein Strahl bricht aus der Esche Stamm".

Bin ich der einzige der das so hört?

Alfred_Schmidt

Administrator

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77

Dienstag, 21. August 2007, 12:01

Hier wieder mal ein eindeutiges Zitat:

Georges Onslow zitiert - nein, besser gesagt, variiert im 2. Satz seines Streichquartettes op 9 Nr 1 "God save the King" - ein Thema das immer wieder bearbeitet und zitiert wurde.




mfg aus Wien

Alfred

WISSEN ist MACHT - Nicht WISSEN MACHT auch nix

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78

Dienstag, 21. August 2007, 19:34

Gut, es handelt sich nicht um ein sinfonisches Werk und das mutmaßliche Zitat entspricht wahrscheinlich auch nicht den harten Kriterien der Röhl'schen Zitat-Norm (ISO 9765): aber im ersten Satz von Schuberts letzter Klaviersonate gibt es eine Stelle, die die nach Moll gewendete Melodie des alten Kirchen-Hits "Geh' aus mein Herz und suche Freud'" ist (genauer der Teil dieser Melodie zu genau den Worten, die auch den Titel bilden).
Angehörs des melancholischen Charakters des Satzes kann man eine Absicht Schuberts vielleicht doch nicht ganz ausschließen.

Viele Grüße

:hello:
Das ist eben die Eigenschaft der ächten Schönheit, daß man sich ganz in sie hinein stürzt, und das persönliche Bewußtsein darüber einbüßt. (L. Tieck)

Ulli

Erleuchteter

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79

Dienstag, 21. August 2007, 21:15

Naja,

zwei zitierte Takte... davon nur einer [+ Auftakt] 1:1 ist mir für eine gewollte Anspielung etwas wenig. Auch die Skizzen zur Sonate haben bereits bei diesem Thema die endgültige Form - also keine andere Weiterführung, die definitiv auf das Lied hätte schließen lassen können würden. Aber ich höre Geh' aus mein Herz und suche Freud' auch nicht so häufig, wie vielleicht manch anderer.

Übrigens beginnt D 537 mit dem gleichen Motiv, ebenfalls in moll, ebenfalls auftaktig, nur im leicht anderen Rhythmus.

Nun ist der Obsi an der Reihe...

:hello:

Ulli

P.S. Und da Schuberts Klaviersonaten eh Skizzen für Sinfonien sind, sind wir gar nicht so offtopic, wie Du hier lauthals verkündetst.
Die Oper muss Tränen entlocken, die Menschen schaudern machen und durch Gesang sterben lassen.
(Vincenzo Geilomato Hundini)

petemonova

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80

Dienstag, 21. August 2007, 23:18

Strauss vs. Denza

Weil ich es gerade höre:
Im 4. Satz der Sinfonischen Fantasie "Aus Italien" von Richard Strauss wird deutlich hörbar das Lied "Funiculi, Funicula" von Luigi Denza zitiert.
Es ist aber auch berechtigt, denn die Satzbezeichnung lautet ja "Neapolitan Folk Life".


Gruß, Peter.
Musik zu hören ist zweifellos eine der extravagantesten Arten, sein Geld auszugeben.
- Mauricio Kagel

Khampan

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81

Dienstag, 21. August 2007, 23:40

Zitat

Original von Kontrapunkt
aber im ersten Satz von Schuberts letzter Klaviersonate gibt es eine Stelle, die die nach Moll gewendete Melodie des alten Kirchen-Hits "Geh' aus mein Herz und suche Freud'" ist (genauer der Teil dieser Melodie zu genau den Worten, die auch den Titel bilden).
Angehörs des melancholischen Charakters des Satzes kann man eine Absicht Schuberts vielleicht doch nicht ganz ausschließen.


eine genaue Prüfung kann den Verdacht nahezu ausschließen:
Das Motiv e-e-d-cis (erstmalig in Takt 59) steht weder in Dur noch Moll, sondern beginnt ambivalent auf einem verminderten Dreiklang, es ist eine typische fallende (zur Melancholik des Satzes passende) eintaktike Floskel, die im folgenden Takt sequenzert wird, und zwar wörtlich inclusive der Achtelpause am Ende (ganz anders als im Kirchenlied).
Beim nächsten Auftreten (Takt 63 in Dur) wird die punktierte Achtel in Form einer Sechzehntelbewegung umspielt, und zwar wieder zwei Takte hintereinander in gleicher Weise. Die Umspielung benutzt zwar die gleiche Tonfolge wie in "su-u-che [Freud]", aber in anderer Rhythmisierung.

Sorry, aber die Verwandtschaft finde ich sehr konstruiert. Fraglich ist zudem, ob Schubert die 1813 erstmals nachgewiesene Melodie von August Harder überhaupt kannte.

War aber ein netter Versuch,
:hello: Khampan

teleton

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82

Donnerstag, 23. August 2007, 07:45

Ziatat von Poulenc bei Serebrier´s 2ter

Auch wenn dieser Zitat-Beitrag über Jose Serebrier für viele nicht so interessant ist, so wird er für die Musikhörer interessant die sich diese tolle Naxos-CD kaufen:


Symphonie Nr. 2 "Partita"
Fantasia für Streicher; Sonate für Violine solo;
Winterreise

Acosta, London PO, Serebier
Naxos , DDD, 1999

In der Serebrier: Sinfonie Nr.2 - 4.Satz wird ein HT aus Poulenc´s Orgelsinfonie in schnellen Variationen (schneller als das Original-Thema) mehrmals zitiert - es zieht sich quasi durch den ganzen Satz.
:yes: Ich könnte mir vorstellen, dass Serebrier dieses Werk vor seiner Kompositionsarbeit selber gehört oder dirigiert hat und diesen Ohrwuirm dann in sein Werk eingebracht hat.
Gruß aus Bonn, Wolfgang

  • »Walter Heggendorn« ist männlich
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Registrierungsdatum: 25. November 2007

83

Freitag, 7. Dezember 2007, 15:12

Lieber Alfred, liebe MusikfreundInnen,

„Lieber eine ehrliche Reminiszenz als Unnatur“ meinte Felix Weingartner zu seiner Bühnenmusik zu Shakespeares „Der Sturm“, zu finden auf der cpo-Scheibe mit Weingartners 4. Sinfonie.

Ohne Zweifel lässt ein anderer „Felix“ heftig grüssen, insbesondere bei „Prosperos Sieg“, wo der "bartholde" Hochzeitsmarsch schon fast unverschämt aus den Rillen quillt (bzw zwischen den Bits hervorblitzt)!

Ich möchte anregen, den Begriff „Zitat“ abzuschwächen in den Begriff „Reminiszenz“.
Selten genug finden wir in sinfonischen Werken exakte Zitate, wohl aber zuhauf Reminiszenzen, Anklänge, Erinnerungsschnipsel bzw -„hörspel“ aus dem Fundus vorausgehender Kompositionen.

Felix Weingartner, dem ein eigener Thread gewidmet werden sollte, ist ein dankbarer Lieferant ebensolcher „Ach-so-was-Aehnliches-hörte-ich-doch-schon-Mal`s“.

Grüessli aus Bern von Walter
Der grösste Ton ist ohne Klang (Laotse)

Guercoeur

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Registrierungsdatum: 20. Februar 2005

84

Freitag, 7. Dezember 2007, 15:48

Hallo Walter,

Zitat

Original von Walter Heggendorn
Felix Weingartner, dem ein eigener Thread gewidmet werden sollte, ...


über den Komponisten Weingartner, den ich erst seit ein paar Wochen kennen- und sofort lieben gelernt habe, existiert bereits ein (noch) kurzer Thread - dankenswerterweise von Davidoff eingerichtet. Violà:

Felix Weingartner - Dirigent und Komponist

Schöne Grüße
Johannes

  • »Walter Heggendorn« ist männlich
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Beiträge: 353

Registrierungsdatum: 25. November 2007

85

Freitag, 7. Dezember 2007, 16:17

Oh, ich bedanke mich bei Guercoeur für den Hinweis, und Davidoff für die Vorarbeit. Wo habe ich nur meine Augen...
Der grösste Ton ist ohne Klang (Laotse)

steppenhund

Schüler

  • »steppenhund« ist männlich

Beiträge: 106

Registrierungsdatum: 11. Februar 2008

86

Mittwoch, 13. Februar 2008, 23:51

Zitat

Original von Michael Schlechtriem
Ach, ich erzähle mal eine Geschichte aus der Serie, Lieder, die die Welt nicht braucht.
Angebermodus ein:

1999 besuchte ich mit meinem Geigenbauerfreund in Montpellier ein Konzert des dortigen sehr guten Orchesters.
Auf dem Programm stand die Uraufführung eines Werkes für Klavier und Orchester des geachteten Komponisten Rene Koering, der auch Intendant dieses Orchesters ist.Solist war F.R. Duchable( das ist der Pianist, der angeblich seinen Flügel in einem See versenkt hat).

Ziemlich bald dachte ich, ich höre nicht richtig, denn es erklangen ziemlich viele Zitate, u.a. aus Malcolm Arnold's 5. Sinfonie, dem 3. Klavierkonzert von Medtner, Havergal Brian's "Gothic Symphony" und noch einiges mehr, was mir jetzt entfallen ist.
Ich informierte meinen Freund darüber und er meinte, wir sollten doch einfach in der Pause hinter die Bühne gehen und nachfragen.
Wir gehen also hinter die Bühne und treffen den Konzertmeister, einen Bekannten meines Freundes.
Der Konzertmeister ist ganz ungläubig und zerrt mich zu einem kleinen, dicken Menschen, der nicht weit entfernt herumsteht, eben jener Rene Koering.
Der ist Elsässer und spricht fließend Deutsch, ein Glück, denn Französisch kann ich zumindest nicht sprechen.
Er funkelt mich böse an, als ich anfange, die Zitate aufzuzählen.
Aber plötzlich grinst er und fragt mich, ob ich auch die Passage entdeckt hätte, wo er Percy Grainger's "The Warriors" zitiert :D

Er meinte dann ,daß er wirklich nicht damit gerechnet hätte, daß dies irgendjemand bemerkt, und ich war natürlich stolz wie Oskar.

Ein Jahr später wurde dieses Konzert von ARTE gesendet und wie durch ein Wunder waren alle Zitate herausgeschnitten!
Schade eigentlich, denn diese waren noch das interessanteste an dem Werk.... :D
Angebermodus aus.

Ich hoffe, euch damit nicht gelangweilt zu haben,

LG,
Michael


Das ist wirklich eine tolle Geschichte, wobei ich es schlimm empfinde, dass er die Zitate herausgenommen hat.
Selbstverständlich wirft es aber auch ein gutes Licht auf dich:)

liebe Grüße Hans
Eine Signatur, die ich 1990 verwendet habe:
"Better to create than to consume"

steppenhund

Schüler

  • »steppenhund« ist männlich

Beiträge: 106

Registrierungsdatum: 11. Februar 2008

87

Mittwoch, 13. Februar 2008, 23:54

Zitate

Richard Strauss hat ja bekanntlich sehr viel zitiert. Ich bin mir aber nicht sicher, was Zitat ist und in welche Richtung es geht: aber bei Mahlers Zweiter Symphonie werde ich immer an das Thema aus Tod und Verklärung erinnert. Komisch nicht?
Eine Signatur, die ich 1990 verwendet habe:
"Better to create than to consume"

raphaell

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Registrierungsdatum: 12. März 2007

88

Donnerstag, 27. März 2008, 21:14

Hallo,

Smetana zitert im ersten Satz seiner "Festsymphonie in E-Dur" ein nicht ganz unbekanntes Thema aus Haydns Kaiserquartett.

LG
Raphael

raphaell

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Registrierungsdatum: 12. März 2007

89

Sonntag, 6. April 2008, 20:49

Hallo,

Kann es sein, dass Stravinsky in "Jeu de Cartes" im "3. Deal" was aus der Ouvertüre zum "Babrier von Sevilla" zitiert?

LG
Raphael

Davidoff

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Registrierungsdatum: 12. September 2007

90

Montag, 7. April 2008, 13:08

Rued Langgaard zitiert im dritten Satz seiner vierzehnten Symphonie ("Morgenen" BVN 336) ein Thema aus Verdis "La Traviata".

Am Ende des ersten Aktes singt Violetta ihre berühmte Arie "Follie! Delirio vano è questo!...Sempre libera". Dazu trällert der Tenor (Alfredo) "Amor, amor e paipito ...". Langgaard "haut" dem Zuhörer ständig diese Thema um die Ohren und mixt daraus eine eigene Melodie.

Alles in allem sehr amüsant. :D

Davidoff
Verachtet mir die Meister nicht