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Johannes_Krakhofer

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1

Donnerstag, 21. Juni 2007, 22:53

Prachtentfaltung auf der Opernbühne- Faszination der Barockoper

[SIZE=7]So, ich hab den 2000er erreicht und möchte euch mit folgendem Thread "beglücken", wenn man das so nennen darf:[/SIZE] :D


Prachtentfaltung auf der Opernbühne- Faszination der Barockoper



Was muss das für ein Anblick gewesen sein?



Der Schlossgarten zu Schönbrunn ist gefüllt mit tausenden Tänzern, unzähligen Musikern und Sängern und man bringt zur Unterhaltung des Kaisers eine Oper.

Der Sonnenkönig feiert ein Fest, untermalt von der Musik seines Hofkompositeurs, und genießt die prachtvoll gestaltete und üppige Bühnenausstattung und natürlich den Gesang!

In einem italienischen Opernhaus stürzt gerade die halbe Bühne ein, ein Regiment der kaiserlichen Kavallerie reitet ein, während der Primo Uomo des Hauses, der Kastrat, eine Pravourarie zum besten gibt!

Natürlich ein prachtvoller und beeindruckender, den niemand der Anwesenden so schnell vergessen wird!


Ich möchte mich in diesem Thread ausführlich über die Faszination der Barockoper äußern (und natürlich schwelgen) und davon träumen diese Spektakel zu sehen.

Dieser Thread ist zum Träumen, Schwärmen und Diskutieren der besten Barockopern-Aufnahmen gedacht. Natürlich können auch Kostüme, Bühnenbilder uä gezeigt und kommentiert werden, allerdings sollte das ganze schon historisch angehaucht sein!


Die Zeitspanne der Barockopern, die in diesem Thread vorgestellt werden soll, sollte zwischen 1650 und 1760 liegen.

Hauptsächlich entstanden in dieser Zeit:
ernste Opera seria, meist in 3 Akten (italienischer Stil, der den Großteil der europäischen Opernlandschaft prägte)
und
Tragedies Lyriques, meist in 5 Akten + Prolog (Französischer Stil, der fast nur dort gespielt wurde)

Die Stars der Opera seria waren ohne Zweifel die Kastraten. Junge Burschen, meist im Alter von 5-8 Jahren, wurden kastriert, um die schönen Sopranstimmen beizubehalten. Gerade in Italien herrschte ein regelrechter Boom bei diesen Kastrationen, doch nur ein Bruchteil dieser Kastraten brachte es wirklich zu etwas. Der Großteil verkam und ging als Bettler zugrunde.

Wenn man es aber geschafft hatte, konnte man alles erreichen! Sängerstar, Politiker, alles konnte man werden. Die größten Komponisten dieser Zeit schrieben ihnen die Arien, eine virtuoser als die andere, in die Kehle.

Farinelli, der wohl bekannteste von ihnen, wurde sogar Berater des spanischen Königs und Premierminister.

Einige weitere bekannte Kastraten und einige ihrer Titelrollen:

Caffarelli Xerxes (Händel), Alceste in Ebuda (Paisiello)
Senesino Giulio Cesare (Händel)
Giovanni Manzuoli Ascanio (Mozart)
Gaetano Guadagni Orfeo (Gluck)
Gizziello Caffarellis großer Rivale
Domenico Annibali
Giuseppe Aprile
Gaetano Berenstadt
Antonio Maria Bernacchi
Das waren damals die Stars.

Doch auch große Primadonnenrollen gab es, da meist in der Opera seria Liebeswirren und Intrigen auf dem Programm standen.

Auch ihnen wurden die Arien in die Kehle geschrieben, sodass oft nur diese eine Sängerin die Urfassung der Arie singen konnte.


Wie hat man sich eine Oper des Barock im italienischen Stil vorzustellen?

Die Oper folgte einem bestimmen Schema:
Zu Beginn stand eine (meist 3-sätzige) Sinfonia
Danach wechselten sich Rezitativ und Arien ab, nur am Ende jedes Aktes gab es Duette, Terzette, Chöre und ähnliches.

Es gab 7 Rollen zu vergeben:
2 für Sopran
2 oder 3 für Kastrat
1 oder 2 für Bass
1 oder keine für Tenor

Sogar die Anzahl der Arien war „reglementiert“:
7-9 Arien für den Titelheld/ die Titelheldin der Oper
5-6 Arien für den Hauptdarsteller/Hauptdarstellerin des anderen Geschlechts

die anderen Rollen, wurden je nach Können der Sänger mit Arien ausgestattet. War der 2.Kastrat gut, bekam er mehr Arien, wenn nicht, dann nicht.
Aber jede Sopranstimme (egal ob männlich oder weiblich) musste mindestens 2 Arien bekommen!

Der Bass war die einzige Stimmlage außer dem Sopran, den man anerkannte. Der Bass hatte meist Priester, Ratgeber oder Vaterrollen zu übernehmen. Ihm standen 2 Arien zu.

Der Tenor war in der italienischen Oper verachtet (anders als in der französischen), aber bekam nur zu Rezitieren und war auf die Gnade des Komponisten angewiesen, wenn er Arien wollte. Aber selbst dann bekam er meist nur ein kurzes Arioso.
Jede Oper hatte drei Akte, wobei der 3. meist nur eine halbe Stunde dauerte und die beiden anderen je 1-1/2 Stunden dauern konnten.


Zur französischen Oper kann und will ich nicht viel sagen, da einfach zu große Wissenslücken bei mir vorhanden sind. Dafür haben wir hier einen Spezialisten, der hier sicher erläutern wird!


Die Handlungen der Opern

Die Handlungen der Barockopern sind meist sehr verwirrend und von Intrigen und Liebesgeschichten durchzogen.
Die Opern spielen meist in der Antike (mythische und echte) oder im Mittelalter, aber niemals jedoch in der Jetztzeit (damals um 1700).

Die Protagonisten trugen aber zeitgenössische Kostüme!

Die Bühnenbilder waren üppig und die Opern mit Spezialeffekten versehen.
In London ließ man bei den Rinaldo-Aufführungen die halbe Bühne, auf der die Stadtmauer von Jerusalem aufgebaut war, einstürzen.
Auch große Menschenmassen auf der Bühne waren keine Seltenheit. In Neapel ließ man immer ein Regiment der Kavallerie auf die Bühne, um das Spektakel noch opulenter zu gestalten.

Was muss das für ein Anblick gewesen sein! SCHMACHT! SEUFZ!

Hier eine Oper, die weniger bekannt ist:
JOHANN JOSEPH FUX:
Costanza e Fortezza (Standhaftigkeit und Stärke
Libretto: Pietro Pariati, Festa teatrale per musica 3 Akte
Uraufführuung am 28. Aug. 1723 Prag zur Krönung Kaiser Karls VI. zum König von Böhmen
Aufführungsort: in einem in der Reitschule des Hradschin eigens errichteten offenen Theater

Personen:
Porsenna, König der Etrusker - Alt/Kastrat
Publius Valerius Publicola, römischer Konsul - Bass
Erminio, sein Sohn-Sopran
Valeria, seine Tochter-Sopran
Muzio, Valerias Verlobter - Alt/Kastrat
Orazio, Geliebter Clelias - Tenor
Clelia, eine römische Adlige - Alt
Titus Tarquinius, Sohn des "Superbus" - Sopran/Kastrat
Der Tiber und die Genien Roms - Tenor
Gefolge des Königs Porsenna, Priester, Adlige, etruskische und römische Soldaten, Liktoren, Wachen, Pagen, Dienerschaft, Seher, Volk, Der Tiber und seine Nebenflüsse, Nymphen

Handlungsort: Italien
Handlungszeit: zu etruskischer Zeit






Hier gibts ein leider nur 20sekündiges Hörbeispiel. Pomp und Trara pur, dass ganze Werk muss sooo herrlich sein! :jubel: :jubel:

Die Besetzung ist größer als im Schema vorgesehn, aber aufgrund der Tatsache,dass es eine Krönungsoper war, ist das einleuchtend! ;)

Doch was fasziniert mich an der Barockoper?

Der Barocke Orchesterklang hat mir immer schon getaugt.
Stimmvirtuosität und Koloraturen haben mich immer fasziniert.

Beides zusammen ist eigentlich schon ein Traum, aber die individuelle Charakterformung der Barockkomponisten ist ein Wahnsinn. Da oft, das selbe Libretto von verschiedenen Künstlern vertont wurde, kann man anhand der Musik feststellen, wer sich besser in seine Protagonisten einfühlen konnte.

Die absoluten Meister sind Händel und Lully (sicherlich auch Hasse, aber seine Opern kenne ich zuwenig).

Bei der Barockoper will ich, wenn ich sie mir auf DVD/oder Live anschaue auch eine angemessene Ausstattung sehen:

Hier ein Bild aus Vivaldis Ottone:


Auch die Bühnenbilder müssen passen, alles in allem will ich, wenn ich eine Barockoper sehe, eine Reise zurück machen, wo Kastraten und Pracht auf der Bühne noch zu sehen waren. Die Pracht auf der Bühne ist leider verloren gegangen und leider zerstört es ungemein viel, wenn man so was in einer modernen Inszenierung sieht.

So was find ich einfach nur zum Kotzen:

AUF KEINEN FALL ANSEHEN!!!
:kotz: :kotz: :kotz: :kotz: :kotz: :kotz: :kotz:


Mein Barockopern Werdegang!
Zuerst hörte ich Barockopern immer in Non-HIP-Aufnahmen, da mir die HIP-Aufnahmen immer zu langweilig klangen.

Doch einige Aufnahmen habe ich mir dann gekauft und war sofort verzaubert von dem Klang der Countertenöre, von der intimen und einfühlsamen Musik, die mich einfach nur zum Heulen bringt.
Wenn Alcina um den Verlust des Geliebten weint oder Medea Rache schwört, und auf einmal eine einzige Oboe ertönt, ist das pure Magie und beschert mir Glücksgefühle, die ich sonst selten erlebe.

Ein Duett Countertenor-Sopran (aus der nicht ganz HIP-Sosarme) beschert mir Tränenausbrüche und hält die Zeit für mich an. Das Duett dauert nur 10 Minuten, aber das Glücksgefühl hält Stunden an.

Wichtigste Komponisten und ihre Werke (subjektives Empfinden, kein Anspruch auf Vollständigkeit):

Meine Nr.1 HÄNDEL Alcina, Rinaldo, Giulio Cesare, Admeto, Sosarme, Radamisto…
Nr.2 LULLY Atys, Armide, (die Thesee dürfte ein Traum sein)
Nr. 3 VIVALDI Teuzzone, L´Olimpiade
Nr. 4 viele andere

Die schönsten Barockopern-aufnahmen:

HÄNDEL

ALCINA
Fleming, Graham, Dessay, Kuhlmann, Naouri,
Les Arts Florissants, Christie


RINALDO
Vivica Genaux, Miah Persson, Inga Kalna,
Dominique Visse, James Rutherford,
Freiburger Barockorchester, Rene Jacobs


GIULIO CESARE
Larmore, Schlick, Fink, Rörholm, Ragin,
Concerto Köln, Jacobs

Non oder teilweise HIP:

SOSARME
Deller, Watts, Herbert, Evans, Ritchie
St. Cecilia Orchestra,
Lewis


POROS auf deutsch


RADAMISTO auf deutsch

LULLY:

ATYS


PHAETON

RAMEAU:

CASTOR ET POLLUX

Geplant sind viele weitere, aber das nur mal als kleiner Querschnitt, der Aufnahmen, die selbst besitze.

Es fehlen noch so viele [Biber-Arminio, Lully-Thesee, Händel-Serse, Almira, Siroe, Deidamia…, Scarlatti-Griselda, Vivaldi-Teuzzone]

Wenn ihr meine BarockopernWL sehen wollt, müsst ihrs nur sagen! :D

Bei der italienischen Belcanto-Oper fesseln mich die Ensembleszenen und das wuchtige Orchester, bei der „intimen“ Barockoper nimmt mich die Einfachheit und Schlichtheit der Musik, der einfühlsame und bedrückende Orchesterklang, bzw. das wuchtige Blechbläserensemble der französischen Oper, die die monumentalsten Szenen der Opernliteratur drinnen hat (Was Blechbläser anbelangt) und die Schönheit der Soprane so in den Bann, dass ich mir wünsche vor 300 Jahren gelebt zu haben, um solche Momente LIVE mitzuerleben!

Das kann nur die Barockoper und darum liebe ich sie so sehr!!!
:jubel: :jubel: :jubel: ;( ;( :jubel: :jubel: :jubel:



Hier noch ein paar Links:
http://www.haendel.it/
Barockopern und ihre Interpreten
Giulio Cesare
Händel-die Opern
Jacobs
Lully-die Opern
die deutsche Barockoper
Die Opern des Herrn Vivaldi
Die Opern von Johann Joseph Fux
Johann Adolph Hasse

Wie ihr sehr, wir haben (fast) alles, was man sich nur wünschen kann!

Mein Klassikkanon
Lullist-Klassikkanon


Ich hoffe es ist ein würdiger 2000er Beitrag und ich hoffe auf schönes Schwelgen und eine anregende Diskussion!

LG joschi
Den Mozart und den Wagner hör´ich gerne, wenn ich jausen
nur beim Herrn Stockhausen kriegt mein Hamster Ohrensausen

(Erste Allgemeine Verunsicherung)

der Lullist

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2

Freitag, 22. Juni 2007, 07:55

Netter Thread,


allerdings finde ich es schade, dass Du erst ab 1650 beginnen willst, so entgehen Dir nämlich einige der größten Operspektakel der Musikgeschichte.

Denn die eigentliche Oper, das Drama per Musica, das mit den Komponisten

Jacopo Peri
Claudio Monteverdi
Luigi Rossi
Carlo Caproli
Francesco Cavalli
Antonio Sartorio
Pietro Antonio Cesti

usw.

vertreten ist, darf nicht fehlen - denn das ist nicht nur der Ursprung der Oper, sondern die Idealform der Gattung Oper. :yes:

Deshalb mal eines der eindrucksvollsten Werke:

Les Noces de Pélée et de Thetis

Uraufgeführt in Paris 1654 im Palais Bourbon, auf Wunsch Kardinal Mazarins.

Texte und Libretto: Isaac de Benserade
Ballett: Francesco Buti
Musik: Carlo Caproli
Bühnentechnik: Giacomo Torelli


III Akt

ebenfalls eine perfekte Hofoper - und auch in Paris aufgeführt (1647)

Luigi Riossi: L'Orfeo


Rossis Werk mag ich wesentlich lieber als die Vertonung von Monteverdi, aber man darf auch nicht vergessen, dass gute 40 Jahre zwischen den beiden Werken liegen.

Was mich bei den italienischen Barockopern des 17. Jahrhunderts fbesonders fasziniert sind die "Lamenti" Klagegesänge auf einen Ostinatobass.
Zum heulen schön ;(


Allerdings sind die Themen nicht nur auf römische Geschichte und Mythologie beschränkt.
In der deutschen / Hamburger Oper gab es oftmals Themen die nicht allzuweit zurücklagen.
Und die beginnende Opera Buffa darf man ja auch nicht ausklammern.

Es gab allerdings auch Opernaufführungen die ohne großartige Bühnentechnik auskamen.

Bestes Beispiel ist die Uraufführung von Lullys "Alceste, ou le Triomphe d'Alcide"
1674 für das dritte große Fest in versailles geschrieben und im Marmorhof des Schlosses uraufgeführt:



zum Vergleich der Hof Heute:



Ich glaube eine DVD mit einer Inszenierung die Dir zusagen würde ist diese hier:




Lully: Pérsée
Le Concert Spirituel / Niquet


(Natürlich gekürzt :kotz: ) Aber es gibt keine alternative.
(Das Monster ist süß :D )

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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3

Freitag, 22. Juni 2007, 10:23

Meiner Ansicht nach beruht die Faszination und die Renaissance der Barockoper in den letzten 30 Jahren auf allem anderen als auf der pompösen Prachentfaltung. Ich kenne zwar kein einziges der typischen Prunkwerke, aber die heute am häufigsten gespielten Werke, z.B. von Händel, wirken auf den Hörer, der ja meist mit der Oper des 19. Jhds. sozialisiert wurde, ganz im Gegenteil eher intim: Ein kleines, von Streichern dominiertes Orchesters, praktisch keine Chöre oder Ensembles, nur Arien und wenige Duette.

Wie die aktuellen erfolgreichen Inszenierungen zeigen, dürfte die Stärke der Barockoper eigenartigerweise gerade darauf basieren, dass sie sehr gut von den zeitgenössischen Kostümen (die ich bei allem Respekt größtenteils ridikül finde) usw. ablösbar zu sein scheint. Ich kenne die oben geschmähte (aber sonst fast durchgehend gepriesene) Stuttgarter Alcina nicht, aber es gibt aus München eine "Mafia-Rodelinda" und einen völlig postmodernen Rinaldo, der mit allen möglichen Versatzstücken arbeitet. Alle offenbar beim Publikum sehr erfolgeich.
Ich glaube auch nicht, dass man heutigen Hörern/Zuschauern mit einer Rekonstruktion barocken Bombastes mehr als museales Interesse entlocken könnte. Mit feuerspeienden Drachen kann man vielleicht Grundschüler begeistern...
Es kommt darauf an, den (heute so wahrgenommenen) eher intimen Charakter auszunutzen, die Psychologie der Figuren und Konstellationen. Dazu kommt, dass die irre Mischung der meisten Libretti aus Historie, Legende, Phantasie entsprechenden postmodernen Mixturen in Bühnenbild und Kostümen entgegenkommt.

Schließlich dürfte ein weiterer Grund sein, dass die Musik und Stücke selbst noch vergleichsweise unverbraucht wirken, in einem Opernbetrieb, der sich hundert Jahre lang weitestgehend auf zwei oder drei dutzend Stücke zwischen 1780 und 1920 beschränkt hat. (Wobei ich tatsächlich nicht weiß, zu wessen Lasten die relative Popularität der Barockopern im Opernbetrieb erfolgt ist, d.h. welche Stücke/Komponisten jetzt deutlich seltener gespielt werden)

viele Grüße

JR
Struck by the sounds before the sun,
I knew the night had gone.
The morning breeze like a bugle blew
Against the drums of dawn.
(Bob Dylan)

  • »Kurzstueckmeister« ist männlich

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4

Freitag, 22. Juni 2007, 11:05

Zitat

Original von Johannes Roehl
Ich kenne zwar kein einziges der typischen Prunkwerke, aber die heute am häufigsten gespielten Werke, z.B. von Händel, wirken auf den Hörer, der ja meist mit der Oper des 19. Jhds. sozialisiert wurde, ganz im Gegenteil eher intim: Ein kleines, von Streichern dominiertes Orchesters, praktisch keine Chöre oder Ensembles, nur Arien und wenige Duette.

Zu den Opern die ich kenne, sind mir die originalen Besetzungen nicht bekannt. In der Regel dürfte das vom Veranstalter abgehangen sein, die Komponisten haben (glaube ich) in der Regel nur marginale Hinweise gegeben, welche Instrumente man verwenden könnte.

So ist mir auch nicht klar, ob vorgegeben war, ob chorisch oder solistisch gespielt werden sollte. Im Falle der abgebildeten Groß-Events wird man wohl chorisch und sehr stark besetzt gespielt haben, dieselben Opern könnte man aber genausogut womöglich solistisch besetzt spielen. Der heutige Eindruck des Intimen ist wahrscheinlich in manchen Fällen ein Mißverständnis resultierend aus sparsamen Besetzungen in der heutigen Barockmusik-Szene.

Der verschiedene Dinge vermischende Eröffnungsbeitrag wird aber wahrscheinlich das verhindern, was er erreichen wollte, und zu einer neuerlichen Regietheaterdiskussion führen.
:rolleyes:

Antracis

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5

Freitag, 22. Juni 2007, 11:20

Zitat

Original von Kurzstückmeister:
So ist mir auch nicht klar, ob vorgegeben war, ob chorisch oder solistisch gespielt werden sollte. Im Falle der abgebildeten Groß-Events wird man wohl chorisch und sehr stark besetzt gespielt haben, dieselben Opern könnte man aber genausogut womöglich solistisch besetzt spielen. Der heutige Eindruck des Intimen ist wahrscheinlich in manchen Fällen ein Mißverständnis resultierend aus sparsamen Besetzungen in der heutigen Barockmusik-Szene.


Regietheaterdiskussionen ohne mich - da setze ich lieber die Debatten fort, ob 1000 Engel auf einer Nadelspitze Platz finden würden. :D

Aber nochmal zu den Besetzungen: Ich meine gelesen zu haben, dass die fehlenden Chöre und die minimalen Orchesterbesetzungen das Resultat der "Privatisierung" des Opernbetriebes waren. Also, als plötzlich die Oper quasi zum Business in Venedig wurde und die Vielzahl der Häuser untereinander in Konkurrenz stand, so dass gespart werden mußte, was ging, um ökonomisch zu überleben. Und ein Chor ließ sich verschmerzen, notfalls gab es dann halt große Ensembleszenen. Ebenso waren wenige Musiker ausreichend, und man konnte das Geld in die Sänger investieren. Insofern also kein primär ästhetischer Ansatz, sondern reiner Sparzwang ?

Gruß
Sascha

  • »Johannes Roehl« ist männlich

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6

Freitag, 22. Juni 2007, 11:46

Zitat

Original von Antracis

Zitat

Original von Kurzstückmeister:
So ist mir auch nicht klar, ob vorgegeben war, ob chorisch oder solistisch gespielt werden sollte. Im Falle der abgebildeten Groß-Events wird man wohl chorisch und sehr stark besetzt gespielt haben, dieselben Opern könnte man aber genausogut womöglich solistisch besetzt spielen. Der heutige Eindruck des Intimen ist wahrscheinlich in manchen Fällen ein Mißverständnis resultierend aus sparsamen Besetzungen in der heutigen Barockmusik-Szene.


Regietheaterdiskussionen ohne mich - da setze ich lieber die Debatten fort, ob 1000 Engel auf einer Nadelspitze Platz finden würden. :D

Aber nochmal zu den Besetzungen: Ich meine gelesen zu haben, dass die fehlenden Chöre und die minimalen Orchesterbesetzungen das Resultat der "Privatisierung" des Opernbetriebes waren. Also, als plötzlich die Oper quasi zum Business in Venedig wurde und die Vielzahl der Häuser untereinander in Konkurrenz stand, so dass gespart werden mußte, was ging, um ökonomisch zu überleben. Und ein Chor ließ sich verschmerzen, notfalls gab es dann halt große Ensembleszenen. Ebenso waren wenige Musiker ausreichend, und man konnte das Geld in die Sänger investieren. Insofern also kein primär ästhetischer Ansatz, sondern reiner Sparzwang ?


Ich kenne mich in der Oper der 2. Hälfte des 17. Jhds. nicht aus. Aber weder bei Monteverdi einige Jahrzehnte vorher noch bei Händel 1710-1740 spielen Chöre eine signifikante Rolle. Bei L'Orfeo geht es um ausdrucksvolle, deklamatorische Gesangslinien einzelner Figuren, ob ein Hirtenchor dazwischen von 5 oder 50 Personen gesungen wird, ist völlig unerheblich. Bei Händel geht es u.a. darum, dass sich die Sänger der Hauptrollen virtuos produzieren können.
Ich würde das nicht einfach als Sparzwang betrachten, sondern der Sparzwang ist erst eine Folge der ästhetischen Präferenz. Von dem Geld, das Primadonna und primo huomo gekostet haben, hätte man tausende von Choristen und Tuttischweinen bezahlen können.

Es ist deswegen m.E. verfehlt, die paar Events zur Hochzeit irgendwelcher Fürsten oder zur Siegesfeier irgendeines Erbfolgekrieges als beispielhaft zu nehmen. Zumindest in der italienischen Oper ab ca. 1700 mußte der Großteil des Budgets für Starsänger aufgewendet werden, dann folgte vermutlich der Kinderkram auf der Bühne (Wasserfälle, Drachen, usw.) und dann das Orchester. Und auch mit dieser eigentlich erfolgversprechenden Strategie ging Händel zweimal pleite.

Der heutige Eindruck des Intimen ist natürlich in gewissem Sinne ein Mißverständnis. Aber man vergleiche selbst eine Barockoper mit verzehnfachten Streichern und verdreifachten Bläsern mit den Meistersingern oder Les Troyens usw.! Im Mittelpunkt stehen im Barock immer die Arien von individuellen Charakteren, da hält sich die Prachtentfaltung durch Masse schon deshalb in Grenzen, um dem Star nicht die Show zu stehlen. Die besseren Barockopern, z.B. von Händel, erschöpfen sich nun nicht darin, nur eine Folie für Sangesvirtuosen zu sein, sondern bieten eine ziemlich ausgefeilte Affekt- und Emotionsdarstellung wenigstens der Hauptpersonen.

Wie auch immer, es ging mir weiter oben überhaupt nicht darum, herauszufinden, warum die Barockoper damals erfolgreich (oder nicht) war und wieviele Leute musizierten, sondern einige mögliche Ursachen anzuführen, warum sie im vermutlich steifsten, konservativsten und trägsten Teil des heutigen Kulturbetriebs überhaupt auf so erstaunliche Weise Fuß fassen konnte. Und das liegt, dabei bleibe ich, an allem möglichen Dingen, aber nicht an einem verbreiteten Interesse für optische u. akustische Prachtentfaltung. Das wird in den Musical-Tempeln sehr viel zielgenauer bedient.

:hello:

JR
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7

Freitag, 22. Juni 2007, 12:21

Freilich. Nicht nur die möglichst großen Schlösser sind "großartig" und beeindruckend sondern auch die kleinen und intimen. Wahrscheinlich sind Francois Mansarts Schlösser in Blois und Maisons-Lafitte vom künstlerischen Standpunkt dem Versailles-Hauptbau vorzuziehen und in Wien ist Schönbrunn aufgrund späterer Umbauten sowieso den original erhaltenen Bauwerken von Fischer von Erlach hintennachzureihen.

Und die Sonette von Gryphius und Fleming sind natürlich genialer als der "Kühlpsalter" von Kuhlmann, der hauptsächlich möglichst umfangreich ist.
:D

Der Aufhänger mit der tollen Prachtentfaltung ist, wenn es um die gesamte Barockoper geht, sicher fehl am Platz. Außerdem verstehe ich nicht, was das mit CD-Aufnahmen oder semi-konservativen Inszenierungen zu tun haben soll.
:hello:

der Lullist

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8

Freitag, 22. Juni 2007, 22:28

Bisher gab es keine Operninszenierungen von Barockopern, die wirklich dem nacheifern, was damals möglich war.
Weder vo den Kostümen noch den Kulissen.

Diese Special Effects aber als Kinderkram abzutun halte ich für arg gewagt.
Schließlich war das Publikum der damiligen Zeit weitaus gebildeter, als es Heute der Fall ist. Man hat das nie beanstandet - weil es eben so gut gemacht war.
Außerdem glaube ich, dass die Inszenierungen so gestaltet waren, dass sie keinesfalls lächerlich wirkten.



Was die Besetzungen anbelangt, so ist es in der Tat so, dass gerade die italienischen Opern eher flexibel gehalten wurden, d.h. man konnte mit 2 Violinen, Cello und Theorbe auskommen, aber es sprach auch nichts dagegen ein ganzes Hoforchester von 50 Mann einzuspannen.


Wirkliche Prachtentfaltung gab es nur bei speziellen Hofopern - oder eben an gut laufenden Opernhäusern wie in Hamburg oder London.
Aber ich denke selbst da gibt es noch unterschiedliche Kathegorien:

was ist schon eine Hamburger Opernaufführung gegen den "Pomo d'oro" mit seinen 2000 Mitwirkenden ?

Johannes_Krakhofer

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9

Freitag, 22. Juni 2007, 22:39

Hallo!

Lächerlich ist das auf gar keinen Fall. Die Regisseure, wenn man sie denn so nennen darf, von damals machten sich schon auch ihre Gedanken über die bestmögliche Darstellung der Handlung.

Ich stelle es mir beeindruckend vor, wenn im Rinaldo folgendes passiert:

Schlachtmusik ertönt. Die Stadt Jerusalem wird gestürmt.
Die Kulisse, die die Stadt darstellt, wird von 100 "Soldaten" gestürmt und von ebensovielen verteidigt.

Aufgrund des Getümmels stürzt die Kulisse ein und begräbt einige davon. Die christlichen Soldaten jubeln und während des Jubelns ertönen die Blechbläser und der Kastrat tritt auf und beginnt seine letzte, virtuose Bravourarie.

Ein Augenblick, der mir sicherlich den Atem verschlagen hätte und beinahe jedem Anwesenden erging es genauso.

Das Publikum gierte danach, sonst hätte man es nicht gemacht. Und das Publikum war eine Oberschicht, gebildete Leute also, die einen möglichst authentischen Zugang zu dem Stoff, den das Werk behandelt sehen wollten.
Für das damalige Publikum war ein Opernbesuch also auch eine Reise in die Vergangenheit, um einfach mal abzuschalten!

In den meisten Barockopern spielt der Chor nur eine untergeordnete Rolle, aber in den Krönungs und Hofopern war dem Spielraum und Größenwahn des Regisseurs keine Grenzen gesetzt. Ich sag ebenfalls nur "Pomo d´Oro"!

LG joschi
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10

Freitag, 22. Juni 2007, 22:39

Warum wird nicht in Betracht gezogen, daß damals Darmsaiten benützt wurden.

LG, Paul
Wirklich schöne Musik rührt

der Lullist

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11

Freitag, 22. Juni 2007, 22:46

Das das damalige Opernpublikum nur der Oberschischt angehörte, ist eine Legende.

Jeder der es sich leisten konnte hatte Zutritt - und gerade in Paris, London und Venedig, war die Anteilnahme der Bevölkerung sehr groß.
Soldaten hatten übrigens freien Eintritt.

Man vergisst dass es damals auch schon Kulturzeitungen gab und die wurden begeistert gelesen und neue Musikwerke auch heftig diskutiert.

Das Musik eine rein elitäre Sache, rein für den Adel war, ist einfach nicht wahr.

Johannes_Krakhofer

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12

Freitag, 22. Juni 2007, 22:56

Hallo!

Ja, das weiß ich schon, ich hab es etwas blöd formuliert, sorry!

Lg joschi

PS: Kennt irgendwer eine Seite, wo man sich historische Kostüme und Bühnenbilder anschauen kann?
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Johannes_Krakhofer

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Freitag, 22. Juni 2007, 23:00

Zitat

Soldaten hatten übrigens freien Eintritt.


In Venedig hatten auch die Gondolieri dieses Recht, allerdings nur, wenn Plätze frei blieben, was durchaus öfters vorkam.

Aber als Caffarelli, zu dem wir hier schon einen Thread haben, in Venedig auftrat, mussten die Gondoliere die neuesten Opern von draussen "genießen, da das Gebäude immer gerammelt voll war.

So entgingen ihnen drei komplett neue Opern, was sie ziemlich wurmte. Und so kam es, dass die Gondolieri Caffarelli immer wieder beschimpften und mit Gegenständen bewarfen, da er Schuld war, dass sie nicht mehr in die Oper konnten.

Übrigens feierten sie, als einzige, als Caffarelli nach Neapel berufen wurde! :D

LG joschi
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14

Donnerstag, 10. Januar 2008, 13:34

Ein Werk das mir langsam immer mehr am Herzen liegt ist die (weiter oben schon erwähnte) wohl einzige erhaltene Komposition von Carlo Caproli (ca.1615/20 - ca. 1692/95)

"Le nozze di Peleo e di Teti"
eine italienische Komödie mit Balletteinalgen aus dem Jahre 1654

Libretto von Francesco Buti und Isaac de Bensérade


Die Balletteinlagen stammen von Pierre Beauchamps; Louis Molliere; Michel Mazuel; Giovanni Battista Lulli und Jean de Cambefort.

Die Dekorationen stammen von dem Bühnenkünstler Giacomo Torelli.



Das WerK wurde von Kardinal Mazarin in Auftrag gegeben.
Es gehört wie das berühmte "Ballet Royal de la Nuit" zu den Siegesfeierlichkeiten über die Frondeure.
Neben dem "Orfeo" von Luigi Rossi und den beiden Opern von Cavalli, war dies eines der spektakulärsten Opernereignisse vor dem Wirken Lullys in Frankreich.

Die Oper wurde vor dem gesamten Hof gegeben, auch die im Exil lebende englische Königsfamilie war anwesend. Und der zukünftige Charles II. tanzte zusammen mit seinem Bruder dem Herzog von York und dem Bruder des jungen Sonnenkönigs im Ballettfinale der Oper.

Louis XIV tanzte selbstverständlich auch mit, und zwar hatte er ganze sechs Auftritte:
Als Apollo, eine Furie, eine Dryade, ein Akademiker, Eine Elfe des Zentauren Chiron, Ein Gefolgsmann des Krieges.

Und an seiner Seite tanzte auch der junge Lulli.


Die Oper selbst ist in unserer Zeit noch nicht wieder aufgeführt worden, obwohl sie eigentlich vollständig erhalten ist.
Das Werk mit den Balletten wurde von Ballard schon im 17. Jh. gedruckt, aufgrund des enormen Erfolges.
Die Zeitgenossen überschlagen sich mit ihrer Begeisterung.

Über die Musik Caprolis kann ich nichts sagen, da ich noch kein einziges Stück von ihm gehört habe, er dürfte stilistisch aber wohl sehr stark an Cesti oder Cavalli erinnern.
Vor allem überrascht auch dieses Staraufgebot an Komponisten für die Ballettmusik, dafür hatte man wirklich die besten Männer ausgesucht.

Ich hoffe, dass das Werk irgendwann auch andere interessieren wird, und dass es irgendwann nochmal zur Aufführung kommt.

Zwielicht

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15

Samstag, 1. März 2008, 00:30

Bayreuther Barock 2008

Ich stell's mal in diesen Thread, einen besser geeigneten habe ich nicht gefunden.


Da ich mich gerade im Thread über "Französische Opern - Ranglisten" über die mangelnde Präsenz französischer Barockopern auf deutschen Bühnen gewundert habe, hier ein Lichtstreif am Horizont:

Seit mehreren Jahren gibt es das Festival Bayreuther Barock, das - obwohl ich in der Nähe wohne - an mir bisher komplett vorbeigegangen ist :O.

Mit Bayreuth verbindet man ja in der Regel einen nicht gerade barocken Komponisten. Allerdings befindet sich dort auch mit dem Markgräflichen Opernhaus eines der am besten erhaltenen barocken Opernhäuser Europas - Mitte des 18. Jahrhunderts im Auftrag von Markgräfin Wilhelmine erbaut. Giuseppe Galli Bibiena, der bedeutendste Theaterarchitekt seiner Zeit, stattete den Innenraum aus.

(Wagner hatte tatsächlich zunächst erwogen, diesen Bau zu seinem Festspielhaus zu machen - kam bei Inansichtnahme des Raums allerdings von dem Plan ab: Für die "Götterdämmerung" aus mehreren Gründen nicht ganz geeignet... :D).


Hier ein Bild, das einen Abglanz von dem wunderschönen Innenraum vermittelt:






Also: das Festival "Bayreuther Barock" findet dort mit einem gewissen zeitlichen Abstand zum Wagner-Festspielzirkus statt (19.9-4.10.) und bietet drei echte Raritäten der italienischen und französischen Barockoper an:


La Rosinda

Drama per musica in 3 Akten (Venedig 1651)
von Francesco Cavalli (1602 - 1676)
Nach einem Libretto von Giovanni Faustini (1619 - 1651)


Eine gemeinsame Produktion der Musikfestspiele
Potsdam Sanssouci und des Festivals Bayreuther Barock

Musikalische Leitung: Mike Fentross
Regie: Alexander Schulin
Ausstattung: Bettina Meyer
Dramaturgie: Micaela von Marcard
Werkstätten: Hans Otto Theater Potsdam

Emanuela Galli, Nerea
Francesca Lombardi Mazzulli, Rosinda
Makoto Sakurada, Clitofonte
N.N., Thisandro
Fulvio Bettini, Rudione
Roberto Romagnino, Vafrillo
Milena Storti, Cillena
N.N., Aurilla/Proserpina
Mirko Palazzi, Meandro/Plutone

Es spielt das Ensemble für Alte Musik La Sfera Armoniosa, Niederlande

Aufführungsmaterial: neue kritische Ausgabe von Thomas Leininger nach dem Autograph in der Biblioteca Nazionale Marciana, Venedig

Aufführungen: 19. und 20. September, jeweils 19.30 Uhr



Les Fêtes d’Hébé ou Les Talents lyriques (1739)
Opéra-ballet in drei Akten

Komposition: Jean-Philippe Rameau (1683 - 1764)
Libretto: Antoine Gautier de Montdorge


Compagnie Opéra Baroque

Solisten und Vokalensemble:
Constanze Backes, Julla Schmidt - Sopran
Theodora Baka, Martina Schänzle - Mezzo-Sopran
Jan Kobow - Tenor
Henning Kaiser, Johannes Weiss - Haute Contre/ Tenor
Ralf Grobe, Markus Flaig - Bass-Bariton
sowie Gesangsstudenten der Musikhochschule Stuttgart

Barockorchester des United Continuo Service
United Continuo Ensemble
Cracovia Danza, Ardente Sole (Polen)

Choreographie: Romana Agnel
Regie und Inszenierung: Olga Motta
Musikalische Leitung: Prof. Bernhard Epstein
Konzertmeisterin: Elin Eriksson
Ausstattung und Bühnenbild: Olga Motta
Produktionsleitung: Jörg Meder

Aufführungen: 26. und 27. September, jeweils 18.30 Uhr



Céphale et Procris

Oper (1694) von Élisabeth-Claude Jacquet de La Guerre (1665 - 1729)
Nach einem Libretto von Joseph-Francois Duché de Vancy


Musikalische Leitung: Daniela Dolci
Regie: Sergio Pelacani
Kostüme und Masken: Sergio Pelacani
Organisarion: Daniel Ganum
Werkstätten: Hans Otto Theater Potsdam

Graciela Oddone, Procris (Sopran)
Gonzalo Quadra, Céphale (Countertenor)
Camilla de Falleiro, Dorine
Mariana Flores, L'Aurore
Gry Elisabeth Knudsen, Volupté
Flavio Benedetti, Une Athénienne
Daniel Issa Goncalves, Le Démon
Lissandro Abadie, Arcas
Raitis Grigalis, Borée

Tanzensemble Il Ballarino

Es spielt das Ensemble Musica Fiorita, Schweiz

Aufführungen: 3. und 4. Oktober, jeweils 18.30 Uhr


Die Preise der Eintrittskarten liegen zwischen 15 und 57 Euro.

Website des Festivals: "http://www.bayreuther-barock.bayreuth.de/"


Viele Grüße

Bernd
Was heut gehet müde unter, hebt sich morgen neugeboren.